Schlagwort: Wassertemperatur

  • Kalter Schock am Mittelmeer: Warum die Sommerfrische 2025 plötzlich fröstelt

    Kalter Schock am Mittelmeer: Warum die Sommerfrische 2025 plötzlich fröstelt

    Sonne satt, 30 Grad im Schatten – und dann das: baden bei 15-19 Grad. Wer derzeit seinen Urlaub an der französischen Mittelmeerküste verbringt, erlebt ein seltenes, fast surreal wirkendes Phänomen. Das Wasser ist kälter als im Ärmelkanal. Was steckt hinter dieser unerwarteten Abkühlung mitten im Hochsommer?


    Die Sonne brennt – aber das Meer friert

    In Marseille und Menton begann der Juli noch mit rekordverdächtigen Wassertemperaturen von 29 °C. Dann kam der Wetterwechsel – und mit ihm das große Zittern. Innerhalb weniger Tage fiel die Wassertemperatur auf nur 15 °C. Wer jetzt den großen Sprung ins kühle Nass wagt, braucht nicht nur Mut, sondern fast schon einen Neoprenanzug.

    Das Ganze ist kein technischer Defekt der Wetter-App, sondern das Resultat eines gut erforschten, wenn auch selten so ausgeprägten Naturphänomens: Upwelling. Dieses Auftriebsphänomen tritt auf, wenn starke Winde – in Südfrankreich vor allem der Mistral und die Tramontane – die warmen Oberflächengewässer aufs offene Meer hinausdrängen. An deren Stelle steigen kalte, nährstoffreiche Tiefenwasser auf.

    Ein Wechselspiel aus Luft und Wasser – mit erstaunlicher Wirkung.


    Urlaub mit Gänsehaut

    Für Sonnenhungrige bedeutet das: Die Füße bleiben im Sand, das Handtuch trocken – zumindest für ein paar Tage. Viele Badegäste zögern, ins eiskalte Wasser zu steigen. Die Beachbars am Strand sind plötzlich besser besucht als das Meer selbst. Ein Sommerurlaub an der Côte d’Azur mit Nordseefeeling – das hätte sich wohl kaum jemand vorgestellt.

    Und doch hat die eisige Überraschung auch ihre gute Seite.


    Kühle Welle, grüne Hoffnung

    Die mediterranen Meere leiden seit Jahren unter sogenannten „Hitzewellen unter Wasser“. Steigende Wassertemperaturen setzen Korallen, Seegraswiesen und vielen Fischarten zu – manche sterben schlichtweg ab. Der plötzliche Kälteeinbruch wirkt wie eine kleine Atempause für das empfindliche Ökosystem.

    Die kalten Tiefenwasser bringen Sauerstoff und Nährstoffe mit sich, die das marine Leben anregen. Für Algen, Mikroorganismen und Fische ist das ein kurzzeitiger, aber wertvoller Energieschub. Eine Art ökologischer Neustart – zumindest für einen Moment.


    Ein Windstoß mit Symbolkraft

    So spektakulär der Temperaturrückgang auch ist: Er ist kein Dauerzustand. Sobald sich die Winde legen, wird sich das Mittelmeer langsam wieder erwärmen. Doch das Ereignis zeigt einmal mehr, wie fein abgestimmt und empfindlich das Zusammenspiel zwischen Wetter, Ozean und Klima ist.

    Ein starker Wind, ein Temperatursturz – und plötzlich steht die Welt auf dem Kopf. Zumindest die der Urlauber.

    Aber ist das nur ein kurzes Wetterkapitel oder ein weiteres Puzzlestück in einem sich wandelnden Klima-Roman?


    Fazit: Kälte, die nachdenklich macht

    Die ungewöhnlich kalte Mittelmeer-Phase im Juli 2025 ist mehr als eine Wetterlaune. Sie ist ein Lehrstück darüber, wie dynamisch unsere Umwelt reagiert – und wie schnell sich gewohnte Muster ändern können.

    Sie zwingt zum Innehalten, zum Hinschauen.

    Und vielleicht auch zum Nachdenken: über unseren Umgang mit Natur, über Klimaveränderungen, über das, was wir „normal“ nennen.

