Schlagwort: Vladimir Putin

  • Ikone, Provokateurin, politische Reizfigur – wie Brigitte Bardot jahrzehntelang polarisierte

    Ikone, Provokateurin, politische Reizfigur – wie Brigitte Bardot jahrzehntelang polarisierte

    Sie war das Gesicht einer Epoche, ein Symbol der sexuellen Befreiung, eine Leinwanderscheinung von weltweitem Rang. Und zugleich eine Figur, die nie davor zurückschreckte, mit Worten zu verletzen, zu provozieren, zu spalten. Der Tod von Brigitte Bardot im Alter von 91 Jahren hat Frankreich noch einmal mit einer unbequemen Wahrheit konfrontiert: Hinter dem Mythos der Filmikone verbarg sich eine Frau, deren politische Aussagen und gesellschaftliche Positionierungen über Jahrzehnte hinweg für Empörung sorgten – und die mehrfach vor Gericht endeten.

    Schon die ersten Reaktionen aus dem rechten politischen Spektrum fielen auffallend herzlich aus. Jordan Bardellasprach von einer „glühenden Patriotin“, Marine Le Pen würdigte eine „freie, unzähmbare, kompromisslose Frau“. Worte, die mehr über die politische Nähe aussagen als über nostalgische Verehrung. Denn Bardot hatte ihre Sympathien für die extreme Rechte nie verborgen. Im Gegenteil. Sie trug sie wie ein Ehrenzeichen vor sich her.

    Dabei begann alles vergleichsweise früh. Als sie 1973 dem Kino den Rücken kehrte und sich selbst als „freie Frau“ inszenierte, wandte sie sich zugleich scharf gegen den Feminismus. Das Mouvement de libération des femmes hielt sie für lächerlich, für ein Missverständnis weiblicher Selbstbestimmung. Frauen, so Bardot damals, wollten plötzlich keine Frauen mehr sein. Ein Satz, der schon damals Kopfschütteln auslöste und rückblickend wie ein Vorbote späterer Grenzüberschreitungen wirkt.

    Die politische Verortung nach rechts außen nahm in den frühen neunziger Jahren deutlichere Konturen an. 1992 heiratete Bardot den Unternehmer Bernard d’Ormale, den sie im Umfeld von Jean-Marie Le Pen kennengelernt hatte. In ihrer Autobiografie beschrieb sie den damaligen Front-National-Chef als charmant, intelligent, als jemanden, der – wie sie – von bestimmten Entwicklungen „revoltiert“ sei. Gemeint war vor allem die Einwanderung, die sie als bedrohlich empfand. Worte, die nicht im luftleeren Raum standen, sondern Teil eines ideologischen Fundaments waren.

    Besonders schwer wogen jene Aussagen, die ihr zwischen 1997 und 2008 mehrere Verurteilungen wegen Volksverhetzung einbrachten. Bardot äußerte sich wiederholt islamfeindlich, vor allem im Zusammenhang mit dem muslimischen Opferfest. In offenen Briefen und Zeitungsartikeln sprach sie von einer „Überfremdung“, von einer Unterwerfung Frankreichs unter muslimische Bräuche. Das war keine beiläufige Provokation mehr, das war gezielte sprachliche Eskalation. Die Justiz reagierte, mehrmals, mit Geldstrafen.

    Ihr Buch „Un cri dans le silence“ markierte 2003 einen weiteren Tiefpunkt. Darin beschrieb Bardot Muslime als Teil einer gefährlichen, schleichenden Infiltration, die sich weder an Gesetze noch an Traditionen halte. Auch Homosexuelle wurden Ziel ihrer Tiraden, ebenso wie das, was sie abschätzig als „Metissage“ bezeichnete. Die Sprache war roh, verletzend, entmenschlichend. Wieder folgte eine Verurteilung. Und wieder zeigte Bardot keinerlei Reue.

    Selbst in hohem Alter blieb sie ihrer Linie treu. 2019 diffamierte sie die Bevölkerung von La Réunion in einem offenen Brief als „degeneriert“, diesmal unter dem Vorwand des Tierschutzes. 2021 verurteilte ein Gericht sie wegen öffentlicher Beleidigung mit rassistischem Charakter zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro. Man hätte denken können, irgendwann kehrt Stille ein. Tat es nicht.

    Politisch unterstützte Bardot über Jahre hinweg Kandidatinnen und Kandidaten des rechten Spektrums. 2012 forderte sie Bürgermeister dazu auf, Marine Le Pen die notwendigen Unterstützungsunterschriften zu geben. Sie selbst nannte Le Pen eine bewundernswerte Frau. 2017 stellte sie sich offen gegen Emmanuel Macron, den sie für seine aus ihrer Sicht mangelnde Tierpolitik kritisierte. Ob sie den Front National – später Rassemblement National – wählte, ließ sie offen, ihre Sympathie jedoch machte sie deutlich.

