Kategorie: Blick in die Welt

Neuigkeiten, Einschätzungen und Meinungen zu Ereignissen, die die Welt bewegen.

  • Vom Dream-Team zur öffentlichen Fehde: Wie Trump und Musk ihre „Bromance“ beerdigen – und weitere World-News

    Vom Dream-Team zur öffentlichen Fehde: Wie Trump und Musk ihre „Bromance“ beerdigen – und weitere World-News

    Was einst wie eine unzertrennliche Männerfreundschaft zwischen Donald Trump und Elon Musk wirkte, ist nun krachend in sich zusammengefallen – und das mit einem Paukenschlag.

    Angefangen hatte alles mit einem wütenden Kommentar von Musk, der Trumps großes innenpolitisches Gesetzespaket als „widerwärtige Abscheulichkeit“ betitelte. Wenige Tage später kam es zur Eskalation: Bei einem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler im Oval Office wetterte Trump gegen den Tesla-Chef. „Ich bin sehr enttäuscht von Elon“, sagte er mit unverhohlener Verärgerung. „Ich habe ihm sehr geholfen.“

    Musk ließ das natürlich nicht auf sich sitzen – live und in Farbe auf X (ehemals Twitter). „Ohne mich hätte Trump die Wahl verloren“, polterte er und warf dem US-Präsidenten Undankbarkeit vor. Er legte noch nach: Vielleicht sei es Zeit, die Republikaner zu verlassen und eine eigene Partei zu gründen.

    Trumps Antwort? Ein kaum verhüllter Seitenhieb: Die Kündigung von Musks staatlichen Verträgen könnte dem Staat Milliarden sparen. Das politische Traumpaar, das noch vor Kurzem gemeinsam die Weltbühne bespielte, tauscht nun Memes und Sticheleien aus wie zwei Teenager nach einem Liebesaus.

    Vom „First Buddy“ zum Feind

    Seit der Präsidentschaftswahl erschienen Musk und Trump schier untrennbar. Musk half bei politischen Entscheidungen, beeinflusste Regierungspläne und war bei Staatsbesuchen stets an Trumps Seite. Einige nannten ihn augenzwinkernd den „First Buddy“.

    Dass dieser Bruch kommen würde, lag in der Luft. Aber so heftig – damit hatte kaum jemand gerechnet.

    Wann genau Trump und Musk sich zerstreiten würden, war monatelang Gegenstand wilder Spekulationen, war in der US-.Presse zu lesen. Einige aus Musks Umfeld waren sich sicher, das Bündnis halte nicht ewig – aber dass es so schnell und derart heftig zerbricht, hatte niemand erwartet.

    Der Börsenkater kommt prompt

    Die Börse reagierte sofort und gnadenlos. Die Tesla-Aktie stürzte innerhalb weniger Stunden um fast 15 Prozent ab. Investoren zeigten sich schockiert – nicht nur wegen der öffentlichen Fehde, sondern auch wegen der potenziellen wirtschaftlichen Konsequenzen, sollte Musk tatsächlich seine wichtigsten politischen Verbündete verlieren.

    Israel rüstet Milizen in Gaza auf – und steht in der Kritik

    Parallel zu den Schlagzeilen aus Washington sorgt eine andere Enthüllung weltweit für Aufsehen: Israel hat offenbar eine palästinensische Miliz im Gazastreifen mit Waffen unterstützt – angeblich, um effektiver gegen die Hamas vorzugehen. Ministerpräsident Netanjahu bestätigte nun die Zusammenarbeit mit sogenannten „Clans in Gaza“ und bezeichnete sie als „etwas Gutes“, das israelischen Soldaten das Leben gerettet habe.

    Der Milizführer Yasser Abu Shabab steht dabei besonders im Fokus. Ihm wird vorgeworfen, Hilfslieferungen geplündert und weiterverkauft zu haben. Abu Shabab selbst bestreitet jede Kooperation mit Israel.

    Ein Video, das ein kleines Mädchen bei dem Versuch zeigt, einem brennenden Gebäude nach einem israelischen Luftschlag zu entkommen, geht derweil um die Welt. Hanin al-Wadie hat überlebt – ihre Eltern und ihre kleine Schwester nicht. Diese Szenen brennen sich ins kollektive Gedächtnis – und lassen kaum jemanden unberührt.

    Trumps neues Einreiseverbot – ein Schlag für viele Hoffnungssuchende

    Ab Montag tritt ein neues Einreiseverbot der USA in Kraft. Es richtet sich gegen Bürger aus zwölf Ländern – darunter Somalia, Afghanistan und Myanmar. Viele davon leiden unter Kriegen oder autoritären Regimen.

    Trump berief sich bei der Verkündung des Verbots auf den „Schutz vor Terrorismus“, nachdem ein Ägypter in Colorado einen Anschlag auf eine pro-palästinensische Gruppe verübt hatte. Ironischerweise: Ägypten steht nicht auf der Liste.

    Sportler, die bei Großevents wie der Fußball-WM teilnehmen, dürfen trotzdem einreisen. Welche Veranstaltungen konkret ausgenommen sind, bleibt aber unklar.

    Was sonst noch passiert ist

    • Israel fand die Leichen zweier israelisch-amerikanischer Opfer des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023.
    • US-Außenminister Marco Rubio kündigte Sanktionen gegen vier Richter des Internationalen Strafgerichtshofs an – als Reaktion auf Ermittlungen gegen die US-Armee und Haftbefehle gegen israelische Spitzenpolitiker.
    • In Afrika zeigt eine neue Studie: Das Abnehmen Hörner der Nashörner hat tatsächlich geholfen, die Wilderei einzudämmen.
    • In den USA entschied das oberste Gericht: Mexiko darf keine US-Waffenhersteller wegen Gewalt durch Drogenkartelle verklagen.
    • Israel bombardierte erneut Ziele im Süden von Beirut – angeblich Drohnenanlagen der Hisbollah.
    • In China tobt ein Social-Media-Sturm – ausgelöst durch eine Schauspielerin, einen Arzt und eine Harvard-Absolventin.
    • Und am Broadway bereiten sich die Stars auf die Tony Awards vor – mit Geschichten voller Glanz, Drama und Durchhaltewillen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Trump verhängt Einreisestopp – 12 Länder betroffen. Und weitere World-News

    Trump verhängt Einreisestopp – 12 Länder betroffen. Und weitere World-News

    Die US-Regierung unter Donald Trump hat erneut Nägel mit Köpfen gemacht: Einreiseverbote für Menschen aus zwölf Ländern treten ab Montag in Kraft. Damit zieht Trump die Zügel in seiner harten Einwanderungspolitik weiter an. Betroffen sind unter anderem Afghanistan, Iran, Somalia und der Sudan. Doch das ist noch nicht alles – auch teilweise Verbote für Länder wie Kuba, Venezuela oder Laos stehen auf der Liste.

    Offiziell begründet Washington den Schritt mit angeblichen Bedrohungen für die nationale Sicherheit. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump mit ähnlichen Maßnahmen auf sich aufmerksam gemacht – damals vor allem gegen Länder mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. Kritiker sprechen von Diskriminierung, Trump-Anhänger hingegen von notwendigem Schutz.

    Putin plant Vergeltung gegen Ukraine – Trump als stiller Zuhörer

    Donald Trump sorgt in Sachen Ukraine erneut für Schlagzeilen – diesmal mit einer heiklen Enthüllung. In einem Social-Media-Post berichtete der US-Präsident von einem Telefonat mit Wladimir Putin. Der russische Präsident habe ihm zufolge angekündigt, auf den schweren Drohnenangriff der Ukraine reagieren zu wollen. „Ein gutes Gespräch“, so Trump, „aber kein Gespräch, das sofortigen Frieden bringt.“ Ein klares Statement zum weiteren Vorgehen? Fehlanzeige.

