Schlagwort: Waldbrand

  • Feuer am Horizont – Südfrankreichs Wälder in akuter Gefahr

    Feuer am Horizont – Südfrankreichs Wälder in akuter Gefahr

    Der Sommer 2025 schreibt ein brennendes Kapitel – wortwörtlich. In den Bouches-du-Rhône, einem der sonnenverwöhnten Departements Südfrankreichs, herrscht Alarmstufe Rot: Binnen eines Tages wurden außerhalb Marseilles rund dreißig kleine Waldbrände gemeldet. Eine Zahl, die weniger schockiert als erschüttert. Denn sie offenbart, wie zerbrechlich dieses mediterrane Paradies geworden ist – angesichts von Hitze, Trockenheit und Wind, die wie Brandbeschleuniger wirken. Rote Karte für den Sommer Météo-France zieht die Reißleine. Am Mittwoch, den 16. Juli, wurde für das Departement Bouches-du-Rhône sowie die Nachbardepartements Var und Vaucluse die höchste Warnstufe ausgegeben – rote Vigilanz. Diese Einstufung ist kein bürokratischer Reflex, sondern Ausdruck einer explosiven Lage. Temperaturen weit über 35 Grad, kaum messbare Luftfeuchtigkeit und der gefürchtete Mistral, der mit bis zu 80 km/h durch die Region peitscht – das ist das Rezept für eine Katastrophe. Dutzende Flammenherde – außerhal…

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  • Feueralarm in der Bretagne: Mehrere Brände im Finistère

    Feueralarm in der Bretagne: Mehrere Brände im Finistère

    Samstag, der 12. Juli 2025. Die Sonne brennt auf das westlichste Département Frankreichs herab, als plötzlich dunkle Rauchschwaden den Himmel über mehreren Gemeinden im Finistère durchziehen. Es ist ein Tag, der eindrucksvoll zeigt, was passiert, wenn Hitze, Wind und Trockenheit aufeinanderprallen – und wie entschlossen Menschen handeln, wenn es darauf ankommt.

    Ein Nachmittag voller Brandherde

    Zuerst brennt es in Scrignac. Auf einem Feldstück bei Kerampage stehen fünf Hektar Weizen in Flammen. Innerhalb kürzester Zeit rücken rund 50 Feuerwehrkräfte aus, die sich mit Löschfahrzeugen und Schläuchen gegen die brennende Vegetation stemmen. Der Weizen, noch nicht geerntet, brennt wie Zunder.

    Fast zeitgleich lodern die Flammen in Telgruc-sur-Mer auf. Ein weiteres Feld, ein weiterer Schockmoment. Diesmal müssen sogar zehn Menschen aus einem nahegelegenen Weiler evakuiert werden. 62 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Hitze und gegen die Zeit. Über ihren Köpfen kreist Morane 29 – ein Löschhubschrauber, der sieben gezielte Wasserabwürfe durchführt, um die Ausbreitung zu stoppen.

    Und das war erst der Anfang.

    Auch andere Orte im Département werden an diesem heißen Julitag nicht verschont: In Taulé verbrennen zwei Hektar Land, in Bannalec sogar sechs. In Laz, Saint-Coulitz, Lampaul-Guimiliau, Saint-Thonan und Saint-Thurien sind es kleinere Flächen, doch die Gefahr bleibt groß – überall, wo Flammen aufflackern, können sie sich rasend schnell ausbreiten. In Saint-Thurien kommt es zudem zum Ausfall einer 20.000-Volt-Stromleitung. Die Lage ist ernst.

    Feuerwehr in Hochform – eine logistische Meisterleistung

    Was dann folgt, ist ein Musterbeispiel an Organisation und Teamgeist.

    Rund 250 Feuerwehrleute aus dem ganzen Département werden mobilisiert. Viele von ihnen arbeiten am Limit, einige fast 24 Stunden ohne Pause. Doch sie handeln entschlossen – und koordiniert. Dank eines modernen Télédétection-Systems, das Brandherde in Echtzeit ortet, können sie gezielt eingreifen. Die Drone Morane 29 ist in der Luft, eine Art fliegender Schutzengel über den Feldern der Bretagne.

    Lob gibt es dafür auch von offizieller Seite: Der Präsident des Départementrates, Maël de Calan, und der Präfekt des Finistère, Louis Le Franc, würdigen öffentlich den Einsatz der Feuerwehr – und die perfekte Abstimmung der staatlichen Einsatzkräfte.

