Kategorie: Alle Artikel

  • Menschenwürde schützen: Der fortwährende Kampf gegen Rassismus in den USA und Europa

    Menschenwürde schützen: Der fortwährende Kampf gegen Rassismus in den USA und Europa

    Am 21. März wird weltweit der Internationale Tag gegen Rassismus begangen – ein Gedenktag, der an das Massaker von Sharpeville im Jahr 1960 erinnert, bei dem 69 Menschen bei einem Protest gegen die Apartheidgesetze in Südafrika getötet wurden. Seither gilt dieses Datum als mahnender Anlass, um auf rassistische Diskriminierung und strukturelle Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Doch auch mehr als sechs Jahrzehnte später bleibt Rassismus ein tief verankerter Bestandteil vieler Gesellschaften, in unterschiedlichen Formen, mit teils tödlichen Konsequenzen. Jüngste Entwicklungen in den USA und Europa zeigen, dass der Kampf gegen rassistische Strukturen nicht nur andauert, sondern neue Dringlichkeit erfährt.

    Institutioneller Rassismus in den Vereinigten Staaten

    In den Vereinigten Staaten stehen Rassismus und Gewalt gegenüber Schwarzen und anderen Minderheiten weiterhin im Fokus der politischen Debatte. Ein besonders aufrüttelnder Fall sorgte im Dezember für Empörung: Ein afroamerikanischer Häftling starb nach einer brutalen Misshandlung durch mehrere weiße Gefängniswärter. Videoaufnahmen dokumentierten eine Szene, in der der gefesselte Mann schwer geprügelt und gewürgt wurde, während andere Beamte untätig zusahen. Der Vorfall verdeutlichte nicht nur die Brutalität im Strafvollzug, sondern offenbarte auch die tief sitzenden rassistischen Strukturen, die solche Taten ermöglichen und lange ungestraft lassen.

    Der Fall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Ereignisse, die den strukturellen Rassismus im US-Justizsystem sichtbar machen. Bürgerrechtsgruppen kritisieren seit Jahren eine „Kultur der Gewalt“, die insbesondere schwarze Männer überproportional betrifft. Der Einsatz tödlicher Gewalt durch Polizeikräfte, Diskriminierung bei Gerichtsverfahren und überdurchschnittlich hohe Inhaftierungsraten gehören zu den wiederkehrenden Mustern.

    Auch in der Bildungspolitik gab es eine bedeutende Entwicklung: Der Oberste Gerichtshof untersagte im vergangenen Jahr die Berücksichtigung ethnischer Zugehörigkeit bei der Zulassung an Hochschulen. Jahrzehntelang war „Affirmative Action“ ein Instrument, um benachteiligte Gruppen, insbesondere Afroamerikaner und Latinos, im Bildungswesen gezielt zu fördern. Das Urteil markiert eine Abkehr von dieser Praxis und ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Während konservative Kräfte die Entscheidung als Schritt zu echter Chancengleichheit feiern, kritisieren Bürgerrechtsbewegungen, dass dadurch bestehende Ungleichheiten weiter zementiert würden.

    Ein weiteres Symbol politischer Auseinandersetzungen ist der „Black Lives Matter“-Schriftzug in der Nähe des Weißen Hauses, der 2020 in Reaktion auf den Mord an George Floyd entstand. Die Debatte um dessen Entfernung zeigt exemplarisch, wie stark selbst symbolische Formen des Antirassismus in den USA umkämpft sind. Während einige die Botschaft als Teil des öffentlichen Gedächtnisses verstehen, sehen andere darin eine Politisierung des öffentlichen Raums, die sie rückgängig machen wollen.

    Rechtsextremismus und Gegenwehr in Europa

    Auch in Europa bleibt Rassismus ein reales und zunehmendes Problem – nicht nur in Form subtiler Diskriminierung, sondern auch in offen gewaltsamer Ausprägung. In Deutschland sorgte jüngst ein Prozess gegen zwei Rechtsextreme für Aufmerksamkeit, die für eine Serie von Brandanschlägen in Berlin verantwortlich gemacht wurden. Die Taten richteten sich gezielt gegen Menschen, die sich öffentlich gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagierten. Dass es über Jahre hinweg dauerte, bis die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden, warf Fragen zur Ernsthaftigkeit staatlicher Ermittlungen im Umgang mit rechtsextremer Gewalt auf.

