Kategorie: Blick in die Welt

Neuigkeiten, Einschätzungen und Meinungen zu Ereignissen, die die Welt bewegen.

  • Die Kunst, Trump einen Sieg zu gönnen

    Die Kunst, Trump einen Sieg zu gönnen

    Als Chinas Präsident Xi Jinping gestern nach seinem Treffen mit Präsident Donald Trump in Südkorea aus dem Verhandlungsraum trat, strahlte er die Selbstsicherheit eines Mannes aus, der seine Karten gut ausgespielt hatte.

    Indem er Chinas faktisches Monopol auf seltene Erden und seine Marktmacht beim Kauf von US-Sojabohnen ausspielte, errang Xi wichtige Zugeständnisse aus Washington. Diese umfassten:

    • eine Reduzierung der Zölle und die Verlängerung eines Moratoriums für neue Strafzölle,
    • die Aussetzung von Hafengebühren für chinesische Schiffe,
    • sowie die Verschiebung von US-Exportkontrollen, durch die weitere chinesische Firmen vom Zugang zu amerikanischer Technologie ausgeschlossen worden wären.

    Dieses Ergebnis ermöglichte es Trump, einen Sieg für amerikanische Landwirte und Unternehmen zu verkünden – obwohl China im Wesentlichen nur den Zustand von Anfang des Jahres wiederherstellte, inklusive der Wiederaufnahme seiner Sojabohnenkäufe aus den USA. Xi schien zu verstehen, was Trump brauchte: ein Abkommen, das sich im Inland als Erfolg verkaufen ließ.

    Trump Triumphierte beim Besteigen der Air Force One. „Unsere Farmer werden sehr glücklich sein!“, postete er anschließend auf Truth Social. „Ich möchte Präsident Xi dafür danken!“


    Ein Land, das zurückschlagen kann

    In der offiziellen Zusammenfassung der chinesischen Regierung zu Xis Äußerungen bei dem Treffen klang der Präsident fast wie ein Dozent.

    Die „jüngsten Wendungen“ im Handelskrieg, so Xi zu Trump, sollten lehrreich sein. „Beide Seiten sollten das große Ganze betrachten und sich auf die langfristigen Vorteile der Zusammenarbeit konzentrieren, anstatt in einen Teufelskreis gegenseitiger Vergeltung zu geraten“, sagte er.

    Xi bezog sich damit auf die monatelangen Vergeltungsmaßnahmen zwischen China und den USA in Form von Zöllen, Sanktionen und Exportbeschränkungen. Anfang des Monats hatte China die Eskalation auf eine neue Stufe gehoben, als es weitreichende neue Beschränkungen beim Export seltener Erden ankündigte – jener kritischen Rohstoffe, die für fast alle modernen Technologien unerlässlich sind. Ein Lieferstopp könnte US-Industrien sehr empfindlich treffen.

    Xis Botschaft war deutlich: Peking hat seine Fähigkeit zur Gegenwehr demonstriert – und Washington täte gut daran, sich daran zu erinnern.

    Das Kalkül scheint aufgegangen zu sein. Nach dem Treffen der beiden Staatschefs erklärte das chinesische Handelsministerium, dass die im Oktober angekündigten Beschränkungen für seltene Erden für ein Jahr ausgesetzt würden. Trump wiederum kündigte an, die von ihm Anfang des Jahres verhängten 20-Prozent-Zölle auf chinesische Waren zu halbieren – womit sich der durchschnittliche Zollsatz auf chinesische Importe auf rund 47 Prozent reduziert.

    Einige Experten meinen, China habe es verstanden, ein gut orchestriertes Spiel als Antwort auf die Zölle zu spielen. Dadurch habe es die USA gezwungen, ständig neue Ziele ins Visier zu nehmen – von Sojabohnen über seltene Erden bis zu TikTok –, ohne das Grundproblem jemals zu adressieren.


    Vorübergehende Ruhe?

    Die am Donnerstag getroffenen Vereinbarungen könnten zumindest vorübergehend für Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und China sorgen. Trump sagte, die beiden Staatschefs hätten auch darüber gesprochen, „gemeinsam daran zu arbeiten“, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Er kündigte eine Reise nach China für April an, Xi werde im Anschluss die USA besuchen.

    Trump überhäufte Xi mit Lob und nannte ihn einen „großartigen Führer eines großartigen Landes“ sowie einen „großartigen Freund“. Xi wiederum sagte, er glaube, Chinas Entwicklung gehe „Hand in Hand“ mit Trumps „Vision, Amerika wieder groß zu machen“.


    Weitere wichtige Nachrichten

    Prinz Andrew ist kein Prinz mehr
    Andrew, der durch Skandale belastete jüngere Bruder von König Charles III., verliert seinen Adelstitel – ein drastischer Schritt angesichts seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

    Die außerordentliche Maßnahme – in der modernen Geschichte des britischen Königshauses beispiellos – bedeutet, dass Andrew (65) künftig als Andrew Mountbatten Windsor geführt wird. Er wird zudem seine Residenz, die Royal Lodge, verlassen müssen und in ein neues, von König Charles persönlich finanziertes Haus umziehen.


    Videos zeigen Grauen im Sudan
    Aus der belagerten sudanesischen Stadt El Fasher, die am vergangenen Wochenende von paramilitärischen Kräften eingenommen wurde, erreichen die Weltöffentlichkeit schockierende Bilder. Die Weltgesundheitsorganisation meldet, dass über 450 Menschen allein in einem Krankenhaus der Stadt massakriert wurden.

    Verifizierte Videoaufnahmen und Augenzeugenberichte zeigen Kämpfer der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), wie sie gezielt Zivilisten jagen. Die RSF befindet sich seit über zwei Jahren im Bürgerkrieg mit den regulären Streitkräften des Landes.

    Die Berichte über Massaker lösen weltweit Empörung aus. Einige US-Abgeordnete forderten Sanktionen gegen den wichtigsten ausländischen Unterstützer der RSF: die Vereinigten Arabischen Emirate.


    Weitere Nachrichtenmeldungen:

    • Hurrikan Melissa, inzwischen ein Sturm der Kategorie 2, steuert auf Bermuda zu. In Haiti wurden bisher 23 Todesopfer gemeldet, in Jamaika fünf.
    • Hunderttausende ultraorthodoxe Israelis demonstrierten in Jerusalem gegen Regierungspläne, sie zur Wehrpflicht heranzuziehen.
    • Die USA senken ihre Aufnahmequote für Geflüchtete auf 7.500 pro Jahr – ein drastischer Rückgang gegenüber 125.000 bisher. Ein Großteil der Plätze soll an weiße Afrikaaner aus Südafrika vergeben werden.
    • Trump sorgte für Verwunderung und Besorgnis, als er erklärte, die USA würden nach drei Jahrzehnten wieder nukleare Waffentests aufnehmen.
    • Volkswagen, Europas größter Autobauer, meldete einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro, der teilweise auf Trumps Zölle zurückzuführen sei.

