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  • Benzinpreise steigen nach Kürzung der Rabatte allgemein um 10 Cent

    Benzinpreise steigen nach Kürzung der Rabatte allgemein um 10 Cent

    Nach der Senkung der Rabatte am Mittwoch, dem 16. November, steigen die Kraftstoffpreise in Frankreich wieder deutlich an.

    Als Folge der reduzierten Rabatte der Regierung und von TotalEnergies steigen die Kraftstoffpreise in Frankreich wieder spürbar an. Laut den Zahlen, die das Ministerium für den ökologischen Übergang am Montag, dem 21. November veröffentlichte, stieg der durchschnittliche Preis für einen Liter Dieselkraftstoff um 16 Cent von 1,75 auf 1,91 Euro.

    Parallel dazu zeigt auch Bleifrei 95-E10 einen Anstieg von 13 Cent innerhalb einer Woche. Ein Preisniveau, das in Frankreich seit dem Sommer nicht mehr erreicht wurde. Dieser Anstieg erklärt sich durch den Wegfall der Rabatte auf die Preise an den Tankstellen.

    Am 16. November senkte die Regierung ihren Zuschuss pro Liter von 30 auf 10 Cent und TotalEnergies reduzierte seinen Rabatt ebenfalls von 20 auf 10 Cent. Die Preise dürften in Kürze weiter steigen, da auch die verbliebenen Rabatte am Ende des Jahres wegfallen werden. Der Beginn des Jahres 2023 wird von noch höheren Kraftstoffpreisen an den französischen Tankstellen gekennzeichnet sein.

    Die Regierung hat jedoch angekündigt, dass eine Beihilfe für berufliche Vielfahrer ermöglicht werden soll. Der TotalEnergies-Konzern teilte außerdem mit, dass man sich eine Einführung weiterer Rabatte vorstellen könne.

  • Pas-de-Calais: Laut Gabriel Attal Steuerbeamter „im Rahmen einer Steuerprüfung“ getötet

    Pas-de-Calais: Laut Gabriel Attal Steuerbeamter „im Rahmen einer Steuerprüfung“ getötet

    Der Minister für öffentliche Finanzen sagte vor dem Senat: „Dieser Mann hat einfach seine Arbeit gemacht (…) Heute ist er nicht zurückgekehrt“. Die Staatsanwaltschaft von Arras meldete, dass der mutmaßliche Täter sich anschließend „mit einer Schusswaffe das Leben genommen“ habe.

    Ein Steuerprüfer wurde am Montag, dem 21. November, „im Rahmen einer Steuerprüfung“ in Bullecourt (Pas-de-Calais) getötet, wie der für die öffentlichen Finanzen zuständige Minister Gabriel Attal mitteilte. Der Steuerbeamte wurde tot aufgefunden, nachdem er zusammen mit einer Kollegin von dem mutmaßlichen Täter festgehalten worden war. „Dieser Mann hat einfach seine Arbeit gemacht (…) Heute ist er nicht zurückgekehrt. Er wurde im Rahmen dieser Steuerprüfung getötet“, sagte Gabriel Attal in einer Rede vor dem Senat, auf die eine Schweigeminute folgte, und sprach von einem „unsäglichen Drama“. Er erklärte, dass er sich am Dienstagmorgen an den Ort des Geschehens begeben werde, er wird um 11.30 Uhr in Bullecourt erwartet.

    Das 43-jährige Opfer, Leiter einer Prüfbrigade der Finanzbehörde im Departement Pas-de-Calais, wurde „wahrscheinlich infolge von Messerstichen“ tot aufgefunden, wie die Staatsanwaltschaft von Arras am Dienstag in einer Pressemitteilung bestätigte. Eine Steuerinspektorin, die den getöteten Beamten begleitete, stand unter Schock und musste von Rettungskräften versorgt werden. Ihr Leben ist nicht in Gefahr. Die beiden Steuerbeamten führten eine Prüfung durch, um die Buchhaltung des Unternehmens eines 46-jährigen Altwarenhändlers, zu überprüfen. Sie wurden von dem mann überwältigt und gefesselt, hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Der mutmaßliche Täter habe sich anschliessend mit einer Schusswaffe das Leben genommen, so die Staatsanwaltschaft.