    Auch in Großbritannien kam es im vergangenen Jahr zu gewaltsamen Ausschreitungen durch rechtsextreme Gruppen. Die Krawalle riefen eine breite zivilgesellschaftliche Mobilisierung hervor, bei der Tausende Menschen in verschiedenen Städten ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzten. Dennoch bleibt das Klima angespannt: Politische Rhetorik, insbesondere im Zusammenhang mit Migration, trägt nicht selten zur Verschärfung rassistischer Spannungen bei.

    Auf struktureller Ebene weist auch der Europarat regelmäßig darauf hin, dass in vielen europäischen Ländern institutioneller Rassismus weiterhin tief verwurzelt ist – ob in Polizei, Bildungswesen oder Wohnungsmarkt. Gerade die Situation von Menschen afrikanischer Herkunft wird als besonders prekär beschrieben. Diskriminierung im Alltag, eingeschränkter Zugang zu Arbeitsplätzen und mangelnde politische Repräsentation führen dazu, dass viele Betroffene dauerhaft benachteiligt bleiben.

    Zwischen Erinnerung und Verpflichtung

    Der Internationale Tag gegen Rassismus ist mehr als ein Gedenktag. Er ist ein Prüfstein für den gesellschaftlichen Zustand demokratischer Rechtsstaaten und ein Spiegel der globalen Ungleichheit. Die jüngsten Ereignisse machen deutlich, dass Rassismus kein Randphänomen ist, sondern in vielen Gesellschaften strukturell verankert bleibt. Institutionen, die eigentlich Schutz bieten sollten – wie Polizei, Justiz oder Bildungssysteme – reproduzieren häufig jene Ungleichheiten, die sie überwinden sollten.

    Gleichzeitig zeigen die massenhaften Proteste, zivilgesellschaftlichen Initiativen und gerichtlichen Aufarbeitungen, dass es eine starke Gegenbewegung gibt. Eine Bewegung, die nicht nur Missstände benennt, sondern konkrete Reformen einfordert. Der Schutz der Menschenwürde, der 2025 im Zentrum der Internationalen Wochen gegen Rassismus steht, ist nicht verhandelbar. Doch er verlangt politische Konsequenz, gesellschaftliche Wachsamkeit und die Bereitschaft, auch unbequeme Realitäten anzuerkennen.

    Solange Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion diskriminiert werden, ist der Einsatz gegen Rassismus nicht abgeschlossen. Die Aufgabe bleibt: hinzusehen, zu benennen, zu handeln.

    Von Andreas Brucker

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Kirsty Coventry an der Spitze des IOC – Eine afrikanische Olympiasiegerin übernimmt das höchste Amt im Weltsport

    Kirsty Coventry an der Spitze des IOC – Eine afrikanische Olympiasiegerin übernimmt das höchste Amt im Weltsport

    Erstmals in seiner 131-jährigen Geschichte wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) von einer Frau und einer Afrikanerin geführt. Kirsty Coventry, siebenfache Medaillengewinnerin im Schwimmen und ehemalige Sportministerin Simbabwes, ist am 20. März zur neuen Präsidentin des IOC gewählt worden. Damit tritt sie die Nachfolge von Thomas Bach an, dessen zwölfjährige Amtszeit im Juni endet. Die […]

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  • Gipfel der Entschlossenen – Macron versammelt europäische Staatschefs zur Ukraine-Unterstützung

    Gipfel der Entschlossenen – Macron versammelt europäische Staatschefs zur Ukraine-Unterstützung

    Am 27. März will der französische Präsident Emmanuel Macron in Paris ein Zeichen europäischer Geschlossenheit setzen. Im Élysée-Palast soll ein Gipfeltreffen der sogenannten „Koalition der Willigen“ stattfinden, bei dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ebenso anwesend sein wird wie zahlreiche Staats- und Regierungschefs europäischer Länder. Ziel des Treffens ist es, die kurzfristige militärische Unterstützung für die Ukraine zu koordinieren und langfristige Sicherheitsgarantien zu konkretisieren. Macron kündigte das Treffen im Anschluss an die jüngste Tagung des Europäischen Rates an. Europa müsse Verantwortung übernehmen, so der französische Präsident, und dafür sorgen, dass die ukrainische Armee dauerhaft gegen die russische Aggression gestärkt werde. Das Treffen solle dazu dienen, sowohl die militärische Hilfe als auch den politischen Rückhalt Europas gegenüber der Ukraine sichtbar zu untermauern. Sicherheitsgarantien im Zentrum der Gespräche Zentraler Punkt auf der Age…

