Schlagwort: Verschwörungstheorien

  • Zwischen Meinungsfreiheit und Verleumdung: Der Fall Macron gegen Candace Owens

    Zwischen Meinungsfreiheit und Verleumdung: Der Fall Macron gegen Candace Owens

    Mit einer spektakulären Klage in den Vereinigten Staaten haben Emmanuel und Brigitte Macron einen ungewöhnlichen juristischen Schritt gesetzt: Das französische Präsidentenpaar wehrt sich in einem US-amerikanischen Gericht gegen gezielte Diffamierungen durch die rechtskonservative US-Influencerin Candace Owens. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit, digitaler Desinformation und dem Schutz der Privatsphäre öffentlicher Personen – nicht zuletzt im transatlantischen Kontext. Eine Verschwörungstheorie reist um die Welt Ausgangspunkt der Affäre ist eine bizarre, wiederholt widerlegte Verschwörungserzählung, der zufolge Brigitte Macron in Wahrheit als Mann namens Jean-Michel Trogneux geboren worden sei. Diese Theorie kursiert in Frankreich bereits seit 2021 in rechtsextremen und verschwörungsideologischen Kreisen, wurde jedoch von der Justiz als haltlos zurückgewiesen. Dass sie nun in den USA neue Popularität erfährt, ist maßgeblich Candace Owens zu ve…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Gerichtsurteil ohne Wirkung? Warum Frankreichs Justiz die Verbreitung transphober Fake News nicht stoppen konnte

    Gerichtsurteil ohne Wirkung? Warum Frankreichs Justiz die Verbreitung transphober Fake News nicht stoppen konnte

    Die Entscheidung der Pariser Cour d’appel (Berufungsgericht), zwei Frauen von dem Vorwurf der Diffamation gegenüber Brigitte Macron freizusprechen, wirft ein grelles Licht auf die Grenzen des französischen Presserechts im digitalen Zeitalter. Zugleich zeigt der Fall, wie transphobe Verschwörungstheorien Teil einer globalen Desinformationsstrategie geworden sind. Am 10. Juli 2025 hat die Berufungskammer des Pariser Gerichts Natacha Rey und Amandine Roy freigesprochen. Beide hatten die längst widerlegte Behauptung verbreitet, Brigitte Macron – Ehefrau des französischen Präsidenten – sei eine Trans-Frau und habe ihre neue Identität nach einer Geschlechtsangleichung übernommen. In erster Instanz waren die beiden Frauen noch wegen Diffamation verurteilt worden: 500 Euro Geldstrafe auf Bewährung sowie 13.000 Euro Schadenersatz an Brigitte Macron und ihren Bruder Jean-Michel Trogneux. Eine rufschädigende Kampagne ohne Belege Die Theorie, Brigitte Macron sei in Wahrheit ihr Bruder Jean-Michel,…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Rote Wetterkarten, grüne Lügen? – Warum Klimaleugner den Meteorologen Manipulation vorwerfen

    Rote Wetterkarten, grüne Lügen? – Warum Klimaleugner den Meteorologen Manipulation vorwerfen

    Rot, dunkler Rot, fast Braun – als würde der Weltuntergang vor der Tür stehen.

    Genau diesen Eindruck prangern Klimaskeptiker derzeit an. Ihre These: Wetterdienste manipulieren die Farben ihrer Karten, um Hitze extremer wirken zu lassen und Angst zu schüren. Klingt nach Verschwörung? Das meinen zumindest Meteorologen und Klimaforscher, die der Sache auf den Grund gehen.

    Aktueller Anlass: Zwei Départements in Frankreich – Rhône und Isère – standen am Morgen des 24. Juni erneut unter Hitzewarnung der Stufe Orange. Temperaturen jenseits der 35 Grad. Doch statt über Ventilatoren und Schattenplätze zu sprechen, drehten sich die Debatten auf Social Media um die Farbpalette der Wetterkarten.

