Schlagwort: Verschuldung

  • 70 Tage für einen Kompromiss: Frankreichs riskanter Wettlauf um den Haushalt 2026

    70 Tage für einen Kompromiss: Frankreichs riskanter Wettlauf um den Haushalt 2026

    Der Countdown läuft. Am 14. Oktober 2025 hat die französische Regierung ihren Haushaltsentwurf für 2026 in der Nationalversammlung eingereicht – und ab diesem Tag bleiben genau 70 Tage, um ihn zu verabschieden. Bis spätestens zum 23. Dezember muss das Parlament ein Ergebnis liefern. Verfehlt es diese Frist, droht der Staat in ein Notregime zu rutschen, das ihn auf sogenannte „services votés“ beschränkt – also auf bereits beschlossene Ausgaben ohne jede politische Gestaltungsmöglichkeit. Was ein politisches Armutszeugnis wäre. Frankreich steht damit unter enormem Druck: ein Minderheitskabinett, eine Staatsverschuldung von über 115 % des BIP, und ein zunehmend misstrauischer Blick der Ratingagenturen. Das Zeitfenster für einen Kompromiss ist eng – die Fallhöhe hoch.

    30 Milliarden Euro Kraftakt – aber woher nehmen? Das Ziel klingt nüchtern, die Zahlen aber sind gewaltig: Der Staatshaushalt soll das Defizit 2026 auf „unter fünf Prozent“ des BIP drücken, im besten Fall auf 4,7 %. Dafür pla…

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  • François Hollande drängt Lecornu zum Schulterschluss mit den Sozialisten

    François Hollande drängt Lecornu zum Schulterschluss mit den Sozialisten

    Der ehemalige Präsident François Hollande hat sich überraschend in die Haushaltsdebatte eingeschaltet. In Interviews forderte er den neuen Premierminister Sébastien Lecornu jetzt auf, mit den Sozialisten über den Staatshaushalt 2026 zu verhandeln. Der Aufruf kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Nach dem Sturz der Regierung Bayrou ist das politische Gleichgewicht noch fragiler, die Verschuldung hoch, die Geduld der Finanzmärkte begrenzt. Ein Präsident a. D. als Ratgeber Hollande, der sich seit seinem Abgang aus dem Élysée 2017 nur sporadisch zu Wort meldet, inszeniert sich nun als Stimme der Vernunft. Er mahnt den Premierminister, den Haushalt 2026 nicht gegen, sondern mit Teilen der Opposition durchzusetzen. Seine Botschaft ist zweifach: Erstens sei ein Kompromiss mit den Sozialisten, die rund 70 Sitze im Parlament halten, politisch der einzig realistische Weg. Zweitens brauche die Haushaltskonsolidierung soziale Flankierung, um Akzeptanz zu finden. Dabei skizzierte er Eckpunkte: eine stä…

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  • Macron zwischen den Fronten – Frankreichs Präsident trotzt der politischen Krise und ruft zur Verantwortung auf

    Macron zwischen den Fronten – Frankreichs Präsident trotzt der politischen Krise und ruft zur Verantwortung auf

    Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sieht sich mit einer der tiefgreifendsten institutionellen Krisen seiner Amtszeit konfrontiert. Die Fragmentierung des Parlaments, die Haushaltsmisere und das Wiederaufflammen gesellschaftlicher Spannungen zwingen den Präsidenten zu einem Balanceakt zwischen politischer Standhaftigkeit und öffentlichem Kompromissangebot. In einer Pressekonferenz in Toulon hat Macron kürzlich klargestellt, dass er an seinem Amt festhält – und zugleich die politischen Kräfte des Landes zu einem „Weg der Einigung“ aufruft. Es ist ein Appell an die republikanische Verantwortung – und ein Versuch, seine Autorität unter veränderten Mehrheitsverhältnissen neu zu begründen. Ein Präsident ohne Mehrheit Die gegenwärtigen politischen Turbulenzen haben ihre Ursache in den vorgezogenen Parlamentswahlen vom Sommer 2024. In der Hoffnung, durch einen neuen Urnengang seine Reformvorhaben abzusichern, hatte Macron die Nationalversammlung aufgelöst – mit dem Ergebnis, dass sein…

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  • Bayrou: Die Schuldenlast Frankreichs droht den Haushalt zu erdrücken – stimmt das?

