Kategorie: Blick in die Welt

Neuigkeiten, Einschätzungen und Meinungen zu Ereignissen, die die Welt bewegen.

  • Starbase und Buffetts Rücktritt: Zwei Zeitenwenden im Zeichen von Zukunft und Abschied

    Starbase und Buffetts Rücktritt: Zwei Zeitenwenden im Zeichen von Zukunft und Abschied

    Der 3. Mai 2025 markiert zwei symbolträchtige Einschnitte – einerseits die offizielle Geburtsstunde von „Starbase“, einer Stadtvision aus dem Hause Elon Musk, andererseits der angekündigte Rücktritt von Warren Buffett, dem wohl bekanntesten Investor der Moderne. Zwei Ereignisse, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch erzählen beide etwas über Macht, Einfluss und den Wandel unserer Zeit.

    Starbase: Wenn ein Unternehmer zum Stadtgründer wird

    Was wie ein Science-Fiction-Drehbuch klingt, ist jetzt Realität: In Südtexas haben die Bewohner des ehemaligen Boca Chica Village mit überwältigender Mehrheit für die Umbenennung und Gründung von „Starbase“ gestimmt – einer Stadt, die buchstäblich auf Elon Musks Visionen fußt.

    212 der 218 abgegebenen Stimmen entfielen auf „Ja“. Kein Wunder: Ein Großteil der rund 500 Einwohner sind SpaceX-Mitarbeiter, die hier nicht nur arbeiten, sondern zunehmend auch leben, lernen und träumen – vom Mond, vom Mars und von einem Leben jenseits der Erde. Die Stadt soll nicht nur ein Raumfahrtstandort sein, sondern ein Labor für Zukunftsgesellschaften – mit eigenen Schulen, Unterhaltungszentren und, wie es scheint, einer ganz eigenen Ordnung.

    Doch wo eine Firma zur Stadt wird, stellt sich eine unbequeme Frage: Wer kontrolliert eigentlich wen? Bürgermeister Bobby Peden, ein langjähriger SpaceX-Mitarbeiter, trat ohne Gegenkandidaten an. Genauso wie die Stadträte. Demokratische Vielfalt klingt anders. Vision oder Konzernmacht im Gewand der Lokalpolitik?

    Der Rücktritt des Orakels von Omaha

    Wenige Stunden später, tausende Kilometer entfernt in Omaha, Nebraska: Warren Buffett, 94, kündigt bei der jährlichen Aktionärsversammlung seinen Rückzug an. Nach mehr als sechs Jahrzehnten an der Spitze von Berkshire Hathaway übergibt er das Ruder an Greg Abel. Der Kanadier war bereits seit 2021 als Nachfolger vorgesehen – nun wird es ernst.

    Buffett hat nicht nur ein marodes Textilunternehmen in ein Weltkonglomerat verwandelt, er hat auch den Begriff des „Value Investing“ geprägt wie kein Zweiter. Ein Mann, der Coca-Cola-Aktien kaufte, als andere abwinkten, der Tech-Riesen mied – bis er Apple als Ausnahme anerkannte – und der stets mit einem einfachen Lebensstil imponierte.

    Seine Rücktrittsrede war so nüchtern wie typisch für ihn: „Es ist Zeit.“ Kein Pathos, kein Drama – nur Klarheit.

    Zwei Männer, zwei Welten

    Buffett und Musk – sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Hier der bescheidene Großvater-Typ mit Sinn für Bodenständigkeit, dort der impulsive Tech-Philosoph mit Hang zur Exzentrik. Doch beide verbindet eine überlebensgroße Präsenz in ihren jeweiligen Feldern – und ein Gespür dafür, Märkte und Menschen zu bewegen.

    Während Musk mit Starbase eine Stadt formt, die seine Zukunftsträume verkörpert, tritt Buffett ab, um Platz für Kontinuität zu machen. Der eine schaut zum Mars – der andere blickt zurück auf eine Erde, die er maßgeblich mitgestaltet hat.

    Was bleibt – und was kommt?

    Starbase wirft Fragen auf über Demokratie, Technokratie und die Rolle von Konzernen in unserem Alltag. Wird es ein Vorbild für moderne, innovationsgetriebene Städte – oder ein Mahnmal für privatwirtschaftliche Übermacht?

    Buffetts Rücktritt wiederum ist mehr als ein Generationenwechsel. Es ist das Ende einer Ära, in der Finanzmärkte noch nach dem Prinzip „Kaufe, was du verstehst“ funktionierten. Greg Abel wird in große Fußstapfen treten – und steht vor der Herausforderung, Buffetts Erbe nicht nur zu verwalten, sondern es weiterzudenken.

    Zwei Ereignisse, ein gemeinsamer Nenner: Der Mensch als Motor der Veränderung. Und sei es in der Stadtverwaltung oder im Aktienmarkt.

    Von C. HattyStarbase Gründung Elon Musk Warren Buffett Rücktritt Berkshire Hathaway

  • Selenskyj unter Druck: Die Ukraine zwischen Krieg und politischem Umbruch

    Selenskyj unter Druck: Die Ukraine zwischen Krieg und politischem Umbruch

    Die Ukraine kämpft nicht nur an der Front, sondern auch um ihre politische Zukunft. Während der Krieg gegen Russland in sein viertes Jahr geht, wächst im Land wie im Ausland das Interesse an der Frage: Wer wird die Ukraine nach dem Krieg führen? Obwohl die Präsidentschaftswahlen offiziell ausgesetzt sind, brodelt es hinter den Kulissen gewaltig.

    Wahl auf Eis, Spannung im Land

    Laut Verfassung hätte die Präsidentschaftswahl im März 2024 stattfinden müssen. Doch die geltende Kriegsrechtslage verhindert jede nationale Abstimmung – vorerst bis zum 9. Mai 2025. Auf den ersten Blick ein legitimer Schritt. Sicherheit geht schließlich vor.

    Aber: Diese Verschiebung ist politisch nicht ohne Risiko. Immer mehr Stimmen, auch aus dem Westen, fragen sich, wie lange ein Präsident im Amt bleiben kann, ohne sich dem Wählerwillen zu stellen. Die Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert die Lage – doch leise Zweifel werden lauter.

    Selenskyj – einst Held, heute umstritten

    Als Wolodymyr Selenskyj 2019 mit satten 73 Prozent gewählt wurde, wollte er frischen Wind in die ukrainische Politik bringen. Und dann kam der Krieg. In den ersten Monaten verkörperte Selenskyj die unerschütterliche Entschlossenheit seines Landes – international gefeiert, im Inland bewundert.

    Doch der Glanz verblasst. Ein aktuelles Umfragebild: Nur 16 Prozent würden ihn heute wiederwählen. Ganze 60 Prozent sprechen sich dagegen aus. Klartext? Die Unterstützung schwindet.

