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  • Bahnstreik in Frankreich am 5. November: SNCF erwartet Zugausfälle – Pariser Metro fährt regulär

    Bahnstreik in Frankreich am 5. November: SNCF erwartet Zugausfälle – Pariser Metro fährt regulär

    Frankreich steht vor einem schwierigen Donnerstag im Bahnverkehr. Am 5. November 2026 rufen die vier großen Eisenbahnergewerkschaften zu einem landesweiten, 24-stündigen Streik auf. Besonders Pendler und Reisende im Regionalverkehr müssen mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Während die SNCF erhebliche Einschränkungen erwartet, soll die Pariser Metro weitgehend regulär fahren.

    Stand: 4. November 2026, vormittags

    Landesweiter Bahnstreik trifft vor allem Regionalzüge

    Die Gewerkschaften CGT-Cheminots, UNSA-Ferroviaire, SUD-Rail und CFDT-Cheminots ziehen gemeinsam in den Arbeitskampf. Ihre Forderungen reichen von höheren Löhnen über bessere Arbeitsbedingungen bis zur langfristigen Sicherung öffentlicher Dienstleistungen.

    Die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF rechnet für Donnerstag mit spürbaren Beeinträchtigungen. Allerdings trifft der Streik nicht alle Zugverbindungen gleichermaßen.

    Im Hochgeschwindigkeitsverkehr mit dem TGV zeichnen sich lediglich leichte Einschränkungen ab. Wesentlich schwieriger dürfte die Lage bei den klassischen Fernzügen Intercités und den Regionalzügen TER ausfallen. Auch das Vorortbahnnetz der Region Île-de-France steht vor einem unruhigen Tag.

    Wie viele Züge tatsächlich ausfallen, bleibt zunächst offen. Die SNCF will ihre detaillierten Verkehrsprognosen bis Mittwoch, spätestens gegen 17 Uhr, veröffentlichen.

    Paris: Metro fährt normal, RER-Linien teilweise stark betroffen

    Für Fahrgäste in Paris gibt es immerhin eine gute Nachricht: Die Verkehrsgesellschaft RATP erwartet bei Metro, Bussen und Straßenbahnen weitgehend normalen Betrieb.

    Anders sieht es bei den Vorortbahnen aus. Während die RER A voraussichtlich regulär verkehrt, drohen auf der RER B Einschränkungen entlang der gesamten Strecke. Auch die Linien C und E müssen mit Zugausfällen rechnen.

    Besonders angespannt dürfte die Situation auf der RER D ausfallen. Diese wichtige Pendlerverbindung zwischen Paris, Melun, Corbeil-Essonnes und Creil gehört zu den voraussichtlich stark betroffenen Strecken.

    Für Flugreisende Richtung Flughafen Charles-de-Gaulle kommt ein weiteres Problem hinzu: Auf der RER B beginnen am Donnerstagabend gegen 22.45 Uhr planmäßige Bauarbeiten mit zusätzlichen Streckenunterbrechungen.

    Wer einen Flug erreichen muss, sollte deshalb großzügige Zeitreserven einplanen.

    Warum die Eisenbahner auf die Barrikaden gehen

    Hinter dem Streik steckt ein grundlegender Konflikt über Kaufkraft, Personal und die Zukunft des französischen Eisenbahnsystems.

    Die Beschäftigten verlangen dauerhafte Gehaltssteigerungen, bessere Arbeitsbedingungen und ausreichende Investitionen in Personal und Infrastruktur. Gleichzeitig kritisieren die Gewerkschaften den wachsenden Wettbewerbsdruck auf die SNCF.

    Bei Verhandlungen am 3. November stellte die Unternehmensführung zusätzliche finanzielle Zugeständnisse in Aussicht. Rund 140.000 Beschäftigte sollen eine Sonderprämie von 400 Euro erhalten. Hinzu kommen höhere Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie verbesserte Kilometerpauschalen.

    Doch die Arbeitnehmervertreter bleiben unzufrieden. Eine einmalige Prämie, so ihre Argumentation, ersetzt keine dauerhafte Lohnerhöhung. Die nächsten regulären Gehaltsverhandlungen sind für Januar 2027 vorgesehen.