    Der 46-jährige Verdächtige war den Justizbehörden bereits wegen einiger Straftaten bekannt. Seine Leiche wurde in einem Nebengebäude des Anwesens gefunden, wie Franceinfo unter Berufung auf eine mit dem Fall vertraute Quelle berichtet.

  • Jeder dritte Bürgermeister in Frankreich wurde schon einmal bedroht oder beleidigt

    Jeder dritte Bürgermeister in Frankreich wurde schon einmal bedroht oder beleidigt

    Mehr als einer von drei französischen Bürgermeistern gibt an, schon einmal Opfer von Drohungen oder Beleidigungen geworden zu sein. Diese Zahl steigt deutlich an, so eine Studie, die gestern auf dem Kongress der französischen Bürgermeister vorgestellt wurde. Die Bürgermeister Frankreichs, die seit gestern zu ihrem 104. Jahreskongress zusammengekommen sind, sehen sich mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert, wie das „Observatorium der bürgernahen Demokratie“ AMF-Cevipof/Sciences Po enthüllt, das mit 3.696 Bürgermeistern gesprochen hat. Die aufeinanderfolgenden sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krisen bringen für die Mehrheit der Bürgermeister eine Zeit großer Ungewissheit über die Zukunft ihrer Gemeinden, stellt Professor Martial Foucault, Direktor des Cevipof, fest, der diese Umfrage geleitet hat. In Zeiten der von der Regierung verordneten Energieeinsparung und einer galoppierenden Inflation bei den Energiepreisen machen sich 77% der Bürgermeister Sorgen um die Verw…

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  • Hitzewellen 2022: 10.420 zusätzliche Todesfälle durch die starke Hitze

    Hitzewellen 2022: 10.420 zusätzliche Todesfälle durch die starke Hitze

    In einem am Montag veröffentlichten Bulletin zieht Santé publique France eine gesundheitliche Bilanz der Hitzewellen des Jahres 2022. Zwischen dem 1. Juni und dem 15. September stellten die Behörden 10.420 aussergewöhnliche Todesfälle fest und beobachtete eine höhere Sterblichkeitsrate in den Departements mit einer Hitzewarnung im Sommer (+19,9%). Der Sommer 2022, der zweitwärmste seit 1900, war wirklich kein normaler Sommer. Mit der globalen Erwärmung werden auch die kommenden Sommer wahrscheinlich ähnlich aussehen. Mit drei Hitzewellen zwischen dem 1. Juni und dem 15. September, 69 Departements mit mindestens einem Hitzetag, zwei roten Warnmeldungen und Temperaturen von über 40 °C in bislang von der Hitze verschonten Regionen hat dieser Sommer die Gefahren und Auswirkungen der Erderwärmung auf die Bevölkerung deutlich erhöht. Dies teilte Santé publique France (SPF) am Montag, dem 21. November, in einem Bulletin zur öffentlichen Gesundheit mit, das den gesundheitlichen Folgen dieser H…

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  • SOS Méditerranée: „Wir können diese Menschen nicht vor den Toren Europas sterben lassen“

    SOS Méditerranée: „Wir können diese Menschen nicht vor den Toren Europas sterben lassen“

    Sophie Beau, Generaldirektorin der NGO SOS Méditerranée, war zu Gast bei France 24.

    Sie sprach über das Schicksal der Migranten, die das Mittelmeer überqueren, und insbesondere über die Ocean Viking, ein Schiff der Organisation, das nach mehreren Wochen des Wartens endlich in Toulon aufgenommen wurde.

    Sophie Beau, Generaldirektorin der Organisation SAS Méditerranée, die beschuldigt wurde, „den Schleppern in die Hände zu spielen“, erinnerte auf France 24 daran, dass die Rettung von Menschen in Not „eine Pflicht“ ist, und hält es für „unwürdig, diese Frage für politische Zwecke zu instrumentalisieren“.

  • „One Love“-Armbinde als Zeichen der Unterstützung für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Katar unerwünscht?

