Autor: Nachrichten

  • „Bloquons tout“: Wenn Frankreich sich selbst blockiert

    „Bloquons tout“: Wenn Frankreich sich selbst blockiert

    Am 10. September droht Frankreich ein sozialer Stillstand. Unter dem Schlagwort „Bloquons tout“ ruft ein basisdemokratisches Kollektiv zu einem landesweiten Generalstreik auf – ohne klassische Gewerkschaften, ohne Parteien, aber mit wachsender digitaler Mobilisierung. Der Appell zur „kompletten Blockade des Landes“ richtet sich gegen Sparmaßnahmen der Regierung, soziale Kürzungen und den Abbau arbeitsfreier Feiertage. Die Protestform erinnert an die Anfänge der Gelbwestenbewegung – und stellt die Frage, ob Frankreich an der Schwelle zu einer neuen Protestdynamik steht.

    https://twitter.com/fr_presstv/status/1957364338173329529

    Digitale Revolte aus dem Nichts? Der Aufruf zur Mobilmachung stammt vom Kollektiv „Les Essentiels“, einer Gruppe, die sich über TikTok formierte und im Juli erstmals öffentlich in Erscheinung trat. Unter dem Namen „Bloquons tout“ verbreitete sich der Protestaufruf rasant – auf Plattformen wie X (ehemals Twitter), Instagram und Facebook. Anders als klassische M…

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  • Flammen im Anmarsch – wie Frankreichs Feuerwehr dem Feuer zuvorkommt

    Flammen im Anmarsch – wie Frankreichs Feuerwehr dem Feuer zuvorkommt

    Ein heißer Sommer, trockene Böden, starker Wind – das perfekte Material für ein Drama, vor dem man in diesem Jahr in Südfrankreich besondere Angst hat: Waldbrände. Denn im August 2025 erreicht die Lage eine neue Dimension.

    Die Hitze ist unerbittlich, der Wind peitscht. Temperaturen jenseits der 40 Grad, dazu Mistral und Tramontane – allesamt perfekte Brandbeschleuniger. Das Ergebnis: Sechs Départements stehen unter der höchsten Alarmstufe, „vigilance rouge“. Eine Warnung, die nicht nur Alarm schlägt, sondern zum sofortigen Handeln zwingt.


    Ein Blick ins Departement Aude

    Besonders dramatisch: der Fall des Départements Aude. Anfang August zerstörten hier Flammen etwa 17..000 Hektar – ein Flächenbrand mit verheerendem Ausmaß. Und doch: Die Geschichte hätte noch tragischer verlaufen können.

    Denn was nach außen wie ein hektischer Ausnahmezustand wirkt, ist in Wahrheit das Ergebnis minutiöser Vorbereitung. Bereits Wochen zuvor hatte der Katastrophenschutz Lagepläne aktualisiert, Zufahrtswege markiert und Evakuierungsszenarien durchgespielt. Als die Flammen kamen, waren die Einsatzkräfte bereit.

    1.200 Feuerwehrleute sind dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzt – nicht zur Bekämpfung von Flammen, sondern vor allem zur Prävention. In den Corbières, entlang der Küstenlinie bei Narbonne, patrouillieren Einsatzfahrzeuge, noch bevor der erste Rauch aufsteigt. Solche Präsenz wirkt unsichtbar – und doch ist sie der Grund, warum viele Feuer gar nicht erst zu Flächenbränden werden.


    Wenn der Mensch zum Risiko wird

    90 Prozent aller Brände – das zeigen die Statistiken – gehen auf menschliches Verhalten zurück. Ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel, ein Funken bei der Garten- oder Feldarbeit, ein Lagerfeuer am falschen Ort zur falschen Zeit.

    Darum setzt Frankreichs Feuerwehr nicht nur auf Wasser und Schläuche, sondern auch auf Aufklärung. Über Radiodurchsagen, Plakate, Social Media – aber auch mit direkter Ansprache an beliebten Wanderwegen. Es ist ein Wettlauf mit der Unvernunft, bei dem jeder gewonnene Tag zählt.


    Training statt Taktikspiel: Feuerwehren rüsten auf

    In der Haute-Saône, eigentlich kein Hotspot für Flächenbrände, wird inzwischen genauso trainiert wie im Süden. Warum? Weil der Klimawandel geografische Gewissheiten infrage stellt. Wo früher grüne Idylle war, kann die Natur morgen schon ein Pulverfass sein.

