Kategorie: À la une

  • Hahn im Korb? Nein, Hühner vor Gericht!

    Hahn im Korb? Nein, Hühner vor Gericht!

    Es gibt sie, diese ewigen Streitigkeiten zwischen Nachbarn – zu laute Musik, der überhängende Kirschbaum oder die berühmte Hecke, die auf mysteriöse Weise jedes Jahr größer wird. Doch auf der idyllischen Insel Oléron geht es jetzt um etwas ganz anderes: um Hühner. Genauer gesagt um den angeblich unerträglichen Lärm eines bescheidenen Hühnerstalls.

    Wenn Nachbarschaftsidylle zum Federkrieg wird

    Anne-Marie Chemin, 71 Jahre alt und seit ihrer Geburt auf der Insel verwurzelt, dachte, sie hätte mit ihren Hühnern ein ganz normales Landleben. Doch dann kam der Schock: Im Juni 2023 marschierte ihr Nachbar in den Garten und forderte, dass sie innerhalb von drei Wochen ihren Hühnerstall beseitigt. Der Grund? Kikeriki? Nein – das Gackern sei zu laut!

    Bis dahin hatte Anne-Marie nie Ärger gehabt. Seit 1991 wohnen die besagten Nachbarn auf der anderen Straßenseite, und alles lief friedlich. Doch plötzlich ist es vorbei mit der ländlichen Harmonie – und der Streit landete vor Gericht.

    „Das ist doch verrückt! Ich bin hier geboren, hier gibt es seit vier Generationen Hühner!“, sagt Anne-Marie fassungslos.

    Doch ihr Nachbar lässt sich nicht erweichen. Die Hühner? Eine Lärmbelästigung. Eine Mediation? Gescheitert. Jetzt muss ein Richter entscheiden, ob das Gackern einer Handvoll Hennen wirklich so störend ist, dass sie ihren Stall räumen muss.

    Déjà-vu mit Coq Maurice

    Klingt bekannt? Kein Wunder! Die Geschichte erinnert stark an den berühmten Fall des Hahns Maurice, der 2017 für weltweite Schlagzeilen sorgte. Auch damals klagte ein Nachbar – über das morgendliche Krähen des Vogels. Nach einem langwierigen Gerichtsprozess gewann Maurices Besitzerin Corinne Fesseau den Kampf für das „Recht auf Lärm auf dem Land“.

    Heute ist sie mit Anne-Marie befreundet und unterstützt sie tatkräftig. „Wenn Maurice gewonnen hat, dann müssen doch auch die Hühner von Anne-Marie bleiben dürfen!“, sagt sie und startete sogar eine Petition, die bereits über 31.000 Unterschriften gesammelt hat.

    Das Gesetz ist da – aber wo bleibt die Umsetzung?

    Eigentlich sollte der Fall längst geklärt sein. 2021 verabschiedete das französische Parlament das „Gesetz zum sensorischen Erbe“, das typische Geräusche und Gerüche des Landlebens schützt – also genau solche Fälle verhindern soll.

    Doch wie so oft bei Gesetzen: Sie existieren auf dem Papier, aber in der Praxis passiert wenig. „Es gibt so viele bürokratische Hürden, dass die Umsetzung einfach nicht vorankommt“, erklärt Anne-Maries Anwalt Julien Papineau. „Und weil die Regelung nicht angewendet wird, landen wir wieder bei klassischen Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht.“

    Dabei stellt sich eine entscheidende Frage: Wie laut darf es auf dem Land sein? Ein Störenfried muss laut Gesetz dauerhaft, übermäßig und in einer unpassenden Umgebung Lärm verursachen. „Aber wir sind doch auf dem Land!“, betont Papineau. „Da ist es normal, dass Hühner gackern!“

    Das letzte Wort hat das Gericht

    Während Anne-Marie in ihrem Dorf viel Unterstützung erhält, bleibt ihr Nachbar standhaft. Er äußert sich zwar nicht öffentlich, beharrt aber darauf, dass der Lärm ihn belästigt.

    Am 3. April wird der Fall vor dem Gericht in Rochefort verhandelt. Anne-Marie hofft, dass ihr Fall – wie damals der von Maurice – für gesunden Menschenverstand sorgt.