    Kurzzeitig setzte sie ihre Hoffnungen auch auf Eric Zemmour, bevor sie sich enttäuscht abwandte und schließlich Nicolas Dupont-Aignan unterstützte. Ideologische Konsistenz spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Der rote Faden blieb der Tierschutz, den sie als moralischen Kompass ihres Handelns verstand – oder zumindest als Rechtfertigung.

    Dieser Fokus führte sie sogar in die Nähe internationaler Machtpolitik. 2013 drohte Bardot damit, die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen, um zwei Elefanten vor der Einschläferung zu retten. In Interviews äußerte sie offen ihre Bewunderung für Wladimir Putin, dem sie mehr Menschlichkeit attestierte als den Präsidenten ihres eigenen Landes. Wenn sie ihn um etwas bitte, so sagte sie einmal, erfülle er es ihr meist. Das klang weniger nach politischer Analyse als nach persönlicher Verklärung.

    Dabei betonte Bardot stets, sie sei keiner Partei verpflichtet. Sie habe sogar Jean-Luc Mélenchon kontaktiert, erzählte sie, und würde jeden wählen, der die Forderungen ihrer Stiftung im Wahlprogramm übernehme. Diese Stiftung, die Fondation Brigitte-Bardot, bleibt ihr unbestrittenes Vermächtnis. Ihr Engagement für Tiere war real, beharrlich, wirkungsvoll. Und doch wirft es einen langen Schatten, wenn es immer wieder als Schutzschild für menschenverachtende Aussagen diente.

    Brigitte Bardot war nie nur die blonde Göttin von Saint-Tropez. Sie war auch eine Frau, die bewusst aneckte, die provozierte, manchmal einfach drauflosredete – nach dem Motto: Mir doch egal, was ihr denkt. Das mag für Fans Ausdruck von Unabhängigkeit gewesen sein. Für viele andere blieb es schlicht verletzend. Und genau diese Ambivalenz macht ihr Erbe so kompliziert. Eine Ikone, ja. Aber eine mit Rissen. Deutlichen.

    Von C. Hatty

  • Kommentar: Angst vor Selenskyj, Herr Putin?

    Kommentar: Angst vor Selenskyj, Herr Putin?

    Wladimir Putin bleibt den Friedensverhandlungen zum Ukrainekrieg in Istanbul fern. Und man fragt sich unweigerlich: Warum? Warum kneift der mächtigste Mann Russlands, wenn es um den direkten Dialog mit Wolodymyr Selenskyj geht?

    Ein Präsident, der doch stets betont, die Kontrolle zu haben. Der vorgibt, klare Ziele zu verfolgen. Und der dann – wenn sich endlich ein Fenster zum Frieden öffnet – lieber jemanden vorschickt? Herr Putin, das sieht nicht nach Stärke aus. Das sieht aus wie ein Rückzieher. Wie ein Ausweichen.

    Natürlich, man wird uns erzählen, es sei Taktik. Diplomatie. Staatsräson. Bla bla. Doch in Wahrheit schwingt da ein ganz anderer Ton mit – einer von Unsicherheit, vielleicht sogar von Angst. Denn da sitzt er, der ukrainische Präsident, offen für Gespräche, bereit, sich dem direkten Austausch zu stellen. Und Sie, Herr Putin? Sie bleiben auf Distanz. Bleiben im Schatten.

    Man könnte sagen: ein Präsident, der Krieg befiehlt, sollte auch den Mut haben, über Frieden zu sprechen – von Angesicht zu Angesicht. Aber anscheinend ist das zu viel verlangt. Zu unbequem. Zu gefährlich für das Narrativ vom starken Zaren, der alles im Griff hat.

    Und mal ehrlich: Was befürchten Sie, Herr Putin? Dass Selenskyj Ihnen die Show stiehlt? Dass die Weltöffentlichkeit erkennt, wer tatsächlich Dialogfähigkeit besitzt? Dass das Ringen um Frieden kein Spiel ist, bei dem man sich hinter Beratern verstecken kann?

    Dieser Friedensgipfel in Istanbul ist keine PR-Bühne – es ist die letzte Ausfahrt vor einer Eskalation, die niemand wollen kann. Und gerade jetzt, da sich politische Schwergewichte aus aller Welt bemühen, Brücken zu bauen, drückt sich einer – der eine – um die Verantwortung.

    Vielleicht ist es auch bequemer, aus Moskau heraus Anweisungen zu geben. Sich die Hände nicht schmutzig zu machen mit harten Gesprächen, mit Zugeständnissen, mit Gesichtern, die man nur aus Kriegsbildern kennt.

    Doch eines ist klar: Friedensverhandlungen brauchen mehr als kalte Strategie. Sie brauchen Präsenz. Persönliche Konfrontation. Emotion. Menschlichkeit. All das, was der Kreml in diesen Tagen vermissen lässt.

