Kategorie: À la une

  • Papst Leo XIV. in Frankreich: Paris wird zur Bühne eines historischen Besuchs

    Papst Leo XIV. in Frankreich: Paris wird zur Bühne eines historischen Besuchs

    Paris steht an diesem Freitag im Zeichen eines außergewöhnlichen Besuchs. Papst Leo XIV. beginnt am 25. September seine viertägige Reise durch Frankreich – mit politischen Gesprächen, einer Fahrt im Papamobil, einem symbolträchtigen Besuch in Notre-Dame und einer großen Jugendveranstaltung im Stade …

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  • Papstbesuch in Paris: Wo am 25. und 26. September mit Sperrungen zu rechnen ist

    Papstbesuch in Paris: Wo am 25. und 26. September mit Sperrungen zu rechnen ist

    Der Besuch von Papst Léon XIV. bringt Paris am Freitag, 25. September, und Samstag, 26. September 2026, erhebliche Verkehrsbehinderungen. Autofahrer müssen mit großräumigen Sperrungen rechnen, zahlreiche Metro- und RER-Stationen bleiben zeitweise geschlossen, Buslinien werden umgeleitet.

    Besonders betroffen sind am Freitag das Zentrum rund um Notre-Dame, die Île de la Cité, Saint-Michel, das Quartier Latin und Montparnasse. Am Samstag verlagert sich der Schwerpunkt auf die Place de la Concorde, die Champs-Élysées und den Bereich rund um den Arc de Triomphe.

    Am Freitag fährt der Papst am Nachmittag mit dem Papamobil von Notre-Dame-des-Champs in Richtung Place Saint-Michel. In diesem Bereich gelten bereits ab dem Morgen weitreichende Verkehrs- und Parkverbote.

    Auch rund um Notre-Dame sind zahlreiche Straßen und Seine-Ufer gesperrt. Die Kathedrale selbst bleibt am Donnerstag und Freitag für Besucher geschlossen.

    Bei Metro und RER treffen die Einschränkungen besonders zentrale Stationen. Am Freitag schließen im Laufe des Tages unter anderem Cité, Odéon, Luxembourg, Port-Royal, Duroc, Alma-Marceau und Iéna. Am Abend folgen mehrere Stationen entlang der Champs-Élysées.

    Auch der RER B ist betroffen: Zwischen Châtelet–Les Halles und Denfert-Rochereau fahren die Züge zeitweise ohne Halt an mehreren Stationen durch.

    Am Samstag sollten Reisende vor allem den Bereich Concorde–Champs-Élysées–Étoile meiden. Mehrere Stationen bleiben von Betriebsbeginn an geschlossen, darunter Charles-de-Gaulle–Étoile, George V, Franklin D. Roosevelt, Concorde und Tuileries.

    Für Besucher der großen Messe am Samstag um 15 Uhr empfiehlt es sich, weiter entfernt auszusteigen und den Rest zu Fuß zurückzulegen. Geeignete Ausgangspunkte sind beispielsweise Saint-Lazare, Opéra, Madeleine, Invalides, Miromesnil oder Porte Maillot.

    Autofahrern ist an beiden Tagen zu großräumigen Umfahrungen zu raten. Am Freitag betrifft dies vor allem Montparnasse, Saint-Michel, Île de la Cité und Invalides, am Samstag Concorde, Champs-Élysées, Étoile, Alma und Iéna.

    Auch Busse sind keine verlässliche Alternative, da zahlreiche Linien verkürzt oder umgeleitet werden.

    Wer am Freitagabend zur Vigil im Stade de France fährt, sollte bevorzugt die Linie 14 bis Saint-Denis–Pleyel nutzen. Rund 80.000 Besucher werden erwartet.

    Die wichtigste Empfehlung lautet deshalb: Fahrten möglichst früh planen, größere Zeitreserven einkalkulieren und die Verkehrslage kurz vor Abfahrt noch einmal prüfen. Zusätzliche Sperrungen können von den Behörden kurzfristig angeordnet werden.

