Schlagwort: Var

  • 823 Tiere und ein System des Wegsehens: Wie ein Fall im Var den illegalen Tierhandel entlarvt

    823 Tiere und ein System des Wegsehens: Wie ein Fall im Var den illegalen Tierhandel entlarvt

    Manchmal genügt eine Zahl, um das ganze Ausmaß eines Skandals greifbar zu machen. 823 Tiere. So viele Lebewesen holten Behörden Mitte März aus einem einzigen Anwesen im südfranzösischen Flassans-sur-Issole. Was zunächst wie ein lokaler Einzelfall wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Brennglas eines Geschäftsmodells, das im Schatten floriert. Denn hinter den Mauern dieses Grundstücks spielte sich kein harmloses Hobby ab, sondern ein systematisch organisierter, nicht gemeldeter Tierhandel. Hunde, Kaninchen, Vögel, Nutztiere – dicht gedrängt, unter Bedingungen, die selbst abgebrühte Kontrolleure sprachlos machten. Zu wenig Futter, kaum Licht, schlechte Luft. Exkremente überall. Wer so etwas sieht, merkt schnell: Hier ging es nie um Tierwohl, sondern um Gewinn. Und der fiel offenbar nicht gering aus. Über Jahre hinweg sollen mehr als 200.000 Euro an Einnahmen erzielt worden sein, ohne offizielle Anmeldung, ohne steuerliche Erfassung. Parallel dazu lief der Verkauf über das Interne…

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  • Ein Messerstich im Klassenzimmer – und das Entsetzen danach

    Ein Messerstich im Klassenzimmer – und das Entsetzen danach

    Es ist ein ganz normaler Dienstagnachmittag, 3. Februar 2026, kurz nach 14 Uhr, als im Collège La Guicharde im südfranzösischen Sanary-sur-Mer der Schulalltag zerreißt wie dünnes Papier. Eine 60-jährige Lehrerin für Bildende Kunst steht vor ihrer Klasse, rund zwanzig Jugendliche hören zu oder tun zumindest so. Dann erhebt sich ein 14-jähriger Schüler. Sekunden später ist nichts mehr normal. Der Junge greift zum Messer und sticht drei- bis viermal auf seine Lehrerin ein, in den Bauch, in den Unterarm. Schreie, Panik, Erstarrung. Kollegen eilen herbei, überwältigen den Schüler, bringen ihn in den Schulhof, wo er wenig später festgenommen wird. Die Tat geschieht mitten im Unterricht, vor den Augen von Kindern, die diesen Moment wohl nicht so schnell vergessen werden. Die Lehrerin wird schwer verletzt ins Militärkrankenhaus Sainte-Anne in Toulon gebracht und noch am Abend operiert. Stunden des Bangens folgen, dieses quälende Warten, das sich in solchen Momenten endlos anfühlt. Schließlich …

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  • Der Tote im Müllcontainer – ein Gerichtsfall, der mehr über Armut erzählt als über Schuld

    Der Tote im Müllcontainer – ein Gerichtsfall, der mehr über Armut erzählt als über Schuld

    Manchmal sind es nicht Mord und Totschlag, die einen Gerichtssaal verstummen lassen, sondern die schlichte Aussichtslosigkeit eines Lebens am Rand der Gesellschaft. Vor dem Strafgericht von Toulon wurde in diesen Tagen ein Fall verhandelt, der selbst erfahrene Prozessbeobachter innehalten ließ: Ein Mann hatte den Leichnam seines Bruders in einen Müllcontainer geworfen. Nicht aus Hass. Nicht aus Berechnung. Sondern aus Geldmangel. Der Ausgangspunkt dieser Geschichte liegt im Oktober 2023, in Ollioules, einer unscheinbaren Nachbargemeinde von Toulon. Dort fanden Mitarbeiter der Müllabfuhr im Stadtzentrum einen stark verwesten Körper in einem Abfallcontainer. Der erste Eindruck ließ Schlimmes vermuten. Ein Gewaltverbrechen, vielleicht. Doch die Ermittlungen führten schnell in eine andere Richtung – in eine Wohnung, in der Armut, Alter und Isolation ein bedrückendes Bündnis eingegangen waren. Drei Brüder, alle jenseits der 60, lebten in prekären sozialen Verhältnissen. Einer von ihnen star…

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  • Ein Nachbar schlägt Alarm – und bringt ein internationales Prostitutionsnetz ins Wanken

    Ein Nachbar schlägt Alarm – und bringt ein internationales Prostitutionsnetz ins Wanken