    Und Selenskyj selbst? Der gibt sich pragmatisch. Nur wenn es „absolut notwendig“ sei, werde er noch einmal kandidieren. Mehr noch: Er sei sogar bereit, zurückzutreten, sollte das den NATO-Beitritt beschleunigen oder den Frieden bringen. Eine politische Exitstrategie – oder ein kalkulierter Testballon?

    Herausforderer in den Startlöchern

    Ein Machtvakuum zieht immer neue Akteure an. Altbekannte Gesichter wie Ex-Präsident Petro Poroschenko oder Ex-Premierministerin Julia Tymo­schenko zeigen sich zwar zurückhaltend, bleiben aber medial präsent. Niemand will den ersten Stein werfen – aber jeder sucht die beste Startposition.

    Besonderes Augenmerk gilt jedoch einem Mann: Valery Saluschnyj, der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Sein militärisches Ansehen macht ihn zu einer glaubwürdigen Figur – auch für viele, die genug von der etablierten Politik haben. Er schweigt bislang, was seine Popularität nicht schmälert – im Gegenteil.

    Zwischen Geopolitik und Gerüchten

    In Washington wird die Lage aufmerksam beobachtet. Es gab bereits Treffen zwischen US-Vertretern und ukrainischen Oppositionspolitikern – was die Gerüchteküche kräftig anheizt. Wird hier schon der nächste Präsident „gecastet“?

    Währenddessen betreibt Russland seine eigene PR: Moskau nennt Selenskyj längst „illegal“ im Amt – ein propagandistisches Manöver, das bei westlichen Medien auf taube Ohren stößt, aber dennoch Wirkung entfalten kann. Gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in demokratische Prozesse ohnehin bröckelt.

    Was kommt nach dem Krieg?

    Die politische Zukunft der Ukraine hängt eng mit dem Kriegsverlauf zusammen. Ein möglicher Friedensschluss oder das Ende der Kampfhandlungen wäre der Startschuss für Neuwahlen. Aber wie organisiert man Wahlen in einem Land, das zum Teil zerstört ist, in dem Millionen im Ausland leben und Zehntausende an der Front stehen?

    Die technische Hürde ist riesig. Doch mindestens ebenso gewichtig ist die symbolische Bedeutung: Eine Wahl wäre ein Zeichen von Normalität – ein Beweis dafür, dass die Demokratie lebt.

    Neue Hoffnung oder neuer Konflikt?

    Die Ukraine steht an einem Wendepunkt. Auf der einen Seite droht politische Stagnation, auf der anderen bietet sich die Chance für einen Neustart. Inmitten der Trümmer des Krieges könnte sich eine neue politische Generation formieren – entschlossen, glaubwürdig, international anschlussfähig.

    Aber wie stabil ist ein solcher Prozess in einem Land im Ausnahmezustand?

    Diese Frage wird die Ukraine bald beantworten müssen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Trump tauscht Sicherheitsberater aus – und andere World-News

    Trump tauscht Sicherheitsberater aus – und andere World-News

    US-Präsident Donald Trump hat gestern bekannt gegeben, dass er seinen nationalen Sicherheitsberater Michael Waltz abberuft. An dessen Stelle tritt vorübergehend Außenminister Marco Rubio – eine Doppelrolle, wie sie so seit Henry Kissingers Zeiten unter Nixon und Ford nicht mehr vergeben wurde. Gleichzeitig wurde Waltz als US-Botschafter bei den Vereinten Nationen nominiert. Dieser personelle Paukenschlag ist der erste größere Umbau im engsten Kreis des Weißen Hauses während Trumps zweiter Amtszeit – etwas, das er eigentlich vermeiden wollte.

    Waltz hatte zuletzt für Unruhe gesorgt, nachdem er auf der App Signal eine Gruppenunterhaltung zu einem sensiblen Militäreinsatz im Jemen initiierte – und versehentlich einen Journalisten einlud. Schon vorher galt er als zu konfrontativ. Viele im Umfeld des Präsidenten hielten seine Haltung für zu aggressiv, insbesondere da Trump auf eine Annäherung mit Russland und einen Atomdeal mit dem Iran hinarbeitet.

    Während Rubio vorerst beide Ämter übernimmt, steht ein endgültiger Nachfolger für die Position des Sicherheitsberaters noch aus. Und der wird dringend gebraucht – denn beim Umgang mit China, Russland und dem Iran gehen die Meinungen in Trumps Kabinett weit auseinander.

    Ukraine liefert Rohstoffe – USA sichern politische Unterstützung

    Die USA und die Ukraine haben am späten Mittwoch ein bemerkenswertes Abkommen unterzeichnet: Künftig dürfen die Vereinigten Staaten an den Erlösen aus ukrainischen Rohstoffvorkommen teilhaben. Für die Ukraine ist das ein strategischer Schritt, um langfristige Unterstützung aus Washington zu sichern – auch für den Wiederaufbau nach dem Krieg.

    Das Dokument wurde gestern öffentlich gemacht. Was auffällt: Ausdrückliche Sicherheitsgarantien, die Kiew sich gewünscht hatte, sind nicht enthalten. Stattdessen verknüpft der Deal militärische Hilfe der USA mit der wirtschaftlichen Beteiligung an Bodenschätzen. Gleichzeitig bleibt der Weg für einen EU-Beitritt offen – zumindest zwischen den Zeilen.

    Noch muss das ukrainische Parlament zustimmen, voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen. Doch in Kiew ist die Hoffnung gewachsen – Analysten sehen Licht am Ende des Tunnels.

    Unklar bleibt jedoch, wie das Ganze konkret funktionieren soll. Die Schätze im Boden sind wertvoll, aber ihr Abbau ist komplex und langwierig. Bis daraus Geld fließt, könnten Jahre vergehen.

    Syrien: Mehr als 100 Tote bei religiös motivierten Kämpfen

    Die Gewalt in Syrien flammt erneut auf – und diesmal besonders heftig. Seit Tagen tobt ein blutiger Konflikt zwischen regimetreuen Truppen und bewaffneten Gruppen der Drusen-Minderheit. Laut einem Beobachtungsnetzwerk liegt die Zahl der Toten bereits über 100 – Tendenz steigend.

    Inmitten dieser Eskalation griffen israelische Kampfflugzeuge auch heute früh Ziele in der Nähe des Präsidentenpalasts in Damaskus an. Eine klare Botschaft, wie Premierminister Netanjahu erklärte: Solidarität mit der Drusen-Gemeinschaft und ein klares Signal an das neue Regime.

    Gestern Abend versuchten Vertreter der syrischen Regierung, mit Drusen-Führern Friedensgespräche zu führen. Ziel: Die Lage beruhigen – und langfristig wohl auch, die zahlreichen bewaffneten Gruppen im Land in eine nationale Armee zu integrieren. Aber kann das gelingen?