    Die Frage bleibt: Wird das französische Landleben künftig nur noch mit geräuschlosen Hühnern und schweigsamen Kühen funktionieren? Oder darf es auf dem Land weiterhin nach Land klingen?

    Von Catherine H.

  • Europäische Nukleardebatte: Friedrich Merz und die Zukunft der Abschreckung

    Europäische Nukleardebatte: Friedrich Merz und die Zukunft der Abschreckung

    Der designierte deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Sonntag, dem 9. März, erneut seine Offenheit gegenüber der Idee signalisiert, dass Frankreich seinen nuklearen Schutzschirm auf Europa ausweitet. In einem Interview betonte der konservative Politiker, dessen Partei im Februar die Bundestagswahl gewonnen hatte: „Wir müssen einfach gemeinsam in der nuklearen Abschreckung in Europa stärker werden.“ Diese Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund einer zunehmenden Unsicherheit über die Verlässlichkeit der transatlantischen Allianz unter der Präsidentschaft von Donald Trump. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor angekündigt, eine Debatte über die Erweiterung der französischen nuklearen Abschreckung auf andere europäische Nationen zu eröffnen, nachdem Friedrich Merz dieses Thema angesprochen hatte. Merz hatte im Februar den Wunsch geäußert, Gespräche über eine „nukleare Teilhabe“ mit Paris und London zu führen. In seinem Interview am Sonntag unterstrich Merz jedoch, …

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  • Ursula von der Leyen: Trotz transatlantischer Spannungen – USA bleiben Partner

    Ursula von der Leyen: Trotz transatlantischer Spannungen – USA bleiben Partner

    Die Europäische Union steht vor einer sicherheitspolitischen Zäsur. Trotz der wachsenden Spannungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten bleibt Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, entschlossen: Die USA sind und bleiben Verbündete der Europäer. Doch zugleich fordert sie eine Neuausrichtung der europäischen Verteidigungspolitik und eine stärkere Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten. Diese Haltung ist eine Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen in den USA. Donald Trump hat nicht nur wiederholt die Bedeutung der NATO infrage gestellt, sondern auch eine nähere Annäherung an Russland signalisiert, die sowohl in der Ukraine als auch in Europa mit Sorge betrachtet wird. Zudem drohte er mit neuen Zöllen auf europäische Waren, ein Schritt, der das ohnehin angespannte transatlantische Verhältnis weiter belasten könnte. In diesem Kontext wird von der Leyens Forderung nach mehr europäischer Eigenständigkeit zu einer sicherheitspolitischen Notwendigkeit. Der …

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  • Sturmböen in Südfrankreich: Tausende Haushalte ohne Strom

    Sturmböen in Südfrankreich: Tausende Haushalte ohne Strom

    Heftige Winde haben am Wochenende in Südfrankreich zahlreiche Stromausfälle verursacht. Besonders betroffen waren die Départements Bouches-du-Rhône, Hérault und Dordogne. In einigen Regionen erreichten die Böen Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h, rissen Stromleitungen herunter und ließen Bäume umstürzen.

    Bouches-du-Rhône: 2.500 Haushalte ohne Strom

    Am stärksten traf es den Großraum Aix-en-Provence, wo rund 1.800 Haushalte ohne Elektrizität auskommen müssen. Auch in Marseille – genauer gesagt in den 9. und 10. Arrondissements – sowie in kleineren Gemeinden wie Lambesc und Pelissanne kam es zu Versorgungsunterbrechungen.

    Besonders brenzlig wurde es in Châteauneuf-le-Rouge, wo ein umgestürztes Stromkabel einen Brand im Massif du Cengle auslöste. Dank des schnellen Einsatzes von 45 Feuerwehrleuten und 15 Einsatzfahrzeugen konnte das Feuer eingedämmt werden, sodass nur ein Hektar Vegetation betroffen wurde.

    Die Feuerwehr im Pays d’Aix hatte ohnehin alle Hände voll zu tun: Mehr als 30 Einsätze – vor allem wegen umgestürzter Bäume und herumfliegender Gegenstände.