    Feuerwehren im ganzen Land investieren deshalb in spezielle Waldbrand-Ausbildungen. Freiwillige lernen, wie sich Feuer in bewaldetem Terrain ausbreitet, wie man Schneisen schlägt und welche Technik in hügeligem Gelände funktioniert – und welche nicht.

    Gleichzeitig wird massiv aufgerüstet: neue Löschfahrzeuge, widerstandsfähige Kleidung, Drohnentechnik zur Früherkennung. Eine Investition in Sicherheit – und in Zeit. Denn je schneller ein Feuer entdeckt wird, desto leichter lässt es sich eindämmen.


    Die unsichtbare Front: Prävention im Alltag

    Doch all diese Maßnahmen greifen nur, wenn auch die Bevölkerung mitzieht. Keine Feuer im Freien, keine Motorarbeiten bei Trockenheit, keine riskanten Aktionen in Waldnähe. Das ist keine Bitte – das ist Überlebensstrategie.

    Feuerwehrleute wissen: Jeder verhinderte Brand ist ein Sieg, den man nie sehen wird. Und doch kämpfen sie täglich dafür. Nicht mit Pomp und Pathos, sondern mit Protokollen, Geduld und klarem Blick für die Realität.


    Der Süden brennt – und niemand ist überrascht

    Die Lage im Süden ist inzwischen chronisch kritisch. In den Corbières gab es Tote, Verletzte – darunter 19 Feuerwehrleute. Dutzende Häuser wurden zerstört, Teile des traditionsreichen Weinbaus schwer getroffen. Es ist der schlimmste Brand in dieser Region seit mehr als einem halben Jahrhundert.

    Und doch war niemand überrascht. Die Behörden wussten, dass dieser Sommer kommen würde. Dass sich das Klima wandelt. Dass es keine Frage des Ob, sondern des Wann ist. Deshalb haben sie sich vorbereitet – und das macht den entscheidenden Unterschied.


    Was bleibt? Ein Appell an uns alle

    Könnte man die Flammen verhindern, wenn alle mitziehen? Wenn jedes Land seine Feuerwehr so konsequent ausrüstet? Wenn jeder Einzelne die Warnungen ernst nimmt?

    Eine rhetorische Frage – und doch eine, die nachhallt.

    Denn das Feuer ist nicht das eigentliche Problem. Das wahre Risiko ist die Nachlässigkeit. Wer sie abschüttelt, gibt den Einsatzkräften eine Chance. Und wer selbst mitdenkt, macht den Unterschied.

    Autor: C.H.

  • Europas Schulterschluss in Washington

    Europas Schulterschluss in Washington

    In Washington kommt es am 18. August zu einer Szene, die es so in der modernen Diplomatie noch nicht gegeben hat. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj tritt nicht als Einzelkämpfer vor den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, sondern bringt ein politisches Gefolge mit, das an die Formationen historischer Friedenskongresse erinnert: Emmanuel Macron, Friedrich Merz, Keir Starmer, Giorgia Meloni, Alexander Stubb und Donald Tusk, flankiert von Ursula von der Leyen, António Costa und NATO-Generalsekretär Mark Rutte.

    Dass sich eine solch breite europäische Front im Weißen Haus einfindet, ist weit mehr als symbolische Unterstützung für Kiew. Es ist ein Akt strategischer Selbstbehauptung.

    Ein präventiver Kraftakt

    Die Erinnerung an die turbulente Begegnung zwischen Selenskyj und Trump im Februar sitzt tief: harsche Worte, gegenseitige Vorwürfe, ein Gespräch, das abgebrochen wurde. Die Europäer wollten diesmal kein Risiko eingehen. Mit ihrer Präsenz schaffen sie einen Schutzschirm für Selenskyj – und zugleich einen Resonanzraum, in dem Trumps Impulsivität gedämpft werden soll.

    Der Schritt ist ungewöhnlich, doch er offenbart ein neues Selbstverständnis. Europa will sich nicht länger in die Zuschauerrolle drängen lassen, wenn es um die Bedingungen für ein mögliches Kriegsende in der Ukraine geht.

