Kategorie: Alle Artikel

  • Inflation in Frankreich: Welche Produkte und Dienstleistungen sind am stärksten betroffen?

    Inflation in Frankreich: Welche Produkte und Dienstleistungen sind am stärksten betroffen?

    Der Anstieg der Verbraucherpreise in Frankreich beschleunigte sich im Oktober auf +6,2% im Jahresvergleich. Doch welche Preise stiegen am stärksten?

    Trotz der niedrigsten Inflationsrate in der gesamten Eurozone bleibt auch Frankreich nicht von einem regelmäßigen Anstieg zahlreicher Preise verschont. Der Anstieg der Verbraucherpreise beschleunigte sich im Oktober nach zwei Monaten der Verlangsamung wieder auf +6,2% im Jahresvergleich, so die vorläufigen Daten, die vom nationalen Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien (Insee) veröffentlicht wurden.

    Nur im Juni 1985, als ein Preisanstieg von 6,4% innerhalb eines Jahres verzeichnet wurde, lag die Inflation in Frankreich über 6,2%. Der Anstieg der Inflation sei auf die Beschleunigung des Preisanstiegs bei Energiepreisen, Lebensmitteln und Fertigwaren zurückzuführen, so das Insee in einer Pressemitteilung. In folgenden Kategorien und Produkten sind die Preissteigerungen am stärksten:

    Fleisch, Öl, Nudeln… Lebensmittel sind stark betroffen
    Es ist der größte Ausgabenposten für französische Haushalte. Lebensmittel machen 11% des Budgets der Franzosen aus. Und laut NielsenIQ sind die Produkte, deren Preise am stärksten steigen, tiefgefrorenes Fleisch und Geflügel (+28,57% im Vergleich zu Oktober 2021), Küchenrollen (+23,48%), Nudeln (+20,36%), Öl (+19,35%) und Toilettenpapier (+17,92%).

    Der Preisanstieg bei Lebensmitteln, für die die einkommensschwächsten Haushalte einen großen Teil ihres Einkommens ausgeben müssen, war im Oktober mit 11,8% im Jahresvergleich besonders hoch, bei Frischwaren waren es sogar 16,9%. Ein Anstieg, den das Insee bereits im September für frisches Gemüse (+17,7%), frischen Fisch (+16,5%), Milch, Käse und Eier (+12,6%), Fleisch (+11,0%) sowie Brot und Getreide (+9,9%) festgestellt hatte.

    Gas und Strom weiterhin auf Höchststand
    Die Energiepreise stiegen im Oktober um 19,2% gegenüber 17,9% im September, und das trotz der Verlängerung der Tankstellenrabatte durch die Regierung. Im September waren die Preise für Diesel von +29,4% auf +19,1% gefallen und auch die Benzinpreise waren rückläufig (-2,3% nach +13,4%). Die Gaspreise stiegen im September um 30% im Jahresvergleich und die Strompreise erhöhten sich um 10,7%, nachdem sie im August bei +7,7 % gelegen hatten. Nach den ersten Schätzungen für Oktober ist jedoch klar, dass die Energiepreise trotz der staatlichen Hilfen weiter steigen dürften.

    Haushaltsgeräte und Gesundheit…
    Das Insee hat einen geringeren Rückgang der Preise für Gesundheitsprodukte (-0,9% nach -1,3%) festgestellt. Die Preise für nicht langlebige Haushaltswaren (+9,8%), Garten-, Pflanzen- und Blumenprodukte (+3,0%) und große Haushaltsgeräte (+5,8%) stiegen deutlich.

    Preisanstieg bei Transportdienstleistungen verlangsamt
    Auf Jahressicht stiegen die Preise für Dienstleistungen im September laut Insee um 3,2%. Der Preisanstieg für Transportdienstleistungen verlangsamte sich (+8,6% nach +15,3% im Vormonat), insbesondere für den Lufttransport (+23,1% nach +39,8%) und den Straßentransport (+5,5% nach +11,6%). Die Preise für Mieten, Wasser und Müllabfuhr stiegen um 2,0%.

