Schlagwort: Yvan Colonna

  • Mord an einem Anwalt – und ein Prozess, der viel mehr ist als nur ein Strafverfahren

    Mord an einem Anwalt – und ein Prozess, der viel mehr ist als nur ein Strafverfahren

    Ein Justizdrama, das über ein Jahrzehnt alt ist, entfaltet sich nun vor den Augen der Öffentlichkeit: Der Mord an dem korsischen Anwalt Antoine Sollacaro wird seit dem 3. November 2025 vor dem Schwurgericht der Bouches-du-Rhône in Aix-en-Provence verhandelt. Dreizehn Jahre nach der Tat. Und die Spannungen sind mit Händen zu greifen. Die Geschichte beginnt mit einer Hinrichtung. Am 16. Oktober 2012, einem Dienstagmorgen in Ajaccio, wird Antoine Sollacaro erschossen – kaltblütig, am Steuer seines Porsche, vor einer Tankstelle. Der Täter kam auf einem Motorrad, feuerte aus nächster Nähe und verschwand. Der Tod des prominenten Strafverteidigers erschütterte ganz Frankreich. Es war der erste Mord an einem Anwalt seit zwanzig Jahren. Doch Sollacaro war nicht irgendein Jurist. Er war eine Institution: ehemaliger Präsident der Anwaltskammer von Ajaccio, Verteidiger von Größen der korsischen Nationalisten-Szene wie Yvan Colonna oder Alain Orsoni. In seinen Plädoyers verband sich Justiz mit Poli…

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  • „Legt die Waffen nieder“ – Korsikas schwieriger Weg zur Gewaltfreiheit

    „Legt die Waffen nieder“ – Korsikas schwieriger Weg zur Gewaltfreiheit

    Eine Kampagne mit Symbolkraft – aber auch mit begrenzter Wirkung: Die Ende Februar auf Korsika gestartete Initiative „Déposons les armes“ ist am 4. Mai offiziell zu Ende gegangen. Ihr Ziel war klar formuliert: Bürgerinnen und Bürger sollten die Möglichkeit erhalten, illegal besessene Waffen straffrei abzugeben. Ein Versuch, Spannungen zu entschärfen, die Zahl der Schusswaffen auf der Insel zu verringern – und ein deutliches Zeichen für eine dauerhafte Rückkehr zur zivilen Ordnung zu setzen. Was blieb, ist ein durchwachsener Eindruck. Etwas mehr als 80 Schusswaffen und rund 3.000 Patronen wurden abgegeben – ein eher bescheidener Wert im Vergleich zu ähnlichen Aktionen, etwa der nationalen Initiative in ganz Frankreich von 2022, bei der über 2.500 Waffen eingesammelt wurden. Dennoch spricht Korsikas Präfekt Franck Robine nicht von einem Misserfolg. Für ihn ist es ein „ermutigendes Signal“ – Ausdruck eines allmählichen Umdenkens in einer Region, die tief von politischer Gewalt, familiären…

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  • Korsika: Yvan Colonnas Strafe aus „medizinischen Gründen“ ausgesetzt

    Korsika: Yvan Colonnas Strafe aus „medizinischen Gründen“ ausgesetzt

    Die Strafe des korsischen Unabhängigkeitskämpfers, der wegen der Ermordung des Präfekten Erignac im Jahr 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, ist ausgesetzt. Seit einem gewalttätigen Angriff auf ihn im Gefängnis Anfang März schwebt er in Lebensgefahr und wird derzeit in ein Krankenhaus in Marseille behandelt. Die französische Justiz gewährte dem korsischen Unabhängigkeitsaktivisten Yvan Colonna am Donnerstag eine Strafaussetzung „aus medizinischen Gründen“, nachdem er Anfang März im Gefängnis von Arles von einem Mithäftling angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden war, wie die Agentur AFP am Donnerstag aus Justizkreisen erfuhr. Das französische Gesetz sieht vor, dass eine Haftstrafe im Falle einer lebensbedrohlichen Situation zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Lesen Sie auch: Bastia: 60 Verletzte bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizeikräften Diese Entscheidung bedeutet, dass Yvan Colonna nicht mehr unter der Kontrolle der Justiz steht und somit auch nicht mehr der Gefängnisverwaltung untersteht. So ist für Besuche seiner Angehörigen nun auch keine Besuchserlaubnis mehr erforderlich. Yvan Colonna war am 2. März im Gefängnis von Arles von einem anderen Häftling durch Schläge und Fusstritte sehr schwer verletzt worden. Seitdem befindet er sich im Koma in einem Krankenhaus in Marseille. Sein Angreifer Franck Elong Abé, der mehrere Strafen verbüßte, darunter eine neunjährige Haftstrafe wegen Teilnahme an einer terroristischen Vereinigung, steht seit dem 6. März wegen versuchten terroristischen Mordes an Colona unter Anklage. Yvan Colonna wurde 2012 wegen der Ermordung des Präfekten Erignac im Jahr 1998 rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt und kann seit 2021 auf Antrag aus der Hochsicherheitshaft entlassen werden. Im Gegensatz zu den beiden anderen Mitgliedern des korsischen Kommandos, Alain Ferrandi und Pierre Alessandri, hatte er zum Zeitpunkt seiner Verletzung noch keinen Antrag auf Hafterleichterung gestellt. Die Regierung hatte am 8. März bekannt gegeben, dass Yvan Colonna nicht mehr als „besonders auffälliger Häftling“ (DPS) eingestuft wird. „Diese Entscheidung […] beruht auf der besonderen Schwere der gesundheitlichen Situation von Herrn Colonna“, hatte das Büro des Premierministers damals mitgeteilt. Der DPS-Status wurde am Freitag auch für Pierre Alessandri und Alain Ferrandi aufgehoben, so dass sie den Rest ihrer Strafe ab sofort in einem korsischen Gefängnis verbüßen können. Lesen Sie auch: Gérald Darmanin in Korsika: Gespräche über Autonomie der Insel