    Autor: P. Tiko

  • Es gab Warnungen vor dem Sturm

    Es gab Warnungen vor dem Sturm

    Ein Albtraumszenario spielte sich in dieser Woche in der Karibik ab.

    Hurrikan Melissa traf Jamaika am späten Dienstag als einer der stärksten Wirbelstürme der Kategorie 5, die je gemessen wurden. Zeitweise erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von fast 298 Kilometern pro Stunde. Ein Minister der jamaikanischen Regierung bezeichnete die Schadensberichte als „katastrophal“. Fast drei Viertel des Landes sind ohne Strom, mehr als ein Drittel der Bevölkerung war direkt vom Sturm betroffen.

    Melissa zog anschließend weiter nach Kuba, wo die Schäden ebenfalls erheblich waren, und nach Haiti, wo mindestens 20 Menschen ums Leben kamen. Gestern begann der Sturm, die südöstlichen Inseln der Bahamas zu treffen, und wurde heute im Tagesverlauf in der Nähe von Bermuda erwartet.

    Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar. Auch ist unklar, inwieweit dieser Sturm durch den Klimawandel verstärkt wurde. Doch fest steht: Der Ausstoß von Treibhausgasen hat zu wärmeren Meeren und heftigeren Stürmen beigetragen.

    Die Inselstaaten wussten, dass ein Tag wie dieser kommen würde.

    Die ärmsten Länder der Welt leiden am stärksten unter dem Klimawandel – obwohl sie am wenigsten zu den Treibhausgasemissionen beigetragen haben, die ihn verursachen. Inselstaaten weltweit fordern seit Jahren mehr Unterstützung und warnen vor bevorstehenden Katastrophen. Doch reiche Länder haben ihre Zusagen zur Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen immer wieder nicht eingehalten. Seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten haben die Vereinigten Staaten nahezu sämtliche Mittel zur Vorsorge und Wiederaufbau in anderen Ländern gestrichen.

    „Die Realität ist, dass alles ausgelöscht werden könnte“

    Hurrikane haben in karibischen Staaten in den letzten Jahren Schäden in Höhe von mehreren Dutzend Milliarden Dollar verursacht. Der Wiederaufbau hat zu massiven Verschuldungen geführt. Jamaika, die Bahamas, Barbados sowie Antigua und Barbuda – allesamt in den vergangenen Jahren von schweren Hurrikanen getroffen – haben Schuldenstände, die nahezu ihrer gesamten Wirtschaftsleistung entsprechen.

    Nach solchen Katastrophen verschulden sich die Länder weiter, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu sichern und wirtschaftliche Verluste auszugleichen. Doch die Rückzahlung dieser Schulden erschwert es zusätzlich, in Schutzmaßnahmen zu investieren, die künftige Schäden abmildern könnten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat festgestellt, dass in der Region mindestens 100 Milliarden US-Dollar investiert werden müssten, um die Klimawiderstandsfähigkeit zu stärken.

    „Unsere Länder haben nicht den Luxus, sich gegen den Klimawandel wappnen zu können“, wird Michai Robertson, leitender Berater der Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS), von der New York Times zitiert.

    Robertson stammt aus Antigua und Barbuda, das 2017 vom Hurrikan Irma verwüstet wurde. Der Sturm verursachte Schäden in Höhe von über 77 Milliarden US-Dollar in der Karibik und Südflorida.

    „Wenn Menschen vor der Wahl stehen, entweder Fensterläden zum Schutz ihres Hauses zu kaufen oder Essen auf den Tisch zu bringen, dann ist die menschlich naheliegende Entscheidung, Letzteres zu kaufen“, sagte Robertson. „Aber die Realität ist: Alles könnte ausgelöscht werden.“

    Versprechen von Hilfen – und ihr Ausbleiben

    In der kommenden Woche werden internationale Verhandlungsdelegationen nach Brasilien reisen, wo der jährliche Klimagipfel der Vereinten Nationen (COP 30) stattfindet. Diese Konferenzen drehen sich zunehmend um die Frage der Finanzierung. Laut UN-Studien benötigen Entwicklungsländer jährlich über eine Billion US-Dollar, um ihre Volkswirtschaften von fossilen Brennstoffen zu lösen und sich gleichzeitig an die massiv eintretenden Folgen des Klimawandels anzupassen.

    Im Jahr 2021 hatten sich die wohlhabenden Staaten verpflichtet, die Mittel für Klimaanpassung zu verdoppeln – auf mindestens 40 Milliarden US-Dollar jährlich bis 2025. Ein am Mittwoch veröffentlichter UN-Bericht zeigt jedoch, dass die tatsächlich gezahlten Hilfen für Anpassung derzeit sogar rückläufig sind.

    Die Biden-Regierung hatte geplant, für das Jahr 2023 rund 3,1 Milliarden US-Dollar für Klimaanpassung bereitzustellen. Präsident Trump hingegen hat die US-Beiträge zur Vorbereitung gefährdeter Länder auf den Klimawandel komplett eingestellt. Unter seiner Regierung wurden nahezu alle außenpolitischen Hilfsprogramme und Abteilungen, die mit armen Staaten zusammenarbeiten, abgebaut und geschlossen.

    Am Dienstagmorgen, als der Hurrikan näher rückte, sagte Robertson: „Reiche Länder ziehen sich nicht nur aus dem Kampf gegen den Klimawandel zurück – sie hören uns auch nicht zu.“


    Weitere wichtige Nachrichten

    Trump und Xi Jinping treffen sich in Südkorea

    Donald Trump traf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Südkorea – der dritte und letzte Halt auf Trumps sechstägiger Asienreise. Es war das erste persönliche Treffen seit Trumps Rückkehr an die Macht. Beobachter sahen die Gespräche als entscheidend für die Stabilisierung des fragilen Handelsfriedens zwischen beiden Ländern.

    Kurz vor dem Treffen mit Xi – der derzeit einen raschen Ausbau des chinesischen Atomwaffenarsenals vorantreibt – drohte Trump in sozialen Medien damit, erstmals seit Jahrzehnten wieder Atomtests durchzuführen. In ihren ersten Stellungnahmen nannte Trump Xi einen „großartigen Freund“, Xi betonte, man solle und wolle gemeinsam globale Herausforderungen angehen.

    Erneut Israelische Luftangriffe im Gazastreifen

    Israel kündigte an, die Feuerpause wieder in Kraft zu setzen, nachdem bei Luftangriffen im Gazastreifen laut Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums mindestens 100 Menschen getötet worden waren.