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  • Abscheulicher Missbrauch durch Ex-Chirurg Le Scouarnec: Geständnis in vollem Umfang

    Abscheulicher Missbrauch durch Ex-Chirurg Le Scouarnec: Geständnis in vollem Umfang

    Ein Satz, der schockiert und doch eine längst bekannte Wahrheit bestätigt: „Ja, ich erkenne die Taten an.“ Mit diesen Worten gestand Joël Le Scouarnec, ehemaliger Chirurg, vor dem Schwurgericht im bretonischen Morbihan die sexuelle Gewalt an 299 Menschen – meist Kinder, oft Patienten, immer wehrlos. Es ist das erste vollständige Geständnis seit Beginn des Prozesses am 24. Februar. Und es verändert alles.

    Vier Wochen lang wurde verhandelt, gefragt, gestritten, geschwiegen. Bis zu diesem Moment. Der Anwalt des Angeklagten, Maxime Teissier, sprach anschließend von einem „Moment der Wahrheit und der Gerechtigkeit“. Ein Satz, der schwer wiegt – nicht nur für die Justiz, sondern vor allem für die Opfer.

    Jahrelang hatte Le Scouarnec die Gräueltaten nur häppchenweise eingeräumt. Mal hier, mal da, nie vollständig. Nun also das klare Bekenntnis – und mit ihm die Erkenntnis, dass die Justiz noch tiefer bohren muss.

    Denn die Ermittler gehen davon aus, dass es noch weit mehr Opfer geben könnte.

    Kaum war das Geständnis öffentlich, kündigte die Staatsanwaltschaft von Lorient eine neue Voruntersuchung an. Ziel: weitere bislang nicht identifizierte Opfer ausfindig machen. Auch das Berufungsgericht in Rennes bestätigte am Donnerstag diese Entscheidung. Le Scouarnec selbst zeigte sich laut seinen Verteidigern bereit, sämtliche rechtlichen Konsequenzen zu tragen. Er akzeptiere das Urteil der Gesellschaft – so weit, so theoretisch.

    Was bedeutet dieses Geständnis für die Betroffenen?

    Für viele ist es ein kleiner Schritt in Richtung innerer Ruhe. Kein Leugnen mehr, kein juristisches Ringen um jeden einzelnen Fall. „Es wird die Anhörungen der Opfer erleichtern“, sagten mehrere Nebenklageanwälte gegenüber lokalen Medien. Eine Aussage, die in ihrer Tragweite kaum zu ermessen ist. Denn jede Anhörung ist ein Kraftakt – und für viele eine quälende Wiederholung des Traumas.

    Der Angeklagte selbst sprach während des Prozesses von „abscheulichen Taten“. Worte, die blass wirken angesichts dessen, was er Kindern und Jugendlichen angetan hat. Seine Opfer waren meist kaum älter als zehn Jahre – ausgeliefert, allein, im Vertrauen auf medizinische Hilfe.

    Der Missbrauch geschah über Jahrzehnte, in verschiedenen Kliniken. Und obwohl es immer wieder Hinweise gab, blieb vieles unentdeckt oder wurde übergangen. Was hier verhandelt wird, ist nicht nur ein individueller Abgrund, sondern auch ein systemisches Versagen.

    Wie konnte ein Mensch, dem die Gesellschaft so viel Vertrauen entgegenbrachte, so lange unbehelligt handeln?

    Die Antwort liegt irgendwo zwischen Akten, Personalakten, Dienstplänen – und zwischen den Zeilen einer Kultur des Wegsehens. Es braucht nicht viel Vorstellungskraft, um sich auszumalen, wie oft Fragen unter den Teppich gekehrt, Andeutungen ignoriert oder Opfer nicht ernst genommen wurden.

    Nun also der Versuch der Aufarbeitung – juristisch, aber auch moralisch. Dass Le Scouarnec nun alles zugibt, ist keine Gnade. Es ist überfällig. Und vielleicht – ein letzter Versuch, doch noch ein Mindestmaß an Verantwortung zu übernehmen. Ein Tropfen auf einem glühenden Stein.

