Schlagwort: Wasserqualität

  • Baden in Frankreichs Seen und Flüssen: Wie steht es um die Wasserqualität?

    Baden in Frankreichs Seen und Flüssen: Wie steht es um die Wasserqualität?

    Leserfrage: Nach den Diskussionen über die Wasserqualität der Seine bin ich beunruhigt. Wie ist die Wasserqualität in französischen Seen und Flüssen wirklich – kann man in diesen Gewässern ohne Angst baden?

    Frankreich ist bekannt für seine tollen Landschaften, von den majestätischen Alpen bis hin zu den malerischen Stränden an der Côte d’Azur. Doch auch die Binnengewässer des Landes – die zahlreichen Seen und Flüsse – bieten attraktive Möglichkeiten für Erholung und Wassersport. Eine häufig ges…

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  • Paris 2024: Verschmutzung der Seine behindert Training der französischen Freiwasser-Schwimmer

    Paris 2024: Verschmutzung der Seine behindert Training der französischen Freiwasser-Schwimmer

    Die anhaltenden Regenfälle im Mai haben die Wasserqualität der Seine stark verschlechtert und den Fluss gefährlich schnell gemacht. Nur wenige Wochen vor den Olympischen Spielen ist das Schwimmen in der Seine unmöglich. Die französische Freiwasser-Schwimmmannschaft steht vor einem ernsthaften Problem: Sie kann nicht in der Seine trainieren.

    Am 10. Juni wollte das Team ursprünglich eine Trainingseinheit in der Seine abhalten. Doch die schlechte Wasserqualität machte diesen Plan zunichte. Seit dem 1. Juni werden täglich Kontrollen an acht Punkten flussaufwärts vom olympischen Austragungsort durchgeführt. Diese Kontrollen zeigen eine kontinuierliche Verschlechterung der Wasserqualität, bedingt durch die intensiven Regenfälle im Mai. Hinzu kommt, dass der Fluss derzeit eine zu hohe Strömungsgeschwindigkeit aufweist, was ein sicheres Training unmöglich macht.

    Die Fédération Française de Natation hatte monatelang verhandelt, um eine Genehmigung für das Schwimmen in der Seine zu erhalten. Der 10. Juni war lange im Voraus als Trainingstermin festgelegt worden. Das Team wollte sich an die besonderen Bedingungen des Flusses, insbesondere seine Strömungen, gewöhnen. Schon im August letzten Jahres musste ein Testwettkampf im Freiwasserschwimmen in Paris aufgrund unzureichender Wasserqualität kurzfristig abgesagt werden.

    Nun suchen die Verantwortlichen der französischen Mannschaft nach einem neuen Termin, allerdings ohne Garantie, dass sich die Wasserbedingungen rechtzeitig verbessern. In der Zwischenzeit werden die Athleten bis zu den französischen Meisterschaften Mitte Juli in Compiègne in der Oise trainieren – eine Möglichkeit, die flussähnlichen Strömungen nachzustellen.

    Ungewissheit für die Olympischen Spiele

    Die große Frage ist jetzt, ob die Wasserqualität der Seine rechtzeitig gut genug sein wird, um die Freiwasser- und Triathlon-Wettkämpfe während der Olympischen Spiele sicher durchführen zu können. Zur Erinnerung: Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hat angekündigt, am 23. Juni in der Seine zu schwimmen – vorausgesetzt, die Wasserproben sind zufriedenstellend.

    Die unvorhersehbaren Wetterbedingungen und die damit verbundenen Wasserprobleme werfen einen Schatten auf die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2024. Wird die Seine bereit sein für die Athleten? Das bleibt abzuwarten – und es könnte sich als einer der großen Stolpersteine auf dem Weg zu einem erfolgreichen Event erweisen.

  • Austerlitz-Becken in Paris eingeweiht: Meilenstein für eine saubere Seine und die Olympischen Spiele 2024

    Austerlitz-Becken in Paris eingeweiht: Meilenstein für eine saubere Seine und die Olympischen Spiele 2024

    Am Donnerstag, dem 2. Mai, wurde in Paris das neue Austerlitz-Becken eingeweiht, das eine entscheidende Rolle für die bevorstehenden Olympischen Spiele 2024 spielen soll. Dieses unterirdische Becken, auch als „unterirdische Kathedrale“ bezeichnet, umfasst ein Volumen von 50.000 Kubikmetern und dient dazu, die Verschmutzung der Seine zu reduzieren. Die Einweihung wurde auch dazu genutzt, Amara Dioumassy zu ehren, einen Bauarbeiter, der während der Bauarbeiten tödlich verunglückt ist.

    Strategische Bedeutung des Beckens

    Das Becken liegt im 13. Arrondissement von Paris und wurde entworfen, um die Überflutung der Kanalisation während starker Regenfälle zu verhindern, die bisher dazu führten, dass ungeklärte Abwässer direkt in die Seine geleitet wurden. Durch das Becken können diese Abwässer nun gesammelt und innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu Kläranlagen weitergeleitet werden. Dies verhindert die direkte Verschmutzung des Flusses durch Fäkalien und andere Schadstoffe.

    Einfluss auf die Olympischen Spiele

    Die Bedeutung des Austerlitz-Beckens ist besonders hoch, da die Wettbewerbe im Triathlon und Freiwasserschwimmen der Olympischen Spiele 2024 direkt in der Seine stattfinden sollen. Tony Estanguet, Leiter von Paris 2024, versicherte, dass das Becken in der Lage wäre, selbst starke Regenfälle, wie sie am 1. Mai dieses Jahres auftraten, zu bewältigen, ohne dass die Kanalisation überläuft.