    Die Angriffe begannen am späten Dienstag, nachdem die israelische Regierung der Hamas vorgeworfen hatte, die Waffenruhe verletzt zu haben – unter anderem durch das Zurückhalten der Leichen getöteter Geiseln sowie Angriffe auf israelische Streitkräfte im Süden des Gazastreifens. Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte gestern, „Dutzende Hamas-Kommandeure“ seien bei den Angriffen getötet worden.

    Hamas warf Israel vor, die Feuerpause untergraben zu wollen, und kritisierte die Haltung der USA. Munir al-Bursh, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums in Gaza, sagte, unter den Toten seien 35 Kinder.

    Das israelische Militär erklärte, die Feuerpause sei um 10 Uhr Ortszeit wieder in Kraft getreten. Am Abend veröffentlichte es jedoch eine Mitteilung, wonach ein Waffenlager im Norden Gazas angegriffen worden sei.


    Weitere Meldungen

    • Die Mitte-links-Partei liegt bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden vorn – eine deutliche Absage an die rechtspopulistische Partei von Geert Wilders.
    • Paris: Zwei festgenommene Männer haben laut Staatsanwaltschaft teilweise gestanden, an dem Juwelenraub im Louvre beteiligt gewesen zu sein.
    • Südkorea hat ein Handelsabkommen mit den USA geschlossen, das US-Zölle auf 15 Prozent senkt.
    • Die WHO berichtet, dass in einem Krankenhaus in El Fasher, Sudan, über 450 Menschen massakriert worden sein sollen.
    • Wladimir Putin erklärte, Russland habe eine nuklear bestückte Unterwasserdrohne getestet, die einen Tsunami auslösen könne.

    Autor: P. Tiko

  • Hurrikan Melissa verwüstet die Karibik

    Hurrikan Melissa verwüstet die Karibik

    Hurrikan Melissa hat am gestrigen Tag eine nasse und zerstörerische Spur über Jamaika gezogen, nachdem er dort als einer der stärksten Wirbelstürme der Kategorie 5 aller Zeiten auf Land getroffen war. Der Sturm riss Dächer ab und knickte Strommasten auf der Insel um. Das volle Ausmaß der Schäden war zunächst unklar, doch das langsame Vorankommen des Sturms ließ Meteorologen und Behörden befürchten, dass die anhaltenden Regenfälle Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst haben könnten.

    Auch in den kommenden Tagen wird erwartet, dass der Hurrikan seine zerstörerische Kraft beibehält, während er über Kuba und weitere Teile der Karibik hinwegzieht.

    Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Karibik die weltweit am stärksten von klimabedingten Naturkatastrophen gefährdete Region. Die betroffenen Länder haben internationale Unterstützung zur besseren Vorbereitung angefordert – erhalten haben sie bislang wenig.


    Netanjahu ordnet neue Luftschläge im Gazastreifen an

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Montag das israelische Militär zu neuen Luftangriffen im Gazastreifen angewiesen. Seine Regierung wirft der Terrororganisation Hamas vor, gegen das jüngste Waffenstillstandsabkommen verstoßen zu haben – unter anderem durch Beschuss israelischer Truppen sowie durch die unterlassene Rückführung der Leichen getöteter Geiseln.

    Israelische und arabische Medien berichteten über Angriffe im Gazastreifen, doch eine offizielle Bestätigung durch das israelische Militär lag zunächst nicht vor.

    Unabhängig davon teilte das Militär mit, drei militante Kämpfer im Westjordanland getötet zu haben – der erste israelische Luftangriff in dieser Region seit Monaten.


    Weitere Meldungen

    • Nordkorea hat Raketen getestet – nur einen Tag vor der Ankunft von Donald Trump in Südkorea, der dritten Station seiner sechstägigen Asienreise.
    • Bei einem Polizeieinsatz gegen Drogenhändler in Rio de Janeiro sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen, darunter vier Polizisten.
    • Das sudanesische Militär hat sich aus El Fasher zurückgezogen und damit den letzten wichtigen Stützpunkt in der Region Darfur an paramilitärische Gruppen übergeben.
    • Die USA haben im östlichen Pazifik vier Boote zerstört, die laut eigenen Angaben für Drogenschmuggel genutzt wurden – 14 Menschen kamen dabei ums Leben. Seit September beläuft sich die Zahl der Todesopfer bei ähnlichen US-Einsätzen auf 57.
    • In Paris stehen zehn Personen vor Gericht, denen vorgeworfen wird, Falschinformationen über Frankreichs First Lady Brigitte Macron im Internet verbreitet zu haben.
    • Großbritannien plant, Asylsuchende künftig auf zwei Militärbasen unterzubringen. Hintergrund ist die wachsende öffentliche Kritik an der Unterbringung von Migranten in Hotels.

    Autor: P. Tiko

  • Kann Japans neue Premierministerin Trump für sich gewinnen?

    Kann Japans neue Premierministerin Trump für sich gewinnen?

    US-Präsident Donald Trump und Japans neue Premierministerin Sanae Takaichi sind heute erstmals persönlich zusammengetroffen – vor dem Akasaka-Palast in Tokio.

    „Sie werden eine der großen Premierministerinnen sein“, sagte Trump zu Takaichi, die vergangene Woche zur Regierungschefin gewählt wurde. „Ich gratuliere Ihnen dazu, die erste Frau an der Spitze Japans zu sein.“

    Der Ton des Treffens war freundlich. Nach dem Austausch von Lobesworten unterzeichneten beide Seiten zwei gemeinsame Erklärungen: In der einen wurde ein „neues goldenes Zeitalter der US-japanischen Allianz“ ausgerufen, in der anderen eine vertiefte Zusammenarbeit beim Ausbau der Lieferketten für Seltene Erden zugesichert.

    Trumps Besuch in Japan ist Teil seiner sechstägigen Asienreise, die in Malaysia begann und auch einen Halt in Südkorea umfasst. Meine Kollegin Erica Green, die den Präsidenten begleitet, erklärt im oben verlinkten Video, warum die Reise ein bedeutender diplomatischer Test ist.


    Der älteste Präsident der Welt

    Paul Biya wurde gestern offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Kamerun erklärt. Der 92-Jährige tritt damit seine achte Amtszeit an – und könnte das Land theoretisch bis zu seinem 99. Lebensjahr regieren.

    Auf einem Kontinent, dessen Medianalter bei 19 Jahren liegt, steht Kamerun beispielhaft für Staaten, die noch von Politikern aus einer vergangenen Ära geführt werden. Doch es ist kein Einzelfall: In Afrika sind 17 amtierende Staatsoberhäupter über 70 Jahre alt. Darunter auch der 83-jährige Präsident Alassane Ouattara, der kürzlich in der Elfenbeinküste wiedergewählt wurde.


