Schlagwort: USA Politik

  • Späte Rache oder bloß Sparmaßnahme? Warum das Ende von Stephen Colberts «Late Show» in den USA hohe Wellen schlägt

    Späte Rache oder bloß Sparmaßnahme? Warum das Ende von Stephen Colberts «Late Show» in den USA hohe Wellen schlägt

    Die spitze Replik kam ohne Umschweife. «Go fuck yourself», schleuderte Stephen Colbert dem US-Präsidenten Donald Trump am 21. Juli während seines Monologs entgegen – live im Fernsehen, mitten in der Primetime. Was zunächst wie eine derber formulierte Retourkutsche auf eine persönliche Attacke anmutet, ist in Wirklichkeit der jüngste Akt eines größeren Dramas, das derzeit die amerikanische Medienlandschaft erschüttert. Denn Colberts Sendung, die in den USA seit 2015 zur festen Institution in der Spätabendunterhaltung zählt, wird im Mai 2026 eingestellt – angeblich aus finanziellen Gründen. Doch der Zeitpunkt dieser Entscheidung wirft Fragen auf, die weit über das Fernsehen hinausreichen.

    Ein unerwartetes Ende

    Die Ankündigung von CBS kam überraschend: Am 17. Juli teilte der Sender mit, die «Late Show with Stephen Colbert» nach der laufenden elften Staffel nicht zu verlängern. Begründet wurde dies mit jährlichen Verlusten von rund 40 Millionen US-Dollar – trotz stabiler Quoten. In der Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen liegt die Show regelmäßig an der Spitze in ihrer Sendezeit. Der Sender spricht von «strategischer Neuausrichtung», doch viele Beobachter bleiben skeptisch. Denn nur wenige Tage vor der Absetzung hatte Colbert ein 16-Millionen-Dollar-Vergleich zwischen der Paramount-Gruppe (Muttergesellschaft von CBS) und Donald Trump in seiner Sendung scharf kritisiert.

    Ein alter Feind

    Trumps Häme ließ nicht lange auf sich warten. Auf seiner Plattform «Truth Social» feierte er das Ende der Sendung als «gerechte Strafe» für Colbert, den er als «Talentlosen mit schlechten Quoten» verspottete – und schob gleich nach, dass auch Jimmy Kimmel bald folgen werde. Die Häme war wenig überraschend: Colbert zählt seit Jahren zu den schärfsten Kritikern des republikanischen Präsidenten. In seinem satirischen Format entlarvte er regelmäßig dessen Rhetorik, Personalpolitik und juristische Eskapaden. Trump seinerseits verunglimpfte Colbert wiederholt als «unamerikanisch» und «feindlich gegenüber dem Volk».

    Colberts Reaktion war entsprechend unmissverständlich. Er erklärte sich zum «Märtyrer» und versprach, die letzten zehn Monate seiner Sendung mit umso größerem Biss zu gestalten. In gewohnt ironischer Manier kommentierte er: «Sie haben meine Sendung getötet, aber mich am Leben gelassen.»

    Solidarität unter Kollegen

    Bemerkenswert war die Welle der Unterstützung, die Colbert aus dem Kreis seiner Kolleginnen und Kollegen entgegenschlug. Jimmy Fallon, Seth Meyers, Jon Stewart und John Oliver traten gemeinsam mit ihm in einer humorvollen Parodie auf eine «Kiss Cam» auf – ein deutliches Zeichen der Verbundenheit unter den prominenten Vertretern der «late-night television», die in den USA seit jeher auch eine politische Bühne ist.

    In einer Zeit zunehmender Polarisierung zwischen progressiven und konservativen Medienhäusern sind Formate wie die von Colbert oder Oliver längst mehr als Unterhaltung. Sie fungieren als Sprachrohr einer urbanen, eher linken Öffentlichkeit – oft mit größerer Reichweite sogar als traditionelle Nachrichtensendungen. Dass gerade diese Stimme zum Schweigen gebracht wird, ist für viele ein politisches Signal.

    Politischer Druck oder wirtschaftliche Rationalität?

    Zahlreiche Politikerinnen und Politiker äußerten inzwischen Bedenken, ob die Entscheidung von CBS wirklich allein auf ökonomischen Erwägungen beruht. Die demokratischen Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders forderten Aufklärung über mögliche politische Einflussnahme. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie: «Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, ob wirtschaftliche Entscheidungen als Deckmantel für politische Säuberungen dienen.»

    CBS wiederum verweist auf die prekäre Lage der Branche. Der Werbemarkt schrumpft, das Streaminggeschäft wächst langsamer als erhofft, und klassische lineare Formate kämpfen mit sinkenden Einnahmen. Der Rückzug großer Werbekunden aus der Spätabendwerbung habe die Finanzierung von Produktionen wie der «Late Show» zunehmend erschwert.

    Tatsächlich befinden sich auch andere late-night-Formate unter Druck. NBC soll laut Insiderberichten Einsparungen bei der «Tonight Show» erwägen. Jimmy Kimmel bei ABC wurde zuletzt mehrfach nur kurzfristig verlängert. Das Genre, einst eine sichere Angelegenheit, steht angesichts veränderter Mediennutzung und fragmentierter Öffentlichkeiten vor einer ungewissen Zukunft.

    Ein Lehrstück über Macht, Medien und Meinung

    Der Fall Colbert wirft grundsätzliche Fragen auf: Inwieweit sind große Medienkonzerne in den USA bereit, journalistisch-satirische Formate zu schützen, wenn diese politisch anecken – selbst dann, wenn sie wirtschaftlich kaum tragfähig scheinen? Ist die Grenze zwischen publizistischer Freiheit und wirtschaftlicher Opportunität noch klar erkennbar? Und wie unabhängig kann ein Medium sein, wenn es Teil eines Konzerns ist, der gleichzeitig politische Deals schließt?

    Ob die Absetzung der «Late Show» nun tatsächlich aus Kostengründen erfolgt oder einem politischen Kalkül folgt – die Wirkung ist bereits eingetreten. Eine prominente Stimme der Kritik wird künftig fehlen. Doch Colberts Ankündigung, seine Meinung auch nach dem Ende der Sendung frei zu äußern, zeigt: Die Debatte über Meinungsfreiheit, Medienmacht und politische Einflussnahme wird weitergehen. Nicht zuletzt im Vorfeld der US-Zwischenwahl 2026, die bereits jetzt ihre Schatten wirft.

