Kategorie: À la une

  • Neuer Premierminister Frankreichs: Die dringendsten Aufgaben auf seinem Schreibtisch

    Neuer Premierminister Frankreichs: Die dringendsten Aufgaben auf seinem Schreibtisch

    Die Ernennung des neuen französischen Premierministers wird am Freitag, den 13. Dezember, erwartet. Der zukünftige Regierungschef wird mit einem Berg dringender Herausforderungen konfrontiert – von politischen Verhandlungen bis hin zu brisanten Reformen. Ein schwieriger Start mit komplexen Verhandlungen Der neue Premierminister wird sich zunächst auf die Schaffung eines Pakts der Nicht-Zensur konzentrieren müssen. Dieser soll sicherstellen, dass eine Mehrheit der Parteien – von links bis rechts, ohne die Beteiligung von Rassemblement National (RN) und La France Insoumise (LFI) – bereit ist, die Regierung nicht sofort zu blockieren. Dies erfordert intensive Gespräche und Kompromissbereitschaft, um Stabilität in einer politisch gespaltenen Landschaft zu gewährleisten. Budgetkrise als Priorität Eine der drängendsten Aufgaben ist die Verabschiedung des Staatshaushalts für 2025, der bislang weder im Parlament noch im Senat abgestimmt wurde. Zwar wurde eine „Sondergesetzgebung“ vorbereitet, …

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  • Frankreichs neuer Premierminister: Entscheidung verschoben auf Freitagmorgen

    Frankreichs neuer Premierminister: Entscheidung verschoben auf Freitagmorgen

    Die Ernennung des neuen französischen Premierministers lässt weiter auf sich warten. Nach der Rückkehr von Präsident Emmanuel Macron aus Polen verkündete der Élysée-Palast, dass die Entscheidung erst am Freitagmorgen in einem offiziellen Kommuniqué bekannt gegeben wird – entgegen der ursprünglichen Ankündigung. Ein zusätzlicher Tag für Konsultationen Warum die Verzögerung? Das Umfeld des Präsidenten erklärte, dass Macron die laufenden Beratungen zur Nachfolge von Michel Barnier noch abschließen müsse. Die Suche nach einem Premierminister, der sowohl politisch tragfähig als auch repräsentativ für Macrons Pläne ist, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Die politische Landschaft in Frankreich ist fragmentiert, und die nächste Regierung muss in der Lage sein, Mehrheiten zu sichern – keine leichte Aufgabe angesichts der Spannungen zwischen den Parteien. Wer steht zur Auswahl? Die Liste der potenziellen Kandidaten für den Posten des Premierministers bleibt lang. Unter den Favoriten wird …

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  • Französischer Dschihadisten in Syrien: Eine Analyse

    Französischer Dschihadisten in Syrien: Eine Analyse

    Mit dem Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad durch eine von islamistischen Rebellen geführte Offensive wirft sich die Frage auf: Was passiert nun mit den französischen Dschihadisten, die seit Jahren in der Region aktiv sind? Eine Situation, die komplexer kaum sein könnte und eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für die französischen Behörden darstellt.

    Wie viele französische Dschihadisten befinden sich in Syrien?

    Die Zahlen sind erschreckend konkret. Laut Olivier Christen, dem nationalen Anti-Terror-Staatsanwalt Frankreichs, verließen etwa 1.500 Personen das Land in Richtung Syrien oder Irak, um sich dschihadistischen Gruppen anzuschließen. Rund 500 von ihnen sind mittlerweile tot, etwa 390 kehrten nach Frankreich zurück, während sich der Rest teils in Haft, teils in unbekannten Verstecken befindet.

    Doch wo sind sie jetzt? Christen unterscheidet zwei Hauptregionen: den Nordosten und den Nordwesten Syriens. Im Nordosten, der von kurdischen Kräften kontrolliert wird, sitzen 131 französische Männer und Frauen sowie etwa 120 Kinder unter katastrophalen Bedingungen in Gefangenenlagern. Im Nordwesten hingegen, insbesondere in der Region um Idlib, halten sich über 100 Franzosen auf, darunter mehrere Frauen, die den Lagern entflohen sind.

    Das klingt nach einer klaren geografischen Aufteilung, doch die Realität ist chaotischer, als es diese Zahlen vermuten lassen.

    Mit welchen Gruppen haben sie sich verbündet?