    Botschaft an Trump – und an Moskau

    Der Auftritt hat zwei Adressaten. In Richtung Washington lautet die Botschaft: Europa steht nicht nur rhetorisch hinter Kiew, sondern wirft auch sein gesamtes politisches Gewicht in die Waagschale. Zugleich richtet sich die Botschaft auch nach Osten: Moskau soll sehen, dass die transatlantische Solidarität nicht bröckelt, sondern im Angesicht der Unsicherheit noch enger wird.

    Dass Trump über territoriale „Kompromisse“ nachdenkt, ist kein Geheimnis. Für die Europäer ist genau das der neuralgische Punkt. Mit der vereinten Reise nach Washington wollen sie verhindern, dass ein künftiger Verhandlungsrahmen allzu stark entlang russischer Vorstellungen gezogen wird.

    Ein Signal neuer Eigenständigkeit

    Doch es geht um mehr als um Schadensbegrenzung. Europa sendet in Washington auch ein Signal nach innen: Die sicherheitspolitische Emanzipation von den Vereinigten Staaten wird zwar noch Jahre brauchen, doch die Konturen zeichnen sich ab. Die Delegation demonstriert, dass europäische Staaten in der Lage sind, ihre Interessen geschlossen zu vertreten – auch gegenüber einem amerikanischen Präsidenten, der nur zu gerne als Alleingänger agiert.

    Man darf die Tragweite allerdings nicht überschätzen: Am Ende entscheidet Trump, ob er bereit ist, sich auf die Argumente seiner europäischen Gäste einzulassen. Aber die Episode zeigt, dass sich die Logik des transatlantischen Verhältnisses verschiebt. Europa sucht die Bühne und verlässt den Hinterhof.

    Der gemeinsame Auftritt in Washington ist deshalb mehr als eine diplomatische Geste. Er ist der Versuch, Trump in einen politischen Rahmen einzubinden, den er allein vielleicht zu sprengen versucht hätte. Ob das Manöver gelingt, bleibt offen. Sicher ist nur: Mit ihrem beispiellosen Schulterschluss haben die Europäer gezeigt, dass sie die Kunst der Machtdemonstration neu zu lernen beginnen.

    Von Andreas Brucker

  • Kommentar: Woodstock – Traum oder Selbsttäuschung?

    Kommentar: Woodstock – Traum oder Selbsttäuschung?

    Es endete heute vor 56 Jahren: Drei Tage Musik, Ekstase – und Schlamm. Woodstock 1969 ist längst zur Legende verklärt. Ein Festival, das in der kollektiven Erinnerung als leuchtender Höhepunkt einer freiheitsdurstigen Generation weiterlebt. Doch hinter den Gitarrenriffs von Jimi Hendrix, den Marihuana geschwängerten Wiesen und den Parolen von „Love, Peace & Happiness“ verbirgt sich auch eine unbequeme Wahrheit: Die große Utopie von Frieden und Freiheit blieb unerfüllt.

    Natürlich – Hendrix, Janis Joplin, The Who: Diese Musik veränderte eine Ära. Sie wurde zum akustischen Manifest einer Jugend, die sich gegen Krieg, Rassismus und autoritäre Strukturen auflehnte. Woodstock war in diesem Moment mehr als ein Konzert: ein kollektives „Nein“ zur Gewalt, ein „Ja“ zur Hoffnung. Ein symbolischer Gegenentwurf zur Eskalation in Vietnam und zur politischen Erstarrung im Westen.

    Doch was kam danach? Der Krieg in Südostasien zog sich hin, die Toten wurden immer mehr. Die Hippie-Bewegung zerfiel – erst in Kommerz, dann in Chaos. Die kapitalistische Verwertungslogik machte vor keinem Symbol Halt: Jeans, einst Uniform der Rebellion, avancierten zu Designerware. Das Peace-Zeichen wurde zum Deko-Motiv für Coffee-to-go-Becher. Die Ästhetik der Rebellion überlebte – entkernt und vermarktet.

    Gerade darin liegt die Ambivalenz von Woodstock: Es war ein Moment intensiver Schönheit – und doch auch eine Illusion. Eine Vision ohne Wegskizze, ein Protest ohne politisches Fundament. Die Forderung nach Frieden blieb abstrakt, untermalt von Musik, aber ohne strukturelle Strategie. Keine institutionellen Impulse, keine nachhaltigen Netzwerke, keine politische Schlagkraft.

    Man könnte sagen: Woodstock war die erste große „Schlammschlacht der Utopien“. Ein emotionales Hochamt kollektiver Hoffnung – das im Morast der Realität versank. Der Traum von einer besseren Welt wurde zum Festivalerlebnis, nicht zur gesellschaftlichen Umwälzung.