    Ob aus Angst, Arroganz oder Kalkül – Ihre Abwesenheit spricht Bände, Herr Putin.

    Von Andreas M. Brucker

  • Kommentar: Wenn der Wolf den Frieden anbietet

    Kommentar: Wenn der Wolf den Frieden anbietet

    Putin spricht von Frieden – während seine Drohnen Wohnhäuser zerfetzen. Er lädt zum Gespräch – und verteilt im selben Atemzug neue Bedingungen, die nichts anderes bedeuten als Kapitulation. Wer da nicht misstrauisch wird, hat die letzten drei Jahre verschlafen.

    Natürlich klingt es verlockend, nach all den Toten, Zerstörungen, Trennungen endlich das Wort „Frieden“ zu hören. Und natürlich sollten jede Tür, jede Geste in Richtung Dialog ernst genommen werden – aber nicht naiv. Denn wer, wie Putin, während eines laufenden Angriffskriegs Verhandlungen „ohne Vorbedingungen“ anbietet, aber gleichzeitig die Abtretung ganzer Regionen zur Bedingung macht, führt kein Friedensangebot im Schilde, sondern betreibt perfide politische Inszenierung.

    Man fragt sich fast, ob der russische Präsident glaubt, die Welt sei dümmer geworden.

    Nein, Herr Putin, so läuft das nicht. Sie können nicht gleichzeitig bombardieren und verhandeln wollen – das ist kein Spagat, das ist Zynismus. Die Ukraine kämpft um ihre Existenz, um ihre Freiheit, um ihre Würde. Wer dabei nur taktisch blufft, verhandelt nicht – er kalkuliert.

    Es braucht eine echte Waffenruhe, nicht für 30 Minuten, sondern für 30 Tage und länger – überprüfbar, verlässlich, transparent. Alles andere ist Nebelkerze.

    Frieden ist keine PR-Nummer.

    Und Europa? Es muss jetzt, nach dem wichtigen Treffen in Kiew, zusammenstehen wie nie – ohne Hysterie, aber mit klarem Blick. Denn wer Frieden will, darf sich nicht vom Täter diktieren lassen, wie dieser auszusehen hat. Sonst wird der nächste „Friedensplan“ gleich mit dem nächsten Überfall geliefert.

    Von Daniel Ivers

  • Putins Gesprächsangebot an Kiew: Friedensinitiative oder erneutes taktisches Manöver?

    Putins Gesprächsangebot an Kiew: Friedensinitiative oder erneutes taktisches Manöver?

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat am 10. Mai 2025 überraschend direkte Gespräche mit der Ukraine vorgeschlagen. Diese sollen am 15. Mai in Istanbul stattfinden – ohne Vorbedingungen. Während Moskau dies als Schritt in Richtung Frieden darstellt, reagieren Kiew und westliche Hauptstädte mit Skepsis. Die Initiative erfolgt kurz nach einer von der Ukraine und ihren Verbündeten formulierten Forderung nach einem 30-tägigen Waffenstillstand, den Russland bislang ablehnt. Putins Vorschlag: Verhandlungen ohne Vorbedingungen In einer Ansprache im Kreml erklärte Putin, Russland sei bereit für „ernsthafte Gespräche“ mit der Ukraine, um die „tieferen Ursachen des Konflikts“ zu beseitigen. Er schlug vor, die Verhandlungen in der Türkei zu beginnen, ohne Vorbedingungen. Die russische Seite betont, dass nicht Moskau, sondern Kiew die bisherigen Gespräche abgebrochen habe. Seit dem Scheitern der Friedensgespräche in Istanbul im Frühjahr 2022 war eine diplomatische Lösung in weite Ferne gerück…

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  • Waffenruhe zu Ostern – Symbolik oder Wendepunkt?

    Waffenruhe zu Ostern – Symbolik oder Wendepunkt?

    Am 19. April 2025 sorgte eine überraschende Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin für internationales Aufsehen: Ein einseitiger 30-stündiger Waffenstillstand in der Ukraine, ausgerufen unter dem Vorwand „humanitärer Erwägungen“ anlässlich des orthodoxen Osterfestes.

    Diese symbolträchtige Pause sollte am Samstag um 18 Uhr (Kiewer Zeit) beginnen und bis Mitternacht des darauffolgenden Sonntags andauern. Russland präsentierte diesen Schritt als Geste des guten Willens – mit der Erwartung, dass Kiew es ihm gleichtun würde.

    Doch in Kiew war die Stimmung alles andere als festlich.


    Zweifel und Drohnen

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte zwar mit der Zusicherung, dass sich sein Land an die vereinbarte Ruhe halten werde – nicht jedoch ohne scharfe Kritik. Er warf Russland vor, den Waffenstillstand nur als Deckmantel zu nutzen, um militärisch weiter Druck auszuüben.

