Schlagwort: Venezuela

  • Kampfpreis für die Demokratie? Der Friedensnobelpreis für María Corina Machado polarisiert

    Kampfpreis für die Demokratie? Der Friedensnobelpreis für María Corina Machado polarisiert

    Es war eine der überraschendsten und zugleich umstrittensten Entscheidungen in der Geschichte des Friedensnobelpreises: Ausgerechnet María Corina Machado, die führende Oppositionspolitikerin Venezuelas, erhielt 2025 die höchste Auszeichnung für Verdienste um den Frieden – und das, obwohl sie offen für eine militärische Lösung im Kampf gegen das autoritäre Regime von Nicolás Maduro plädiert hatte.

    Die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees löste weltweit Debatten aus – über die politische Rolle des Preises, über die Grenzen legitimer Opposition und darüber, wie eng Demokratie und Frieden wirklich miteinander verknüpft sind.

    Dissidentin mit Risiko

    María Corina Machado steht seit Jahren im Zentrum des politischen Widerstands gegen das Maduro-Regime. Während andere führende Köpfe der Opposition ins Exil gingen oder durch Inhaftierung mundtot gemacht wurden, blieb Machado im Land, trotz Einschüchterung, Anklagen und politischem Ausschluss. Als Maduro sich Anfang 2025 erneut zum Wahlsieger erklärte – ein Urnengang, den internationale Beobachter als massiv manipuliert einstuften – verschwand Machado in den Untergrund. Ihr wurde politische Betätigung verboten, sie wurde zur Symbolfigur des zivilen Widerstands.

    Dass sie den Friedensnobelpreis ausgerechnet in Abwesenheit erhielt, verstärkte die Symbolkraft der Auszeichnung. Ihre Tochter nahm den Preis in Oslo entgegen und verlas eine Rede, in der sie betonte, dass „Demokratie die Grundlage für dauerhaften Frieden“ sei – und dass „Freiheit Kampf erfordert“.

    Applaus und Proteste

    Die Reaktionen auf die Preisvergabe fielen jedoch gespalten aus. Während Unterstützer die Entscheidung als längst überfällige Würdigung des demokratischen Kampfes in einem autoritär beherrschten Land begrüßten, meldeten sich kritische Stimmen zu Wort. Vor dem Nobel-Institut in Oslo versammelten sich Demonstranten mit Plakaten wie „No Peace Prize for Warmongers“. Die norwegische Friedensgesellschaft, traditionell Ausrichterin des Fackelmarschs zu Ehren der Preisträger, sagte die Zeremonie erstmals ab – mit der Begründung, Machado vertrete nicht die Werte gewaltfreier Konfliktlösung.

    Der Vorwurf: Machado habe wiederholt Sympathie für eine militärische Intervention geäußert – insbesondere durch die USA –, um das Regime Maduro zu stürzen. Diese Nähe zu interventionistischen Positionen, verbunden mit der politischen Unterstützung durch ehemalige Vertreter der Trump-Administration, verstößt für viele gegen das ethische Fundament des Friedensnobelpreises.

    Eine lange Geschichte umstrittener Preisträger

    Die Diskussion über die politische Tragweite des Friedensnobelpreises ist nicht neu. Schon 1973 hatte die Entscheidung, Henry Kissinger auszuzeichnen, eine Welle der Kritik ausgelöst – trotz oder gerade wegen seiner Rolle im Vietnamkrieg. Auch der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed, Preisträger 2019, geriet später wegen seines militärischen Vorgehens in der Region Tigray in die Kritik. Und die einstige Symbolfigur des gewaltlosen Widerstands in Myanmar, Aung San Suu Kyi, verlor viel moralisches Kapital, als sie später als Regierungschefin die Verfolgung der Rohingya relativierte.

    Der Fall Machado passt in diese Reihe: eine charismatische Oppositionsführerin, die für eine gerechte Sache kämpft – dabei aber politische Allianzen und Positionen eingeht, die im Widerspruch zu einem engeren Friedensbegriff stehen. Während frühere Preisträger für Verhandlungen zwischen Kriegsparteien oder Abrüstung geehrt wurden, scheint Machado das Ziel „Demokratie“ auch mit nicht-friedlichen Mitteln in Verbindung zu bringen.

    Frieden durch Demokratie?

    Doch ist das wirklich ein Widerspruch? Die Nobelkommission selbst begründete die Entscheidung damit, dass „der Weg zur Demokratie in autoritären Staaten oft mit großem persönlichem Mut und unter extremem Risiko“ beschritten werde – und dass dieser Kampf „eine Voraussetzung für nachhaltigen Frieden“ sei. Die Preisvergabe solle nicht nur eine Einzelperson ehren, sondern die „tausenden Stimmen“ der Zivilgesellschaft, die trotz Repression an friedlichem Wandel festhielten.

    Diese Argumentation stützt sich auf ein erweitertes Friedensverständnis: Nicht die bloße Abwesenheit von Gewalt, sondern die Schaffung rechtsstaatlicher und demokratischer Strukturen gilt als Grundlage für echten Frieden. In autoritären Kontexten könne das Streben nach Demokratie zwangsläufig auch Spannungen oder Konfrontationen mit sich bringen.

    Für viele Kritiker bleibt jedoch die Frage bestehen, ob ein Preis für den Frieden auch dann vergeben werden kann, wenn dessen Träger militärische Optionen nicht ausschließt – selbst in einem als gerecht empfundenen Kampf. Es geht nicht nur um moralische Kohärenz, sondern auch um die symbolische Kraft eines Preises, der weltweit als Ausdruck des höchsten friedenspolitischen Ideals gilt.

    Die Auszeichnung von María Corina Machado macht deutlich, wie schwierig es ist, in einem zunehmend geopolitisch aufgeladenen Umfeld klare Linien zu ziehen. Wenn Demokratie und Frieden nicht mehr deckungsgleich sind, stellt sich die Frage: Was genau ehrt der Friedensnobelpreis eigentlich – Gewaltverzicht oder politischen Fortschritt?