    Weitere Entwicklungen weltweit

    Kaschmir: US-Außenminister Marco Rubio führte getrennte Gespräche mit Pakistans Premier und Indiens Außenminister – nach einem verheerenden Terroranschlag in der Region.

    Südkorea: Han Duck-soo tritt als amtierender Präsident zurück. Alles deutet darauf hin, dass er bei den bevorstehenden Wahlen kandidieren will.

    USA: Die CIA veröffentlichte zwei neue Videos, mit denen chinesische Staatsbürger zur Spionage für die USA ermutigt werden sollen.

    Australien: Die Bevölkerung wählt am Wochenende ein neues Parlament. Interessanterweise ist Donald Trump dabei ein unerwartet zentrales Thema – obwohl es primär um innenpolitische Fragen geht.

    Kenia: In Nairobi wurde ein Abgeordneter auf offener Straße von einem Motorrad-Attentäter erschossen.

    Thailand: Die Justiz verzichtet auf eine Anklage gegen einen US-Wissenschaftler, dem Majestätsbeleidigung vorgeworfen worden war.

    Migration: Die USA haben offenbar zwei Dutzend Flüchtlinge aus Bhutan abgeschoben – wohin, bleibt unklar, denn sie gelten als staatenlos.

    Technologie: Apple meldet im ersten Quartal steigende Umsätze – und muss zugleich abwägen, wie es mit den Abhängigkeiten zu China weitergeht.

    Wirtschaft: Amazon, General Motors und McDonald’s schlagen Alarm: Die wirtschaftliche Unsicherheit macht sich zunehmend in den Bilanzen bemerkbar.

    Film: Der Western „Rust“ erscheint heute – Jahre nach dem tödlichen Unfall am Filmset.

    Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich

    Politik: Erste Ergebnisse der Kommunalwahlen in England werden heute erwartet. Die rechtspopulistische Partei Reform UK rechnet sich gute Chancen aus.

    Wetter: Der 1. Mai war der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen – ein Hitzeschub, der den Briten ungewohnt früh sommerliche Temperaturen beschert.

    Prominente: Komiker und Schauspieler Russell Brand muss sich heute in London vor Gericht verantworten – unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung.

    Fußball: Transgender-Frauen dürfen in England künftig nicht mehr in Frauenmannschaften spielen, erklärte der Fußballverband.

    Von C. Hatty

  • Ukraine schließt Rohstoffabkommen mit den USA – und weitere World-News

    Ukraine schließt Rohstoffabkommen mit den USA – und weitere World-News

    Die Ukraine hat mit den Vereinigten Staaten ein Abkommen zur gemeinsamen Nutzung von mineralischen Rohstoffen unterzeichnet. Damit entsteht ein gemeinsamer Investitionsfonds beider Länder – doch bei genauerem Hinsehen wirft der Deal mehr Fragen auf als er Antworten liefert.

    Denn eines ist auffällig: Das Abkommen enthält keinerlei Garantien für eine zukünftige militärische Unterstützung seitens der USA. Und solange der Krieg zwischen der Ukraine und Russland weiter tobt, bleibt die praktische Bedeutung des Deals begrenzt.

    Trump sichert sich Einfluss – aber zu wessen Gunsten?

    Monatelange, nervenaufreibende Verhandlungen gingen der Unterzeichnung voraus. Ziel des Abkommens sei es, Donald Trump stärker in das Schicksal der Ukraine einzubinden – und gleichzeitig seine Sorge zu entkräften, die USA würden Kiew einen Freifahrtschein ausstellen, ohne echte Kontrolle über die Mittelverwendung.

    Doch Details über den genauen Umfang der Vereinbarung veröffentlichte die Trump-Administration nicht. Viele Fragen bleiben also im Raum – und eine Antwort sucht man vergeblich: Ist das nun echte Unterstützung oder ein geschickter Griff nach Ressourcen?

    Einige Verbündete der Ukraine in Washington zeigten sich aber erleichtert. Sie bezeichnen das Abkommen als Fortschritt gegenüber früheren Versionen und als Zeichen dafür, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit Trump möglich sei.

    Andere sehen darin jedoch vor allem eines: einen Versuch, die Abhängigkeit der Ukraine auszunutzen. Die USA würden Zugang zu wertvollen Rohstoffen erhalten, ohne dafür substanzielle Gegenleistungen, etwa in Form von Sicherheitsgarantien, zu bieten.

    Ein explosiver Auftakt

    Die Verhandlungen hatten sich nach einem hitzigen Treffen zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office Ende Februar deutlich verzögert. Seitdem drehte sich die Diskussion hauptsächlich um eine pikante Frage: Sollte US-Militärhilfe als Schuldenlast gelten, die Kiew zurückzahlen muss?

    Was wie ein wirtschaftliches Hilfspaket klingt, könnte sich also auch als eine Art Knebelvertrag entpuppen.


    Israel greift in syrischen Bürgerkrieg ein

    Im Süden von Damaskus hat Israels Armee Luftangriffe auf Syrien geflogen. Ziel waren laut Militärangaben Kämpfer, die für Angriffe auf Drusen-Zivilisten verantwortlich gemacht werden.

    Die Warnung aus Tel Aviv war unmissverständlich: Sollten die Gefechte zwischen pro-syrischen Regierungstruppen und Drusen-Milizen anhalten, würden weitere Angriffe folgen.

    Mindestens 39 Menschen kamen innerhalb von zwei Tagen bei den Kämpfen ums Leben – allein 22 davon am gestrigen Tag, so eine Beobachtungsstelle. Die Lage bleibt angespannt, und ein Ende der Gewalt scheint nicht in Sicht.


    Wird heute der heißeste 1. Mai in Großbritannien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen?

    Südengland schwitzt – und wie! Meteorologen erwarten heute Temperaturen von bis zu 29 Grad Celsius. Das wäre ein Rekord – zumindest für einen Maifeiertag.

    Grund für die frühsommerliche Hitze ist ein ausgedehntes Hochdruckgebiet, das trockene Luftmassen mit sich bringt. Diese sinken ab und erwärmen sich dabei – dazu gab’s auch noch durchgehend Sonne. Kein Wunder also, dass es heiß hergeht.

    Sollte das Thermometer heute sogar die 30-Grad-Marke knacken, wäre das der früheste Zeitpunkt im Jahr, an dem das in Großbritannien je passiert ist – laut Daten des Met Office, die bis 1860 zurückreichen.

    Interessanter Nebenaspekt: Bereits am Montag wurde die bisher höchste Temperatur des Jahres gemessen – und am Dienstag gleich wieder übertroffen. In Teilen Schottlands erlebte man sogar die wärmste Aprilnacht seit Beginn der Aufzeichnungen.


    Weltgeschehen kompakt

    Vietnam: In Ho-Chi-Minh-Stadt fand eine farbenfrohe Parade zum 50. Jahrestag des Kriegsendes statt.

