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  • Tragödie im Baskenland: 80-jährige Wanderin stürzt in die Tiefe und stirbt

    Tragödie im Baskenland: 80-jährige Wanderin stürzt in die Tiefe und stirbt

    Ein sonniger Tag in der Natur, gemeinsames Wandern in vertrauter Runde – und plötzlich bricht alles auseinander. Im französischen Baskenland ist eine 80-jährige Frau bei einer geführten Wanderung tödlich verunglückt. Sie stürzte am Nachmittag des 2. Mai auf dem spektakulären, aber auch anspruchsvollen Wanderweg „Peñas d’Itsusi“ bei Bidarray rund 100 Meter in die Tiefe. Ein Unglück, das alle tief erschüttert.

    Der letzte Schritt – eine fatale Sekunde

    Die Gruppe aus Bayonne war auf dem Fernwanderweg GR10 unterwegs, einer beliebten Route durch die Pyrenäen. Die erfahrene Wandergruppe war früh am Morgen aufgebrochen, doch gegen 15 Uhr, als der Rückweg begann, verlor die Frau plötzlich das Gleichgewicht – ausgerechnet auf einem felsigen Abschnitt mit steilem Abhang. Ihre Kameradinnen und Kameraden mussten das Entsetzliche mitansehen.

    Die alarmierten Rettungskräfte waren schnell zur Stelle. Spezialisten für Einsätze in schwierigem Gelände wurden per Helikopter eingeflogen – doch es war zu spät. Die Frau starb noch an der Unfallstelle.

    Wanderlust kennt kein Alter – aber auch keine Garantie

    Die Verstorbene war keine Anfängerin. Sie galt in ihrem Verein als routinierte und leidenschaftliche Wanderin, die die Berge liebte und regelmäßig unterwegs war. Doch auch Erfahrung schützt nicht vor dem Risiko, das mit steilen, rutschigen und unvorhersehbaren Wegen einhergeht. Besonders für ältere Menschen kann eine falsche Bewegung dramatische Folgen haben.

    Man fragt sich unweigerlich: Wäre dieser Unfall vermeidbar gewesen?

    Wenn die Natur zur Herausforderung wird

    Die Route „Peñas d’Itsusi“ ist berühmt für ihre Ausblicke – und berüchtigt für ihre heiklen Passagen. Felsige Steige, abrupte Gefälle und schnell wechselnde Wetterlagen machen sie zu einer Strecke für Geübte. Auch wenn sie offiziell als zugänglich gilt, wird regelmäßig vor den Eigenheiten der Strecke gewarnt.

    An genau solchen Punkten ist Achtsamkeit gefragt – nicht nur im Umgang mit sich selbst, sondern auch in der Gruppendynamik. Wer trägt Verantwortung, wer hilft im Notfall, wer erkennt Überforderung rechtzeitig? Viele Wandergruppen bereiten sich gut vor, doch gerade bei scheinbar vertrauten Routen sinkt oft die Wachsamkeit.

    Vorsicht ist kein Zeichen von Schwäche

    Ein sicherer Wandertag beginnt nicht erst auf dem Weg – er beginnt bei der Vorbereitung. Wettervorhersagen, passende Ausrüstung, Trittsicherheit, Pausenmanagement – das alles gehört dazu. Besonders bei Seniorinnen und Senioren sollten Streckenwahl und Tempo individuell angepasst werden. Wer Erschöpfung oder Schwindelgefühle ignoriert, riskiert mehr als nur Muskelkater.

    Und nein, das hat nichts mit Übervorsicht zu tun – es ist schlichtweg klug.

    Die Ermittlungen laufen

    Die französischen Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Ziel ist es, die genauen Umstände des Unglücks aufzuklären – auch um daraus Konsequenzen für künftige Touren zu ziehen. Fragen nach der Streckenfreigabe, der Gruppensicherung und dem genauen Hergang stehen im Raum. Klar ist: Jede Erkenntnis hilft, künftige Tragödien zu verhindern.

    Eine letzte Wanderung – ein bleibendes Vermächtnis

    Die Verstorbene war nicht einfach nur ein Vereinsmitglied. Sie war eine jener Menschen, die mit ihrer Begeisterung für die Natur andere mitriss. Ihre Lebensfreude, ihr Engagement, ihr offener Blick für die Schönheit der Landschaft – das alles bleibt in Erinnerung. Vielleicht ist es ihr größtes Vermächtnis, dass ihr tragisches Ende dazu führt, dass andere künftig vorsichtiger unterwegs sind.

    Denn die Berge bleiben – schön, wild, gnadenlos. Und sie verdienen unseren Respekt.

    Von M.A.B.