    Brisant ist auch der Zeitpunkt: Am Freitag soll die neue Hochgeschwindigkeitszug-Generation TGV M ihre erste offizielle Fahrt zwischen Paris und Marseille absolvieren. Während die SNCF ihre technische Zukunft präsentiert, erinnern die Gewerkschaften an die Sorgen ihrer Beschäftigten.

    Was Bahnreisende am Donnerstag beachten sollten

    Wer am 5. November mit der Bahn unterwegs ist, sollte seine Verbindung vor Reisebeginn überprüfen. Besonders im TER-Regionalverkehr unterscheiden sich die Einschränkungen je nach Region erheblich.

    In Auvergne-Rhône-Alpes drohen auf einzelnen Strecken starke Beeinträchtigungen. Dort könnten bereits Mittwochabend und noch Freitagmorgen Auswirkungen spürbar sein.

    Bei gestrichenen TGV- und Intercités-Verbindungen sieht die SNCF kostenlose Umbuchungen beziehungsweise Erstattungen vor. Betroffene Fahrgäste sollen entsprechend informiert werden.

    Auch in Paris dürfte der Streik trotz regulären Metrobetriebs Folgen zeigen. Wenn Tausende Pendler auf Busse und U-Bahnen ausweichen, sind überfüllte Fahrzeuge praktisch vorprogrammiert.

    Der Donnerstag zeigt damit einmal mehr, wie empfindlich Frankreichs Alltag auf Arbeitskämpfe im Schienenverkehr reagiert. Für Millionen Reisende zählt am Ende vor allem eine Frage: Fährt mein Zug – oder nicht?

    Daniel Ivers

  • Sturm Austen legt Nordfrankreich lahm: 161.000 Haushalte ohne Strom – 23 Départements in Alarmbereitschaft

    Sturm Austen legt Nordfrankreich lahm: 161.000 Haushalte ohne Strom – 23 Départements in Alarmbereitschaft

    Sturm Austen trifft Frankreich mit voller Wucht. Am Freitagmorgen, dem 23. Oktober 2026, waren bereits 161.000 Haushalte ohne Strom, zahlreiche Zugverbindungen fielen aus und wichtige Verkehrsachsen mussten gesperrt werden. Besonders schwer betroffen ist die Bretagne. Für insgesamt 23 Départements gilt die zweithöchste Wetterwarnstufe Orange. Auch Paris und die gesamte Île-de-France müssen sich auf heftige Sturmböen einstellen.

    Es ist der erste große Herbststurm des Jahres – und er macht seinem Namen alle Ehre. Bereits am Donnerstagabend erreichte Austen die bretonische Atlantikküste, bevor das Sturmtief in Richtung Normandie weiterzog. Im Laufe des Freitags erfasst das Unwetter zunehmend Nordfrankreich und den Großraum Paris. Erst gegen Abend rechnen die Meteorologen mit einer allmählichen Beruhigung.

    Bretagne besonders schwer getroffen: 128.000 Haushalte ohne Strom

    Die Auswirkungen auf die Stromversorgung sind erheblich. Nach Angaben des französischen Netzbetreibers Enedis waren am Freitag um 7 Uhr insgesamt 161.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen.

    Allein auf die Bretagne entfallen 128.000 Haushalte, knapp 80 Prozent aller gemeldeten Unterbrechungen. Weitere 19.000 Haushalte sitzen in der Region Pays de la Loire ohne Elektrizität da, in der Normandie sind es 14.000.

    Für die Betroffenen bedeutet das vielerorts einen unangenehmen Start in den Tag. Kein Licht, keine funktionierende Kaffeemaschine und möglicherweise eine ausgefallene Heizung – der Herbst zeigt seine ungemütliche Seite.

    Enedis hält mehr als 2.000 Mitarbeiter für Reparatureinsätze bereit. Allerdings dürfen die Techniker erst ausrücken, sobald die Wetterbedingungen sichere Arbeiten ermöglichen. Die Zahl der Stromausfälle dürfte deshalb im Tagesverlauf noch schwanken.

    Wetterwarnstufe Orange in 23 Départements

    Der französische Wetterdienst Météo-France hat für Freitag in 23 Départements die Warnstufe Orange wegen heftiger Windböen ausgerufen.

    Betroffen sind sämtliche vier bretonischen Départements Côtes-d’Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine und Morbihan sowie alle fünf Départements der Normandie. Hinzu kommt Loire-Atlantique an der Atlantikküste.