    Südkorea: Das Verkehrsministerium setzt künftig Drohnen an Flughäfen ein, um Vogelschläge zu verhindern – eine Reaktion auf den Jeju-Air-Absturz im letzten Jahr.

    Indien: Nach dem Terroranschlag in Kaschmir steigt der Druck auf Muslime – sowohl durch Behörden als auch durch rechtsgerichtete Hindu-Gruppen.

    El Salvador: Das Land lehnte ein Gesuch der Trump-Regierung ab, den abgeschobenen Kilmar Armando Abrego Garcia freizulassen – Trump sagte, er hätte die Möglichkeit gehabt, Garcia in die USA zurück zu holen, verzichtete aber darauf.

    Europa: Zwei Tage nach einem der schwersten Stromausfälle des Kontinents tappen die Behörden in Spanien und Portugal weiter im Dunkeln, was die Ursache betrifft.

    Vatikan: Wird der nächste Papst Afrikaner? Der rapide wachsende katholische Bevölkerungsanteil des Kontinents sorgt für neue Dynamik in der Diskussion um die Nachfolge des Papstes.

    USA: Ein schweres Unwetter forderte im US-Bundesstaat Pennsylvania mindestens vier Todesopfer.

    UN: Ein internes Memo spricht von drastischen Budgetkürzungen – wohl in Erwartung massiver Mittelkürzungen durch die Trump-Regierung.

    Somalia: Taiwanesische Reisepässe werden nicht mehr anerkannt. Taiwan sieht darin chinesischen Druck auf das ostafrikanische Land.

    Gesundheit: Junge Menschen weltweit zeigen laut einer neuen Studie deutlich weniger Lebenszufriedenheit als früher – was läuft da schief?


    Wirtschaft auf Talfahrt

    USA: Neue Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt zeigen: Die US-Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal um 0,3 Prozent aufs Jahr gerechnet.

    China: Die Industrieproduktion fiel im April so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr – ein erstes klares Zeichen für die Folgen der US-Zölle.

    Japan: Als Reaktion auf Trumps Handelspolitik senkte die Bank of Japan ihre Wachstumsprognose – um mehr als die Hälfte.

    Automobilbranche: Bei Mercedes-Benz, Stellantis, Volkswagen und Co. macht sich Pessimismus breit – die Zukunft der Branche wirkt ungewiss.

    Börsen: Die Aktienmärkte erleben den schlechtesten Start in eine US-Präsidentschaft seit 1974 – Grund: das Chaos rund um die Einführung der Zölle.

    Autor: Andreas M. B.

  • 100 Tage wie keine anderen – über Donald Trump und weitere World-News

    100 Tage wie keine anderen – über Donald Trump und weitere World-News

    Gestern war Präsident Trumps 100. Tag zurück im Weißen Haus – und die Zölle standen im Mittelpunkt. Bei einer Kundgebung in Michigan anlässlich dieses „Jubiläums“ hielt er eine Rede, in der er illegale Migranten scharf angriff, seine exekutiven Maßnahmen zur Umgestaltung von Regierung und Wirtschaft feierte und Seitenhiebe gegen politische Gegner austeilte.

    Der Anlass war ursprünglich als Gelegenheit angekündigt worden, Trumps Einsatz für die Wiederbelebung der US-Industrie zu demonstrieren.

    Doch sein Zollkrieg setzt US-Unternehmen zunehmend unter Druck. Beispiel: Spielwarenhändler im ganzen Land pausierten ihre Bestellungen, da die Zölle Lieferketten zum Erliegen brachten. Nachdem die Pressesprecherin des Weißen Hauses Amazon wegen eines Berichts angegriffen hatte, der vermuten ließ, das Unternehmen wolle zollbedingte Preissteigerungen deutlich kennzeichnen, reagierte Amazon abwehrend: „Das wird nicht passieren.“ Gleichzeitig nahm Trump einige seiner Autozölle wieder zurück.

    Die Zustimmungswerte des Präsidenten sinken seit Wochen. Es lässt sich kaum bestreiten, dass Trumps Rückkehr ins Oval Office bereits jetzt massive Auswirkungen hat. Er hat die Wahrnehmung Amerikas stärker verändert als jeder Präsident seit Franklin D. Roosevelt. Hier ein genauerer Blick darauf, wo und wie er tiefe Spuren hinterlassen hat.

    Krypto: Trumps Kryptowährungsfirma World Liberty Financial hat die Grenzen zwischen Privatwirtschaft und staatlicher Politik regelrecht zerschreddert. Eine Untersuchung der NY Times deckte zahlreiche Interessenkonflikte auf.

    Was er sagt: Trump rechtfertigt seine Agenda mit einem Dauerfeuer an Falschbehauptungen und Verzerrungen. Amerikanische Journalisten haben seine am häufigsten wiederholten Aussagen einem Faktencheck unterzogen – mit niederschmetterndem Ergebnis.


    Selenskyj nennt Putins Waffenstillstandsversprechen „manipulativ“

    Nur wenige Stunden, nachdem Präsident Wladimir Putin einen dreitägigen Waffenstillstand ab dem 8. Mai angekündigt hatte, startete Russland in der Nacht zum Montag 100 Drohnenangriffe auf die Ukraine. Dabei kam ein Kind ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt.

    Der vermeintliche Waffenstillstand stößt bei ukrainischen Offiziellen auf berechtigtes Misstrauen. „Es gibt keinen Grund, bis zum 8. Mai zu warten“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. Die Ankündigung sei „ein weiterer Manipulationsversuch“ – mitten in den Bemühungen der Trump-Regierung, einen Weg aus dem Krieg zu finden.

    Selenskyj wies darauf hin, dass die Ukraine auf Drängen der USA bereits einem bedingungslosen 30-tägigen Waffenstillstand zugestimmt habe – Russland hingegen nicht. Auch einen Stopp der Angriffe auf zivile Ziele habe Moskau abgelehnt.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Kanada: Premierminister Mark Carney zeigt sich kämpferisch gegenüber den USA, nachdem seine liberale Partei bei den Parlamentswahlen einen Sieg errungen hatte.

    Syrien: In einem Vorort von Damaskus mit großer drusischer Bevölkerung kam es zu Kämpfen, bei denen mindestens zwölf Menschen getötet wurden, wie Behörden und eine Beobachtungsstelle berichten.

    Iran: Offizielle Stellen gaben an, falsche Angaben zu einer gefährlichen Fracht entdeckt zu haben – mutmaßlich Auslöser der Explosion in dem größten Hafen des Landes, bei der 70 Menschen starben.

    Harvey Weinstein: Miriam Haley, eine von drei Frauen, die laut Staatsanwaltschaft Opfer des Produzenten wurden, sagte in einem neuen Verfahren in Manhattan aus.

    Bildung USA: Die Präsidentin der Harvard-Universität entschuldigte sich öffentlich und versprach Änderungen nach der Veröffentlichung von Berichten über Antisemitismus und Islamfeindlichkeit auf dem Campus.


