Kategorie: À la une

  • Côtes-d’Armor: Grauenhafter Missbrauch – Paar zu hohen Haftstrafen verurteilt

    Côtes-d’Armor: Grauenhafter Missbrauch – Paar zu hohen Haftstrafen verurteilt

    In einer der abscheulichsten Verbrechen, die in den letzten Jahren in Frankreich ans Licht kamen, wurde ein Paar aus dem Departement Côtes-d’Armor zu 17 und 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Die beiden wurden für den wiederholten Missbrauch ihrer damals minderjährigen Tochter schuldig gesprochen. Besonders erschütternd: Sie lieferten das Mädchen auch an Fremde aus, die der Vater über das Internet rekrutierte.

    Eine Kindheit, die in der Hölle endete Die heute 18-jährige berichtete vor Gericht mit einer Stärke, die viele Anwesende tief bewegte: „Ich war in der fünften Klasse, als es anfing.“ Zwischen 2017 und 2022 wurde das Mädchen nahezu täglich von ihrem Adoptivvater missbraucht, teilweise mit Beteiligung der Mutter. Der Horror hörte jedoch nicht an den eigenen vier Wänden auf. Der Vater veröffentlichte Nacktbilder seiner Tochter auf der inzwischen geschlossenen Plattform Coco.fr, um Männer für „Treffen“ zu finden. Diese Fremden missbrauchten das Mädchen an abgelegenen Orten – auf Rastst…

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  • Das Ende der „Ehelichen Pflicht“ – ein Wendepunkt im französischen Recht

    Das Ende der „Ehelichen Pflicht“ – ein Wendepunkt im französischen Recht

    Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) hat jüngst ein Urteil gefällt, das tiefgreifende Auswirkungen auf die rechtliche Auslegung des „ehelichen Pflichts“ in Frankreich hat. Die Entscheidung: Der Verzicht auf Geschlechtsverkehr durch einen Ehepartner darf nicht länger als Scheidungsgrund gewertet werden. Damit wird eine überholte Lesart des französischen Zivilrechts, die tief in religiösen Traditionen verwurzelt ist, endgültig ad acta gelegt. Ein historisches Urteil mit Signalwirkung Die Causa begann 2012, als eine Frau nach über 28 Jahren Ehe die Scheidung einreichte. Ihr Mann warf ihr vor, sich seit Jahren konsequent sexuellen Beziehungen zu verweigern. Die französische Berufungsinstanz sah darin 2019 eine „schwere Verletzung ehelicher Pflichten“, die eine Fortführung der Ehe unzumutbar mache. Doch die Betroffene, unterstützt von feministischen Organisationen, zog vor die EMRK. Die Entscheidung vom Januar 2025 spricht Klartext: Der „eheliche Pflicht“ verletzt das Recht auf k…

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  • Bretagne unter Schock: Rekordhochwasser durch Sturmtief Herminia

    Bretagne unter Schock: Rekordhochwasser durch Sturmtief Herminia

    Die Bretagne steht wieder einmal im Fokus extremer Wetterereignisse. Das Sturmtief Herminia hat am Wochenende den Westen Frankreichs heimgesucht und massive Regenfälle, heftige Winde und Rekordhochwasser verursacht. Besonders betroffen ist das Département Ille-et-Vilaine, das am Montag, den 27. Januar 2025, auf „Vigilance Rouge“ (rote Hochwasserwarnstufe) hochgestuft wurde. Rennes, die Hauptstadt des Départements, erlebt Hochwasserstände, die es seit über 40 Jahren nicht mehr gab.


    Eine Stadt am Limit: Hochwasser in Rennes

    Rennes, durchzogen von den Flüssen Ille und Vilaine, kämpft mit beispiellosen Wassermassen. „Wir haben heute Werte, die höher sind als jene von 1981, dem bisherigen Referenzjahr für Hochwasser in der Region“, erklärte die Bürgermeisterin Nathalie Appéré bei einer Pressekonferenz. Doch die Situation ist noch nicht unter Kontrolle: Weitere Regenfälle sind für die Nacht angekündigt, und der Höchststand der Flüsse wird voraussichtlich erst in den nächsten Tagen erreicht.

    In einigen Vierteln der Stadt stehen die Menschen buchstäblich mit den Füßen im Wasser. Bruno Lorandel, ein Anwohner, erzählt: „Ich lebe seit 40 Jahren hier, aber so etwas habe ich noch nie gesehen.“ Sein Arbeitsplatz, ein audiovisuelles Studio, wurde überflutet, und ein Großteil des Equipments ist verloren. Er fügt hinzu: „Wir schöpfen immer noch Wasser aus den Kellern.“ Szenen wie diese sind derzeit überall in Rennes zu beobachten: Gärten, Straßen und Keller stehen unter Wasser, während Feuerwehr und Freiwillige unermüdlich arbeiten, um die schlimmsten Schäden zu begrenzen.


    Notunterkünfte und Bürgerhilfe: Solidarität in der Krise

    Seit Samstagabend wurden in Ille-et-Vilaine rund 400 Menschen vorsorglich evakuiert. Einige konnten inzwischen in ihre Häuser zurückkehren, während andere in Notunterkünften ausharren. In Rennes hat die Stadtverwaltung die Bürger dazu aufgerufen, sich über die Plattform „Fabrique Citoyenne“ zu registrieren, um bei der Reinigung und Wiederherstellung betroffener Häuser zu helfen. Dieser Aufruf zur „solidarischen Hilfe“ zeigt, wie Gemeinschaften in Krisenzeiten zusammenstehen können.