    Und tatsächlich: Trotz der angekündigten Pause wurde aus der Ostukraine, insbesondere aus der Region Cherson, von anhaltendem Artilleriebeschuss und Angriffen berichtet. Russische Kampfdrohnen sollen zudem am ukrainischen Himmel gesichtet worden sein – ein klarer Widerspruch zum propagierten Friedenssignal.

    Das wirft Fragen auf: Diente die Ankündigung nur der Imagepflege – oder steckt ein Strategiewechsel dahinter?


    Symbolik ohne Substanz?

    In den letzten Monaten haben internationale Vermittlungsversuche und Friedensinitiativen wiederholt Schiffbruch erlitten. Nicht selten waren angekündigte Feuerpausen lediglich kurze Atempausen – durchsetzt von Regelverstößen beider Seiten. Diese neue Initiative reiht sich offenbar nahtlos in diese Reihe ein.

    Internationale Beobachter zeigen sich entsprechend reserviert. Ohne konkrete Zusicherungen und überprüfbare Maßnahmen sei jede Geste nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Gerade in einem so festgefahrenen Konflikt wie diesem, ist Misstrauen längst zur Währung geworden.


    Hoffnungsschimmer: Gefangenenaustausch

    Trotz aller Spannungen gab es einen Lichtblick: Ein gegenseitiger Austausch von Kriegsgefangenen brachte 246 Soldaten pro Seite die Freiheit zurück – darunter auch 46 verletzte Kämpfer, die dringend medizinische Hilfe benötigten.

    Ein kleiner Schritt, gewiss – aber inmitten des Lärms von Geschützen und diplomatischem Schweigen ist jeder Akt der Humanität ein Zeichen von Hoffnung.


    Bleibt alles beim Alten?

    Während die internationale Gemeinschaft bemüht ist, jede noch so kleine Initiative in Richtung Deeskalation zu fördern, ist sie zugleich auf der Hut: Der Friede braucht mehr als symbolträchtige Ankündigungen. Es braucht Taten – überprüfbar, transparent und glaubhaft.

    Vor allem aber braucht es den Willen – echten Willen – zur Verständigung.

    Und genau daran scheint es zu fehlen. Zu oft hat sich gezeigt, dass Gesten, so gut sie auch gemeint sein mögen, im Dickicht von Propaganda, taktischem Kalkül und tiefem Misstrauen untergehen.


    Die Oster-Waffenruhe mag in den Augen mancher wie ein Licht am Ende des Tunnels wirken. Doch für viele Ukrainer ist sie eher ein flackerndes Streichholz – in einem Tunnel, dessen Ausgang niemand kennt.

    Von C. Hatty

  • Putins überraschender Vorschlag: Eine internationale Übergangsverwaltung für die Ukraine

    Putins überraschender Vorschlag: Eine internationale Übergangsverwaltung für die Ukraine

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit einem überraschenden Vorstoß international für Aufsehen gesorgt: Während eines Besuchs im nordrussischen Murmansk schlug er vor, die Ukraine unter eine temporäre internationale Verwaltung zu stellen. Diese Übergangsregierung solle unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stehen und unter Beteiligung der USA, europäischer Länder und Russlands selbst gebildet werden. Ziel sei es, freie und demokratische Wahlen zu ermöglichen und eine neue Regierung zu etablieren, die als legitimer Gesprächspartner für Friedensverhandlungen auftreten könne.

    Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der russisch-ukrainische Krieg im dritten Jahr befindet und eine militärische Lösung in weite Ferne gerückt scheint. Die Reaktionen auf Putins Vorstoß sind ebenso vielschichtig wie die geopolitischen Interessen, die den Konflikt von Beginn an prägen.

    Eine neue Phase des Konflikts?

    Putins Initiative wirkt auf den ersten Blick wie ein Schritt in Richtung Deeskalation. Die Idee einer internationalen Verwaltung erinnert an historische Präzedenzfälle – etwa das Interimsregime im Kosovo nach 1999 –, in denen internationale Organisationen temporär Regierungsfunktionen übernahmen, um stabile politische Verhältnisse zu ermöglichen. Auch in Afghanistan und Bosnien wurden in der Vergangenheit ähnliche Modelle diskutiert oder erprobt.

    Doch Putins Motivlage wirft Fragen auf. Der Zeitpunkt des Vorschlags ist nicht zufällig gewählt. Russland behauptet, in den von ihr annektierten Gebieten der Ukraine – insbesondere in Teilen der Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson – weitgehende Kontrolle zu besitzen. In Wirklichkeit jedoch dauern die Kämpfe an vielen Frontabschnitten unvermindert an. Berichte über Verstöße gegen Waffenstillstandsvereinbarungen und zivile Opfer deuten darauf hin, dass die militärische Lage keineswegs stabilisiert ist. Kritiker sehen in Putins Vorstoß daher weniger ein Friedensangebot als vielmehr ein strategisches Manöver, um internationale Sanktionen zu lockern und die Ukraine politisch unter Druck zu setzen.