    Nachrichten aus Europa

    Großbritannien: In Nordengland begann der Prozess wegen der Fällung eines markanten und sehr alten Baumes nahe dem Hadrianswall. Zwei Verdächtige plädierten auf nicht schuldig.

    Europa: Einen Tag nach den Stromausfällen in Spanien und Portugal kehrte in den meisten Regionen der Strom zurück. Die Ursache bleibt bislang ungeklärt.

    Niederlande: Eine niederländische Gemeinde hat offenbar versehentlich fast 50 Kunstwerke entsorgt – darunter auch einen wertvollen Siebdruck von Andy Warhol, wie eine Untersuchung ergab.

  • Mark Carney überrascht bei Wahl in Kanada – und weitere World-News

    Mark Carney überrascht bei Wahl in Kanada – und weitere World-News

    Der kanadische Premierminister Mark Carney bleibt im Amt – ein politischer Triumph, der selbst viele Parteifreunde überrascht hat. Wie der Sender CBC/Radio Canada berichtete, gewann Carney die gestrige Parlamentswahl und sicherte seiner Liberalen Partei damit eine vierte Amtszeit. Ein bemerkenswerter Umschwung, wenn man bedenkt, wie aussichtslos die Lage der Liberalen noch vor wenigen Monaten wirkte.

    Ob die Partei jedoch die absolute Mehrheit im Unterhaus errungen hat oder erneut eine Minderheitsregierung bilden muss, ist bislang noch offen.

    Dabei galt der Sieg der Konservativen unter Pierre Poilievre schon fast als ausgemachte Sache. Der erfahrene Politiker setzte auf ein striktes konservatives Profil – doch dann kam Donald Trump.


    Der Trump-Effekt: Ein Bumerang für Konservative

    Trumps wiederholte Attacken gegen Kanada trafen nicht nur die wirtschaftliche Stabilität des Landes – sie machten auch Pierre Poilievre das Leben schwer. Der US-Präsident belegte kanadische Waren mit Strafzöllen, drohte in seiner typischen Überheblichkeit sogar mit einer Annexion Kanadas als 51. Bundesstaat – und trieb das Land in eine wirtschaftliche Schieflage.

    Für viele Kanadier war das zu viel. Plötzlich wirkte Poilievres Nähe zu Trumps Politik nicht mehr wie Stärke, sondern wie eine Gefahr. Seine populistischen Parolen gegen „woke Ideologie“ und die versprochene Kürzung von Auslandshilfe verfingen nicht mehr – vor allem nicht bei der politischen Mitte, wie Umfragen zeigten.


    Wer ist Mark Carney?

    Ein Mann mit einem beeindruckenden Lebenslauf: Mark Carney studierte in Harvard und Oxford, war in der globalen Finanzwelt zu Hause. Als Chef der Bank of Canada manövrierte er das Land durch die Finanzkrise 2008, später führte er die Bank of England durch das Brexit-Chaos. Seit März steht er als Premierminister an der Spitze des Landes – als erklärter Anti-Trump-Politiker.

    Carney verspricht Stabilität, wirtschaftliche Weitsicht und internationale Glaubwürdigkeit. Viele Kanadier sehen in ihm einen Kontrapunkt zum aggressiven Populismus – einen kühlen Kopf in hitzigen Zeiten. Und genau das war wohl das entscheidende Argument bei dieser Wahl.


    Putin pausiert – aber nur kurz

    Ein paar tausend Kilometer weiter östlich verkündet Russland eine Feuerpause im Ukrainekrieg. Präsident Wladimir Putin ordnete für den 8. Mai eine dreitägige Waffenruhe an – angeblich, um dem Wunsch von Donald Trump zu entsprechen. Ob das mehr als ein symbolisches Manöver ist?

    Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha reagierte skeptisch: „Warum erst am 8. Mai?“ fragte er auf Social Media. Die Ukraine sei bereit für einen dauerhaften Waffenstillstand – sofort.


    Blackout im Südwesten Europas

    Gestern versank die iberische Halbinsel stellenweise im Dunkeln. Ein massiver Stromausfall legte Teile große Spaniens und Portugals lahm – Flughäfen, Bahnen, U-Bahnen, ganze Stadtviertel waren betroffen. Auch der französische Teil des Baskenlandes war kurzzeitig ohne Strom.

    Was genau den Blackout ausgelöst hat, ist noch unklar. Portugiesische Energiebehörden vermuten eine Störung im europäischen Stromnetz. Hinweise auf einen Cyberangriff gebe es jedoch keine, so die EU.

    Die Reaktionen der Menschen reichten von hektischen Hamsterkäufen über verwirrte Ratlosigkeit bis zu stoischer Gelassenheit – viele griffen zur Kerze und machten sich einen Stromausfall-Abend im Retro-Stil. Manchmal muss man eben improvisieren, oder?


    Weltgeschehen im Überblick

    • Jemen: Die Huthi-Miliz gibt den USA die Schuld an einem tödlichen Angriff auf eine Migranteneinrichtung in Saada.
    • Vatikan: Das Konklave zur Papstwahl beginnt am 7. Mai – 16 Tage nach dem Tod von Papst Franziskus.
    • Südasien: Indien und Pakistan setzen nach einem Anschlag in Kaschmir gegenseitig Visa aus.
    • Israel: Geheimdienstchef Ronen Bar kündigt seinen Rücktritt für Juni an.
    • Gaza: Die UN kritisiert Israels Blockade humanitärer Hilfe – vor dem Internationalen Gerichtshof laufen Anhörungen.
    • Syrien: Die kurdisch geführten Kräfte im Nordosten sollen in eine neue Nationalarmee integriert werden – nicht alle Anhänger trauen dem Frieden.
    • Südostasien: Die Philippinen weisen Chinas Anspruch auf das Sandy-Cay-Riff zurück und mahnen zur Deeskalation.
    • Australien: Die kleine Dackeldame Valerie wurde nach 529 Tagen wiedergefunden – quicklebendig auf Kangaroo Island.

    USA im Fokus: Trump schaltet auf Angriff

    • Migration: Zwei neue Dekrete sollen sogenannten „Sanctuary Cities“ das Leben schwer machen – Trumps Kampagne gegen illegale Einwanderung geht in die nächste Runde.
    • Justizministerium: Seit Trumps Amtsantritt haben hunderte Juristen aus der Bürgerrechtsabteilung ihren Hut genommen.
    • Zölle: Neue Maßnahmen sollen Autokonzerne entlasten, die Produktion in die USA verlagern wollen.
    • Klimapolitik: Der Klimabericht – ad acta gelegt. Hunderte Fachleute wurden entlassen.
    • Technik: IBM kündigt Investitionen von 150 Milliarden Dollar in den USA an – als Reaktion auf Druck aus dem Weißen Haus.