    Die Theorie kursiert: Meteorologen färben dieselben Temperaturen heute röter als früher – angeblich, um die Bevölkerung gefügig für Klimaschutzmaßnahmen zu machen. Ausgelöst wurde die jüngste Welle von Aussagen des französischen Kommentators Frédéric Hermel auf RMC. Seine Worte:

    „Da, das ist jetzt rotbraun. Rotbraun heißt Weltuntergang. Ich glaube, das macht den Menschen Angst. Wo früher Grün war, ist heute Rotbraun.“

    Der Abgeordnete Stéphane Vojetta schlug in dieselbe Kerbe. Für ihn sei klar, dass sich die Farben „von Jahr zu Jahr verdunkeln, bei identischen Temperaturen“.

    Doch stimmt das überhaupt?

    Meteorologen winken ab. Solche Kartenvergleiche seien schlicht irreführend. Häufig zeigen geteilte Screenshots unterschiedliche Sender – jeder mit eigener Farbskala. Oder es fehlen Datumsangaben, wodurch Äpfel mit Birnen verglichen werden.

    Ein fundamentaler Denkfehler steckt ebenfalls in der Theorie: Die Farben zeigen nicht nur absolute Temperaturen, sondern das Temperaturdelta zur saisonalen Norm. Serge Zaka, Agroklimatologe und auf X äußerst aktiv, erklärt es so: Je größer die Abweichung von der jahreszeitlichen Durchschnittstemperatur, desto dunkler rot wird die Karte. Im Klartext: Wenn die Sommer heißer werden, steigen nicht nur die Temperaturen, sondern auch ihre Abweichung vom einstigen „Normalwert“.

    Was bedeutet das?

    Vergleiche zwischen Karten verschiedener Jahre ergeben keinen Sinn – weil sich die Durchschnittswerte selbst ändern. Eine Temperatur von 23 Grad Ende Juli 2002 wurde orange dargestellt. Heute gilt sie als kühl und erscheint blau. Das zeigt ein Test des BFM-Meteorologen Guillaume Séché, der sich die Farb-Chronologie des französischen TV-Senders TF1 ansah. Ergebnis: Seit Anfang der 2000er-Jahre blieb deren Grafiksystem unverändert.

    Ein Stich ins Herz aller Verschwörungstheorien.

    Denn wenn Meteorologen bewusst manipulieren würden, gäbe es massive Abweichungen in den eigenen Archiven. Doch genau das Gegenteil zeigt sich: Wo früher Orange war, ist heute Blau – einfach, weil die Durchschnittstemperatur gestiegen ist.

    Diese hitzige Diskussion um rote Karten reiht sich ein in ein breiteres Muster. Eine Studie des CNRS von 2023 identifizierte rund 10.000 klimaleugnende Twitter-Konten in Frankreich. Viele überschneiden sich mit antivax- und anti-systemischen Milieus, teils auch mit extrem rechten Gruppen. Mehr als die Hälfte dieser Accounts verbreiten gleichzeitig prorussische Narrative zum Ukrainekrieg. Bemerkenswert: Diese Szene hat rund dreimal so viele Fake-Accounts wie andere Themenbereiche – oft Bots oder bezahlte Profile, die ihre Reichweite künstlich aufblähen.

    Es drängt sich eine Frage auf: Wenn Wetterkarten wirklich manipuliert würden – warum sollten Meteorologen dann öffentlich die Unterschiede derselben Grafiken entlarven?

    Die Antwort liefert der gesunde Menschenverstand. Wetterdienste haben kein Interesse daran, ihre Glaubwürdigkeit zu verspielen. Ihre Existenz lebt von Vertrauen und Präzision. Für Verschwörungstheorien bleibt da wenig Raum – egal ob es draußen 23 oder 35 Grad hat.

    Autor: Daniel Ivers

  • Ein toter Arzt, ein gefälschtes Interview und alte Lügen – wie Fake-News Brigitte Macron ins Visier nehmen

    Ein toter Arzt, ein gefälschtes Interview und alte Lügen – wie Fake-News Brigitte Macron ins Visier nehmen