    Der Flächenbrand als Warnung

    Was bleibt, ist nicht nur ein zerstörtes Kornfeld hier und ein verbranntes Wiesengrundstück dort. Es bleibt auch die mahnende Erkenntnis: Die Gefahr ist real. Der Klimawandel bringt Wetterlagen mit sich, die früher selten waren – und heute fast schon Routine werden. Trockenperioden, Starkwind, Hitze – das ist der neue Sommer im Finistère.

    Daher gilt: Jeder Einzelne trägt Verantwortung.

    Ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel, ein Grill im falschen Moment, ein Funke bei der Feldarbeit – das kann reichen, um eine Katastrophe auszulösen. Die Behörden appellieren daher eindringlich an die Bevölkerung, sich vorsichtig und wachsam zu verhalten.

    Was tun, wenn doch ein Feuer ausbricht?

    Sofort den Notruf wählen – 18 oder 112 – und keine Zeit verlieren. Jede Minute zählt.

    Wenn Routine zur Heldentat wird

    Dieser 12. Juli 2025 war kein gewöhnlicher Samstag. Er war ein Tag, an dem viele Brände gleichzeitig ausbrachen – und ein Tag, an dem sich zeigte, dass entschlossenes Handeln Schlimmeres verhindern kann. Die Feuerwehrleute im Finistère haben mit ihrem Einsatz nicht nur Felder gerettet, sondern womöglich auch Leben.

    Und vielleicht, ganz vielleicht, war das auch ein Weckruf. Ein Aufruf zur Achtsamkeit, zur Solidarität – und zur Vorbereitung auf eine Zukunft, in der Feueralarm keine Seltenheit mehr ist.

    Wer schützt, was wir lieben, verdient unseren Respekt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Flammen in der Haute-Loire: Wenn der Sommer zur Gefahr wird

    Flammen in der Haute-Loire: Wenn der Sommer zur Gefahr wird

    Ein Samstag wie aus dem Bilderbuch – wolkenlos, warm, ein Hauch von Wind. Doch im südlichen Zentralmassiv verwandelte sich diese Idylle binnen Stunden in einen brennenden Albtraum.

    Im kleinen Ort Nozeyrolles, bei Mazeyrat-d’Allier in der Haute-Loire, brach am 12. Juli 2025 ein Waldbrand aus, der binnen drei Stunden über 40 Hektar Vegetation verschlang. Die Ursache? Noch unbekannt. Die Konsequenz? Verheerend.

    Die Flammen fraßen sich durch das trockene Unterholz, angefeuert von starken Windböen – und einer Natur, die nach Wochen ohne Regen längst auf Zündholz-Niveau ausgetrocknet war.

    Mehr als hundert Feuerwehrleute kämpften unermüdlich gegen die Wand aus Feuer. Unterstützung kam aus der Luft: Hubschrauber vom Typ Puma, Mylan 76 und Dragon 48 kreisten über dem Gelände, warfen Löschwasser ab, während am Boden Verstärkung aus den Nachbardépartements Loire und Puy-de-Dôme eintraf.

    Trotz aller Anstrengungen – am Abend war der Brand noch nicht unter Kontrolle. Die Behörden errichteten einen Sicherheitsbereich, forderten die Bevölkerung auf, das Gebiet zu meiden. Jeder unnötige Besucher bedeutete ein Risiko – für sich selbst, für die Retter, für die Koordination der Einsätze.

    Es ist nicht der erste große Waldbrand in der Region in diesem Sommer. Bereits am 25. Juni hatte ein Feuer bei Lorlanges 55 Hektar verwüstet. Das jüngste Inferno reiht sich also in eine Serie von Vegetationsbränden ein, die in den letzten Wochen zugenommen haben – besonders im Brivadois, das seit dem 3. Juli als Risikozone mit „sehr hoher Brandgefahr“ eingestuft ist.

    Ein Blick auf die Ursachen genügt, um die Dynamik zu verstehen: langanhaltende Trockenheit, steigende Temperaturen, Wind – ein Cocktail, der Wälder und Wiesen in Pulverfässer verwandelt. Der Klimawandel zeigt sich nicht nur in Statistiken. Er zeigt sich in schwarzen Baumstümpfen, aufsteigenden Rauchwolken und der erschöpften Miene eines Feuerwehrmanns, der seit zwölf Stunden keinen Tropfen Wasser gesehen hat – außer dem, das er verspritzt.