  • Selenskyj unter Druck: Die Ukraine zwischen Krieg und politischem Umbruch

    Selenskyj unter Druck: Die Ukraine zwischen Krieg und politischem Umbruch

    Die Ukraine kämpft nicht nur an der Front, sondern auch um ihre politische Zukunft. Während der Krieg gegen Russland in sein viertes Jahr geht, wächst im Land wie im Ausland das Interesse an der Frage: Wer wird die Ukraine nach dem Krieg führen? Obwohl die Präsidentschaftswahlen offiziell ausgesetzt sind, brodelt es hinter den Kulissen gewaltig.

    Wahl auf Eis, Spannung im Land

    Laut Verfassung hätte die Präsidentschaftswahl im März 2024 stattfinden müssen. Doch die geltende Kriegsrechtslage verhindert jede nationale Abstimmung – vorerst bis zum 9. Mai 2025. Auf den ersten Blick ein legitimer Schritt. Sicherheit geht schließlich vor.

    Aber: Diese Verschiebung ist politisch nicht ohne Risiko. Immer mehr Stimmen, auch aus dem Westen, fragen sich, wie lange ein Präsident im Amt bleiben kann, ohne sich dem Wählerwillen zu stellen. Die Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert die Lage – doch leise Zweifel werden lauter.

    Selenskyj – einst Held, heute umstritten

    Als Wolodymyr Selenskyj 2019 mit satten 73 Prozent gewählt wurde, wollte er frischen Wind in die ukrainische Politik bringen. Und dann kam der Krieg. In den ersten Monaten verkörperte Selenskyj die unerschütterliche Entschlossenheit seines Landes – international gefeiert, im Inland bewundert.

    Doch der Glanz verblasst. Ein aktuelles Umfragebild: Nur 16 Prozent würden ihn heute wiederwählen. Ganze 60 Prozent sprechen sich dagegen aus. Klartext? Die Unterstützung schwindet.

    Und Selenskyj selbst? Der gibt sich pragmatisch. Nur wenn es „absolut notwendig“ sei, werde er noch einmal kandidieren. Mehr noch: Er sei sogar bereit, zurückzutreten, sollte das den NATO-Beitritt beschleunigen oder den Frieden bringen. Eine politische Exitstrategie – oder ein kalkulierter Testballon?

    Herausforderer in den Startlöchern

    Ein Machtvakuum zieht immer neue Akteure an. Altbekannte Gesichter wie Ex-Präsident Petro Poroschenko oder Ex-Premierministerin Julia Tymo­schenko zeigen sich zwar zurückhaltend, bleiben aber medial präsent. Niemand will den ersten Stein werfen – aber jeder sucht die beste Startposition.

    Besonderes Augenmerk gilt jedoch einem Mann: Valery Saluschnyj, der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Sein militärisches Ansehen macht ihn zu einer glaubwürdigen Figur – auch für viele, die genug von der etablierten Politik haben. Er schweigt bislang, was seine Popularität nicht schmälert – im Gegenteil.

    Zwischen Geopolitik und Gerüchten

    In Washington wird die Lage aufmerksam beobachtet. Es gab bereits Treffen zwischen US-Vertretern und ukrainischen Oppositionspolitikern – was die Gerüchteküche kräftig anheizt. Wird hier schon der nächste Präsident „gecastet“?

    Währenddessen betreibt Russland seine eigene PR: Moskau nennt Selenskyj längst „illegal“ im Amt – ein propagandistisches Manöver, das bei westlichen Medien auf taube Ohren stößt, aber dennoch Wirkung entfalten kann. Gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in demokratische Prozesse ohnehin bröckelt.

    Was kommt nach dem Krieg?

    Die politische Zukunft der Ukraine hängt eng mit dem Kriegsverlauf zusammen. Ein möglicher Friedensschluss oder das Ende der Kampfhandlungen wäre der Startschuss für Neuwahlen. Aber wie organisiert man Wahlen in einem Land, das zum Teil zerstört ist, in dem Millionen im Ausland leben und Zehntausende an der Front stehen?

    Die technische Hürde ist riesig. Doch mindestens ebenso gewichtig ist die symbolische Bedeutung: Eine Wahl wäre ein Zeichen von Normalität – ein Beweis dafür, dass die Demokratie lebt.

    Neue Hoffnung oder neuer Konflikt?

    Die Ukraine steht an einem Wendepunkt. Auf der einen Seite droht politische Stagnation, auf der anderen bietet sich die Chance für einen Neustart. Inmitten der Trümmer des Krieges könnte sich eine neue politische Generation formieren – entschlossen, glaubwürdig, international anschlussfähig.

    Aber wie stabil ist ein solcher Prozess in einem Land im Ausnahmezustand?

    Diese Frage wird die Ukraine bald beantworten müssen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Verfassungsschutz zieht rote Linie: Die AfD als rechtsextreme Bewegung

    Verfassungsschutz zieht rote Linie: Die AfD als rechtsextreme Bewegung

    Der 2. Mai 2025 markiert einen historischen Einschnitt in der politischen Landschaft der Bundesrepublik. Mit der offiziellen Einstufung der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) als „erwiesen rechtsextrem“ hat das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ein deutliches Zeichen gesetzt. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird eine im Bundestag vertretene Partei nicht nur beobachtet, sondern als Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eingestuft. Ein Schritt, der weit über parteipolitische Auseinandersetzungen hinausreicht.