    „One Love“-Armbinde als Zeichen der Unterstützung für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Katar unerwünscht?

    Die Kapitäne einiger Nationalmannschaften, die bei der Fußballweltmeisterschaft 2022 antreten, wollten eigentlich die Armbinde mit dem bunten Herz tragen. Daraus wird nun nichts. Die Initiative war einige Wochen vor Beginn der WM von einigen Nationen ins Leben gerufen worden.

    Sie verzichten aus „Angst vor sportlichen Sanktionen“. Am Montag, dem 21. November, einen Tag nach Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar, gaben die sieben Verbände, die die „One Love“-Armbinde für den Kapitän ihrer jeweiligen Nationalmannschaft in Erwägung zogen, ihren Verzicht bekannt.

    Aus welchem Grund? Was ist diese Armbinde und wer hat diese Initiative gestartet? 

    Es handelt sich um eine Initiative aus zehn Ländern. Zehn Verbände mit den Niederlanden an der Spitze, zunächst nur von Deutschland unterstützt. Später schlossen sich acht weitere Länder der Bewegung an: Frankreich, England, Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden, die Schweiz und Wales. Das Ziel: Die Kapitäne jeder dieser Nationalmannschaften sollten während der Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar die „One Love“-Armbinde am Arm tragen.

    Es ging bei der Initiative darum, Inklusivität zu fördern und das Bewusstsein für die Probleme der LGBTQ+ Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Queers, Intersexuelle und Asexuelle) zu schärfen. Diese Armbinde in Katar zu tragen, hat eine ganz besondere Bedeutung: Homosexuelle Liebe ist dort illegal.

    Es ist eine Armbinde mit weißem Hintergrund, auf der in schwarzen Großbuchstaben „One Love“ geschrieben steht. Daneben befindet sich ein mehrfarbiges Herz mit den Farben rot, schwarz, grün, orange, gelb und blau. Es soll eine Botschaft der Vielfalt sein, sowohl in Bezug auf die Herkunft als auch auf die Sexualität. Die Farben unterscheiden sich von denen der LGBTQ+-Flagge und im Inneren des bunten Herzens befindet sich die Zahl „1“, die an die Botschaft „One Love“ erinnert.

    Die FIFA stellte sich von Anfang an gegen das Tragen der Armbinde durch die Spieler. Der Weltverband hat sich schon immer gegen politische Botschaften im weitesten Sinne in den Stadien ausgesprochen. Wobei, und das sollte einmal deutlich gesagt werden: Menschenrechte sind Grundrechte und der Einsatz dafür ist keine politische Botschaft, sondern vielmehr eine grundlegende und selbstverständliche Pflicht für mündige Bürger.

    Die Fifa hat lange Zeit zu diesem Thema geschwiegen. Da sie darin eine versteckte Kritik am Gastgeberland sieht, reagierte sie am Samstag, dem 19. November, mit der Einführung ihrer eigenen Kapitänsarmbinden, die weitaus konsensfähigere Botschaften wie „Rettet den Planeten“, „Bildung für alle“ oder „Nein zu Diskriminierung“ tragen.

    Aus Angst vor „sportlichen Sanktionen“, wie sie am Montag in einer Pressemitteilung bekannt gaben, verzichten nun die Mannschaften der oben genannten Länder auf das Tragen der „One Love“-Armbinden. Die FIFA ist sich nicht zu schade, Spielern, die die „One Love“-Armbinden tragen, mit gelben Karten ab dem Betreten des Spielfelds zu bedrohen. Die betreffenden Verbände (Niederlande, Deutschland, Wales, Belgien, Dänemark und die Schweiz) waren zwar „bereit, Geldstrafen zu zahlen, die bei Verstößen gegen die Ausrüstungsvorschriften verhängt werden“, wollten aber „ihre Spieler nicht in die Situation bringen, dass sie verwarnt werden oder sogar das Spielfeld verlassen müssen“ (im Falle einer zweiten gelben Karte).