    Und heute – eine ganze Generation später? Hendrix’ verzerrte Gitarre klingt noch immer wie ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit. Aber was blieb von diesem Schrei? Hat er Mauern eingerissen – oder ist er im Echo nostalgischer Verklärung verhallt?

    Vielleicht liegt gerade darin die bittere Schönheit von Woodstock: Es zeigt, dass Menschen träumen können – von Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit. Sie können diese Träume singen, tanzen, leben – für einen Moment. Doch es zeigt auch, wie flüchtig solche Träume sind, wenn sie nicht mit Struktur, Strategie und Beharrlichkeit unterfüttert werden. Ohne sie verdampfen selbst die schönsten Visionen – wie Rauch über einem Schlachtfeld aus Schlamm.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Heute in der Geschichte – 18. August

    Heute in der Geschichte – 18. August

    Ein Tag, viele Geschichten

    Der 18. August – ein Datum, das quer durch die Jahrhunderte immer wieder Schlaglichter auf große Umbrüche, Entdeckungen und Dramen wirft. Mal steht die Wissenschaft im Rampenlicht, mal die Politik, mal tobt das Leben auf den Schlachtfeldern oder Festivalwiesen. Wer heute einen Blick zurückwirft, sieht ein Kaleidoskop an Momenten, die unser Heute auf seltsame Weise mitgeprägt haben.


    Frankreich zwischen Krieg und Wissenschaft

    1. Mitten im Siebenjährigen Krieg segelt die französische Flotte an die portugiesische Küste, wo sie in der Seeschlacht von Lagos auf die britische Marine trifft. Das Ergebnis: eine klare Niederlage für die Franzosen. Die Machtverhältnisse auf den Weltmeeren verschoben sich – und Britannien untermauerte seinen Status als dominierende Seemacht. Frankreich dagegen musste lernen, dass seine maritime Stärke Grenzen hatte. Ein Rückschlag, der langfristig den Weg für die britische Weltmachtstellung ebnete.

    Gut hundert Jahre später, 1868, ein ganz anderes Bild: Der französische Astronom Pierre Janssen beobachtet während einer Sonnenfinsternis das Spektrum der Sonne. Dabei stößt er auf etwas bis dahin Unbekanntes – ein neues Element, das später als Helium bekannt wird. Die Pointe: Zunächst hält er es für Natrium. Wissenschaft eben – sie funktioniert oft über Umwege, Irrtümer und kleine Aha-Momente. Janssens Beobachtung öffnete das Tor für eine völlig neue Sicht auf die Zusammensetzung des Universums.


    Ein Blick über den Atlantik

    1920 in den USA: Tennessee ratifiziert den 19. Verfassungszusatz. Klingt nach einem trockenen Rechtsakt, war aber ein Erdbeben. Frauen erhielten endlich das Wahlrecht – und zwar landesweit. Wer hätte gedacht, dass der Wille eines einzigen Bundesstaates den Unterschied macht? Die damaligen Aktivistinnen, die über Jahrzehnte für dieses Recht kämpften, dürften wohl ein Freudentränchen verdrückt haben.

    Drei Jahre später und ein Kontinent weiter, in Deutschland, wird 1923 das erste Hörspiel im Radio ausgestrahlt – ein kleiner Schritt in der Kulturgeschichte, der das Medium prägte, das bald Wohnzimmer auf der ganzen Welt eroberte.


    Kultur, Skandale und Revolutionen

    1958 erscheint in den USA Vladimir Nabokovs Roman Lolita. Ein Buch, das bis heute polarisiert: literarisch gefeiert, moralisch debattiert. Genau diese Mischung aus Kunst und Provokation macht es unvergessen.

    1963 folgt ein weiteres Kapitel der US-Bürgerrechtsgeschichte: James Meredith schließt als erster Afroamerikaner die Universität von Mississippi ab. Ein stilles, aber gewaltiges Symbol – die Rassenschranken in Bildung und Gesellschaft begannen, sichtbar zu bröckeln.

    Nur wenige Jahre später, 1969, endet das legendäre Woodstock-Festival am 18. August. Drei Tage Frieden, Musik und Ekstase inmitten einer unruhigen Welt. Als Jimi Hendrix seine elektrische Gitarre schreien ließ, wurde klar: Hier ging es nicht nur um Songs, sondern um eine ganze Generation, die sich ihre eigene Stimme suchte.