    Die Lehren? Sind bekannt. Und werden doch zu oft ignoriert.

    Wer einen Zigarettenstummel in den Wald wirft oder das Lagerfeuer nicht richtig löscht, wird zum potenziellen Brandstifter – auch ohne böse Absicht. Der Appell der Einsatzkräfte ist daher ebenso eindringlich wie altbekannt: Keine offenen Flammen in Waldnähe. Keine Funken. Keine Risiken.

    Und trotzdem stellt sich die Frage: Wie lange noch wird Prävention ausreichen? Müssen wir uns an solche Sommer gewöhnen – Sommer mit Asche in der Luft und Sirenengeheul im Ohr?

    Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

    Fest steht: Der Kampf gegen die Brände beginnt nicht erst, wenn das Feuer lodert. Er beginnt mit Bewusstsein – und dem Verständnis, dass die Natur zwar vieles verzeiht, aber nicht alles vergisst.

    Von C. Hatty

  • Rave-Party in der Montagne Noire – Tanzlust trifft auf Brandgefahr

    Rave-Party in der Montagne Noire – Tanzlust trifft auf Brandgefahr

    Ein Fest der Freiheit – oder ein riskanter Tanz auf dem Vulkan? Während das Département Aude in Südfrankreich gegen zerstörerische Waldbrände kämpft, sorgt die Nachricht von einer bevorstehenden Rave-Party in der Montagne Noire für blankes Entsetzen. Mehr als 10.000 Menschen sollen sich vom 10. bis 14. Juli in der Region versammeln. In einem Gebiet, das ohnehin schon von Flammen bedroht wird. Seit dem 29. Juni herrscht hier höchste Alarmstufe. Die Kombination aus brütender Hitze, trockener Luft und kräftigem Wind hat ideale Bedingungen für Brände geschaffen. Bereits drei Feuer haben im Departement Aude über 2.000 Hektar Wald und Buschland vernichtet. Das jüngste Feuer gilt zwar als „unter Kontrolle“ – aber lodert weiter, unberechenbar wie ein schlafender Drache. Inmitten dieses Szenarios droht nun ein sogenanntes „Teknival“ – ein nicht genehmigtes, riesiges Techno-Festival. Die Präfektur spricht in ihrem aktuellen Kommuniqué von einer „kriminellen Organisation“, die nicht nur gegen bes…

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  • Frankreich brennt: Diese Regionen sind am stärksten von Waldbränden bedroht

    Frankreich brennt: Diese Regionen sind am stärksten von Waldbränden bedroht

    Jeden Sommer kämpft Frankreich gegen lodernde Flammen, die ganze Landstriche verwüsten. Der Klimawandel wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Während der Süden traditionell die höchsten Risiken trägt, geraten nun auch bislang verschonte Regionen ins Visier des Feuers. Welche Gebiete sind besonders gefährdet – und wie verändert sich die Landkarte der Brandrisiken?

    Der Süden: Altbekanntes Brandgebiet

    Ein Erlass vom 6. Februar 2024 klassifizierte die Wälder und Forste von 24 Départements als hochgradig brandgefährdet. Darunter:

    Provence-Alpes-Côte d’Azur – Bouches-du-Rhône, Var, Vaucluse, Alpes-Maritimes, Alpes-de-Haute-Provence, Hautes-Alpes

    Occitanie – Gard, Hérault, Aude, Ariège, Aveyron, Lozère, Tarn, Pyrénées-Orientales, Hautes-Pyrénées

    Nouvelle-Aquitaine – Gironde, Landes, Dordogne, Lot, Lot-et-Garonne, Pyrénées-Atlantiques

    Auvergne-Rhône-Alpes – Ardèche, Drôme

    Korsika – Haute-Corse, Corse-du-Sud

    Hier treffen dichte, oft dürre Vegetation, sommerliche Hitze, Trockenheit und Wind aufeinander – ein Cocktail, der Waldbrände begünstigt wie Zunder.

