Schlagwort: zukunft frankreich

  • Wenn der Staat schreibt – und es um das Kinderkriegen geht

    Wenn der Staat schreibt – und es um das Kinderkriegen geht

    Es ist ein ungewöhnlicher Moment, beinahe ein intimer. Der französische Staat greift zum Briefpapier und schreibt – nicht an Verbände, nicht an Kommunen, sondern an jede Bürgerin, jeden Bürger mit 29 Jahren. Kein Mahnruf, kein Appell, so lautet zumindest das Versprechen. Sondern Information. Nüchtern, sachlich, medizinisch fundiert. Und doch erzählt dieser Brief eine größere Geschichte. Eine Geschichte von Sorge, Zeit und einem Land, dem die Kinder fehlen. Angekündigt Anfang Februar 2026, eingebettet in einen nationalen Plan gegen Unfruchtbarkeit, markiert die Initiative einen Einschnitt. Frankreich erlebt einen historischen Tiefpunkt der Geburtenrate. Zum ersten Mal seit über hundert Jahren sterben mehr Menschen, als geboren werden. Die berühmte demografische Stabilität der Republik, lange ein europäisches Ausnahmemodell, bröckelt leise, aber beharrlich. Der Brief selbst, so betont die Regierung, solle keinen sozialen Druck aufbauen. Keine Aufforderung zur Elternschaft, kein moralisch…

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  • Edouard Philippe im doppelten Wahlkampf – Wie die Kommunalwahl in Le Havre zur Präsidentschaftsfrage wird

    Edouard Philippe im doppelten Wahlkampf – Wie die Kommunalwahl in Le Havre zur Präsidentschaftsfrage wird

    Edouard Philippe ist zurück im Wahlkampfmodus – gleich in doppelter Mission. Offiziell geht es um die Kommunalwahl im nordfranzösischen Le Havre, wo der frühere Premierminister seine Wiederwahl als Bürgermeister anstrebt. Inoffiziell jedoch gilt der Urnengang im März 2026 als erste Etappe auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur 2027. Denn Philippe hat längst erklärt, dass er ins Rennen um den Élysée einsteigen will – und das Ergebnis im eigenen politischen Stammland dürfte über seine Glaubwürdigkeit auf nationaler Bühne entscheiden. Ein Bürgermeister mit landespolitischem Anspruch Edouard Philippe regiert Le Havre seit 2010 – mit einer Unterbrechung während seiner Zeit als Premierminister unter Emmanuel Macron (2017–2020). Dass er nun erneut für das Amt kandidiert, ist weniger Ausdruck kommunaler Ambitionen als vielmehr ein strategisches Manöver. Der 55-Jährige weiß: Ein Sieg in der Hochburg an der normannischen Küste würde seine Position als ernsthafter Anwärter auf das Präsidenten…

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  • Machtkampf um das digitale Erbe

    Machtkampf um das digitale Erbe

    Warum der Streit über eine Altersgrenze für soziale Netzwerke den Graben zwischen Macron und Attal vertieft Die Gesundheit junger Menschen gilt als überparteiliches Anliegen. Doch in Frankreich ist der Versuch, den Zugang zu sozialen Netzwerken für unter 15-Jährige gesetzlich zu beschränken, zum Gegenstand eines innenpolitischen Machtkampfes geworden. Zwei nahezu identische Gesetzesvorschläge konkurrieren derzeit im Parlament – der eine aus dem Elysée, der andere aus dem Lager von Ex-Premierminister Gabriel Attal. Was vordergründig wie ein politisches Missverständnis erscheint, offenbart eine tiefere Rivalität um Einfluss, Kommunikation und die Nachfolge in der Mitte der französischen Politik. Ein doppelter Vorstoß mit identischem Inhalt Am Dienstag, den 13. Januar 2026, wird im französischen Parlament eine Gesetzesinitiative diskutiert, die einen verpflichtenden Altersnachweis und damit ein faktisches Verbot sozialer Netzwerke für unter 15-Jährige vorsieht. Parallel dazu soll die Nutz…

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  • Emmanuel Macron – Präsident ohne Rückhalt

    Emmanuel Macron – Präsident ohne Rückhalt

    Er galt als der Mann, der Frankreich neu ordnen wollte. Heute sitzt Emmanuel Macron im Élysée-Palast wie auf einer Insel: von Gegnern bedrängt, von Freunden verlassen, von der Öffentlichkeit misstrauisch beäugt. Acht Jahre nach seinem Aufstieg zum Hoffnungsträger der Mitte wirkt der Präsident politisch ausgebrannt – gefangen in einem Machtapparat, der zerbröckelt. Der langsame Zerfall des „zentristischen Blocks“ Noch vor wenigen Monaten sprach Macron von „Erneuerung“, von „Stabilität durch Mut“. Doch die jüngsten Ereignisse zeichnen ein anderes Bild. Die Regierung des erst Anfang September berufenen Premierministers Sébastien Lecornu ist schon Geschichte – sie zerbrach an der schlichten Unmöglichkeit, im zersplitterten Parlament eine tragfähige Mehrheit zu bilden. Der Rücktritt des Regierungschefs markiert nicht nur ein Kabinettschaos, sondern die Implosion des gesamten Präsidentenlagers. Macrons Bewegung, einst als dynamisches Zentrum zwischen Links und Rechts gefeiert, hat ihre Kohäs…

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  • Gabriel Attal bricht mit Macron – Aufstand in den Reihen des Macronismus

    Gabriel Attal bricht mit Macron – Aufstand in den Reihen des Macronismus

    „Wie viele Franzosen verstehe ich die Entscheidungen des Präsidenten nicht mehr.“Ein Satz, so unscheinbar wie ein Stein im Wasser. Doch als Gabriel Attal ihn am Montagabend in die Kameras von TF1 sprach, löste er eine politische Welle aus, die bis in den Élysée-Palast schwappte. Frankreichs einstiger Premierminister, bis vor Kurzem noch das Gesicht der macronistischen Disziplin, stellte sich offen gegen Emmanuel Macron – den Mann, der ihn groß gemacht hat. Damit ist eine Grenze überschritten. Zum ersten Mal seit Beginn der zweiten Amtszeit des Präsidenten spricht einer seiner engsten Vertrauten öffentlich von einem Bruch. Von einem Machtapparat, der sich verrannt hat. Von einem Präsidenten, der – so Attal – „krampfhaft versucht, die Kontrolle zu behalten“. Eine Regierung im freien Fall Der Kontext macht die Worte noch brisanter. Nur wenige Stunden zuvor war Sébastien Lecornu zurückgetreten – der Premierminister, den Macron erst Tage zuvor berufen hatte, um Stabilität zu schaffen. Statt…

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