    Sicherheitsmaßnahmen und Wasserqualitätskontrolle

    Zusätzlich zu der neuen Infrastruktur werden die Wasserqualitätskontrollen während der Spiele intensiviert, um sicherzustellen, dass die Wasserqualität den Anforderungen entspricht. Im Juni und im Sommer werden verstärkt Kontrollen an acht bis dreißig Messpunkten durchgeführt. Sollte es während der Spiele zu extremen Wetterereignissen kommen, könnten die betroffenen Wettkämpfe um ein oder zwei Tage verschoben werden.

    Langfristige Auswirkungen für die Region

    Für die Einwohner der Region Ile-de-France verspricht das Becken auch langfristig Vorteile. Es soll die Wasserqualität der Seine so verbessern, dass ab Sommer 2025 das Schwimmen im Fluss für die Öffentlichkeit erlaubt sein wird. Pierre Rabadan, der stellvertretende Bürgermeister von Paris, erläutert, dass, ähnlich wie beim Becken in La Villette, tägliche Tests durchgeführt werden, um die Wasserqualität zu überwachen und die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.

    Das Austerlitz-Becken ist somit ein zentrales Element in den Bemühungen der Stadt Paris, die Seine zu einem sauberen und sicheren Ort für Sport und Erholung zu machen und gleichzeitig ein bedeutendes Element für die Nachnutzung nach den Olympischen Spielen zu schaffen.

  • Pyrenäen: Warum mehrere Seen plötzlich neongrün geworden sind

    Pyrenäen: Warum mehrere Seen plötzlich neongrün geworden sind

    In 1.800 m Höhe hat der Étang d’Areau in der Ariège eine seltsame grüne Farbe angenommen, ebenso wie auch andere Pyrenäenseen, die normalerweise kristallklares Wasser haben.

    Mehrere Seen in den Pyrenäen haben eine seltsam grüne Farbe angenommen. So zum Beispiel auch der Etang d’Areau auf 1.800 m Höhe in der Ariège, dessen Wasser normalerweise kristallklar ist. Die Ursache für diese Störung wird von einigen Forschern einem kleinen Fisch zugeschrieben, der von Fischern eingeschleppt wurde. „Wenn man Fische in Bergseen sieht, dann sieht man ein Ökosystem, das gestört ist“, erklärt Adeline Loyau, Biologin und Forschungsingenieurin am Nationalen Polytechnischen Institut (INP) in Toulouse, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

    Fische wurden vor mehreren Jahrhunderten, wahrscheinlich schon im Mittelalter, von Menschen in den Bergseen ausgesetzt, zunächst als Proteinquelle für Hirten und später in größerem Umfang, um die Hotels und Restaurants der Touristenorte und Kurstädte zu beliefern. Biologen interessieren sich besonders für einen dieser Fische: die Elritze, eine weniger als zehn Zentimeter große Art, die normalerweise in kühlen Flüssen lebt und als lebender Köder verwendet wird. Wenn die Elritze es schafft, von einem Angelhaken zu entkommen oder von Fischern gezielt in einem See angesiedelt wird, akklimatisiert sie sich gut und ernährt sich von Insekten sowie Zooplankton – mikroskopisch kleine Krustentiere, deren Aufgabe es ist, Algen zu fressen und das Wasser klar und rein zu halten. Wenn ein See grün wird, dann haben die Algen die Oberhand gewonnen, weil es nicht mehr genügend Zooplankton gibt, um sie einzudämmen.

    Die derzeit zu beobachtende Algenblüte ist jedoch nicht nur auf die Elritze zurückzuführen. Offensichtlich gibt es einen Cocktail von mehreren Faktoren, die die Vergrünung der Seen erklären können, wie die Konzentration von Viehherden und damit die hohe Einleitung von Phosphaten oder die höheren Temperaturen im Zuge der globalen Erwärmung.

    In den Augen der Wissenschaftler die Vergrünung nur eines von vielen Symptomen für die Verschlechterung der Wasserqualität in Bergseen. So gibt es auch Seen, die eine sehr blaue Farbe haben, in denen aber so gut wie kein Leben herrscht – die Biodiversität geht verloren.
    Sébastien Delmas, Vorsitzender des Dachverbandes, in dem die Fischereiverbände der Pyrenäen zusammengeschlossen sind, räumt ein, dass die Elritze ein Problem darstellt, und möchte die unterschiedlichen Regelungen „harmonisieren“, um das Angeln mit Lebendfischen als Köder in den Bergseen einzuschränken. Er ist jedoch der Meinung, dass andere Fische, wie z. B. Forellen, dort durchaus ihren Platz haben. „Fische sind auch Biodiversität: Wenn sie seit Jahrhunderten dort sind, geht es ihnen gut“.

    Auch de Tourismus sollte kritisch betrachtet werden, um der schlechten Gesundheit der Bergseen auf den Grund zu gehen. So hat zum Beispiel auch das Baden mit Sonnencreme oder Mückenschutzmitteln ebenfalls negative Auswirkungen auf das Ökosystem. An einem Sommertag sitzen vielleicht drei oder vier Angler um einen See herum, aber 300 Menschen baden darin. Insgesamt sollte der Eintrag von Schadstoffen in die Seen dringend und drastisch reduziert werden. Dann müssen wir nur noch die globale Erwärmung ändern…