    Drei Jahre Prüfung, ein klarer Befund

    Die Entscheidung fußt auf einem umfangreichen Bericht, der sich über 1.100 Seiten erstreckt und das Resultat einer mehrjährigen Analyse ist. Der Befund ist eindeutig: Die AfD vertritt ein ethnonationalistisches Weltbild, das zentrale Prinzipien des Grundgesetzes – insbesondere die Achtung der Menschenwürde – verletzt. Insbesondere die systematische Ausgrenzung von Menschen mit Migrationshintergrund und muslimischen Glaubens werde, so der Bericht, nicht als Randphänomen, sondern als ideologischer Kernbestandteil der Partei verstanden.

    Damit endet der Status der AfD als bloßer „Verdachtsfall“. Mit der Höherstufung zur rechtsextremen Bewegung erhält der Inlandsgeheimdienst weitreichende Befugnisse – etwa zur Observation, zum Einsatz technischer Überwachungsmittel und zur Anwerbung von V-Leuten im Parteiumfeld. Die Bundesrepublik greift damit auf das Instrumentarium der sogenannten „wehrhaften Demokratie“ zurück, das in der Nachkriegszeit bewusst geschaffen wurde, um demokratische Institutionen vor ihren Feinden zu schützen.

    Die juristische und politische Dimension

    Ein Parteiverbot steht derzeit nicht zur Debatte. Doch die neue Einstufung könnte ein erster Schritt in Richtung eines solchen Verfahrens sein. Der Weg dahin ist allerdings lang und mit hohen juristischen Hürden versehen. Das Bundesverfassungsgericht hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass allein radikale Rhetorik nicht genügt – es müssen konkrete Bestrebungen zur Abschaffung der demokratischen Ordnung nachgewiesen werden.

    In politischer Hinsicht hat die Entscheidung dennoch sofortige Wirkung entfaltet. Die Parteiführung der AfD reagierte erwartungsgemäß empört. Alice Weidel und Tino Chrupalla kündigten umgehend rechtliche Schritte an und sprachen von einer „politisch motivierten Kampagne“ gegen die Opposition. Die Partei inszeniert sich nun umso mehr als Opfer staatlicher Repression – eine Strategie, die in ihrer Wählerschaft auf fruchtbaren Boden fallen dürfte.

    Die jüngsten Wahlergebnisse unterstreichen die Brisanz der Lage. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 erzielte die AfD 20,8 Prozent und wurde zweitstärkste Kraft. Mit 152 Abgeordneten ist sie fester Bestandteil des parlamentarischen Betriebs – und gleichzeitig nun offiziell eine rechtsextreme Bewegung.

    Druck auf das politische System

    Die Entscheidung des Verfassungsschutzes erhöht auch den Druck auf die übrigen Parteien. Der sogenannte „Brandmauer“-Konsens – die Absage an jegliche Zusammenarbeit mit der AfD – erhält durch die neue Einstufung eine zusätzliche Legitimität. Was bisher eine Frage politischer Haltung war, bekommt nun eine sicherheitsrechtliche Dimension. Wer heute mit der AfD kooperiert, stellt sich nicht nur moralisch, sondern auch institutionell außerhalb des demokratischen Konsenses.

    Für die CDU, insbesondere unter der Führung von Friedrich Merz, wird dieser Umstand zur Nagelprobe. Versuche, sich über migrations- und gesellschaftspolitische Themen der AfD anzunähern, geraten nun unweigerlich unter Extremismus-Verdacht. Die Mitte-Rechts-Strategie der Union steht vor einer fundamentalen Überprüfung.

    Die Demokratie zeigt ihre Zähne

    Mit der aktuellen Einstufung zeigt die Bundesrepublik, dass Demokratie nicht nur durch Wahlen definiert wird, sondern durch ihre Prinzipien – und deren Verteidigung. Die sogenannte „wehrhafte Demokratie“ ist Ausdruck des historischen Lernprozesses, dass Freiheit nicht wehrlos sein darf gegenüber ihren Feinden. Die Bundesrepublik nimmt damit eine Position ein, die im europäischen Vergleich bemerkenswert konsequent wirkt.

    Gleichzeitig offenbart sich eine zentrale Herausforderung: Wie schützt man die demokratische Ordnung, ohne berechtigte Kritik am System zu delegitimieren? Wo verläuft die Grenze zwischen provokanter Oppositionspolitik und demokratiefeindlicher Agitation? Diese Fragen betreffen nicht nur Juristen, sondern das gesellschaftliche Klima insgesamt. Die kommenden Monate werden zu einem Test, wie belastbar der demokratische Diskurs tatsächlich ist.