    Aber nicht nur Rennes ist betroffen: Im benachbarten Finistère wurden 1.000 Haushalte von Stromausfällen getroffen, und zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen.


    Ein ganzes Ökosystem unter Druck: Die Auswirkungen des Dauerregens

    Warum sind die Überschwemmungen so extrem? Ein Blick auf die letzten Wochen zeigt, dass die Böden der Bretagne durch vorherige Regenfälle bereits völlig gesättigt waren. Hinzu kommen die außergewöhnlich hohen Regenmengen, die Herminia mit sich brachte. Allein in den letzten 24 Stunden fielen in Rennes 50 Liter Regen – eine Wassermenge, die auf völlig durchnässte Böden traf und daher direkt in die Flüsse und Städte floss. Die Folge: Flüsse wie die Vilaine und die Seiche traten über ihre Ufer, und selbst kleinere Wasserläufe wie die Flûme verwandelten sich in reißende Ströme.

    Die Situation wird zusätzlich durch die geographische Lage der Bretagne verschärft. Die Region ist von einem dichten Netz aus Flüssen und Kanälen durchzogen, die bei Starkregen schnell überlastet sind. Und dann ist da noch der Faktor Klimawandel: Extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Stürme nehmen weltweit zu. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern, was bedeutet, dass Regenfälle intensiver und langanhaltender werden. Die Bretagne erlebt diese Realität hautnah.


    Der Sturm trifft auch die Küstenregionen: Chaos und Störungen

    Die Auswirkungen von Herminia beschränken sich nicht nur auf die Städte und Flüsse im Landesinneren. An der Küste wurden starke Winde und eine aufgewühlte See registriert. In den Sables-d’Olonne, dem Start- und Zielhafen des berühmten Vendée Globe, wurde das Veranstaltungsgelände wegen heftiger Sturmböen geschlossen. Skipper wie Benjamin Dutreux und Clarisse Crémer mussten ihre Routen ändern und in La Rochelle Schutz suchen, da Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h gemessen wurden.

    Auch der Verkehr wurde stark beeinträchtigt. Ein umgestürzter Baum legte die Zugverbindung zwischen Nantes und Angers lahm, und in Ille-et-Vilaine mussten mehrere Straßen gesperrt oder umgeleitet werden. Die Präfektur warnte bereits vor einer schwierigen Verkehrssituation in den kommenden Tagen.


    Lehren aus der Katastrophe: Was muss sich ändern?

    Die Überschwemmungen in Rennes und Ille-et-Vilaine sind ein alarmierendes Beispiel dafür, wie unvorbereitet viele Regionen auf die zunehmenden Wetterextreme sind. Doch was kann getan werden, um solche Katastrophen in Zukunft besser zu bewältigen?

    1. Infrastruktur anpassen:
      Das bestehende Kanalsystem von Rennes und anderen Städten ist nicht für solche Wassermassen ausgelegt. Es braucht gezielte Investitionen in moderne Abwassersysteme, die größere Regenmengen aufnehmen können.
    2. Natürliche Wasserregulierung stärken:
      Grünflächen, Feuchtgebiete und Auen müssen als natürliche „Schwämme“ genutzt werden, um Wasser zurückzuhalten und Überschwemmungen zu verhindern. Das Rückgängigmachen der Flussbegradigungen kann hier einen großen Unterschied machen.
    3. Frühwarnsysteme und Katastrophenmanagement:
      Schnelle und effektive Warnungen können Menschenleben retten. Digitale Technologien könnten helfen, die Bevölkerung in Echtzeit über steigende Wasserstände und mögliche Evakuierungen zu informieren.
    4. Bewusstseinsbildung und Klimaanpassung:
      Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels zu schärfen und lokale Anpassungsstrategien zu entwickeln. Dazu gehört auch, den Bürgern Wissen und Werkzeuge an die Hand zu geben, um ihre eigenen Häuser besser zu schützen.

    Hoffnung inmitten der Flut

    Trotz der dramatischen Lage gibt es auch positive Geschichten: Die Solidarität der Menschen in Rennes und Umgebung ist ein Lichtblick inmitten der Krise. Nachbarn helfen einander, Freiwillige melden sich, um bei der Reinigung zu unterstützen, und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden, ist beeindruckend.

    Doch die Überschwemmungen sind auch ein Weckruf. Der Klimawandel ist keine ferne Bedrohung mehr, sondern Realität – und wir müssen uns darauf einstellen. Städte wie Rennes stehen vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur und ihr Krisenmanagement grundlegend zu überdenken. Die Frage ist: Werden wir handeln, bevor die nächste Katastrophe kommt? Oder werden wir immer wieder mit denselben Bildern von überfluteten Straßen und verzweifelten Menschen konfrontiert?

    Es liegt in unserer Hand, aus Ereignissen wie diesen zu lernen. Denn eines ist sicher: Die Natur fragt nicht, ob wir vorbereitet sind – sie handelt einfach. Und wir müssen endlich darauf reagieren.