    Bayrou: Die Schuldenlast Frankreichs droht den Haushalt zu erdrücken – stimmt das?

    François Bayrou warnte am Montag, die Belastung durch die Schulden werde im laufenden Jahr den größten Posten im französischen Staatshaushalt darstellen. Diese Aussage sorgte für Schlagzeilen, da sie eine dramatische Entwicklung im öffentlichen Finanzwesen nahelegt. Eine genauere Analyse zeigt jedoch: Die Behauptung ist in dieser Form nicht zutreffend. Zwar nehmen die Zinszahlungen rapide zu und gehören mittlerweile zu den größten Ausgabeposten des Staates, doch sie übertreffen noch nicht die Bildungsausgaben.

    1. Die aktuelle Lage des Schuldendienstes Im Jahr 2025 belaufen sich die jährlichen Zinszahlungen Frankreichs auf etwa 55 bis 62 Milliarden Euro – je nach Berechnung. Damit haben sie binnen weniger Jahre einen starken Sprung nach oben gemacht, getrieben von steigenden Zinsen und einem Gesamtschuldenstand von mittlerweile rund 114 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Schuldendienst liegt damit fast wieder auf Höhe seiner historischen Spitzenwerte.

    2. Vergleich mit anderen Ausg…

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  • Verschuldung, Defizit, Steuern, Reformen – Frankreich unter dem Druck der Ratingagenturen

    Verschuldung, Defizit, Steuern, Reformen – Frankreich unter dem Druck der Ratingagenturen

    In der Welt der Finanzen gleicht das Warten auf die Bewertungen durch die großen Ratingagenturen einem Tanz auf dem Vulkan. Am 26. April und 31. Mai 2024 werden die Augen der französischen Regierung erneut auf die Urteile von Fitch, Moody’s und Standard & Poor’s gerichtet sein. Ein Datum, das in den Kalendern von Präsident Emmanuel Macron und seinem Wirtschaftsminister Bruno Le Maire rot markiert ist. Aber was bedeutet dieses bevorstehende Urteil für Frankreich, dessen Wirtschaft sich an der Schwelle zu neuen Herausforderungen befindet?

    Nun, es ist ein offenes Geheimnis, dass die finanzielle Gesundheit eines Landes auf dem Prüfstand dieser Ratinggiganten steht. Fitch wird seine Bewertung Ende dieses Monats abgeben, gefolgt von Moody’s und Standard & Poor’s kurz vor den Europawahlen. Diese Termine sind nicht nur einfache Einträge in einem Kalender; sie sind vielmehr ein Barometer für das Vertrauen, das die internationale Finanzwelt in Frankreichs Wirtschaft hat.

    Die bisherigen Noten – AA-, Aa2 und AA – könnten angesichts eines Haushaltsdefizits von 5,5 % des BIP und einer Verschuldung von 110,6 % des BIP durchaus nach unten korrigiert werden. Aber was bedeutet das eigentlich? Einfach ausgedrückt: eine Herabstufung könnte höhere Zinsen für Frankreich bedeuten, da Investoren für das erhöhte Risiko entschädigt werden wollen. Eine Zwickmühle, in der sich Frankreich sicherlich nicht wiederfinden möchte.

    Doch wie steht es um die Glaubwürdigkeit dieser Agenturen selbst? Nicht wenige kritisieren deren Einfluss und stellen die Unabhängigkeit ihrer Bewertungen in Frage. Haben sie nach der Subprime-Krise und ihrer Rolle darin an Glaubwürdigkeit verloren? Vielleicht. Doch als bloße „Journalisten“, die eine Analyse abliefern, wie einige vorschlagen, sie zu betrachten, greift wohl zu kurz. Ihre Einschätzungen können Märkte bewegen und Regierungen unter Druck setzen.

    Und Frankreich? Trotz drohender Herabstufungen ist das Land weit entfernt von einem Zahlungsausfall, wie er Griechenland 2015 bedrohte. Vielleicht behält Frankreich ja sein Ass im Ärmel – seine Widerstandsfähigkeit.