    Europäische Signale

    Die Auswirkungen der Entscheidung werden über Deutschland hinaus spürbar sein. In zahlreichen europäischen Ländern sind rechtspopulistische und nationalistische Parteien auf dem Vormarsch – teils regieren sie mit, teils bereiten sie sich auf Wahlen vor. Die deutsche Haltung könnte als Modell dienen, wie man institutionell auf extremistische Bestrebungen reagiert, ohne demokratische Standards aufzugeben.

    Doch diese Vorbildrolle ist nicht ohne Risiko. In einem politischen Klima, das vielerorts von Polarisierung geprägt ist, kann jede Form der Repression als weiterer Beweis für ein angeblich abgehobenes „Establishment“ gelesen werden. Die Gefahr besteht, dass sich durch staatliche Maßnahmen das Gefühl der Entfremdung in Teilen der Bevölkerung verstärkt – und so den Radikalen in die Hände spielt.

    Der Weg zwischen Selbstbehauptung und Überreaktion bleibt ein schmaler Grat.

    Die Einstufung der AfD als rechtsextrem ist kein Schlussstrich, sondern Auftakt zu einer neuen Phase. Die Demokratie hat eine Grenze gezogen – nun wird sich zeigen, ob sie auch in der Lage ist, sie durchzusetzen, ohne sich selbst zu verlieren.

    Autor: M.A.B.

  • CIA lockt mit Hollywood-Glanz: Neue Videos zielen auf Chinas Parteikader

    CIA lockt mit Hollywood-Glanz: Neue Videos zielen auf Chinas Parteikader

    Die Central Intelligence Agency (CIA) überrascht mit einem ungewöhnlichen Schritt: Zwei neue Videos, professionell produziert und in Mandarin verfasst, richten sich direkt an unzufriedene Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Ihr Ziel? Nicht weniger als neue Informanten in einem der am strengsten überwachten Länder der Welt zu rekrutieren.

    Die Titel der Clips – „Warum ich die CIA kontaktierte: Um mein Schicksal selbst zu bestimmen“ und „Warum ich die CIA kontaktierte: Für ein besseres Leben“ – deuten an, wohin die Reise geht. Die kurzen, aber eindringlichen Filme erzählen fiktive Geschichten von Parteifunktionären, die sich von politischen Säuberungen, Kontrollwahn und enttäuschten Hoffnungen abwenden und ihre Zuflucht bei der CIA suchen.

    Der geheime Plan hinter den Bildern

    Diese Aktion kommt nicht aus dem Nichts. Die CIA versucht, ein Spionagenetzwerk in China wieder aufzubauen, das vor rund zehn Jahren zusammengebrochen war. Damals flogen zahlreiche chinesische Agenten auf, wurden verhaftet – viele von ihnen hingerichtet. Eine schwere Niederlage.

    Jetzt also der Neuanfang – und zwar mit Mitteln, die eher an Hollywood erinnern als an klassische Spionagefilme. Emotional aufgeladene Szenen, dramatische Musik, durchdachte Drehbücher. Die Zielgruppe: KPCh-Mitglieder, die durch interne Säuberungsaktionen verunsichert sind. In den letzten Jahren wurden zahlreiche hohe Funktionäre und sogar Militärs wie General He Weidong ihrer Ämter enthoben oder inhaftiert.

    Die Sprache der Unzufriedenheit

    In den Clips kommen vermeintliche Parteimitglieder zu Wort, deren Karrieren zwar florieren – doch deren Vertrauen in das System bröckelt. „Ich steige auf, aber das Fundament unter meinen Füßen ist instabil“, sagt einer. Ein anderer klagt: „Die Versprechen unserer Führung sind nur noch leere Worte.“

    Ganz am Ende wird’s technisch – die Zuschauer erhalten Hinweise, wie sie sicher Kontakt mit der CIA aufnehmen können, etwa über das Dark Web. Eine Mischung aus Propaganda und digitalem Handbuch.

    Was steckt wirklich dahinter?

    Hand aufs Herz: Wer würde in einem autoritären Regime wie China freiwillig ein CIA-Video anschauen – geschweige denn Kontakt aufnehmen? Die chinesischen Überwachungsbehörden sind wachsam, die Strafen für Spionage drakonisch. Und trotzdem: Die CIA setzt genau hier an, hofft auf Risse im System und auf das Bedürfnis nach Veränderung im Verborgenen.

    Solche Maßnahmen erinnern an psychologische Kriegsführung. Es geht nicht nur um Fakten, sondern um Gefühle – um das Spiel mit Unsicherheit, Hoffnung und Angst. Genau diese emotionale Tiefe macht die Videos so bemerkenswert. Und sie markieren einen Wendepunkt in der Kommunikation von Geheimdiensten: Weg vom kalten Analytiker – hin zum einfühlsamen Geschichtenerzähler.