    Autor: P. Tiko

  • Trump genehmigt Freigabe ausgewählter Epstein-Unterlagen

    Trump genehmigt Freigabe ausgewählter Epstein-Unterlagen

    US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag über soziale Medien, er habe die Freigabe von „sämtlichen Aussagen vor der Grand Jury, vorbehaltlich der Zustimmung des Gerichts“, im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein autorisiert. Als Begründung nannte Trump die „lächerliche Menge an öffentlicher Aufmerksamkeit“, die der Fall erhalte.

    Diese Entscheidung dürfte die Kritik innerhalb von Trumps eigener MAGA-Bewegung jedoch kaum besänftigen. Viele Anhänger zeigten sich in dieser Woche empört, nachdem Trumps Regierung eine zuvor gegebene Zusage zurückgezogen hatte, weitere Details der bundesstaatlichen Ermittlungen gegen den in Verruf geratenen Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter offenzulegen, der 2019 starb. Die Forderung der Basis: die vollständige Veröffentlichung aller Akten des Justizministeriums zu Epstein, nicht lediglich Aussagen vor der Grand Jury.

    Kurz vor Trumps Ankündigung hatten Republikaner im Repräsentantenhaus — unter Druck von Demokraten und eigenen, zunehmend aufgebrachten Wählern — einen Kurswechsel vollzogen. Entgegen Trumps Haltung signalisierten sie Unterstützung für eine Resolution, die das Justizministerium zur Freigabe von Materialien aus den Epstein-Ermittlungen auffordern soll. Die Maßnahme hat rein symbolischen Charakter und ist bislang nicht zur Abstimmung angesetzt. Ob sie überhaupt eine Mehrheit finden würde, ist unklar.

    Hintergrund: Epstein beging in Untersuchungshaft Suizid, während er sich wegen Menschenhandels mit Minderjährigen verantworten sollte. Aufgrund seiner weitreichenden Verbindungen in Kreise einflussreicher Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gibt es parteiübergreifend Spekulationen über mögliche Mitwisser oder Mittäter. Trump pflegte über mindestens 15 Jahre freundschaftliche Kontakte zu Epstein.


    Syrer dokumentieren Verwüstung nach Gewaltwelle

    Mehr als 500 Menschen sind laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte seit Sonntag in der südlichen Provinz as-Suwaida infolge konfessioneller Gewalt ums Leben gekommen.

    Reporter fuhren gestern erstmals wieder durch die Stadt, um das Ausmaß der Zerstörung zu erfassen. Überall sahen sie Blut auf den Straßen, eingeschlagene Fensterscheiben und Leichengeruch.

    Die Eskalation in as-Suwaida hat auch Auswirkungen auf Syriens Nachbarn Israel, wo eine große drusische Gemeinschaft lebt. Nach israelischen Luftschlägen auf Damaskus warf Präsident Ahmed al-Shara Israel am Donnerstag vor, gezielt „Chaos“ in Syrien säen zu wollen.


    Großbritannien plant Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre

    Die britische Regierung kündigte am Donnerstag an, künftig auch 16- und 17-Jährigen das Wahlrecht zu gewähren. Es wäre die größte Ausweitung des Wahlrechts in Großbritannien seit Jahrzehnten.

    Die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer präsentierte die Pläne in einem Grundsatzpapier. Man wolle damit dem schwindenden Vertrauen in staatliche Institutionen entgegenwirken und die Demokratie erneuern. Paul Holmes, konservativer Abgeordneter, nannte den Vorstoß einen „dreisten Versuch der Labour-Partei, die eigene Unbeliebtheit durch tiefgreifende Verfassungsänderungen ohne Konsultation zu kompensieren.“


    Weitere wichtige Meldungen

    Irak: Bei einem Brand in einem neu eröffneten Einkaufszentrum in der Stadt Kut kamen 61 Menschen ums Leben.
    Iran: Die nukleare Anlage in Fordo wurde nach US-Geheimdiensteinschätzung durch einen gemeinsamen US-israelischen Angriff schwer beschädigt oder möglicherweise vollständig zerstört.
    Europa: Großbritannien und Deutschland unterzeichneten einen richtungsweisenden Verteidigungspakt. Beide Länder verpflichten sich, Angriffe auf den jeweils anderen als Bedrohung der eigenen Sicherheit zu betrachten.
    Gaza: Ein israelischer Luftschlag traf eine katholische Kirche in Gaza-Stadt. Drei Menschen kamen ums Leben.
    US-Medien: CBS stellt „The Late Show with Stephen Colbert“ ein und beendet damit eine über 30 Jahre währende Spätabend-Tradition.
    Japan: Vor der Parlamentswahl am Sonntag ließ der Landwirtschaftsminister Lagerbestände von Reis freigeben, um Preise zu senken und Wählerstimmen zu gewinnen.
    China: Das populäre Videospiel Revenge on Gold Diggers entfacht eine Debatte über Frauenfeindlichkeit, Geschlechterrollen und ökonomischen Druck.
    Brasilien: Präsident Luiz Inácio Lula da Silva galt für die Wahl 2026 als chancenlos – doch Trumps Handelspolitik verändert die Dynamik.

    Autor: P. Tiko

  • Trump gegen O’Donnell: Wie ein alter Streit zum Symbol der amerikanischen Polarisierung wurde

    Trump gegen O’Donnell: Wie ein alter Streit zum Symbol der amerikanischen Polarisierung wurde

    Als Donald Trump am 12. Juli 2025 in einem Beitrag auf seinem Netzwerk Truth Social verkündete, er erwäge, der Komikerin Rosie O’Donnell die amerikanische Staatsbürgerschaft zu entziehen, sorgte er nicht nur für Empörung, sondern rief auch einen der längsten und schillerndsten öffentlichen Kleinkriege der US-Prominenz erneut ins Gedächtnis. Die Drohung ist juristisch haltlos – politisch aber bemerkenswert, weil sie exemplarisch zeigt, wie sich persönliche Fehden mit institutioneller Macht, öffentlicher Aufmerksamkeit und politischer Inszenierung verweben.

    Eine Dauerfehde als Medienspektakel

    Die Auseinandersetzung zwischen Trump und O’Donnell reicht bis ins Jahr 2006 zurück. Damals hatte die Schauspielerin und Komikerin in der TV-Sendung „The View“ Trumps Rolle als Geschäftsmann und Miss-USA-Organisator scharf kritisiert – sie sprach von einem „Schlangenölverkäufer“ mit fragwürdiger Moral. Trump, zu jener Zeit noch Unternehmer, reagierte prompt mit einer Serie von persönlichen Beleidigungen. Er bezeichnete O’Donnell als „Versagerin“ und „unbeherrschte Frau“.