    WEITERE TOP-MELDUNGEN

    Wie Trumps Berater die Freilassung der Tate-Brüder vorantrieben
    Eine Untersuchung der New York Times zeigt, welche entscheidende Rolle Beamte der Trump-Regierung bei der Freilassung von Andrew Tate und seinem Bruder Tristan aus rumänischer Haft Anfang dieses Jahres spielten.

    Die Brüder – selbstbewusste Influencer der sogenannten „Manosphere“ – durften Rumänien nicht verlassen, da ihnen vorgeworfen wurde, Frauen zur Teilnahme an pornografischen Inhalten gezwungen zu haben. Ihre Freilassung war der Höhepunkt jahrelanger Bemühungen von Andrew Tate, enge Verbindungen zu Beratern und Familienmitgliedern von Donald Trump zu knüpfen – darunter auch zu dessen Söhnen Barron und Donald Jr.

    Die Tates umwarben gezielt einflussreiche Persönlichkeiten der amerikanischen Rechten, um ihre Ausreise in die USA zu ermöglichen.


    WEITERE MELDUNGEN

    Die USA planen, die Social-Media-Vergangenheit ausländischer Touristen stärker zu überprüfen.
    Ein Richter hat dem Antrag stattgegeben, die Unterlagen der Bundesjury-Ermittlungen im Fall Jeffrey Epstein zu veröffentlichen – damit könnten erstmals umfassende Einblicke in den Fall möglich werden.
    Die USA haben vor der Küste Venezuelas einen Öltanker beschlagnahmt – ein dramatischer Schritt in der Druckkampagne der Trump-Regierung gegen Nicolás Maduro, den Staatschef des Landes.
    Ermittler berichten, dass das Sicherheitssystem des Louvre den Kunstdiebstahl im Oktober aufgezeichnet hat – doch die Sicherheitskräfte hätten den Livestream erst zu spät entdeckt.
    Der Anführer einer separatistischen Gruppierung, die Teile des Jemen kontrolliert, erklärte, das nächste Ziel müsse die Hauptstadt Sanaa sein.
    Die US-Notenbank (Federal Reserve) hat den Leitzins nach kontroverser Abstimmung um 0,25 Prozentpunkte gesenkt.
    Ein Internierungslager mit zehntausenden Ehefrauen, Schwestern und Kindern von IS-Kämpfern stellen ein schwerwiegendes Problem für die neue syrische Führung dar.
    Landminen – ein Erbe des kambodschanischen Bürgerkriegs – stehen im Zentrum des Konflikts mit Thailand. In diesem Jahr wurden bereits 18 thailändische Soldaten verletzt.
    Madeleine Wickham, die britische Autorin der Romanreihe Confessions of a Shopaholic, die sie unter dem Pseudonym Sophie Kinsella veröffentlichte, ist im Alter von 55 Jahren verstorben.

    Autor: P. Tiko

  • US-Senat beschleunigt Epstein-Gesetz – Trump verteidigt saudischen Kronprinzen

    US-Senat beschleunigt Epstein-Gesetz – Trump verteidigt saudischen Kronprinzen

    Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten hat gestern mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das das Justizministerium dazu verpflichtet, sämtliche Akten zur Untersuchung des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein öffentlich zugänglich zu machen. Nur ein einziger Abgeordneter stimmte dagegen.

    Nur wenige Stunden später einigte sich der US-Senat darauf, das Gesetz sofort nach Eintreffen durchzuwinken und es direkt dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorzulegen. Donald Trump kündigte inzwischen an, das Gesetz zu unterzeichnen – obwohl er über Monate hinweg versucht hatte, es zu verhindern. Er vollzog diese Kehrtwende, als absehbar war, dass das Gesetz ohnehin verabschiedet werden würde.

    Trump lobt Kronprinz Mohammed bin Salman trotz Khashoggi-Mord

    Bei einem Treffen im Weißen Haus lobte Präsident Trump gestern den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) und wischte eine Journalistenfrage zur Ermordung und Zerstückelung des „Washington Post“-Kolumnisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 beiseite. „Es passieren eben Dinge“, sagte Trump.

    Der Besuch stellt eine bemerkenswerte diplomatische Kehrtwende für MBS dar. Seit dem Mord an Khashoggi durch saudische Agenten im Konsulat des Königreichs in Istanbul hatte der Kronprinz keinen US-Boden mehr betreten. Während der Amtszeit von Präsident Biden veröffentlichten die US-Geheimdienste einen Bericht, demzufolge MBS die Tötung selbst angeordnet hatte – doch direkte Konsequenzen gegen den saudischen Thronfolger blieben aus.

    Weitere Meldungen

    • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will heute bei einem Besuch in der Türkei einen neuen Anlauf für Friedensgespräche mit Russland unternehmen.
    • Laut mehreren informierten Quellen hat Donald Trump während seiner Präsidentschaft der CIA verdeckte Operationen in Venezuela genehmigt.
    • Google hat sein neues KI-Modell „Gemini 3“ vorgestellt und erhöht damit den Druck auf OpenAI und Anthropic im Wettlauf um technologische Vorherrschaft.
    • Hunderte Palästinenser aus dem Gazastreifen sind mit bislang nicht bekannten Flügen in Südafrika eingetroffen – zur völligen Überraschung der Regierung in Pretoria.

    P.Tiko

  • „Frankreich handelt leise“ – Der Fall Camilo Castro und die stille Kunst der Diplomatie

    „Frankreich handelt leise“ – Der Fall Camilo Castro und die stille Kunst der Diplomatie

    Mit der Rückkehr des französisch-chilenischen Yoga-Lehrers Camilo Castro aus venezolanischer Haft endet ein Fall, der mehr ist als eine persönliche Tragödie: Er erzählt von den Grenzen internationaler Rechtsstaatlichkeit, der Rolle diskreter Diplomatie und den Risiken für Einzelpersonen in geopolitisch aufgeladenen Regionen. Dass Castro nun wieder in Frankreich ist, ist ein Erfolg der französischen Außenpolitik – aber auch ein Lehrstück über das Spannungsfeld zwischen Menschenrechten und realpolitischen Zwängen.