    Hérault: 600 Haushalte betroffen

    Auch im Département Hérault, das ebenfalls mit einer Unwetterwarnung der Stufe Orange versehen war, gab es zahlreiche Stromausfälle. Besonders betroffen war der ländliche Raum, darunter die Gemeinden La Salvetat-sur-Agout, Fraisse-sur-Agout und Restinclières.

    Dordogne: 380 Haushalte im Dunkeln

    Hier waren es zwar „nur“ 380 Haushalte, aber die Schäden reichten bis in den Osten und Süden der Region sowie in die Nähe von Périgueux. Die Windböen, die am Samstag über das Département fegten, sorgten für Leitungsabrisse und Infrastrukturausfälle. Immerhin bestand hier nur eine Warnstufe Gelb, was zeigt, dass selbst moderatere Wetterereignisse erhebliche Auswirkungen haben können.

    Wann gibt’s wieder Strom?

    Laut dem Netzbetreiber Enedis arbeiteten Techniker unermüdlich daran, die Versorgung bis zum Abend wiederherzustellen. Doch eines ist klar: Stürme wie dieser sind längst keine Ausnahme mehr.

    Extremwetter – die neue Normalität?

    Stürme, Starkregen, Hitzewellen – all das kommt immer häufiger vor. Zufall? Wohl kaum. Der Klimawandel sorgt nicht nur für steigende Temperaturen, sondern auch für eine Zunahme extremer Wetterphänomene. Gerade in Küstenregionen oder windanfälligen Gebieten, wie hier in Südfrankreich, werden solche Sturmböen in Zukunft eher zunehmen als abnehmen.

    Was bedeutet das für die Infrastruktur? Sind unsere Stromnetze auf solche Ereignisse vorbereitet? Hier braucht es dringend Investitionen in widerstandsfähigere Netze, sonst drohen künftig noch größere Blackouts.

    Klar ist: Der Klimawandel ist längst nicht mehr nur eine abstrakte Bedrohung. Er zeigt sich ganz real – in umgestürzten Bäumen, abgerissenen Stromleitungen und brennenden Wäldern.

    Von Andreas M. B.

  • Feuersbrunst im Roya-Tal: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

    Feuersbrunst im Roya-Tal: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

    In der malerischen, aber schwer zugänglichen Region des Roya-Tals lodern weiterhin Flammen. Drei Brandherde sind zwar unter Kontrolle, doch die Gefahr bleibt bestehen. Für die 150 Feuerwehrleute, die sich seit Tagen gegen das Feuer stemmen, ist es ein harter Kampf – vor allem in den abgelegenen Gebieten, die nur aus der Luft erreicht werden können.

    Hunderte Hektar in Flammen

    Die Bilanz ist verheerend: Über 200 Hektar Wald und Vegetation sind in Breil-sur-Roya (Alpes-Maritimes) den Flammen zum Opfer gefallen. Zwei Feuer, die zunächst getrennt wüteten, vereinigten sich zu einem Großbrand, der erst am Samstagabend, dem 8. März, eingedämmt werden konnte. Auch in Sospel, wo bereits 100 Hektar verbrannten, ist das Feuer inzwischen unter Kontrolle.

    Der massive Einsatz von Löschflugzeugen – insbesondere der Canadair-Maschinen – sowie eines Wasserwerfer-Helikopters war entscheidend. „Unsere Fahrzeuge kommen nicht direkt an die Brandherde heran. Wir sind auf die Luftunterstützung angewiesen – sie ist von unschätzbarem Wert“, betont Oberst Patrick Lebouchard, stellvertretender Direktor der Feuerwehr SDIS 06.

    Feuerwehr im Dauereinsatz

    In Breil-sur-Roya kämpfen die Feuerwehrleute nun seit drei Tagen gegen die Flammen. 60 Einsatzkräfte halten sich bereit, um jegliches Aufflackern sofort zu ersticken. Insgesamt wurden in der Region vier Brände registriert – ein ungewöhnlich hoher Wert.

    Der Schaden ist beträchtlich: Fast 350 Hektar verbrannten, zwei Wohnhäuser wurden zerstört. Die betroffenen Bewohner stehen vor dem Nichts.

    Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung

    Die Behörden haben keine Zweifel mehr: Die Feuer scheinen kein Zufall zu sein. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Sachbeschädigung durch Brandstiftung“ ein.

    Auch für den Bürgermeister von Breil ist die Lage klar: „Es spricht alles für Brandstiftung.“ Doch wer steckt dahinter? Und warum?

    Ein bekanntes Problem in der Region

    Leider sind absichtlich gelegte Brände in Südfrankreich keine Seltenheit. Manche Feuer werden aus kriminellen Motiven gelegt, andere aus Fahrlässigkeit. Einige Brandstifter spekulieren sogar darauf, dass das Land nach dem Feuer für Bauprojekte freigegeben wird.

    Die Polizei hofft nun auf Zeugenaussagen oder Spuren am Tatort, die zur Identifizierung der Täter führen könnten.

    Wie geht es weiter?

    Die Feuerwehr bleibt weiterhin in höchster Alarmbereitschaft. Auch wenn die Flammen unter Kontrolle sind, genügt ein starker Windstoß, um sie erneut aufleben zu lassen.

    Für die Bewohner der Roya-Tal ist dies eine Katastrophe – nicht nur wegen der zerstörten Natur, sondern auch wegen der Unsicherheit. Wird es der letzte Brand in dieser Saison sein?

    Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Ermittlungen schnell vorankommen und ob die Feuerwehr das Schlimmste verhindern kann.

    Von C. Hatty

  • Frankreichs Militärhilfe für die Ukraine: 195 Millionen Euro aus eingefrorenen russischen Vermögen

    Frankreichs Militärhilfe für die Ukraine: 195 Millionen Euro aus eingefrorenen russischen Vermögen

    Frankreich hat beschlossen, eine neue Tranche von 195 Millionen Euro bereitzustellen, um die Ukraine militärisch zu unterstützen. Diese Mittel stammen aus den Zinserträgen eingefrorener russischer Vermögenswerte. Mit dieser Summe sollen unter anderem 155-mm-Artilleriegranaten sowie AASM-Präzisionsbomben geliefert werden, die für die ukrainischen Mirage-2000-Kampfflugzeuge bestimmt sind. Finanzierung durch eingefrorene russische Vermögenswerte Seit Beginn des Ukraine-Konflikts haben westliche Länder, darunter Frankreich, umfangreiche Sanktionen gegen Russland verhängt, die zur Einfrierung russischer Vermögenswerte führten. Die Zinserträge dieser eingefrorenen Gelder werden nun genutzt, um die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen. Die eingefrorenen russischen Vermögenswerte innerhalb der Europäischen Union belaufen sich auf rund 260 Milliarden Euro. Die daraus resultierenden Zinserträge sollen in die Stärkung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit sowie in den Wiederaufbau des Land…

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  • Französischer Senator kritisiert die US-Politik: Claude Malhuret vergleicht Donald Trump mit Kaiser Nero

    Französischer Senator kritisiert die US-Politik: Claude Malhuret vergleicht Donald Trump mit Kaiser Nero

    In einer bemerkenswerten Rede vor dem französischen Senat am 4. März 2025 zog Senator Claude Malhuret Parallelen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem römischen Kaiser Nero. Diese Rede erlangte internationale Aufmerksamkeit und wurde in den Vereinigten Staaten vielfach diskutiert. Malhuret, Vorsitzender der zentristischen Fraktion „Les Indépendants“ und ehemaliger Bürgermeister von Vichy, nutzte die Debatte über die Unterstützung der Ukraine, um die amerikanische Außenpolitik unter Trump scharf zu kritisieren. Er beschrieb Washington als „Hof von Nero: ein zündelnder Kaiser, unterwürfige Höflinge und ein Hofnarr auf Ketamin, der mit der Säuberung des öffentlichen Dienstes beauftragt ist.“ Diese Metapher zielte darauf ab, die wahrgenommene Instabilität und Unberechenbarkeit der US-Regierung unter Trump hervorzuheben. Malhuret argumentierte, dass Trumps Politik die traditionellen Allianzen der USA untergrabe und autoritäre Führer wie Wladimir Putin und Xi Jinping stärke. Er be…

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  • 8. März: Tausende demonstrieren in Frankreich für Gleichstellung und gegen Machismus

    8. März: Tausende demonstrieren in Frankreich für Gleichstellung und gegen Machismus

    Am Internationalen Frauentag gingen in ganz Frankreich Tausende Menschen auf die Straße. Ihr Ziel: Ein Ende der Gehaltsungleichheit, ein entschlossener Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und eine klare Antwort auf den wachsenden Maskulinismus.

