Schlagwort: Verstaatlichung

  • TotalEnergies verstaatlichen? Frankreichs Linke fordert die Rückkehr des Staates in die Energiepolitik

    TotalEnergies verstaatlichen? Frankreichs Linke fordert die Rückkehr des Staates in die Energiepolitik

    Mit der Forderung nach einer möglichen Verstaatlichung von TotalEnergies hat Manuel Bompard, Koordinator von La France insoumise (LFI), eine alte wirtschaftspolitische Grundsatzfrage neu belebt: Welche Rolle soll der Staat in strategischen Industrien spielen? Aus Sicht der radikalen Linken ist die Antwort klar. Energie sei kein gewöhnliches Marktgut, sondern ein zentraler Bestandteil nationaler Souveränität – und dürfe daher nicht allein privaten Konzernen überlassen werden. Auslöser der Debatte waren die hohen Gewinne des französischen Öl- und Energieriesen sowie dessen Rolle in der Klimapolitik. Bompard argumentiert, dass eine öffentliche Kontrolle über TotalEnergies nicht nur ökologisch sinnvoll wäre, sondern langfristig sogar erhebliche Einnahmen für den Staat generieren könnte. Die Logik dahinter ist einfach: Wenn ein Konzern Milliardengewinne erwirtschaftet und hohe Dividenden ausschüttet, könnten diese Erträge künftig direkt in die öffentlichen Kassen fließen. Die Forderung knüp…

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  • Staat gegen Stahlgigant – Frankreich debattiert über die Verstaatlichung von ArcelorMittal

    Staat gegen Stahlgigant – Frankreich debattiert über die Verstaatlichung von ArcelorMittal

    Mit der Annahme eines Gesetzesentwurfs zur Nationalisierung von ArcelorMittal setzt die französische Nationalversammlung ein markantes Zeichen: Der Staat will wieder aktiver Industriepolitik betreiben – auch mit schwerem Werkzeug. Doch ob die Rückverstaatlichung einer angeschlagenen Branche mehr als ein symbolischer Akt ist, bleibt offen. Am Abend des 27. November hat die Assemblée nationale mit 127 zu 41 Stimmen in erster Lesung eine Gesetzesinitiative der linken Oppositionspartei La France insoumise (LFI) angenommen, die die französischen Aktivitäten des Stahlkonzerns ArcelorMittal unter staatliche Kontrolle stellen will. Es ist ein Schritt, der in der politischen Landschaft Frankreichs lange Zeit als Tabubruch gegolten hätte – und doch reiht er sich ein in die Rückkehr des Staates als wirtschaftlicher Akteur, wie sie seit der Corona-Pandemie und der Energiekrise wieder verstärkt zu beobachten ist. Die Rückkehr der Industriepolitik Ziel des Gesetzes ist die Überführung der ArcelorMit…

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  • Energie: Der französische Staat renationalisiert den Stromerzeuger EDF zu 100 %

    Energie: Der französische Staat renationalisiert den Stromerzeuger EDF zu 100 %

    Verlangsamt durch den Widerstand der Kleinaktionäre konnte die 100%ige Wiederverstaatlichung des Stromerzeugers EDF am Donnerstag, fast ein Jahr nach der Entscheidung der Regierung, endlich vollzogen werden. Die Exekutive will so in der Lage sein, die Atomkraft in Frankreich wiederzubeleben. Trotz der Widerstand der Kleinaktionäre „hat der französische Staat heute das Verfahren zum obligatorischen Rückkauf der Kapitalanteile von EDF durchgeführt“, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag, dem 8. Juni in einer Pressemitteilung erklärte. „Folglich hält der Staat nun das gesamte Kapital und die gesamten Stimmrechte von EDF“. Die französische Finanzmarktaufsicht (AMF) hatte Ende Mai den 8. Juni als Stichtag angekündigt, an dem die Aktionäre, die die noch ausstehenden 2 % der Aktien besaßen, gezwungen sein würden, ihre Anteile zu verkaufen, wodurch der Staat 100 % des Kapitals halten wird. „Diese Wiedererlangung der vollständigen Kontrolle über unseren nationalen Stromversorger war eine…

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  • Wirtschaft: Staat startet Übernahmeangebot im Wert von 9.7 Milliarden Euro zur Verstaatlichung der EDF

    Wirtschaft: Staat startet Übernahmeangebot im Wert von 9.7 Milliarden Euro zur Verstaatlichung der EDF

    das Wirtschaftsministerium plant, fast 10 Milliarden Euro für die Übernahme der EDF (Électricité de France) auszugeben. Der Staat hält derzeit etwa 84% des französischen Stromversorgers. Am Dienstag, dem 19. Juli, wurde bekannt gegeben, dass der Staat ein Übernahmeangebot auflegen wird, um 100% des Kapitals der EDF zu übernehmen.

    Die EDF steht wieder am Anfang. Im Jahr 2005 wurde der Konzern privatisiert. Im Jahr 2022 soll er wieder verstaatlicht werden, ein 9,7 Milliarden Euro teures Geschäft für den Staat. Um wieder die vollständige Kontrolle über EDF zu erlangen, muss das Wirtschaftsministerium die Anteile der Kleinaktionäre aufkaufen. Unter ihnen ist André-Yves Verdejo, Vizepräsident von EDF Actionnariat Salarié, der mit dem von der Regierung vorgeschlagenen Aktienpreis nicht zufrieden ist.

    Die Zukunft der EDF leichter finanzieren.
    In 17 Jahren hat André-Yves Verdejo mehrere Tausend Euro in das Unternehmen investiert und fühlt sich nun geschädigt. „Viele Kleinanleger haben in diesem Sinne investiert. Nicht um an der Börse zu spekulieren, sondern um ihre Ersparnisse als gute Familienväter zu vermehren. Heute sind sie enttäuscht“, meint er. Warum also eine solche Operation? Die EDF ist überschuldet, laut Analysten werden sich die Schulden bis Ende 2022 möglicherweise auf etwa 60 Milliarden Euro belaufen. Der Stromversorger muss einen alternden Kernkraftwerkspark verwalten und in die Zukunft investieren, insbesondere in den Bau von sechs neuen EPR-Reaktoren, deren Kosten auf über 50 Milliarden Euro geschätzt werden. Durch die Wiederverstaatlichung hofft Paris, die Zukunft der EDF leichter finanzieren zu können.