    Manchmal beginnt eine große Ermittlung mit einem kleinen Moment des Unbehagens. Ein Treppenhaus. Zu viele fremde Gesichter. Türen, die sich häufiger öffnen als gewöhnlich. In Six-Fours-les-Plages, einer sonst eher ruhigen Gemeinde im Département Var, reichte genau das aus, um eine Kette von Ereignissen auszulösen, an deren Ende sechs Festnahmen und der Verdacht auf organisierten Menschenhandel stehen. Seit Sonntag, dem 25. Januar, sitzen sechs Personen in Polizeigewahrsam. Der Vorwurf wiegt schwer: Zuhälterei in organisierter Bande. Die Ermittlungen führen tief hinein in ein mutmaßlich international agierendes Prostitutionsnetzwerk, das über Monate hinweg zwischen Marseille und Nice operiert haben soll – mit einem zentralen Umschlagplatz im Var. Der entscheidende Hinweis kam nicht aus einem anonymen Tippgebernetz oder aus verdeckten Ermittlungen, sondern aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Ein Bewohner des Hauses, in dem sich die betreffende Wohnung befand, wunderte sich über das stän…

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  • Wenn Rentner morgens Schulwege lenken – wie ein Dorf im Süden Frankreichs Solidarität neu erfindet

    Wenn Rentner morgens Schulwege lenken – wie ein Dorf im Süden Frankreichs Solidarität neu erfindet

    Es ist einer dieser Morgen, an denen ein Ort noch halb schläft. Die Straßen von Vinon-sur-Verdon liegen ruhig da, die Sonne tastet sich vorsichtig über Dächer und Fassaden, und irgendwo klackt eine Haustür. Dann tauchen sie auf. Kinder mit Ranzen, Turnschuhen, ein bisschen Aufregung im Blick. Und vor ihnen, neben ihnen, hinter ihnen: ältere Damen und Herren, lachend, aufmerksam, gelassen. Kein Elternkonvoi, kein hupender Verkehr. Stattdessen Schritte. Gespräche. Ein Rhythmus, der dem Dorf guttut. Was hier unterwegs ist, nennt sich „Pédibus“. Ein Schulweg zu Fuß, organisiert wie eine Buslinie. Mit festen Zeiten, Haltepunkten, klarer Route. Nur ohne Motor. Die eigentliche Kraft kommt aus den Beinen der Kinder und aus dem Engagement jener, die ihr Berufsleben längst hinter sich gelassen haben. Rentnerinnen und Rentner, die morgens nicht Zeitung lesen, sondern Verantwortung übernehmen. Ganz selbstverständlich. Vinon-sur-Verdon zählt rund 7.000 Einwohner. Kein spektakulärer Ort, kein touris…

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  • Norovirus im Mittelmeer: Warum die Baie du Lazaret plötzlich zum Sperrgebiet wurde

    Norovirus im Mittelmeer: Warum die Baie du Lazaret plötzlich zum Sperrgebiet wurde

    Manchmal kippt die Idylle schneller, als ein Austernmesser angesetzt ist. Anfang Januar griff die Préfecture du Var zu einem Instrument, das selten populär, aber oft notwendig ist: Die Ernte, der Fang, der Versand und der Verkauf von Schalentieren aus der Baie du Lazaret wurden mit sofortiger Wirkung untersagt. Betroffen ist ein Küstenabschnitt zwischen La Seyne-sur-Mer und Saint-Mandrier-sur-Mer, ein Revier, das in der Region bislang als zuverlässig galt. Der Grund für den abrupten Schnitt durch die Lieferketten heißt Norovirus. Mehrere gemeldete Fälle von gemeinschaftlichen Lebensmittelvergiftungen hatten die Alarmkette ausgelöst. Menschen, die rohe Austern aus der Bucht verzehrt hatten, klagten über akute Magen-Darm-Beschwerden. Die daraufhin veranlassten Untersuchungen bestätigten, was niemand hören möchte, der Schalenfrüchte liebt: In mehreren Chargen wurde das Virus nachgewiesen, das weltweit für einen Großteil der nicht-bakteriellen Gastroenteritiden verantwortlich ist. Noroviru…

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  • Ein leiser Abschied für eine laute Ikone – Brigitte Bardot wurde in Saint-Tropez beigesetzt

    Ein leiser Abschied für eine laute Ikone – Brigitte Bardot wurde in Saint-Tropez beigesetzt

    Saint-Tropez hielt den Atem an. An diesem Mittwoch, 8. Januar, versammelt sich Frankreich in jenem Küstenort, der über Jahrzehnte untrennbar mit einem Namen verbunden war: Brigitte Bardot. Nicht auf der Leinwand, nicht im Blitzlichtgewitter, sondern auf dem letzten Weg. Still. Würdevoll. Genau so, wie sie es sich gewünscht hatte. Ein Sarg aus Rattan, bedeckt mit schlichten Feldblumen, wird durch die engen Gassen getragen. Kein Prunk, keine Inszenierung. Als der Trauerzug unter dem Applaus der Anwesenden langsam Richtung Meeresfriedhof zieht, scheint Saint-Tropez für einen Moment aus der Zeit gefallen. Bardot wird dort beigesetzt, neben ihren Eltern, unweit ihres ersten Ehemanns Roger Vadim. Ein letzter Rundgang durch den Ort ihres Herzens, den sie berühmt machte und der sie zugleich schützte. Am Vormittag zuvor hatte in der Kirche Notre-Dame de l’Assomption die offizielle Trauerzeremonie stattgefunden. Nur 400 Gäste waren zugelassen. Freunde, Vertraute, politische Persönlichkeiten. Unt…