    Ein Grenzübertritt mit Folgen Camilo Castro lebt und arbeitet in Kolumbien, ein Land, das seit Jahren angespannt auf die Entwicklungen im benachbarten Venezuela blickt. Als Castro im Juni 2025 zur kolumbianisch-venezolanischen Grenze reiste, um seine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern, geriet er – so die wenigen verfügbaren Informationen – offenbar in ein grenzüberschreitendes Niemandsland, das nicht nur geographi…

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  • Verblüffende Wendung im Fall Sansal: Frankreichs stille Diplomatie gewinnt

    Verblüffende Wendung im Fall Sansal: Frankreichs stille Diplomatie gewinnt

    Die Nachricht kam wie ein leiser Donnerschlag: Boualem Sansal, der renommierte französisch-algerische Schriftsteller, sitzt nicht mehr in einer Zelle in Algier, sondern in der Botschaft Frankreichs in Berlin. Nach Tagen der Unsicherheit, politischen Spekulationen und diplomatischer Arbeit im Hintergrund ist klar: Sansal ist frei – zumindest fast.

    Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot bestätigte am Sonntag, dass Sansal derzeit in der deutschen Hauptstadt unter dem Schutz der französischen Diplomatie ist. „Wir hoffen, ihn in den nächsten Tagen wieder in Frankreich begrüßen zu können“, erklärte Barrot bei einem Interview auf France Inter und franceinfoTV. Noch kurz zuvor lag Sansal in einem Berliner Militärkrankenhaus – geschwächt, aber lebendig.

    Eine Gnade mit Signalwirkung

    Dass Sansal das Gefängnis überhaupt verlassen durfte, ist auf eine politische Geste von hoher Tragweite zurückzuführen: Der algerische Präsident gewährte ihm Gnade – auf ausdrückliche Bitte des deutschen Bundespräsidenten. Eine symbolisch gewichtige Intervention, die zeigt, wie stark sich Berlin für den Menschenrechtsdiskurs im Maghreb engagiert.

    Und Frankreich? Dort betont Außenminister Barrot: „Diese Befreiung ist vor allem ein Sieg der französischen und deutschen Diplomatie.“ Eine klare Spitze gegen all jene, die lautstarke öffentliche Kampagnen oder harsche Drohungen für wirksamer halten. „Es ist ein schallender Denkzettel für jene, die auf Härte, Brutalität und Polemik setzen“, fügte Barrot hinzu – ohne dabei Namen zu nennen. Doch die Spitze gegen Vertreter der Konservativen wie dem früheren Innenminister Bruno Retailleau, der Frankreichs Außenpolitik gerne mit markigen Worten flankiert, ist unüberhörbar.

    Diplomatie ohne Schlagzeilen

    Barrot nutzt den Moment, um ein politisches Konzept in den Vordergrund zu stellen, das im Schatten öffentlicher Debatten oft untergeht: die „diplomatie d’impact“, also eine Diplomatie, die auf Wirkung setzt – nicht auf Meinung. Anders gesagt: lieber stille Gespräche im Hinterzimmer als lautstarke Empörung auf Twitter. Die Befreiung Sansals sei ein Beleg dafür, dass diese Methode funktioniert.

    Und sie ist offenbar keine Ausnahme. Barrot verweist auf insgesamt vier französische Staatsbürger, die in den letzten zehn Tagen aus Haft oder Geiselhaft befreit wurden – darunter Cécile Kohler und Jacques Paris, die in Iran inhaftiert waren, sowie Camilo Castro, der in Venezuela festgehalten wurde. Eine stille Erfolgsgeschichte französischer Außenpolitik, die kaum Schlagzeilen machte – bis jetzt.

    Ein Leben zwischen Freiheit und Botschaftsmauern

    Für Kohler und Paris bleibt die Freiheit jedoch relativ. Sie dürfen die französische Botschaft in Teheran nicht verlassen – ein Zustand, den Barrot als „radikale Veränderung ihres Alltags“ beschreibt. Endlich wieder telefonieren, endlich wieder lesen, endlich wieder ein gemeinsames Essen – banale Freuden, die nach Monaten in Isolation wie Luxus erscheinen.

    Solche Details machen klar, wie zerbrechlich Freiheit in geopolitischen Krisengebieten sein kann. Und wie sehr der diplomatische Einsatz zählt, auch wenn er nicht immer sofort sichtbar ist. Gerade das macht Barrots Plädoyer für eine wirksame, diskrete Außenpolitik so nachvollziehbar.

    Die Rolle Deutschlands? Unverkennbar entscheidend. Die Berliner Fürsprache war laut Insidern maßgeblich für Sansals Entlassung. Eine enge Abstimmung mit Paris war offensichtlich – ein weiteres Beispiel dafür, wie europäische Wertegemeinschaft in der Praxis funktionieren kann.

    Und Sansal selbst? Der Schriftsteller, der in der Vergangenheit oft lautstark gegen das Regime in Algerien polemisierte, bleibt vorerst still. Kein Interview, kein öffentlicher Auftritt – nur die Hoffnung, bald wieder französischen Boden zu betreten. Für viele, die seine Literatur schätzen und seine mutige Stimme vermisst haben, wäre das eine ersehnte Rückkehr.

    Doch bleibt auch eine Frage offen: Wie geht es weiter für Sansal? Wird er weiterschreiben, so unerschrocken wie früher? Oder hat ihn die Erfahrung der Haft gebrochen?

    Man darf gespannt sein – und hoffen, dass Diplomatie auch künftig nicht nur Türen öffnet, sondern Leben rettet.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Die USA genehmigten verdeckte CIA-Operationen in Venezuela

    Die USA genehmigten verdeckte CIA-Operationen in Venezuela

    Die Trump-Regierung intensiviert ihre Kampagne gegen Nicolás Maduro, den autoritären Machthaber Venezuelas. US-Beamte erklärten, dass der CIA heimlich die Erlaubnis erteilt wurde, in dem Land verdeckt zu operieren. Damit ist es der Behörde möglich, dort auch tödliche Einsätze durchzuführen.

    Seit mehreren Wochen zielt das US-Militär auf sogenannte Drogenschmuggler-Boote vor der venezolanischen Küste und hat dabei bereits 27 Menschen getötet. US-Beamte haben eingeräumt, dass das wahre Ziel hinter diesen Einsätze darin besteht, Maduro aus dem Amt zu drängen.