    Autor: Andreas M. B.

  • Kanadas Wahl dreht sich um Trump und die USA – und weitere World-News

    Kanadas Wahl dreht sich um Trump und die USA – und weitere World-News

    Kanada steht heute vor einer entscheidenden Parlamentswahl – doch im Mittelpunkt der Debatte steht weniger die nationale Politik als vielmehr der Einfluss aus dem Süden: die Vereinigten Staaten. Genauer gesagt, Donald Trump.

    Die Kanadier wählen zwischen zwei gegensätzlichen Kandidaten: dem liberalen Amtsinhaber Mark Carney, einem ehemaligen Banker und erfahrenen Wirtschaftsexperten, oder Pierre Poilievre, dem konservativen Herausforderer und Berufspolitiker, der den rechten Flügel seiner Partei vertritt.

    Doch statt über klassische Themen wie Gesundheit oder Bildung zu sprechen, brennt den Wählern vor allem eines unter den Nägeln: Trump. Seine aggressive Zollpolitik gegenüber Kanada und wiederholte Forderungen, das Land als 51. Bundesstaat in die USA einzugliedern, überschatten den gesamten Wahlkampf.

    Wirtschaft und Trump – zwei Seiten derselben Medaille

    Die kanadische Wirtschaft schwächelt. Hohe Zölle belasten den Handel, Jobs stehen auf dem Spiel, und das Vertrauen sinkt. Einige Kanadier sind überzeugt, dass die Liberalen unter Carney das Land in diese missliche Lage manövriert haben – schließlich regieren sie seit einem Jahrzehnt. Diese Wähler zieht es zur konservativen Alternative, die einen politischen Neustart verspricht: weniger Staat, Steuersenkungen und Deregulierung.

    Aber – und hier wird es spannend – die Mehrheit der Kanadier scheint vor allem eines zu bewegen: Wie behauptet sich Kanada gegen die USA, insbesondere gegen Trump? Da geht es nicht nur ums Geld, sondern um weit mehr – politische Selbstbestimmung, nationale Identität, ja sogar das Fortbestehen Kanadas als souveräner Staat. Wer sich vor Augen führt, dass Trump immer wieder offen die Annexion Kanadas ins Spiel bringt, versteht, warum viele Wähler ihre Stimme als Verteidigung gegen diesen Druck sehen.

    Wer schützt Kanada besser?

    Wähler, die darauf setzen, dass Kanada gegenüber den USA stark auftreten muss, neigen dazu, Carney ihre Stimme zu geben. Der Mann bringt einen beeindruckenden Lebenslauf mit: international erfahrener Wirtschaftspolitiker, ehemaliger Zentralbankchef, Kenner globaler Finanzkrisen. Gerade in turbulenten Zeiten setzen viele ihr Vertrauen lieber auf Fachwissen als auf Parolen.

    Und das hat die Wahl spannend gemacht.

    Denn noch zu Beginn des Jahres sah es düster aus für die Liberalen – eine vernichtende Niederlage schien vorprogrammiert. Dass sie jetzt wieder voll im Rennen sind, grenzt fast an ein politisches Wunder. Und Mark Carney? Vom weltgewandten Ökonomen ohne politische Erfahrung zum Premierminister-Kandidaten innerhalb weniger Monate – das ist schon fast filmreif.

    Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben.

    Weitere Nachrichten aus aller Welt

    Kanada: Tragödie bei einem Straßenfest in Vancouver: Mindestens 11 Menschen starben, als ein SUV in die feiernde Menge raste.

    Iran: Eine Explosion in einem Hafen am Samstag forderte mindestens 28 Todesopfer, über 700 weitere Menschen wurden verletzt. Laut Staatsmedien wird ein Anschlag ausgeschlossen.

    Pakistan: Das Militär meldete, 54 Militante getötet zu haben, die versuchten, von Afghanistan aus ins Land einzudringen.

    Großbritannien: In Leeds wurden zwei Frauen bei einem Armbrustangriff schwer verletzt.

    Indien/Pakistan: Nach einem Anschlag mit 26 Toten in Kaschmir fordert Pakistans Verteidigungsminister eine internationale Untersuchung.

    Dominikanische Republik: Nach dem Einsturz des Dachs in einem Jet Set Nachtclub gibt es Spekulationen, ob Schallvibrationen eine Rolle gespielt haben könnten.

    Geschichte: Ein Brief von Bord der Titanic wurde für stolze 399.000 Dollar versteigert.

    Entwicklungen im Nahen Osten

    Israel: Premierminister Benjamin Netanjahu beschuldigt öffentlich den Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes, das Oberste Gericht belogen zu haben – während er gleichzeitig dessen Entlassung vorantreibt.

    Libanon: Das israelische Militär bombardierte ein Wohnviertel im Süden Beiruts, einer vermeintlichen Hochburg der Hisbollah.

    Jemen: Die US-Armee hat in ihrer laufenden Luftkampagne gegen die Huthi-Miliz, die vor sechs Wochen begann, bereits über 800 Ziele angegriffen.

    Von Catherine H.

  • Trumps zweite Amtszeit: 100 Tage Protektionismus und wirtschaftliche Verwerfungen

    Trumps zweite Amtszeit: 100 Tage Protektionismus und wirtschaftliche Verwerfungen

    In seiner zweiten Amtszeit verfolgt US-Präsident Donald Trump eine Wirtschaftspolitik, die auf nationale Abschottung, Steuersenkungen und Konfrontation mit Handelspartnern setzt. Während sich die Auswirkungen dieser Maßnahmen zunehmend bemerkbar machen, bleiben Kritik und Gegenwehr aus den Reihen der Republikanischen Partei und von Seiten der Wirtschaftseliten bislang verhalten. Die Kombination aus aggressiver Handelspolitik und expansiver Fiskalpolitik droht, die wirtschaftliche Stabilität der Vereinigten Staaten auf eine harte Probe zu stellen.

    Ein Handelskonflikt mit globalen Folgen

    Zentraler Bestandteil der wirtschaftspolitischen Agenda Trumps ist die Einführung umfassender Zölle, insbesondere gegenüber China. Pauschale Importzölle von zehn Prozent sowie Strafzölle von bis zu 145 Prozent auf ausgewählte chinesische Produkte haben den bilateralen Handel massiv belastet. China reagierte mit eigenen Zollerhöhungen und Exportbeschränkungen, insbesondere bei strategisch wichtigen Rohstoffen.

    Der Handel zwischen beiden Nationen ist seither deutlich rückläufig, was unmittelbare Konsequenzen für die amerikanische Wirtschaft zeigt. An den Börsen macht sich die Unsicherheit bemerkbar: Wichtige Aktienindizes wie der Dow Jones Industrial Average und der S&P 500 verzeichneten deutliche Verluste. Diese Entwicklungen verstärken die Nervosität an den globalen Finanzmärkten und werfen Fragen zur zukünftigen Stabilität des internationalen Handelssystems auf.