    Ein landesweiter Protest für Frauenrechte

    In über 100 Städten folgten Demonstrantinnen und Demonstranten dem Aufruf von rund 50 Organisationen, darunter Gewerkschaften wie CGT und CFDT sowie feministische Gruppen. Auch in Paris war der Protestzug dicht gefüllt.

    „Es ist ein Kampf, und er ist noch nicht vorbei“, sagte Sabine, 49, die mit ihrem siebenjährigen Sohn an der Demo teilnahm. „Trump und die Maskulinisten machen viel Lärm, aber sie sind nicht stärker als wir.“

    Auch die 18-jährige Lucie war dabei – mit einem klaren Anliegen: „Ich bin hier, um das Recht auf Abtreibung zu verteidigen und gegen den Rechtsruck zu protestieren. Das macht mir Angst.“

    Politische Botschaften und feministische Aktionen

    Die Demonstrationen blieben nicht nur bei sozialen Forderungen – es gab auch klare politische Statements. Mitglieder der feministischen Aktivistengruppe Femen zeigten sich mit bemalten Körpern, auf denen US-amerikanische, europäische und russische Flaggen mit Hakenkreuzen übermalt waren. Mit Hitlergrüßen riefen sie „Heil Trump“, „Heil Meloni“ und „Heil Putin“ – eine provokante Aktion, mit der sie auf das, was sie eine „faschistische Epidemie“ nannten, aufmerksam machten.

    In Paris wurde zudem die angekündigte Anwesenheit der rechtsextremen Identitätsgruppe Nemesis von feministischen und antirassistischen Organisationen einhellig verurteilt.

    Am Abend sollte schließlich die Eiffelturm-Beleuchtung ein Zeichen setzen: In vier Sprachen – Französisch, Englisch, Farsi und Arabisch – sollte eine Botschaft der Solidarität mit afghanischen Frauen erstrahlen.

    Gleiche Arbeit, weniger Geld: Frauen im Nachteil

    Eines der zentralen Themen der Proteste war die Lohnungleichheit. Denn trotz jahrzehntelanger Kämpfe verdienten Frauen in Frankreich 2023 immer noch 22,2 % weniger als Männer im privaten Sektor. Selbst bei gleicher Arbeitszeit betrug die Differenz 14,2 %.

    „Wir treten auf der Stelle – es geht viel zu langsam voran“, kritisierte Marylise Léon, Vorsitzende der Gewerkschaft CFDT.

    In Lille betonte Amy Bah von der feministischen Bewegung „Nous Toutes“: „Wir sind im feministischen Streik, um zu zeigen: Wenn Frauen aufhören zu arbeiten, steht alles still!“

    Die Cour des Comptes, Frankreichs Rechnungshof, forderte bereits im Januar, dass das Arbeitsministerium sich stärker für die Aufwertung frauendominierter Berufe einsetzen müsse. Denn viele Frauen sind in unterbezahlten Bereichen wie Pflege, Erziehung oder sozialen Berufen tätig.

    Rentenreform: Frauen besonders betroffen

    Die Ungleichheit endet nicht mit dem Berufsleben – sie setzt sich in der Rente fort. Aufgrund niedrigerer Löhne erhalten Frauen im Schnitt deutlich weniger Pension als Männer. Gewerkschaftschefin Sophie Binet (CGT) nutzte den 8. März auch, um die Rücknahme der Rentenreform zu fordern, die Frauen besonders benachteilige.

    Mehr Maßnahmen gegen Gewalt – aber reicht das?