    Wie reagiert Peking?

    Bislang gibt es keine offiziellen Statements. Doch dass China wenig begeistert sein dürfte, versteht sich von selbst. Die Führung hat die Gesetze zur Spionageabwehr in den letzten Jahren verschärft, der Bevölkerung wird regelmäßig eingebläut, verdächtiges Verhalten sofort zu melden. Die Veröffentlichung dieser Clips könnte als gezielte Provokation verstanden werden – und als Einladung zum Gegenschlag.

    Hollywood trifft auf Hochsicherheit

    Was hier passiert, ist eine neue Form der Informationskriegsführung. Sie spielt mit Emotionen, nutzt die Macht moderner Medien und öffnet Türen – zumindest in der Theorie – für Menschen, die sich vom politischen System betrogen fühlen. Ob das alles fruchtet?

    Das bleibt abzuwarten.

    Die Videos sind inzwischen auf den Social-Media-Plattformen der CIA zu sehen – darunter auch YouTube und Instagram. Ob sich tatsächlich Parteimitglieder in Peking, Shanghai oder Wuhan auf diese Initiative einlassen, ist allerdings fraglich. Der Preis für einen solchen Schritt ist hoch – vielleicht zu hoch.

    Und dennoch: Die CIA hat es geschafft, weltweit Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und das auf eine Weise, die eher an Netflix erinnert als an klassische Geheimdienstarbeit. Hollywood lässt grüßen.

    Von C. Hatty

  • Erneut Schüsse in Grenoble: Vier Verletzte bei Attacke in Fontaine

    Erneut Schüsse in Grenoble: Vier Verletzte bei Attacke in Fontaine

    Ein lauer Abend, eine belebte Straße – und dann fallen plötzlich Schüsse. Was sich am 1. Mai gegen 23 Uhr in Fontaine, einem Vorort von Grenoble, ereignet hat, ist ein weiteres bedrückendes Kapitel der eskalierenden Gewalt in der Region.

    Vier Männer wurden verletzt – zwei von ihnen schwer. Die Schüsse fielen in der Nähe eines bekannten Drogenumschlagplatzes in der Avenue Aristide Briand. Zeugen berichten von zwei Tätern, die nach der Attacke auf einem Motorroller geflüchtet seien. Die Polizei ermittelt.

    Zwei der Opfer, gerade mal 20 und 21 Jahre alt, wurden in Brust und Bauch getroffen. Ihr Zustand war kritisch, und sie wurden sofort ins Universitätskrankenhaus CHU in Grenoble gebracht. Ein dritter Mann erlitt Schussverletzungen an den Beinen, während ein vierter einen Transport ins Krankenhaus trotz Verletzung verweigerte.

    Die Region rund um Grenoble erlebt derzeit eine Serie von Gewalttaten, die viele Bewohnerinnen und Bewohner zutiefst verunsichert. Bereits am Wochenende zuvor hatte es vier Schießereien innerhalb von nur 24 Stunden gegeben – in Saint-Martin-d’Hères, Échirolles und Grenoble selbst.

    Ein Muster scheint sich zu verfestigen: Die Gewalt konzentriert sich um bekannte Hotspots des Drogenhandels. Die Täter handeln schnell, präzise – und verschwinden anschließend wie Geister in der Nacht.

    Polizeikreise geben an, dass es sich bei dem Tatort um einen berüchtigten Drogenumschlagplatz handelt. Wer dort abends unterwegs ist, kennt das Risiko. Aber was tun, wenn es dein Zuhause ist? Wenn deine Straße plötzlich zur Frontlinie zwischen rivalisierenden Banden wird?

    Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Doch wie so oft in solchen Fällen, sind die Hürden groß. Die Aussagen von Zeugen sind vage, der Fluchtweg der Täter unklar. Der Roller – vermutlich gestohlen – ist bislang nicht aufgetaucht. Und selbst wenn: Die Spuren verlieren sich schnell.

    Solche Ereignisse werfen nicht nur Fragen nach der Sicherheit auf, sondern auch nach der Perspektive junger Menschen in diesen Vierteln. Warum rutschen so viele in die Kriminalität ab? Warum scheint es immer wieder dieselben Orte zu treffen?

    Ein 21-jähriger, der mit einer Kugel im Bauch auf einer Parkbank endet – das ist keine Randnotiz, das ist ein Alarmzeichen.

    Während die Behörden nun fieberhaft versuchen, die Täter zu fassen, bleibt für die Menschen vor Ort eine Mischung aus Wut, Angst und Resignation. Manche sprechen schon längst nicht mehr von „Einzelfällen“.

    Andere hoffen noch auf Besserung. Vielleicht auch, weil sie nichts anderes können.