    Unternehmen unter Druck

    Die Einführung von Zöllen trifft vor allem jene US-Unternehmen hart, die auf importierte Vorprodukte angewiesen sind. In der Folge steigen die Produktionskosten erheblich. Viele Konzerne sahen sich gezwungen, ihre Gewinnerwartungen nach unten zu korrigieren und die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterzugeben. Diese Maßnahmen schlagen sich in höheren Preisen für Konsumgüter nieder.

    Für die amerikanischen Haushalte bedeutet dies reale Einkommensverluste. Durchschnittlich belaufen sich die Mehrkosten durch die neue Zollpolitik auf über 1.200 US-Dollar pro Jahr und Haushalt. Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, da sie einen größeren Anteil ihres Einkommens für alltägliche Güter ausgeben müssen. Damit verschärft sich die soziale Ungleichheit im Land weiter.

    Steuererleichterungen auf Pump

    Gleichzeitig forciert die Trump-Administration eine Steuerpolitik, die insbesondere Unternehmen und Besserverdienende entlastet. Die Steuererleichterungen aus dem Jahr 2017 sollen nicht nur dauerhaft bestehen bleiben, sondern durch weitere Senkungen ergänzt werden. Diese Maßnahmen werden voraussichtlich zu einer erheblichen Ausweitung des Haushaltsdefizits führen.

    Prognosen deuten darauf hin, dass sich die US-Staatsverschuldung bis zur Mitte des Jahrhunderts deutlich erhöhen könnte. Die Finanzierung dieser Defizite gestaltet sich zunehmend schwierig, da internationale Investoren aufgrund der wirtschaftspolitischen Unsicherheiten skeptischer werden. Ein Ausweichen auf alternative Finanzierungsmodelle, etwa digitalisierte Staatsanleihen oder durch Kryptowährungen gedeckte Instrumente, wird in Fachkreisen bereits diskutiert. Diese Entwicklungen könnten langfristig das Vertrauen in den US-Dollar als weltweite Leitwährung untergraben.

    Stille Zustimmung und vereinzelt Kritik

    Trotz der zunehmenden wirtschaftlichen Turbulenzen bleibt öffentliche Kritik aus den Reihen der Republikanischen Partei bislang rar. Viele führende Parteimitglieder scheinen sich aus Furcht vor politischen Konsequenzen mit öffentlicher Zurückhaltung zu begnügen. Auch aus den Führungsetagen der Wirtschaft ist kaum Widerspruch zu vernehmen, obwohl viele Unternehmen direkt von den negativen Folgen betroffen sind.

    Einige prominente Wirtschaftsführer haben sich dennoch kritisch geäußert und vor den Konsequenzen der protektionistischen Handelspolitik gewarnt. Ihre Stimmen bleiben jedoch isoliert und finden innerhalb des politischen Establishments nur wenig Resonanz. Diese Zurückhaltung verstärkt den Eindruck, dass wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen aus parteitaktischen Gründen hingenommen werden.

    Internationale Isolation droht

    Die aggressive Handelspolitik der Vereinigten Staaten führt auch auf internationaler Ebene zu Spannungen. Wichtige Handelspartner prüfen Gegenmaßnahmen oder passen ihre Wirtschaftsstrategien an. China beispielsweise nutzt den Konflikt, um seine Binnenwirtschaft zu stärken und neue Absatzmärkte zu erschließen. Auch innerhalb westlicher Bündnisse wie der Europäischen Union wächst die Skepsis gegenüber dem amerikanischen Wirtschaftskurs.

    Die USA steuern damit auf eine zunehmende Isolation im internationalen Wirtschaftssystem zu. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklung könnten gravierend sein: Ein Rückgang der internationalen Investitionen, eine Schwächung des Dollars und ein schleichender Bedeutungsverlust in den globalen Handelsstrukturen drohen. Wie nachhaltig die Auswirkungen dieser Strategie sein können, wird sich daran messen lassen, ob es gelingt, die wirtschaftliche Dynamik der Vereinigten Staaten trotz wachsender Handelsbarrieren und zunehmender Verschuldung aufrechtzuerhalten.

    Autor: P.T.

  • Trumps Einwanderungspolitik unter Druck: Der Fall Abrego García als Wendepunkt

    Trumps Einwanderungspolitik unter Druck: Der Fall Abrego García als Wendepunkt

    In den ersten 100 Tagen seiner zweiten Amtszeit erlebt Präsident Donald Trump einen deutlichen Rückgang seiner Zustimmungswerte in der Einwanderungspolitik – einem Bereich, der lange Zeit als seine politische Stärke galt. Aktuelle Umfragen zeigen, dass 53 % der Amerikaner seine Einwanderungspolitik ablehnen, während nur 46 % sie unterstützen – ein deutlicher Rückgang gegenüber Februar, als noch die Hälfte der Bevölkerung seine Maßnahmen befürwortete.

    Ein zentraler Auslöser für die wachsende Unzufriedenheit ist der Fall von Kilmar Abrego García. Der salvadorianische Migrant wurde trotz eines gerichtlichen Verbots abgeschoben und sitzt nun unter prekären Bedingungen in El Salvador in Haft. Die Hälfte der Amerikaner (50 %) fordert seine Rückkehr in die USA, während nur 28 % dagegen sind.

    Der Fall Kilmar Abrego García: Ein juristischer und politischer Brennpunkt

    Kilmar Abrego García, ein salvadorianischer Migrant, lebte seit 2011 in Maryland und war seit 2019 durch eine gerichtliche Anordnung vor der Abschiebung nach El Salvador geschützt. Dennoch wurde er am 15. März 2025 abgeschoben und in das berüchtigte Gefängnis CECOT in El Salvador gebracht.

    Die Trump-Administration bezeichnete die Abschiebung zunächst als „administrativen Fehler“, argumentierte jedoch später, dass Abrego García Mitglied der MS-13-Gang sei – ein Vorwurf, der auf fragwürdigen Beweisen basiert, wie etwa der Interpretation seiner Kleidung und einer anonymen Quelle.

    Mehrere Gerichte, darunter der Oberste Gerichtshof der USA, ordneten die Rückführung von Abrego García an. Die Regierung verweigerte jedoch die Umsetzung dieser Anordnungen und berief sich auf außenpolitische Gründe und mangelnde Zuständigkeit.

    Politische Konsequenzen und öffentliche Reaktionen

    Die aggressive Einwanderungs- und Abschiebungspolitik der Trump-Administration stößt zunehmend auf Widerstand. Laut einer AP-NORC-Umfrage glauben etwa die Hälfte der Amerikaner, dass Trump „zu weit gegangen“ ist, insbesondere bei der Abschiebung von Migranten ohne Gerichtsverfahren und der Aberkennung von Studentenvisa aufgrund politischer Aktivitäten.