    Was bleibt, ist das Schweigen nach dem Geständnis.

    Ein Schweigen, das schwerer wiegt als jedes Wort. Denn hinter jeder Zahl, jedem Fall, jedem Namen steht ein Mensch mit einem zerstörten Stück Leben.

    Von C. Hatty

  • Harte Sanktionen beim Bürgergeld: Regierung plant drastische Kürzungen bei Pflichtverstößen

    Harte Sanktionen beim Bürgergeld: Regierung plant drastische Kürzungen bei Pflichtverstößen

    Wer in Frankreich das sogenannte RSA – also das Revenu de Solidarité Active – bezieht, steht bald unter deutlich schärferer Beobachtung. Die Regierung will durchgreifen, und zwar nicht mit Samthandschuhen: Sanktionen von bis zu 100 Prozent der Leistungen stehen im Raum. Das Ziel? Mehr Eigenverantwortung, mehr Arbeitsmotivation – zumindest aus Sicht des Arbeitsministeriums. Ein internes Papier, das franceinfo vorliegt und das an die Départements verteilt wurde, sorgt nun für Zündstoff in der Debatte um soziale Absicherung. Darin enthalten: ein klarer Fahrplan, wie mit Pflichtverstößen gegen den sogenannten „contrat d’engagement“ umgegangen werden soll. Dieser Vertrag verpflichtet RSA-Empfänger dazu, bestimmte Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung zu akzeptieren – etwa Bewerbungstrainings, Beratungstermine oder Weiterbildungen. Zwei Eskalationsstufen sieht das neue Sanktionsmodell vor. Schon beim ersten Fehltritt – also etwa, wenn jemand gar nicht erst zu einem verpflichtenden Ge…

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  • Verhängnisvoller Fenstersturz in Aix-en-Provence: Ermittler gehen von Suizid aus

    Verhängnisvoller Fenstersturz in Aix-en-Provence: Ermittler gehen von Suizid aus

    Ein tragischer Vorfall erschütterte Anfang der Woche die südfranzösische Stadt Aix-en-Provence: Eine Frau stürzte aus dem siebten Stock eines Wohngebäudes – jetzt konzentriert sich die Staatsanwaltschaft auf eine Erklärung, die viele Fragen aufwirft.

    Die etwa 40-jährige Frau war am Dienstag, dem 18. März, am frühen Nachmittag aus einem Hochhaus im Viertel La Parade gestürzt. Obwohl die Rettungskräfte schnell vor Ort waren, kam jede Hilfe zu spät. Ein Reanimationsversuch blieb erfolglos. Die Frau starb noch am Unglücksort.

    Zunächst geriet ihr Lebensgefährte ins Visier der Ermittler. Er wurde noch am selben Abend verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen. Was zunächst wie ein Routinevorgang bei unklarer Todesursache wirkte, nahm kurz darauf eine überraschende Wendung.

    Denn der Mann machte bei seiner ersten Befragung widersprüchliche Angaben zu seinem Aufenthaltsort. Das ließ die Polizei aufhorchen. Die Diskrepanz zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen war auffällig – und führte dazu, dass er beinahe einem Ermittlungsverfahren wegen Mordes entgegengesehen hätte.

    Doch dann kam Bewegung in die Sache.

    Der Mann machte neue Aussagen: Zum Zeitpunkt des Unglücks habe er auf einer Baustelle in Aix-en-Provence gearbeitet – allerdings ohne offiziellen Arbeitsvertrag. Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen habe er zunächst ein falsches Alibi angegeben. Verständlich? Vielleicht. Klug? Eher nicht. Die Ermittler nahmen die neuen Angaben ernst und überprüften sie umgehend.

    Und tatsächlich – seine Version ließ sich bestätigen. Nach dieser Wendung wurde er am Donnerstag aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Der Verdacht gegen ihn konnte ausgeräumt werden.

    Laut Staatsanwalt Jean-Luc Blachon gibt es bislang keinerlei Hinweise auf Gewalteinwirkung und Einwirkung Dritter. Keine Spuren eines Kampfes, keine Zeichen von Zwang. Vielmehr deuten alle bisherigen Erkenntnisse auf einen freiwilligen Sprung in die Tiefe hin. Die These des Suizids sei nun die „vorrangig verfolgte“.