    Währenddessen spricht Putin in Moskau öffentlich von Angriffen auf russische Eisenbahnen, bei denen sieben Menschen ums Leben kamen. Die jüngsten Drohnenangriffe auf strategische Bomber? Kein Wort darüber. Stattdessen beschuldigt er Kiew, absichtlich den Friedensprozess zu sabotieren. Präsident Selenskyj hingegen wirft Putin Verzögerungstaktiken vor – um neue US-Sanktionen hinauszuzögern.

    Und dann ist da noch das Thema Iran: Laut Trump waren sich er und Putin einig, dass Teheran keine Atomwaffen besitzen dürfe. Er habe den Kremlchef um Hilfe bei einem neuen Atomdeal gebeten.

    Gaza: Hilfszentren nach tödlichen Zwischenfällen kurzzeitig geschlossen

    Inmitten der humanitären Katastrophe im Gazastreifen kommt es zu einem weiteren Rückschlag: Die von Israel unterstützte „Gaza Humanitarian Foundation“ hat ihre vier Lebensmittelausgabestellen vorübergehend geschlossen. Der Grund? Ein tödlicher Zwischenfall am Vortag, bei dem Palästinenser unter israelischen Beschuss gerieten, als sie versuchten, Hilfe zu bekommen.

    Laut örtlichen Gesundheitshelfern wurden allein in dieser Woche Dutzende Menschen in Rafah getötet – in der Nähe eines dieser Hilfszentren. Die genauen Umstände sind umstritten. Klar ist nur: Das ohnehin fragile Hilfssystem gerät zunehmend unter Druck. Großbritannien fordert nun eine unabhängige Untersuchung.

    Gleichzeitig blockierte die US-Regierung im UN-Sicherheitsrat eine Resolution, die einen sofortigen Waffenstillstand, die Freilassung aller Geiseln und die Wiederaufnahme humanitärer Hilfe gefordert hätte.

    Trotz des Krieges – Israels Rüstungsindustrie boomt. Mit fast 15 Milliarden Dollar Umsatz im letzten Jahr wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

    Was sonst in der Welt noch passiert ist

    – In Indien kamen bei einer Massenpanik während eines Cricket-Spiels in Bengaluru mindestens elf Menschen ums Leben.

    – Die islamische Pilgerfahrt Hadsch hat begonnen – bei rekordverdächtigen Temperaturen, die sie zu einer echten Belastungsprobe machen.

    – Der iranische Oberste Führer Khamenei hat das neueste US-Angebot für ein Atomabkommen als „Unsinn“ bezeichnet.

    – Südkoreas Präsident Lee Jae-myung rief bei seiner Amtseinführung zu Dialog mit Nordkorea und zur Zusammenarbeit mit der Trump-Administration auf.

    – In El Salvador wurden drei ehemalige hochrangige Militärs wegen der Ermordung von vier niederländischen Journalisten im Jahr 1982 verurteilt.

    – In Mexiko steuert die Regierungspartei Morena auf eine Dominanz im Obersten Gerichtshof zu – dank der Wahl von Richtern durch das Volk.

    – Vietnam schafft die Zwei-Kind-Politik ab, um den Geburtenrückgang zu stoppen.

    – China verschärft Maßnahmen gegen den illegalen Export seltener Erden.

    – In Kanada will Premierminister Carney als Antwort auf Trumps Handelspolitik nun die innerkanadischen Handelsbarrieren zwischen den kanadischen Provinzen abbauen.

    – Und: In Deutschland sind die Tesla-Verkäufe im Mai zum fünften Mal in Folge zurückgegangen.

    Wirtschaft & Handel

    – Die US-Zölle auf Stahl und Aluminium steigen auf satte 50 Prozent – betroffen sind unter anderem die EU, Kanada, Mexiko, Brasilien und Südkorea. Großbritannien bleibt verschont.

    – Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird immer mehr zu einem Kampf um globale Lieferketten.

    – Und nachdem das Weiße Haus sich das Ziel gesetzt hat, „90 Handelsabkommen in 90 Tagen“ abzuschließen, fragen sich viele: Wie lange dauert das in der Realität wirklich?

    Von Andreas M. Brucker

  • Neuer Vorschlag der USA in Atomverhandlungen mit dem Iran: Ein Kompromiss in Sicht? Und andere World-News

    Neuer Vorschlag der USA in Atomverhandlungen mit dem Iran: Ein Kompromiss in Sicht? Und andere World-News

    Die USA haben im Ringen um das iranische Atomprogramm einen neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt. Präsident Trumps Nahost-Beauftragter hat Teheran ein neues Abkommen angeboten, das einen Mittelweg zwischen den derzeitigen Spannungen und dem langfristigen Ziel Washingtons schaffen soll. Offizielle Stellen im Iran prüfen den Vorschlag – eine Antwort wird in den nächsten Tagen erwartet.

    Dem neuen Plan zufolge dürfte der Iran weiterhin Uran anreichern – allerdings nur auf einem niedrigen Niveau, das für zivile Atomkraftwerke geeignet ist, nicht aber für den Bau von Nuklearwaffen. Parallel dazu würden die USA und andere Staaten an einem detaillierten Plan arbeiten, um Teherans Weg zur Atombombe dauerhaft zu blockieren.

    Damit würde eine Übergangslösung geschaffen: Der derzeit rasche Fortschritt des Iran bei der Produktion fast waffenfähigen Urans soll gestoppt werden, während gleichzeitig ein vollständiger Verzicht auf Anreicherung – das ultimative Ziel der USA – vorbereitet wird. Es ist das erste greifbare Zeichen für einen möglichen Kompromiss seit Trumps Amtsantritt.

    Erschütternde Zahlen aus dem Ukraine-Krieg: Fast 1,4 Millionen Opfer

    Ein neuer Bericht des Center for Strategic and International Studies in Washington schlägt Alarm: In den drei Jahren seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine soll es fast 1,4 Millionen militärische Opfer gegeben haben. Demnach wurden auf russischer Seite fast eine Million Soldaten getötet oder verwundet – auf ukrainischer Seite etwa 400.000.

    Die Autoren der Studie betonen zwar, dass solche Zahlen schwer genau zu beziffern seien – aber der Umfang der Verluste spricht für sich. Der Krieg hat sich zu einem zermürbenden Abnutzungskampf entwickelt. Der russische Vormarsch ist dabei so schleppend, dass er stellenweise nur rund 50 Meter pro Tag beträgt – langsamer als der verlustreiche Vorstoß britischer und französischer Truppen an der Somme im Ersten Weltkrieg.

    Interessanterweise erscheint die Studie kurz nach zwei spektakulären ukrainischen Angriffen. So meldete Kiew am Montag, man habe die Brücke zur Krim bereits zum dritten Mal erfolgreich attackiert – diesmal mit monatelang versteckten Sprengsätzen. Am Wochenende griffen zudem ukrainische Drohnen aus dem russischen Inland heraus an und richteten dort massive Schäden an.

    Wieder Schüsse auf Palästinenser bei Lebensmittelausgabe in Gaza

    In Gaza kam es gestern Morgen erneut zu tödlichen Schüssen. Israelische Soldaten eröffneten das Feuer nahe einer neuen Lebensmittelausgabestelle im Süden des Gebiets. Laut israelischem Militär richtete sich der Einsatz gegen eine Menschenmenge, die sich dem Ort näherte. Das Gesundheitsministerium in Gaza und das Rote Kreuz sprechen von mindestens 27 Toten.