    Von C. Hatty

  • Die Erwärmung des Mittelmeeres und ihre Rolle bei Extremwetter: Der Fall von Tief Boris

    Die Erwärmung des Mittelmeeres und ihre Rolle bei Extremwetter: Der Fall von Tief Boris

    Die fortschreitende Erwärmung des Mittelmeeres stellt nicht nur eine Bedrohung für die Meeresökosysteme dar, sondern hat auch tiefgreifende Auswirkungen auf das Wetter in Europa. Ein aktuelles Beispiel für die Folgen dieser Entwicklung ist das Tiefdruckgebiet Boris, das in Ländern wie Polen, Tschechien, Österreich und Rumänien für katastrophale Überschwemmungen sorgt.

    Das Mittelmeer als „Wetterküche“ Europas

    Im Sommer 2024 erreichten die Wassertemperaturen des Mittelmeeres historische Rekordwerte – bis zu 30 °C in einigen Gebieten. Diese Erwärmung hat direkte Auswirkungen auf die Bildung und Intensität von Tiefdruckgebieten, die von dieser Region ausgehen. Das warme Wasser erhöht die Verdunstung, was dazu führt, dass mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre gelangt. Diese Feuchtigkeit stellt den „Treibstoff“ für Sturmsysteme bereit, die auf ihrem Weg in nördlichere Breiten massive Regenfälle und Stürme mit sich bringen.

    Das Mittelmeer ist ein zentraler Faktor bei der Entstehung sogenannter Vb-Tiefs – das sind spezielle Tiefdrucksysteme, die sich über dem westlichen Mittelmeer bilden und dann entlang der Alpen nach Nordosten ziehen. Diese Systeme können extreme Wassermengen transportieren und in kürzester Zeit sintflutartigen Regen auslösen, besonders wenn sie mit kühlerer Luft aus dem Norden aufeinandertreffen.

    Tief Boris: Ein extremes Beispiel für eine Vb-Wetterlage

    Tief Boris folgte dieser typischen Vb-Zugbahn. Die warme, sehr feuchte Luft aus dem Mittelmeer traf auf kühle Luftmassen über Mitteleuropa, was zu intensiven Niederschlägen und Überschwemmungen führte. Diese Art von Wetterlage ist bekannt dafür, dass sie sich über die Alpen erstreckt und dort besonders heftige Regenmengen verursacht – ähnlich wie in den Jahren 2002 oder 2010, als Mitteleuropa ebenfalls unter verheerenden Hochwassern litt.

    In den betroffenen Ländern kommt es zu dramatischen Überschwemmungen. In einigen Regionen von Polen und Österreich fielen innerhalb weniger Tage über 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Diese massiven Regenmengen bringen Flüsse zum Überlaufen, lösen Erdrutsche aus und zwingen Tausende Menschen, ihre Häuser zu verlassen.

    Warum werden diese Ereignisse häufiger?

    Die fortschreitende Erwärmung des Mittelmeeres steht in direktem Zusammenhang mit der Zunahme solcher Extremwetterereignisse. Je wärmer das Meer, desto mehr Energie und Feuchtigkeit wird in die Atmosphäre abgegeben. Dieser Effekt verstärkt die Intensität der Tiefdruckgebiete, die sich dann über Europa entladen. Der Temperaturunterschied zwischen der warmen Luft aus dem Mittelmeer und der kühlen Luft aus dem Norden schafft zudem starke Wetterfronten, die noch mehr Niederschlag verursachen.

    Hinzu kommt die sogenannte orographische Hebung: Wenn die feuchtigkeitsbeladene Luft auf Gebirgsketten wie die Alpen trifft, wird sie gezwungen, aufzusteigen. Beim Aufsteigen kühlt die Luft ab, und der enthaltene Wasserdampf kondensiert – was zu besonders intensiven Regenfällen in den Gebirgsregionen führt.

    Die Rolle des Klimawandels

    Es ist kein Zufall, dass Extremwetterereignisse wie die Überschwemmungen durch Tief Boris in den letzten Jahren häufiger geworden sind. Der Klimawandel, insbesondere die Erwärmung der Meeresoberflächen, spielt eine entscheidende Rolle bei der Verstärkung dieser Wetterlagen. Wissenschaftliche Modelle zeigen, dass sich das Mittelmeer schneller erwärmt als andere Weltmeere – bis zu 20 % schneller als der globale Durchschnitt. Diese Erwärmung führt nicht nur zu vermehrten Stürmen und Niederschlägen, sondern auch zu einer stärkeren Intensität der hervorgerufenen Wetterereignisse.

    Es gibt kaum Zweifel daran, dass die steigenden Meerestemperaturen in direktem Zusammenhang mit den jüngsten Überschwemmungen in Mitteleuropa stehen. Tief Boris ist nur ein Beispiel von vielen, die zeigen, wie die Erwärmung des Mittelmeeres das Wetter in weiter entfernten Regionen beeinflussen kann – und wie dringend es ist, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, um solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern.