    Was bringt einen Menschen dazu, solch einen letzten Schritt zu wählen?

    Diese Frage lässt sich selten mit einem einzigen Satz beantworten. Doch sie hängt wie ein Schatten über diesem Fall. Freunde, Familie, Nachbarn – alle bleiben zurück mit Ratlosigkeit, Erinnerungen und dem Gefühl, dass sie vielleicht doch etwas hätten bemerken oder verhindern können.

    Das Wohnviertel La Parade ist kein Ort, an dem man große Dramen vermutet. Es ist ruhig, von Wohnblocks geprägt, etwas abseits des Trubels der Innenstadt. Umso erschütternder wirkt dieses Ereignis auf die Anwohner – viele stehen unter Schock.

    In Fällen wie diesen erinnern uns die nüchternen Zeilen einer Pressemitteilung daran, wie fragil das Leben manchmal ist. Der Rückzug ins Private, das Verschweigen von Sorgen, das Verstecken von Verzweiflung – all das geschieht oft im Verborgenen. Und dann, eines Tages, bleibt nur noch das Echo einer Geschichte zurück, die man gern früher gehört hätte.

    Denn hinter jeder Akte steht ein Mensch – mit einem Leben, das vielschichtiger war, als jede Ermittlungsakte es je abbilden könnte.

    Von C. Hatty

  • Cotentin: Das „kleine Irland“ der Normandie

    Cotentin: Das „kleine Irland“ der Normandie

    Wilde Küsten, grüne Hügel, Wind im Haar – wer die Halbinsel Cotentin im Norden der Normandie betritt, fühlt sich schlagartig wie am Rand der Welt. Hier, wo sich das Meer mit voller Kraft gegen die Felsen wirft und die Wiesen in tausend Grüntönen schimmern, beginnt ein Abenteuer voller Natur, Kultur und überraschender Aromen. Wo Irland […]

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  • Frankreich: Missbrauch in katholischen Schulen – Opfer klagen über systematisches Schweigen

    Frankreich: Missbrauch in katholischen Schulen – Opfer klagen über systematisches Schweigen

    Die Mauer des Schweigens beginnt zu bröckeln – aber sie steht noch immer. Bei einer Anhörung vor der Nationalversammlung in Paris machten Betroffene von Missbrauch an katholischen Bildungseinrichtungen in Frankreich ihrem Unmut Luft. Und sie taten das mit einer Dringlichkeit, die niemanden im Saal kalt ließ. Im Zentrum steht die sogenannte „Affäre Bétharram“, benannt nach dem Skandal um die Einrichtung Notre-Dame de Bétharram. Dieser Fall hat zahlreiche weitere Zeugnisse ans Licht gebracht – aus Schulen, Internaten und religiösen Institutionen in ganz Frankreich. Was nun ans Tageslicht kommt, ist erschütternd: jahrzehntelange Missbrauchsgeschichten, überdeckt von einem institutionellen Schweigen – sowohl in der Kirche als auch im Staat. „Man schützt die Institution, nicht das Kind“ Alain Esquerre, Sprecher der Opfergruppe von Bétharram, brachte es auf den Punkt: „Wenn nicht Bürger selbst den Stier bei den Hörnern packen, läuft das System einfach weiter. Und das ‚Bloß-keine-Wellen-schla…

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  • Brandserie in Niort: Tesla-Fahrzeuge gezielt angezündet

    Brandserie in Niort: Tesla-Fahrzeuge gezielt angezündet

    In Niort, einer sonst eher ruhigen Stadt im Département Deux-Sèvres, sorgt derzeit eine mysteriöse Brandserie für Aufsehen – und Unbehagen. Eine ganze Reihe von Fahrzeugen, vor allem Modelle der Marke Tesla, wurden in den letzten Wochen gezielt in Brand gesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

    Tesla im Visier

    Insgesamt sind es rund zehn Fahrzeuge, die laut Angaben der Staatsanwältin Sophie Lacote seit September 2024 mutwillig angezündet wurden. Die meisten davon Teslas. Doch auch Luxusmarken wie Porsche und Aston Martin stehen auf der Liste. Der Verdacht: vorsätzliche Brandstiftung – mit Gefährdung für Personen, denn solche Taten können schnell außer Kontrolle geraten.