  • Bruno Retailleau verschärft die Einwanderungspolitik: Ein Blick auf die neuen Regeln

    Bruno Retailleau verschärft die Einwanderungspolitik: Ein Blick auf die neuen Regeln

    Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau hat ein deutliches Signal gesetzt: Mit einer neuen Direktive will er die Einwanderung strikter regeln und den Zugang zu Aufenthaltsgenehmigungen erheblich einschränken. Diese Maßnahmen stoßen auf heftige Debatten – sowohl politisch als auch gesellschaftlich.

    Die neue Linie: Weniger Regularisierungen Retailleaus Ziel ist klar: Er will die Einwanderung, insbesondere die illegale, verringern. Im Gespräch mit Europe 1-CNews betonte er: „Keine Regularisierungen en masse mehr.“ Konkret bedeutet das, dass die bisherige Praxis, Migranten ohne Aufenthaltsstatus unter bestimmten Bedingungen eine Ausnahmegenehmigung (AES) zu erteilen, deutlich eingeschränkt wird. Obwohl die Kriterien formal unverändert bleiben, wird der Handlungsspielraum der Präfekten drastisch beschnitten. Bisher konnten diese Einzelfälle großzügiger bewerten – etwa bei familiären, wirtschaftlichen oder studentischen Gründen. Doch die neue Direktive dreht an dieser Flexibilität und st…

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  • Sturm Herminia: Überschwemmungen, gesperrte Straßen und Evakuierungen in der Bretagne

    Sturm Herminia: Überschwemmungen, gesperrte Straßen und Evakuierungen in der Bretagne

    Die Bretagne kämpft mit den schweren Folgen der Sturmtief Herminia, das starke Regenfälle, Hochwasser und Sturmböen mit sich bringt. Besonders betroffen ist das Département Ille-et-Vilaine, wo zahlreiche Flüsse über die Ufer treten, Straßen unpassierbar sind und Bewohner ihre Häuser verlassen mussten. Die Lage bleibt angespannt, denn laut Prognosen wird der Regen im Verlauf des Tages erneut zunehmen.


    Ausnahmezustand in sieben Gemeinden

    In Ille-et-Vilaine haben sieben Gemeinden den kommunalen Notfallplan aktiviert, darunter Rennes, Betton, Guichen, Bruz, Pacé, Noyal-Châtillon und Guipry-Messac. Das klingt nicht nach einem Sonntag, den man gerne erlebt. Krisenstäbe versuchen, die chaotischen Zustände zu bewältigen. Besonders dramatisch: In Rennes wurden innerhalb von 24 Stunden Niederschläge von bis zu 40 Millimetern gemessen – das entspricht dem Regen von zwei Wochen! In Redon und der Region Brocéliande waren es sogar 50 Millimeter.

    Flüsse wie der Meu, die Ille, die Seiche und der obere Abschnitt der Vilaine sind bereits über die Ufer getreten. Besonders in Rennes ist die Situation brisant: Der Kanal von Ille-et-Rance hat kritische Pegel erreicht, und die Schleuse am Kanal Saint-Martin steht unter Wasser.

    „Wir haben die Pegelstände der großen Überschwemmung von Mai 1981 bereits überschritten“, erklärte Nathalie Appéré, die Bürgermeisterin von Rennes, und warnte, dass die Wasserstände bis Sonntagabend weiter steigen werden. Besonders betroffen sind die Stadtteile Apigné, Prévalaye und Motte-Brûlon, wo am Samstag Evakuierungen angeordnet wurden. Zwei Notunterkünfte wurden für betroffene Bewohner geöffnet – in den Turnhallen Constant Véron (Stadtteil Bourg l’Évêque) und Jules Isaac (Bellangerais).


    Der Verkehr: Ein einziges Chaos

    Auch auf den Straßen und Schienen zeigt sich, wie stark das Wetter die Region lahmlegt. Die Nationalstraße RN 24, die Rennes und Lorient verbindet, ist in Höhe von Mordelles gesperrt – es gibt eine Umleitung, die jedoch zusätzliche Fahrzeiten bedeutet. Die Züge zwischen Rennes und Saint-Malo wurden seit Samstagabend gestrichen, während auf anderen Strecken wie Rennes–Saint-Brieuc und Rennes–Vannes erhebliche Verspätungen auftreten.

    Die Situation auf See ist ebenso herausfordernd: Wegen der Sturmböen hat die Reederei Breizh Go Penn ar Bed alle Fährverbindungen zwischen der Île-de-Sein und dem Festland gestrichen. Nur eine einzige Überfahrt zwischen Brest, Molène und Ouessant wird am Sonntag durchgeführt. Im Morbihan wurden alle Verbindungen von Quiberon nach Belle-Île-en-Mer ab Sonntagnachmittag abgesagt, und die Verbindungen zu den Inseln Houat und Hoëdic fallen komplett aus.

    Am Montag und Dienstag werden weitere Störungen erwartet, was zeigt, dass die Region sich nicht so schnell von Herminia erholen wird.


    Wie erleben die Menschen vor Ort die Krise?