  • RATP: 50 Beschäftigte in unbefristetem Streik – seit über fünf Jahren!

    RATP: 50 Beschäftigte in unbefristetem Streik – seit über fünf Jahren!

    Unglaublich, aber wahr: Rund 50 Beschäftigte der Pariser Verkehrsbetriebe befinden sich seit mehr als fünf Jahren im Streik! Sie folgen einem unbefristeten Streikaufruf. Auch wenn sie kein Gehalt mehr erhalten, profitieren sie weiterhin von der sozialen Absicherung der RATP.

    Bei der RATP sind etwa 50 Beschäftigte seit mehr als fünf Jahren nicht mehr zur Arbeit erschienen. Dennoch gehören sie immer noch zur Belegschaft der Pariser Verkehrsbetriebe. Der Grund, warum diese Mitarbeiter nicht mehr zur Arbeit gekommen sind, ist sehr ungewöhnlich, sie befinden sich seit fünf Jahren im Streik!

    Diese Mitarbeiter verschanzen sich tatsächlich hinter einer Ankündigung eines unbefristeten Streiks, die von mehreren Gewerkschaften bei der RATP eingereicht wurde. Ihre Haltung schockiert jedoch selbst in den Reihen der Gewerkschaften. „Das ist eine Aushöhlung des Streikrechts“, meint der Vorsitzende der CGC bei der RATP, Frédéric Ruiz, im Gespräch mit der Zeitung Le Figaro, die den Fall aufgedeckt hat.

    Der Gewerkschaftsvertreter bedauert, dass die Unternehmensleitung kein rechtliches Mittel gefunden hat, um diesen seiner Meinung nach „Missbrauch“ zu verhindern. Die Leitung der RATP kann jedoch nichts tun. „Wenn der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber angekündigt hat, dass er streiken wird, und wenn diese Bewegung als legal gilt, weil sie darauf abzielt, berufliche Forderungen durchzusetzen, kann das Unternehmen nichts dagegen unternehmen“, erklärte Aymeric Hamon von der Anwaltskanzlei für Wirtschaftsrecht Fidal gegenüber der Zeitung Figaro.

    Nach fünf Jahren Streik werden diese fünfzig Beschäftigten nicht mehr von der RATP bezahlt. Sie profitieren aber weiterhin von der Krankenkasse, für die sie ihren Beitragsanteil zahlen, und können weiterhin die Sozialwerke des Verkehrsbetriebs in Anspruch nehmen.

    Was ist der Grund für die Haltung der Beschäftigten? Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass die „streikenden“ Beschäftigten bereits seit fünf Jahren eine andere Tätigkeit haben. Sollte ihnen diese nicht mehr gefallen, könnten sie dann jederzeit wieder in die RATP eintreten.

  • Energiesparen: Ab jetzt dürfen Beamte auf der Autobahn nicht schneller als 110 km/h fahren

    Energiesparen: Ab jetzt dürfen Beamte auf der Autobahn nicht schneller als 110 km/h fahren

    Beamte im öffentlichen Dienst müssen in Frankreich ab sofort ihre Geschwindigkeit auf 110 km/h auf Autobahnen und 100 km/h auf Schnellstraßen beschränken. Das ist eine der Maßnahmen des Plans zur Energieeinsparung, den die Regierung letzten Monat vorgestellt hat.

    Die Regierung will den Gesamtenergieverbrauch des Landes bis 2024 im Vergleich zu 2019 um 10% senken. Ihr am 6. Oktober vorgestellter Sparplan sieht unter anderem eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h auf Autobahnen und 100 km/h auf Schnellstraßen vor … eine Maßnahme, die auf „öffentliche Bedienstete, die ihr Dienstfahrzeug bei nicht dringenden beruflichen Fahrten nutzen“ beschränkt ist. Dies betrifft fast zweieinhalb Millionen Beamte.