    Doch das Feuer zieht nach Norden und Westen

    Das Risiko bleibt inzwischen aber längst nicht mehr auf den Mittelmeerraum beschränkt. 2025 wurde die Liste der gefährdeten Départements erneut ausgeweitet – diesmal auf Regionen, die man bisher kaum mit Feuersbrünsten verband: Charente, Cher, Eure, Indre-et-Loire, Loire, Loiret, Maine-et-Loire, Sarthe, Savoie, Deux-Sèvres, Tarn-et-Garonne und Vienne.

    Was heißt das? Ganz einfach: Der Waldbrand ist zum französischen Nationalproblem geworden.

    Bretagne – die neuen Flammeninseln

    Ein bitteres Erwachen erlebte die Bretagne im Sommer 2022, als Feuer in den Monts d’Arrée wüteten. Seitdem gelten 167 bretonische Kommunen als gefährdet:

    Côtes-d’Armor: 15
    Finistère: 42
    Ille-et-Vilaine: 60
    Morbihan: 49

    Besonders im Fokus stehen die Presqu’île de Crozon, die Monts d’Arrée, die Montagnes Noires, die Wälder um Rennes-Liffré-Corbière, der Brocéliande-Wald, die Landes de Lanvaux sowie der morbihanische Küstenstreifen rund um Auray.

    Brennpunkte: Gemeinden mit höchstem Risiko

    Manche Kommunen stechen in der Risikoliste hervor:

    Terssac (Tarn) – Gefährdet durch Waldbrand, ohne Präventionsplan.

    Carmaux (Tarn) – Gleiches Problem: Risiko ja, Schutzplan nein.

    Saliès (Tarn) – Ebenso ohne Plan gegen Feuergefahr.

    Le Bosc (Hérault) – Verwundbar, aber mit Schutzplan seit 2013.

    Les Matelles (Hérault) – Ebenfalls präventiv ausgestattet.

    Le Puech (Hérault) – Hat ebenfalls seit 2013 einen Plan Départemental de Protection des Forêts contre les Incendies.

    Diese Beispiele zeigen: Ob mit oder ohne Präventionsplan – die Bedrohung ist real, und ein Stück weit sind alle Regionen Frankreichs dem Feuer ausgeliefert.


    Droht ein Sommer voller Sirenen?

    Die Behörden rüsten sich landesweit:

    Präventionspläne: In allen gefährdeten Départements entstehen umfassende Waldbrandschutzpläne, zugeschnitten auf jedes einzelne Forstgebiet.

    Aufklärungskampagnen: Bürger werden für den richtigen Umgang mit offener Flamme und glimmender Kippe sensibilisiert. Kein Grillabend ohne wachsame Augen mehr.

    Überwachung: Kameras und Patrouillen sichern die Wälder und reagieren bei kleinsten Rauchfahnen.

    Feuerwehrschulungen: Besonders in neu betroffenen Regionen werden Feuerwehrkräfte auf Waldbrände spezialisiert. Löschtechniken, Geländetaktik, schnelles Eindämmen – all das ist plötzlich nicht mehr nur ein Thema für Südfrankreich.

    Ein Land passt sich an – oder verbrennt

    Eines ist klar: Der Klimawandel zwingt Frankreich zu einer neuen Realität. Vorbeugung, Sensibilisierung und eine robuste Löschinfrastruktur sind längst kein Luxus mehr, sondern ein Überlebensprinzip – für Menschen, Häuser, Tiere und jahrhundertealte Wälder.

    Autor: Andreas M. B.

  • Feueralarm im Paradies: Wie die Brände in der Aude den Sommerurlaub zerstören – Stronierungen und vorzeitige Abreisen

    Feueralarm im Paradies: Wie die Brände in der Aude den Sommerurlaub zerstören – Stronierungen und vorzeitige Abreisen

    Der Sommer 2025 sollte golden werden für das Departement Aude. Endlose Sandstrände, sonnengetränkte Weinfelder, stille Abteien – eine Postkartenidylle aus dem Süden Frankreichs. Doch dann kam das Feuer. Seit dem 7. Juli haben verheerende Brände über 2.100 Hektar Vegetation rund um Narbonne zerstört. Die Saison, auf die Hoteliers, Gastronomen und Winzer monatelang hingearbeitet hatten, ist aus der Bahn geworfen. Wenn Urlaub plötzlich zur Flucht wird „Die Flammen sind sehr schnell gekommen.“ Anne Carretier, stellvertretende Direktorin der berühmten Abtei von Fontfroide, klingt immer noch atemlos, wenn sie erzählt, wie 150 Besucher innerhalb weniger Minuten evakuiert werden mussten. Die Mauern des jahrhundertealten Klosters standen gefährlich nah am Feuer. Wer denkt bei einem Ausflug ins Kloster schon an Evakuierungspläne? Auch in Gruissan, dem malerischen Badeort, hat der Brand eine Schneise der Angst hinterlassen. Straßen wurden gesperrt, Gäste konnten weder an- noch abreisen. Thierry C…