    In solchen Momenten zeigt sich die wahre Belastungsprobe für die betroffenen Gemeinden. Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und erfahren, dass Ihr Stadtteil evakuiert wird, weil der Fluss hinter Ihrem Haus über die Ufer getreten ist. Kein Strom, kein Internet, und die Straßen in Ihrer Umgebung gleichen einer Seenlandschaft.

    Für viele Bewohner ist genau das Realität geworden. In Rennes organisieren Nachbarn gegenseitige Unterstützung, während die Rettungsdienste unermüdlich im Einsatz sind. Menschen werden mit Booten aus ihren Häusern evakuiert, Sandsäcke werden gestapelt, und in den Notunterkünften versuchen Familien, etwas Ruhe zu finden – auch wenn das leichter gesagt als getan ist.


    Wetterextreme – ein Symptom des Klimawandels?

    Man könnte sich fragen: Warum häufen sich solche extremen Wetterereignisse? Die Antwort darauf ist leider klar – der Klimawandel ist ein treibender Faktor.

    Durch die steigenden globalen Temperaturen nehmen die Verdunstung und die Feuchtigkeit in der Atmosphäre zu, was zu intensiveren und häufigeren Regenfällen führt. Gleichzeitig wird das Risiko von Stürmen und Überschwemmungen durch steigende Meeresspiegel und veränderte Wettermuster verstärkt. Der Klimawandel ist kein fernes Problem mehr, sondern zeigt sich direkt vor unserer Haustür – sei es in der Bretagne, in Deutschland oder anderswo auf der Welt.

    Herminia ist nicht der erste Sturm dieser Art, und es wird auch nicht der letzte sein. Doch wie können wir uns besser vorbereiten?


    Maßnahmen für die Zukunft

    Die Ereignisse der letzten Tage machen deutlich, wie wichtig eine widerstandsfähige Infrastruktur ist. Dazu gehört nicht nur der Bau von Hochwasserschutzanlagen, sondern auch die Renaturierung von Flussgebieten, um mehr Platz für Wasser zu schaffen. Auch urbane Gebiete müssen besser auf Starkregen vorbereitet werden – durch intelligente Entwässerungssysteme, mehr Grünflächen und eine klügere Stadtplanung.

    Aber es geht nicht nur um bauliche Maßnahmen. Wir müssen auch unseren Beitrag dazu leisten, die globale Erwärmung zu bremsen. Weniger fossile Brennstoffe, mehr erneuerbare Energien, nachhaltigere Lebensweisen – all das sind Schritte, die wir jetzt gehen müssen, um zukünftige Katastrophen zu mildern.


    Hoffnung und Zusammenhalt

    Trotz der chaotischen Lage gibt es auch Lichtblicke. Die Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort ist beeindruckend, und die Rettungskräfte arbeiten unermüdlich daran, Leben zu schützen und Schäden zu minimieren. In solchen Momenten zeigt sich, wie stark Gemeinschaften sein können, wenn sie zusammenhalten.

    Wenn eines sicher ist, dann dies: Nach dem Sturm kommt auch wieder die Ruhe – und mit ihr die Gelegenheit, Lehren aus der Krise zu ziehen. Bis dahin bleibt jedoch nur, wachsam zu bleiben, einander zu helfen und das Beste aus der Situation zu machen.

    Die Bretagne wird sich von Herminia erholen. Die Frage ist nur, wie viele Stürme noch kommen werden – und ob wir bis dahin besser vorbereitet sind.

  • Neun Départements in Frankreich unter Wetterwarnung: Stürme, Überschwemmungen und Regen im Anmarsch

    Neun Départements in Frankreich unter Wetterwarnung: Stürme, Überschwemmungen und Regen im Anmarsch

    Die Westküste Frankreichs und Teile des Landesinneren stehen derzeit unter erhöhtem Druck durch extreme Wetterbedingungen. Die Auswirkungen des Sturmtiefs Herminia – mit heftigen Winden, Starkregen und Hochwasser – sorgen dafür, dass Météo-France neun Départements in Vigilance orange (orangefarbene Wetterwarnung) versetzt hat. Was bedeutet das konkret? Eine Kombination aus Naturgewalten trifft auf Landstriche, die ohnehin durch vorangegangene Niederschläge gesättigt sind.

    Klingt besorgniserregend? Es ist es auch.


    Die betroffenen Gebiete und die Hauptgefahren

    Schauen wir uns die Lage an: Ab Sonntagmorgen (26. Januar) sind die Départements Rhône, Finistère, Côtes-d’Armor, Pyrénées-Atlantiques und Hautes-Pyrénées wegen starker Winde in Alarmbereitschaft. Später, gegen 18 Uhr, schließt sich das Morbihan mit einer Warnung vor Regen und Überschwemmungen an. Hinzu kommen Ille-et-Vilaine, Mayenne und Calvados, die weiterhin unter Hochwassergefahr stehen.

    Das klingt fast schon wie ein Drama in mehreren Akten – und tatsächlich könnte sich die Situation in den nächsten Stunden zuspitzen. Laut Vigicrues, dem Hochwasser-Warnsystem Frankreichs, reagieren die Zuflüsse der oberen Vilaine bereits jetzt empfindlich auf die starken Regenfälle der letzten zwei Tage. Und wie heißt es so schön? Wenn es regnet, dann gießt es – weitere Niederschläge stehen an, die die Pegelstände weiter in die Höhe treiben dürften. Ähnlich sieht es in der Normandie aus, wo Flüsse wie die Orne und Dives weiterhin Hochwasser führen.