    Die Legitimitätsfrage als Druckmittel

    Ein zentrales Element von Putins Rede in Murmansk war die Infragestellung der Legitimität des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Putin argumentierte, dessen Amtszeit sei formal abgelaufen, und suggerierte, dass es daher an einer international anerkannten Führung in Kiew mangele. Dabei ignoriert er jedoch, dass die ukrainische Verfassung in Kriegszeiten eine Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten vorsieht – ein Umstand, den westliche Staaten und Rechtsexperten als rechtlich gedeckt ansehen.

    Putin scheint mit dieser Argumentation darauf abzuzielen, die politische Autorität Selenskyjs zu delegitimieren und die Ukraine auf internationaler Bühne als führungslos erscheinen zu lassen. In diesem Kontext erhält auch die Einladung an die USA – und insbesondere der positive Verweis auf Donald Trump – eine neue Dimension. Putin bezeichnete den US-Präsidenten als „aufrichtigen Friedensstifter“ und äußerte die Hoffnung, dass dieser den Vorschlag unterstützen werde.

    Reaktionen in Kiew und im Westen

    In der Ukraine stieß der Vorschlag erwartungsgemäß auf heftige Ablehnung. Präsident Selenskyj warnte davor, den internationalen Druck auf Russland zu verringern. Ein Sprecher der ukrainischen Regierung nannte den Plan einen „Versuch, die Souveränität der Ukraine zu untergraben und russische Kriegsgewinne zu legitimieren“. Auch Vertreter westlicher Staaten äußerten sich skeptisch. Die Sorge: Eine internationale Übergangsregierung unter Einbeziehung Russlands könnte als Einfallstor für eine politische Einflussnahme dienen, die Moskaus Interessen langfristig in der Ukraine verankert.

    Tatsächlich steht hinter dem Vorschlag ein zentraler Widerspruch: Während Russland die territoriale Integrität der Ukraine verletzt hat, verlangt es nun Mitspracherechte bei der Bildung einer Übergangsregierung, deren Zweck es sein soll, Demokratie und Souveränität wiederherzustellen. Kritiker erkennen darin ein Paradox – oder eine bewusste Strategie zur Spaltung des Westens und zur Schwächung des ukrainischen Widerstandswillens.

    Eine echte Chance oder ein taktisches Manöver?

    Internationale Stimmen rufen dennoch zu einer differenzierten Bewertung auf. In diplomatischen Kreisen wird betont, dass jede noch so unerwartete Initiative die Möglichkeit eines politischen Gesprächs eröffnen könne – sofern die Bedingungen glaubwürdig und transparent seien. Ein möglicher Verhandlungspfad könnte darin bestehen, dass Russland sich zu einem schrittweisen Truppenabzug verpflichtet und im Gegenzug eine internationale Übergangsregierung mit klaren zeitlichen und funktionalen Grenzen akzeptiert wird. Doch die Erfahrung lehrt: Ohne gegenseitiges Vertrauen und Sicherheitsgarantien sind solche Modelle kaum realisierbar.

    Die Frage, ob Putin tatsächlich an einem stabilen Frieden interessiert ist oder lediglich versucht, durch diplomatische Nebelkerzen Zeit zu gewinnen und geopolitische Positionen zu sichern, bleibt offen. Das Misstrauen auf ukrainischer und westlicher Seite ist tief. Dennoch zeigt der Vorstoß, dass Moskau durchaus bemüht ist, das Narrativ vom kompromissbereiten Akteur zu pflegen – möglicherweise mit Blick auf eine neue geopolitische Konstellation nach den US-Wahlen.

    Ein entscheidender Punkt wird sein, ob China, die Türkei oder andere Länder außerhalb des Westens bereit wären, einen solchen Übergangsprozess mitzutragen. Nur ein breites internationales Mandat könnte verhindern, dass die Idee einer UN-Verwaltung zur Farce verkommt. Ebenso wird sich zeigen müssen, ob die Vereinten Nationen überhaupt die Kapazitäten und das politische Mandat aufbringen können, ein solch sensibles Projekt zwischen Kriegspartei und Opferstaat zu moderieren.

    Während Putin den Vorstoß als Geste der Offenheit verkauft, sieht Kiew darin einen Versuch, die Ukraine zu entmündigen. Wie sich dieser Balanceakt in den kommenden Wochen entwickelt, hängt entscheidend von den Reaktionen in Washington, Brüssel und Peking ab. Klar ist nur: Der Krieg in der Ukraine wird längst nicht nur mit Waffen geführt – sondern zunehmend auch mit diplomatischen Offensiven, deren Absichten schwer zu durchschauen sind.