    Wer seine Geschwindigkeit auf Autobahnen um 20 km/h reduziert, kann seinen Kraftstoffverbrauch um 20% und seine CO2-Emissionen um 25% senken. „Es handelt sich nur um ein paar zusätzliche Minuten pro Fahrt. Die zusätzliche Zeit für die Durchführung der Fahrten, ist in der Arbeitszeit enthalten“, erklärt das Ministerium für den Energiewandel.

    Die Beamten sind allerdings nicht verpflichtet, den Fuß vom Gas zu nehmen. „Diese Maßnahmen sollen Anreize schaffen. Es geht nicht darum, einen Polizisten hinter jeden unserer Beamten zu stellen, sondern darum, ein Beispiel zu geben“, hatte das Ministerium für den öffentlichen Dienst bereits am Mittwoch, dem 5. Oktober, ausführlich dargelegt.

    Parallel dazu wird die Einführung von Schulungen zum umweltbewussten Fahren beschleunigt, „für alle freiwilligen öffentlichen Bediensteten, um ihnen zu helfen, eine sparsamere Fahrweise für ihre beruflichen und privaten Fahrten anzunehmen“.

    Laut einer Umfrage der Zeitung Le Parisien, die anlässlich der Cop 27 veröffentlicht wurde, sind fast 7 von 10 Franzosen bereit, angesichts des Klimawandels mit 110 km/h auf der Autobahn zu fahren.

  • Schwarzer Donnerstag im Pariser Nahverkehr – Metro steht aufgrund eines Streiks fast still

    Schwarzer Donnerstag im Pariser Nahverkehr – Metro steht aufgrund eines Streiks fast still

    Der Verkehr in Paris wird an diesem Donnerstag aufgrund eines eintägigen Streiks bei der RATP und eines Aufrufs der CGT zu einer branchenübergreifenden Streikmobilisierung stark beeinträchtigt sein. Bei den U-Bahnen werden nur die vollautomatisierten Linien normal funktionieren, wobei mit überfüllten Zügen gerechnet werden musss.

    Aufgrund eines Streiks, zu dem alle Gewerkschaften der RATP aufgerufen haben, wird am Donnerstag, dem 10. November, in Paris kaum eine U-Bahn fahren. Es wird erwartet, dass der Streik sehr gut befolgt sein wird, während in anderen Bereichen, die nur von der CGT zur Arbeitsniederlegung aufgefordert wurden, eine schwächere Streikwelle zu erwarten ist.

    Nur die vollautomatisierten Linien 1 und 14 der RATP werden normal fahren, allerdings mit einem „Überfüllungsrisiko“. Fünf Linien werden vollständig geschlossen (2, 8, 10, 11 und 12), die anderen fahren nur zu Spitzenzeiten, mit einem stark eingeschränkten Service.

    Die RATP fordert alle, für die es möglich ist, auf, zu Hause zu bleiben und aus dem Homeoffice zu arbeiten. Auf der RER Linie A wird die Situation nicht besser sein, da im Durchschnitt nur einer von drei Zügen fahren wird. Auf der RER B wird die Frequenz bei einem von zwei Zügen liegen.

    Bei der SNCF hingegen wird der Streik, zu dem die Gewerkschaft CGT-Cheminots aufgerufen hat, weit weniger beachtet werden. Der Verkehr auf den TGV-Zügen wird normal und auf den Intercités nur leicht beeinträchtigt sein. Zur grossen Erleichterung der Reisenden, steht doch wieder ein verlängertes Wochenende bevor.

    Auf den TER-Linien werden im Durchschnitt neun von zehn Zügen fahren. In der Île-de-France allerdings ist auf einigen Transilien-Linien mit Störungen zu rechnen.

    Die Gewerkschaften CGT, FO, Unsa, Solidaires haben bei der RATP zu den Streiks aufgerufen, um Lohnerhöhungen und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu fordern.