    Von Andreas M. Brucker

  • Entenconfit mit Apfel-Rotkohl-Chutney & Kartoffelgratin: Ein Gourmet-Erlebnis der deutsch-französischen Art

    Entenconfit mit Apfel-Rotkohl-Chutney & Kartoffelgratin: Ein Gourmet-Erlebnis der deutsch-französischen Art

    🌍 Kulinarische Herkunft Confit de Canard – ein in eigenem Fett gegartes Entenkeulen-Gericht – stammt aus der Gascogne, wo Haltbarkeit und Geschmack sich durch diese Methode vereinten. Die Zubereitung ist langsam, das Ergebnis zart, salzig und vollmundig. Rotkohl wiederum ist das Kronjuwel der deutsc…

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  • Münsterkäse-Tarte mit Kümmelbrezel-Crunch

    Münsterkäse-Tarte mit Kümmelbrezel-Crunch

    Ein Liebesbrief an das Elsass und an Bayern auf einem knusprigen Tarteboden. Die Idee:Münsterkäse – intensiv, aromatisch, cremig – ist eine Spezialität aus dem Elsass, die zu oft in Vergessenheit gerät. Seine salzige Würze schreit geradezu danach, mit rustikalem, deutschem Gebäck wie der Brezel kom…

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  • Champagner im Abwind: LVMH baut bei Moët Hennessy 1.200 Stellen ab

    Champagner im Abwind: LVMH baut bei Moët Hennessy 1.200 Stellen ab

    LVMH, das Luxusimperium um Bernard Arnault, streicht 1.200 Stellen bei seiner renommierten Tochter Moët Hennessy – ganz leise, ohne Kündigungswelle. Es geht um rund 13 Prozent der Belegschaft im Bereich Wein und Spirituosen. Und das ohne klassischen Sozialplan, sondern durch eine schlichte Formel: Wer geht, wird nicht ersetzt. So nüchtern diese Maßnahme klingt, so deutlich ist das Signal dahinter. Der Sekt ist schal geworden Nach drei Jahren mit Rekordzahlen und Partylaune in den Bilanzen ist der Kater da: 2024 sanken die Umsätze von Moët Hennessy um satte 11 Prozent. Von 6,6 Milliarden auf 5,9 Milliarden Euro – ein echter Dämpfer. Und als wäre das nicht genug, setzte sich der Negativtrend im ersten Quartal 2025 fort: Noch einmal ein Minus von 8 Prozent, das Umsatzvolumen schrumpfte auf 1,3 Milliarden Euro. Besonders der Cognac, einst Goldesel im Portfolio, bremste. Und das obwohl – oder gerade weil – er in den USA besonders beliebt ist. Doch auch dort schwächelt das Geschäft, obwohl d…

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  • Rauch über Rom: Der Vatikan rüstet sich für das Konklave

    Rauch über Rom: Der Vatikan rüstet sich für das Konklave

    Am 2. Mai 2025 wurde sie wieder aufgestellt – diese markante schwarze Metallkonstruktion, die auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle thront. Kaum jemand erkennt sie nicht, denn sie steht weltweit für ein Ereignis, das etwa 1,400 Millionen Menschen in Atem hält: die Wahl eines neuen Papstes.

    Mit der Installation der sogenannten „Fumata“-Vorrichtung hat die heiße Phase des Konklaves begonnen. In wenigen Tagen, am 7. Mai, treten die Kardinäle in Klausur, um den Nachfolger von Papst Franziskus zu bestimmen, der am 21. April im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

    Schwarzer Rauch, weißer Rauch – uralte Zeichen, neu interpretiert

    Die Funktion dieser Vorrichtung ist bekannt wie kaum ein anderes Ritual der katholischen Kirche: Aus ihrem Schlot steigt schwarzer Rauch auf, wenn kein neuer Papst gewählt wurde – weißer Rauch hingegen kündigt die erfolgreiche Wahl an. Diese symbolträchtige Kommunikation ist so alt wie geheimnisvoll, wurde aber mit modernen chemischen Mitteln verfeinert, um die Farben klar und eindeutig sichtbar zu machen.

    Ein uraltes Ritual, das heute noch seinen Zauber entfaltet – wie eine Szene aus einem Film, der immer wieder aufs Neue fesselt.

    Die größte Papstwahl der Neuzeit

    Dieses Konklave ist schon jetzt in die Geschichtsbücher eingegangen – mit 133 wahlberechtigten Kardinälen, von ursprünglich 135. Zwei haben aus gesundheitlichen Gründen abgesagt, doch selbst diese Zahl überschreitet das ursprüngliche Limit von 120 deutlich. Ein Novum, das zeigt, wie stark Papst Franziskus das Gesicht des Kardinalskollegiums geprägt hat: 108 der Anwesenden wurden von ihm ernannt.

    Ein Spiegel seiner Vision – einer Kirche, die nicht nur römisch, sondern global denkt.