    Fazit: Ein Kreislauf der Extreme

    Das Zusammenspiel zwischen einem wärmeren Mittelmeer und der Vb-Wetterlage verdeutlicht, wie komplex und gefährlich die Auswirkungen des Klimawandels sein können. Was für viele nach einem fernen Problem klingt – die Erwärmung des Mittelmeeres – hat konkrete, katastrophale Folgen für Europa. Länder wie Polen, Tschechien oder Österreich werden in Zukunft immer häufiger von solchen extremen Wetterlagen betroffen sein, wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden. Dies ist nicht nur eine meteorologische, sondern auch eine politische Herausforderung.

    MAB

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

    Liste der Quellen, die für das Editorial verwendet wurden:

    1. Euronews: „Erwärmung des Mittelmeers bedroht marines Leben und verstärkt extreme Wetterereignisse“ – Ein Überblick über die Auswirkungen der Mittelmeererwärmung auf das Wetter und das marine Ökosystem.
    2. ZDFheute: „Warmes Mittelmeer: Warum es im Alpenraum so heftig regnet“ – Eine detaillierte Erklärung, wie das warme Mittelmeer die Intensität von Starkregenereignissen und Hochwasserkatastrophen in Europa beeinflusst.
    3. GEOMAR: „Wie das immer wärmer werdende Mittelmeer Starkregenereignisse beeinflusst“ – Ein wissenschaftlicher Einblick in die Zusammenhänge zwischen höheren Mittelmeertemperaturen und Extremwetterereignissen in Mitteleuropa.
    4. DasWetter.com: „Wetterexpertin Kathy Schrey erklärt, was das warme Mittelmeer mit der Vb-Wetterlage in Mittel- und Osteuropa zu tun hat“ – Eine Erklärung der meteorologischen Mechanismen hinter den aktuellen Extremwetterlagen und der Rolle des Mittelmeeres.
  • Hitzealarm an der Côte d’Azur: Mittelmeer erreicht Rekordtemperaturen

    Hitzealarm an der Côte d’Azur: Mittelmeer erreicht Rekordtemperaturen

    Die Côte d’Azur erlebt eine besorgniserregende Entwicklung: Die durchschnittliche Temperatur der Mittelmeeroberfläche erreicht historische Höchststände. Anfang August werden Temperaturen registriert, die die Werte des Vorjahres noch übertreffen.

    Rekordtemperaturen

    Am Dienstag, dem 6. August, wurde eine Wassertemperatur von 29°C an der Küste von Nizza gemessen. Noch alarmierender: Am Sonntag davor, zwischen 16:30 und 17:00 Uhr, registrierte eine der Küstenbojen des Centre d’études et d’expertise sur les risques, l’environnement, la mobilité et l’aménagement (Cerema) eine Temperatur von 30°C vor der Küste Monacos. Claire Nouvian, die Gründerin der Umweltschutzorganisation Bloom, erklärte am Montag, dem 5. August, im Interview mit dem Sender RTL: „Seit einigen Jahren sehen wir, dass die Wassertemperaturen 3 bis 4°C über dem normalen Durchschnitt liegen“. Laut Nouvian erwärmt sich das Mittelmeer 20 % schneller als andere Gewässer auf der Erde.

    Gravierende Auswirkungen

    Diese deutliche Erwärmung lässt sich auf außergewöhnlich heiße atmosphärische Bedingungen und eine geringe winterliche Abkühlung zurückführen. Der Klimawandel verstärkt diese marinen Hitzewellen, die immer häufiger und anhaltender auftreten. Laut den Vereinten Nationen absorbieren die Meere und Ozeane jährlich etwa ein Viertel der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen und speichern 90 % der überschüssigen Wärme.

    Ein Rekordjahr

    Die anhaltenden Hitzewellen in der gesamten Mittelmeerregion haben die durchschnittliche Oberflächentemperatur des Meeres drastisch erhöht und am Sonntag, dem 4. August, den Rekord von 2023 übertroffen. Diese signifikante Temperaturerhöhung beschränkt sich nicht nur auf Messungen vor der Küste Monacos und Nizzas, sondern wird auch in der Adria sowie in den zentralen und östlichen Teilen des Mittelmeers beobachtet.