    Die Antwort darauf führt direkt ins Herz des dschihadistischen Netzwerks in Syrien. Viele französische Kämpfer schlossen sich über die Jahre der radikalen Gruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS) an, die eine dominante Rolle in der Region Idlib spielt. HTS, einst eine Al-Qaida-Niederlassung, distanzierte sich 2018 offiziell von dieser und verfolgt seither eine lokal fokussierte Agenda.

    Ein anderer, kleinerer Teil der Franzosen ist der Brigade von Omar Omsen zugehörig. Dieser ehemalige Kleinkriminelle aus Nizza gilt als eine der Schlüsselfiguren der französischen Dschihadistenszene. Omsen, der seit 2013 in Syrien aktiv ist, wird von den französischen Behörden als Drahtzieher und Rekrutierer für Al-Qaida verdächtigt. Seine Gruppe steht mittlerweile in Konflikt mit HTS, was die ohnehin verworrene Situation weiter erschwert.

    Haben französische Dschihadisten am Sturz Assads mitgewirkt?

    Die genaue Rolle der französischen Kämpfer beim Sturz des Assad-Regimes bleibt unklar. Zwar wurden einige von ihnen in Videos identifiziert, die Kämpfer des HTS in Siegesfeiern zeigen, doch ihre konkrete Beteiligung an den entscheidenden Kämpfen wird noch untersucht.

    In einem Bericht wird darauf hingewiesen, dass eine Untergruppe von Franzosen unter der Führung von Ansar al-Tawhid, einer Gruppierung innerhalb des HTS, operiert. Diese kontrolliert die Bewegungen ausländischer Kämpfer und erlaubt ihnen keine eigenständigen militärischen Aktionen. Es scheint also, dass die Franzosen innerhalb des Netzwerks eine streng überwachte Rolle spielen.

    Welche Bedrohung geht von ihnen aus?

    Hier gehen die Meinungen auseinander. Während Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch in Saudi-Arabien vor der Rückkehr dieser Kämpfer nach Frankreich warnte, betonte Olivier Christen, dass alle bekannten Dschihadisten unter strenger Beobachtung stehen. Jeder von ihnen sei Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung und stehe auf Fahndungslisten. Sollten sie nach Frankreich zurückkehren, könnten sie rasch festgenommen werden.

    Eine größere Gefahr könnte jedoch von denjenigen ausgehen, die sich in Syrien oder den Nachbarländern verstecken. Zwar hält HTS die meisten französischen Kämpfer derzeit unter Kontrolle, doch Experten wie Jenny Raflik, Historikerin und Terrorismusforscherin, warnen vor der Unberechenbarkeit der Situation. Sollte sich die politische oder militärische Lage in Syrien erneut ändern, könnten auch die französischen Dschihadisten wieder in den Fokus rücken.

    Das Thema bleibt also hochbrisant. Einerseits ist die Bedrohung durch Rückkehrer unter Kontrolle, andererseits sorgt die fragile Situation in Syrien für Unsicherheiten. Wird es den Behörden gelingen, diese komplexe Herausforderung zu meistern? Die kommenden Monate werden Antworten bringen – oder neue Fragen aufwerfen.

  • Orkas im Marineland von Antibes: NGOs fordern Verlegung in ein Meeresschutzgebiet

    Orkas im Marineland von Antibes: NGOs fordern Verlegung in ein Meeresschutzgebiet

    Die Zukunft der beiden Orkas Wikie und Keijo im Marineland von Antibes ist ungewiss. Die französische Justiz hat entschieden, dass die Tiere vorerst nicht in einen anderen Wasserpark verlegt werden dürfen, solange keine genaue Untersuchung ihrer Lebensbedingungen durchgeführt wurde. Diese Entscheidung folgt auf die Ablehnung der französischen Regierung, die Orkas an einen Park in Japan zu verkaufen. Nun fordern Tierschutzorganisationen ihren Umzug in ein Meeresschutzgebiet. Wirtschaftliche Probleme führen zur Schließung Das Marineland von Antibes, das in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten ist, hat seine endgültige Schließung zum 5. Januar angekündigt. Als Grund nannte der Park wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mit der Schließung stellt sich jedoch eine dringende Frage: Was geschieht mit den beiden verbliebenen Orkas, die seit Jahren in Gefangenschaft leben? NGOs drängen auf artgerechte Haltung Tierschutzorganisationen sehen die Schließung des Parks als Chance für einen…