    Die Regierung setzt seit 2023 einen Fünf-Jahres-Plan um, der verstärkt auf den Schutz von Frauen vor Gewalt setzt. Dazu gehören:

    • Mehr Unterstützung für die Notrufnummer 3919, die 2024 eine Rekordzahl von über 100.000 Anrufen verzeichnete.
    • Mehr Frauenhäuser für Opfer häuslicher Gewalt.
    • Mehr „Grave Danger“-Telefone und Anti-Näherungs-Armbänder für gefährliche Täter.

    Doch aus Sicht vieler Aktivistinnen sind diese Maßnahmen bei weitem nicht ausreichend.

    „Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern Teil eines patriarchalen Systems“, kritisierte Salomé Hocquard von der Studierendenorganisation UNEF.

    Schockierende Fälle wie die Missbrauchsskandale um Pelicot, Le Scouarnec und de Bétharram zeigen, dass sexualisierte Gewalt tief in der Gesellschaft verwurzelt ist.

    Auch die Plakate der Demonstrantinnen brachten die Wut auf den Punkt:

    • „Man wird nicht als Frau geboren, aber als Frau ermordet.“ (Straßburg)
    • „Feminismus hat noch nie jemanden getötet – Machismus tötet jeden Tag.“ (Paris)

    Die 48-jährige Informatikerin Christelle fasste ihre Motivation für die Teilnahme so zusammen: „Die Frauenrechte sind überall auf der Welt bedroht – auch in Frankreich.“

    Fazit: Ein Kampf, der weitergeht

    Obwohl Frankreich in vielen Bereichen Fortschritte gemacht hat, zeigen die Proteste, dass die Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht erreicht ist. Lohnungleichheit, geschlechtsspezifische Gewalt und politische Rückschritte – die Forderungen der Demonstrierenden sind klar: Es muss mehr getan werden!

    Autor: C. Hatty

  • Macrons Bereitschaft zum Dialog mit Putin: Ein Balanceakt inmitten europäischer Verteidigungsinitiativen

    Macrons Bereitschaft zum Dialog mit Putin: Ein Balanceakt inmitten europäischer Verteidigungsinitiativen

    Die anhaltenden Spannungen in der Ukraine und die sicherheitspolitischen Herausforderungen für Europa erfordern eine kontinuierliche diplomatische Strategie. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in diesem Kontext seine Bereitschaft signalisiert, zum geeigneten Zeitpunkt Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin aufzunehmen. Diese Ankündigung erfolgte nach einem außerordentlichen Gipfeltreffen des Europäischen Rates in Brüssel, das sich intensiv mit der Lage in der Ukraine und der Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit befasste. Macrons Dialogbereitschaft mit Putin Präsident Macron betonte, dass er bereit sei, mit Präsident Putin zu sprechen, sobald gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den europäischen Partnern der richtige Moment dafür bestimmt sei. Er unterstrich die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung, um sicherzustellen, dass solche Gespräche konstruktiv und zielführend sind. Diese Haltung reflektiert Macrons kontinuie…

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  • Nach Zyklon Garance: 200-Millionen-Euro-Hilfsfonds für La Réunion

    Nach Zyklon Garance: 200-Millionen-Euro-Hilfsfonds für La Réunion

    Die französische Regierung hat schnelle Hilfe für La Réunion angekündigt, nachdem der Zyklon Garance auf der Insel schwere Verwüstungen angerichtet hat. Ein 200 Millionen Euro schwerer Fonds soll den Wiederaufbau unterstützen und dringend benötigte Reparaturen an öffentlichen Einrichtungen ermöglichen – insbesondere an Schulen. Schäden und humanitäre Lage Am 28. Februar traf Garance mit voller Wucht auf La Réunion und hinterließ eine Spur der Zerstörung, vor allem im Osten und Norden der Insel. Fünf Menschen verloren ihr Leben, sechs weitere wurden verletzt, drei davon schwer. Der Sturm brachte nicht nur starke Winde, sondern auch massive Regenfälle mit sich, die zu Überschwemmungen und Erdrutschen führten. Noch immer kämpfen die Menschen mit den Folgen: 20.000 Haushalte sind weiterhin ohne Strom, und über 7.000 Bewohner haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Besonders dramatisch ist die Lage in Saint-Benoît – der am stärksten betroffenen Gemeinde –, wo viele Gebäude zerstört wur…

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