    In Vorbereitung auf die Bewertungen zeigt sich die französische Exekutive von einer pragmatischen Seite: keine Steuererhöhungen, Reformen wie die der Arbeitslosenversicherung und das Streben nach Einsparungen in den öffentlichen Ausgaben. Fitch bezeichnete die Defizitziele der französischen Regierung kürzlich als „wenig ambitioniert“ und „zunehmend unerreichbar“, ohne jedoch eine weitere Herabstufung anzudeuten.

    Aber mal ehrlich – steckt nicht in jedem von uns ein kleiner Analyst, der über das Wohl und Wehe der Wirtschaft spekuliert? Und wer hätte gedacht, dass das Schicksal einer Nation so stark von den Sternen abhängen könnte, die ihr von den Ratingagenturen zugeteilt werden?

    Diese Bewertungen sind mehr als nur Zahlen und Buchstaben; sie sind ein Zeugnis des Vertrauens – oder dessen Fehlen – in die Fähigkeit einer Regierung, ihre Wirtschaft zu steuern. Ein schlechtes Rating zu erhalten, ist wie ein Schlag ins Kontor für jede Regierung, die ihre wirtschaftliche Kompetenz unter Beweis stellen will.

    Also, was steht auf dem Spiel? Die Glaubwürdigkeit der französischen Regierung, ja. Aber vielleicht auch eine Chance, Kritiker zu überraschen und die Weichen für eine stabilere finanzielle Zukunft zu stellen. Denn am Ende des Tages – wer sagt denn, dass man den Sternen nicht trotzen kann?

  • Frankreich: Zahl der Überschuldungsfälle stieg laut Banque de France im Jahr 2023 um 8%

    Frankreich: Zahl der Überschuldungsfälle stieg laut Banque de France im Jahr 2023 um 8%

    Das entspricht insgesamt fast 122.000 eingereichten Anträgen. Ein Niveau, das jedoch niedriger ist als in der Zeit vor Covid-19.

    Die Zahl der Überschuldungsfälle stieg in Frankreich im Jahr 2023 um 8%, insgesamt wurden fast 122.000 Fälle eingereicht. Dies geht aus Zahlen der Banque de France hervor, die am Donnerstag, dem 11. Januar, von dem Sender Franceinfo bekannt gegeben wurden.

    Das aktuelle Niveau der Überschuldungsfälle ist jedoch immer noch niedriger als in der Zeit vor Covid-19. Wenig überraschend sind unter den überschuldeten Haushalten vor allem bescheidene Haushalte vertreten, insbesondere Singles, mit einer knappen Mehrheit an alleinerziehenden Frauen. In drei Vierteln der Fälle handelt es sich um Haushalte, die zur Miete wohnen und deren Einkommen in der Regel unter 1.930 Euro pro Monat liegt.

    Dass die Zahl der Überschuldungsfälle im letzten Jahr gestiegen ist, hängt weniger mit der Inflation in Frankreich zusammen als vielmehr mit dem Ende einer außergewöhnlichen staatlichen Begleitpolitik während und nach der Gesundheitskrise, mit Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung und den verschiedenen Preisdeckeln für Energiekosten oder Treibstoffrückerstattungen.

    Vor allem aber hat sich die Haltung der Banken geändert. Sie waren zwischen 2020 und 2022 eher entgegenkommend, was die Zahlungsaufschübe für Kredite betraf. Die hat sich im Jahr 2023 spürbar verändert, wodurch mehr Kreditnehmer in die Zahlungsunfähigkeit rutschten.