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  • Haushaltsgesetz 2025: Eine Notlösung, um einen „Shutdown“ zu vermeiden

    Haushaltsgesetz 2025: Eine Notlösung, um einen „Shutdown“ zu vermeiden

    Nach der Ablehnung des Haushalts- und Sozialfinanzierungsgesetzes sowie der Regierungsentlassung präsentiert Frankreich einen „Sondergesetzentwurf“, um die Staatsfinanzen vorübergehend zu sichern. Ziel: Die Kontinuität der staatlichen Verwaltung gewährleisten und einen „Shutdown“ verhindern. Doch was genau sieht dieser Entwurf vor, und welche Folgen hat er? Eine Übergangslösung in Krisenzeiten Am Mittwoch, dem 11. Dezember, legte der zurückgetretene Haushaltsminister Laurent Saint-Martin im Ministerrat einen „Sondergesetzentwurf“ vor. Dieser soll den Betrieb des Staates gewährleisten, während Frankreich auf die Bildung einer neuen Regierung wartet. Die Maßnahme, basierend auf Artikel 45 des organischen Gesetzes zu Finanzgesetzen, war bereits am 5. Dezember von Präsident Emmanuel Macron angekündigt worden – wenige Tage nach dem Sturz der Regierung unter Michel Barnier. Die Unsicherheit über den Haushalt 2025 hatte Sorgen über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit des Staates aufgeworfen. Mi…

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  • Ein sechster Premierminister in sieben Jahren: Kritik und Forderungen nach einem Kurswechsel

    Ein sechster Premierminister in sieben Jahren: Kritik und Forderungen nach einem Kurswechsel

    Der französische Präsident Emmanuel Macron steht kurz vor der Ernennung seines sechsten Premierministers innerhalb von sieben Jahren – ein Umstand, der laut Patrick Kanner, Präsident des sozialistischen Senatsblocks, den Präsidenten „ins Buch der Rekorde“ bringen könnte. In einem Interview mit France Bleu Nord fordert Kanner jedoch nicht nur neue Gesichter, sondern auch einen grundlegenden politischen Kurswechsel. „Kontinuität in der Instabilität“ Die wiederholten Regierungsumbildungen unter Macron haben zu einem politischen Klima geführt, das von Unsicherheit geprägt ist. Kanner betont, dass bloße personelle Wechsel nicht ausreichen. „Stabilität in der Kontinuität – das ist für uns keine Option“, so der Senator. Stattdessen müsse ein neuer Premierminister klare Veränderungen in der Sozial-, Wirtschafts- und Steuerpolitik einleiten. Die Ernennung eines Premierministers soll noch vor den Weihnachtsferien erfolgen. Macron habe zwar keine Namen genannt, doch die Ankündigung verdeutlicht d…

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  • Der Permafrost taut – die schlafenden Kohlenstoffriesen erwachen

    Der Permafrost taut – die schlafenden Kohlenstoffriesen erwachen

    Die Arktis hat eine erschreckende Nachricht für uns: Neue Studien zeigen, dass der Permafrost, der seit Jahrtausenden als Kohlenstoffspeicher fungierte, mittlerweile mehr Kohlendioxid (CO₂) freisetzt, als er aufnimmt. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Weckruf, sondern ein Alarmsignal – eines, das den globalen Klimawandel auf eine neue, gefährlichere Ebene hebt.

    Was bedeutet das? Es geht um einen der größten Kipppunkte unseres Klimasystems, der nicht mehr in ferner Zukunft droht, sondern direkt vor unseren Augen geschieht.


    Was ist Permafrost und warum ist er wichtig?

    Permafrost – das sind Böden, die mindestens zwei Jahre in Folge dauerhaft gefroren bleiben. In der Arktis sprechen wir oft von Böden, die seit Zehntausenden von Jahren unter Eis und Schnee versiegelt sind. Darin gefangen: gewaltige Mengen an Kohlenstoff. Man schätzt, dass die Permafrostregionen der Erde etwa 1.500 Milliarden Tonnen Kohlenstoff enthalten – mehr als doppelt so viel wie derzeit in der Atmosphäre schwebt.

    Doch diese Böden sind empfindlich. Mit den steigenden globalen Temperaturen tauen sie auf, und Mikroorganismen beginnen, das organische Material in den Böden zu zersetzen. Dabei entsteht Kohlendioxid oder, unter bestimmten Bedingungen, Methan – ein noch viel stärkeres Treibhausgas. Was jahrtausendelang sicher gespeichert war, wird nun freigesetzt.