    In den folgenden Jahren geriet der Konflikt zur medialen Dauerschleife: Tweets, Interviews, Kommentare – meist verletzend, selten sachlich. Trump machte O’Donnell wiederholt zum Ziel seiner Verachtung, sie wiederum wurde zu einer der schärfsten prominenten Kritikerinnen des späteren Präsidenten.

    Die Drohung als Ablenkungsmanöver?

    Trumps jüngste Attacke fiel nicht zufällig in eine heikle Phase seiner zweiten Amtszeit. Nach seiner Rückkehr in das Weiße Haus sieht er sich mit wachsender Kritik konfrontiert – insbesondere nach seiner als chaotisch empfundenen Reaktion auf die verheerenden Überschwemmungen in Texas, bei denen über 120 Menschen ums Leben kamen.

    Die mediale Aufmerksamkeit auf seine Bemerkung zu O’Donnell könnte deshalb auch als kalkuliertes Ablenkungsmanöver gewertet werden. Mehrere Kommentatoren – unter anderem The Independent und The Daily Beast – vermuten, Trump wolle durch die Zuspitzung des öffentlichen Diskurses von Versäumnissen seiner Administration ablenken. Das Muster ist bekannt: Mit provokanten Aussagen lenkt Trump die öffentliche Debatte gezielt auf Nebenschauplätze.

    Juristisch unhaltbar, politisch dennoch brisant

    Die Androhung eines Entzugs der Staatsbürgerschaft ist in der US-Verfassung klar geregelt – und praktisch ausgeschlossen. Der 14. Zusatzartikel der Verfassung schützt Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren wurden, explizit vor einem solchen Eingriff. Rosie O’Donnell, geboren 1962 in New York, besitzt somit ein unumstößliches Recht auf US-Staatsbürgerschaft.

    Rechtsexperten wie der Verfassungsjurist Laurence Tribe von der Harvard Law School wiesen in Interviews mit US-Medien darauf hin, dass selbst ein präsidialer Erlass in diesem Fall keine Wirkung hätte. Die Androhung sei „verfassungswidrig, unethisch und rein performativ“, so Tribe. Auch die Houston Chronicle spricht von einem „juristischen Nullum mit politischem Nachhall“.

    Irland als Rückzugsort – und Bühne der Replik

    Rosie O’Donnell lebt mittlerweile in Howth, einer Küstenstadt nahe Dublin, mit ihrem nicht-binären Kind. Ihre Reaktion auf Trumps Äußerungen fiel scharf und zugleich selbstbewusst aus: In einem zehnminütigen TikTok-Video erklärte sie, die Drohung sei „absurd, aber erwartbar“. Begleitet wurde das Video von einer sarkastischen Bildmontage auf Instagram, die Trump zusammen mit dem wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Jeffrey Epstein zeigt – versehen mit der Botschaft: „Ich lebe immer noch mietfrei in deinem verrottenden Hirn.“

    O’Donnell inszeniert sich damit nicht nur als Opfer politischer Willkür, sondern als standhafte Kritikerin eines autoritären Politikstils – ein Narrativ, das bei Teilen des liberalen Publikums auf Resonanz stößt. Gleichzeitig nutzen auch konservative Medien die Episode zur Mobilisierung ihrer Basis, indem sie O’Donnells politische Haltung und ihren Lebensstil ins Visier nehmen.

    Polarisierung als Prinzip

    Die Episode Trump gegen O’Donnell steht exemplarisch für eine zunehmend personalisierte politische Kultur in den USA, in der öffentliche Auseinandersetzungen immer häufiger auf der Ebene der Selbstdarstellung und moralischen Diskreditierung geführt werden. Der Diskurs verliert an Inhalt, gewinnt aber an Lautstärke – und erfüllt dennoch seinen Zweck: Aufmerksamkeit, Mobilisierung, Loyalitätsbeweise.

    Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Politik und Prominenz, zwischen Amt und Meinung. Dass ein US-Präsident öffentlich mit dem Entzug eines verfassungsmäßigen Grundrechts droht, ist kein politischer Lapsus – es ist Ausdruck einer Rhetorik, die institutionelle Normen bewusst ignoriert, um emotionale Wirkung zu erzielen. Die rechtliche Bedeutung ist gering, die gesellschaftliche Signalwirkung umso größer.

    Wie in vielen Fällen zuvor bleibt am Ende eine Frage offen: Was bleibt hängen? Die juristische Wahrheit – oder die emotional aufgeladene Schlagzeile? In einem Land, in dem politische Kommunikation immer stärker von Polarisierung lebt, dürfte die Antwort leider klar sein.

    Von Andreas Brucker

  • Überschwemmungen in Texas fordern mindestens 80 Tote, darunter 28 Kinder – und weitere World-News

    Überschwemmungen in Texas fordern mindestens 80 Tote, darunter 28 Kinder – und weitere World-News

    Hunderte Suchteams durchkämmten gestern weite Gebiete von Zentral-Texas, nachdem heftige Regenfälle Sturzfluten am Guadalupe River ausgelöst hatten. Während die Zahl der Todesopfer auf mindestens 80 stieg und Dutzende weiterhin vermisst wurden, warnten Meteorologen vor weiterem Regen und möglichen erneuten Sturzfluten in den stark betroffenen Regionen.

    Mindestens 28 der Opfer waren Kinder. Zehn Mädchen aus einem Ferienlager werden weiterhin vermisst.

    So verlief die Katastrophe: Die erste Sturzflutwarnung aufgrund des sintflutartigen Regens wurde kurz vor Mitternacht am Donnerstag herausgegeben. Gegen 4 Uhr morgens am Freitag rieten die Behörden des Bezirks den Bewohnern und Campern, „sofort höher gelegenes Gelände aufzusuchen“, nachdem der Pegel des Guadalupe River innerhalb von drei Stunden um 22 Fuß, also rund 6 Meter, gestiegen war.

    Wichtige Positionen in den lokalen Büros des Nationalen Wetterdienstes waren aufgrund der Sparmaßnahmen der Trump-Regierung unbesetzt, was einige Experten dazu veranlasst, zu fragen, ob Personalmangel es der Behörde erschwerte, sich mit den örtlichen Katastrophenschutzstellen abzustimmen.

    Gigantische Regenmengen wie jene, die die tödlichen Überschwemmungen in Texas verursacht haben, treten weltweit immer häufiger und intensiver auf, da die Verbrennung fossiler Brennstoffe den Planeten weiter aufheizt, sagen Wissenschaftler.