    Daniel Ivers

  • Frankreich weitet Tankhilfen aus – der teure Kampf gegen den neuen Energieschock

    Frankreich weitet Tankhilfen aus – der teure Kampf gegen den neuen Energieschock

    Frankreich reagiert auf den erneuten Anstieg der Kraftstoffpreise mit einem deutlich ausgeweiteten Hilfspaket. Die Regierung verlängert die Unterstützung für Vielfahrer, erweitert den Kreis der Anspruchsberechtigten und stellt zusätzliche Hilfen für besonders energieabhängige Berufsgruppen bereit. Insgesamt sollen weitere 450 Millionen Euro mobilisiert werden. Damit versucht Paris, die sozialen Folgen der Krise im Nahen Osten abzufedern – zu einem Zeitpunkt, an dem der finanzielle Spielraum des französischen Staates so begrenzt ist wie seit Jahren nicht mehr. Die Kraftstoffpolitik wird damit erneut zu einer Gratwanderung zwischen Kaufkraft, sozialem Frieden und Haushaltsdisziplin. Gerade in Frankreich besitzt der Preis an der Zapfsäule eine politische Bedeutung, die weit über die unmittelbaren Kosten des Autofahrens hinausgeht. Die Gelbwesten-Proteste von 2018 haben gezeigt, wie rasch sich steigende Mobilitätskosten in eine grundsätzliche gesellschaftliche Auseinandersetzung über Steue…

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  • A9 im Flammenmeer: Waldbrand bringt Autobahnverkehr im Süden Frankreichs zum Erliegen

    A9 im Flammenmeer: Waldbrand bringt Autobahnverkehr im Süden Frankreichs zum Erliegen

    Meterhohe Flammen neben der Fahrbahn, dichter Rauch über dem Asphalt und Hunderte Autofahrer, die plötzlich nicht mehr weiterkommen: Ein Vegetationsbrand an der A9 im südfranzösischen Département Aude hat am Montagnachmittag dramatische Szenen ausgelöst. Zeitweise verlief die vielbefahrene Autobahn praktisch mitten durch zwei Feuerfronten.

    Das Feuer brach am 21. September gegen 15 Uhr bei Salles-d’Aude zwischen Narbonne und Béziers aus. Kräftiger Wind und für Ende September ungewöhnlich hohe Temperaturen sorgten dafür, dass sich die Flammen rasch durch die trockene Vegetation fraßen.

    Schon kurze Zeit später erreichte das Feuer die Böschungen und den Mittelstreifen der A9.

    Für Autofahrer begann eine äußerst beklemmende Situation. Dichter Rauch schränkte die Sicht ein, während Flammen unmittelbar neben den Fahrzeugen loderten. Mehrere hundert Menschen saßen zeitweise im Stau fest oder befanden sich zwischen Rauch und Feuer. Bilder von der Strecke zeigen, weshalb Beobachter von einer „Autobahn mitten in den Flammen“ sprachen.

    Die Behörden reagierten mit umfangreichen Sperrungen. Zwischen Béziers-Ouest, Ausfahrt 36, und Narbonne-Est, Ausfahrt 37, wurde die A9 in beiden Fahrtrichtungen geschlossen. Auch die Departementstraßen RD31 und RD1118 waren betroffen. Die Präfektur des Départements Aude aktivierte ihren Krisenstab.

    Rund 200 Feuerwehrleute rückten gegen die Flammen vor. Unterstützung kam aus der Luft: Vier Canadair-Löschflugzeuge, ein Dash-Löschflugzeug und ein Aufklärungsflugzeug vom Typ Morane beteiligten sich am Einsatz.

    Etwa 15 Hektar Vegetation fielen dem Brand zum Opfer. Gegen 17.50 Uhr meldeten die Behörden das Feuer als „fixé“. Im französischen Feuerwehrjargon bedeutet dies, dass sich der Brand nicht mehr weiter ausbreitet, auch wenn Nachlöscharbeiten noch längere Zeit erforderlich sein können.

    Anschließend begann die schrittweise Öffnung der Autobahn. In Richtung Béziers rollte der Verkehr bereits am frühen Abend wieder. Richtung Narbonne und weiter nach Spanien dauerten Löscharbeiten und Verkehrsbehinderungen länger.

    Über die Ursache des Feuers herrschte zunächst keine endgültige Klarheit. Nach Medieninformationen könnte der Brand unbeabsichtigt ausgelöst worden sein. Eine abschließende behördliche Bestätigung lag zunächst jedoch nicht vor.