    Das entscheidende Ungleichgewicht

    Wissenschaftler beobachten den Kohlenstoffaustausch des Permafrosts seit Jahrzehnten. In der Vergangenheit war der Permafrost ein „Kohlenstoffsenker“ – er nahm mehr Kohlenstoff auf, als er abgab. Aber die jüngsten Studien zeigen eine dramatische Kehrtwende: Er emittiert heute netto mehr Kohlendioxid, als er speichert. Ein Beispiel? Forscher berichten, dass in der kalten Jahreszeit, wenn der Boden normalerweise stabil bleibt, die Emissionen nun stark ansteigen. Das bedeutet, dass der Taufprozess selbst im Winter weitergeht – ein Zeichen dafür, wie tiefgreifend die Erwärmung wirkt.

    Warum ist das so brisant? Der Kohlenstoffausstoß aus dem Permafrost ist keine menschliche Aktivität, die wir mit politischen Maßnahmen direkt regulieren können. Es ist ein sich selbst verstärkender Prozess. Je mehr Permafrost taut, desto mehr Treibhausgase werden freigesetzt, was die Erderwärmung weiter beschleunigt. Ein Teufelskreis.


    Ein Kipppunkt, der uns alle betrifft

    Was passiert, wenn dieser Prozess außer Kontrolle gerät? Die Klimawissenschaft spricht hier von „Kipppunkten“ – Schwellen, bei deren Überschreiten sich das System in einen neuen, oft irreversiblen Zustand bewegt. Der Permafrost-Kipppunkt könnte weltweit Konsequenzen haben: Ein zusätzlicher Schub an Treibhausgasen, der uns noch weiter weg von den Pariser Klimazielen treibt.

    Ein Gedanke, der immer wieder aufkommt: Ist das der Anfang vom Ende der Kontrolle über den Klimawandel? Ein unangenehmer Gedanke, nicht wahr? Aber die Wissenschaft betont: Noch haben wir Handlungsspielraum.


    Lokale Dramen in einer globalen Krise

    Die Auswirkungen des Permafrosttautens beschränken sich nicht nur auf CO₂ und Methan. In den betroffenen Regionen erleben Menschen eine drastische Veränderung ihrer Umwelt. Gebäude und Infrastruktur, die auf gefrorenem Boden errichtet wurden, geraten ins Wanken – buchstäblich. Straßen brechen ein, Pipelines reißen. Ganze Dörfer müssen umziehen, weil die Böden unter ihnen verschwinden.

    Doch es sind nicht nur Menschen, die leiden. Auch die Ökosysteme der Arktis stehen unter Druck. Lebensräume für Tiere wie den Eisbären oder das Karibu schrumpfen. Gleichzeitig werden neue, wärmeliebende Arten in die Region eingeschleppt, was das fragile Gleichgewicht zusätzlich belastet.


    Technologische Hoffnungsträger?

    Ist das Tauwetter des Permafrosts unumkehrbar? Leider können wir die bereits freigesetzten Gase nicht zurückholen. Aber es gibt Technologien, die helfen könnten, das Tauen zu verlangsamen. Eine Idee ist das „Refreezing“ – das künstliche Wiedergefrieren von Permafrostböden durch gezielte Maßnahmen, wie zum Beispiel das Anlegen von Schnee- oder Eisschichten. Doch solche Ansätze befinden sich noch im experimentellen Stadium und sind mit hohen Kosten verbunden.

    Letztlich bleibt die wichtigste Strategie: Die globale Erwärmung zu bremsen. Jede Tonne CO₂, die wir heute einsparen, könnte zukünftige Freisetzungen aus dem Permafrost verhindern.


    Der Mensch am Scheideweg

    Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich eine Frage: Warum handeln wir nicht entschlossener? Vielleicht liegt es daran, dass der Permafrost ein abstraktes Problem für viele ist. Man sieht ihn nicht – er liegt verborgen unter einer kalten, weißen Decke. Doch seine Freisetzung betrifft uns alle. Die zusätzliche Belastung des Klimasystems durch die Arktis ist wie ein Tropfen in einem Fass, das bereits überläuft.