    Unglaublich, wie ein kleines Stück Stoff die Herrscher des weltweiten Fussballs in Rage bringen kann…

    Für Frankreich, das ursprünglich Mitglied der Initiative war, hatte der Torwart und Mannschaftskapitän Hugo Lloris bereits vor einigen Tagen angekündigt, dass er die Armbinde nicht tragen werde.

  • Paris: Der große Boom der Blumencafés

    Paris: Der große Boom der Blumencafés

    Vor Boutiquen und Brasserien in der französischen Hauptstadt sieht man immer mehr Kunstblumen. Das erfreut sich vor allem dank der sozialen Netzwerke inzwischen großer Beliebtheit.

    In Paris erscheinen die Blumen zu Tausenden auf den Bürgersteigen vor Geschäften und Cafés, selbst mitten im November. Diese künstlichen, aber sehr fotogenen Blumen machen in den sozialen Netzwerken die Runde. Laurence Valentin, die eine Brasserie betreibt, investierte 25.000 Euro in die Blumendekoration und konnte innerhalb eines Jahres einen Umsatzanstieg von 30% verzeichnen. „Wenn die Leute in der Nachbarschaft spazieren gehen, sehen sie uns“, sagt die Geschäftsführerin gegenüber dem Sender France 3.

    Eine begrenzte Lebensdauer
    Ein Florist, der bereits 60 Brasserien in Paris mit Blumen geschmückt hat, hat noch Hunderte weitere Aufträge in der Warteschlange. Die künstlichen Blumen aus wasserfestem Stoff werden von Hand fein bemalt. Anschließend werden sie an Lianen und Holz befestigt, um noch mehr Natürlichkeit auszustrahlen. Durch Wind und Umweltverschmutzung überleben die schönen Kunstblumen jedoch nur wenige Jahre auf der Straße.

  • Energiekrise: Weihnachtsmarkt in Lille entscheidet sich für Sparsamkeit

    Energiekrise: Weihnachtsmarkt in Lille entscheidet sich für Sparsamkeit

    Wegen der aktuellen Energiekrise entschied sich der Weihnachtsmarkt in Lille (Nordfrankreich) für besondere Sparsamkeit, indem LEDs eingesetzt werden und man das Riesenrad optimierte.

    Ab Sonntag, dem 20. November, findet in Lille (Nordfrankreich) wieder der Weihnachtsmarkt statt. Und in seinem 32. Jahr setzt das Weihnachtsdorf auf Energieeinsparung. Die ersten, die in die Pflicht genommen werden, sind die Händler. Dieses Jahr ist es egal, wie das Wetter wird, in den Hütten darf nicht geheizt werden.

    LEDs zur Beleuchtung des Marktes

    Es gab auch Einstellungen am Riesenrad. Auch hier ist die Idee, weniger zu verbrauchen, selbst wenn sich das Rad dann langsamer dreht. „Das Rad wird viel langsamer fahren. Wir hoffen, dass wir damit etwa 35% Strom einsparen können“, erklärt Mathieu Lestoquoy, Geschäftsführer des Riesenrads in Lille. Kein Weihnachtszauber ohne Beleuchtung. In dem Weihnachtsdorf sind dieses Jahr alle Beleuchtungen aus LEDs und werden erst nach 17 Uhr eingeschaltet. Das soll den 900.000 Besuchern, die in diesem Winter auf dem Markt erwartet werden, trotz allem Sterne in die Augen zaubern.

  • Wird es bald 90 Millionen Klimaflüchtlinge auf der Welt geben?

    Wird es bald 90 Millionen Klimaflüchtlinge auf der Welt geben?

    Laut dem Abgeordneten von La France Insoumise, Alexis Corbière, wird es in naher Zukunft mindestens 86 Millionen Klimaflüchtlinge geben. Als Gast des Senders Franceinfo sagte der Abgeordnete von La France Insoumise Alexis Corbière, dass laut einem Bericht der Weltbank, einer Finanzinstitution, die Entwicklungsländern helfen soll, aus der Armut herauszukommen, „es wahrscheinlich 86 Millionen Menschen auf dem ganzen Planeten geben wird, die ihr Land verlassen müssen, nicht aus Freude, um Tourismus zu machen, sondern weil zweifellos der Klimawandel sie dazu zwingen wird.“ Franceinfo meldet dazu nach einem Faktencheck: Tatsächlich unterläuft Alexis Corbière bei seinem Zitat eine Verwechslung. Dieses von der Weltbank erstellte Dokument spricht tatsächlich von einer entsprechenden klimabedingten Migration bis zum Jahr 2050. Nur bezieht es sich nicht auf die „externe“ Migration, wenn eine Person ihr Herkunftsland verlässt, um sich in einem anderen Land niederzulassen, sondern auf die „interne…