    Die RATP leidet wie andere Unternehmen des Verkehrssektors aufgrund von Einstellungsschwierigkeiten unter einer chronischen Unterbesetzung und unter einem explosionsartigen Anstieg des Krankenstandes, insbesondere wegen an Covid erkrankten Busfahrern.

    Einstellungen neuer Mitarbeiter werden nach seinem Amtsantritt „das erste Thema auf dem Tisch“ sein, betonte Ex-Premierminister Jean Castex bei seiner Anhörung am Dienstag vor dem Senat. Er versprach neue Gehaltsverhandlungen ab Dezember.

    Die Beschäftigten der RATP erhielten nach Angaben der Geschäftsleitung in diesem Jahr eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 5,2%.

    Ein weiterer Grund für den Streik ist die bevorstehende Rentenreform, die eine mögliche Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters und das Ende von Sonderregelungen vorsieht.

    Zum frühen Nachmittag hat die CGT zu Demonstrationen in Paris und andernorts aufgerufen.

  • Emmanuel Macron bestätigt Ende der Operation Barkhane und kündigt neue Strategie in Afrika an

    Emmanuel Macron bestätigt Ende der Operation Barkhane und kündigt neue Strategie in Afrika an

    Der französische Staatschef besuchte am Mittwoch ein Militärschiff auf der Reede vor Toulon und erläuterte die neue Militärstrategie Frankreichs. Emmanuel Macron besuchte am Mittwoch, dem 9. November, ein Militärschiff vor Toulon (Var), um dort die großen strategischen Herausforderungen zu erläutern, denen Frankreich gegenübersteht. Der Präsident bestätigte insbesondere das Ende der Anti-Dschihadisten-Operation Barkhane. Er sprach auch über die „wachsenden Spannungen in Asien“, den „weit verbreiteten Einsatz von Drohnen“, die „Banalisierung von Raketen“, die Entwicklung von „Cyber“ und künstlicher Intelligenz sowie „Gesundheits- und Klimarisiken“. Neue Strategie für den afrikanischen Kontinent. Die neue französische Strategie in Afrika werde nach Konsultationen mit den Partnern auf dem Kontinent innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt, kündigte Emmanuel Macron an und bestätigte das endgültige Ende der Anti-Dschihadisten-Operation Barkhane. Die Beziehung zu Deutschland. Emmanuel Macr…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Mann bewirft König Charles III. von England mit Eiern

    Mann bewirft König Charles III. von England mit Eiern

    Ein Mann wurde am Mittwoch von der britischen Polizei festgenommen, nachdem er Eier in Richtung König Charles III. geworfen und den Monarchen, der sich auf einer Reise in Nordengland befand, nur knapp verfehlt hatte.

    Obwohl er es dreimal versuchte, gelang es dem Mann nicht, Charles III. zu treffen.

    Ein Mann wurde am Mittwoch, den 9. November, von der britischen Polizei festgenommen, nachdem er Eier in Richtung des englischen Königs geworfen hatte, der sich auf einer Reise im Norden des Landes befand.

    Im britischen Fernsehen ist zu sehen, wie der Monarch und seine Frau Camilla auf einer Straße in York Hände schütteln und von Briten bejubelt werden, als Eier in ihre Richtung geworfen werden und nur wenige Zentimeter von dem Paar entfernt aufschlagen.

    „Dieses Land wurde mit dem Blut von Sklaven gebaut“, soll der Mann, der die Eier geworfen hatte, gerufen haben, bevor er von mehreren Polizisten überwältigt wurde.

    „Schäm dich“, beschimpften den Mann einige der Schaulustigen, die zu Hunderten gekommen waren, um den neuen König und seine Frau zu begrüßen. „God save the King“, riefen andere.

    Charles III, der im Mai acht Monate nach seiner Thronbesteigung gekrönt werden wird, ist unter den Briten weit weniger beliebt als seine verstorbene Mutter, die von ihren Untertanen während ihrer 70-jährigen Regierungszeit verehrt wurde.