    Ermittelt wird nun wegen „Beschädigung fremden Eigentums mit einem für Menschen gefährlichen Mittel“. Die Untersuchungen werden vom örtlichen Polizeikommissariat durchgeführt – bislang jedoch ohne konkrete Festnahmen.

    Anonyme Bekenner – und ein deutliches Motiv

    Besonders brisant: Auf der Plattform Infolibertaire, die in Nantes betrieben wird, tauchte kürzlich eine Liste mit genau diesen Vorfällen auf. Dort wird von „15 außer Betrieb gesetzten Bourgeois-Autos“ gesprochen – darunter 11 Teslas. Die Botschaft ist unmissverständlich: Es handelt sich offenbar um einen gezielten Angriff auf Symbole des Reichtums.

    Die Seite nennt sogar konkrete Daten – vom 14. September 2024 bis zum 18. März 2025. Wer hinter den Anschlägen steckt, bleibt allerdings unklar. Ob Einzelpersonen oder eine organisierte Gruppe handelt, ist bislang nicht bekannt.

    Ein gefährlicher Protest?

    Tesla-Fahrzeuge stehen – ob zu Recht oder zu Unrecht – oft als Sinnbild für ein modernes, technologisches, aber eben auch wohlhabendes Leben. Für manche offenbar Grund genug, sie zum Ziel eines persönlichen Feldzugs zu machen.

    Die gezielte Zerstörung von Eigentum als Ausdruck politischer Ablehnung – ist das der neue Stil des Protests?

    Was sagen die Behörden?

    Die Justiz bleibt bislang zurückhaltend mit Informationen. Doch dass gezielt nach Tätern gefahndet wird, ist klar. Und auch der Schaden ist nicht nur finanziell: Das Gefühl von Sicherheit in Niort ist spürbar erschüttert. Wer parkt sein Elektroauto jetzt noch ruhigen Gewissens nachts auf der Straße?

    Ein wachsendes Phänomen

    Die Tatserie in Niort ist kein Einzelfall. In ganz Europa mehren sich die Fälle, in denen hochpreisige Fahrzeuge Ziel von Vandalismus oder Brandstiftung werden – oft begleitet von politischen oder sozialen Botschaften. Die Tesla-Modelle sind hier nur das sichtbarste Beispiel.

    Was als Aktion gegen soziale Ungleichheit deklariert wird, schlägt schnell in blinden Zorn und Gefährdung Unbeteiligter um.

    Wie geht es weiter?

    Die Ermittlungen in Niort laufen auf Hochtouren. Doch ohne konkrete Hinweise dürfte es schwierig werden, die Täter zu fassen. Fest steht: Die Brandstiftungen sind keine zufälligen Einzelaktionen – sondern Ausdruck eines tiefer liegenden gesellschaftlichen Konflikts.

    Wie der gelöst wird? Wohl kaum mit Feuer.

    Von Catherine H.

  • Frankreich rehabilitiert Frauen, die vor 1975 wegen Abtreibung verurteilt wurden

    Frankreich rehabilitiert Frauen, die vor 1975 wegen Abtreibung verurteilt wurden

    Ein halbes Jahrhundert nach der historischen Legalisierung der Abtreibung hat der französische Senat am 20. März ein starkes Zeichen gesetzt: Frauen, die vor der Einführung der sogenannten Loi Veil im Jahr 1975 wegen eines Schwangerschaftsabbruchs verurteilt wurden, sollen offiziell rehabilitiert werden. Und nicht nur sie – auch jene, die ihnen damals geholfen haben. Das ist mehr als nur ein juristischer Akt. Es ist eine symbolische Anerkennung jahrzehntelangen Leids, das viele Frauen still ertragen haben – beschämt, verschwiegen, vergessen. Diese neue Gesetzesinitiative ist eine Art späte Wiedergutmachung für eine Zeit, in der weibliche Selbstbestimmung strafbar war. Ein einstimmiger Senat – selten genug Das Gesetzesvorhaben stammt aus den Reihen der sozialistischen Fraktion, initiiert von Laurence Rossignol, einst Ministerin für Frauenrechte. Unterstützt wurde es von der Regierung – und es wurde einstimmig angenommen. Eine politische Einigkeit, die man nicht alle Tage erlebt. In den …

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