    Mindestens ebenso bemerkenswert wie die spektakulären Bilder ist der Zeitpunkt des Feuers.

    Am 21. September standen Aude, Gard und Pyrénées-Orientales auf der höchsten französischen Waldbrand-Warnstufe Rot. Im Süden lagen die Temperaturen teilweise oberhalb von 30 Grad. Zugleich fachten Mistral und Tramontane mit Böen von 60 bis 70 Kilometern pro Stunde mögliche Feuer immer wieder an – eine ziemlich explosive Mischung aus Hitze, Trockenheit und Wind.

    Dass solche Bedingungen zwei Tage vor dem kalendarischen Herbst auftreten, besitzt besondere Bedeutung. Seit Einführung der französischen „Météo des forêts“, der speziellen Waldbrand-Wettervorhersage, war die höchste Gefahrenstufe noch nie so spät im Jahr erreicht worden.

    Der französische Wetterdienst sieht eine zeitliche Ausdehnung der Waldbrandsaison als eine der erwarteten Folgen des Klimawandels. Der Brand bei Salles-d’Aude liefert dafür ein eindringliches Bild: Wo Ende September normalerweise der Herbst an die Tür klopft, kämpften Feuerwehrleute diesmal gegen Flammen unter Bedingungen, die eher an den Hochsommer erinnern.

    Die A9 im Feuer war deshalb mehr als eine dramatische Verkehrsmeldung. Sie zeigte binnen weniger Stunden, wie weit sich die Grenzen der klassischen Waldbrandsaison inzwischen verschieben.

    Daniel Ivers

  • Trump und Macron treffen sich in New York – ein Gespräch im Schatten dreier Krisen

    Trump und Macron treffen sich in New York – ein Gespräch im Schatten dreier Krisen

    Donald Trump und Emmanuel Macron treffen sich am Montag, 21. September, in New York zu einem bilateralen Gespräch am Rande der hochrangigen Woche der Vereinten Nationen. Das Weisse Haus hat den Termin bestätigt; nach dem veröffentlichten Zeitplan des amerikanischen Präsidenten ist die Begegnung für 17.35 Uhr Ortszeit angesetzt. Sie findet damit unmittelbar vor Beginn der Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung statt, die am Dienstag eröffnet wird. Eine detaillierte Tagesordnung haben weder Washington noch Paris veröffentlicht. Doch der internationale Kontext lässt erkennen, welche Fragen das Treffen prägen dürften: der Krieg in der Ukraine und mögliche Sicherheitsgarantien für Kiew, die eskalierte Lage im Nahen Osten und die Energieversorgung Europas sowie die weiterhin störanfälligen Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Ein dicht gedrängter diplomatischer Kalender Für Trump ist das Gespräch mit Macron Teil eines eng getakteten diplomatis…

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  • Macron setzt im Nordatlantik ein Zeichen französischer Souveränität

    Macron setzt im Nordatlantik ein Zeichen französischer Souveränität

    Auf einer Landkarte ist Saint-Pierre-et-Miquelon leicht zu übersehen. Politisch aber ist der französische Archipel vor der Küste Neufundlands plötzlich ins Zentrum einer grösseren Auseinandersetzung über Souveränität, strategische Einflusszonen und die Ordnung des Nordatlantiks gerückt. Bei seiner Ankunft am 19. September reagierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron demonstrativ auf eine von Donald Trump veröffentlichte Karte, auf der weite Teile Nordamerikas einschliesslich des französischen Gebiets mit den Farben der Vereinigten Staaten überzogen waren. «Das ist selbstverständlich. Es gibt darüber keine Diskussion. Saint-Pierre-et-Miquelon ist französisch und mit Frankreich verbunden», erklärte Macron. Und er fügte hinzu: «Wir werden das nicht jeden Morgen bekräftigen, nur weil Leute seltsame Ideen haben oder seltsame Dinge sagen.» Eine kleine Inselgruppe in strategischer Lage Saint-Pierre-et-Miquelon liegt rund 25 Kilometer vor der kanadischen Insel Neufundland und ist das letzte…

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  • Zuerst Papst, dann Staatsoberhaupt: Warum Leo XIV. in Frankreich auf die Ehren eines Staatsbesuchs verzichtet