    Nach dem Tod von Elizabeth II. konnte König Charles jedoch einen Popularitätssprung verzeichnen, ist aber immer noch weniger beliebt als sein Sohn William und dessen Frau Kate.

  • Michel-Edouard Leclerc: Frankreich steuert auf einen Inflations-Tsunami zu

    Michel-Edouard Leclerc: Frankreich steuert auf einen Inflations-Tsunami zu

    Der Vorsitzende des Strategieausschusses der Leclerc-Einkaufszentren, Michel-Edouard Leclerc, befürchtet für 2023 eine „zweistellige“ Inflation und befürchtet darüber hinaus ein „echtes Risiko“ einer Rezession zu Beginn des nächsten Jahres.

    Mit über 500 Hypermärkten in Frankreich ist er einer der geeignetsten Beobachter, um den Preisanstieg der letzten Monate zu beurteilen. Wenn es um die kommenden Monate geht, ist Michel-Edouard Leclerc sehr besorgt.

    Denn seine Prognosen sind pessimistisch. „Die Inflation ist nicht nur vorübergehend. Die Inflation, die sich mit den neuen Preis-Verhandlungen (zwischen Herstellern und Einzelhandel) rund um Weihnachten anbahnt, ist zweistellig“, versicherte der Vorsitzende des Strategieausschusses der Leclerc-Zentren am Dienstagmorgen auf BFMTV. Und fügt besorgt hinzu: „Wir steuern auf einen Inflations-Tsunami zu“.

    Bis zu 41 % Preisanstieg!
    Die Beispiele, die Leclerc anführt, sprechen eine deutliche Sprache. Die von den Herstellern im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Preis-Verhandlungen mit dem Handel geforderten Preiserhöhungen betragen 17,74% für Gemüsekonserven, 15,08% für Öle und Gewürze, 41% für Tierfutter, 10,83% für stärkehaltige Lebensmittel, 13% für Geflügel oder 11% für Papier.

    Auf dem Weg zu einer Rezession?
    Mit einem seiner Meinung nach sehr realen Risiko: einer wirtschaftlichen Rezession. „Das große Risiko ist ein Rückgang des Volumens oder sogar eine Rezession. Bis Weihnachten ist der Markt gut. Aber danach, mit der Angst vor einer massiven Inflation, habe ich große Angst vor einer Rezession im Januar/Februar“.

    Marken werden aus den Regalen genommen
    Wie er bereits in der Vergangenheit beklagt hat, wirft Michel-Edouard Leclerc einigen multinationalen Konzernen, die seine Hypermärkte beliefern, vor, „Erhöhungen aus Vorfreude und Spekulation“ zu verlangen. Er fordert das Recht für den Einzelhandel, die Lieferanten „in Wettbewerb zu setzen“.

    Im September beschuldigte die Handelskette Intermarché den Hersteller Danone, „die Krise ausnutzen“ zu wollen, indem er Preiserhöhungen von 22% verlangte. Intermarché hatte daraufhin die von Danone stammenden Produkte Evian, Volvic oder Badoit aus ihren Regalen entfernt.

  • Kernkraft in Frankreich: Leck am Atomreaktor Civaux 1 entdeckt

    Kernkraft in Frankreich: Leck am Atomreaktor Civaux 1 entdeckt

    Ein Leck im Kernkraftwerk Civaux wurde bereits am vergangenen Mittwoch nach einem hydraulischen Test festgestellt. Es hat laut der stellvertretenden Generaldirektorin des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit keine Auswirkungen auf die Sicherheit.

    „Es gibt kein Risiko für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit“, versichert Karine Herviou, stellvertretende Generaldirektorin des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN), gegenüber Franceinfo. Ein am Mittwoch, den 2. November aufgetretenes Leck im Primärkreislauf des Reaktors Nr. 1 des Atomkraftwerks Civaux (Vienne) könnte allerdings dessen für den 8. Januar 2023 geplante Wiederinbetriebnahme verzögern.