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  • Ukraine-Krieg: Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja laut IAEO-Chef „Wahnsinn“

    Ukraine-Krieg: Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja laut IAEO-Chef „Wahnsinn“

    Der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) prangert „vorsätzliche und gezielte“ Schüsse auf das größte Atomkraftwerk Europas an.

    Der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) prangerte am Sonntag einen „vorsätzlichen und gezielten“ Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja an. Er ruft dazu auf, „diesen Wahnsinn zu stoppen“.

    Russland und die Ukraine beschuldigten sich erneut gegenseitig, das im Süden der Ukraine gelegene und von der russischen Armee besetzte Atomkraftwerk beschossen zu haben. „Ein gutes Dutzend“ Angriffe wurde am Wochenende von Samstag bis Sonntag auf die Anlage gezählt.

    „Es hat Explosionen auf dem Gelände dieses wichtigen Atomkraftwerks gegeben, was völlig inakzeptabel ist“, sagt Rafael Grossi in einem Interview mit dem französischen Sender BFMTV. „Wer auch immer das getan hat, es muss sofort aufhören“, fordert der IAEO-Chef und betont: „Die Leute, die das tun, wissen genau, wo sie zuschlagen“.

    „Das Kraftwerk liegt an der Frontlinie, es gibt militärische Aktivitäten, die sehr schwer zu durchschauen sind, es sind russische und ukrainische Truppen im Einsatz“, sagt Rafael Grossi.

    Für das russische Verteidigungsministerium „hört das Kiewer Regime nicht auf zu provozieren, um die Gefahr einer Katastrophe im Atomkraftwerk Saporischschja zu schaffen“. Am Samstag und Sonntag hätten die ukrainischen Streitkräfte mehr als 20 „großkalibrige Granaten“ auf das Kraftwerk abgefeuert, heißt es in der Erklärung Moskaus. Diese seien insbesondere zwischen den Energieblöcken Nummer 4 und 5 eingeschlagen. Ein getroffenes Nebengebäude beherberge ein Lager für Kernbrennstoffe, zitierte die amtliche russische Nachrichtenagentur TASS einen Beamten des russischen Atomstromproduzenten Rosenergoatom.

    Trotz der Bombardierungen „entspricht der Strahlungspegel im Bereich des Kraftwerks weiterhin der Norm“, meldet die IAEA.

    Die ukrainische Atombehörde beschuldigt ihrerseits Russland, das Kraftwerksgelände bombardiert zu haben. „Heute Morgen, am 20. November 2022, wurden nach zahlreichen russischen Bombardements mindestens 12 Treffer auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja registriert“, erklärte die ukrainische Energoatom und beschuldigte die Russen, „wieder einmal eine nukleare Erpressung zu organisieren und die ganze Welt in Gefahr zu bringen“.

    Die IAEO, die zwei Inspektoren vor Ort in dem Kraftwerk hat, führt derzeit eine Bewertung der Schäden durch. „Es gab Schäden an ziemlich heiklen Stellen“, meint Rafael Grossi. Die Reaktoren seien aber nicht betroffen, sondern „eher der Bereich, in dem sich die frischen und abgebrannten Brennstoffe befinden“. „Wir rechnen damit, dass wir am Montag sehr früh eine Bestandsaufnahme machen können“, fügt er hinzu und erklärt, dass die Inspektoren am Sonntag die Gebäude nicht verlassen konnten, da die Situation zu gefährlich gewesen sei.

    Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach am Sonntag mit dem IAEO-Chef über die Lage im Kraftwerk Saporischschja und wird laut der französischen Präsidentschaft auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij sprechen.