    Es ist bereits das zweite derartige Ereignis innerhalb von drei Tagen – beide Male am selben Ort. Die Tragödie wirft erneut ein düsteres Licht auf die sogenannte „Gaza Humanitarian Foundation“, ein neues, von Israel unterstütztes Hilfssystem, das erst letzte Woche den Betrieb aufgenommen hat und seither immer wieder für Schlagzeilen sorgt – jedoch eher durch Chaos als durch Hilfe.

    Und sonst in der Welt?

    In Südkorea wurde Lee Jae-myung zum Präsidenten gewählt. Ein Mann, über den man sich informieren sollte – denn sein Wahlsieg könnte einiges verändern.

    In den Niederlanden platzte die Regierungskoalition. Der rechtspopulistische Geert Wilders zog sich aus dem Bündnis zurück, nachdem es Streit um die Migrationspolitik gab.

    Italien und Frankreich versuchen sich wieder näherzukommen. Premierministerin Giorgia Meloni und Präsident Emmanuel Macron trafen sich gestern, um ihre frostige Beziehung aufzutauen.

    In Mexiko herrschte gähnende Leere bei der Richterwahl: Fast 90 Prozent der Wahlberechtigten blieben der Abstimmung fern – ein demokratischer Tiefpunkt.

    In Portugal wird der Fall Maddie McCann neu aufgerollt. 18 Jahre nach ihrem Verschwinden gibt es neue Suchaktionen.

    In der Medizin gibt es einen Hoffnungsschimmer für Patienten mit multiplem Myelom. Ein Drittel der Teilnehmer einer Immuntherapie-Studie lebt bereits seit Jahren ohne nachweisbaren Krebs.

    Und in Frankreich wurde Alfred Dreyfus – der jüdische Offizier, der zu Unrecht wegen Spionage verurteilt wurde – posthum zum Brigadegeneral befördert. Ein symbolischer Akt der Gerechtigkeit, der viel zu lange auf sich warten ließ.

    Wirtschaft und Handel: Neue Fronten im globalen Machtkampf

    Während USA und China sich weiter gegenseitig mit Strafzöllen überziehen, bahnt sich bereits der nächste Konflikt an – diesmal geht es um Lieferketten und technologische Schlüsselkompetenzen.

    China hat kürzlich den Export seltener Erden drastisch eingeschränkt. Diese Materialien sind essenziell für moderne Hightech-Produkte – vom E-Auto bis zum Smartphone. Ohne sie könnten Fabriken in den USA und Europa schon bald stillstehen.

    Und dann wäre da noch Trumps Handelskrieg. Ein neuer Bericht prognostiziert, dass dieser nicht nur das Wirtschaftswachstum der führenden Volkswirtschaften in diesem Jahr bremst – sondern auch auf Jahre hinaus für wirtschaftliche Verwerfungen sorgt.

    Tesla – lange als Symbol technischer Innovation gefeiert – findet sich zunehmend im Kreuzfeuer politischer Debatten wieder. Aktivisten, die Elon Musks Nähe zur Regierung kritisieren, feiern inzwischen seinen Rückzug aus politischen Gremien als Sieg.

    Autor: M.A.B.

  • Südkoreas Schicksalswahl: Zwischen Demokratie, Diktatur und drohendem Chaos

    Südkoreas Schicksalswahl: Zwischen Demokratie, Diktatur und drohendem Chaos

    Südkorea steht heute an einem politischen Scheideweg. Die Präsidentschaftswahlen haben begonnen – vor dem Hintergrund monatelanger Unruhen und einem politischen Erdbeben, das das Land erschüttert hat.

    Im Dezember rief Präsident Yoon Suk Yeol für kurze Zeit das Kriegsrecht aus – ein Schritt, der große Empörung auslöste. Es folgte seine Absetzung durch ein Amtsenthebungsverfahren. Seitdem gleicht die politische Bühne des Landes einem Minenfeld.

    Nun kämpfen zwei Männer um das höchste Amt im Staat: Lee Jae-myung, gemäßigter Vorsitzender der Demokratischen Partei, liegt laut Umfragen vorn. Sein Herausforderer ist Kim Moon-soo von der konservativen People Power Party – jener Partei, die einst Yoon anführte.

    Ein Land, das sich selbst hinterfragt

    Für viele Wähler geht es bei dieser Wahl um mehr als nur ein neues Gesicht an der Spitze. Es ist eine Volksabstimmung über Yoon Suk Yeol und sein politisches Vermächtnis. Lee Jae-myung spricht offen davon, „den Aufstand zu beenden“ – mit anderen Worten: Yoon und dessen Partei endgültig aus der Politik zu verdrängen.

    Kim hingegen hält Yoon die Treue – oder zumindest schafft er es nicht, sich klar von ihm zu distanzieren. Er warnt die Bevölkerung: Wenn Lee gewinnt, werde der – mit der parlamentarischen Mehrheit im Rücken – zum Diktator und rücke Südkorea näher an China und Nordkorea. Die Allianz mit den USA? Angeblich in Gefahr. Lee bezeichnet diese Vorwürfe als „Schmutzkampagne“.

    Ein Favorit mit dunklen Schatten

    Doch Lee trägt selbst einigen Ballast mit sich herum. Er steht in mehreren Strafverfahren – unter anderem wegen angeblicher Korruption – vor Gericht. Er und seine Anhänger behaupten, die Anklagen seien politisch motiviert, eine Racheaktion der Yoon-Regierung.

    Sollte Lee gewinnen, bleibt eine zentrale Frage offen: Dürfen seine Prozesse weitergeführt werden? Die Rechtslage ist unklar – die Verfassungsexperten streiten. Wahrscheinlich wird das Verfassungsgericht entscheiden müssen.

    Baustellen über Baustellen

    Der künftige Präsident – egal wer – übernimmt ein Land am Limit. Wirtschaftlich dümpelt Südkorea dahin, das Wachstum stagniert. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weiter auseinander. Und gesellschaftlich? Zerreißproben ohne Ende. Die Generationen stehen sich gegenüber, aber besonders junge Männer und Frauen sind tief gespalten.

    Gleichzeitig spitzt sich die geopolitische Lage zu. Nordkorea rüstet auf – nicht nur mit Raketen, sondern nun auch durch eine frische Militärallianz mit Russland. Der neue Präsident wird also nicht nur vor der eigenen Tür fegen müssen, sondern sich auch in der veränderten Weltpolitik positionieren.

    Und da ist noch jemand: Donald Trump. Seitdem er wieder im Weißen Haus sitzt, will er, dass Südkorea mehr für die Militärallianz zahlt. Gleichzeitig belegt er südkoreanische Produkte – Autos und Stahl – mit saftigen Zöllen. Eine explosive Mischung, die höchstes diplomatisches Fingerspitzengefühl verlangt.

    Netzwerk der Zerstörung: „Operation Spinnennetz“ in Russland

    Parallel dazu findet ein Schlagabtausch im Osten Europas statt: Die Ukraine hat am Wochenende mit einer konzertierten Aktion namens „Operation Spinnennetz“ mehrere russische Luftwaffenstützpunkte tief im Landesinneren angegriffen. Drohnen, monatelang vorbereitet und direkt vor den russischen Militärbasen platziert, zerstörten mindestens fünf Flugzeuge – darunter vier strategische Bomber.

    Experten sprechen von einem Meilenstein im Ukraine-Krieg – vergleichbar mit dem Untergang des russischen Kriegsschiffs Moskva. Die Botschaft ist klar: Die Ukraine passt sich an, lernt und schlägt zurück.