    Laut IRSN gibt es kein Risiko für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit. Es handele sich um ein Ereignis, das während einer sogenannten hydraulischen Prüfung des Primärkreislaufs stattgefunden hat. Das ist der Kreislauf, der es ermöglicht, den Kernbrennstoff zu kühlen und die Wärme zu den Wärmetauschern zu transportieren, die Wasser verdampfen und die Turbinen des Kraftwerks antreiben.

    Im Normalbetrieb läuft ein Reaktor mit einem Druck von 155 bar. Alle zehn Jahre findet eine hydraulische Prüfung dieses Kreislaufs statt. Das bedeutet, dass der Druck auf über 200 bar erhöht wird, um eventuelle Lecks zu entdecken. Bei diesem Test befinden sich keine Brennstäbe im Inneren des Tanks.

    In diesem fall hat ein kleiner Stöpsel nicht gehalten und das Leck verursacht. Es handele sich laut dem Betreiber EDF nicht um einen schwerwiegenden oder reparaturintensiven Vorfall.

    „Es ist relativ einfach zu reparieren und die Reparaturzeiten sind nicht sehr groß. EDF wird einen Roboter einsetzen, um die kontaminierten Elemente an der Leckstelle zu bergen und das Leck zu isolieren. Das wird einige Tage dauern“. (Karine Herviou, stellvertretende Generaldirektorin des IRSN gegenüber Franceinfo)

    Laut IRSN ist des das erste Mal, dass so etwas in Frankreich passiert. In Civaux handele es sich um ein Problem bei der Montage des Stöpsels. Es handele sich nicht um einen Wartungsfehler, sondern um ein Problem bei der Montage oder um ein Materialversagen des Stöpsels selbst.

    Derzeit gibt es eine Häufung von Verzögerungen bei den Reaktorwartungen in Frankreich aufgrund von Spannungsrisskorrosionsproblemen, die Kontrollen und Reparaturen erfordern. Es gibt auch einige Reaktoren, die wegen Sicherheitsverbesserungen abgeschaltet werden, da sich der Betreiber EDF im Rahmen der Verlängerung der Laufzeit der 900-Megawatt-Reaktoren auf 40 Jahre verpflichtet hat, eine Vielzahl von Arbeiten durchzuführen und insbesondere Sicherheitsschaltungen hinzuzufügen.

    All das führt in diesem Jahr zu erheblichen Ausfallzeiten vieler französischer Reaktoren.

  • Mindestens 15.000 Todesfälle in Europa laut WHO wegen der Sommerhitze 2022

    Mindestens 15.000 Todesfälle in Europa laut WHO wegen der Sommerhitze 2022

    Allein dieses Jahr würde laut WHO mehr als 10% der gesamten Todesfälle ausmachen, die in den letzten 50 Jahren in Europa durch extreme Temperaturen verursacht wurden. Der Sommer 2022 war der wärmste Sommer, der in Europa je gemessen wurde. Ein Rekord, der nicht ohne Folgen blieb. Mindestens 15.000 Todesfälle stehen in direktem Zusammenhang mit den schweren Hitzewellen in diesem Zeitraum. Dies geht aus einer noch unvollständigen Schätzung hervor, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag, dem 7. November, anlässlich der COP27-Klimakonferenz veröffentlichte. Diese Bilanz, die 4.500 Todesfälle in Deutschland, fast 4.000 in Spanien, über 3.200 im Vereinigten Königreich und 1.000 in Portugal auflistet, „wird voraussichtlich noch steigen, da noch andere Länder von hitzebedingten Übersterblichkeiten berichtet haben“, so der Direktor des europäischen Zweigs der WHO, Hans Kluge, in einer Pressemitteilung. Nach Angaben der WHO sind extreme Temperaturen in den letzten 50 Jahren für 148…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Route du Rhum: Am Mittwoch startet das grosse Einhandseglerrennen

    Route du Rhum: Am Mittwoch startet das grosse Einhandseglerrennen

    Das Segelrennen Route du Rhum sollte ursprünglich am Sonntag, dem 6. November, starten, wurde aber aufgrund schlechter Wetterbedingungen verschoben.