    Wenige Stunden nachdem die New York Times über die geheime Autorisierung der CIA berichtete, bestätigte Trump persönlich die Maßnahme und fügte hinzu, dass die USA auch Angriffe auf venezolanisches Territorium in Betracht ziehen. „Wir schauen uns jetzt definitiv das Land an, denn das Meer haben wir sehr gut unter Kontrolle“, sagte er.


    Hamas geht hart gegen Rivalen im Gazastreifen vor

    Tödliche Zusammenstöße zwischen Hamas-Kämpfern und rivalisierenden palästinensischen Clans könnten den brüchigen Waffenstillstand gefährden, der am Freitag im Gazastreifen in Kraft trat.

    Seit Montag wurden laut örtlichen Behörden mindestens zehn Mitglieder der Sicherheitskräfte der Hamas und mindestens zwanzig Angehörige rivalisierender palästinensischer Gruppen bei den Kämpfen getötet.

    Überreste von Geiseln: Die Hamas erklärte, sie habe alle Überreste israelischer Geiseln übergeben, die ohne zusätzliche Ausrüstung geborgen werden konnten. Mehr als ein Dutzend Menschen gelten weiterhin als vermisst. In Israel fanden derweil die ersten Beerdigungen der in dieser Woche zurückgeführten Körper von Geiseln statt.


    Weitere Meldungen

    • Der russische Präsident Wladimir Putin empfing den syrischen Präsidenten in Moskau. Beide Staatschefs haben Gründe, frühere Differenzen beiseitezulegen.
    • Afghanistan und Pakistan verkündeten eine Waffenruhe, nachdem eine Woche voller Gefechte an der Grenze zwischen beiden Ländern die Gefahr einer regionalen Eskalation heraufbeschworen hatte.
    • Ein Gericht im Iran verurteilte zwei französische Staatsbürger wegen Spionage zu langen Haftstrafen.
    • Trump drohte Spanien mit Strafzöllen, um das Land für seine Weigerung zu bestrafen, die Militärausgaben zu erhöhen.
    • Raila Odinga, eine prägende Figur der kenianischen Politik und ehemaliger Premierminister, ist im Alter von 80 Jahren gestorben.
    • Die Beziehungen zwischen den USA und Belarus haben sich entspannt. Analysten sind sich uneinig, welches Ziel die Trump-Regierung mit dieser Annäherung verfolgt.
    • Die Trump-Regierung erwägt eine grundlegende Reform des US-Flüchtlingssystems, die englischsprachigen Menschen, weißen Südafrikanern und Europäern, die sich gegen Migration aussprechen, Vorrang einräumen würde.
  • Friedensnobelpreis 2025: Ein Zeichen gegen das Schweigen — María Corina Machado ausgezeichnet

    Friedensnobelpreis 2025: Ein Zeichen gegen das Schweigen — María Corina Machado ausgezeichnet

    Oslo, 10. Oktober 2025 — In einem viel beachteten Schritt hat das Norwegische Nobelkomitee heute den Friedensnobelpreis 2025 an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt das Komitee ihren unermüdlichen Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und eine friedliche politische Transformation in einem Land, das seit Jahren im Griff tiefer Krisen feststeckt.

    Die Symbolkraft der Entscheidung überrascht: Aus über 338 Nominierungen, darunter Einzelpersonen und Organisationen aus aller Welt, wurde Machado ausgewählt. Damit setzt das Nobelkomitee ein starkes Zeichen für jene, die in autoritären Kontexten Widerstand leisten – ohne Waffen, aber mit Haltung.

    Wer ist María Corina Machado?

    Geboren 1967 in Caracas, widmete sich María Corina Machado zunächst dem Ingenieurwesen. Doch bald wurde sie zu einer der prominentesten Stimmen der venezolanischen Opposition. Zwischen 2011 und 2014 war sie Abgeordnete in der Nationalversammlung, davor hatte sie bereits mit der Bürgerinitiative Súmate eine unabhängige Plattform zur Wahlbeobachtung mitbegründet – ein Schritt, der sie früh zur politischen Zielscheibe machte.

    Sie wurde aus dem Parlament ausgeschlossen, öffentlich diffamiert und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Doch aufgegeben hat sie nie. Sie arbeitete weiter – im Inland, im Ausland, digital, über Netzwerke. Ihr Stil: konfrontativ, kompromisslos demokratisch, dabei stets gewaltfrei. Genau diese Mischung machte sie über Jahre zu einer Identifikationsfigur für viele Venezolanerinnen und Venezolaner, die an einen Wandel glauben – oder zumindest nicht resignieren wollen.

    Schon 2024 war sie international ins Blickfeld geraten, als sie gemeinsam mit Edmundo González den Sakharov-Preis des Europäischen Parlaments erhielt. Auch der Václav-Havel-Menschenrechtspreis wurde ihr verliehen. Beides galt bereits als mögliche Vorstufe zum Friedensnobelpreis. Nun ist diese Möglichkeit Wirklichkeit geworden.

    Warum ihr der Friedensnobelpreis galt

    Das Nobelkomitee betonte in seiner Entscheidung besonders Machados unermüdliches Engagement zur Förderung demokratischer Rechte – und zwar unter Bedingungen, die für viele unvorstellbar sind. Sie kämpfte in einem politischen Klima, das von Wahlmanipulation, Repression und systematischer Einschüchterung geprägt ist. Und sie tat dies nicht im Verborgenen, sondern sichtbar – für ihr Land, für die Welt.

    Was sie von vielen unterscheidet: Sie spricht nicht nur über Demokratie, sie lebt sie – auch dann, wenn die Kosten hoch sind. Sie verzichtete bewusst auf Gewalt in der Auseinandersetzung, setzte stattdessen auf zivilgesellschaftliche Mobilisierung, internationale Allianzen und eine klare Botschaft: Venezuela gehört den Bürgern, nicht dem Machtapparat.