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  • Ein Feuer in der Nacht – und ein Krankenhaus am Rand des Ausnahmezustands

    Ein Feuer in der Nacht – und ein Krankenhaus am Rand des Ausnahmezustands

    Es ist kurz nach vier Uhr morgens, als im Süden Frankreichs ein Alarm losgeht, der sich binnen Minuten von einem internen Notruf zu einem Drama von regionaler Tragweite auswächst. Im Service des urgences des Centre hospitalier Marie-José Treffot in Hyères, einer Küstenstadt im Département Var, bricht in der Nacht zum 5. Januar 2026 ein Brand aus. Ein Feuer ausgerechnet dort, wo Menschen in akuter Not Hilfe suchen. Ein Ort, der Sicherheit verspricht – und plötzlich selbst zum Risiko wird. Der Brand entsteht in einem einzelnen Behandlungsbox der Notaufnahme, einer dieser kleinen Räume, in denen medizinische Entscheidungen fallen. Noch ist unklar, wodurch die Flammen ausgelöst wurden. Fest steht nur: In diesem Raum stirbt ein 75 Jahre alter Patient, der sich in medizinischer Behandlung befand. Er kann nicht mehr gerettet werden. Ein Satz, nüchtern formuliert, der dennoch schwer wiegt. Binnen kurzer Zeit füllt sich der Klinikvorplatz mit Blaulicht. 58 Feuerwehrleute rücken an, unterstützt …

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  • Einbruch in der Nacht: Wie 140.000 Euro aus der Feuerwehrkaserne von Hyères verschwanden

    Einbruch in der Nacht: Wie 140.000 Euro aus der Feuerwehrkaserne von Hyères verschwanden

    Es ist eine jener Nachrichten, bei denen man zweimal liest, um sicherzugehen, dass man nichts missverstanden hat. In der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2025 wurde in der Feuerwehrkaserne von Hyères eingebrochen. Nicht irgendwo, nicht in einem abgelegenen Lagerhaus, sondern mitten in einer Institution, die für Schutz, Hilfe und Verlässlichkeit steht. Am Ende dieser Nacht fehlten rund 140.000 Euro. Bargeld und Schecks, aufbewahrt in einem Tresor, schlicht weg. Der Ort des Geschehens liegt im südfranzösischen Département Var, einer Region, die eher mit Urlaub, Sonne und Mittelmeer in Verbindung gebracht wird als mit spektakulären Einbrüchen. Umso größer war die Irritation, als bekannt wurde, dass sich ein oder mehrere Täter Zugang zur Kaserne verschafft hatten, obwohl Feuerwehrleute Dienst hatten. Keine Kameras, kein Alarmsystem, keine sichtbaren Hürden. Offenbar reichte Entschlossenheit, vielleicht auch ein gewisses Maß an Ortskenntnis. Die Täter sollen sich gezielt in den Keller des…

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  • Vom Hollywoodstar zum Nachbarn von nebenan – George Clooney und sein neues Leben als Franzose im Var

    Vom Hollywoodstar zum Nachbarn von nebenan – George Clooney und sein neues Leben als Franzose im Var

    Es gibt Nachrichten, die überraschen nicht durch ihre Sensation, sondern durch ihre Konsequenz. Die Einbürgerung von George Clooney gehört eindeutig dazu. Wer in den vergangenen Jahren genauer hingeschaut hat, konnte beobachten, wie sich der amerikanische Schauspieler Schritt für Schritt aus dem globalen Rampenlicht zurückzog – nicht in die Anonymität, sondern in die südfranzösische Normalität. Nun ist es amtlich: Clooney, seine Frau Amal Clooney und ihre beiden Kinder besitzen die französische Staatsbürgerschaft. Der entsprechende Erlass erschien kurz vor dem Jahreswechsel im Journal officiel.

    Die Geschichte beginnt nicht mit einem PR-Termin, sondern mit einem Immobilienkauf. 2021 erwirbt Clooney ein Anwesen nahe Brignoles, mitten im Département Var. Keine glamouröse Riviera-Adresse, kein Jetset-Hotspot, sondern Weinberge, Kreisverkehre und der Geruch von Pinien im Sommer. Genau das scheint den Reiz auszumachen. Laut Paris Match ist Clooney dort nicht nur Gast, sondern längst Teil des Alltags.