    Weitere Nachrichten:

    Hurrikan Melissa könnte zum stärksten jemals gemessenen Sturm werden, der Jamaika trifft.
    Trump gab an, sich einer MRT-Untersuchung unterzogen zu haben. Die Ergebnisse seien „perfekt“ gewesen. Gründe für den Scan nannte er jedoch nicht.
    – Argentiniens Präsident Javier Milei ist mit gestärktem Mandat aus den Zwischenwahlen hervorgegangen – und verfolgt nun ambitionierte wirtschaftliche Reformpläne sowie eine engere Partnerschaft mit den USA.
    – Kanadas Premierminister Mark Carney plant in dieser Woche ein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping – ein Signal für eine Neuausrichtung in Richtung Asien, während das Verhältnis zu den USA auf einem Tiefpunkt ist.
    – Eine UN-Kommission hat festgestellt, dass russische Drohnenangriffe auf Zivilisten in der ukrainischen Stadt Cherson als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen einzustufen sind.
    – Ein US-Oberst erklärte, die Bewertung der Tötung der palästinensisch-amerikanischen Journalistin Shireen Abu Akleh durch die Biden-Regierung sei aus Rücksicht auf Israel beschönigt worden.

  • Der Energiekrieg zwischen Russland und der Ukraine

    Der Energiekrieg zwischen Russland und der Ukraine

    Weit entfernt von den weitgehend festgefahrenen Frontlinien führen Russland und die Ukraine zur Zeit einen erbitterten Parallelkrieg: Beide Seiten setzen auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur des jeweils anderen, in der Hoffnung, auf diesem Wege die militärische Pattsituation zu durchbrechen.

    Dieser Aspekt des Konflikts trat in der vergangenen Woche stärker in den Vordergrund, als die USA und Europa neue Sanktionen gegen die russische Ölindustrie ankündigten – die Lebensader der Kriegsmaschinerie des Kremls. Die Ukraine wiederum setzt auf das, was sie als „Langstreckensanktionen“ bezeichnet: Drohnenangriffe, die bereits Dutzende russische Raffinerien beschädigt haben, in denen Rohöl zu Treibstoff verarbeitet wird.

    Russland hingegen nimmt erneut gezielt die ukrainische Strom- und Gasversorgung ins Visier. In einer verheerenden Angriffskampagne will Moskau die ukrainische Wirtschaft schwächen und die Moral der Bevölkerung untergraben – rechtzeitig vor Beginn des Winters.

    Ob eine der beiden Seiten in absehbarer Zeit nachgeben wird, ist unklar. Doch laut Analysten betrachten beide Lager die Energieangriffe als strategisches Druckmittel in einem Krieg, der nun schon fast vier Jahre andauert.


    Eskalation im Winter

    Die russischen Streitkräfte erzielen Geländegewinne – wenn auch nur langsam und unter hohen Verlusten – und dürften weiterhin Druck auf dem Schlachtfeld ausüben. Doch mit dem nahenden Winter, der Bodenkämpfe durch fehlende Vegetation und extreme Kälte erschwert, wird die Energiefront voraussichtlich zur aktivsten Konfliktzone der kommenden Monate.

    Frühere Sanktionen zielten darauf ab, Moskau seine wirtschaftliche Lebensader zu entziehen – eine Energiebranche, die dem Staat täglich hunderte Millionen Dollar einbringt. Die G7-Staaten hatten 2022 einen Preisdeckel für russisches Öl verhängt. Russland konnte diesen Schritt weitgehend abfedern, indem es Exporte nach China und Indien umleitete.

    Doch Präsident Trumps neueste Sanktionen gehen über frühere Maßnahmen hinaus. Durch die Aufnahme der russischen Ölkonzerne Lukoil und Rosneft auf die schwarze Liste droht nun weltweit jedem Unternehmen eine Bestrafung, das mit diesen Firmen Geschäfte macht. Die Hoffnung ist, dass dies zentrale Käufer wie Indien dazu bewegen wird, ihre Importe zurückzufahren.

    Ohne diese Einnahmen könnte es für Russland schwieriger werden, verlorenes Kriegsmaterial zu ersetzen und hohe Entlohnungen an die Rekruten der Armee zu zahlen.

    Ein Anzeichen für die zunehmenden wirtschaftlichen Belastungen: Erstmals seit Beginn des Krieges wird erwartet, dass die russischen Militärausgaben im kommenden Jahr zurückgehen werden.

    Präsident Wladimir Putin hat eingeräumt, dass die Sanktionen der Wirtschaft schaden werden, zugleich aber betont, dass sie die strategische Haltung des Kremls nicht beeinflussen würden. Trump hingegen äußerte die Vermutung, dass Putin in sechs Monaten anders denken könnte – sobald die Sanktionen ihre volle Wirkung entfalten.


    Ukrainische Drohnen gegen russische Raffinerien

    Neben der wirtschaftlichen Kriegsführung setzt die Ukraine zunehmend auf Langstreckenangriffe gegen russische Raffinerien. Nach Einschätzung eines Analysten waren bis zum vergangenen Monat etwa 20 Prozent der russischen Raffineriekapazität zerstört oder beschädigt. Dies hat in mehreren Regionen zu ernsthaften Benzinknappheiten geführt, die Ukraine versucht auf dieses Weise, den Krieg ins alltägliche Leben der russischen Bevölkerung zu tragen.


    Moskau setzt auf Kälte zur Demoralisierung

    Während die Ukraine und ihre Verbündeten Russland im Energiesektor unter Druck setzen, intensiviert Moskau seinerseits die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Das Ziel, so Experten, ist es, viele Menschen im Dunkeln und in der Kälte sitzen zu lassen – um so die Moral zu schwächen und wirtschaftliche Aktivitäten zu behindern.

    In diesem Monat begann die Ukraine mit landesweiten Notabschaltungen, um auf Stromausfälle zu reagieren, die durch Angriffe auf Kraftwerke und Umspannwerke verursacht wurden.

    Russische Angriffe auf das ukrainische Stromnetz sind nicht neu – insbesondere zu Beginn des Winters, wenn die Nachfrage nach Elektrizität besonders hoch ist. Über die Jahre hinweg hat sich die Bevölkerung angepasst, indem sie sich mit kleinen Generatoren und Batterien über Wasser hält.

    Doch in diesem Jahr hat Russland seine Kampagne ausgeweitet und greift verstärkt die ukrainische Gasinfrastruktur an – das Rückgrat vieler Heizsysteme des Landes. Nach Angaben eines europäischen Beamten haben jüngste Angriffe etwa 60 Prozent der ukrainischen Gaskapazitäten lahmgelegt. Zudem wurden mehrere Verdichterstationen beschädigt, die für den Gastransport durch Pipelines erforderlich sind.