    Netanjahu auf dem Weg ins Weiße Haus

    Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wird heute in Washington mit Präsident Trump zusammentreffen, um über eine Waffenstillstandsvereinbarung für Gaza zu sprechen. Trump sagte, er hoffe, dass noch diese Woche eine erste Waffenruhe zustande komme.

    Die Vereinbarung sieht vor, dass die Hamas Geiseln freilässt, und könnte letztlich Israels Krieg im palästinensischen Gazastreifen beenden, der durch den Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war. Gestern entsandte Israel Unterhändler nach Katar, um Differenzen mit der Hamas zu überbrücken, die zugestimmt hat, Gespräche über eine 60-tägige Waffenruhe aufzunehmen.

    In Israel wächst weiterhin die Opposition gegen den Krieg in Gaza. Viele Menschen fragen sich, was das Militär dort noch tun kann. Laut Armee wurden allein im vergangenen Monat über 20 israelische Soldaten getötet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza wurden seit Beginn des Krieges insgesamt mehr als 55.000 Palästinenser getötet.

    Warum die Nachfolge des Dalai Lama kompliziert ist

    Der Dalai Lama, der gestern 90 Jahre alt wurde, hat versprochen, dass China bei der Wahl seines Nachfolgers kein Mitspracherecht haben wird. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass Chinas Führung diese Entscheidung nicht beachten und selbst einen neuen Dalai Lama ernennen könnte.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    USA: Elon Musk kündigte an, dass er in den USA eine neue politische Partei gründen werde, die „America Party“, die bereits bei den Zwischenwahlen im nächsten Jahr auftreten soll.

    Australien: Viele Juden im Land sind angespannt, nachdem es in Melbourne zu zwei gewaltsamen Vorfällen gekommen ist – einer in einer Synagoge, der andere in einem israelischen Restaurant.

    Öl: Saudi-Arabien, Russland und sechs weitere OPEC-Plus-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, ab August mehr Öl zu fördern – eine Erhöhung der Produktion, die zu sinkenden Preisen führen könnte.

    Kenia: Der Tod des Bloggers Albert Ojwang in Polizeigewahrsam hat die Polizei des Landes ins Rampenlicht gerückt und eine Protestwelle ausgelöst.

    Diplomatie: Die EU steckt zwischen den USA und China fest, während sie einerseits versucht, mit Trump über Zölle zu verhandeln und gleichzeitig stabile Beziehungen zu Peking aufrechtzuerhalten.

    Wetter: Taifun Danas formiert sich derzeit im Südchinesischen Meer.

  • Trumps innenpolitische Agenda wird Gesetz und weitere World-News

    Trumps innenpolitische Agenda wird Gesetz und weitere World-News

    Mit 218 zu 214 Stimmen hat das US-Repräsentantenhaus ein umfassendes Gesetz verabschiedet, das Steuersenkungen verlängert und Sozialprogramme massiv kürzt. Damit krönen die Republikaner ihre monatelangen Bemühungen, Präsident Trumps innenpolitische Agenda bis zu der von ihm selbst gesetzten Frist am 4. Juli umzusetzen.

    Der Chef der Republikaner, Mike Johnson, verbrachte einen hektischen Tag und eine durchwachte Nacht damit, den Widerstand in den eigenen Reihen zu brechen, der das Prestigeprojekt des Präsidenten bis zuletzt zu Fall zu bringen drohte. Alle Republikaner bis auf zwei stimmten dafür, die Demokraten lehnten das Gesetz geschlossen ab. Trump plant, sein „großes, wunderschönes Gesetz“ („big, beautiful bill“), wie er es nennt, noch heute zu unterzeichnen.

    Dieses Gesetz ist ein großes politisches Wagnis, das viele republikanische Abgeordnete vor den Zwischenwahlen im kommenden Jahr sehr angreifbar macht. Zahlreiche Ökonomen schätzen, dass vor allem die wohlhabendsten Amerikaner profitieren, da sie die größten Steuersenkungen erhalten. Umfragen zeigen, dass das Gesetz extrem unpopulär ist.

    Details: Das Gesetz erhöht die Ausgaben für Verteidigung und Grenzsicherheit, enthält aber erhebliche Kürzungen bei der Gesundheitsversorgung „Medicaid“, Lebensmittelhilfen für Arme und anderen staatlichen Unterstützungen. Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien werden schrittweise abgeschafft. Zudem wird die Schuldenobergrenze um 5 Billionen Dollar angehoben.

    Analyse: Die Abstimmung zeigt, wie stark Trump seine Partei im Griff hat. Wochenlang hatten Abgeordnete aus allen ideologischen Lagern öffentlich über verschiedene Aspekte des Gesetzes geklagt. Für manche waren die Kürzungen zu drastisch, für andere nicht drastisch genug. Trump erhöhte den Druck – und setzte seinen Charme ein –, um das Gesetz über die von ihm festgesetzte Ziellinie zu bringen.


    Europas gefährliche Hitzewelle zieht nach Osten

    Teile Westeuropas begannen gestern etwas abzukühlen, während die extreme Hitze, die den Kontinent fest im Griff hat, nach Osten wanderte. Meteorologen warnen vor gefährlichen Temperaturen in Mitteleuropa, darunter in der Slowakei sowie in Bosnien und Herzegowina.

    Die hohen Temperaturen, kombiniert mit Dürre, haben in mehreren Ländern bereits Waldbrände entfacht. In Spanien wurden vier Todesfälle gemeldet. Auf der griechischen Insel Kreta mussten rund 1.500 Menschen, viele davon Touristen, aus Hotels und Häusern evakuiert werden, während Feuerwehrleute gegen einen Brand kämpften.

    Atomkraftwerke abgeschaltet: Betreiber von Atomkraftwerken in Frankreich und der Schweiz stellten mindestens drei Reaktoren aufgrund der Hitze ab.


    Weiteres Telefonat zwischen Trump und Putin

    Präsident Trump sprach fast eine Stunde lang mit Präsident Wladimir Putin – das sechste bekannte Gespräch seit Januar.

    Man habe „keine Fortschritte“ bei der Beendigung des Ukrainekriegs erzielt, sagte Trump vor Reportern. Putin erklärte laut Kreml, Russland werde weiterhin daran arbeiten, alle seine Ziele in der Ukraine zu erreichen und die „tieferliegenden Ursachen“ des Konflikts zu beseitigen. Außerdem sprachen die beiden Staatschefs über Iran und andere Themen.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Hollywood: Der Charakterdarsteller Michael Madsen, bekannt aus Quentin Tarantinos „Reservoir Dogs“ und der „Kill Bill“-Reihe, ist gestern im Alter von 67 Jahren gestorben.