    Ein Funke Hoffnung: Gefangenenaustausch in Istanbul vereinbart

    In Istanbul kam es gestern zu einem humanitären Lichtblick: Russland und die Ukraine einigten sich darauf, schwer verletzte und junge Kriegsgefangene auszutauschen und jeweils die Leichen von 6.000 gefallenen Soldaten zu übergeben. Ein Waffenstillstand? Weiter Fehlanzeige. Aber immerhin – ein Schritt in die richtige Richtung.

    Hassverbrechen in Colorado: Angriff auf Solidaritätsmarsch

    Weiter in die USA: In Boulder, Colorado, wurden Teilnehmer eines Marschs für die israelischen Geiseln in Gaza mit Molotowcocktails attackiert. Acht Menschen mussten ins Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter, Mohamed Sabry Soliman, ein ägyptischer Staatsbürger, soll laut Ermittlungen die Tat ein Jahr lang geplant haben.

    In Vernehmungen äußerte er Hass gegen „alle Zionisten“ und sprach davon, sie alle töten zu wollen. Er wurde wegen versuchten Mordes in 16 Fällen und weiterer Straftaten angeklagt. Präsident Trump äußerte sich zum Vorfall – lenkte den Fokus dabei jedoch auf Grenzsicherung, nicht auf Antisemitismus. Ob das der passende Moment war?

    Weitere Schlagzeilen aus aller Welt

    Polen: Der Nationalist Karol Nawrocki gewinnt ganz knapp die Präsidentschaft – ein Zeichen für Europas wachsende Konflikte um Migration, Abtreibung und LGBTQ-Rechte.

    Großbritannien: Premierminister Keir Starmer kündigt an, bis zu zwölf neue Unterseeboote zu bauen – eine milliardenschwere Investition in die Rüstung.

    Bangladesch: Ein Sondergericht erlässt Haftbefehl gegen Ex-Premierministerin Sheikh Hasina. Grund: Über 1.000 Tote bei Protesten am Ende ihrer Amtszeit.

    Zölle: Trump will am Mittwoch die Abgaben auf Stahl und Aluminium auf 50 Prozent anheben – trotz gerichtlicher Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen.

    Technologie: Die Investoren an der Wall Street investieren kräftig in KI-Technologie – steht hier schon die nächste Spekulationsblase bevor?

    Italien: Der Ätna spuckt wieder Feuer – Touristen auf Sizilien mussten evakuiert werden.

    Mode: LVMH holt Jonathan Anderson als Chefdesigner für Dior – er übernimmt alle Linien des Hauses.

    Gesundheit: Frauen, die in ihrer Lebensmitte viel Koffein konsumieren, altern laut Langzeitstudie gesünder als andere.

    Von Andreas M. Brucker

  • Ukraine greift russische Luftwaffenstützpunkte an: Dutzende Flugzeuge beschädigt – und andere World-News

    Ukraine greift russische Luftwaffenstützpunkte an: Dutzende Flugzeuge beschädigt – und andere World-News

    In einer der bislang umfassendsten Offensiven des Krieges hat die Ukraine gestern mehrere Luftwaffenstützpunkte tief in Russland angegriffen. Die koordinierte Drohnenattacke traf Ziele von Ostsibirien bis an die westliche Grenze – eine Reihe russischer Militärflugzeuge gingen dabei in Flammen auf.

    Doch auch die Ukraine musste einen herben Rückschlag hinnehmen: Eine russische Rakete schlug in einem ukrainischen Ausbildungslager ein und tötete mindestens zwölf Soldaten. Dies geschah nur wenige Stunden, nachdem Russland laut ukrainischen Angaben den größten nächtlichen Luftangriff seit Kriegsbeginn gestartet hatte.

    Und das alles während heute in Istanbul eigentlich Friedensgespräche zwischen ukrainischen und russischen Delegationen beginnen sollen.

    Drohnen aus Lastwagen heraus gestartet

    Laut einem ukrainischen Sicherheitsbeamten wurden die ukrainischen Drohnen heimlich per Lkw nach Russland gebracht und von dort aus gestartet. Ziel: mehrere russische Luftwaffenstützpunkte. Nach Angaben desselben Beamten sollen Dutzende Flugzeuge beschädigt worden sein. Bilder und Berichte aus sozialen Netzwerken bestätigen brennende Flugzeuge auf mehreren russischen Flugfeldern.

    Ein russischer Militärblogger bezeichnete den Angriff als einen „rabenschwarzen Tag für die russische Luftwaffe“. Treffender lässt sich die Stimmung in Moskau wohl kaum zusammenfassen.

    Friedensverhandlungen und gegenseitige Vorwürfe

    Bei einem früheren Gespräch in Istanbul hatten beide Seiten ihre Vorstellungen von Frieden dargelegt. Doch seitdem werfen ukrainische Offizielle Russland Verzögerungstaktiken vor. Der gestrige Angriff wird die Verhandlungen mit Sicherheit nicht einfacher machen.

    Blutige Eskalation in Rafah – über 20 Tote bei Hilfsverteilung

    Auch im Nahen Osten eskalierte die Lage erneut. In Rafah, im Süden des Gazastreifens, wurden bei einem Vorfall an einem Hilfsverteilungszentrum über 20 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Laut palästinensischen Gesundheitsbehörden hatten sich Menschen dort versammelt, um Lebensmittel zu erhalten, als sie plötzlich unter Beschuss gerieten.

    Ein israelischer Militärsprecher sagte, es seien lediglich Warnschüsse abgegeben worden – was die dramatischen Folgen kaum entschärft.

    Rettungskräfte der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond bargen mindestens 23 Leichen in der Nähe des Zentrums. Das Rote Kreuz behandelte 179 Patienten, 21 davon kamen bereits tot im Feldlazarett an. Das Gesundheitsministerium von Gaza spricht von 31 Todesopfern.

    Gaza in der Hungerfalle

    Seit Israel im März jegliche Lieferungen von Nahrung, Treibstoff und Medikamenten blockiert, leidet die Bevölkerung Gazas unter akuter Not. Rund um die Hilfszentren – betrieben von amerikanischen Sicherheitsfirmen – entstehen dabei immer wieder chaotische Situationen. Die gestrigen Ereignisse zeigen einmal mehr, wie gefährlich selbst der Versuch, Hilfe zu leisten, derzeit in Gaza ist.

    Weitere internationale Entwicklungen im Überblick:

    • Mexiko: Über 2.600 Richter und Magistrate werden in einer umfassenden Justizreform neu gewählt.
    • Indien: Wegen der Aussetzung von Visa-Interviews platzen für tausende Studierende die USA-Pläne.
    • Malaysia: Eine LGBTQ-Veranstaltung wurde nach Drohungen und Hasskommentaren abgesagt. Der zuständige Minister sprach von „abweichender Kultur“.
    • Deutschland: In einem Krankenhausbrand in Hamburg starben mindestens drei Menschen, über 50 wurden verletzt.
    • Kanada: In Saskatchewan und Manitoba wüten dutzende Waldbrände.
    • Nordkorea: Russland liefert offenbar Waffen an das Regime in Pjöngjang – eine gefährliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse.
    • Indien-Pakistan: Der militärische Konflikt ist abgeklungen, doch der Streit ums Wasser flammt neu auf.

    Wirtschaft & Technik

    • Ölmarkt: Saudi-Arabien, Russland und sechs weitere OPEC-Plus-Staaten verlängern ihre erhöhte Fördermenge – schon den dritten Monat in Folge.
    • Arbeitsmarkt: Junge US-Absolventen finden zunehmend schwer Arbeit – Unternehmen setzen vermehrt auf KI statt auf Berufseinsteiger.
    • Handel: Die anti-europäische Haltung vieler US-Konservativer erschwert die Verhandlungen über neue Zollabkommen erheblich.