    Mehrere Städte haben daraufhin den Beginn der zentralen Heizsaison in Wohnhäusern verzögert, um mit dem Gasmangel umzugehen. Die Sorge wächst, dass zahlreiche Haushalte diesen Winter nicht ausreichend beheizt werden können – in einem Land, in dem Minusgrade über Wochen hinweg anhalten können.


    Weitere Nachrichten

    • USA und China einigen sich auf Rahmenhandelsabkommen
      Chinesische und US-amerikanische Handelsdelegationen erklärten gestern, man habe sich auf einen Rahmen für ein Abkommen zu Zöllen und weiteren Streitpunkten verständigt – vor einem bevorstehenden Treffen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi Jinping.
      Finanzminister Scott Bessent erklärte, er rechne damit, dass China seine Exportkontrollen für Seltene Erden um ein Jahr verschiebt. Trump hatte zuvor mit 100 % Strafzöllen auf chinesische Waren gedroht – als Reaktion auf Pekings Einschränkungen bei Seltenen Erden, die für die Herstellung zahlreicher Produkte wie Computerchips essenziell sind.
      Bessent kündigte zudem an, dass sich beide Seiten auf ein „endgültiges Abkommen zu TikTok“ geeinigt hätten, das die Staatschefs am Donnerstag bei ihrem Treffen in Südkorea formal abschließen wollten.
    • Festnahmen im Fall des Louvre-Raubs
      Eine Woche nach einem spektakulären Kunstdiebstahl im Pariser Louvre gab die Polizei gestern Festnahmen in dem Fall bekannt. Ein Mann wurde am Flughafen festgenommen, als er offenbar das Land verlassen wollte.
      Es war zunächst unklar, ob die Polizei einen Teil der acht gestohlenen Schmuckstücke – im Gesamtwert von über 88 Millionen Euro – wiederbeschaffen konnte.

    Weitere Meldungen:

    • Kambodscha und Thailand unterzeichnen Abkommen zur Beilegung ihres Grenzstreits – im Beisein von Trump, der damit sein Image als Friedensstifter stärken will.
    • Die Partei von Präsident Javier Milei erreichte bei den Wahlen in Argentinien über 40 % – ein entscheidender Stimmungstest für seine Amtszeit.
    • Kamala Harris deutete in einem Interview an, dass sie eine erneute Präsidentschaftskandidatur erwägt.
    • Ägypten entsandte ein Expertenteam nach Gaza, um bei der Suche nach den Leichen verstorbener Geiseln zu helfen.
    • Eine paramilitärische Gruppe in Sudan meldet die Einnahme des Armee-Hauptquartiers in El Fasher – der Weg zur Kontrolle West-Darfurs scheint frei.
    • Hurrikan Melissa verstärkt sich weiter und bewegt sich auf Jamaika zu.

    Autor: P. Tiko

  • Die Abrissbirne im Weißen Haus

    Die Abrissbirne im Weißen Haus

    Washington zeigte sich in dieser Woche von seiner besten Seite: luftig, sonnig, herbstlich – die perfekte Kulisse für einen Spaziergang zum Weißen Haus, wo Präsident Donald Trump mit bemerkenswerter Geschwindigkeit den Ostflügel des Präsidentensitzes dem Erdboden gleichmachen lässt.

    Zwei Baggerarme ragen gut sichtbar über den dichten weißen Bauzaun hinaus, der die frische Baustelle umgibt. Dahinter vernebelt eine Staubwolke die klare Luft.

    Noch vor wenigen Monaten hatte Trump versichert, sein Plan, einen 8.300 Quadratmeter großen und 300 Millionen Dollar teuren Ballsaal an das Weiße Haus anzubauen, werde „nicht in das bestehende Gebäude eingreifen“. Inzwischen ist klar: Der gesamte Ostflügel wird abgerissen.

    Die Bilder des Abrisses verbreiteten sich in Windeseile rund um die Welt – ein perfekter Rorschachtest für eine zutiefst polarisierende Präsidentschaft.


    Bauen oder Zerstören

    „Das ist Trumps Präsidentschaft in einem einzigen Foto“, schrieb die demokratische Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts auf X. „Illegal, zerstörerisch und ohne Nutzen für die Menschen.“

    Historiker und Architekten zeigen sich alarmiert. Die National Trust for Historic Preservation forderte einen sofortigen Stopp der Abrissarbeiten, bis ein „gesetzlich vorgeschriebenes öffentliches Prüfverfahren“ abgeschlossen sei.

    Trumps Unterstützer hingegen feiern das Projekt als Beweis für einen Präsidenten, der – wie versprochen – Washington wachrüttelt. Regierungsvertreter bezeichneten die öffentliche Empörung als „künstlich erzeugt“.

    „Er ist der Bauherr der Nation“, sagte Pressesprecherin Karoline Leavitt am Dienstag gut gelaunt auf Fox News. „Er wurde zu einem großen Teil wiedergewählt, weil er Dinge bauen kann.“

    Trump, der Immobilienentwickler, hat während seiner Zeit im Weißen Haus tatsächlich viel gebaut – oder umgebaut. Im Rosengarten ließ er den Rasen zubetonieren, um eine Terrasse zu schaffen. Im Oval Office ergänzte er goldene Zierleisten, im Kabinettssaal hängte er aufwendige Kronleuchter auf. Das Weiße Haus trägt längst die Handschrift des überbordenden Stils von Mar-a-Lago.

    Doch Trump ist – so lässt sich argumentieren – nicht nur ein eifriger Erbauer, sondern auch ein entschlossener Zerstörer: von langjährigen Allianzen wie jener mit der NATO, die deren Generalsekretär am Mittwoch in Washington zu retten versuchte, und von institutionellen Sicherungen, die einst seine Impulse zügeln sollten.


    Wer zahlt die Rechnung?

    Offizielle Stellen des Weißen Hauses betonen, der Ballsaal werde durch private Spenden finanziert. Tatsächlich veranstaltete Trump vergangene Woche ein privates Dinner für potenzielle Großspender – für viele wohl eine Gelegenheit, sich beim Präsidenten einzukaufen.

    Doch in dieser Woche deutete Trump an, auch auf Steuergelder zurückgreifen zu wollen – genauer: auf eine Entschädigungssumme, die er von seiner eigenen Regierung fordert.

    Trump verlangt vom Justizministerium 230 Millionen Dollar als Kompensation für die gegen ihn geführten Bundesermittlungen – ein in der amerikanischen Geschichte beispielloser Vorgang. Über den Anspruch entscheiden ausgerechnet seine eigenen Verbündeten und von ihm Ernannte.