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  • Frankreichs alternde Canadair-Flotte: Riskante Versäumnisse im Kampf gegen Waldbrände

    Frankreichs alternde Canadair-Flotte: Riskante Versäumnisse im Kampf gegen Waldbrände

    Frankreich steht vor einer wachsenden Herausforderung bei der Bekämpfung von Wald- und Buschbränden. Während die Sommer immer heißer und trockener werden, droht das Rückgrat der nationalen Löschkapazitäten zu brechen: Die Canadair-Flotte altert rapide, Ersatz ist nicht rechtzeitig in Sicht – und strukturelle Versäumnisse verschärfen das Problem. Die jüngsten Brände nahe Narbonne in Südfrankreich illustrieren das Dilemma. Dort fielen Anfang Juli über 2.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer. Zwar konnte die Zivilschutzbehörde Sécurité Civile weitere Ausbreitungen eindämmen, doch kamen neben Helikoptern vor allem Dash-8-Flugzeuge zum Einsatz, die weniger Wasser transportieren als die bewährten Canadair CL-415. Deren geringe Verfügbarkeit limitiert zunehmend Frankreichs Feuerkraft – im wahrsten Wortsinn. Eine überalterte Flotte mit sinkender Einsatzbereitschaft Frankreich verfügt derzeit über zwölf Canadair CL-415. Ihr Altersdurchschnitt liegt bei über 25 Jahren – was angesichts der starke…

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  • Südfrankreich brennt: Wo stehen die Brände in Marseille, Aude und Gard?

    Südfrankreich brennt: Wo stehen die Brände in Marseille, Aude und Gard?

    Die Feuer sind „fixé“ – doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. In den letzten Tagen hat der Süden Frankreichs gebrannt wie Zunder. Glühende Hitze, trockene Böden, heftiger Wind – ein Cocktail, der die Feuerwehr an ihre Grenzen brachte.

    In Marseille wütete seit dem 8. Juli ein Feuer, das seinen Ursprung in einem brennenden Fahrzeug auf der A55 hatte. Von dort fraßen sich die Flammen in die Pinienhaine von Les Pennes-Mirabeau, sprangen über Böschungen und erreichten die nördlichen Stadtteile. 750 Hektar wurden zu Aschefeldern. Über 70 Häuser sind betroffen, eine Handvoll völlig zerstört. Rund 400 Menschen mussten fliehen, eine hundert weitere wurden verletzt, meist durch Rauchvergiftung. Der Brand ist jetzt „fixé“. Das heißt: Er breitet sich nicht mehr aus. Doch solange die Tramontane-Winde mit 50 bis 60 km/h durch die Schluchten peitschen, reicht ein Funke, um das Inferno neu zu entfachen.

    Auch in der Aude bei Narbonne brannte es lichterloh. Seit dem 7. Juli kämpften über 1.000 Feuerwehrleute und Löschflugzeuge gegen die Flammen, die mehr als 2.100 Hektar Macchia und Kiefernwald fraßen. Am 9. Juli meldeten die Einsatzkräfte: Feuer „fixé“. Drei Wohnhäuser und eine Scheune verbrannt, mehrere andere Gebäude beschädigt. Doch keine Menschenleben verloren – ein kleiner Trost angesichts der rauchgeschwärzten Ruinen.

    Im Gard schlugen die Flammen bei Montdardier zu. Hier begann das Feuer am 8. Juli, verschlang 430 Hektar und hinterließ eine Landschaft wie nach einem Vulkanausbruch. Auch dieser Brand galt am 9. Juli als „fixé“. Keine Verletzten, keine Toten – nur verkohlte Erde und verkohlte Erinnerungen.

