Schlagwort: Wrack

  • Die stille Welt der „La Lune“

    Die stille Welt der „La Lune“

    Das Mittelmeer wirkt an diesem Morgen friedlich. Die Sonne glitzert auf den Wellen vor Toulon, Möwen ziehen ihre Kreise, Fischerboote gleiten gemächlich über das Wasser. Nichts deutet darauf hin, dass sich tief unter der Oberfläche einer der größten maritimen Schätze Frankreichs verbirgt. Erst in rund 90 Metern Tiefe beginnt eine andere Welt – dunkel, still und seit Jahrhunderten nahezu unberührt. Dort liegt die „La Lune“, ein Kriegsschiff aus der Zeit Ludwigs XIV., das nach mehr als 360 Jahren jetzt seine Geschichte preisgibt.

    Für die Archäologen gleicht jede Expedition einer Reise in die Vergangenheit. Zentimeter für Zentimeter arbeiten sie sich durch den feinen Meeresboden, unterstützt von modernster Technik und ferngesteuerten Unterwasserrobotern. Was dabei zum Vorschein kommt, erzählt von einer Epoche, in der Frankreich seinen Platz unter den großen Seemächten Europas suchte.

    Die „La Lune“ entstand zwischen 1639 und 1641 im Auftrag von Ludwig XIII. Mit ihren bis zu 48 Kanonen gehörte sie zu den schlagkräftigen Kriegsschiffen ihrer Zeit. Sie begleitete militärische Unternehmungen gegen Spanien und nahm an Expeditionen im Mittelmeer teil. Damals galt sie als Symbol einer Marine, die ehrgeizige Ziele verfolgte und den Einfluss Frankreichs auf See ausbauen sollte.

    Doch der Ruhm des Schiffes währte nicht lange.

    Im November 1664 trat die „La Lune“ die Heimreise von einer unglücklich verlaufenen Expedition an die nordafrikanische Küste an. Das Schiff war verschlissen, überladen und bis auf den letzten Winkel gefüllt. Neben der Besatzung drängten sich Hunderte Soldaten, Verwundete und Ausrüstungsgegenstände an Bord. Die Belastung erwies sich als zu groß. Nur wenige Kilometer vor Toulon brach der Rumpf auseinander. Innerhalb weniger Minuten verschwand das Schiff in den Fluten.

    Schätzungsweise 700 bis 900 Menschen verloren dabei ihr Leben. Kaum jemand überlebte die Katastrophe. Zurück blieb ein Grab auf dem Meeresgrund, das über Jahrhunderte unangetastet blieb.

    Erst 1993 stießen Forscher zufällig auf das Wrack. Die große Tiefe hatte das Schiff vor Plünderern geschützt. Genau das macht die „La Lune“ heute so wertvoll. Sie ist keine Ruine, sondern eine Zeitkapsel. Viele Gegenstände liegen noch immer dort, wo sie im Moment des Untergangs zu Boden sanken.

    Bei der jüngsten Grabungskampagne förderten die Archäologen erneut bemerkenswerte Funde zutage. Eine große Vorratsamphore, fein verzierte Keramik, eine Tonpfeife und eine bronzene Schiffskanone gehörten zu den Objekten, die vorsichtig aus dem Sediment geborgen wurden. Der luftdichte Schlamm bewahrte zahlreiche Stücke über mehr als drei Jahrhunderte erstaunlich gut. Manche wirken fast so, als hätte sie erst gestern jemand aus der Hand gelegt.

    Gerade diese scheinbar unspektakulären Fundstücke faszinieren die Wissenschaft besonders. Eine Pfeife erzählt von einer kurzen Pause zwischen den Wachen. Keramikschalen erinnern an die Mahlzeiten der Mannschaft. Werkzeuge, Seile oder Behälter geben Hinweise auf das Leben an Bord. Aus vielen kleinen Details entsteht nach und nach ein Bild des harten Alltags auf einem Kriegsschiff des 17. Jahrhunderts. Ist es nicht erstaunlich, wie viel eine einfache Tonschüssel über vergangene Zeiten verraten kann?

    Längst geht es bei den Arbeiten an der „La Lune“ nicht mehr allein um klassische Archäologie. Das Wrack dient ebenso als Testfeld für modernste Unterwassertechnik. Hochpräzise 3D Vermessungen, ferngesteuerte Systeme und digitale Rekonstruktionen ermöglichen Einblicke, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wären. Geschichte und Hightech begegnen sich hier auf eindrucksvolle Weise.

    Und dennoch bleibt der bedeutendste Schatz unsichtbar. Es sind nicht allein Amphoren oder Kanonen, die den Wert dieses Wracks ausmachen. Es sind die Geschichten der Menschen, die einst auf der „La Lune“ lebten, arbeiteten und hofften. Seeleute, Soldaten und Offiziere, deren Alltag mit einem einzigen Unglück jäh endete. Jeder neue Fund verleiht ihnen ein kleines Stück ihrer Geschichte zurück.

    So ruht die „La Lune“ weiterhin auf dem Grund des Mittelmeers – still, würdevoll und voller Geheimnisse. Mit jeder neuen Expedition hebt sich ein weiterer Schleier. Und wer weiß, welche Geschichten der alte Rumpf noch längst nicht erzählt hat?