  • Verschuldung französischer Großstädte steigt seit 2021 stetig an

    Verschuldung französischer Großstädte steigt seit 2021 stetig an

    Grenoble, Paris oder auch Nizza gehören laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts Montaigne zu den französischen Städten mit den höchsten Schulden. Die Verschuldung der französischen Großstädte nimmt seit 2021 tendenziell immer weiter zu. Dies geht aus einer Studie des Institut Montaigne hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Der eher als liberal eingestufte Think Tank hat die Finanzen und Investitionen von zwölf französischen Großstädten untersucht: Bordeaux, Grenoble, Lille, Lyon, Marseille, Montpellier, Nantes, Nizza, Paris, Rennes, Straßburg und Toulouse. Seiner Meinung nach stellt diese Verschuldung eine potenzielle Bedrohung für zukünftige Investitionen dar, die für den ökologischen Wandel unbedingt notwendig sind. Die Schlussfolgerung des Institut Montaigne ist eindeutig: „Grüne, sozialistische oder rechte Rathäuser sind gleichermaßen dem Risiko einer schlechten Finanzverwaltung ausgesetzt“, so das Institut. Der wichtigste Maßstab, der für die Studie he…

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  • Steigende Preise führen zu einer Explosion der Verbraucherkredite in Frankreich

    Steigende Preise führen zu einer Explosion der Verbraucherkredite in Frankreich

    Die Zahl der französischen Haushalte, die einen Verbraucherkredit aufgenommen haben, ist seit einem Jahr um 8,8% gestiegen. 

    Die Monatsenden werden für einen Teil der Franzosen immer schwieriger. Volltanken, Einkaufen, Energierechnung… Die Preise sind vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine spürbar gestiegen. Die durchschnittlichen Mehrkosten wurden laut einer Studie der Organisation „60 millions de consommateurs“ (60 Millionen Verbraucher) auf durchschnittlich 90 Euro pro Monat geschätzt. Die Lösung für viele Franzosen: auf Ersparnisse zurückgreifen oder einen Verbraucherkredit aufnehmen.

    Dies belegen die neuesten Zahlen des Verbands der Finanzgesellschaften (ASF). Im ersten Quartal 2022 stieg die Zahl neuer Verbraucherkredite um 8,8% im Vergleich zum gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Das entspricht einem Gesamtmarktvolumen von 11,8 Milliarden Euro. Der Anstieg der Privatkredite im Jahresvergleich liegt bei 16,1%, was einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro entspricht.

    Es gibt einen deutlichen Anstieg des Volumens von Krediten unter 2.000 Euro. Im Zeitraum März-April-Mai 2022 wirde bei diesen Kleinkrediten ein Anstieg von 40% im Vergleich zu Januar-Februar 2022 beobachtet. Bei Krediten zwischen 2.000 und 5.000 Euro liegt der Anstieg bei 25-28%, meldet die Zeitung La Dépêche. Kredite von weniger als 2.000 Euro sind in der Regel punktuelle Liquiditätslösungen. Haushalte nehmen diese Art der Finanzierung in Anspruch, weil sie eine vorübergehende finanzielle Schwierigkeit haben oder weil keine Ersparnisse mehr vorhanden sind, um die tägliche Liquidität oder zum Beispiel den Austausch einer defekten Waschmaschine zu stemmen.

    Wie bei den Immobilienkrediten sind auch bei den Verbraucherkrediten die Zinssätze gestiegen. Seit Anfang des Jahres sind sie um 0,6 bis 0,8 Prozentpunkte pro Monat nach oben gegangen. Über 12 Monate hinweg liegen heute die Zinsen für einen Verbraucherkredit von weniger als 2.000 Euro zwischen 2% und 11%, je nach Bonität des Kreditnehmers!

    Kein Anstieg der Überschuldung
    Diese Steigerungen bei den Verbraucherkrediten führen jedoch nicht zu einem Anstieg der Überschuldung. Ende April 2022 verzeichnete die Banque de France 39.113 Überschuldungsfälle gegenüber 44.703 ein Jahr zuvor, was einem Rückgang um 13% entspricht. Im Gegensatz dazu sind mehr Personen in der nationalen Datei der Rückzahlungsvorfälle bei Privatkrediten (vergleichbar mit der deutschen Schufa) eingetragen: Ende April 2022 waren 252.929 Personen eingetragen, eine Zahl, die im Jahresvergleich um 14% gestiegen ist.

    Persönliche Verbraucherkredite sollten mit Vorsicht aufgenommen werden. Ein Kredit ist kein Instrument zur Verwaltung der Liquidität…