    Von C. Hatty

  • Klimaklagen auf dem Vormarsch: Wenn Gerichte zur letzten Hoffnung werden

    Klimaklagen auf dem Vormarsch: Wenn Gerichte zur letzten Hoffnung werden

    Ein tödlicher Hitzeschock, eine mutige Tochter – und die Frage: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für die Erderwärmung?

    Im Sommer 2021 erstickte der pazifische Nordwesten unter einer Hitzeglocke. Die Temperaturen stiegen auf über 40 Grad Celsius, als wären wir plötzlich in der Sahara gelandet – mitten in Washington State. In diesem toxischen Ofen verlor Juliana Leon ihr Leben. 65 Jahre alt, unterwegs von einem Arzttermin, stieg sie aus dem Auto, ließ die Fenster herunter – und wurde später tot aufgefunden. Todesursache: Hyperthermie. Hitze also. Oder, genauer gesagt: Klimawandel.

    Ihre Tochter, Misti Leon, hat jetzt etwas getan, das Aufsehen erregt: Sie hat sieben der weltweit größten Öl- und Gaskonzerne verklagt. Wegen fahrlässiger Tötung. Der Vorwurf? Diese Firmen hätten seit Jahrzehnten gewusst, dass ihre Produkte die Erderwärmung anheizen – und trotzdem weitergemacht. Ohne Warnung, ohne Verantwortung. Einfach weiter gebaggert, gepumpt und verkauft.

    Was macht diese Klage so besonders? Es ist die erste dieser Art, die explizit den Tod eines Menschen mit dem Verhalten der fossilen Industrie verknüpft. Ein juristischer Urknall?

    Der Kampf um Gerechtigkeit zieht in die Gerichtssäle

    Und das ist nur ein Puzzlestück in einem viel größeren Bild. Denn überall in den USA – von Charleston bis Kalifornien – laufen ähnliche Klagen. Städte, die regelmäßig unter Wasser stehen, fordern Entschädigung. Jugendliche, deren Zukunft auf dem Spiel steht, verklagen die Regierung. Und überall steht dieselbe Frage im Raum: Wenn wir wissen, dass CO₂ unser Klima kippt – warum handeln die Verantwortlichen nicht?

    Charleston zum Beispiel, eine charmante Stadt an der Küste von South Carolina, kämpft seit Jahren mit Überschwemmungen. In manchen Jahren war dort jeder fünfte Tag ein „Wassertag“. Die Stadt verklagt fossile Konzerne, weil sie – so die Argumentation – jahrzehntelang gewusst haben, dass ihre Produkte den Meeresspiegel steigen lassen. Und dennoch: Schweigen, Lobbyismus, PR-Kampagnen.

    Der damalige Bürgermeister von Charleston hat es drastisch formuliert: Diese Unternehmen hätten die Wahrheit so tief vergraben wie ihre eigenen Bohrtürme.

    Wissenschaft als Zeugin der Anklage

    Und die Wissenschaft? Sie steht mittlerweile felsenfest. Modelle zeigen: Die Hitzewelle von 2021 – die, bei der Juliana Leon starb – wäre ohne den menschgemachten Klimawandel nahezu unmöglich gewesen. Ein Zufall? Wohl kaum.

    Forscher haben herausgefunden, dass nur ein Bruchteil der weltweit größten Konzerne für den Großteil der historischen CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Und diese Konzerne wiederum wussten seit mindestens den 1970er-Jahren Bescheid. Wussten, dass ihr Handeln katastrophale Folgen haben würde – und entschieden sich trotzdem für den Profit.

    Muss man das wirklich noch juristisch beweisen? Ja, leider schon. Aber der Wind dreht sich. In Montana etwa gewannen Jugendliche kürzlich ein Verfahren, das die Regierung verpflichtete, die Auswirkungen ihrer Energiepolitik auf das Klima zu berücksichtigen. Und in Hawaii läuft eine Klage, bei der Jugendliche gegen umweltfeindliche Gesetze vorgehen – mit ersten Erfolgen.

    Die Jugend erhebt ihre Stimme – und verklagt Präsidenten

    Ganz aktuell: Eine neue Klage richtet sich direkt gegen die Exekutivanordnungen von Donald Trump. Laut Kläger:innen untergraben diese nicht nur den Klimaschutz, sondern auch verfassungsmäßige Rechte junger Menschen. Eine 19-Jährige, Eva Lighthiser, sagt: „Ich will nicht klagen – ich muss es tun. Es geht um mein Leben, meine Zukunft, mein Recht, die Wahrheit zu sagen.“

    Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört? Dass die junge Generation Verantwortung übernimmt, weil die Älteren versagt haben? Ist das nicht ein Armutszeugnis für Politik und Wirtschaft?

    Was bedeutet das alles für uns?

    Dass diese Klagen stattfinden, ist ein Signal: Die Zeiten, in denen fossile Konzerne einfach davonkamen, könnten vorbei sein. Der öffentliche Druck steigt. Und selbst wenn viele Verfahren (noch) nicht vor Gericht gewinnen – sie verändern die Debatte. Sie stellen klar: Wer sich jahrzehntelang an der Zerstörung des Klimas beteiligt hat, soll nicht ungeschoren davonkommen.

    Noch stehen die Gerichte am Anfang dieses Weges. Aber es gibt Bewegung. Und Hoffnung.

    Könnten diese Klagen das neue Kapitel im Kampf gegen den Klimawandel aufschlagen?

    Oder fragen wir anders: Was, wenn sie unsere letzte Chance sind?

    Denn politische Maßnahmen hinken der Realität hinterher. Und während die Gletscher schmelzen und die Hitzewellen zur tödlichen Normalität werden, bringen mutige Einzelpersonen die Klimakrise in den Gerichtssaal – einen Ort, an dem Fakten zählen.

    Vielleicht braucht es genau das: weniger leere Versprechen, mehr knallharte Urteile.

    Von Andreas M. Brucker

  • Trump setzt Zollpolitik vorerst durch – Gerichte verschieben endgültige Entscheidung

    Trump setzt Zollpolitik vorerst durch – Gerichte verschieben endgültige Entscheidung

    Ein Berufungsgericht in den Vereinigten Staaten hat vorläufig entschieden, viele der von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle auf China und andere Handelspartner der USA beizubehalten. Damit wurde ein früheres Urteil eines anderen Gerichts ausgesetzt, das die Regierung gezwungen hätte, die Zölle wegen ihrer mutmaßlichen Rechtswidrigkeit aufzugeben.

    Zwar äußerte sich das Berufungsgericht nicht inhaltlich zur Rechtmäßigkeit der Maßnahmen oder dem Antrag der Regierung, doch verschaffte es dem Weißen Haus einen zeitlichen Aufschub. Die betroffenen Zölle waren ein zentrales Element in Trumps außenwirtschaftlicher Strategie und dienten wiederholt als Druckmittel in Handelsverhandlungen.

    Somit kann der ehemalige Präsident – zumindest vorläufig – weiterhin Strafzölle gegen China, Kanada und Mexiko und seine Androhung „reziproker“ Zollsätze weiter aufrechterhalten. Diese Drohungen wurden auf eine Vielzahl von Ländern ausgeweitet, im April jedoch zunächst wieder ausgesetzt.

    Das Berufungsurteil markiert jedoch keinen endgültigen Schlusspunkt. Beobachter erwarten, dass der Fall letztlich vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten landen wird.

    Unsicherheit bei Handelspartnern und Experten

    Die Entscheidung des Gerichts, die bestehenden Zölle aufrechtzuerhalten, ohne über ihre Rechtmäßigkeit zu befinden, hat international für weitere Unsicherheit gesorgt. Zahlreiche Länder, darunter EU-Staaten und Schwellenländer, befinden sich in laufenden Verhandlungen mit der US-Regierung. Diese fordert im Gegenzug für einen möglichen Zollabbau den Abbau von Handelshemmnissen für amerikanische Produkte.