    Wenn der Wind zum Sturm wird: Was erwartet uns?

    Jetzt mal ehrlich – 130 km/h an den Küsten? Das klingt nicht nach einem gemütlichen Spaziergang am Meer. Für die beiden bretonischen Départements Finistère und Côtes-d’Armor sind solche Böen keine Seltenheit, aber sie können in Kombination mit Starkregen und schon aufgeweichten Böden zu ernsten Problemen führen. Im Landesinneren werden immerhin noch Windgeschwindigkeiten von 100 km/h erwartet – genug, um Bäume zu entwurzeln, Dächer abzudecken und den Straßenverkehr zu gefährden.

    In den Pyrenäen sieht die Lage ähnlich dramatisch aus. Hier könnten die Winde in mittlerer Höhenlage zwischen 110 und 120 km/h erreichen. Besonders brenzlig wird es auf den Bergkämmen und in exponierten Tälern, wo Spitzen von über 150 km/h möglich sind. Wer in dieser Region lebt, sollte also besser nicht auf die Idee kommen, eine Wanderung zu machen – das könnte schneller schiefgehen, als man denkt.

    Und dann wäre da noch die Region Lyon. Dort rechnet Météo-France mit Böen von bis zu 110 km/h ab den Abendstunden. Es wird sogar gewarnt, dass die bestehende Wetterwarnung für den Rhône möglicherweise auf umliegende Gebiete ausgeweitet wird. Ein stürmischer Sonntagabend ist also garantiert.


    Überschwemmungen in der Normandie: Was macht die Situation so kritisch?

    Hochwasser ist kein seltenes Phänomen in Frankreich, aber die Situation in der Normandie ist momentan besonders prekär. Das liegt an der Kombination aus mehreren Faktoren: bereits hohen Flusspegeln, aufgeweichten Böden und weiterem Regen, der einfach nirgendwo mehr versickern kann. Es ist wie ein volles Glas Wasser, in das jemand weiterhin einschenkt – irgendwann läuft es über.

    Die Flüsse Orne und Dives gehören zu den Hauptsorgenkindern. Ihre Pegelstände bleiben laut Prognosen weiterhin hoch, und die Zuflüsse tragen durch die anhaltenden Regenfälle zusätzlich zur Belastung bei. Auch die Mayenne gehört zu den Regionen, die in den kommenden Stunden mit erhöhtem Hochwasserrisiko rechnen müssen. Häuser und Straßen könnten überschwemmt, Verkehrswege blockiert und Felder überflutet werden. Man darf nicht vergessen: Für die betroffenen Menschen geht es oft nicht nur um Sachschäden, sondern auch um Existenzen.


    Warum häufen sich solche Wetterphänomene?

    Nun könnte man sich fragen: Ist das alles nur Zufall – oder spielt hier der Klimawandel eine Rolle? Die Antwort ist klar. Die Häufung von Sturmtiefs, Extremregen und Überflutungen ist kein reiner Zufall, sondern Teil eines größeren Trends. Durch den Klimawandel hat sich das Wettergeschehen in vielen Teilen der Welt verändert, und Europa bildet da keine Ausnahme.

    Steigende Temperaturen bedeuten mehr Energie in der Atmosphäre, was wiederum die Entstehung von extremen Wetterlagen begünstigt. Gleichzeitig führt die Erwärmung der Ozeane dazu, dass Stürme wie Herminia mehr Feuchtigkeit aufnehmen können – was dann in Form von Starkregen auf die Landmassen trifft. Frankreich erlebt solche Phänomene immer häufiger, und die Auswirkungen werden spürbarer.


    Was können wir tun?

    Die Vorbereitung auf solche Extremwetterlagen ist entscheidend. In den betroffenen Regionen wurden bereits Maßnahmen ergriffen: Schulen könnten geschlossen, Verkehrswege gesperrt und Rettungskräfte mobilisiert werden. Aber ist das genug? Langfristig müssen wir darüber nachdenken, wie wir unsere Infrastruktur widerstandsfähiger machen. Zum Beispiel durch den Bau von Hochwasserschutzanlagen, die Renaturierung von Flussauen oder die bessere Entwässerung urbaner Gebiete.

    Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist unser Beitrag zum Klimawandel – und der muss reduziert werden. Weniger CO₂-Ausstoß, mehr erneuerbare Energien, ein bewussterer Umgang mit Ressourcen. Klar, das klingt wie die alte Leier, aber es ist die einzige Möglichkeit, die wir haben.


    Ein Blick nach vorne

    Die kommenden Stunden und Tage werden für viele Menschen in Frankreich angespannt sein. Ob es sich um die Bewohner der bretonischen Küste handelt, die sich auf stürmische Nächte vorbereiten müssen, oder um die Menschen in der Normandie, die mit steigenden Flusspegeln kämpfen – alle stehen vor Herausforderungen.

    Doch gleichzeitig zeigt sich immer wieder, wie resilient Gemeinschaften sein können. Nachbarn helfen einander, Rettungskräfte riskieren ihre Sicherheit, um Leben zu retten, und die Menschen passen sich an. Das mag naiv klingen, aber in solchen Momenten wird deutlich, was wirklich zählt: Solidarität.