    Viele Unterstützerinnen und Unterstützer weltweit hatten ihre Kandidatur befürwortet – darunter Politiker, Akademiker, Aktivist:innen. Nicht zuletzt auch, weil sie in ihr eine Symbolfigur sehen: für lateinamerikanische Demokratien, für weibliche Führung in patriarchalen Strukturen, für Beharrlichkeit ohne Bitterkeit.

    Wirkung, Risiken und Grenzen

    Symbolische Kraft

    Für Venezuela bedeutet dieser Preis mehr als ein diplomatischer Paukenschlag. Er ist Scheinwerfer, Megafon, moralisches Schutzschild. Machado bekommt dadurch neuen Rückhalt, national wie international. Auch viele Regierungen werden sich nun weniger leicht um eine Haltung drücken können – zu Fragen von Wahlbeobachtung, Menschenrechten, politischer Gefangenschaft.

    Gleichzeitig bekommt die venezolanische Opposition einen Impuls, der weit über Parteipolitik hinausgeht: Die Auszeichnung macht Hoffnung – und Hoffnung ist in diesem krisengeplagten Land eine rare Ressource.

    Politisches Risiko

    Doch die Medaille hat ihre Kehrseite. In Caracas dürfte die Freude über den Preis begrenzt sein – wenn nicht sogar in Wut umschlagen. Das Maduro-Regime könnte die Verleihung als Einmischung brandmarken, als Teil einer westlich orchestrierten Kampagne. Repressionen könnten sich verschärfen, Oppositionsaktivitäten noch stärker kriminalisiert werden. Schon in der Vergangenheit wurden Auslandsbeziehungen zur Diskreditierung oppositioneller Stimmen genutzt – nun wird Machado noch stärker im Fadenkreuz stehen.

    Und auch innerhalb Venezuelas Opposition gibt es nicht nur Zustimmung. Manche werfen ihr Elitismus vor, andere sehen sie als zu konfrontativ. Der Nobelpreis hebt sie auf ein Podest – doch er macht sie auch angreifbarer.

    Grenzen der Wirkung

    Ein Preis ist kein Regierungswechsel. Er ersetzt keine fairen Wahlen, keine wirtschaftliche Erholung, keine Justizreform. Die Machtverhältnisse in Venezuela bleiben real: Maduro kontrolliert Armee, Justiz, Verwaltung. Zahlreiche Oppositionelle sind im Exil, verhaftet oder politisch entmachtet. Machado selbst ist von politischer Teilhabe faktisch ausgeschlossen – trotz Gewinn der Wahl.

    Der Friedensnobelpreis verändert das nicht direkt. Aber er kann Bewusstsein schaffen, Bündnisse stärken, Druck erhöhen. Ob das reicht? Fraglich.

    Persönliche Einschätzung: Mutiger Schritt – keine Garantie

    Die Auszeichnung für María Corina Machado ist mutig. Sie ehrt nicht nur eine Person, sondern einen ganzen Gedanken: Dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Kampf – oft leise, oft einsam, aber nie vergeblich.

    Und doch bleibt ein bitterer Beigeschmack. Denn ein Preis allein kann keine Wahlen sichern, keine Verfassungen schützen, keine Diktaturen aufweichen. Er kann Mut machen, sichtbar machen, motivieren. Aber er ist kein politisches Allheilmittel.

    Der Nobelpreis 2025 ist kein Abschluss, sondern ein Auftakt. Ein Leuchtfeuer vielleicht. Aber ob daraus ein Flächenbrand der Demokratie wird – das entscheidet sich nicht in Oslo. Sondern in Caracas. Und auf den Straßen Venezuelas. Und in anderen Teilen der Welt.

    Autor: Andreas M. B.

  • Venezuela, Amerika und das Gespenst eines Regimewechsels

    Venezuela, Amerika und das Gespenst eines Regimewechsels

    Die Pläne von Präsident Trump für Venezuela gleichen einem Rätsel – Venezuelas Präsident Nicolás Maduro gerät zunehmend unter Druck.

    Die US-Streitkräfte haben Kriegsschiffe, Überwachungsflugzeuge und ein U-Boot in die Karibik entsandt. Sie haben Boote aus Venezuela angegriffen, von denen sie – ohne Beweise – behaupten, sie hätten Drogen geschmuggelt; dabei kamen 17 Menschen ums Leben. Die US-Regierung bezeichnet Maduro als Kartellchef und „Flüchtigen der amerikanischen Justiz“. Einige amtierende und ehemalige US-Beamte sind der Ansicht, dass das unausgesprochene Ziel darin besteht, ihn aus dem Amt zu drängen.

    Mit anderen Worten: Regimewechsel.

    Das klingt nach genau der Art von Auslandskonflikt, gegen die Trump einst Wahlkampf geführt hatte.

    Die entscheidende Frage für Maduros Zukunft ist, ob die Trump-Regierung einen Regimewechsel in Venezuela als eine Art „ausländischen Krieg“ betrachtet – wie Trump ihn zu vermeiden versprach – oder als eine Operation zum Schutz amerikanischer Interessen im eigenen Hinterhof.

    „Dann wird aus Venezuela ein zweites Haiti“

    Zahlreiche Venezolaner wären froh, wenn Maduro abträte. Ihm werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter Folter und das Verschwindenlassen von Regimegegnern. Laut unabhängigen Wahlbeobachtern verlor er die Wahl 2024, hielt sich aber dennoch an der Macht. In den vergangenen Wochen erklärte eine der führenden Oppositionspolitikerinnen, María Corina Machado, sie würde militärische Hilfe der USA begrüßen, um Maduro aus dem Amt zu entfernen.

    Doch viele Menschen sehen das anders. In einer Region, in der die USA eine lange Geschichte militärischer Interventionen und der Unterstützung autoritärer Regime haben, stößt die Vorstellung eines von außen erzwungenen Machtwechsels auf instinktive Ablehnung.

    Lokale Diplomaten und Wirtschaftsvertreter warnen, dass ein militärisches Eingreifen Blutvergießen und Chaos auslösen könnte. Sollte die Regierung kollabieren, könnten bewaffnete Akteure in der Region – darunter das venezolanische Militär, kolumbianische Guerillas und paramilitärische Banden – um die Kontrolle kämpfen. Und in Venezuela, mit seinen Öl-, Gold- und anderen Rohstoffvorkommen, gäbe es viel zu gewinnen.