    „Wenn ich Geld von unserem Land bekomme, mache ich etwas Gutes damit – spende es für wohltätige Zwecke oder für die Renovierung des Weißen Hauses“, sagte Trump. „Wir machen einen tollen Job mit dem Weißen Haus. Wie Sie wissen, ist der Ballsaal im Bau.“


    Weitere Schlagzeilen

    Trump stoppt Handelsgespräche mit Kanada

    Trump erklärte am Donnerstagabend, dass er sämtliche Handelsverhandlungen mit Kanada abbreche – und bringt damit erneut das Verhältnis zu einem der engsten Partner der USA ins Wanken.

    Der Grund: eine Werbeanzeige, die Trump als „betrügerisch“ bezeichnete. In dem Spot, geschaltet von der Regierung der kanadischen Provinz Ontario, äußert sich der frühere Präsident Ronald Reagan kritisch zu Zöllen.

    Die USA, Kanada und Mexiko bereiten derzeit die turnusgemäße Überprüfung ihres Freihandelsabkommens vor, die bis Sommer 2026 abgeschlossen sein soll. Trump hatte sich seit Beginn seiner zweiten Amtszeit zunehmend aggressiv gegenüber Kanada positioniert – mit harten Zöllen und der provokativen Bemerkung, Kanada solle der 51. Bundesstaat der USA werden.


    USA lehnen Westjordanland-Annexion ab

    US-Vizepräsident J.D. Vance bezeichnete am Donnerstag eine Abstimmung im israelischen Parlament zur Annexion des Westjordanlandes als „einen sehr dummen politischen Stunt“.

    „Das Westjordanland wird nicht von Israel annektiert werden“, sagte Vance zum Abschluss seines Besuchs im Land, bei dem er die brüchige Waffenruhe mit der Hamas absichern wollte. Auch Trump äußerte sich gegenüber dem Time Magazine ablehnend: „Israel würde bei so einem Schritt sämtliche Unterstützung aus den USA verlieren.“

    Vance kündigte zudem an, dass eine internationale Sicherheitsmission die Entwaffnung der Hamas übernehmen solle – eine der zentralen Hürden in den laufenden Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden in Gaza.


    Weitere Meldungen:

    • Die EU beschloss neue Sanktionen gegen russisches Erdgas und Kryptofirmen.
    • Ein prominenter NBA-Trainer sowie aktuelle und ehemalige Spieler wurden im Zusammenhang mit Wettbetrug und manipulierten Pokerspielen festgenommen.
    • König Charles und Papst Leo beteten gemeinsam in der Sixtinischen Kapelle – das erste Treffen dieser Art zwischen einem britischen Monarchen und einem Papst seit Jahrhunderten.
    • Dave Ball vom britischen Synth-Pop-Duo Soft Cell („Tainted Love“, 1981) ist im Alter von 66 Jahren in London verstorben.
    • China dürfte die USA beim Ausbau der Atomenergie bis 2030 überholen.

    Autor: P. Tiko

  • Trump verhängt Sanktionen gegen russische Ölkonzerne

    Trump verhängt Sanktionen gegen russische Ölkonzerne

    US-Präsident Donald Trump hat gestern neue, weitreichende Sanktionen gegen Russland angekündigt – erstmals in seiner zweiten Amtszeit. Die Maßnahmen verdeutlichen eine wachsende Verärgerung über Russlands Präsident Wladimir Putin im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

    Die Sanktionen wurden einen Tag nach Trumps Erklärung publik gemacht, dass er ein geplantes Treffen mit Putin in Budapest verschoben habe – und just zu dem Zeitpunkt, als der US-Präsident im Oval Office den Generalsekretär der NATO empfing. Dieser war im Namen europäischer Staats- und Regierungschefs nach Washington gereist, die um Trumps Unterstützung für die Ukraine besorgt sind.

    Die Maßnahmen zählen zu den bedeutendsten Eingriffen der Vereinigten Staaten in den russischen Energiesektor seit Kriegsbeginn. Sie richten sich gezielt gegen die beiden größten russischen Ölunternehmen Rosneft und Lukoil.


    Vance trifft Netanyahu in Israel

    US-Vizepräsident J.D. Vance erklärte gestern, dass die jüngsten Besuche amerikanischer Regierungsvertreter in Israel vor allem dem Zweck dienten, die fragile Waffenruhe im Gazastreifen zu beobachten – „aber nicht in dem Sinne, wie man ein Kleinkind überwacht“, fügte er hinzu.

    Nach einem Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in Jerusalem mahnte Vance, die nächsten Schritte im Rahmen der Waffenruhe würden „nicht einfach werden“. US-Außenminister Marco Rubio wird heute in Israel erwartet.


    Internationaler Gerichtshof fordert Kooperation Israels mit UN-Hilfseinsätzen

    Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat Israel dazu aufgefordert, mit den Hilfsmaßnahmen der Vereinten Nationen im Gazastreifen und im Westjordanland uneingeschränkt zu kooperieren.


    Weitere Meldungen

    • Die Direktorin des Louvre erklärte vor dem französischen Senat, sie habe nach dem Juwelenraub vom Sonntag ihren Rücktritt angeboten.
    • Die US-Regierung hat ihre Einsätze gegen mutmaßliche Drogenschmuggler ausgeweitet und zwei Boote im Pazifik angegriffen.
    • Trotz neuer Enthüllungen über Prinz Andrews Verbindungen zu Jeffrey Epstein hat Großbritannien ihm seinen prestigeträchtigsten Adelstitel bislang nicht entzogen.
    • Bei anhaltenden Protesten in Serbien gegen Präsident Aleksandar Vučić wurde ein Mann angeschossen, in der Nähe des Parlaments brach kurzzeitig ein Feuer aus.
    • Thailands stellvertretender Finanzminister ist zurückgetreten – ihm und seiner Frau werden Verbindungen zu Cyberkriminalitätsnetzwerken in Kambodscha vorgeworfen.
  • Blick in die Welt – Japans erste Premierministerin

    Blick in die Welt – Japans erste Premierministerin

    Das japanische Parlament wählte gestern Sanae Takaichi, eine konservative Hardlinerin, zur ersten Premierministerin des Landes.

    Takaichi, 64, lässt sich nur schwer einordnen. Sie äußerte sich besorgt über Japans Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten, betonte jedoch zugleich, sie wolle eng mit Donald Trump zusammenarbeiten. In der China-Politik vertritt sie eine scharf formulierte, sicherheitspolitisch harte Linie, relativierte die japanischen Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs und versprach, Einwanderung und Tourismus strenger zu regulieren. Viele Japaner:innen hoffen, Takaichi könne das Bild starker weiblicher Führungspersönlichkeiten normalisieren – obgleich sie selbst nicht als Feministin gilt.


    Kein Fortschritt in Richtung Waffenstillstand in der Ukraine

    Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärte gestern, Trump plane „in absehbarer Zeit“ kein Treffen mit Wladimir Putin mehr, nachdem der Kreml unmissverständlich klargemacht habe, dass er derzeit keine Vereinbarung zur Beendigung des Ukrainekriegs anstrebe.