    Bleiben Sie also wachsam, informieren Sie sich regelmäßig über die Wetterlage und treffen Sie alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Und vergessen Sie nicht – nach jedem Sturm kommt auch wieder die Sonne.

  • Entführung, Lösegeld und ein Finger: Der dramatische Fall von David Balland

    Entführung, Lösegeld und ein Finger: Der dramatische Fall von David Balland

    Die Geschichte von David Balland, Mitgründer des bekannten Start-ups Ledger, und seiner Frau gleicht einem Thriller – Entführung, Lösegeldforderungen und ein Einsatz des GIGN. Was genau geschah, warum und wie die Geiseln befreit wurden, sorgt für Aufsehen.


    Ein Morgen voller Schrecken

    Am frühen Morgen des 21. Januar 2025 begann das Martyrium für David Balland und seine Frau. In ihrem Zuhause in Méreau (Cher) wurden sie von mehreren Tätern überfallen und gewaltsam entführt. Während Balland in eine gemietete Unterkunft in Châteauroux (Indre) gebracht wurde, wurde seine Frau an wechselnden Orten festgehalten. Bereits hier zeichnete sich die Komplexität der Situation ab – eine geteilte Entführung, die für Ermittler und Einsatzkräfte eine enorme Herausforderung darstellte.


    Die Lösegeldforderung – und ein grausames Zeichen

    Der Wendepunkt kam, als Eric Larchevêque, ein weiterer Mitbegründer von Ledger, eine schockierende Videobotschaft erhielt: Sie zeigte einen abgeschnittenen Finger von Balland. Die Täter forderten ein Lösegeld in Höhe von 10 Millionen Euro, zahlbar in Kryptowährungen. Die Nachricht war ein klares Zeichen: Sie meinten es ernst.

    Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Die Behörden, darunter die französische Spezialeinheit GIGN und Cyber-Experten, nahmen Verhandlungen auf. Eine Teilzahlung der geforderten Summe wurde geleistet, doch die Sicherheitsbehörden konnten die Kryptowährungen verfolgen und einfrieren – ein entscheidender Vorteil in dieser digitalen Welt.


    Spektakuläre Befreiung durch die GIGN

    Am Mittwoch gelang ein Durchbruch. Nach der Festnahme eines Verdächtigen lokalisierten die Ermittler Ballands Aufenthaltsort. Mit einem schnellen und präzisen Zugriff befreite die GIGN (Einsatzgruppe der Gendarmerie) den schwer verletzten Unternehmer aus der Gewalt seiner Entführer. Zwei der Täter wurden vor Ort verhaftet, ein dritter wenig später. Doch die Suche nach seiner Frau blieb zunächst ohne Erfolg.


    Die Entdeckung der zweiten Geisel

    Erst die Kombination aus Telefonüberwachung, Verhören und Fahrzeuganalysen führte die Ermittler nach Étampes. Dort entdeckten sie die Frau des Unternehmers gefesselt im Kofferraum eines Autos. Sie blieb körperlich unversehrt, doch das Trauma sitzt tief. Sechs weitere Verdächtige wurden im Zusammenhang mit ihrer Gefangenschaft festgenommen.


    Wer steckt hinter dem Verbrechen?

    Insgesamt wurden zehn Personen im Alter von 20 bis 40 Jahren verhaftet. Laut der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei um Personen, die bereits für kleinere Delikte bekannt waren, jedoch nicht in Verbindung mit schweren Verbrechen. Noch ist unklar, ob alle Drahtzieher gefasst wurden – die Ermittlungen dauern an.

    Die Liste der erhobenen Vorwürfe ist lang: Entführung, Freiheitsberaubung, Erpressung und Folter. Den Beschuldigten drohen lebenslange Haftstrafen. Eine spezielle Abteilung der Pariser Justiz übernimmt den Fall, der zu den schwerwiegendsten seiner Art in Frankreich zählt.


    Ein Symbol für die Gefahren der Kryptobranche?

    Ledger, ein globaler Marktführer für sichere Kryptowährungs-Wallets, ist eine der erfolgreichsten Start-ups Frankreichs. Doch der Vorfall wirft ein düsteres Licht auf die Sicherheitsrisiken, die mit dieser Branche verbunden sind. Schon zuvor gab es ähnliche Fälle: Ein Krypto-Influencer wurde Anfang Januar entführt, Lösegeldforderungen begleiteten die Tat. Die Verbindung zwischen Reichtum, Sichtbarkeit und Kriminalität wird immer offensichtlicher.


    Ein beispielloser Einsatz

    Mehr als 230 Gendarmen waren in diesen Fall involviert. Die Ermittlungen, geführt von der nationalen Spezialeinheit für organisierte Kriminalität (Junalco), zeigten, wie anspruchsvoll und vielschichtig moderne Geiselnahmen sein können. „Ein Entführungsfall ist wie eine Nadel im Heuhaufen – vor allem bei mehreren Schauplätzen“, betonte General Ghislain Réty vom GIGN.


    Hoffnung und Erleichterung

    Für die Betroffenen ist der Albtraum vorbei. Ballands Genesung wird dauern, seine Frau benötigt Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten. Doch eines steht fest: Die Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden hat Schlimmeres verhindert.