    Migration: Die Anwälte von Kilmar Armando Abrego Garcia, der von den USA fälschlicherweise nach El Salvador abgeschoben wurde, berichten, er sei in einem salvadorianischen Gefängnis geschlagen, am Schlafen gehindert und psychisch gefoltert worden.

    Krieg in Gaza: Israelis und Palästinenser warten auf eine Entscheidung der Terrororganisation Hamas, ob die Gruppe den jüngsten Waffenstillstandsvorschlag annimmt.

    Syrien: Ein 3-D-Modell eines Massengrabs auf einem Friedhof nahe Damaskus zeigt, wie der ehemalige Diktator Baschar al-Assad seine Opfer verscharren ließ.

    Migration: Der Oberste Gerichtshof der USA erlaubt der Trump-Regierung, acht Migranten in den Südsudan abzuschieben.

    Bali: Fünf Menschen sind tot, 29 werden vermisst, nachdem eine Fähre vor der indonesischen Insel gesunken ist.

    Guyana: Touristen können jetzt den Ort des Jonestown-Massakers besuchen – für 750 Dollar Eintritt. Überlebende und Anwohner fragen sich: Warum?

    Vatikan: 400 Jahre lang verbrachten Päpste ihre Sommer in Castel Gandolfo. Papst Franziskus war nur kurz dort, doch Papst Leo XIV. könnte jetzt die Tradition wiederbeleben.

    Chile: Ein 19-jähriger US-Amerikaner, der allein alle sieben Kontinente überfliegen wollte, wurde diese Woche auf einer Insel vor der Antarktis festgenommen.


    Handel & Wirtschaft

    Vietnam: Trump drängt Länder, China aus ihren Lieferketten zu drängen. Ein vorläufiges Handelsabkommen mit Vietnam ist dabei ein wichtiger Schritt.

    Frankreich: Wegen Trumps Zöllen bleiben 50.000 ikonische Saint-James-Streifenpullis im Lager liegen.

    Südkorea: Die Börse des Landes ist um ganze 30 Prozent gestiegen – in Erwartung investorenfreundlicher Reformen des neuen Präsidenten.

    Indonesien: Trotz wirtschaftlicher Abkühlung will der Präsident allen Schülern ein kostenloses Mittagessen finanzieren. Kritiker halten seine Prioritäten allerdings für falsch gesetzt.

  • Trump äußert sich unentschlossen zu Angriffen auf den Iran – und andere World-News

    Trump äußert sich unentschlossen zu Angriffen auf den Iran – und andere World-News

    Während Israel am sechsten Tag in Folge Ziele im Iran bombardierte und Teheran mit Raketen antwortete, erklärte Präsident Trump, er habe noch nicht entschieden, ob amerikanische Streitkräfte an israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen teilnehmen sollen.

    „Ich habe Ideen, was zu tun ist“, sagte er gestern und fügte hinzu: „Ich treffe gerne die endgültige Entscheidung eine Sekunde bevor sie fällig ist – weil sich Dinge eben ändern.“

    Zuvor am Tag hatte Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, Trumps Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“ zurückgewiesen und gewarnt, dass die USA „irreparablen“ Schaden erleiden würden, wenn sie in den Konflikt eingreifen. Wenige Stunden später erklärte ein ranghoher iranischer Diplomat, Teheran sei zu Verhandlungen mit den USA bereit.


    Indien und Kanada beginnen mit diplomatischer Annäherung

    Fast zwei Jahre nach der Ermordung eines kanadischen Sikh-Klerikers, die zu beiderseitigen Ausweisungen der höchsten Diplomaten führte, deuteten Indien und Kanada eine diplomatische Entspannung an.

    Nach einem Treffen ihrer Regierungschefs beim G7-Gipfel in Alberta erklärten beide Länder in getrennten Mitteilungen, sie würden neue Botschafter ernennen, Handelsgespräche wieder aufnehmen und die Visabearbeitung sowie andere Dienstleistungen wiederbeleben. Keine der beiden Seiten erwähnte den Grund für das Zerwürfnis.

    Hintergrund: 2023 hatte Kanada Indien beschuldigt, hinter der Erschießung von Hardeep Singh Nijjar zu stecken, einem Aktivisten, der sich für einen unabhängigen Sikh-Staat „Khalistan“ in Indien einsetzte. Die indische Regierung, die Nijjar als Terrorist betrachtete, warf Kanada vor, Extremisten zu schützen.

    G7: Der Gipfel endete mit einem Hilfspaket von 1,7 Milliarden US-Dollar für die Ukraine seitens Kanadas – abgesehen davon blieb der Ertrag für due Ukraine mager. Die Aufmerksamkeit lag auf dem Konflikt im Nahen Osten.


    Österreich plant Verschärfung des Waffenrechts

    Acht Tage nach dem tödlichsten Amoklauf an einer Schule in der Geschichte des Landes hat die österreichische Regierung ein Gesetzespaket zur Verschärfung des privaten Waffenbesitzes vorgelegt.

    Zu den Maßnahmen gehören die Anhebung des Mindestalters für bestimmte Schusswaffen von 21 auf 25 Jahre, eine Verschärfung des verpflichtenden psychologischen Tests beim Waffenkauf und eine vierwöchige Wartefrist zwischen dem Kauf und der Übergabe der ersten Waffe.

    Zitat: „Nichts, was wir tun – auch nicht das, was wir heute beschlossen haben – wird uns die zehn Menschen zurückbringen, die wir letzten Dienstag verloren haben“, sagte Kanzler Christian Stocker. „Das wissen wir nur allzu gut. Aber eines kann ich Ihnen versprechen: Wir werden aus dieser Tragödie lernen.“


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    US-Politik: Während Demokraten Trumps Pläne zur Massendeportation kritisieren, kam es vermehrt zu Auseinandersetzungen und Festnahmen von demokratischen Parteivertretern durch Bundesbehörden.

    Klima: Großbritannien steht vor der ersten Hitzewelle des Jahres. Die Temperaturen sollen bis zu 33 Grad Celsius erreichen.

    Wirtschaft: Nippon Steel hat die Übernahme von U.S. Steel abgeschlossen – ein Deal, der dem Weißen Haus außergewöhnliche Kontrolle über das neue Unternehmen verschafft.

    US-Notenbank: Die Federal Reserve ließ die Zinsen unverändert – in Erwartung möglicher Folgen von Trumps Politik in Handel, Steuern und Migration.