    Die neue Erkenntnis, dass der Permafrost jetzt netto Emissionen freisetzt, sollte uns wachrütteln. Aber es darf nicht bei der Erkenntnis bleiben. Was brauchen wir, um aus dieser Einsicht echte Handlungen zu machen? Neue Gesetze? Bessere Technologien? Oder einfach mehr Mut?


    Ein Funken Hoffnung

    Es wäre falsch, die Dramatik dieser Studien zu unterschätzen. Aber ebenso falsch wäre es, die Hoffnung zu verlieren. Die Wissenschaft hat uns gezeigt, dass die Zukunft nicht in Stein gemeißelt ist. Ja, wir stehen vor einer Herausforderung gigantischen Ausmaßes, aber genau darin liegt auch unsere Chance. Ob wir diese nutzen – das liegt allein an uns.

    Werden wir den Permafrost weiterhin als tickende Zeitbombe ignorieren, oder lernen wir endlich, mit der Dringlichkeit umzugehen? Die Zeit wird es zeigen. Aber eines ist sicher: Die Arktis hat uns eine Botschaft geschickt. Die Frage ist, ob wir zuhören.

  • Regierungsbildung: Macron ignoriert das Rassemblement National – Le Pen spricht von „Verachtung“

    Regierungsbildung: Macron ignoriert das Rassemblement National – Le Pen spricht von „Verachtung“

    Die Entscheidung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, das rechtsextreme Rassemblement National (RN) und die Linkspartei La France Insoumise (LFI) von den politischen Konsultationen zur Bildung eines neuen Regierungsteams auszuschließen, sorgt für Aufsehen. Besonders Marine Le Pen, Vorsitzende der RN-Fraktion, kritisierte diese Haltung scharf und sprach von einer bewussten Ausgrenzung ihrer Partei. Ein Treffen ohne die Extreme Am Dienstag, den 10. Dezember, lud Emmanuel Macron Vertreter aller politischen Parteien und Fraktionen zu Gesprächen in den Élysée-Palast ein. Ziel war es, Wege zur Regierungsbildung auszuloten. Doch das RN und die LFI, die als Vertreter der politischen Extreme gelten, wurden dabei explizit ausgeschlossen. Marine Le Pen zeigte sich darüber unbeeindruckt, betonte aber zugleich, dass diese Entscheidung eine „Form von Verachtung“ darstelle. „Von diesem Misstrauen profitiere ich“ Während eines Pressegesprächs in der Nationalversammlung stellte Le Pen klar: „…

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  • Gefährdete Tradition: Warum Austernzüchter in Frankreich um ihre Existenz kämpfen

    Gefährdete Tradition: Warum Austernzüchter in Frankreich um ihre Existenz kämpfen

    Die Austernzucht, ein stolzes Handwerk mit jahrhundertealter Tradition, steht in Frankreich vor enormen Herausforderungen. Viren, Diebstähle und der Klimawandel setzen den Züchtern schwer zu. Besonders betroffen: der berühmte Bassin d’Arcachon in der Region Nouvelle-Aquitaine, wo über 300 Betriebe jährlich Millionen Austern produzieren. Doch die Probleme häufen sich – mit teils dramatischen Folgen.

    Eine desaströse Festtagssaison

    Das vergangene Weihnachtsgeschäft, eine entscheidende Einnahmequelle für die Branche, endete für viele Austernzüchter in einer Katastrophe. Am 27. Dezember 2023 verhängte die Regierung ein Verkaufsverbot für Austern aus dem Bassin d’Arcachon. Grund waren mehrere Fälle von Lebensmittelinfektionen, die durch Noroviren ausgelöst wurden.

    „Wir hatten kaum Zeit, uns zu erholen“, erklärt Thierry Lafon, ein Züchter mit fast 40 Jahren Erfahrung. „Der Umsatz brach ein, und der Marktpreis fiel ins Bodenlose.“ Für die Züchter ein harter Schlag, denn 30 bis 50 % ihres Jahresumsatzes erzielen sie in der Weihnachtssaison.

    Die Ursache? Überschwemmungen im Herbst 2023 führten dazu, dass ungeklärte Abwässer in den Bassin gelangten – eine Mischung aus extremen Wetterbedingungen und Versäumnissen im Abwassermanagement. Eine von Anwohnern gefilmte Szene zeigt, wie Abwässer voller Exkremente direkt in die Natur geleitet wurden.