    Ist dies ein Einzelfall oder ein Vorbote für weitere kriminelle Entwicklungen im digitalen Zeitalter? Während die Ermittlungen weitergehen, bleibt die Frage offen – und fordert uns alle heraus, über die Sicherheitsaspekte unserer digitalen Welt nachzudenken.

  • Bruno Retailleau und der umstrittene Applaus für Némésis: Ein politisches Beben in Frankreich

    Bruno Retailleau und der umstrittene Applaus für Némésis: Ein politisches Beben in Frankreich

    Die politische Landschaft Frankreichs ist in Aufruhr – und der Innenminister Bruno Retailleau steht im Zentrum der Kontroverse. Grund dafür ist seine öffentliche Unterstützung des rechtsradikalen Kollektivs Némésis, das mit radikalen Ansichten zu Migration und sexueller Gewalt immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Eine Bemerkung mit weitreichenden Konsequenzen Am 21. Januar äußerte Retailleau auf einer Konferenz zur inneren Sicherheit, er sei „sehr nah“ am „Kampf“ von Alice Cordier, der Vorsitzenden von Némésis. Diese Worte, gepaart mit einem ausdrücklichen Lob, lösten heftige Reaktionen aus. Insbesondere linke Politiker warfen dem Innenminister vor, eine extremistische Agenda zu legitimieren. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) schrieb Clémence Guetté, Vizepräsidentin der Nationalversammlung: „Das ist die Realität dieses Innenministers – ein offenes Bekenntnis zu einem gewalttätigen, rassistischen Kollektiv.“ Die Kritiker ließen nicht locker. Sarah Legrain, Abgeordnete der Partei La …

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  • Gefahr aus dem Wasserhahn: „Ewige Schadstoffe“ in französischem Trinkwasser

    Gefahr aus dem Wasserhahn: „Ewige Schadstoffe“ in französischem Trinkwasser

    Ein unsichtbarer Feind lauert in unseren Leitungen – das klingt wie ein Szenario aus einem dystopischen Film, ist aber bittere Realität. Eine neue Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Choisir und der Umwelt-NGO Générations Futures hat gezeigt, dass das Trinkwasser vieler französischer Städte mit einem „ewigen Schadstoff“ belastet ist: Trifluoressigsäure (TFA). Dieser Chemikalie haftet ein dunkler Ruf an – sie ist so gut wie unzerstörbar, schwer zu filtern und potenziell gesundheitsschädlich.

    Die alarmierenden Ergebnisse der Studie

    Die Untersuchung nahm das Trinkwasser von 30 französischen Städten unter die Lupe. Das Ergebnis? In 24 von ihnen wurde TFA nachgewiesen. Besonders erschreckend: In 20 Städten lag die Konzentration des Schadstoffs über der europäischen Referenznorm von 100 Nanogramm pro Liter, die ab 2026 verbindlich gilt. Spitzenreiter war die Gemeinde Moussac im Département Gard mit 13.000 ng/l. Auf Platz zwei landete die Hauptstadt Paris mit 6.200 ng/l, gefolgt von Buxerolles in der Vienne mit 2.600 ng/l.

    Aber Moment mal – 13.000 Nanogramm pro Liter? Das klingt wie eine Zahl aus der Chemielabor-Hölle, oder? Genau das ist das Problem. Die Werte verdeutlichen, wie weitreichend die Belastung bereits ist und wie schwierig es sein wird, das Problem in den Griff zu bekommen.

    Was ist TFA und warum ist es so gefährlich?

    Trifluoressigsäure gehört zur Familie der PFAS, den sogenannten „ewigen Schadstoffen“ (auf Englisch „Forever Chemicals“). Diese Gruppe umfasst mehr als 4.700 verschiedene Chemikalien, die in unzähligen Alltagsprodukten wie wasserabweisenden Textilien, Feuerlöschschäumen und sogar Kosmetika vorkommen. Was sie so problematisch macht, ist ihre extreme Langlebigkeit: Sie zerfallen praktisch nie. Einmal in die Umwelt freigesetzt, reichern sie sich im Boden, im Wasser und schließlich auch in unserem Körper an.

    Obwohl TFA laut der Untersuchung nicht ganz so gefährlich wie andere PFAS wie PFOA oder PFOS ist – diese wurden in Europa bereits verboten –, gibt es erhebliche Wissenslücken zur genauen Toxizität. Erste Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine langfristige Exposition mit diesen Stoffen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Risiko bestimmter Krebsarten erhöhen könnte. Und Hand aufs Herz: Möchte irgendjemand freiwillig Chemikalien trinken, deren Langzeitfolgen unklar sind?

    Die unsichtbare Bedrohung: Warum wird TFA kaum überwacht?

    Eine der schockierendsten Enthüllungen der Studie ist die Tatsache, dass TFA in Frankreich kaum überwacht wird. Laut den Autoren der Untersuchung wird dieser Schadstoff „sehr selten, wenn nicht gar nie“ von den regionalen Gesundheitsbehörden bei Trinkwasseranalysen geprüft. Dabei ist die Hauptquelle bekannt: TFA entsteht unter anderem durch den Abbau von Flufenacet, einem weit verbreiteten Herbizid. Dieses wurde erst kürzlich von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als potenzieller endokriner Disruptor (also als hormonstörend) eingestuft.