    Von Andreas Brucker

  • Russische Propaganda: Wie gefälschte Videos Frankreichs Meinung beeinflussen sollen

    Russische Propaganda: Wie gefälschte Videos Frankreichs Meinung beeinflussen sollen

    Eine manipulierte Videosequenz sorgt in Frankreich derzeit für Aufsehen – oder besser gesagt: Empörung. Das Video behauptet frech, dass 71 Prozent der französischen Bevölkerung hinter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin stünden. Quelle? Ein angebliches Umfrageergebnis der renommierten Zeitung Le Figaro. Doch halt – das Ganze ist frei erfunden. Le Figaro hat sofort reagiert und jede Verbindung zu diesem vermeintlichen „Scoop“ dementiert. Weder existiert eine solche Umfrage noch hat die Zeitung je einen derartigen Artikel veröffentlicht. Der angebliche Beitrag ist nichts weiter als ein Fake – eine plumpe Fälschung, die unter dem Deckmantel journalistischer Seriosität eine klare Absicht verfolgt: Desinformation. Ein Blick auf die Realität Tatsächlich zeigen seriöse Umfragen ein ganz anderes Bild. Laut einer aktuellen Ifop-Erhebung aus dem März 2025 haben nur etwa 10 Prozent der Französinnen und Franzosen eine positive Meinung über Putin. Ganze 84 Prozent sehen ihn in einem äußerst n…

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  • Berlin kritisiert Putins Taktik nach erneuten russischen Angriffen

    Berlin kritisiert Putins Taktik nach erneuten russischen Angriffen

    Die diplomatischen Bemühungen um eine Deeskalation des Ukraine-Krieges haben einen neuen Rückschlag erlitten. Trotz einer von den USA und Russland vereinbarten 30-tägigen Pause der Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur setzte Moskau seine militärischen Operationen fort. Ziel der jüngsten Angriffe waren erneut zivile Einrichtungen, darunter ein Krankenhaus in Sumy sowie mehrere Stadtteile von Kiew. Die Ukraine sieht in diesen Angriffen den Beweis, dass Russland nicht ernsthaft an einem Waffenstillstand interessiert ist.

    Die Reaktion aus Deutschland folgte prompt. Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die fortgesetzten Angriffe als Beleg für das taktische Spiel Russlands, das lediglich den Anschein diplomatischer Fortschritte erwecken wolle. Es sei offensichtlich, dass Moskau nicht bereit sei, von seiner aggressiven Haltung abzurücken. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz forderte einen umfassenden Waffenstillstand und betonte, dass eine nachhaltige Friedenslösung nur unter direkter Einbeziehung der Ukraine gefunden werden könne.

    Die USA hatten zuvor einen begrenzten Waffenstillstand mit Russland verhandelt, der sich auf Angriffe gegen Energieinfrastrukturen beschränkte. Washington drängt nun darauf, dass die Vereinbarung auch auf andere zivile Einrichtungen ausgeweitet wird. In diesem Zusammenhang sind für das kommende Wochenende neue Verhandlungen in Saudi-Arabien angesetzt. Die USA werden durch hochrangige Vertreter aus dem Außenministerium und dem Nationalen Sicherheitsrat vertreten sein, während die russische Delegation bislang nicht offiziell benannt wurde.

    Die anhaltenden Angriffe lassen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der russischen Zusagen aufkommen. Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in einer ersten Reaktion, dass Wladimir Putin den Vorschlag eines vollständigen Waffenstillstands explizit abgelehnt habe. Dies untergrabe die Hoffnungen auf eine baldige Deeskalation und verstärke den Druck auf die westlichen Staaten, ihre militärische und wirtschaftliche Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten.

    Berlin sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, seinen Einfluss innerhalb der EU zu nutzen, um eine kohärente Reaktion auf die Entwicklungen in der Ukraine zu koordinieren. Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten als einer der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Unterstützer der Ukraine positioniert und drängt auf eine einheitliche europäische Haltung. Die Forderungen nach weiteren Sanktionen gegen Russland und einer verstärkten militärischen Hilfe für die Ukraine dürften nun erneut an Gewicht gewinnen.

    Die bevorstehenden Gespräche in Jeddah könnten entscheidend dafür sein, ob ein weitergehender Waffenstillstand realistisch erscheint oder ob sich die Fronten weiter verhärten. Dabei bleibt die Frage offen, inwieweit Russland tatsächlich bereit ist, über substanzielle Friedensvereinbarungen zu verhandeln oder ob es lediglich Zeit gewinnen will, um seine militärischen Ziele weiterzuverfolgen. Der internationale Druck auf Moskau nimmt zu, doch eine nachhaltige Lösung scheint nach den jüngsten Angriffen in weiter Ferne.

    Autor: P.T.