    Besonders unter unabhängigen Wählern zeigt sich ein Vertrauensverlust: Während im März noch 50 % Trumps Einwanderungspolitik unterstützten, sind es nun nur noch 38 %.

    Internationale Reaktionen und diplomatische Spannungen

    Trumps harte Einwanderungspolitik bleibt auch international nicht ohne Folgen. In Mexiko sorgten Werbekampagnen der US-Regierung, die Migranten von einer Einreise in die USA abhalten sollten, für Empörung. Zudem wurde in Florida ein riesiges Zeltlager errichtet, um Migranten unterzubringen, was weitere Kritik hervorrief.

    Ausblick

    Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Präsident Trump in der Einwanderungspolitik an Rückhalt verliert – sowohl national als auch international. Während seine harte Linie bei einem Teil der Bevölkerung weiterhin Unterstützung findet, wächst die Kritik an überzogenen Maßnahmen und Rechtsverstößen. Sollte dieser Trend anhalten, könnte Trumps bisherige Stärke in der Einwanderungspolitik zu einer seiner größten politischen Schwächen werden.

    Von Andreas Brucker

  • Trump zu Putin: „Wladimir, HÖR AUF!“ – und weitere World-News

    Trump zu Putin: „Wladimir, HÖR AUF!“ – und weitere World-News

    Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kiew wurden gestern mindestens 12 Menschen getötet und 90 weitere verletzt. Dieser Angriff veranlasste Ex-Präsident Trump zu einer seltenen Missbilligung Moskaus.

    „Wladimir, HÖR AUF!“, schrieb Trump auf sozialen Medien, direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet. „Ich bin nicht glücklich über die russischen Angriffe auf KIEW. Unnötig und sehr schlechtes Timing.“

    Der Angriff ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem Trump und seine engsten Berater den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj dazu gedrängt hatten, einen von den USA entworfenen Friedensplan zu akzeptieren, der Russland stark begünstigen würde.

    Gestern erklärte Trump im Oval Office, er habe „keine Loyalität“ gegenüber einer der beiden Seiten, sein einziges Ziel sei es, den Krieg zu beenden und Leben zu retten. Gleichzeitig behauptete er jedoch, Putin habe ein „ziemlich großes Zugeständnis“ gemacht, um den Konflikt zu beenden. Auf Nachfrage, worin dieses Zugeständnis bestehe, antwortete Trump: „Aufhören, das ganze Land zu übernehmen.“

    Krim: Trump zeigt sich bereit, Russlands Anspruch auf die Krim anzuerkennen. Dies würde zehn Jahre US-Außenpolitik über Bord werfen und ein gefährliches Signal senden – nämlich, dass die USA gewaltsame Grenzverschiebungen akzeptieren. In der Ukraine ist dieser Vorschlag indiskutabel.

    Europäische Länder betrachten die Zukunft der Ukraine als entscheidend für ihre eigene Sicherheit. Offizielle Stellen betonen, dass sie Kiew weiterhin unterstützen werden, auch falls sich die USA aus den Friedensverhandlungen zurückziehen.

    Ein General verurteilt: Der russische Generalmajor Iwan Popow, der entlassen wurde, nachdem er die russische Armeeführung wegen Problemen auf dem Schlachtfeld kritisiert hatte, wurde wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt.


    Eskalation zwischen Indien und Pakistan

    Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan haben sich gestern drastisch verschärft. Pakistan kündigte Vergeltungsmaßnahmen gegen Indien an, einen Tag nachdem Indien Sanktionen gegen Pakistan verhängt hatte – Hintergrund war ein Anschlag in Kaschmir, bei dem 26 Touristen starben.

    Pakistan schloss seinen Luftraum für indische Fluggesellschaften und forderte, dass Indien sein diplomatisches Personal in Islamabad reduziert sowie den Handel zwischen beiden Ländern aussetzt. Indien hat offiziell noch keine Gruppe für den Anschlag nahe der Stadt Pahalgam verantwortlich gemacht, während Pakistan jegliche Verwicklung abstreitet.

    Gleichzeitig wächst in Pakistan die Sorge – indische Offizielle deuten mögliche Militärschläge an. Im Fernsehen warnen Verteidigungsexperten vor unvorhersehbaren Folgen einer Eskalation.

    Details: Nachdem Indien ein wichtiges Wasserabkommen ausgesetzt hat, erklärte Pakistan, jede Blockade der Flüsse werde als „Kriegserklärung“ betrachtet. Pakistan ist auf das Wasser des Indus-Flusssystems, das durch Indien fließt, für etwa 90 Prozent seiner Landwirtschaft angewiesen.


    Papst Franziskus wird morgen beigesetzt

    Der Vatikan veröffentlichte gestern das erste Bild des Grabes von Papst Franziskus – schlicht, ungeschmückt und seinem Willen entsprechend. Das Grab besteht aus Marmor und trägt die Inschrift „Franciscus“.

    Zehntausende Katholiken haben dem verstorbenen Papst die letzte Ehre erwiesen, dessen Leichnam im Petersdom aufgebahrt ist. Die Beisetzung findet morgen statt.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Frankreich: Ein Schüler in Nantes erstach während der Mittagspause vier Mitschüler, einer starb. Das Motiv ist unklar.

    Klima: Trump unternahm einen großen Schritt zur Erschließung von Rohstoffen auf dem Meeresboden – eine Praxis, die von fast allen anderen Staaten abgelehnt wird.

    Israel: Das Militär Israels gab zu, im vergangenen Monat ein Gästehaus der UN in Gaza mit Panzern beschossen zu haben. Ein UNO-Mitarbeiter starb.

    Südkorea: Der ehemalige Präsident Moon Jae-in wurde wegen Korruption angeklagt – der nächste Ex-Staatschef vor Gericht.

    Amsterdam: Die Bürgermeisterin entschuldigte sich für die Rolle der Stadt bei der Verfolgung jüdischer Bürger während des Holocaust.

    Syrien: Großbritannien hob Sanktionen gegen mehrere syrische Regierungsbehörden unter Assad auf.

    Kanada: Die Polizei erschoss einen Mann am Flughafen Toronto Pearson, was zur teilweisen Schließung eines Terminals führte.

    Äthiopien: Kaffeebauern kämpfen darum, neuen EU-Vorgaben zu genügen, die eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Bohnen verlangen.

    USA: Trump glaubt, seine Zölle würden Unternehmen dazu zwingen, Fabriken in den USA zu bauen – ob das tatsächlich eintritt, bleibt höchst zweifelhaft.

    Israel: Ein Expertenteam arbeitet seit über einem Jahr an einem Leitfaden für die Unterstützung von Geiseln nach ihrer Freilassung.

    USA: Ein indonesischer Student, verheiratet mit einer Amerikanerin, wartet auf eine Green Card. Nun droht ihm die Abschiebung wegen einer Verhaftung im Jahr 2022.