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  • Kommentar: Wenn weniger Naturschutz plötzlich die Landwirtschaft retten soll …

    Kommentar: Wenn weniger Naturschutz plötzlich die Landwirtschaft retten soll …

    Es ist schon erstaunlich. Jedes Mal, wenn die Landwirtschaft in Schwierigkeiten gerät, scheint die gleiche Lösung aus der politischen Schublade gezogen zu werden: weniger Umweltschutz. Weniger Auflagen. Mehr Pestizide. Schnellere Genehmigungen. Hauptsache, die Natur hält still und beschwert sich nicht.

    Die Geschichte müsste eigentlich längst gelehrt haben, dass genau dieses Rezept immer wieder gescheitert ist. Doch offenbar gilt auch in der Politik: Wer dieselben Fehler oft genug wiederholt, hofft irgendwann auf ein anderes Ergebnis.

    Da werden Insektizide rehabilitiert, deren Risiken seit Jahren bekannt sind. Wasserspeicher werden als Allheilmittel verkauft, obwohl das Wasser dadurch nicht vermehrt wird. Wölfe werden zum Sündenbock erklärt, während Dürre, Bodenerosion und Artensterben als lästige Randnotizen behandelt werden.

    Natürlich klingt es verlockend: Ein paar Umweltauflagen streichen, etwas Bürokratie abbauen und schon läuft der Laden wieder. Wenn die Realität doch nur so einfach wäre.

    Denn die Landwirtschaft lebt nicht trotz der Natur – sie lebt von ihr. Ohne gesunde Böden keine Ernten. Ohne Bestäuber kein Obst. Ohne ausreichend Grundwasser keine Bewässerung. Ohne Artenvielfalt keine widerstandsfähigen Ökosysteme. Wer diese Grundlagen schwächt, sägt an dem Ast, auf dem die Landwirtschaft selbst sitzt.

    Der eigentliche Widerspruch ist kaum zu übersehen: Dieselbe Politik, die den Klimawandel als größte Herausforderung für die Landwirtschaft bezeichnet, lockert gleichzeitig jene Regeln, die Böden, Wasser und Biodiversität schützen sollen. Das ist ungefähr so logisch, wie bei einem Hausbrand zuerst die Rauchmelder auszubauen, weil sie zu laut piepen.

    Ja, viele Landwirte stehen wirtschaftlich unter enormem Druck. Sie kämpfen mit niedrigen Preisen, internationalem Wettbewerb und immer extremeren Wetterlagen. Dafür verdienen sie Unterstützung – aber keine politischen Placebos. Wer glaubt, die Zukunft der Landwirtschaft liege in mehr Chemie und weniger Naturschutz, verwechselt kurzfristige Erleichterung mit nachhaltiger Politik.

    Die Natur lässt sich nicht verhandeln. Sie kennt keine Wahlperioden, keine Lobbygruppen und keine parlamentarischen Mehrheiten. Sie reagiert ausschließlich auf biologische und physikalische Gesetze. Und diese Gesetze waren noch nie besonders kompromissbereit.

    Vielleicht wird das neue Gesetz einigen Betrieben kurzfristig Luft verschaffen. Vielleicht steigen Erträge in einzelnen Kulturen. Doch wenn dafür Bestäuber verschwinden, Wasserressourcen übernutzt und Ökosysteme weiter geschwächt werden, bezahlt am Ende genau jene Branche den höchsten Preis, die man eigentlich schützen wollte.

    Die Wahrheit ist unbequem: Eine Landwirtschaft gegen die Natur hat noch nie dauerhaft funktioniert. Eine Landwirtschaft mit der Natur dagegen schon – auch wenn sie politisch anspruchsvoller und wirtschaftlich unbequemer ist.

    Man könnte daraus lernen. Man könnte.

    Oder man wartet einfach auf die nächste Agrarkrise – und erklärt dann erneut, ausgerechnet der Naturschutz sei das Problem.

    Andreas M. Brucker

  • Frankreich beschließt umstrittenes Agrargesetz: Mehr Freiheiten für Landwirte, scharfe Kritik von Umweltschützern

    Frankreich beschließt umstrittenes Agrargesetz: Mehr Freiheiten für Landwirte, scharfe Kritik von Umweltschützern

    Die französische Nationalversammlung hat das Notfallgesetz zum Schutz und zur Stärkung der landwirtschaftlichen Souveränität endgültig verabschiedet. Es enthält mehrere Maßnahmen, die von Teilen der Landwirtschaft seit Langem gefordert wurden und zugleich zu den umstrittensten Reformen der vergangenen Jahre zählen. Während die Befürworter darin einen notwendigen Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit französischer Betriebe sehen, warnen Kritiker vor einer Schwächung des Umwelt- und Naturschutzes. Wiedereinführung von Acetamiprid Den größten politischen Streit löste die befristete Wiedereinführung des Insektizids Acetamiprid aus. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Neonicotinoide und war in Frankreich seit mehreren Jahren verboten, obwohl er auf europäischer Ebene weiterhin zugelassen ist. Nach Auffassung der Regierung und der Befürworter des Gesetzes existieren für bestimmte Kulturen wie Haselnüsse oder Zuckerrüben bislang keine gleichwertigen Alternativen. Ohne den Wirkstoff dr…

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  • Wasserknappheit: Französische Verbraucher investieren in Regenwassersammler

    Wasserknappheit: Französische Verbraucher investieren in Regenwassersammler

    Angesichts des niedrigen Grundwasserspiegels und der Tatsache, dass in 14 französischen Departements die Wasserversorgung bereits jetzt eingeschränkt ist, investieren immer mehr Verbraucher in Wassersammelbehälter.  In einem Gemeinschaftsgarten im Departement Yvelines verwenden die Hobby-Gärtner das ganze Jahr über Regenwasser, um die Gemüsebeete zu bewirtschaften. Dieses Wasser sammeln sie in großen Tanks, die an die Gartenhäuser angebaut sind. „Der große Vorteil, den wir hier haben, ist, dass wir Dächer haben, so dass wir das Wasser, das von den Dächern kommt, in den Tanks sammeln können“, sagt eine Kleingartenbesitzerin gegenüber dem Sender France 3. Insgesamt sechs Wassersammelbehälter bewässern das 4.000 m2 große Grundstück, das von 13 umweltbewussten Familien bewirtschaftet wird. Dürreperioden und die Schonung der Ressourcen erklären die Begeisterung der Verbraucher für diese Lösung zur Wasserrückgewinnung. Und natürlich versuchen sie dadurch, ihre Wasserrechnung zu senken. Regenwasser kann für den Garten, aber auch zum Autowaschen, zum Auffüllen des Toilettenbehälters oder zum Waschen der Wäsche verwendet werden. Diese Verwendungszwecke machen etwa 40 % des Wasserverbrauchs eines Haushalts in einem Jahr aus. Eine Lösung, die in vielen Gemeinden Frankreichs inzwischen gefördert wird.