    Damit platzte das optimistische Bild, das Trump noch fünf Tage zuvor gezeichnet hatte, nachdem er mit Putin telefoniert und erklärt hatte, man werde sich bald in Budapest treffen.

    Am Tag nach dem Telefonat traf Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen – ein Gespräch, das ebenfalls ohne greifbare Ergebnisse blieb. Selenskyj teilte später europäischen Staats- und Regierungschefs mit, dass Trump ihn vergeblich gedrängt habe, Gebiete an Russland abzutreten, um den Krieg zu beenden. Europäische Spitzenpolitiker bekräftigten gestern ihre Unterstützung für einen sofortigen Waffenstillstand.


    Weitere Meldungen

    • Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy hat in einem Pariser Gefängnis eine fünfjährige Haftstrafe wegen Verstößen gegen das Wahlkampffinanzierungsgesetz angetreten.
    • Bei einem Besuch in Israel äußerte US-Vizepräsident JD Vance Zuversicht, dass die Waffenruhe im Gazastreifen Bestand haben werde.
    • Staatsanwälte in Ecuador entschieden, einen Mann, der einen US-Militärangriff in der Karibik in der vergangenen Woche überlebt hatte, nicht anzuklagen.
    • Laut der Pariser Staatsanwaltschaft wurden die aus dem Louvre gestohlenen Juwelen auf 88 Millionen Euro geschätzt.
    • Der 27-jährige amerikanische Pianist Eric Lu gewann den ersten Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau.
    • Die USA und Australien wollen Chinas Dominanz auf dem Weltmarkt für seltene Erden schwächen.
    • Während der Handelskonflikt mit den USA eskaliert, präsentieren sich Chinas exportorientierte Fabriken selbstbewusst auf dem weltweit größten Großmarkt.
    • Der US-amerikanische Schachgroßmeister Daniel Naroditsky, der bereits mit 17 den Titel erlangte, ist im Alter von 29 Jahren gestorben.
  • US-Diplomatie unter Trump: Neuer Druck für den Gaza-Plan

    US-Diplomatie unter Trump: Neuer Druck für den Gaza-Plan

    Die USA unter Präsident Donald Trump intensivieren ihre diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten, um den brüchigen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas zu stabilisieren – und darüber hinaus eine politische Lösung für den Gazastreifen zu forcieren. Im Zentrum dieser Bemühungen stehen bekannte Akteure: Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und ehemaliger Berater, sowie der Immobilienunternehmer Steve Witkoff, der derzeit als inoffizieller Nahost-Gesandter fungiert. Beide trafen gestern in Israel ein, gefolgt von Vizepräsident J.D. Vance, dessen Ankunft für heute erwartet wurde.

    Dass Kushner erneut in den Vordergrund tritt, signalisiert eine Rückkehr zur Familien-Diplomatie der ersten Trump-Administration. Und sie kommt zu einem kritischen Zeitpunkt.

    Waffenstillstand auf der Kippe

    Der Waffenstillstand, der unter dem Druck der US-Regierung vor wenigen Tagen zwischen Israel und der Hamas zustande kam, zeigt bereits erste Risse. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße vor – von Raketenbeschuss bis zu gezielten Angriffen im Gazastreifen. Diplomaten und Beobachter in Washington äußern laut der New York Times wachsende Sorge, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu den Deal aufkündigen könnte. Die Trump-Regierung fürchtet einen strategischen Rückschlag, sollte der fragile Status quo zerbrechen.

    Ein hochrangiger US-Beamter, der anonym zitiert wird, bestätigte: „Netanjahu spielt mit dem Gedanken, sich aus der Vereinbarung zurückzuziehen – das gefährdet alle weiteren Pläne zur Befriedung Gazas.“

    Kushner – Verhandler im Schatten der Institutionen

    Dass Kushner als Privatmann erneut diplomatische Missionen übernimmt, ist bemerkenswert. Seit dem Ende der ersten Trump-Amtszeit leitet er ein Investmentunternehmen in Miami. Dennoch behält er engen Zugang zu politischen Entscheidern und Netzwerken im Nahen Osten, vor allem durch seine Verbindungen zu den Golfstaaten.

    Bereits zwischen 2017 und 2020 hatte Kushner eine zentrale Rolle beim sogenannten „Abraham-Abkommen“ gespielt – jener Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und weiteren arabischen Staaten. Dass er nun wieder zwischen Israel und der Hamas vermittelt, dürfte auch mit dem mangelnden Vertrauen vieler regionaler Akteure in klassische diplomatische Kanäle der USA zusammenhängen.

    Die Gaza Humanitarian Foundation zieht sich zurück

    Ein weiteres Signal für die Unsicherheit in der Region ist die Ankündigung der Gaza Humanitarian Foundation, ihre Hilfslieferungen vorübergehend einzustellen. Die Organisation, die teils von US-Sicherheitsfirmen betrieben und von Israel unterstützt wird, gilt als umstritten. Kritiker werfen ihr mangelnde Transparenz und politische Nähe zur israelischen Regierung vor.

    Die temporäre Aussetzung der Hilfeleistung sei laut offiziellen Angaben eine „Vorsichtsmaßnahme aufgrund der instabilen Sicherheitslage“. Für die ohnehin dramatisch unterversorgte Bevölkerung des Gazastreifens stellt dies einen herben Rückschlag dar.

    Australien, China und Europa: Die globale Sicherheitslage bleibt angespannt

    Parallel zu den Entwicklungen in Nahost ist eine globale Häufung sicherheitspolitischer Spannungen zu beobachten:

    • In der Südchinesischen See kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall zwischen der chinesischen Luftwaffe und einem australischen Aufklärungsflugzeug. Australische Regierungsvertreter sprachen von einem „aggressiven Akt“, nachdem ein chinesischer Jet Flares in unmittelbarer Nähe des australischen Flugzeugs abgeworfen hatte – ein Manöver, das Experten als Provokation mit hohem Eskalationspotenzial einstufen.
    • In Europa warnt der deutsche Generalinspekteur Carsten Breuer in einem Interview mit der New York Times, dass ein Sieg Russlands in der Ukraine „demokratische Grundfesten in Europa ins Wanken bringen“ würde. Seine Aussagen fügen sich ein in eine wachsende Debatte über eine mögliche europäische Aufrüstung und strategische Autonomie.
    • Unterdessen haben die USA ein Abkommen mit Australien geschlossen, das amerikanischen Firmen bevorzugten Zugang zu Australiens seltenen Erden gewährt – ein geostrategisch bedeutsamer Schritt angesichts des globalen Wettlaufs um kritische Rohstoffe.