    Die Welt der Desinformation kennt keine Pause. Kaum hatten sich die letzten Wogen um eine KI-generierte Missbrauchsvideo-Affäre gelegt, da trifft Brigitte Macron Anfang Juli 2025 schon der nächste Schlag: Ein gefälschtes Nachrichtenportal verbreitet dreiste Lügen über Frankreichs Première Dame – und geht dabei ausgesprochen skrupellos vor. Diesmal bedienten sich die Drahtzieher einer besonders perfiden Masche. Sie veröffentlichten auf einem falschen News-Portal namens „enquetedujour.fr“ die Behauptung, ein Chirurg aus Paris habe angebliche Beweise für die Transidentität Brigitte Macrons gesammelt – und sei kurz darauf tot aufgefunden worden. Ein krudes Szenario, das klingt wie aus einer verschwörungsideologischen Netflix-Serie. Doch der Schaden ist real. Um ihrer Lüge Gewicht zu verleihen, usurpierte die Seite die Identität von fünf echten Journalistinnen und Journalisten. Ein Missbrauch, der an bekannte prorussische Desinformationsmethoden erinnert – inklusive gefälschtem Video. Angeb…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Verfassungsfeindlich, gefährlich, zerschlagen: Deutschland verbietet „Königreich Deutschland“

    Verfassungsfeindlich, gefährlich, zerschlagen: Deutschland verbietet „Königreich Deutschland“

    Mit einer groß angelegten Razzia und dem offiziellen Verbot der Bewegung „Königreich Deutschland“ hat der deutsche Staat ein deutliches Zeichen gesetzt – gegen Extremismus, gegen Verfassungsfeindlichkeit und gegen das gefährliche Erstarken von Parallelgesellschaften mitten in der Bundesrepublik.

    Am 13. Mai schlugen die Behörden bundesweit zu. Sie durchsuchten Objekte in sieben Bundesländern, nahmen vier Personen fest und erklärten das Verbot der Gruppierung. Die Begründung des Bundesinnenministeriums fiel unmissverständlich aus: Die Ziele und Aktivitäten dieser Vereinigung stünden im klaren Widerspruch zur deutschen Rechtsordnung, ja sogar zur Idee des friedlichen Miteinanders der Völker.

    Aber was steckt eigentlich hinter diesem „Königreich“?

    Rund 6.000 Anhänger zählt die Bewegung. Ihr Narrativ: Die Bundesrepublik Deutschland existiere nicht rechtmäßig. Stattdessen beanspruchen sie, einen eigenen Staat zu vertreten – mit eigener Währung, eigenen „Behörden“, sogar einem selbstgebastelten Bank- und Versicherungssystem. Sie drucken eigene Ausweise, vergeben Nummernschilder und bieten Dienstleistungen an, die wie ein schlechter Abklatsch staatlicher Institutionen wirken. Alles in allem ein Fantasiegebilde – doch eines mit echtem Gefahrenpotenzial.

    Drei der nun Verhafteten gelten als Gründungsmitglieder dieses Schein-Staates. Über Jahre hinweg haben sie versucht, ein eigenes System aufzubauen, das sich bewusst vom deutschen Staat abkapselt. Das reicht vom „Finanzamt“ bis hin zum „Meldeamt“ – alles natürlich völlig illegal.

    Klingt skurril? Ist es auch. Aber wer darüber lacht, verkennt die Ernsthaftigkeit der Lage.

    Denn was hier wächst, ist mehr als nur eine schräge Idee von ein paar Querulanten. Es ist ein System, das Menschen anzieht, die sich von der Gesellschaft entfremdet fühlen. Menschen, die in Verschwörungserzählungen Halt suchen und sich gegen jede Form von Rechtsstaatlichkeit stellen. Der Verfassungsschutz warnt seit Jahren vor dieser Szene – die Bewegung gilt als Teil der sogenannten „Reichsbürger“-Szene, die das Ende des Deutschen Reiches nie akzeptiert hat und die Bundesrepublik für illegitim hält.

    „Extremistisch und gefährlich“, so nennt das deutsche Innenministerium die Gruppierung. Kein Wunder, denn gerade in den letzten Jahren sind diese Gruppierungen immer aggressiver geworden. Immer öfter kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen, Widerstand gegen staatliche Maßnahmen und gezielten Einschüchterungen von Beamten.

    Die Zahl der Reichsbürger und Selbstverwalter in Deutschland wird inzwischen auf über 23.000 geschätzt – Tendenz steigend. Einige von ihnen verfügen über Waffen, andere versuchen, Einfluss in politische Strukturen zu nehmen. Das macht sie zu einer echten Bedrohung – nicht nur für die Ordnung, sondern für das Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat selbst.

    Und wie reagieren die Behörden? Mit Härte und Konsequenz.