  • Putin will Waffenruhe für Energieziele akzeptieren – und weitere World-News

    Putin will Waffenruhe für Energieziele akzeptieren – und weitere World-News

    Während eines Telefonats mit US-Präsident Donald Trump erklärte der russische Präsident Wladimir Putin gestern, er sei bereit, Angriffe auf Energieinfrastruktur im Krieg gegen die Ukraine zu stoppen – unter der Bedingung, dass beide Seiten sich daran hielten. Dies teilte der Kreml mit. Allerdings lehnte Putin einen weitergehenden, von den USA und der Ukraine vorgeschlagenen 30-tägigen Waffenstillstand ab.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich offen für eine Aussetzung der Angriffe auf Energieziele, betonte jedoch, dass die Vereinbarung nicht einseitig sein dürfe. „Es kann nicht sein, dass Russland unsere Energieversorgung attackiert und wir schweigen“, sagte er. „Wir werden reagieren.“

    Putin erklärte Trump zudem, dass die „zentrale Voraussetzung“ für eine Lösung des Konflikts das Ende der westlichen militärischen und geheimdienstlichen Unterstützung für die Ukraine sei. Ein solcher Schritt, so Analysten, würde die Ukraine dauerhaft verwundbar gegenüber Russland machen.

    Das Weiße Haus wertete eine Unterbrechung der Angriffe auf Energieziele als einen ersten Schritt in Richtung Frieden. Dennoch fiel das Ergebnis des Gesprächs mit Putin weit hinter das zurück, was Trump als möglich dargestellt hatte.

    Analyse: Ein Stopp der Angriffe auf Energieinfrastruktur könnte beiden Ländern nutzen. Die Ukraine kämpft mit den wiederholten russischen Attacken auf ihr Stromnetz, während ukrainische Angriffe auf russische Öl- und Gasanlagen eine essenzielle Einnahmequelle Moskaus bedrohen.


    Israels Angriffe auf Gaza fordern über 400 Tote

    Israels Streitkräfte haben gestern massive Luftangriffe auf den Gazastreifen durchgeführt und damit eine seit Januar bestehende Feuerpause mit der Hamas beendet. Die Angriffe kosteten laut Gesundheitsministerium in Gaza mehr als 400 Menschen das Leben – darunter viele Kinder. Es war einer der blutigsten Tage seit Beginn des Krieges.

    Die Attacken folgten auf wochenlange gescheiterte Verhandlungen über eine Verlängerung des fragilen Waffenstillstands. Die erste Phase der Feuerpause lief bereits Anfang März aus, wurde jedoch weitgehend eingehalten, während Diplomaten versuchten, eine Verlängerung zu erreichen, um die verbliebenen israelischen Geiseln zu befreien. Von den 59 noch in Gaza vermuteten Geiseln sind wahrscheinlich weniger als die Hälfte noch am Leben.

    Premierminister Benjamin Netanjahu deutete an, dass Israel weitere Angriffe parallel zu laufenden Verhandlungen durchführen werde. „Das ist erst der Anfang“, sagte er. „Wir werden weiterkämpfen, bis alle Kriegsziele erreicht sind.“ Hamas-Offizielle warfen Israel vor, die Waffenruhe einseitig gebrochen zu haben, reagierten jedoch zunächst nicht militärisch.

    Analyse: Israel scheint den Krieg fortzusetzen, um die Kontrolle der Hamas über Gaza endgültig zu brechen, schreiben die Analysten Patrick Kingsley und Ronen Bergman.


    Oberster US-Richter widerspricht Trump

    Wenige Stunden nachdem Ex-Präsident Donald Trump die Amtsenthebung eines Richters gefordert hatte, der gegen seine Regierung entschieden hatte, äußerte sich der Oberste Richter der USA, John Roberts, mit einer seltenen öffentlichen Stellungnahme.

    „Seit über zwei Jahrhunderten steht fest, dass eine Amtsenthebung nicht als Reaktion auf eine juristische Entscheidung angebracht ist“, erklärte Roberts. Der von Trump kritisierte Richter hatte zuvor eine Abschiebung hunderter Migranten nach El Salvador gestoppt.

    Hintergrund: Der Fall ist Teil einer größeren Debatte über die Machtbefugnisse des Präsidenten und die Rolle der Gerichte bei deren Kontrolle.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    • Raumfahrt: Zwei NASA-Astronauten sind nach einem neun Monate längeren Aufenthalt als geplant sicher vor der Küste Floridas gelandet.
    • Technologie: Google übernimmt das Cybersecurity-Start-up Wiz für 32 Milliarden Dollar – der bislang größte Zukauf des Unternehmens.
    • Deutschland: Der Bundestag hat knapp für eine Lockerung der Schuldenbremse gestimmt, um mehr Geld für Verteidigung und Infrastruktur bereitzustellen.
    • Sudan: US-Kürzungen bei Auslandshilfen treffen lebenswichtige Ressourcen für Flüchtlinge aus Darfur.
    • Großbritannien: Die Mitte-Links-Regierung der Labour-Partei hat neue Pläne zur Begrenzung der steigenden Sozialausgaben vorgestellt.
    • Frankreich: Caroline Darian, Tochter von Gisèle Pelicot, klagt gegen ihren Vater wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs.
    • Südafrika: Trotz laufender Untersuchungen zu Übergriffen weigert sich das Land, Wissenschaftler aus einer Antarktis-Station abzuziehen.
    • Kriminalität: In Großbritannien fordern ehemalige Krankenhausmanager, die Ermittlungen gegen die verurteilte Mörderin Lucy Letby auszusetzen – neue Beweise deuten auf andere Todesursachen der Babys hin.
    • Nepal: Drohnen sollen künftig schwere und gefährliche Lasten auf den Mount Everest transportieren – eine Aufgabe, die bisher von Bergführern übernommen wurde.