    Zwischen Wahlkampf und Weltpolitik

    Die diplomatische Aktivität der USA in Nahost steht auch im Kontext des bevorstehenden Wahlkampf zu den Zwischenwahlen in den USA 2026. Donald Trump versucht offenkundig, außenpolitische Erfolge vorzuweisen, um seinen Führungsanspruch zu untermauern. Wie in seiner ersten Amtszeit setzt er dabei verstärkt auf Vertraute außerhalb etablierter Regierungsstrukturen – ein Stil, der seiner direkten, transaktionalen Politikauffassung entspricht, jedoch außenpolitisch schwer kalkulierbar ist.

    Autor: P. Tiko

  • Die ansteckenden Aufstände der Generation Z

    Die ansteckenden Aufstände der Generation Z

    Protestbewegungen der jungen Generation sind – auch dank der allgegenwärtigen Online-Jugendkultur – in Indonesien, den Philippinen, Kenia und Peru entstanden. In Nepal und Madagaskar stürzten Demonstrierende sogar Regierungen. In Marokko halten die Proteste weiter an.

    Nepal und Madagaskar sind zwei sehr unterschiedliche Länder. Doch die Parallelen zwischen den dortigen Protestbewegungen – ihren Ursachen und dem, was seither geschah – verweisen auf ein grundlegendes Paradox: Die jungen Revolutionäre der Generation Z verfügen über reale Macht. Doch sie besitzen nicht die Kontrolle über das, was sie angestoßen haben – und sie können nicht garantieren, dass ihre Bewegungen tatsächlich zu einer Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse führen.

    Unterschiedliche Länder, ähnliche Bewegungen
    Die unmittelbaren Auslöser der jeweiligen Proteste unterschieden sich. In Nepal war es ein abruptes Verbot sozialer Medien. In Madagaskar der staatliche Unwille, Wasser- und Stromversorgung sicherzustellen.

    Gemeinsam ist diesen Ländern – wie vielen Staaten mit Gen-Z-Protesten – eine junge Bevölkerungsstruktur. Das Durchschnittsalter liegt in Nepal bei 28 Jahren, in Madagaskar sogar bei nur 21 Jahren. Hohe Jugendarbeitslosigkeit ist in beiden Ländern ein zentrales Problem. Korruption und Unterdrückung sind tief verankert.

    Und ebenso: soziale Medien.

    Diese Proteste breiten sich über Plattformen aus, die geografische Distanzen überwinden und eine gemeinsame Sprache sowie Kultur unter jungen Menschen befördern.

    Selbst in entlegensten Dörfern, auf Berggipfeln oder in Wüstenregionen sind junge Menschen über TikTok und Discord miteinander vernetzt. Sie sprechen dieselbe digitale Sprache, teilen dieselben Memes.

    In Nepal, so berichten Beteiligte, hätten sich die Protestierenden von den Demonstrationen in Indonesien inspirieren lassen. In Madagaskar, so erzählt ein Aktivist, sei der Impuls wiederum aus Nepal gekommen.


    Israel bombardierte erneut den Gazastreifen

    Israel flog gestern die massivsten Angriffe auf den Gazastreifen seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober. Die Regierung beschuldigte die Hamas, auf israelische Truppen geschossen und damit den Waffenstillstand verletzt zu haben. Bei den Angriffen wurde ein Mitarbeiter einer für das ZDF tätigen Filmcrew und der 8-jährige Sohn eines weiteren ZDF-Mitarbeiters getötet. Es wird vermutet, dass das israelische Militär erneut Pressevertreter gezielt unter Beschuss genommen hat.

    Ein israelischer Regierungsvertreter teilte mit, die humanitäre Hilfe für Gaza sei vorübergehend gestoppt worden – werde jedoch nach Ende der Bombardierungen wieder aufgenommen. Sowohl Israel als auch die Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Feuerpause vor, nachdem es in den vergangenen drei Tagen wiederholt zu Gewaltausbrüchen gekommen war.

    Beide Seiten betonen jedoch, weiterhin am Waffenstillstand festhalten zu wollen. Am Abend erklärte das israelische Militär, man habe „mit der erneuten Durchsetzung des Waffenstillstands begonnen“.

    In den letzten Tagen kehrten tausende Palästinenserinnen und Palästinenser nach Gaza-Stadt oder in andere Gebiete im Norden des Gazastreifens zurück. Viele von ihnen fanden ihre Häuser und Wohnviertel völlig zerstört vor.


    Ein spektakulärer Raub im Louvre

    Gestern drangen Diebe mit Hilfe einer Hebebühne in die Galerie d’Apollon ein – ein Flügel des Pariser Louvre, in dem eine wertvolle Sammlung königlicher Juwelen und Krondiamanten ausgestellt ist.

    Sie entwendeten innerhalb von nur sieben Minuten acht Schmuckstücke aus zwei Vitrinen und flohen auf Motorrollern. In der Eile der Flucht ließen die Täter allerdings eine historische Krone fallen – einst im Besitz von Kaiserin Eugénie –, die mit acht goldenen Adlern, 56 Smaragden und tausenden Diamanten besetzt ist.

    Französische Politiker zeigten sich öffentlich erschüttert über den Verlust der kostbaren Objekte und forderten Aufklärung, wie ein solch dreister Diebstahl an einem Sonntagmorgen um 9:30 Uhr in einem der berühmtesten Museen der Welt geschehen konnte. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.


    Weitere Meldungen

    – Das US-Militär tötete drei Männer bei einem Angriff auf ein mutmaßliches Drogenboot in der Karibik – der siebte bekannte Angriff dieser Art seit Anfang September.
    – Der kolumbianische Präsident warf den USA vor, bei einem dieser Angriffe einen Fischer getötet zu haben. Donald Trump kündigte daraufhin an, die US-Hilfen für Kolumbien zu kürzen und neue Zölle auf kolumbianische Waren zu erheben.
    Rodrigo Paz, ein wirtschaftsliberaler Zentrums­politiker und Sohn eines früheren Präsidenten, gewann die Präsidentschaftswahl in Bolivien – und beendete damit zwei Jahrzehnte linker Regierungsführung.
    Chinas Wirtschaftswachstum blieb im Sommer stabil – gestützt durch starke Exporte und fortgesetzte Investitionen in neue Fabriken, wie das nationale Statistikamt mitteilte.
    Afghanistan und Pakistan einigten sich nach dem schwersten militärischen Schlagabtausch seit Jahren auf eine Waffenruhe und kündigten eine Deeskalation an.
    – In den USA versammelten sich große Menschenmengen zu „No Kings“-Kundgebungen gegen die Trump-Regierung. Trump veröffentlichte daraufhin ein Video, in dem er eine Krone trägt.
    – Sollte es zu neuen Verhandlungen über ein Ende des Ukrainekriegs kommen, wäre Kiew laut Analysten in einer stärkeren Verhandlungsposition als bei früheren Gesprächen.

    Autor: P. Tiko