    Zuerst Papst, dann Staatsoberhaupt: Warum Leo XIV. in Frankreich auf die Ehren eines Staatsbesuchs verzichtet

    Wenn Papst Leo XIV. am 25. September in Paris landet, empfängt Frankreich einen Gast mit einer ungewöhnlichen Doppelrolle. Der Pontifex ist geistliches Oberhaupt der katholischen Kirche und zugleich Souverän des Vatikanstaats. Genau diese beiden Funktionen sorgen vor seinem viertägigen Frankreich-Besuch für eine protokollarisch heikle Frage: Kommt Leo XIV. als Staatschef – oder als Papst? Die Antwort des Vatikans fällt deutlich aus. Rom bezeichnet die Reise vom 25. bis 28. September ausdrücklich als „apostolische Reise“. Das Protokoll trägt dieser Gewichtung Rechnung. Zwei Rollen in einer Person Das Problem beginnt mit einer staatsrechtlichen Besonderheit. Der Papst steht nicht nur an der Spitze einer weltumspannenden Religionsgemeinschaft. Er ist zugleich Souverän des Staates der Vatikanstadt. Diplomatisch handelt allerdings in erster Linie der Heilige Stuhl, der als eigenständiges Völkerrechtssubjekt internationale Beziehungen unterhält. 184 Staaten unterhalten derzeit diplomatische …

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  • Macron ruft zur «totalen Mobilisierung» auf: Frankreich kämpft gegen den neuen Benzinpreisschock

    Macron ruft zur «totalen Mobilisierung» auf: Frankreich kämpft gegen den neuen Benzinpreisschock

    Frankreichs Energiekrise erreicht erneut die Zapfsäulen. Präsident Emmanuel Macron hat die Regierung zu einer «totalen Mobilisierung» aufgefordert, um die Versorgung mit Treibstoffen zu sichern und den weiteren Anstieg der Preise einzudämmen. Rund jede zehnte Tankstelle meldet inzwischen Schwierigkeiten bei mindestens einer Kraftstoffsorte. Von einer landesweiten Versorgungskrise will die Regierung dennoch nichts wissen. Hinter der angespannten Lage steht vielmehr ein internationaler Energieschock, der Frankreichs begrenzten Einfluss auf den Ölpreis ebenso offenlegt wie die fortbestehende Abhängigkeit Europas von fossilen Importen. Benzin und Diesel werden zum politischen Problem Nach der Sitzung des Ministerrats am 16. September formulierte Regierungssprecherin und Energieministerin Maud Bregeon die Vorgaben des Präsidenten ungewöhnlich deutlich. In den kommenden Tagen und Wochen müsse Frankreich seine Versorgung absichern, zusätzliche Mengen auf den internationalen Märkten beschaffen…

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  • Hammer-Attacken auf Tankstellen: Vandalen schlagen bei Douai zu

    Hammer-Attacken auf Tankstellen: Vandalen schlagen bei Douai zu

    Eine nächtliche Serie von Sachbeschädigungen beschäftigt die Ermittler im Norden Frankreichs. Im Raum Douai sind in der Nacht von Sonntag auf Montag mindestens fünf Tankstellen gezielt angegriffen und teilweise erheblich beschädigt worden. Die Täter gingen offenbar mit Hämmern gegen Zapfsäulen vor. Nun fahndet die Polizei nach den Verantwortlichen.

    Betroffen sind Tankstellen unter anderem in Lallaing, Guesnain, Pecquencourt und Aniche. Damit konzentrieren sich die Vorfälle auf mehrere Gemeinden rund um Douai im Département Nord. Die räumliche und zeitliche Nähe der Angriffe legt den Verdacht nahe, dass die einzelnen Taten miteinander zusammenhängen.

    Besonders deutlich zeigen sich die Folgen in Pecquencourt. Dort sollen rund zehn Zapfsäulen beschädigt worden sein. Mehrere Anlagen ließen sich nach den Angriffen nicht mehr benutzen.