    Doch was bedeutet „fixé“? Kein Grund zur Entwarnung. „Fixé“ heißt: Die Hauptausbreitung ist gestoppt, aber die Glut lebt weiter. Ein Windstoß, ein fallender Ast – und der Albtraum beginnt von vorn. Erst wenn ein Feuer als „maîtrisé“ gilt, haben die Einsatzkräfte es weitgehend unter Kontrolle. Und „circonscrit“ bedeutet, dass es vollständig eingekesselt ist. „Éteint“ – gelöscht – ist das letzte Wort. Bis dahin bleibt die Luft voller Rauch und Sorgen.

    Météo-France warnt: Der Süden bleibt extrem brandgefährdet. Hohe Temperaturen, ausgedörrte Vegetation, starke Winde – alles Zutaten für neue Feuer. Die Behörden bitten die Bevölkerung um äußerste Vorsicht. Keine Zigaretten im Wald, keine Grillfeuer im Wind, kein Funken, der diese fragile Ruhe zerstört.

    Die Saison 2025 könnte eine der schlimmsten werden. Schon jetzt sind tausende Hektar zerstört, Tiere vertrieben, Lebensräume vernichtet. Doch der größte Schaden ist unsichtbar: die Angst, die bleibt, wenn der Himmel sich schwarz färbt und das Knistern der Flammen näherkommt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Wenn Behörden über Flammen sprechen: Was „fixé“, „maîtrisé“ und „circonscrit“ wirklich bedeuten

    Wenn Behörden über Flammen sprechen: Was „fixé“, „maîtrisé“ und „circonscrit“ wirklich bedeuten

    Feuer haben ihre eigene Sprache. Eine Sprache, die nur wenige kennen – und die doch jeder verstehen sollte, der in der Nähe eines Brandes lebt oder darüber liest. Begriffe wie „fixé“, „maîtrisé“ und „circonscrit“ klingen im Französischen technisch, fast bürokratisch. Doch in ihnen steckt die ganze Dramatik, die ganze Hoffnung und manchmal auch die Verzweiflung der Feuerwehrleute vor Ort. Ein Feuer gilt als „fixé“, wenn seine Hauptausbreitung gestoppt ist. Das bedeutet: Die Flammen breiten sich nicht mehr weiter in ihrer dominanten Richtung aus, meist die Richtung, die der Wind vorgibt. Doch Entwarnung bedeutet das nicht. Denn an den Flanken und am hinteren Ende des Brandherdes kann das Feuer weiter wüten, Funken können überspringen und neue Brandnester entfachen. „Fixé“ heißt also: Wir haben es gebremst – aber noch lange nicht besiegt. Erst wenn ein Feuer als „maîtrisé“ eingestuft wird, atmen Feuerwehrleute etwas auf. Dann gilt der Brand insgesamt als unter Kontrolle. Die größten und …

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  • Ein Zündfunke am Straßenrand: Wie wahrscheinlich ein weggeworfener Zigarettenstummel 2.000 Hektar in Flammen setzte

    Ein Zündfunke am Straßenrand: Wie wahrscheinlich ein weggeworfener Zigarettenstummel 2.000 Hektar in Flammen setzte

    Ein kleiner, achtlos weggeworfener Gegenstand. Ein Zigarettenstummel, der aus einem fahrenden Auto fliegt und im Straßengraben landet. Normalerweise bleibt er unbemerkt. Verpufft. Zertritt sich im Dreck. Doch in diesem Sommer in Südfrankreich wurde aus dem kleinen Funken eine Katastrophe. Seit dem 7. Juli 2025 wütet bei Narbonne im Département Aude ein verheerender Waldbrand, der mehr als 2.000 Hektar Vegetation zerstört hat – eine Fläche so groß wie 2.800 Fußballfelder. Die Ermittler der Gendarmerie nehmen die Hypothese sehr ernst, dass ein weggeworfener Zigarettenstummel der Auslöser war. Noch ist nichts bestätigt, doch Indizien deuten auf diese banale, aber fatale Ursache hin. Seit den ersten Stunden des Brandes sind Spezialisten der kriminaltechnischen Einheit im Einsatz. Sie durchkämmen die verkohlte Erde wie Detektive einen Tatort, entnehmen Bodenproben, sammeln Aschereste und sichern jeden noch so unscheinbaren Gegenstand. Mögliche Beweismittel: Zigarettenreste, verkohlte Papier…

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