    Die Suche nach Verantwortlichen

    Thierry Lafon, der auch Vorsitzender der Umweltorganisation Adeba ist, hat Klage gegen den zuständigen Abwasserverband Siba eingereicht. Die Behörde weist die Schuld den außergewöhnlichen Regenfällen zu und kündigte Investitionen von 120 Millionen Euro an, darunter 30 Millionen für eine neue Kläranlage. Kritiker wie Lafon sehen jedoch ein tieferliegendes Problem: die ungebremste Urbanisierung und Betonierung der Böden, die den natürlichen Wasserkreislauf stören.

    „Man kann keine Kläranlage bauen und glauben, das löse alles“, meint Lafon. Mit geplanten 30.000 neuen Wohnungen bis 2040 droht der ökologische Druck auf die Region weiter zuzunehmen.

    Austern-Diebstähle: Ein unterschätztes Problem

    Neben den Umweltproblemen kämpfen die Züchter gegen einen weiteren Feind: Diebe. Besonders in der Vorweihnachtszeit, wenn die Nachfrage nach Austern boomt, sind die Lagunen und Austernparks ein bevorzugtes Ziel. „Wir arbeiten drei Jahre an einer Charge Austern, und wenn sie gestohlen wird, ist das eine Katastrophe“, sagt Nicolas Cochez, ein Austernzüchter, der bereits zweimal Opfer von Diebstählen wurde.

    Die lokale Wasserpolizei patrouilliert mittlerweile täglich in der Festtagssaison, doch das Problem bleibt bestehen.

    Der Klimawandel: Eine stille Bedrohung

    Langfristig bedroht jedoch nichts die Austernzucht so stark wie der Klimawandel. Steigende Meerestemperaturen und zunehmende Versauerung der Ozeane setzen den Tieren zu. Die wärmeren Gewässer fördern das Wachstum von Algen, die das ökologische Gleichgewicht stören. Gleichzeitig werden die Schalen der Austern durch die Aufnahme von CO₂ empfindlicher, da die Bildung von Kalk mehr Energie erfordert.

    Studien prognostizieren, dass die Wachstumsrate der Austern bis 2050 um bis zu 20 % abnehmen könnte. Einige Züchter experimentieren bereits mit neuen Methoden. So hat Gireg Berder in der Bretagne begonnen, seine Austern ohne Netze direkt auf dem Meeresboden zu züchten. Der Vorteil: Rotalgen, die dabei wachsen, reduzieren die Versauerung der Umgebung.

    „Die Austernzucht muss sich wandeln“

    Angesichts der Vielzahl an Herausforderungen bleibt den Züchtern nur eines: sich anzupassen. Doch während einige wie Gireg Berder innovative Lösungen finden, kämpft Thierry Lafon weiter an der politischen Front. „Diejenigen, die den Bassin verschmutzen, müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt er.

    Für die Austernzüchter geht es um mehr als ihr Einkommen – es geht um die Zukunft eines Kulturguts, das eng mit Frankreichs Identität verbunden ist. Ob diese Tradition den aktuellen Herausforderungen standhält, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Kampf um die Austern hat gerade erst begonnen.

  • Soziale Netzwerke: Wer steckt hinter dem Pro-Trump-Komitee in Frankreich?

    Soziale Netzwerke: Wer steckt hinter dem Pro-Trump-Komitee in Frankreich?

    Auf den sozialen Netzwerken in Frankreich sorgt ein ungewöhnliches Phänomen für Aufmerksamkeit: Ein Komitee, das den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump öffentlich unterstützt, ruft dazu auf, die Ideen seines politischen Programms auf Frankreich zu übertragen – und zwar unter dem Slogan „TRUMPISER la France“. Doch wer steckt hinter diesem politisch aufgeladenen Netzwerk? Die Strippenzieher: Ein Blick hinter die Kulissen Das Komitee wird von mehreren Akteuren geleitet, die teils tief in rechtsextremen Kreisen verankert sind. Eine zentrale Figur ist Georges Clément, ein 80-jähriger Aktivist, der auf Plattformen wie der extrem rechten Website „Riposte laïque“ oder dem Sender „TV Libertés“ regelmäßig zu Wort kommt. Clément ist bekannt für seine kontroversen Aussagen und die Verbreitung von Falschinformationen. Beispielsweise äußerte er im März 2023 unbelegte Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug bei den US-Präsidentschaftswahlen 2020. Neben Clément agiert Vivien Hoch, der Schöpfer ei…

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