    Mehr als ein Dutzend Staaten sind derzeit in Gesprächen mit Washington. Insbesondere Schwellenländer sehen sich unter Druck gesetzt, ihre Binnenmärkte zu öffnen oder Subventionen zurückzufahren, um einen Zollkrieg zu vermeiden. Der Zwischenentscheid des Berufungsgerichts hat die ohnehin angespannte Lage nochmals verschärft, da unklar bleibt, ob die Maßnahmen Bestand haben werden.

    Justiz als Gegengewicht zur Exekutive

    Bemerkenswert ist die Rolle der amerikanischen Justiz im Kontext von Trumps zweiter Amtszeit. Innerhalb der ersten 130 Tage wurden laut offiziellen Angaben über 180 präsidiale Maßnahmen durch richterliche Urteile eingeschränkt oder aufgehoben. Damit etabliert sich die Justiz zunehmend als institutionelles Gegengewicht zu einem Präsidenten, der seine Machtfülle gegenüber Parlament und Administration konsequent ausreizt.

    In der wirtschaftspolitischen Praxis äußert sich diese Entwicklung am deutlichsten im Bereich der Handelspolitik. Der gezielte Einsatz von Zöllen als strategisches Druckmittel hat nicht nur ökonomische Folgen, sondern stellt auch rechtlich wie politisch eine Gratwanderung dar – insbesondere, wenn sie nationale und internationale Verpflichtungen gleichermaßen berührt.


    Russlands Offensive in der Ostukraine nimmt Fahrt auf

    Während sich Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew erstmals seit 2022 abzeichnen, eskaliert die militärische Lage an der Front. Russische Truppen machen derzeit die größten Geländegewinne des Jahres und intensivieren Angriffe mit Drohnen und Raketen auf ukrainische Städte.

    Besonders im Osten rücken Einheiten tief ins umkämpfte Gebiet vor. Ziel scheint die vollständige Eroberung der Region Donezk bis Jahresende zu sein. Trotz dieser Erfolge gehen westliche Militärexperten nicht davon aus, dass Russland in diesem Sommer eine entscheidende Wende im Krieg herbeiführen kann.

    Mit der Eröffnung einer neuen Front im Norden der Ukraine verstärkt Moskau zudem den Druck auf die ukrainischen Streitkräfte, ihre Truppen auf eine größere Fläche zu verteilen – eine Strategie, die langfristig auf die Erschöpfung der Verteidigungslinien abzielt.


    Chinas Arbeitsprogramme zur Kontrolle der Uiguren

    Eine neue gemeinsame Recherche von The Times, dem Bureau of Investigative Journalism und Der Spiegel legt offen, dass China zehntausende Uiguren aus der Region Xinjiang landesweit in Fabriken untergebracht hat – auch in solchen, die Zulieferprodukte für westliche Konzerne wie Tesla, Mercedes-Benz und McDonald’s herstellen.

    Die offiziellen Arbeitsprogramme, ursprünglich als Maßnahmen zur Armutsbekämpfung deklariert, dienen in der Praxis als Instrument zur sozialen Kontrolle und politischen Repression. Gleichzeitig ermöglichen sie es Peking, internationale Sanktionen gegen Produkte aus Zwangsarbeit in Xinjiang zu umgehen.

    Die Recherche beleuchtet, wie systematisch Uiguren von ihrer Heimatregion in entfernte Industriezentren transportiert werden. Die Zwangsumsiedlungen unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Entwicklung haben sich zu einem zentralen Bestandteil der chinesischen Minderheitenpolitik entwickelt.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    Gaza: Während Israel seine Offensive im Gazastreifen fortsetzt, wurde ein neues Zentrum zur Verteilung humanitärer Hilfe eröffnet – und überrannt von verzweifelten Zivilisten. Die USA haben einen neuen, von Israel unterstützten Waffenstillstandsvorschlag an die Hamas übermittelt.

    Großbritannien: In Liverpool wurde ein 53-Jähriger angeklagt, der mit seinem Auto absichtlich in eine Menschenmenge bei einer Feier von Liverpool F.C. gefahren sein soll.

    Klimawandel: Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die Gletscher der Erde in alarmierendem Tempo abschmelzen.

    Sean Combs: Eine frühere persönliche Assistentin des Musikproduzenten hat unter Eid ausgesagt, Opfer von Schlafentzug, körperlicher Gewalt und sexuellen Übergriffen geworden zu sein.

    Südkorea: Beim Absturz eines Marineflugzeugs sind vier Menschen ums Leben gekommen.

    Schleuser verurteilt: Ein indischer Staatsbürger wurde in den USA zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er hatte an einer Schleusung beteiligt, bei der Migranten über Kanada in die Vereinigten Staaten gebracht wurden. Eine Familie bezahlte die Reise mit dem Leben.

    Mexiko: Am kommenden Sonntag werden erstmals landesweit über 2.600 Richter und Richterinnen direkt gewählt. Einzelne Kandidaten stehen im Verdacht, Kontakte zu Drogenkartellen zu pflegen.

    Weltraum: Astronomen haben ein großes Himmelsobjekt entdeckt – vermutlich ein Zwergplanet –, das sich in einer bislang als leer angenommenen Zone des Sonnensystems befindet.


    Wirtschaft und Technologie

    Handel: Auch wenn ein umfassender Zollkrieg bislang ausgeblieben ist, nutzen sowohl die USA als auch China zunehmend Exportkontrollen, um zentrale Industriezweige des jeweils anderen Landes gezielt zu behindern.

    Technologie: Der Chipkonzern Nvidia meldet einen Umsatzsprung um 69 Prozent auf 44,1 Milliarden US-Dollar im Jahresvergleich – getrieben durch die starke Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz.

    Medien: The New York Times hat eine Lizenzvereinbarung mit Amazon abgeschlossen. Redaktionsinhalte sollen künftig in KI-Plattformen des Konzerns integriert werden.

    Autor: P.T.

  • Kritik an Israel: Hilfslieferungen nach Gaza als Angriff auf die Menschenwürde

    Kritik an Israel: Hilfslieferungen nach Gaza als Angriff auf die Menschenwürde

    Die Vereinten Nationen haben Israels neues System zur Kontrolle humanitärer Hilfe in Gaza scharf kritisiert. Ein hochrangiger UN-Beamter sprach sogar von einem „Angriff auf die Menschenwürde der Palästinenser“. Israel, das mehr als zwei Monate lang keine Hilfslieferungen in das Gebiet gelassen hatte, argumentiert, das neue System solle verhindern, dass die islamistische Hamas Hilfsgüter an sich reißt.

    Doch die humanitäre Lage spitzt sich weiter zu. Berichten des Welternährungsprogramms zufolge starben in der vergangenen Nacht mindestens zwei Menschen, nachdem eine aufgebrachte Menschenmenge ein Lebensmittellager in Zentral-Gaza gestürmt hatte. Schon am Dienstag, dem Tag des Neustarts des Hilfsprogramms, wurden Dutzende verletzt – erneut bei einer Panikreaktion auf einem Verteilungsplatz.