    Für Tankstellenbetreiber bedeutet eine solche Attacke weit mehr als ein paar zerbrochene Bauteile. Moderne Zapfsäulen sind komplexe technische Anlagen, deren Reparatur schnell teuer und zeitaufwendig gerät. Hinzu kommen Einnahmeausfälle, solange einzelne Pumpen oder womöglich größere Teile einer Station außer Betrieb bleiben. Auch Autofahrer bekamen die Auswirkungen zu spüren, weil nach den Taten nicht überall wie gewohnt getankt werden konnte.

    Ein Detail dürfte die Ermittler besonders interessieren: An einer der betroffenen Tankstellen hinterließen die Täter das französische Wort „voleur“, auf Deutsch „Dieb“.

    Diese Botschaft könnte auf ein Protestmotiv hindeuten. Denkbar wäre etwa Unmut über Kraftstoffpreise. Doch genau an diesem Punkt ist Vorsicht geboten: Ein Schriftzug allein liefert noch keinen Beweis für die tatsächlichen Beweggründe der Täter. Ob hinter den Angriffen politischer oder sozialer Protest, persönliche Wut oder ein völlig anderes Motiv steckt, steht bislang nicht fest.

    Die Staatsanwaltschaft von Douai leitete Ermittlungen wegen gemeinschaftlich begangener Sachbeschädigung ein. Für die Ermittler dürfte nun vor allem die Auswertung vorhandener Videoaufnahmen eine zentrale Rolle spielen. Tankstellen verfügen häufig über mehrere Überwachungskameras, die sowohl die Zapfsäulen als auch Zufahrten und Verkaufsbereiche erfassen. Entsprechendes Material könnte Hinweise auf Personen, Fahrzeuge und Fluchtrouten liefern.

    Nach den zuletzt vorliegenden Informationen gab es zunächst keine Festnahmen.

    Parallel dazu beginnen die Betreiber mit der finanziellen Bestandsaufnahme. Mehrere Geschädigte reichten bereits Anzeigen ein, während die genaue Höhe des entstandenen Schadens noch ermittelt wird. Bei einer Serie mit zahlreichen zerstörten oder beschädigten Zapfsäulen dürfte die Rechnung jedenfalls alles andere als klein ausfallen.

    Für die betroffenen Gemeinden bleibt zunächst die Frage, wer hinter der nächtlichen Aktion steckt. Der Schriftzug „Dieb“ liefert zwar einen auffälligen Hinweis, aber noch keine Antwort.

    Bis die Ermittler die Bilder ausgewertet und mögliche Tatverdächtige identifiziert haben, bleibt vor allem das sichtbare Ergebnis einer ungewöhnlichen Nacht: beschädigte Tankstellen, ausgefallene Zapfsäulen und Betreiber, die nun auf den Kosten und dem Ärger sitzen. Oder etwas salopper gesagt: Mit dem Hammer auf eine Zapfsäule einzuschlagen, löst kein Problem – es schafft bloß ein paar neue.

    Daniel Ivers

  • Frankreichs Fischer schlagen Alarm: Der Treibstoffpreis treibt die Branche an ihre Grenzen

    Frankreichs Fischer schlagen Alarm: Der Treibstoffpreis treibt die Branche an ihre Grenzen

    Mit der Blockade eines Erdöldepots in Fos-sur-Mer haben französische Fischer ihren Protest gegen die hohen Treibstoffpreise erheblich verschärft. Seit den frühen Morgenstunden des 15. September blockieren mehrere Dutzend Fischer die Ausfahrt des Terminals nahe Marseille. Rund 50 Tanklastwagen waren nach Angaben der Behörden zeitweise betroffen. Hinter der Aktion steht jedoch mehr als ein Streit über Dieselpreise: Frankreichs Mittelmeerfischerei sieht ihr wirtschaftliches Modell zunehmend gefährdet.

    Protest an einem strategischen Ort

    Die Blockade begann gegen drei Uhr morgens. Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Die Demonstranten verlangen Gespräche mit Catherine Chabaud, der für Meer und Fischerei zuständigen Ministerin.

    Bereits am Montag hatten Fischer in Sète und Port-Vendres protestiert. Hinter der Mobilisierung stehen regionale Fischereiverbände aus Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d’Azur und Korsika sowie Erzeugerorganisationen und Berufsverbände. Damit erhält der Konflikt eine Dimension, die über einzelne Häfen hinausgeht.