    Wenn die Natur zuschlägt

    1983 trifft der Hurrikan Alicia die texanische Küste. Sturmböen, meterhohe Wellen, verwüstete Städte – mehr als eine Milliarde Dollar Schaden, viele Opfer. Solche Katastrophen zeigen drastisch, wie verletzlich der Mensch trotz all seiner Technik bleibt. Und wie aktuell dieses Thema ist, sieht man an den heutigen Diskussionen um Klimawandel und Extremwetter.


    Moderne Kapitel

    Im Jahr 2005 wird in den USA der berüchtigte Serienmörder „BTK“ zu zehnmal lebenslanger Haft verurteilt. Ein Schlusspunkt für eine jahrzehntelange Jagd, die Polizei und Öffentlichkeit in Atem hielt.

    2014 sorgt ein ganz anderes Thema für Schlagzeilen: In Ferguson, Missouri, marschiert die Nationalgarde auf, nachdem Proteste gegen Polizeigewalt eskalieren. Ein Vorfall, der wie ein Spiegelbild tiefer gesellschaftlicher Spannungen wirkte – und bis heute nachhallt.


    Ein Tag wie ein Prisma

    Der 18. August zeigt, dass Geschichte nie eindimensional ist. An einem einzigen Datum finden sich Kriegsniederlagen, wissenschaftliche Durchbrüche, feministische Siege, Naturkatastrophen und kulturelle Explosionen.

    Und mal ehrlich: Ist es nicht faszinierend, wie derselbe Tag im Kalender so unterschiedliche Geschichten in sich trägt – als hätte die Zeit selbst einen Sinn für Dramaturgie?

  • Macrons Mission in Washington: Europas Stimme im Ukraine-Konflikt stärken

    Macrons Mission in Washington: Europas Stimme im Ukraine-Konflikt stärken

    Am 18. August wird sich in Washington eine hochrangige Delegation europäischer Staats- und Regierungschefs mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump treffen, um über den Krieg in der Ukraine zu sprechen. Angeführt wird die Gruppe unter anderem vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Im Vorfeld betonte Macron, dass es dabei nicht nur um Unterstützung für Kiew gehe – sondern um nichts Geringeres als die sicherheitspolitische Selbstbehauptung Europas. „Wir reisen nicht nur als Begleiter des Präsidenten Selenskyj“, sagte Macron am Sonntag in seinem südfranzösischen Feriendomizil Fort de Brégançon. „Wir reisen, um die Interessen der Europäer zu verteidigen.“ Die neue Rhetorik eines alten Konflikts Frankreichs Präsident wählte seine Worte mit Bedacht – und mit demonstrativer Entschlossenheit. Auf die Frage, ob er glaube, dass Wladimir Putin Frieden wolle, antwortete er unmissverständlich: „Die Antwort ist Nein. Wir wollen den Fri…

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  • Zwei Kirchen in Seine-Saint-Denis verwüstet – ein Mann festgenommen

    Zwei Kirchen in Seine-Saint-Denis verwüstet – ein Mann festgenommen

    Zwei Kirchen, zwei Tatorte, ein mutmaßlicher Täter. Am Samstag, dem 16. August, wurden in Seine-Saint-Denis gleich zwei Gotteshäuser von massiven Vandalismusakten erschüttert: die Kirche Sainte-Marthe in Pantin und die Kirche Saint-Yves in La Courneuve. Ein einzelner Mann soll hinter beiden Taten stecken – er wurde später von der Polizei gestellt. Die Zerstörungen, so das Bistum Saint-Denis, seien erheblich.

    Vormittag in Pantin In Pantin begann die Spur der Verwüstung. Die Kirche Sainte-Marthe der Quatre-Chemins war an diesem Samstagmorgen unbewacht, als sich der Mann Zugang verschaffte. Zurück blieb ein Bild der Verwüstung: Vier zerstörte Statuen – zwei Darstellungen Christi, eine Figur der heiligen Marthe sowie eine Statue der Jungfrau Maria. Doch damit nicht genug. Möbelstücke wurden umgeworfen und beschädigt, Plakate zerrissen. Als der Pfarrer gegen Mittag die Kirche betrat, stieß er auf das Chaos – und alarmierte sofort die Polizei. Der Täter hatte da bereits das Weite gesucht.