    Dass das Bundesinnenministerium nun ein Verbot ausgesprochen hat, ist kein symbolischer Akt. Es bedeutet, dass das gesamte Vermögen der Organisation beschlagnahmt werden kann. Dass ihre Strukturen zerschlagen, ihre Treffpunkte geschlossen und ihre digitalen Kanäle stillgelegt werden. Es ist ein klares Signal: Der Staat duldet keine Parallelrealitäten.

    Natürlich bleibt die Frage offen: Wie viele solcher Gruppierungen existieren noch im Verborgenen? Wie tief sitzen Misstrauen, Wut und Ablehnung gegenüber dem demokratischen System bei Teilen der Bevölkerung?

    Die Szene hat sich verändert – und sie nutzt das Internet, um ihre Botschaften zu verbreiten. Sie rekrutiert gezielt Menschen in Krisensituationen, bedient Ängste und bietet einfache Antworten auf komplexe Fragen. Eine gefährliche Mischung, gegen die Aufklärung allein oft nicht ausreicht.

    Doch Verbote sind nur ein Teil der Lösung. Es braucht eine konsequente Aufarbeitung, politische Bildung und den direkten Dialog – auch wenn der unbequem sein kann. Denn eines steht fest: Demokratie muss sich wehrhaft zeigen, gerade wenn sie von innen angegriffen wird.

    Von C. Hatty

  • Zwischen Himmel und Hysterie: „Chemtrails“ und Geoengineering als Hoffnung oder Horrorvision?

    Zwischen Himmel und Hysterie: „Chemtrails“ und Geoengineering als Hoffnung oder Horrorvision?

    Wer den Blick in den Himmel richtet, sieht manchmal mehr als nur Wolken. Dort oben, wo Flugzeuge weiße Linien in den blauen Horizont ziehen, beginnt für manche die Fantasie – und für andere die Wissenschaft. Geoengineering – das klingt ein bisschen wie Science-Fiction und ein bisschen wie ein Notfallplan. Aber was steckt wirklich dahinter?

    Von Kondensstreifen und Chemtrails

    Beginnen wir mit dem Elefanten im Raum: den Chemtrails. Diese hartnäckige Verschwörungstheorie behauptet, dass Flugzeuge bewusst Chemikalien versprühen, um das Klima zu manipulieren oder die Bevölkerung zu kontrollieren. Klingt irre? Ist es auch. Wissenschaftler weltweit haben diese Theorie wieder und wieder überprüft – und keine Beweise gefunden. Was da am Himmel zu sehen ist, sind gewöhnliche Kondensstreifen, die bei bestimmten Luftdruck- und Temperaturbedingungen länger bestehen bleiben. Punkt.

    Und doch: Ganz von der Hand zu weisen ist die Idee, das Klima mithilfe von Technik zu beeinflussen, nicht. Aber eben nicht heimlich und nicht mit dunklen Absichten, sondern unter strengster wissenschaftlicher Beobachtung – mit der Methode des Geoengineering.

    Was ist Geoengineering überhaupt?

    Geoengineering umfasst technologische Eingriffe in das Klimasystem der Erde mit dem Ziel, die globale Erwärmung abzuschwächen. Es geht also nicht um geheime Machenschaften, sondern um gezielte Forschung. Zwei Hauptstrategien stehen dabei im Mittelpunkt:

    1. CO₂-Entfernung (Carbon Dioxide Removal, CDR) – also das Herausfiltern von CO₂ aus der Atmosphäre.
    2. Solar Radiation Management (SRM) – Maßnahmen, die das Sonnenlicht reflektieren und so die Erwärmung bremsen sollen.

    Besonders umstritten ist dabei die sogenannte Stratosphärische Aerosolinjektion (SAI).

    Vulkane als Vorbild?

    Die Idee hinter SAI ist nicht ganz neu. Als 1991 der Pinatubo auf den Philippinen ausbrach, schleuderte er Millionen Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Das Ergebnis: Die globale Durchschnittstemperatur sank in den darauffolgenden Monaten um rund 0,5 Grad Celsius. Genau diesen Effekt will man simulieren – kontrolliert, dosiert und bewusst. Klingt logisch, oder?

    Doch wer den Vulkanausbruch als Blaupause nimmt, betritt ein hochkomplexes Feld mit vielen Unbekannten. Schwefeldioxid in der Stratosphäre könnte zwar kurzfristig kühlen – aber zu welchem Preis?