    „Wenn man Maduro tötet“, sagte ein Unternehmer, „dann macht man aus Venezuela ein zweites Haiti.“

    Nach den langen Kriegen im Irak und in Afghanistan ruft die Kombination aus den Begriffen „Amerika“ und „Regimewechsel“ sowohl innerhalb als auch außerhalb der USA Alarmstimmung hervor. Venezuelas Regierung scheint genau darauf zu setzen. Die Vizepräsidentin des Landes sagte gegenüber der New York Times, das amerikanische Volk wolle „keinen Krieg in der Karibik“.

    Ein Präsident zwischen Versprechen und Interessen

    Als Präsidentschaftskandidat hatte Trump damals versprochen, die USA nicht in Auslandskriege zu verwickeln.

    Gleichzeitig machte er Wahlkampf mit dem Versprechen, irreguläre Migranten nach Lateinamerika abzuschieben und den Drogenschmuggel zu bekämpfen. Zudem gewann er Unterstützung unter hispanischen Wählern, die sozialistische Regierungen – wie jene in Venezuela oder im verbündeten Kuba – strikt ablehnen.

    US-Außenminister Marco Rubio drängt offen auf einen Regimewechsel in Venezuela. „Wir werden kein Kartell dulden, das als Regierung getarnt in unserer eigenen Hemisphäre operiert“, sagte er gegenüber Fox News.

    Der Verweis auf Amerikas „eigene Hemisphäre“ deutet darauf hin, dass Regierungsvertreter Venezuela anders betrachten als etwa die Ukraine oder den Irak. Es geht um ein Land, das eine direkte Rolle bei den Themen spielt, die für sie höchste Priorität haben – und das geografisch in unmittelbarer Nähe liegt. Ein Land also, das aus Sicht Washingtons zur amerikanischen Einflusssphäre gehört.

    Interventionismus mit neuem Fokus

    Der militärische Aufmarsch vor Venezuelas Küste ist nur ein Beispiel für die interventionistische Haltung der Trump-Regierung gegenüber Lateinamerika. Die USA haben damit gedroht, den Panamakanal unter ihre Kontrolle zu bringen und mexikanische Drogenlabore zu bombardieren. Sie mischen sich offen in die Innenpolitik Brasiliens ein – zugunsten des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. In der vergangenen Woche bot Washington der Regierung von Argentiniens Präsident Javier Milei ein Hilfskreditpaket über 20 Milliarden Dollar an – zur Stabilisierung seiner politischen Lage.

    Ein Teil dieses Engagements scheint ideologisch motiviert: Trump betrachtet Bolsonaro und Milei als Verbündete, Maduro hingegen als Feind. Doch der aggressive Fokus auf die „amerikanische Nachbarschaft“ könnte bald zur offiziellen US-Doktrin werden. Verteidigungsminister Pete Hegseth soll Berichten zufolge eine neue nationale Verteidigungsstrategie vorbereiten. Ihr oberstes Ziel: „Schutz der Heimat und der westlichen Hemisphäre.“


    Weichenstellung in Moldau

    Die proeuropäische Partei Moldaus steht kurz davor, eine Parlamentswahl zu gewinnen, die als Richtungsentscheidung zwischen Europa und Russland gilt. Auch wenn die Republik Moldau ein kleines Land ist, wird die Wahl mit großer Aufmerksamkeit verfolgt: Der frühere Sowjetstaat, eingeklemmt zwischen Rumänien und der Ukraine, hat wegen des Kriegs in der Ukraine strategische Bedeutung.

    Die proeuropäische Partei wirft Russland vor, den Urnengang zu beeinflussen – mit Millionenbeträgen zur Wählerbestechung und gezielter Desinformation. Am Wahltag selbst meldete die moldauische Regierung Cyberangriffe auf Wahlsysteme sowie Bombendrohungen an Wahllokalen.

    Ein Wahlsieg, der nach Auszählung der letzten Stimmen offiziell bestätigt werden muss, könnte Moldaus Annäherung an die Europäische Union weiter vorantreiben.


    Trumps Rachefeldzug

    Die Anklage gegen James Comey, den früheren FBI-Direktor, reiht sich ein in eine Serie juristischer Maßnahmen, mit denen die Trump-Regierung ihre politischen Gegner bloßstellt, gegen sie ermittelt und strafrechtlich verfolgt.

    Comey leitete einst die FBI-Untersuchung zu möglichen Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampagne 2016 und Russland. Die aktuellen Vorgänge werfen ein Licht auf die hektischen Tage vor der Anklageerhebung.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    • Russland griff die ukrainische Hauptstadt und weitere Städte mit fast 600 Drohnen und Dutzenden Raketen an. Bei dem mehrstündigen Angriff starben in Kiew mindestens vier Menschen.
    • Der Iran sieht sich neuen wirtschaftlichen Belastungen gegenüber, nachdem die UNO harte Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms wieder in Kraft gesetzt hat.
    • Trump trifft sich heute mit führenden Kongressabgeordneten – einen Tag vor Ablauf der Frist zur Vermeidung eines US-Haushaltsstillstands.
    • Mike Huckabee, US-Botschafter in Israel, wird in den kommenden Tagen zu Gesprächen über den Gaza-Krieg nach Kairo reisen.
    • Bei einer Massenpanik während einer politischen Kundgebung im Süden Indiens kamen mindestens 38 Menschen ums Leben.