    Der Ort der jüngsten Aktion ist bewusst gewählt. Fos-sur-Mer gehört zu den bedeutendsten Energie- und Industriestandorten Frankreichs. Die dortige Société du Pipeline Sud-Européen betreibt 40 Tanks mit einer nominalen Lagerkapazität von 2,26 Millionen Kubikmetern. Über Pipelines ist der Standort unter anderem mit Anlagen in Lyon und Ostfrankreich verbunden.

    Wer hier Tanklastwagen aufhält, erzeugt erheblich mehr Aufmerksamkeit als mit einer Demonstration in einem Fischereihafen.

    Diesel wird zur Existenzfrage

    Auslöser der Proteste ist der Preis für Schiffsdiesel. Die seit dem Frühjahr verschärfte Krise im Nahen Osten hat die internationalen Energiemärkte belastet. Für die Fischerei ist dies besonders problematisch, weil Treibstoff einen erheblichen Anteil der Betriebskosten ausmacht.

    Bereits im Frühjahr überschritt der Preis für Marinediesel zeitweise die Marke von einem Euro je Liter. Im französischen Senat wurde im Juni auf die dramatische Kalkulation der Branche hingewiesen: Ein Preis von etwa 60 Cent gilt für manche Betriebe als wirtschaftlich tragfähig. Bei 80 Cent verschlechtert sich die Rentabilität deutlich; bei einem Euro können einzelne Ausfahrten mehr kosten, als der Verkauf des Fangs einbringt.

    Die Konsequenz ist ungewöhnlich für eine Branche, deren Geschäftsmodell traditionell auf möglichst intensiver Nutzung der verfügbaren Fangtage beruht: Schiffe bleiben im Hafen, weil Auslaufen Verluste produzieren würde.

    Staatliche Hilfen reichen nicht aus

    Paris hat auf die Krise reagiert. Für April erhielten Fischereiunternehmen eine Unterstützung von 20 Cent je Liter, für Mai waren es 35 Cent. Allein für diese beiden Monate stellte die Regierung 13 Millionen Euro bereit. Weitere Hilfen für Juni, Juli und August wurden angekündigt.

    Doch die Subventionen lösen das strukturelle Problem nicht. Die Fischer argumentieren, dass sich steigende Energiepreise mit höheren Wartungs-, Personal- und Finanzierungskosten sowie zunehmenden regulatorischen Anforderungen überlagern. Gerade kleinere Betriebe verfügen kaum über Reserven, um solche Belastungen über längere Zeit auszugleichen.

    Hinzu kommt ein grundsätzlicher Zielkonflikt. Frankreich und die Europäische Union wollen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren. Die bestehende Fischereiflotte ist jedoch weiterhin stark auf Diesel angewiesen. Alternative Antriebe erfordern erhebliche Investitionen und lassen sich bei vielen vorhandenen Schiffen nicht kurzfristig einsetzen.

    Ein Konflikt mit politischem Potenzial

    Damit wird Fos-sur-Mer zum Symbol eines größeren Problems. Kurzfristig verlangen die Fischer Entlastung beim Treibstoff. Langfristig geht es um die Frage, ob traditionelle Fischereibetriebe unter den veränderten wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen noch ausreichend rentabel arbeiten können.

    Für die Regierung besteht das Dilemma darin, akute Hilfen zu gewähren, ohne eine dauerhafte Subventionsabhängigkeit von fossilem Treibstoff zu schaffen. Gleichzeitig ist die Fischerei wirtschaftlich mit Häfen, Fischauktionen, Verarbeitung und Handel verflochten. Bleiben Schiffe im Hafen, trifft dies deshalb nicht nur deren Eigentümer.

    Entscheidend wird nun sein, ob sich die Proteste ausweiten. Bleibt Fos-sur-Mer eine punktuelle Blockade, dürfte die Wirkung vor allem politisch und symbolisch sein. Schließen sich weitere Häfen oder Fischerverbände an und geraten zusätzliche Energieinfrastrukturen ins Visier, steigt der Druck auf Paris erheblich. Die Forderung nach «konkreten Antworten» könnte dann rasch zu einer neuen wirtschafts- und sozialpolitischen Bewährungsprobe für die französische Regierung werden.

    P.T.