    Von C. Hatty

  • Ein Schritt in Richtung Deeskalation: Russland und USA vereinbaren 30-tägige Waffenruhe für ukrainische Energieinfrastruktur

    Ein Schritt in Richtung Deeskalation: Russland und USA vereinbaren 30-tägige Waffenruhe für ukrainische Energieinfrastruktur

    In einem bemerkenswerten diplomatischen Schritt haben der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump eine 30-tägige Aussetzung von Angriffen auf die Energieinfrastruktur der Ukraine vereinbart. Dieses Abkommen, das während eines mehr als zweistündigen Telefongesprächs am 18. März 2025 erzielt wurde, könnte einen Wendepunkt im seit drei Jahren andauernden Konflikt darstellen.

    Hintergrund des Konflikts

    Seit der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 befindet sich die Region in einem anhaltenden Kriegszustand. Trotz internationaler Bemühungen blieben dauerhafte Friedenslösungen bislang aus. Die Energieinfrastruktur der Ukraine war immer wieder Ziel russischer Angriffe, was zu erheblichen Versorgungsengpässen führte. Im Gegenzug griff die Ukraine russische Raffinerien und Treibstoffdepots an.

    Details der Vereinbarung

    Laut Kreml stimmte Präsident Putin dem Vorschlag von Präsident Trump zu, für 30 Tage auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur zu verzichten, und erteilte umgehend entsprechende Anweisungen an das russische Militär. Die Vereinbarung umfasst einen gegenseitigen Verzicht auf solche Angriffe, wobei die spezifische Haltung der Ukraine zu dieser temporären Maßnahme nicht explizit erwähnt wurde.

    Diese Vereinbarung stellt eine bedeutende Deeskalation in dem dreijährigen Krieg dar. Allerdings ging sie nicht so weit wie der von den USA unterstützte Vorschlag eines umfassenden 30-tägigen Waffenstillstands, dem die Ukraine bereits zugestimmt hatte.

    Russische Bedingungen für einen umfassenderen Waffenstillstand

    Präsident Putin betonte die Notwendigkeit, mehrere wesentliche Punkte zu klären, um einen effektiven Waffenstillstand entlang der gesamten Frontlinie zu gewährleisten. Dazu gehören die Beendigung der Zwangsmobilisierung in der Ukraine und das Stoppen der Aufrüstung der ukrainischen Streitkräfte. Zudem forderte er ein vollständiges Ende der ausländischen Militärhilfe und der Bereitstellung von Geheimdienstinformationen an Kiew als Schlüsselbedingung für eine diplomatische Lösung des Konflikts.

    Austausch von Gefangenen

    Ein weiterer positiver Aspekt des Gesprächs war die Ankündigung eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine. Am 19. März sollen jeweils 175 Gefangene ausgetauscht werden, was als Zeichen des guten Willens beider Seiten gewertet wird.

    Internationale Reaktionen

    Die internationale Gemeinschaft reagierte vorsichtig optimistisch auf diese Entwicklungen. Die Europäische Union begrüßte die Vereinbarung als Schritt in die richtige Richtung, betonte jedoch, dass weitere Anstrengungen erforderlich seien, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Der französische Präsident Emmanuel Macron betonte die Notwendigkeit, vorbereitet zu sein, um einen Krieg zu vermeiden, und unterstrich die Bedeutung einer starken Verteidigung Europas.

    Obwohl die 30-tägige Waffenruhe für die Energieinfrastruktur der Ukraine bereits ein positiver Schritt ist, bleibt unklar, ob sie zu einem umfassenderen Waffenstillstand führen wird. Die von Russland gestellten Bedingungen könnten für die Ukraine schwer akzeptabel sein, insbesondere in Bezug auf die Beendigung der ausländischen Militärhilfe. Dennoch bieten die geplanten Verhandlungen im Nahen Osten eine Gelegenheit, weitere Fortschritte in Richtung eines dauerhaften Friedens zu erzielen.

    Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu sehen, ob diese vorläufige Vereinbarung den Weg für einen umfassenderen Frieden ebnen kann oder ob sie lediglich eine kurzfristige Deeskalation darstellt. Die internationale Gemeinschaft wird weiterhin eine Schlüsselrolle dabei spielen, beide Seiten zu konstruktiven Verhandlungen zu ermutigen und eine nachhaltige Lösung des Konflikts zu fördern.

    Von Andreas Brucker