    Medizin: US-Behörden haben eine zweimal jährlich zu verabreichende Injektion zugelassen, die in klinischen Studien nahezu vollständigen Schutz vor HIV bot.

    Migration: Neue Reise- und Visabeschränkungen gefährden die Patientenversorgung in US-Krankenhäusern, die auf ausländische Assistenzärzte angewiesen sind.

    Technologie: US-Forscher fanden heraus, dass Kinder mit exzessivem Handy-, Spiele- oder Social-Media-Konsum zwei- bis dreimal häufiger Suizidgedanken oder Selbstverletzungsabsichten haben.

    Royals: Catherine, Princess of Wales, die sich derzeit von einer Krebserkrankung erholt, hat ihre Teilnahme an den Pferderennen von Royal Ascot abgesagt.

    Italien: Ein 80-jähriger Mann fuhr mit seinem Mercedes die Spanische Treppe in Rom hinunter – mit desaströsen Folgen.

    Anthropologie: Vor rund 70.000 Jahren begannen Menschen in Afrika, auch extreme Lebensräume zu besiedeln – das ebnete laut neuer Studie den Weg für die globale Migration.

    Autos: Chinesische Hersteller verdoppelten im April im Vergleich zum Vorjahr ihren Anteil am europäischen Automarkt, wie eine Studie zeigt.

    Edelmetalle: Chinesische Anleger investieren zunehmend in Gold – gelockt von Prognosen steigender Preise.

    Künstliche Intelligenz: Laut einem neuen Bericht investieren chinesische Geheimdienste massiv in KI.

  • Los Angeles steht in Flammen: Trumps Truppen treffen auf die Wut der Straße

    Los Angeles steht in Flammen: Trumps Truppen treffen auf die Wut der Straße

    Los Angeles – eine Stadt, die für ihre Vielfalt und ihren Widerstandsgeist bekannt ist – erlebt gerade einen ihrer dramatischsten Momente der letzten Jahre. Was als Protest gegen aggressive Einwanderungsrazzien begann, hat sich inzwischen in offene Konfrontationen mit der Nationalgarde verwandelt. Brennende Fahrzeuge, blockierte Highways und Tränengasnebel über Downtown: Das Herz Kaliforniens schlägt im Ausnahmezustand.

    Ein Präsident greift durch – ohne Zustimmung des Gouverneurs

    Alles begann am Freitag mit ICE-Razzien in verschiedenen Stadtteilen. Über 150 Personen wurden festgenommen – viele von ihnen sollen keinen kriminellen Hintergrund haben. Für viele Einwohner von LA war das ein harter Schlag. In einer Stadt, die sich seit Jahren als sicherer Hafen für Migranten versteht, galten solche Einsätze lange als Tabu.

    Doch Donald Trump reagierte – typisch Trump – ohne Umschweife: 2.000 Soldaten der Nationalgarde marschierten am Sonntag in Los Angeles ein. Und zwar ohne die Zustimmung von Gouverneur Gavin Newsom. Ein politisches Novum mit Sprengkraft. Seit den Unruhen von Watts 1965 hatte kein Präsident mehr so autoritär durchgegriffen.

    Proteste explodieren – die Lage eskaliert

    Was folgte, war absehbar – und doch erschütternd. Tausende Demonstranten zogen durch die Innenstadt, viele blockierten den 101 Freeway, eine der wichtigsten Verkehrsachsen Südkaliforniens. Andere setzten mehrere selbstfahrende Autos in Brand. Waymo, ein Tochterunternehmen von Alphabet, meldete erhebliche Schäden.

    Die Polizei versuchte, mit Tränengas und Gummigeschossen die Lage unter Kontrolle zu bringen. Vergeblich. Die Demonstranten ließen sich nicht vertreiben. Ganz im Gegenteil – viele sahen den Militär-Einsatz als weiteren Beweis dafür, dass Washington die Interessen Kaliforniens mit Füßen tritt.

    Ein australischer Journalist wurde von einem Gummigeschoss getroffen, was in internationalen Medien Empörung auslöste. Auch in den sozialen Netzwerken brodelt es – unter dem Hashtag #FreeLA fordern viele den sofortigen Rückzug der Nationalgarde.

    Ein politischer Affront – oder ein Akt der Ordnung?

    Gouverneur Gavin Newsom sprach von einem „klaren Machtmissbrauch“ und kritisierte das Vorgehen Trumps als „verfassungswidrig“. Bürgermeisterin Karen Bass erklärte, Los Angeles werde sich „nicht einschüchtern lassen“. Für viele Beobachter ist das Vorgehen Trumps ein direkter Angriff auf die föderale Struktur der USA – ein gefährliches Spiel mit dem Feuer.

    Trump konterte gewohnt scharf. In einer Rede nannte er die Protestierenden „illegale Eindringlinge und Kriminelle“ und kündigte an, dass weitere militärische Maßnahmen folgen würden, falls sich die Lage nicht beruhige. Seine Wortwahl – martialisch wie eh und je – gießt weiteres Öl ins Feuer.

    Kalifornien gegen Washington – mehr als nur Politik

    Die Auseinandersetzung ist kein Einzelfall. Schon seit Trumps erster Amtszeit ist Kalifornien so etwas wie das Gegenmodell zur Politik aus dem Weißen Haus. In Umweltfragen, beim Umgang mit Migranten oder im Bildungswesen – immer wieder prallen Welten aufeinander.

    Jetzt zeigt sich: Diese Differenzen sind mehr als nur Meinungsverschiedenheiten. Es geht ums Prinzip. Darf der Präsident über die Köpfe der Bundesstaaten hinweg militärisch agieren? Und was passiert, wenn ein Staat wie Kalifornien sich dem widersetzt?

    Stimmen aus der Stadt – Angst, Wut, Hoffnung

    In den Straßen von LA hört man alles: Entsetzen, Trotz, aber auch Mut. Eine Demonstrantin, 27, sagt: „Wir lassen uns nicht mundtot machen. Das hier ist unser Zuhause.“ Ein älterer Mann, vietnamesischer Herkunft, fügt hinzu: „Ich bin vor 40 Jahren aus einem Land geflohen, in dem Soldaten gegen das eigene Volk eingesetzt wurden. Ich hätte nie gedacht, das hier wieder zu sehen.“

    Die Stimmung ist explosiv – aber auch von einer seltenen Einigkeit geprägt. Latino-Communities, Studierende, Künstler und Bürgerrechtler – sie alle stehen zusammen. Die Vielfalt, die Los Angeles ausmacht, zeigt sich jetzt von ihrer kämpferischsten Seite.