    Autor: P. Tiko

  • Die Wunde von Maracaibo – Martinique gedenkt der 160 Toten des Fluges 708

    Die Wunde von Maracaibo – Martinique gedenkt der 160 Toten des Fluges 708

    Zwanzig Jahre. Zwei Jahrzehnte – eine halbe Generation. Und doch fühlt es sich für viele in Martinique an, als sei es gestern gewesen. Am 16. August 2005 stürzte ein Passagierflugzeug der West Caribbean Airways auf dem Weg von Panama nach Fort-de-France über dem venezolanischen Dschungel ab. 160 Menschen starben. 152 von ihnen kamen aus Martinique, einem Überseedépartement Frankreichs. Es war das schlimmste Flugunglück in der Geschichte der französischen Antillen – und eines der tödlichsten Unfälle der französischen Luftfahrt überhaupt. Ein tiefer Riss ging damals durch das Herz einer ganzen Insel. Auch nach 20 Jahren sitzt der Schmerz tief – nicht nur bei den Familien der Opfer, sondern bei einer ganzen Gesellschaft, die bis heute mit den Trümmern dieser Tragödie lebt. Eine Insel hält den Atem an Am 16. August 2025 versammelte sich Martinique erneut. Diesmal nicht vor Fernsehern oder in Schockstarre – sondern in stillem Gedenken. In Ducos, auf dem kleinen Friedhof, wo viele der Opfer …

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  • Heute in der Geschichte – 5. Juli: Weichenstellung und Wendepunkte

    Heute in der Geschichte – 5. Juli: Weichenstellung und Wendepunkte

    Am 5. Juli überschneiden sich bedeutende Wendepunkte der Weltgeschichte – globale Ereignisse, die bis heute nachhallen, und französische Momente, die Identität und Gesellschaft beeinflussten.


    Dolly – Aufbruch in die Biowissenschaft
    1996 kam Dolly zur Welt, das erste geklonte Säugetier. Ein Schaf, das aus einer erwachsenen Zelle entstand – aus heutiger Sicht fast wie aus einem Sci-Fi-Film. Dieses Experiment öffnete die Tür zu ethischen Debatten über Klonen, Stammzellen und womöglich Designerbabys. Forscher stehen seitdem in einem Spannungsfeld zwischen Fortschritt und moralischen Fragen.


    Newton legt Naturgesetze fest
    1687 erschien Newtons Principia, in dem er Gravitation und Bewegung mathematisch erläutert. Damit legte er den Grundstein der klassischen Physik – Grundlagen, die noch im Weltraumprogramm, in der Technik oder der Forschung wirken.


    Venezuelas Unabhängigkeit – Signal für ganz Südamerika
    1811 erklärte Venezuela seine Unabhängigkeit von Spanien – das erste südamerikanische Land, das diesen Schritt wagte. Ein Signal, das Nachahmer fand und letztlich den gesamten Kontinent befreite. Heute erinnern viele lateinamerikanische Staaten mit Nationalfeiern an diesen Aufbruch.


    Douglass’ scharfe Kritik an Ungerechtigkeit
    1852 hielt Frederick Douglass eine Rede mit dem provokanten Titel „What to the Slave is the Fourth of July?“ – ein kraftvoller Appell gegen Scheinheiligkeit und Ungleichheit. Seine Worte wirken noch heute im Kampf für Menschenrechte und Gleichstellung nach.


    Secret Service und Arbeitsschutz in den USA
    1865 gründeten die USA den Secret Service – zunächst zur Bekämpfung von Falschgeld. 1935 unterzeichnete Präsident Roosevelt den National Labor Relations Act, der gewerkschaftliche Rechte stärkte. Zwei ganz verschiedene, aber grundlegende Institutionen entstanden beide am 5. Juli.


    Spam erobert die Welt
    1937 führte Hormel „Spam“ ein – eine Konservendose, die während des Zweiten Weltkriegs und danach kultisch beliebt wurde. Überlebensration oder Retro-Snack: dieses Produkt zeigt, wie Essgewohnheiten und Popkultur zusammenspielen.


    Kontinentaldiplomatie und Kriegswenden
    1940 beendete Großbritannien seine diplomatischen Beziehungen zum Vichy-Regime in Frankreich – ein Schritt, der das politische Klima im Zweiten Weltkrieg beeinflusste. Drei Jahre später begann die Schlacht von Kursk, eine der größten Panzerschlachten und ein Wendepunkt an der Ostfront.


    Moderevolution am Strand
    1946 präsentierte Louis Réard in Paris den Bikini – ein Mode-Coup, der zunächst Empörung auslöste, heute aber strandtauglich geworden ist. Dieser Moment machte Kleidungsgeschichte.


    Baseball und Rock’n’Roll
    1947 debütierte Larry Doby in der American League und folgte Jackie Robinson als erster schwarzer Spieler – ein weiterer Schritt zur Aufhebung der Rassenschranke. 1954 nahm Elvis Presley seine erste Single auf: der Startschuss für den Rock’n’Roll. Zwei Impulse, die populäre Kultur veränderten.


    Israels „Rückkehr-Gesetz“
    1950 verabschiedete die Knesset das Gesetz, das Juden weltweit das Recht auf Einwanderung und Staatsbürgerschaft gewährt. Ein grundlegendes Element der Identitätspolitik und Demografie des Staates Israel.


    Mehr Jugend und ein historischer Wimbledon-Titel
    1971 senkte die USA das Wahlalter von 21 auf 18 Jahre – ein Zeichen für mehr Jugendbeteiligung. 1975 gewann Arthur Ashe als erster schwarzer Spieler Wimbledon – ein Triumph gegen Vorurteile und für Gleichberechtigung. Und 1994 gründete Jeff Bezos Amazon – der Startschuss für die Ära des Onlinehandels.


    🇫🇷 Frankreich am 5. Juli

    Napoleons Sieg bei Wagram (1809)
    Napoleon führte am 5. Juli die Schlacht von Wagram gegen Österreich – ein Sieg, der die Vormachtstellung Frankreichs in Europa festigte.

    Barthélemy Thimonnier verlässt die Weltbühne
    1857 starb Thimonnier, der Pionier der mechanischen Nähmaschine. Seine Erfindung trieb die Textilproduktion voran und beeinflusst Mode und Industrie bis heute.

    Algerien wird unabhängig (1962)
    Nach 132 Jahren Kolonialherrschaft erklärte Algerien am 5. Juli seine Unabhängigkeit. Ein tiefgreifendes Ereignis, das Frankreichs Rolle in der Weltordnung veränderte und Nachwirkungen bis in die heutige Gesellschaft zeigt.


