Schlagwort: Wohnrecht

  • Ein Schloss, ein Skandal – und zwei Familien im Belagerungszustand

    Ein Schloss, ein Skandal – und zwei Familien im Belagerungszustand

    In Chavagnes-les-Éaux im Herzen des Anjou, wo sonst Reben wachsen und Ruhe regiert, spielt sich ein Drama ab, das man eher für das Drehbuch einer Tragikomödie halten würde: Ein Paar kauft ein Château, das Château du Vau, – und muss in eine zugige Wohnwagensiedlung ziehen. Warum? Weil die Vorbesitzer ihr Schloss partout nicht räumen wollen. Klingt absurd? Ist es auch. Willkommen in Terranjou im Département Maine-et-Loire. Daniel und Catalina Charassier sind keine Träumer. Sie sind Macher. Architekturverliebte Idealisten, die sich im März bei einer Auktion den Traum vom französischen Landleben erfüllt haben. Ihr neues Zuhause: ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert – herrschaftlich, historisch, heruntergekommen. Was sie nicht ahnten: Statt Parkett und Prunk wartete ein ganz anderer Empfang. Der Vorbesitzer, Thibaud Chaudet, hatte offenbar keinerlei Absicht, seinen Besitz aufzugeben. Und obwohl die Auktion rechtmäßig war, die Zwangsvollstreckung aurch – zog er einfach wieder ein. Mit seiner …

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  • Frankreich: Hausbesitzer werden immer öfter von Hausbesetzern heimgesucht – das kann teuer werden

    Frankreich: Hausbesitzer werden immer öfter von Hausbesetzern heimgesucht – das kann teuer werden

    Wohnungen werden von ungewollten Bewohnern besetzt. Die Eigentümer dieser Wohnungen sind verzweifelt. Einige wenden in ihrer Not die harte Tour an, um die illegalen Bewohner zu vertreiben – das ist aber nicht erlaubt.

    Hausbesetzer ziehen durch Einbruch oder Täuschung der Eigentümer in leere Wohnungen ein, ohne jemals Miete zu zahlen. Sie zu vertreiben ist in Frankreich eine Herausforderung. Um ihr Eigentum zurückzuerhalten, greifen manche Besitzer zu allen Mitteln, auch wenn sie damit gegen das Gesetz verstoßen. In La Ciotat (Departement Bouches-du-Rhône) lebt eine Hausbesitzerin regelrecht in einer Hölle. Der Bewohner ihrer Einzimmerwohnung schuldet ihr ein Jahr unbezahlter Mieten. Darüber hinaus haben sich seit dem Sommer vier weitere Personen in der Wohnung eingenistet. Ein Räumungsverfahren ist im Gange, aber es ist extrem langwierig.

    Die harte Tour kann sehr teuer werden
    Andere Vermieter wenden die harte Tour an. Allerdings kann es in Frankreich sehr teuer werden, einen Hausbesetzer oder illegalen Bewohner selbst zu vertreiben – bis zu drei Jahre Gefängnis und 30.000 Euro Geldstrafe drohen. Ein Rentner bekam das zu spüren. Im Jahr 2022 weigerte sich ein Mann, der die Einzimmerwohnung des Rentners besetzt hatte, zu gehen. „Wir haben seine Sachen aus der Wohnung geräumt. Wir mussten alles reinigen, alles in Tüten packen und in ein Möbellager bringen“, erzählt der Vermieter. Und dieser Fehler stürzt ihn heute in einen sehr teuren Rechtsstreit. Der illegale Bewohner hat Klage eingereicht und der Wohnungseigentümer wurde tatsächlich verurteilt. Zusätzlich zu den 24.000 Euro Gerichtskosten, die er bereits bezahlt hat, muss der Rentner möglicherweise nun noch weitere 27.000 Euro als finanzielle Entschädigung an den Wohnungsbesetzer zahlen.

    Selbst wenn eine Räumung gerichtlich angeordnet wird, dauert es in Frankreich manchmal mehrere Jahre, bis sie tatsächlich vollzogen wird.