    Und jetzt?

    Was die nächsten Tage bringen, ist ungewiss. Eine Rücknahme des Truppeneinsatzes? Eher unwahrscheinlich. Weitere Eskalation? Möglich. Doch eines ist klar: Die Menschen in Los Angeles lassen sich nicht einfach beugen. Sie stehen auf – für ihre Stadt, ihre Rechte und für eine Zukunft, in der Zusammenleben mehr zählt als Angst und Kontrolle.

    Die Frage bleibt: Wie weit wird Donald Trump gehen?

    Von C. Hatty

  • Machtkampf der Giganten: Wie der Streit zwischen Trump und Musk Amerikas Demokratie ins Wanken bringt

    Machtkampf der Giganten: Wie der Streit zwischen Trump und Musk Amerikas Demokratie ins Wanken bringt

    Was als politische Meinungsverschiedenheit begann, hat sich binnen weniger Tage zu einem der spektakulärsten Machtkämpfe in der jüngeren amerikanischen Geschichte entwickelt. Der öffentlich ausgetragene Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Tech-Milliardär Elon Musk hat weitreichende politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen – und wirft grundlegende Fragen über die Machtverhältnisse in den Vereinigten Staaten auf.

    Im Zentrum steht ein Gesetzesvorschlag, der als wirtschaftliches Reformpaket angekündigt war, sich mittlerweile allerdings als eine Art politischer Brandbeschleuniger entpuppt hat: das sogenannte „One Big Beautiful Bill“-Gesetzespaket. Die Eskalation zwischen Trump und Musk könnte nicht nur das republikanische Lager spalten, sondern auch das fragile Gleichgewicht zwischen Staat und Wirtschaft in den USA empfindlich stören.

    Ein Gesetz als Zündfunke

    Mit „One Big Beautiful Bill“ verfolgt Trump das Ziel, massive Steuererleichterungen für Unternehmen und Reiche durchzusetzen, während gleichzeitig staatliche Ausgaben – insbesondere für Umwelt- und Technologieprojekte – gekürzt werden sollen. Besonders betroffen wären die staatlichen Förderprogramme für Elektromobilität, von denen Musks Unternehmen Tesla in den vergangenen Jahren erheblich profitiert hat.

    Elon Musk, der sich in der Vergangenheit mehrfach als vehementer Unterstützer konservativer Positionen hervorgetan hatte, reagierte ungewöhnlich scharf. In einem Beitrag auf seiner eigenen Plattform X nannte er das Gesetz eine „wirtschaftliche Katastrophe“ und warf Trump vor, „ideologisch verblendet“ zu agieren. Trump wiederum konterte mit der Ankündigung, sämtliche staatlichen Verträge mit Musks Firmen – darunter auch Raumfahrtaufträge von SpaceX – auf den Prüfstand zu stellen.

    Wirtschaftliche Erschütterungen

    Die Folgen auf den Finanzmärkten waren unmittelbar spürbar. Die Tesla-Aktie stürzte innerhalb eines Tages um 14 Prozent ab – ein Wertverlust von rund 150 Milliarden Dollar. Auch SpaceX, das wegen möglicher Kürzungen von NASA- und Pentagon-Aufträgen unter Druck geriet, verzeichnete Verluste im zweistelligen Milliardenbereich.

    Doch nicht nur Musk musste Federn lassen: Auch die Trump Media & Technology Group geriet ins Straucheln. Die Aktien des von Trump unterstützten sozialen Netzwerks Truth Social brachen ein, Investoren zogen sich zurück. Beobachter sprechen von einer doppelten Vertrauenskrise – sowohl gegenüber der Politik als auch gegenüber der Tech-Elite.

    Polarisierung auf dem Höhepunkt

    Der Konflikt hat natürlich auch das politische Feld erfasst. Musk, der sich rüher als „unabhängiger Denker“ gab, nutzt seine Plattform verstärkt als politische Bühne. In mehreren Beiträgen auf X rief er republikanische Abgeordnete offen dazu auf, gegen das Gesetz zu stimmen – ein Tabubruch, der einem Frontalangriff auf die Führungsfigur der Partei gleichkommt.

    Trump wiederum bezichtigt Musk der Illoyalität. Er habe ihn „groß gemacht“, indem er ihn zum Berater berief und seine Firmen gefördert habe. Nun sei Musk nichts weiter als ein „undankbarer Opportunist“, so Trump. Das Zerwürfnis zwischen den beiden Alphamännern könnte die Republikanische Partei tiefgreifend destabilisieren – zumal sich auch andere konservative Akteure von Trump distanzieren.

    Systemfragen und die Demokratie

    Über den persönlichen Disput hinaus stellt sich eine systemische Frage: Wie viel Macht sollten Einzelpersonen in einer Demokratie besitzen – besonders dann, wenn sie sowohl über politische Kanäle als auch über wirtschaftliche Hebel verfügen? Elon Musk ist nicht nur Unternehmer, sondern auch Inhaber einer der reichweitenstärksten sozialen Plattformen weltweit. Seine Äußerungen auf X entfalten unmittelbare politische Wirkung.

    Der Einsatz von Algorithmen, der gezielte Ausschluss politischer Gegner und die Manipulation öffentlicher Diskurse werfen ernste Bedenken auf. Zugleich ist Trump der wohl einflussreichste Republikaner des Landes – mit einem erheblichen Mobilisierungspotenzial. Die Kombination aus medialer Macht, wirtschaftlichem Einfluss und politischem Ehrgeiz beider Männer lässt die traditionellen Kontrollmechanismen der Demokratie zunehmend machtlos erscheinen.

    Reaktionen über die US-Grenzen hinaus

    Auch international stößt der Konflikt auf Besorgnis. In Brüssel und Ottawa protestierten Klimaaktivisten gegen die geplanten Kürzungen von Umweltprogrammen. Gleichzeitig wurden Boykottaufrufe gegen US-Produkte laut, insbesondere gegen Tesla-Fahrzeuge. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sprach von einem „toxischen Modell wirtschaftlicher Selbstbedienung“, das den internationalen Wettbewerb verzerrt.

    Die transatlantischen Beziehungen geraten unter Druck. Europäische Politiker kritisieren offen die Einflussnahme großer Konzerne auf demokratische Prozesse in den USA – und sehen darin ein abschreckendes Beispiel für den Umgang mit Oligopolen.

    Eine politische Implosion?