    Der Ton in Europa wird indes rauer. Während aus Washington der Druck für eine Waffenruhe wächst, äußern europäische Diplomaten deutliche Kritik. Kaja Kallas, die Chef-Diplomatin der EU, verurteilte Israels Vorgehen scharf: „Unverhältnismäßige Gewaltanwendung und der Tod von Zivilisten dürfen nicht toleriert werden. Hilfe darf niemals politisiert oder militarisiert werden.“

    Ein alter Vorwurf mit neuer Schärfe: Schon seit Wochen warnen UN-Organisationen davor, dass das neue Hilfssystem, das bislang von UN-Agenturen verwaltet wurde, Zivilisten unnötig gefährde. Der Vorwurf: Die Menschen müssten nun weite Wege auf sich nehmen, oft kilometerweit durch von Israel kontrolliertes Gebiet, nur um an einem der wenigen verbliebenen Orte überhaupt Hilfe zu erhalten.

    Eine rhetorische Frage drängt sich auf: Dient dieses neue System wirklich dem Schutz der Zivilbevölkerung – oder ist es ein weiteres Mosaiksteinchen in einem größeren Plan zur Verdrängung der Menschen aus Nord-Gaza?

    Israels Rechtfertigung lässt jedenfalls keinen Spielraum: Es gehe darum, zu verhindern, dass Hamas Lebensmittel horte. Die UN aber sehen darin ein System, das Zivilisten an ihre Belastungsgrenzen treibt – körperlich, psychisch und existenziell.

    Deutschland will die Ukraine noch stärker unterstützen

    Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, die deutsche Unterstützung für die Ukraine deutlich auszubauen. Geplant sind zusätzliche Militärlieferungen sowie Milliardenhilfen für die inländische Rüstungsproduktion – inklusive weitreichender Waffensysteme. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen eines Besuchs von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Berlin.

    Laut Verteidigungsministerium geht es um konkrete Zusammenarbeit beim Waffenbau, um moderne Luftabwehrsysteme und sogar um Satellitenkommunikation. Das Paket hat ein Volumen von rund fünf Milliarden Euro.

    Selenskyj erklärte, die Ukraine benötige derzeit jährlich rund 30 Milliarden Dollar, um die eigene Waffenproduktion voll auszulasten. Er reist seit Jahren durch die Welt, um genau dafür Partner zu finden – jetzt scheint Deutschland entschlossen, die Rolle eines verlässlichen Unterstützers zu übernehmen.

    USA planen Maßnahmen gegen chinesische Studierende

    Der US-Außenminister Marco Rubio verkündete am Dienstagabend, dass chinesischen Studierenden künftig verstärkt die Visa entzogen werden sollen – insbesondere jenen mit Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas oder mit Spezialisierung in sicherheitsrelevanten Bereichen. Zeitgleich ordnete er an, die Vergabe von Studenten- und Austauschvisa im Ausland vorübergehend zu stoppen, um Bewerber künftig noch genauer zu durchleuchten – inklusive deren Social-Media-Aktivitäten.

    Donald Trump griff derweil Universitäten wie Harvard an und forderte weniger internationale Studierende. Stattdessen solle man mehr Plätze für Amerikaner schaffen. Seine Kampagne gegen Hochschulen spiegelt ein altbekanntes Muster wider: Wenn etwas schiefläuft, sind immer die anderen schuld – nie er selbst.

    Weitere Schlagzeilen aus den USA und der Welt

    Ein Bundesgericht in den USA hat einige von Trumps härtesten Zollplänen gestoppt. Elon Musk kündigte an, sich aus der Arbeit in der Trump-Administration zurückzuziehen – um sich wieder stärker auf seine Firmen zu konzentrieren. Außerdem ordnete ein Richter die Freilassung einer russischen Wissenschaftlerin an: Es gebe „weder eine faktische noch eine rechtliche Grundlage“ für den Entzug ihres Visums.

    In China wurde heute die Raumsonde Tianwen-2 ins All geschossen – mit dem Ziel, Proben von einem erdnahen Asteroiden zu sammeln.

    Haiti setzt im Kampf gegen bewaffnete Banden auf Söldnerhilfe. Die Regierung unterzeichnete einen Vertrag mit Erik Prince, dem umstrittenen Gründer der Sicherheitsfirma Blackwater.

    Wissenschaftlich lief es weniger rund: SpaceX verlor bei einem Testflug die Kontrolle über seine Starship-Rakete. Das Raumfahrtprojekt bleibt damit ein technischer Drahtseilakt mit wechselhaftem Erfolg.

    In der Türkei müssen Passagiere, die sich vor dem vollständigen Stopp eines Flugzeugs abschnallen oder aufstehen, künftig mit Geldstrafen rechnen.

    In der Filmwelt sorgt ein Skandal um Kevin Costner für Schlagzeilen: Eine Stuntfrau verklagte ihn wegen einer angeblich nicht abgesprochenen Vergewaltigungsszene ohne Intimitätskoordination.

    Europa im Fokus

    Großbritannien erhebt Anklage gegen Influencer Andrew Tate und seinen Bruder – darunter auch wegen Vergewaltigung. Beide sollen aus Rumänien ausgeliefert werden.

    In der Schweiz richtete ein Erdrutsch, ausgelöst durch einen brüchigen Gletscher, schwere Schäden in einem Alpendorf an. Nur neun Tage zuvor waren alle 300 Einwohner evakuiert worden.

    Und in Deutschland trifft die Wirtschaftspolitik Trumps einen ganz speziellen Nerv: Porsche produziert ausschließlich hierzulande – und ist damit besonders anfällig für neue Zölle.

    Und ein Paukenschlag vom Bundesgerichtshof: Zivilrecht kann künftig herangezogen werden, um Konzerne für die weltweiten Auswirkungen ihrer Emissionen verantwortlich zu machen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Menschenmassen überrennen neue Hilfsstation im Gazastreifen – und andere World-News

    Menschenmassen überrennen neue Hilfsstation im Gazastreifen – und andere World-News

    Am ersten Tag der Hilfsgüterverteilung an einem neuen Zentrum im Gazastreifen brach Chaos aus. Die umstrittene Hilfsaktion wurde von israelischer Seite ins Leben gerufen – und sorgt nun für große Unruhe.

    Videomaterial zeigt Menschenmengen, darunter viele Frauen und Kinder, die auf das Zentrum zurannten, wo zuvor Hilfspakete gestapelt worden waren. In einem der Clips ist zu sehen, wie die Menge plötzlich in Panik gerät und flüchtet – im Hintergrund sind mehrere kurze Gewehrsalven zu hören. Seit März blockiert Israel die Einfuhr von Hilfsgütern, was die Notlage der palästinensischen Bevölkerung dramatisch verschärft hat.

    Die Gaza Humanitarian Foundation, Organisatorin der Verteilung, erklärte, dass der Andrang so heftig gewesen sei, dass sich ihr Team zurückziehen musste.

    Vermittler arbeiten nach wie vor fieberhaft an einer Waffenruhe im Gazastreifen. Doch widersprüchliche Signale aus Israel, den USA und von der Terrororganisation Hamas lassen kaum klare Fortschritte erkennen.

    Westjordanland: Israelische Soldaten erschossen den 14-jährigen palästinensisch-amerikanischen Jungen Amer Rabee, den sie als Terroristen einstuften. Der Vorfall schürt erneut den Vorwurf, das israelische Militär handle mit übermäßiger Gewalt und ohne Rücksicjht auf die Zivilbevölkerung.


    Deutschlands Kanzler als neue Schlüsselfigur für die Ukraine

    Heute reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erstmals seit Friedrich Merz’ Amtsantritt als Bundeskanzler nach Deutschland. Angesichts der wachsenden Unsicherheit über die langfristige US-Unterstützung für Kiew, positioniert sich Merz zunehmend als führende Kraft in Europas Solidaritätsallianz mit der Ukraine.