    Laurence Pieau, Chefredakteurin des People-Ressorts des Magazins „Paris Match“, beschreibt ihn im Gespräch mit franceinfo als überraschend bodenständig. Clooney, der Mann mit den Oscars, steht im Drive-in von McDonald’s, grüßt Nachbarn, dreht Neujahrsvideos für den Bürgermeister und weiht das örtliche Kino ein. Man muss sich das kurz vorstellen: einer der bekanntesten Schauspieler der Welt, geschniegelt, charmant, aber eben nicht abgeschirmt, sondern mittendrin. Kein Bodyguard-Ring, kein Absperrband. Einfach George.

    Dabei bleibt es nicht bei symbolischen Gesten. Als eine Nachbargemeinde von schweren Überschwemmungen getroffen wird, spendet Clooney 20.000 Euro – still, ohne Presse, fast schon altmodisch. Erst Jahre später kommt die Geschichte ans Licht. Solche Details erklären, warum man ihn im Var nicht als Star betrachtet, sondern als engagierten Mitbürger. Im Vergleich zu seinem Freund Brad Pitt, der wenige Kilometer entfernt lebt, aber kaum gesehen wird, wirkt Clooney fast schon demonstrativ präsent.

    Diese Präsenz hat einen Grund. Clooney sucht, so formuliert es Pieau, Normalität. Ein Wort, das in Hollywood selten fällt und doch erstaunlich oft in Zusammenhang mit seiner Familie auftaucht. Die beiden Kinder besuchen zeitweise eine Schule in der Region. Kein Blitzlichtgewitter am Schultor, kein Gedränge. Für Clooney ein Luxus, für die Dorfbewohner offenbar bald Alltag. Klar, man schaut zweimal hin, aber dann geht man weiter. So läuft das hier.

    Dass er sich immer stärker an Frankreich bindet, zeigt sich auch sprachlich. Clooney nimmt Französischunterricht, gibt offen zu, dass es holpert. Er lacht darüber. Dieses Lachen wirkt nicht gespielt, sondern erleichtert. Es ist das Lachen eines Mannes, der nichts mehr beweisen muss. Der Filmstar, der früher durch Paris streifte, lange bevor ihn jeder erkannte, scheint genau diese Zeit wiederzufinden. Versailles, Straßencafés, zielloses Umhergehen – all das gehört für ihn offenbar zum Lebensgefühl.

    Auch wirtschaftlich hat Clooney Wurzeln geschlagen. Auf seinem Anwesen produziert er Wein, in kleinerem Maßstab, ohne großes Marketinggetöse. Die Ernte geht an die Genossenschaft von Brignoles. Kein Clooney-Label im Regal, kein Hochglanzauftritt. Ein bisschen so, als wolle er testen, wie weit sich Berühmtheit tatsächlich zurückfahren lässt, ohne sich selbst zu verlieren.

    Die Entscheidung für Frankreich fällt zudem vor dem Hintergrund einer Erfahrung, die das Paar nachhaltig geprägt hat. Am Comer See in Italien, wo sie zuvor lebten, wurden sie Opfer aufdringlicher Paparazzi. Ein Moment, der laut Pieau den Ausschlag gab. So, sagten sie sich, könne es nicht weitergehen. Zu viel Nähe, zu wenig Schutz. Das Var bot das Gegenteil: Weite, Ruhe, ein Alltag, der nicht ständig kommentiert wird.

    Wenn Clooney heute davon spricht, dass er seinen Kindern eine Kindheit ermöglichen möchte, wie er sie selbst in Kentucky hatte, klingt das zunächst paradox. Ein Hollywoodstar, der von ländlicher Einfachheit träumt. Und doch passt es erstaunlich gut zu seinem jetzigen Leben. Die Kinder, sagt er, hängen nicht permanent an ihren Tablets. Sie werden nicht fotografiert. Sie dürfen Kinder sein. Punkt.

    Die französische Staatsbürgerschaft wirkt in diesem Kontext weniger wie ein Privileg, sondern wie ein logischer Abschluss. Ein formaler Akt, der bestätigt, was im Alltag längst Realität ist. Clooney als Amerikaner mit französischem Pass, als Weltbürger mit lokaler Verankerung. Klingt groß, fühlt sich offenbar klein an. Im besten Sinne.

    Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Pointe dieser Geschichte. Nicht im Prominentenstatus, nicht im Eintrag im Journal officiel, sondern in der stillen Transformation eines Stars zum Nachbarn. Einer, der im Var nicht auffällt, weil er sich bemüht, nicht aufzufallen. Und der damit ausgerechnet in Frankreich etwas findet, das ihm lange gefehlt hat: Ruhe. Und ja, ein bisschen Lebenskunst.

    Von C. Hatty