    Flugzeuge als Klimamaschinen?

    Laut aktuellen Simulationen wäre es technisch möglich, Frachtflugzeuge wie die Boeing 777F so umzurüsten, dass sie Schwefeldioxid in rund 13 Kilometern Höhe ausbringen könnten – über den Polarregionen oder dem Äquator. Modelle zeigen: Eine solche Maßnahme könnte die Temperatur global um bis zu 0,6 Grad senken. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

    Denn mit dieser Maßnahme käme auch ein ganzer Rattenschwanz möglicher Nebenwirkungen: Verschiebung von Monsunzyklen, Dürren in bestimmten Regionen, unklare Auswirkungen auf die Ozonschicht. Und wer entscheidet überhaupt, welches Klima „richtig“ ist? Wer sitzt da am globalen Thermostat?

    Wissenschaft vs. Verschwörung – eine scharfe Trennlinie

    Während die Forschung zu Geoengineering öffentlich, dokumentiert und kritisch begleitet wird, lebt die Chemtrail-Theorie von Geheimhaltung, Halbwahrheiten und gezielten Fehlinformationen. Sie misstraut allen – der Wissenschaft, den Medien, den Behörden. Diese Haltung verhindert nicht nur den Dialog, sondern auch die Suche nach echten Lösungen.

    Stattdessen braucht es eine mündige Gesellschaft, die offen über Chancen und Risiken spricht – ohne in Alarmismus oder Naivität zu verfallen. Denn Geoengineering ist weder Allheilmittel noch Dämon. Es ist eine Technologie mit Potenzial – und mit Gefahren.

    Ein Spiel mit dem Feuer?

    Kritiker argumentieren, Geoengineering sei ein gefährlicher Ablenkungsversuch. Wenn wir die Möglichkeit haben, das Klima technisch zu „reparieren“, könnten politische Entscheidungsträger ihre Anstrengungen zur Emissionsreduktion zurückfahren. Die große Sorge: Man setzt auf Plan B, bevor Plan A überhaupt ernsthaft umgesetzt wurde.

    Und ja – der Gedanke ist nachvollziehbar. Es wäre fatal, sich auf ein System zu verlassen, dessen Langzeitwirkungen wir noch gar nicht abschätzen können. Wir experimentieren hier nicht mit einem kleinen Garten, sondern mit dem gesamten Planeten.

    Ethische Abgründe

    Darf eine einzelne Nation einfach damit beginnen, Aerosole auszubringen? Was, wenn andere Staaten darunter leiden? Wer haftet für Misserfolge oder ungewollte Nebenwirkungen? Wer entscheidet, wann genug ist? Fragen über Fragen – und keine einfachen Antworten.

    Geoengineering berührt fundamentale ethische, politische und soziale Fragen. In einem bereits ungleichen globalen System könnte eine solche Technologie bestehende Ungleichheiten sogar noch verstärken.

    Hoffnung? Ja. Lösung? Nein.

    Klar ist: Geoengineering allein wird den Klimawandel nicht stoppen. Es kann – wenn überhaupt – als unterstützende Maßnahme in einer Welt eingesetzt werden, in der Emissionen schon drastisch reduziert wurden. Es ist ein Notnagel, kein Ersatz.

    Doch wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wer es wie einsetzt. Mit Weitsicht, Forschung und globalem Konsens kann aus dem riskanten Eingriff ein Schutzschirm werden. Ohne das? Ein Schuss ins Blaue – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Noch Fragen?

    Wie groß muss unsere Verzweiflung eigentlich werden, damit wir ernsthaft darüber nachdenken, den Himmel zu dimmen? Und: Was sagt es über unsere Gesellschaft, dass wir lieber das Klima manipulieren als den Lebensstil ändern?

    Vielleicht liegt die Antwort gar nicht im Himmel, sondern direkt vor uns – in politischem Willen, sozialer Gerechtigkeit und gemeinsamer Verantwortung. Geoengineering kann ein Werkzeug sein. Aber es darf niemals zur Ausrede werden.