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Finistère: Weiteres Stück des Wracks der Amoco Cadiz entdeckt

    Finistère: Weiteres Stück des Wracks der Amoco Cadiz entdeckt

    Taucher haben vor der Küste des Finistère ein Stück der Amoco Cadiz entdeckt. Der Öltanker war 1978 auf Grund gelaufen und hatte eine verheerende Ölpest verursacht.

    In über 30 Metern Tiefe taucht ein Teil des Rumpfes eines mythischen Schiffes auf, ein Stück des Wracks der Amoco Cadiz. Im März 1978 sank der Öltanker vor der Küste von Portsall (Finistère) und verursachte eine der schlimmsten Ölpests an der französischen Atlantikküste. Ein Teil des Schiffes wurde jetzt von Tauchern vor Lanildut (Finistère) gefunden. Von einem Fischer gerufen, desse Netze sich verklemmt hatten, entdeckten die Taucher das Stück des Schiffswracks.

    Thibault Dieudonné, einer der Taucher, erklärte auf dem Sender France 2: „Wenn man näher herankommt, sieht man die rostigen Metallteile. Wenn man sich etwas entfernt, erkennt man die Größe des Wrackteils. Das gibt eine ungefähre Vorstellung von der Größe des Schiffes, das wirklich riesig war.“ Der Rumpf dieses riesigen Schiffes wurde durch die Gezeiten und Stürme in viele Teile zerbrochen und vor der Küste zerstreut. Der Bug wurde in einer Entfernung von fast einem Kilometer gefunden. Das Wrack der Amoco Cadiz ist eines der am meisten betauchten Wracks in der Bretagne.

  • USA: Schiffswrack mit Gold im Wert von fast 9.000.000 Dollar 147 Jahre nach Untergang gefunden

    USA: Schiffswrack mit Gold im Wert von fast 9.000.000 Dollar 147 Jahre nach Untergang gefunden

    Vor 147 Jahren lief der Dampfer vor der Küste des Bundesstaates Washington in den USA auf Grund. Die Überreste des Schiffes, das Gold transportiert hatte, wurden am Montag, dem 12. Dezember, gefunden.

    Das Schiff war vor fast 150 Jahren gesunken. Am Montag, dem 12. Dezember, wurde das Wrack des Dampfschiffs S.S. Pacific, das 1875 vor der Küste des US-Bundesstaates Washington gesunken war, in Kanada gefunden – 147 Jahre nach seinem Untergang, wie die Zeitung The Guardian berichtet.

    Und Jackpot, im Schiff fielen den Tauchern tatsächlich „mindestens 4.000 Unzen Gold in die Hände, die zwischen einer Ladung von Trockengut, Kohle, Pferden und Opium gelagert waren“. Nach dem heute aktuellen Kurs entspricht dies einem Wert von bis zu 9 Millionen US-Dollar. Nur zwei Menschen hatten damals den Untergang überlebt und der genaue Ort des Unglücks war unbekannt geblieben.

    Der Taucher Jeff Hummel, der sich für die Geschichte des Schiffes begeisterte, hatte bereits 1993 mit der Suche begonnen. Nachdem er mehrere Jahre lang erfolglos gesucht hat, hatte er die Firma Northwest Shipwreck Alliance gegründet, die sich der Lokalisierung des untergegangenen Schiffes widmete. Der erste Hinweis, der Jeff Hummel auf die Spur der S.S. Pacific brachte, war ein Stück Kohle, das sich in einem Fischernetz verfangen hatte. Nach der Entdeckung dieses Hinweises und einem Dutzend Erkundungsfahrten und Tauchgängen konnten die Forscher das Wrack südlich von Vancouver Island lokalisieren.

  • Französisches Flugzeug 60 Jahre nach seinem Verschwinden vor der Küste von Hyères gefunden.

    Französisches Flugzeug 60 Jahre nach seinem Verschwinden vor der Küste von Hyères gefunden.

    Das Wrack eines Flugzeugs vom Typ Aquilon wurde in einer Tiefe von 2.400 Metern von wissenschaftlichen Teams der Ifremer und der französischen Marine gefunden.

    Der Unfall hatte sich am 13. Juni 1960 ereignet, als der Pilot der Aquilon 203 bei seinem letzten Katapultstart vor der Rückkehr zum Stützpunkt Hyères mit dem Flugzeug ins Wasser stürzte und sofort versank. Der Pilot, Jean Legouhy, 27 Jahre alt, verschwand mit dem Flugzeug in der Tiefe.

    60 Jahre später gefunden

    Inschriften auf dem Heck des Flugzeugs haben es ermöglicht, die Geschichte dieses Flugzeugs und seines Piloten nachzuvollziehen. Es handelt sich in der Tat um die Aquilon 203 n°83, die vor 60 Jahren verschwunden ist.

    Das ozeanographische Schiff Pourquoi Pas? der französischen ozeanographischen Flotte, das von Ifremer betrieben wird, und die französische Marine führten am 20. November diesen Jahres wissenschaftliche Unterwasserarbeiten südlich von Porquerolles durch, als sie in einer Tiefe von mehr als 2.400 Metern das Wrack eines Flugzeuges des Typs Aquilon fanden.

    Die 1952 gebaute Aquilon war das erste Düsenflugzeug der Marine.