    Ökologische Katastrophe

    Maritime Hitzewellen haben verheerende Auswirkungen auf die Meeresfauna und -flora sowie auf die Ökosysteme. Besonders gefährdete Arten, wie Korallen, leiden unter erheblichem thermischen Stress, was zu Korallenbleiche und einem signifikanten Rückgang verschiedener Populationen führt. Die Störungen natürlicher Lebensräume und Nahrungsketten durch solche Hitzewellen können auch Veränderungen in Wanderungsmustern und eine Abnahme der Reproduktion zur Folge haben.

    Stellen wir uns einmal vor, wie diese Temperaturen die gesamte marine Welt durcheinanderbringen: Fische wandern in kühlere Gewässer ab, die Meeresbodengemeinschaften erleiden schwere Schäden – und das alles aufgrund eines einzigen, aber kraftvollen Phänomens. Wie lange können diese Ökosysteme dem noch standhalten?

  • Rekordtemperatur des Mittelmeers von 28,4°C im Juli: Wissenschaftler warnen vor Artensterben

    Rekordtemperatur des Mittelmeers von 28,4°C im Juli: Wissenschaftler warnen vor Artensterben

    Die durchschnittliche Oberflächentemperatur des Mittelmeers hat im Juli 2023 einen neuen Höchststand erreicht aufgestellt. Die Hitze des Wassers wirkt sich negativ auf das Leben im Meer und auf uns Menschen aus.

    Das Wasser im Mittelmeer war noch nie so warm. Im Juli wurde ein neuer Rekord für die Durchschnittstemperatur aufgestellt: 28,4 °C. Das motiviert selbst die kälteempfindlichsten Menschen, ins Wasser zu gehen, ist aber eine überaus besorgniserregende Situation für die Forscher.

    Der bisherige Rekord lag im Jahr 2003 bei durchschnittlich 28,25 °C. Der Unterschied zwischen diesen beiden Rekorden mag gering erscheinen, aber einen Wärmerekord um 0,15°C zu brechen, erfordert eine kolossale Energiemenge. Um ein Meer zu erwärmen, braucht man tausendmal mehr Energie als für die Erwärmung der Luft.

    Mit der globalen Erwärmung erwärmt sich das Meer pro Jahrzehnt um etwa 0,2 °C, im Mittelmeerraum sind es sogar noch mehr. Hinzu kommen natürliche Variablen wie Wind, Sonneneinstrahlung oder auch die Stärke der Wolkendecke. Der Mangel an Wind und Wolken über dem Mittelmeer hat den Anstieg der Wärme an der Wasseroberfläche begünstigt.

    Die Zunahme der Hitze im Mittelmeer dürfte aufgrund der fortschreitenden Klimakrise nicht einfach aufhören. Forscher erwarten, dass die Temperaturen von einem Jahr zum anderen weiter steigen. Nicht nur im Mittelmeer, sondern auf den Meeren des gesamten Globus. Seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1982, mit denen die Oberflächentemperaturen der Meere verfolgt wurden, haben Wissenschaftler eine Verdoppelung der Anzahl der Hitzeperioden auf den Weltmeeren registriert.

    Die hohen Temperaturen werden sich auf das Meeresleben auswirken. Arten geraten in Stress, ihr Überleben wird immer schwieriger, wenn die Temperatur weiter steigen. Das gilt auch für das menschliche Leben auf dem Land: Die Anzahl von Wetterepisoden mit starken Niederschlägen und Stürmen wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

  • Studie schlägt Alarm: Zivilisation durch Zusammenbruch einer Mega-Meeresströmung bedroht?

    Studie schlägt Alarm: Zivilisation durch Zusammenbruch einer Mega-Meeresströmung bedroht?

    Laut einer Studie, die am 25. Juli in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, könnte das System der Meeresströmungen, das unsere Ozeane durchzieht, bis Ende des Jahrhunderts zusammenbrechen.

    Die globalen Meeresströmungen sind laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, in Gefahr. Eine Abschwächung oder gar der Zusammenbruch dieser Strömungen könnte in den nächsten Jahrzehnten passieren.

    Die meridionale atlantische Umkehrzirkulation (oder „Amoc“) ist eine Gruppe von Meeresströmungen, zu denen auch der Golfstrom gehört. Diese Zirkulation, die eine Schleife innerhalb des atlantischen Beckens bildet, spielt eine grundlegende Rolle in unserem heutigen Klimasystem und dient als „Thermostat“ für das Weltklima.