    Der Konflikt zwischen Trump und Musk ist ein Ausdruck eines tieferliegenden Problems: Die strukturelle Nähe von Kapital und Macht, die in den USA historisch gewachsen ist, erreicht in dieser Auseinandersetzung eine neue Qualität. Beide Akteure nutzen ihre Ressourcen, um politische Gegner zu schwächen und eigene Interessen durchzusetzen – ohne Rücksicht auf demokratische Prozesse oder gesellschaftliche Konsequenzen.

    In einem Land, in dem politische Lager zunehmend fragmentieren und die Institutionen unter Druck geraten, ist diese Entwicklung gefährlich. Die amerikanische Demokratie steht vor einer Belastungsprobe, die weit über den Streit zweier Egozentriker hinausreicht. Ob sie dieser Herausforderung gewachsen ist, wird sich nicht zuletzt in den kommenden Kongress- Zwischenwahlen zeigen.

    P.T.

  • Trump verhängt Einreisestopp – 12 Länder betroffen. Und weitere World-News

    Trump verhängt Einreisestopp – 12 Länder betroffen. Und weitere World-News

    Die US-Regierung unter Donald Trump hat erneut Nägel mit Köpfen gemacht: Einreiseverbote für Menschen aus zwölf Ländern treten ab Montag in Kraft. Damit zieht Trump die Zügel in seiner harten Einwanderungspolitik weiter an. Betroffen sind unter anderem Afghanistan, Iran, Somalia und der Sudan. Doch das ist noch nicht alles – auch teilweise Verbote für Länder wie Kuba, Venezuela oder Laos stehen auf der Liste.

    Offiziell begründet Washington den Schritt mit angeblichen Bedrohungen für die nationale Sicherheit. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump mit ähnlichen Maßnahmen auf sich aufmerksam gemacht – damals vor allem gegen Länder mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. Kritiker sprechen von Diskriminierung, Trump-Anhänger hingegen von notwendigem Schutz.

    Putin plant Vergeltung gegen Ukraine – Trump als stiller Zuhörer

    Donald Trump sorgt in Sachen Ukraine erneut für Schlagzeilen – diesmal mit einer heiklen Enthüllung. In einem Social-Media-Post berichtete der US-Präsident von einem Telefonat mit Wladimir Putin. Der russische Präsident habe ihm zufolge angekündigt, auf den schweren Drohnenangriff der Ukraine reagieren zu wollen. „Ein gutes Gespräch“, so Trump, „aber kein Gespräch, das sofortigen Frieden bringt.“ Ein klares Statement zum weiteren Vorgehen? Fehlanzeige.

    Währenddessen spricht Putin in Moskau öffentlich von Angriffen auf russische Eisenbahnen, bei denen sieben Menschen ums Leben kamen. Die jüngsten Drohnenangriffe auf strategische Bomber? Kein Wort darüber. Stattdessen beschuldigt er Kiew, absichtlich den Friedensprozess zu sabotieren. Präsident Selenskyj hingegen wirft Putin Verzögerungstaktiken vor – um neue US-Sanktionen hinauszuzögern.

    Und dann ist da noch das Thema Iran: Laut Trump waren sich er und Putin einig, dass Teheran keine Atomwaffen besitzen dürfe. Er habe den Kremlchef um Hilfe bei einem neuen Atomdeal gebeten.

    Gaza: Hilfszentren nach tödlichen Zwischenfällen kurzzeitig geschlossen

    Inmitten der humanitären Katastrophe im Gazastreifen kommt es zu einem weiteren Rückschlag: Die von Israel unterstützte „Gaza Humanitarian Foundation“ hat ihre vier Lebensmittelausgabestellen vorübergehend geschlossen. Der Grund? Ein tödlicher Zwischenfall am Vortag, bei dem Palästinenser unter israelischen Beschuss gerieten, als sie versuchten, Hilfe zu bekommen.

    Laut örtlichen Gesundheitshelfern wurden allein in dieser Woche Dutzende Menschen in Rafah getötet – in der Nähe eines dieser Hilfszentren. Die genauen Umstände sind umstritten. Klar ist nur: Das ohnehin fragile Hilfssystem gerät zunehmend unter Druck. Großbritannien fordert nun eine unabhängige Untersuchung.

    Gleichzeitig blockierte die US-Regierung im UN-Sicherheitsrat eine Resolution, die einen sofortigen Waffenstillstand, die Freilassung aller Geiseln und die Wiederaufnahme humanitärer Hilfe gefordert hätte.

    Trotz des Krieges – Israels Rüstungsindustrie boomt. Mit fast 15 Milliarden Dollar Umsatz im letzten Jahr wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

    Was sonst in der Welt noch passiert ist

    – In Indien kamen bei einer Massenpanik während eines Cricket-Spiels in Bengaluru mindestens elf Menschen ums Leben.

    – Die islamische Pilgerfahrt Hadsch hat begonnen – bei rekordverdächtigen Temperaturen, die sie zu einer echten Belastungsprobe machen.

    – Der iranische Oberste Führer Khamenei hat das neueste US-Angebot für ein Atomabkommen als „Unsinn“ bezeichnet.

    – Südkoreas Präsident Lee Jae-myung rief bei seiner Amtseinführung zu Dialog mit Nordkorea und zur Zusammenarbeit mit der Trump-Administration auf.

    – In El Salvador wurden drei ehemalige hochrangige Militärs wegen der Ermordung von vier niederländischen Journalisten im Jahr 1982 verurteilt.

    – In Mexiko steuert die Regierungspartei Morena auf eine Dominanz im Obersten Gerichtshof zu – dank der Wahl von Richtern durch das Volk.

    – Vietnam schafft die Zwei-Kind-Politik ab, um den Geburtenrückgang zu stoppen.

    – China verschärft Maßnahmen gegen den illegalen Export seltener Erden.

    – In Kanada will Premierminister Carney als Antwort auf Trumps Handelspolitik nun die innerkanadischen Handelsbarrieren zwischen den kanadischen Provinzen abbauen.

    – Und: In Deutschland sind die Tesla-Verkäufe im Mai zum fünften Mal in Folge zurückgegangen.

    Wirtschaft & Handel

    – Die US-Zölle auf Stahl und Aluminium steigen auf satte 50 Prozent – betroffen sind unter anderem die EU, Kanada, Mexiko, Brasilien und Südkorea. Großbritannien bleibt verschont.

    – Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird immer mehr zu einem Kampf um globale Lieferketten.

    – Und nachdem das Weiße Haus sich das Ziel gesetzt hat, „90 Handelsabkommen in 90 Tagen“ abzuschließen, fragen sich viele: Wie lange dauert das in der Realität wirklich?

    Von Andreas M. Brucker