    Warum dieser Tag so besonders ist

    Kaum zu glauben, was an einem einzigen Tag alles passierte! Politische Umbrüche, wissenschaftliche Durchbrüche, kulturelle Meilensteine – das Datum wirkt wie ein Spiegel menschlicher Vielfalt: ein Mix aus Aufbruch, Rebellion, Idee und Identität.


    Wie das heute noch wirkt

    • Ethik und Genforschung: Dolly mahnt uns, Fortschritt stets zu reflektieren – Entscheidungen über Gentechnik treffen wir noch immer.
    • Freiheit und Dekolonisation: Venezuela und Algerien zeigen, wie komplex Selbstbestimmung ist – Nachwirkungen spüren wir in Politik und Kultur bis heute.
    • Popkultur und Konsum: Bikini, Elvis, Amazon – Innovation kann plötzlich sein, das Leben prägen und Trends setzen.
    • Gleichstellung & Gerechtigkeit: Persönlichkeiten wie Douglass, Doby, Ashe machten mutig auf Missstände aufmerksam – eine Inspiration fürs Heute.

    Ein Tag voller Geschichten – global und französisch. Egal ob du ein Fan von Mode, Politik oder Wissenschaft bist – hier steckt überall Spannung. Ein einziger Tag, so viele Impulse – ziemlich faszinierend, oder was meinst du?

  • Trump verschiebt Strafzölle gegen die EU – neue Frist für Verhandlungen

    Trump verschiebt Strafzölle gegen die EU – neue Frist für Verhandlungen

    US-Präsident Donald Trump hat die Einführung der angekündigten 50-Prozent-Strafzölle auf Importe aus der Europäischen Union verschoben. Statt wie ursprünglich geplant am 1. Juni sollen die Maßnahmen nun erst ab dem 9. Juli greifen. Grund dafür sei der Wunsch nach mehr Zeit für weitere Handelsgespräche.

    Diese Entscheidung fiel kurz nach einem Telefongespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die das Gespräch als „gut“ bezeichnete. Sie betonte, dass die EU zusätzliche Zeit brauche, um ein Handelsabkommen mit den USA auszuhandeln. Die Verhandlungen sollen laut von der Leyen nun „zügig und entschlossen“ voranschreiten – Trump bestätigte das auf seiner Plattform Truth Social.

    „Die EU und die USA führen die weltweit bedeutendste und engste Handelsbeziehung“, schrieb von der Leyen auf X (ehemals Twitter).

    Erst am Freitag hatte Trump mit der sofortigen Einführung der Strafzölle gedroht, da seiner Meinung nach die Gespräche mit der EU „ins Leere laufen“. Diese Ankündigung ließ erneut die Sorge vor einem massiven Handelskonflikt mit einer der größten Volkswirtschaften der Welt aufflammen.


    Trump verurteilt russische Angriffe: „Was ist bloß mit Putin los?“

    Russland hat am Wochenende eine der heftigsten Angriffswellen des gesamten Ukraine-Krieges gestartet – mit Drohnen und Raketen. Mindestens 12 Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Donald Trump äußerte sich entsetzt: „Ich bin nicht glücklich mit Russland“, sagte er. Weitere Sanktionen stünden im Raum.

    „Er tötet viele Menschen, und ich weiß nicht, was zum Teufel mit Putin passiert ist“, erklärte Trump gegenüber Reportern. „Wir führen Gespräche, und er feuert Raketen auf Kiew und andere Städte.“

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wertete die Attacken als Beleg dafür, dass Russland den Krieg absichtlich in die Länge zieht – und täglich weiter mordet.

    Es war bereits der zweite Großangriff innerhalb von zwei Nächten – der dritte innerhalb einer Woche. Und das trotz andauernder Waffenstillstandsverhandlungen. Russland scheint gezielt Städte ins Visier zu nehmen, die Zahl ziviler Opfer ist zuletzt drastisch gestiegen.


    Venezuela hält Wahl in fremdem Gebiet ab – politische Farce oder gefährlicher Schachzug?

    In einem äußerst umstrittenen Schritt hat Venezuela eine Wahl in der Region Essequibo abgehalten – einem Gebiet, das völkerrechtlich zu Guyana gehört. Dort wurde über einen Gouverneur und Abgeordnete abgestimmt, obwohl der Landstrich offiziell nicht Teil Venezuelas ist.

    Essequibo ist dünn besiedelt, aber reich an Öl. Präsident Nicolás Maduro, der wegen seines autoritären Führungsstils im eigenen Land unter Druck steht, scheint mit dieser Maßnahme sein Regime sowohl innenpolitisch als auch international legitimieren zu wollen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen steht ihm das Militär nicht mehr uneingeschränkt loyal gegenüber.

    Guyanas Regierung reagierte prompt: Die Grenzsicherheit wurde erhöht, und es wurde angekündigt, dass jede Person aus Guyana, die die Wahl unterstützt, festgenommen wird.

    Das Territorialgefühl sitzt tief: Viele Venezolaner glauben, Essequibo gehöre historisch zu ihrem Land – ein Erbe der spanischen Kolonialzeit. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die meisten Menschen dort sprechen Englisch, fühlen sich kulturell Guyana zugehörig und wollen auch Teil Guyanas bleiben.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    Gaza: Bei einem israelischen Luftangriff starben laut Gesundheitsbehörden mindestens sieben Kinder einer Ärztin, während sie im Krankenhaus arbeitete.

    Israel: Die Zuständigkeit für Hilfslieferungen nach Gaza soll von der UNO auf neu gegründete private Organisationen übergehen – deren Hintergründe und Geldgeber bleiben im Dunkeln.

    Nordkorea: Nach dem missglückten Stapellauf eines Zerstörers wurden drei Werftbeamte festgenommen. Das Schiff kenterte direkt vor den Augen von Machthaber Kim Jong-un.

    Jerusalem: In der Nähe der Stadt fand die Beerdigung von Yaron Lischinsky statt, der letzte Woche vor dem jüdischen Museum in Washington erschossen wurde.

    Technik: IT-Entwickler bei Amazon berichten, dass ihre Arbeit durch Künstliche Intelligenz zunehmend einem monotonen Job im Lagerhaus ähnelt.

    Von Andreas M. Brucker