    Nun geht es aber wirklich los. Mittwoch um 14.15 Uhr gibt die Rennleitung den Startschuss für die über 130 Teilnehmer für die Strecke Saint-Malo (Ille-et-Vilaine) nach Pointe-à-Pitre im französischen Überseedepartement Guadeloupe.

    Das Wetter sollte freundlich sein
    Heute verlassen 138 Boote den Hafen von Saint-Malo. Die Startlinie liegt vor der Küste von Dinard (Ille-et-Vilaine). Der Start am heutigen Mittwoch wird bei gutem Wetter erfolgen, es soll sogar etwas Sonne geben. Hunderttausende Zuschauer haben die Boote in den vergangenen Tagen bewundern können.

    „Wir sind mitten in der globalen Erwärmung“ Die Seglerin und Europaabgeordnete Catheriner Chabaud äußert sich zu den tropischen Tiefdruckgebieten, mit denen die Skipper der Route du Rhum 2022 zu kämpfen haben werden.

    24 Jahre nach ihrer letzten Teilnahme an einer Route du Rhum geht Catherine Chabaud erneut mit ihrer berühmten „roten Zigarre“ an den Start. Die Europaabgeordnete, die Gründungsmitglied der Plattform Ozean und Klima ist, will ihre Einhand-Transatlantikfahrt nutzen, um wichtige Botschaften zu verbreiten.

    Nach dem letzten Briefing der Skipper sprach Catherine Chabaud mit dem Sender France 3. Die 59-jährige Seglerin, eine der sieben Frauen, die an dem Rennen teilnehmen, kommt sehr schnell auf das Thema Klima und globale Erwärmung zu sprechen:

    „Sie haben es gehört, man hat es uns gerade bei der Wettervorhersage gesagt: Der Ozean ist zwei Grad wärmer, als er zu dieser Jahreszeit sein sollte! Das führt dazu, dass wir tropische Tiefdruckgebiete erleben, die recht heftig sind.“

    Der Ozean erwärmt sich in der Tiefe
    Für die berühmte Skipperin, die damals als erste Frau eine Einhand-Weltumsegelung beendet hat, gibt es keinen Zweifel: „Ich weiß, dass die Störungen und die brutalen Bedingungen, die wir am Sonntag hätten haben können (wenn der ursprüngliche Start beibehalten worden wäre), auf die Erwärmung des Ozeans in der Tiefe zurückzuführen sind. Wir sind mitten im Thema Klimawandel!“.

    Heute ist Catherine Chabaud auch politisch engagiert. Im Jahr 2015 war sie während der COP 21 Frankreichs Botschafterin für das Meer. Inzwischen wurde sie 2019 zur Europaabgeordneten gewählt und engagiert sich weiter für das Klima.

    „Am Montag war der Start der COP 27, ich habe seit der COP 21 an allen teilgenommen. Wenn ich nicht bei der Route du Rhum am Start gewesen wäre, wäre ich jetzt in Sharm el Sheikh“.

    Den Menschen auf der Erde helfen, die Dringlichkeit des Handelns zu verstehen
    Catherine Chabaud wird ab heute auf ihrem Boot, einem Mono-Rumpf, der berühmten „roten Zigarre“, unterwegs sein. Eine andere Art, Botschaften zu vermitteln:

    „Ich freue mich darauf, wieder in die großen Weiten einzutauchen, und darüber denke ich viel nach. Ich denke an die Sternennächte und an unsere Beziehung zum Universum. Wenn es den Menschen auf der Erde helfen kann, zu verstehen, dass sie dringend etwas tun müssen, dann bin ich auf jeden Fall dafür da“.

    Catherine Chabaud am 09. Novemer 2022, kurz vor dem Start der Route du Rhum