    Sie transportiert einen Teil der Wärme, die am Äquator auftritt, zu den Polen und schafft ein klimatisches Gleichgewicht durch den gleichzeitigen Transport kalten Wassers von den Polen zum Äquator.

    Die tiefe Ozeanzirkulation wird durch Unterschiede in der Temperatur und dem Salzgehalt der Wassermassen verursacht (Bild/NASA).

    Die Mathematikerin und Statistikerin Susanne Ditlevsen, Co-Autorin der Studie, erklärt in der Publikation Reporterre, dass es diesen Strömungen zu verdanken ist, dass wir in Europa ein mildes Klima haben. Laut der Studie von Susanne und Peter Ditlevsen könnte Amoc einen echten Abschwung erleben. Die beiden Forscher stützten sich bei ihren Schätzungen auf Veränderungen der Meeresoberflächentemperatur zwischen 1870 und 2020.

    Wenn unsere Treibhausgasemissionen in diesem Tempo weitergehen, dann könnte Amoc mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zwischen 2025 und 2095 kollabieren, so die Forscher. Ein Umkippen, das, wenn es eintritt, in der Zeit eines Menschenlebens nicht umkhrbar wäre.

    „Amoc befindet sich seit über 12.000 Jahren in einer aktiven Phase. Aber wenn wir weiterhin so handeln, wie wir es tun, werden wir in eine Stillstandsphase übergehen und es wird kein Zurück mehr geben“, erklärt Susanne Ditlevsen. „Wir haben keine Ahnung, was das bedeuten würde: Die Zivilisation, die Landwirtschaft, alles, was wir über die Welt wissen, basiert auf einem Klimasystem mit Amoc in der ‚aktiven‘ Phase“.

    Laut einer Studie aus dem Jahr 2022 wären die klimatischen Folgen monumental, wenn es zu einer solchen Umwälzung käme. Eine noch stärkere Austrocknung Afrikas und Asiens sowie ein abrupter Klimawandel auf dem europäischen Kontinent könnten beobachtet werden. Dieser könnte mit dem des „kanadischen Westens“ vergleichbar sein, so Florian Sévellec in Reporterre. Polare Kälte im Winter, gefolgt von großer Hitze im Sommer.

    Allerdings sind die Wissenschaftler erst seit 2004, als die entsprechenden Messgeräte installiert wurden, in der Lage, die Strömungen des Amoc direkt zu messen. Doch auch wenn die Wissenschaftler noch keine direkte Verbindung zwischen der globalen Erwärmung und einer Schwächung von Amoc hergestellt haben, bleibt ihrer Meinung nach eine sofortige Reduzierung der Treibhausgasemissionen unumgänglich.

  • Klima: Das Mittelmeer und der Atlantik erleben eine Meereshitzewelle

    Klima: Das Mittelmeer und der Atlantik erleben eine Meereshitzewelle

    Das Mittelmeer und der Atlantische Ozean werden immer wärmer. Das Phänomen erfreut die Badegäste, besorgt aber die Klimaforscher. Die Wassertemperaturen im Mittelmeer und im Atlantik sind in diesem Juni ungewöhnlich hoch.

    Es ist so heiß, dass die Badegäste am Strand von Larmor-Plage (Morbihan) nicht zögern, sich ins Wasser zu stürzen. „Ich glaube, heute hat das Wasser 20 Grad. Es sollte aber eigentlich bei 18 Grad oder sogar darunter liegen“, stellt eine Einwohnerin auf dem Sender France 3 fest. Das Phänomen ist im gesamten Nordatlantik zu spüren, wobei es in einigen Gebieten bis zu fünf Grad wärmer ist als die Durchschnittstemperatur.

    Mögliche Zunahme ozeanischer Hitzewellen.
    Die Erwärmung des Wassers betrifft auch das Mittelmeer. Taucher im Hafen von Montpellier (Hérault) spüren die Hitzewelle sogar in mehreren Metern Tiefe. „Es ist ziemlich tief, bevor man die kalte Wasserschicht findet“, sagt eine Taucherin. Im letzten Jahr stieg die Wassertemperatur sogar manchmal auf über 30 Grad. Die Hitzewellen im Meer beunruhigen die Wissenschaftler, die Sensoren ausgebracht haben, um die Temperaturen zu messen. Sie stellen einen dauerhaften Anstieg der Temperaturen und entsprechende Auswirkungen auf die Biodiversität fest.

    In seinem schlimmsten Szenario sagt der UNO-Klimarat IPCC eine bis zu 50-fache Zunahme der Hitzewellen in den Ozeanen voraus.