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  • Peugeot 308 im Rückruf: Wenn die hintere Gurtverankerung schwächelt

    Peugeot 308 im Rückruf: Wenn die hintere Gurtverankerung schwächelt

    Peugeot ruft europaweit die Kompaktklasse-Ikone 308 zurück – und zwar Fahrzeuge aus den Baujahren 2015 bis 2019. Der Grund klingt technisch, ist aber glasklar: Bei einem Unfall könnte die hintere Gurtverankerung nachgeben. Genau das, wofür der Gurt da ist, stünde plötzlich auf wackligen Füßen. Worum geht’s im Detail? Betroffen sind 308-Modelle, die zwischen dem 12. Oktober 2015 und dem 1. Februar 2019 gebaut wurden. Offiziell heißt es: „Die Ankerpunkte des Sicherheitsgurts auf der Rückbank können der Aufprallkraft nicht ausreichend standhalten. Dadurch wird die Fähigkeit des Retraktors, einen Passagier zu halten, eingeschränkt“ – mit Verletzungsrisiko als Folge. Betroffene Halterinnen und Halter sollen sich an ihren Händler wenden – ohne Umschweife. Der Ablauf ist der klassische Sicherheits-Recall: Termin vereinbaren, Gurtbefestigungen prüfen lassen, gegebenenfalls nachrüsten oder tauschen. Die Intervention läuft im Rahmen der Herstellergarantie – sprich: für Kundinnen und Kunden ohne …

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  • Das große Batterie-Recycling: Europas Kampf um Rohstoffe und Souveränität

    Das große Batterie-Recycling: Europas Kampf um Rohstoffe und Souveränität

    Ein stiller Umbruch kündigt sich an – und er betrifft jede E-Auto-Batterie, jedes E-Bike, jede kleine Knopfzelle. Mit dem neuen europäischen Batteriereglement beginnt eine Ära, die von vielen als „Big Bang der Batterien“ bezeichnet wird. Denn erstmals sind nicht nur Autohersteller, sondern sämtliche Produzenten – von der E-Tretroller-Firma bis zum Batterieproduzenten für Busse – verpflichtet, das Recycling ihrer Produkte zu finanzieren. Ein Paradigmenwechsel, der nicht weniger bedeutet als die Geburt einer echten Kreislaufwirtschaft für Europas Energiespeicher. Von 30.000 auf 600.000 Tonnen – ein Recycling-Tsunami Die Dimensionen sind gewaltig: In Frankreich allein wächst das jährliche Aufkommen an Altbatterien von 30.000 Tonnen auf schätzungsweise 600.000 Tonnen. Recyclingunternehmen stehen damit vor einer Vervielfachung ihrer Arbeit.„Wir müssen künftig alles erfassen, von der winzigen Knopfzelle bis zur riesigen Busbatterie“, erklärt Emmanuel Toussaint-Dauvergne, Chef von Batribox, e…

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  • Sengende Sonne, flirrende Luft: Südfrankreich ächzt weiter unter der Hitzeglocke

    Sengende Sonne, flirrende Luft: Südfrankreich ächzt weiter unter der Hitzeglocke

    Die große Hitze lässt langsam nach – aber sie lässt nicht wirklich locker. Noch immer stehen sieben Départements im Süden Frankreichs unter Alarmstufe Orange. Météo-France hält die Warnung wegen extremer Temperaturen mindestens bis Dienstagmorgen um sechs Uhr aufrecht. Betroffen sind die Regionen Aude, Bouches-du-Rhône, Gard, Hérault, Pyrénées-Orientales, Var und Vaucluse. Während große Teile des Landes wieder durchatmen können, bleibt die Hitzewelle in diesen Landstrichen spürbar präsent. Asphaltflimmern, stehende Luft, Tropennächte – der Sommer zeigt sich hier immer noch in seiner unerbittlichsten Form. Eine Hitzewelle auf dem Rückzug – aber nicht besiegt Am Sonntagabend zählte der Wetterdienst noch 13 Départements zur Hitzewarnzone. Doch am Montagmorgen wurden sechs davon von der Liste gestrichen: Alpes-de-Haute-Provence, Alpes-Maritimes, Ariège, Haute-Garonne, Tarn und Tarn-et-Garonne sind nun vorerst aus dem Gröbsten raus. Aber Entwarnung? Fehlanzeige. Vor allem in den Département…

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