    Ein zentrales Gesprächsthema dürfte die militärische Unterstützung sein – konkret geht es um den Marschflugkörper „Taurus“, eine gemeinsame Entwicklung Deutschlands und Schwedens. Die frühere Bundesregierung hatte eine Lieferung stets abgelehnt. Merz kritisierte das damals, hat sich jedoch seit Amtsübernahme nicht klar geäußert, ob er die Waffe jetzt liefern wird.


    König Charles’ Seitenhieb gegen Trump

    Bei der feierlichen Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des kanadischen Parlaments zeichnete König Charles ein düsteres Bild der Weltlage – und kritisierte damit subtil die Wirtschaftspolitik von Donald Trump. „Wir müssen mit klarem Blick auf die Welt schauen“, sagte Charles in Ottawa. „Die Welt ist gefährlicher und unsicherer als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Zweiten Weltkrieg.“

    Der Besuch des britischen Königs – der gleichzeitig Kanadas Staatsoberhaupt ist – wurde auch als direkte Antwort auf Trumps jüngste Forderung gesehen, Kanada solle der 51. US-Bundesstaat werden. Premierminister Mark Carney ließ durchblicken, dass die ungewöhnliche Entscheidung, das Parlament vom Monarchen eröffnen zu lassen, ein Zeichen für Kanadas eigenständige Identität gegenüber den USA sei.


    Weitere wichtige Schlagzeilen

    Frankreich: Heute wird das Urteil gegen einen Arzt erwartet, der 299 ehemalige Patienten missbraucht haben soll – der größte Pädophiliefall in der französischen Geschichte.

    Trump: Ein US-Bundesrichter hat Trumps Versuch gestoppt, eine einflussreiche Anwaltskanzlei wegen politischer Gegnerschaft zu bestrafen.

    Großbritannien: Nach einem Zwischenfall in Liverpool, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge raste und 65 Menschen verletzte, betonten die Behörden, dass der Fahrer ein weißer Brite war – um Gerüchten entgegenzuwirken.

    Migration: Die USA pausieren vorübergehend Visa-Interviews für Studierende und Gastwissenschaftler aus dem Ausland, um das Prüfverfahren ihrer Social-Media-Aktivitäten zu überarbeiten.

    Weltraum: SpaceX verlor bei seinem neunten Testflug die Kontrolle über das „Starship“, das im All zerbrach.

    Afrika: Joseph Kabila, ehemaliger Präsident der Demokratischen Republik Kongo, ist in das von Rebellen kontrollierte Goma zurückgekehrt.

    Kriminalität: Eine dritte Person, die beschuldigt wird, einen Mann entführt und ihn drei Wochen lang in einem Haus in Manhattan gefoltert zu haben, um seine Bitcoin-Bestände zu stehlen, hat sich der Polizei gestellt.

    Nordkorea: Satellitenbilder zeigen, wie der Stapellauf eines neuen 5.000-Tonnen-Zerstörers vergangene Woche grandios scheiterte.


    Zölle und Wirtschaft

    China: Ein umfassender Handelskrieg mit den USA könnte dem Amerikanern Millionen Jobs kosten.

    Japan: Die Regierung hat ein Hilfspaket über 6,3 Milliarden Dollar verabschiedet, um Unternehmen und Haushalte zu unterstützen, die unter den US-Zöllen leiden.

    Schiffbau: Die USA wollen die eigene Schiffbauindustrie wiederbeleben – doch amerikanische Schiffe kosten das Fünffache asiatischer Modelle.

  • USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    Maros Sefcovic, der Handelskommissar der EU, sprach gestern mit Howard Lutnick, dem US-Handelsminister, einen Tag nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, dass er die 50-prozentigen Zölle auf alle EU-Importe verschieben werde, um mehr Zeit für Verhandlungen zu schaffen. Sefcovic schrieb später in sozialen Medien, dass sich die EU „nach wie vor voll und ganz konstruktiven und zielgerichteten Bemühungen“ für ein Abkommen verpflichtet fühle.

    Am Sonntag sprach Trump telefonisch mit Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission. Eine Sprecherin der Kommission, Paula Pinho, sagte gestern, dass das Gespräch zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten den Verhandlungen „neuen Schwung“ gegeben habe. Ziel ist es, vor dem 9. Juli eine Lösung zu finden – an diesem Tag sollen ansonsten die Zölle in Kraft treten.

    Doch der Weg zur Deeskalation bleibt schwierig. Die USA und die EU verfolgen weiterhin unterschiedliche Prioritäten. Und es ist unklar, ob sich die Forderungen oder Angebote überhaupt signifikant verändert haben.

    Ein Sprecher der Kommission sagte gestern, dass die EU weiterhin vorschlage, dass beide Seiten die Zölle auf Industriegüter auf null senken. Er deutete außerdem an, dass die EU ihre Listen für Vergeltungszölle überarbeite – mit denen europäische Länder amerikanische Importe wie Maschinen, Sojabohnen und Bourbon belegen könnten.

    Die Trump-Regierung hat von den europäischen Ländern verlangt, ihr Verbrauchssteuersystem sowie zentrale digitale Vorschriften zu ändern – Forderungen, die europäische Beamte ablehnen.


    Ukraine: Während Russland weiter angreift, zieht sich die USA zurück

    Russland startete gestern erneut massive Luftangriffe auf ukrainische Städte und Dörfer, während sich die USA zunehmend aus dem Konflikt und diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Kriegs zurückziehen.

    Mindestens 355 russische Drohnen seien laut der Ukraine über das Land geschwärmt, begleitet von neun Raketen, die von Bombern abgefeuert wurden. Der Angriff erfolgte, nachdem Trump in sozialen Medien Präsident Wladimir Putin beschuldigte, „völlig DURCHZUDREHEN“ in seinem Versuch, die Ukraine zu erobern – gleichzeitig warf er jedoch dem ukrainischen Präsidenten vor, provokative Worte benutzt zu haben. In einem Kommentar sagte er: „Das ist nicht Trumps Krieg.“

    Trotz seiner Rhetorik hat Trump sich geweigert, sich den Europäern bei neuen Finanzsanktionen gegen Russland anzuschließen, und hat der Ukraine keine neuen Waffen oder andere Hilfen angeboten. Trumps Beschwerden über das anhaltende Töten, gepaart mit seiner Weigerung, Putin auch nur einen bescheidenen Preis zahlen zu lassen, sei ein bekanntes Muster, sagen Experten und Beamte.


    Ein Autofahrer rast in eine Menschenmenge in Liverpool

    Fast 50 Menschen wurden gestern verletzt, als ein Fahrer in eine Menschenmenge raste, die den Premier-League-Sieg Liverpools feierte. Vier Kinder wurden verletzt, eines davon schwer. Der Fahrer, ein 53-jähriger Brite, wurde von der Polizei festgenommen.

    Die stellvertretende Polizeichefin Jenny Sims sagte, die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handle, der nicht als Terrorakt eingestuft werde. Sie sagte, die Behörden suchten keine weiteren Beteiligten, machte aber bisher keine Angaben zu einem möglichen Motiv.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Venezuela: Die Partei des Autokraten Nicolás Maduro erklärte sich bei den Regional- und Parlamentswahlen zum Sieger, doch die Wahllokale waren nahezu leer, und die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht.

    Gaza: Der Leiter eines neuen, umstrittenen Hilfsprogramms im Gazastreifen trat zurück, da er seine Arbeit nicht unabhängig ausüben könne.

    Migration: Die Trump-Regierung hat Tausende venezolanische Migranten zur freiwilligen Ausreise gedrängt .

    Energie: US-Firmen, die große Batterien zur Speicherung grüner Energie produzieren, sind auf chinesische Komponenten und staatliche Subventionen angewiesen. Trumps Zölle und Steuerpläne könnten das gefährden.