    Weiter nordöstlich gilt die Warnung für Aisne, Nord, Oise, Pas-de-Calais und Somme. Besonders bemerkenswert: Auch die gesamte Île-de-France einschließlich Paris und ihrer sieben umliegenden Départements steht unter Sturmwarnung.

    Die Warnungen treten regional zu unterschiedlichen Uhrzeiten in Kraft. Für mehrere Gebiete rund um Paris sowie für Oise und Aisne rechnen die Meteorologen insbesondere ab der Mittagszeit mit einer deutlichen Verschärfung.

    Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern

    Wie gewaltig Austen bereits über die Küste hinweggefegt ist, zeigen die ersten Windmessungen.

    An der bretonischen Landspitze Pointe du Raz wurde eine Böe von 161 Kilometern pro Stunde registriert. Entlang der bretonischen Küste und am westlichen Ärmelkanal erreichten die Windgeschwindigkeiten verbreitet 120 bis 140 Stundenkilometer.

    Auch im Landesinneren drohen Böen zwischen 100 und 110 Stundenkilometern. In der Île-de-France erwarten die Meteorologen überwiegend 80 bis 90 Stundenkilometer, örtlich sogar 100.

    Besonders angespannt bleibt die Lage im Département Manche. Dort sind an der Küste weiterhin Spitzen von 130 bis 140 Stundenkilometern möglich. Eine spürbare Abschwächung erwarten die Wetterexperten erst am späten Nachmittag.

    Bahnverkehr massiv gestört – Brücke von Saint-Nazaire gesperrt

    Wer heute mit dem Zug unterwegs sein möchte, braucht starke Nerven.

    In der Normandie hat die SNCF den gesamten regionalen Bahnverkehr für Freitag eingestellt. Eine schrittweise Wiederaufnahme ist frühestens für Samstag, den 24. Oktober, ab 14 Uhr vorgesehen. Voraussetzung sind günstige Wetterbedingungen und erfolgreiche Sicherheitskontrollen.

    Auch in der Bretagne fallen zahlreiche Regionalzüge aus. Lediglich fünf Vorortverbindungen rund um Rennes bleiben ausgenommen. Auf mehreren Strecken sollen die Züge zwischen 12 und 16 Uhr schrittweise zurückkehren, darunter Quimper–Brest, Rennes–Quimper und Rennes–Saint-Malo.

    Im Großraum Paris gelten ebenfalls vorsorgliche Einschränkungen. Einzelne Zug- und RER-Verbindungen entfallen, andere verkehren mit reduzierter Geschwindigkeit.

    Auch Autofahrer spüren die Folgen. Die Brücke von Saint-Nazaire wurde am frühen Morgen wegen Windböen von mehr als 120 Stundenkilometern vollständig gesperrt. Eine Wetterbesserung gegen 11 Uhr bedeutet allerdings nicht automatisch die Freigabe der wichtigen Loire-Überquerung.

    Gefahr durch umstürzende Bäume und Starkregen

    Neben den heftigen Böen bereiten den Behörden mögliche Überschwemmungen Sorgen. Besonders im westlichen Pas-de-Calais sind die Böden durch vorherige Niederschläge bereits stark durchnässt. Weitere Regenfälle könnten dort zusätzliche Hochwasserwarnungen erforderlich machen.

    Hinzu kommt eine typische Herbstgefahr: Viele Bäume tragen noch reichlich Laub und bieten dem Wind entsprechend große Angriffsflächen. Herabfallende Äste und umstürzende Bäume stellen deshalb ein erhebliches Risiko dar.

    Météo-France empfiehlt, unnötige Fahrten zu vermeiden, lose Gegenstände zu sichern und keinesfalls während des Sturms auf Dächer zu steigen. An der Küste sollten Spaziergänger Abstand zu Deichen, Klippen und Brandungszonen halten. Von Ausfahrten aufs Meer raten die Behörden ausdrücklich ab.

    Für Nordfrankreich steht damit ein turbulenter Freitag bevor. Selbst wenn Austen am Abend allmählich an Kraft verliert, dürften Stromausfälle, beschädigte Infrastruktur und Verkehrsprobleme die betroffenen Regionen noch länger beschäftigen.

    Andreas M. Brucker