    Während der gesamten Dauer des Konklaves wohnen die Kardinäle in der Domus Sanctae Marthae, direkt neben dem Vatikanischen Palast. Sie werden komplett abgeschottet – kein Handy, keine E-Mails, keine Kontaktaufnahme nach außen. In der Sixtinischen Kapelle, wo Michelangelos Fresken von der Schöpfung und dem Jüngsten Gericht auf sie herabblicken, treffen sie ihre Entscheidungen. Für eine gültige Wahl braucht es eine Zweidrittelmehrheit – also 89 Stimmen.

    Spannungsfeld zwischen Moderne und Tradition

    Schon vor Beginn des Konklaves fanden intensive Gespräche statt. In den sogenannten Generalkongregationen debattierten die Kardinäle über die Richtung, die die Kirche künftig einschlagen soll. Papst Franziskus hat tiefe Spuren hinterlassen – nicht nur durch seinen Stil, sondern durch konkrete Reformen. Er hat sich für Migranten eingesetzt, für soziale Gerechtigkeit geworben und die Weltkirche gestärkt.

    Aber: Nicht jeder teilt diese Begeisterung.

    Vor allem konservative Stimmen kritisieren seinen Kurs – sie vermissen klare dogmatische Linien, sehen manche seiner Entscheidungen mit Argwohn. Diese Spannungen entladen sich nun in den Diskussionen um seine Nachfolge.

    Wer wird der neue Pontifex?

    Die Liste potenzieller Kandidaten ist lang – und vielfältig. An vorderster Stelle wird Kardinal Pietro Parolin genannt. Der Italiener ist Staatssekretär des Vatikans und gilt als brillanter Diplomat. Ein „Papabile“, wie es im Kirchenjargon heißt.

    Ebenfalls im Gespräch: Kardinal Luis Antonio Tagle von den Philippinen. Er bringt einen weltoffenen, progressiven Blick mit und würde den Global-Süden erstmals in das höchste Amt der katholischen Kirche bringen.

    Ein weiterer Name, der fällt: Péter Erdő aus Ungarn – konservativ, kanonistisch geschult, mit Rückhalt in traditionellen Kreisen.

    Wem werden die Kardinäle ihr Vertrauen schenken? Wird es ein Brückenbauer oder ein Bewahrer? Vielleicht sogar ein Außenseiter?

    Ein Moment, der die Welt bewegt

    Mit der Installation des Kamins beginnt das große Warten. Auf dem Petersplatz versammeln sich Gläubige, Touristengruppen und Journalisten. Kameras sind auf den Schornstein gerichtet, Mikrofone warten auf erste Reaktionen. Die Augen der Welt blicken auf Rom – gebannt, wie bei einem historischen Theaterstück, das sich alle paar Jahrzehnte wiederholt, ohne je an Faszination zu verlieren.

    Und doch: Die Frage bleibt offen – wird es ein Papst der Kontinuität oder des Wandels?

    Die Antwort liegt im Rauch, der bald über dem Vatikan aufsteigen wird.

    Catherine H.

  • Donald Trumps Rückzug aus Gaza: Zwischen Blockade, Hunger und geopolitischem Kalkül

    Donald Trumps Rückzug aus Gaza: Zwischen Blockade, Hunger und geopolitischem Kalkül

    Donald Trump trat seine zweite Amtszeit mit großspurigen Plänen für den Gazastreifen an. Er versprach Frieden nach über einem Jahr verheerender Kriegshandlungen, machte die islamistische Hamas und seinen Amtsvorgänger Joe Biden für das palästinensische Desaster verantwortlich und präsentierte eine ebenso visionäre wie realitätsferne Idee: Gaza solle entvölkert, vollständig übernommen und als luxuriöses Touristenziel wiederaufgebaut werden. Doch nach über 100 Tagen im Amt scheint Trump das Interesse an Gaza weitgehend verloren zu haben.

    Eine im März zusammengebrochene Waffenruhe wurde kaum von der US-Regierung unterstützt, während sich der diplomatische Fokus des Weißen Hauses zunehmend auf Iran verlagerte. Die israelischen Luftangriffe und Bodenoffensiven begannen von Neuem – mit schwerwiegenden Folgen für die Zivilbevölkerung. Von Immobilienprojekten oder einer Neugestaltung des Gazastreifens ist inzwischen keine Rede mehr.

    Ein Gebiet unter vollständiger Belagerung

    Seit über 60 Tagen blockiert Israel nahezu vollständig die Einfuhr humanitärer und kommerzieller Güter in den Gazastreifen. Die Lage für die ohnehin notleidende Bevölkerung hat sich damit dramatisch verschärft. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen teilte kürzlich mit, dass seine Lager leer seien. Bäckereien und Suppenküchen rationieren die letzten Vorräte. UN-Experten warnen vor einem baldigen Ausbruch einer Hungersnot – ein Szenario, das immer greifbarer wird.