    Man könnte sich nun fragen: Warum wird ein solches Herbizid überhaupt noch eingesetzt, wenn es solch bedenkliche Substanzen freisetzt? Die Antwort ist ernüchternd: Landwirtschaftliche Interessen und der Mangel an strengen Regulierungen lassen oft genug zu wünschen übrig. Es ist, als würden wir uns selbst ein Bein stellen – für kurzfristige Erträge, ohne die langfristigen Konsequenzen zu bedenken.

    Die Rolle der „ewigen Schadstoffe“ im globalen Kontext

    TFA ist nur die Spitze des Eisbergs. Die PFAS-Familie stellt eine der größten Umweltgefahren unserer Zeit dar. Ihre Langlebigkeit und Allgegenwart machen sie zu einer globalen Herausforderung. Von den Tiefen der Ozeane bis hin zu den entlegensten Gebirgen – überall wurden PFAS nachgewiesen. Einmal freigesetzt, breiten sie sich über Luft, Wasser und Nahrungsketten aus.

    Die gesundheitlichen Auswirkungen sind ebenso besorgniserregend wie vielfältig. Studien haben PFAS mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Schilddrüsenerkrankungen, verminderte Immunreaktionen und sogar Entwicklungsstörungen bei Kindern. Und was machen wir? Wir trinken sie, atmen sie ein und leben mit ihnen, oft ohne es zu merken.

    Kann man das Wasser überhaupt noch retten?

    Hier kommt der Haken: TFA und andere PFAS sind extrem schwer aus dem Wasser zu entfernen. Die gängigen Filtertechnologien reichen oft nicht aus, um diese winzigen Moleküle zu eliminieren. Selbst Hightech-Lösungen wie Umkehrosmose sind teuer, energieintensiv und für den großflächigen Einsatz nur bedingt praktikabel.

    Das bringt uns zu einer unbequemen Frage: Sollten wir uns nicht mehr darauf konzentrieren, die Verschmutzung an der Quelle zu stoppen, anstatt später verzweifelt zu versuchen, das Wasser zu reinigen? Prävention ist hier der Schlüssel – und sie erfordert strengere Regulierungen, den Verzicht auf gefährliche Chemikalien und mehr Transparenz seitens der Industrie.

    Was können wir jetzt tun?

    Die gute Nachricht: Wir sind nicht völlig machtlos. Auf individueller Ebene können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Einfluss geltend machen, indem sie Produkte meiden, die PFAS enthalten – etwa beschichtete Pfannen, wasserabweisende Kleidung oder bestimmte Kosmetika. Auf politischer Ebene braucht es jedoch mutige Entscheidungen. Die Europäische Union hat bereits erste Schritte unternommen, indem sie einige PFAS verboten und strenge Grenzwerte für andere festgelegt hat. Doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Es ist an der Zeit, dass Regierungen, Unternehmen und Bürger gemeinsam handeln. Wir müssen den Druck erhöhen, die Forschung vorantreiben und die Forderung nach sauberem Wasser als Grundrecht für alle laut und deutlich machen.

    Ein Weckruf an uns alle

    Letztendlich zeigt die TFA-Studie eines ganz klar: Unsere Beziehung zur Umwelt ist aus dem Gleichgewicht geraten. Chemikalien wie PFAS sind ein Produkt unserer modernen Lebensweise – eine Lebensweise, die oft bequem ist, aber selten nachhaltig. Wenn wir uns jetzt nicht umstellen, zahlen wir am Ende einen hohen Preis. Und ist das bisschen Bequemlichkeit wirklich all die Risiken wert?

    Vielleicht sollten wir uns die Frage stellen: Möchten wir die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen, mit „ewigen Schadstoffen“ füllen – oder mit Hoffnung, sauberem Wasser und einer gesunden Umwelt? Die Antwort liegt in unseren Händen.

  • Kein „Pflichtprogramm“: CEDH schützt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in der Ehe

    Kein „Pflichtprogramm“: CEDH schützt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in der Ehe

    Ein wegweisendes Urteil der Europäischen Menschenrechtskonvention (CEDH) sorgt für Aufsehen: Am Donnerstag entschied das Gericht zugunsten einer französischen Frau, die sich gegen eine Scheidung wegen „Verschuldens“ wehrte, die auf ihrer Verweigerung von sexuellen Beziehungen mit ihrem Ehemann beruhte. Die Entscheidung markiert einen wichtigen Meilenstein im Kampf für die Rechte von Frauen und die sexuelle Selbstbestimmung.

    Der Fall: Scheidung wegen „Verweigerung der ehelichen Pflicht“ Im Zentrum des Urteils steht eine heute 69-jährige Französin. Ihr Ehemann hatte nach mehreren Jahren ohne sexuelle Beziehung die Scheidung beantragt und diese mit dem „Nichterfüllen der ehelichen Pflicht“ begründet. Zunächst gab das Berufungsgericht von Versailles ihm 2019 recht und erklärte die Scheidung zu Lasten der Ehefrau – eine Entscheidung, die später vom französischen Kassationsgericht bestätigt wurde. Die Frau legte daraufhin Beschwerde beim CEDH ein und berief sich auf Artikel 8 der Europäisch…

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