    Von Andreas M. Brucker

  • Verschwörungstheoretiker Rémy Daillet wegen Putschplänen und geplanten Anschlägen in Haft

    Verschwörungstheoretiker Rémy Daillet wegen Putschplänen und geplanten Anschlägen in Haft

    Rémy Daillet, der bereits im Zusammenhang mit der Entführung eines Mädchens in den Vogesen strafrechtlich verfolgt wird, wurde am Dienstag wegen Umsturzplänen und geplanten Anschlägen in Untersuchungshaft genommen. Der Verschwörungstheoretiker bestreitet die Vorwürfe. Der in Kreisen von Verschwörungstheoretikern sehr bekannte Rémy Daillet wurde am Dienstag, 19. Oktober, zusammen mit seiner Sekretärin wegen Putsch- und Anschlagsplänen verhaftet. Er bestreitet die Vorwürfe. Daillet wird bereits im Rahmen der Ermittlungen wegen der Entführung eines Mädchens in den Vogesen im Frühjahr strafrechtlich verfolgt. Er wird verdächtigt, die Entführung des kleinen Mädchens Mia im April organisiert zu haben und wurde in diesem Fall in Nancy unter richterliche Beobachtung gestellt. Rémy Daillet wurde am Dienstag aus seiner Zelle in Nancy geholt, um erneut in Polizeigewahrsam genommen zu werden, sagten Quellen, die dem Fall nahe stehen, am Donnerstag gegenüber AFP und bestätigten damit Informationen …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Ausfall von Facebook, Instagram und WhatsApp: Verschwörungstheoretiker sahen die „große Veränderung“ kommen

    Ausfall von Facebook, Instagram und WhatsApp: Verschwörungstheoretiker sahen die „große Veränderung“ kommen

    Während des gigantischen Blackouts, der am Montag, dem 4. Oktober, die sozialen Netzwerke der Facebook-Gruppe lahmlegte, kursierten in den Verschwörungsnetzwerken Gerüchte über einen Wechsel in eine andere Ära, in der das Internet als Ganzes verschwunden sein könnte.

    „Das ist es, der Plan ist in Bewegung“, „Ich habe euch gewarnt“, „Es geschieht etwas sehr Wichtiges“… Es überrascht nicht, dass der gigantische Stromausfall, der drei der wichtigsten sozialen Netzwerke der Welt lahmgelegt hat, am Montag, 4. Oktober, zu massenhaften Reaktionen unter Verschwörungstheoretikern geführt hat.

    Die Haupttheorie, die sich herauskristallisierte, war die eines bevorstehenden gigantischen weltweiten Internetausfalls, der zu einer weit verbreiteten Isolation führen würde, auch unter den Verschwörungstheoretikern. Warum ist das so? Die Gründe sind unklar, sicher ist jedoch, dass „sie“ dahinter stecken. „Der Boden gleitet uns aus den Händen. Unglaublich, sie haben einen großen Bauern auf dem Schachbrett bewegt“, „Sie wollen uns isolieren. Uns gesellschaftlich abschneiden. Kirchliche Treffen. Bereiten wir uns auf dunkle Stunden vor“, konnte man in Chat-Kanälen wie Telegram lesen.

    „Zeugenaussagen“ verstärkten die Befürchtungen einiger, wie die einer Person, die angeblich für „ein großes Internetunternehmen“ arbeitet, in dem das Gerücht über eine massive Internetabschaltung kursierte. „Es hat bereits begonnen. Es tut mir leid“, stand da.

    „Dutzende von Armeelastwagen auf dem Weg nach Paris. Was ist hier los?“, fragte ein anderer Nutzer und zeigte ein Foto, auf dem die Lastwagen nicht klar zu erkennen waren.

    Glücklicherweise war die Panne einige Stunden später vorbei. Bis zum nächsten Mal…

  • Covid-19 und Verschwörungstheorien: Wie lässt sich der Erfolg des Dokumentarfilms „Hold-up“ erklären?

    Covid-19 und Verschwörungstheorien: Wie lässt sich der Erfolg des Dokumentarfilms „Hold-up“ erklären?

    Viral im Internet, von Stars unterstützt, aber von der politischen Welt stark kritisiert, behauptet ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Hold-up“, eine internationale Verschwörung um die Pandemie anzuprangern. Wie lässt sich die Beliebtheit dieses Dokumentarfilms erklären, der Vermutungen und Unwahrhei…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…