    Menschen vor Ort berichten von einer katastrophalen Lage. „Die jetzige Situation ist mit Abstand die schlimmste Phase dieses Krieges“, sagte Haroun al-Khatib, ein 29-jähriger Bewohner, dessen Familie ihre während der Waffenruhe gesammelten Vorräte beim überstürzten Rückzug zurücklassen musste. Mohammed Murtaja, 25 Jahre alt und mit rund 40 Verwandten in Gaza-Stadt lebend, erklärte: „Wir verbringen unsere Tage damit, Wasser und Essen zu suchen, Akkus zu laden, damit wir nachts etwas sehen können – und warten darauf, zu sterben.“

    Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens wurden nach Angaben lokaler Behörden seit dem 7. Oktober 2023 vertrieben. Die militärische Offensive Israels, ausgelöst durch einen tödlichen Angriff der Hamas mit über 1.200 Toten und hunderten Entführungen, hat die zivile Infrastruktur weitgehend zerstört. Die Zahl der Todesopfer liegt nach palästinensischen Angaben mittlerweile bei deutlich über 50.000.

    Die israelische Strategie: Kontrolle statt Rückzug

    Israelische Stellen betonen, dass kein Mangel an Hilfsgütern bestehe, und rechtfertigen die Blockade mit kaum belegten Behauptungen, dass die Hamas Hilfsgüter in großem Stil umleite. Tom Fletcher, der humanitäre Koordinator der UN, sprach hingegen am Donnerstag von einer „grausamen kollektiven Bestrafung“ der Bevölkerung. Er appellierte an die israelischen Behörden, die Blockade zu beenden: „Lassen Sie die humanitäre Hilfe zu, retten Sie Leben.“

    Statt auf Deeskalation zu setzen, scheint Israel seine Kontrolle über das Gebiet weiter auszubauen. Etwa 70 Prozent des Gazastreifens wurden in den vergangenen sechs Wochen entweder zu militärischen „roten Zonen“ erklärt oder evakuiert. Die Pufferzonen entlang der Grenze zu Ägypten wurden vergrößert. Diese Maßnahmen dienen laut israelischer Regierung der Sicherheit und dem Druck auf die Hamas, die noch immer Geiseln festhält. Mehrere israelische Regierungsmitglieder deuteten zugleich an, dass eine längere Besatzung des Gazastreifens durchaus erwogen werde.

    Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte am Donnerstag in einer Rede, dass es ohne Erfüllung der militärischen Ziele keinen Lösung für die Palästinenser geben werde: „Die Freilassung der Geiseln ist ein wichtiges Ziel, aber das höchste Ziel dieses Krieges ist der Sieg über unsere Feinde.“ Noch deutlicher äußerte sich der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich, der erklärte, Israels Feldzug werde erst enden, wenn „Gaza von der Hamas gesäubert ist und Hunderttausende Palästinenser auf dem Weg in andere Länder sind“.

    Trumps Fokus verlagert sich – neue Allianzen in Sicht?

    Trump bereitet derzeit eine Reise nach Saudi-Arabien vor, die als Auftakt zu neuen Friedensvereinbarungen in der Region gelten soll. In jüngsten Interviews erklärte er, Riad werde bald den sogenannten „Abraham-Abkommen“ beitreten – jenen Normalisierungsverträgen, die Trump in seiner ersten Amtszeit zwischen Israel und mehreren arabischen Monarchien vermittelt hatte. Doch saudische Vertreter zeigen sich bislang zurückhaltend. Ohne substanzielle Fortschritte bei der Lösung des Palästinenserkonflikts sei ein diplomatischer Durchbruch mit Israel undenkbar, hieß es aus Riad.

    Bei Anhörungen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag äußerte der saudische Vertreter Mohamed Saud Alnasser scharfe Kritik: Israels Vorgehen sei „barbarisch“ und ziele auf „ethnische Säuberung“. Man wolle die palästinensische Bevölkerung vertreiben oder töten, um das Gebiet annektieren zu können.

    Internationale Kritik prallt an Israels Regierung ab

    Trotz zunehmender internationaler Verurteilung zeigt sich die israelische Regierung unbeeindruckt. Viele Politiker im Land sehen in den Vereinten Nationen ein voreingenommenes Gremium. Gilad Erdan, ehemaliger israelischer UN-Botschafter, forderte sogar die vollständige Entfinanzierung und Auflösung der Organisation. „Israel muss eine globale Kampagne anführen, um die UN vollständig zu zerschlagen“, erklärte er auf einer Konferenz am vergangenen Wochenende.

    Die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen: Weder Trump noch die israelische Regierung scheinen derzeit an einer tragfähigen Lösung für Gaza interessiert zu sein. Die humanitäre Krise verschärft sich, während politische Visionen entweder ins Leere laufen oder von langfristigen Besatzungsplänen überlagert werden. Die Menschen im Gazastreifen bleiben in einer Situation gefangen, die sich mit jedem Tag weiter zuspitzt.

    Von Andreas Brucker