Schlagwort: US-Zölle

  • El Salvador verweigert Rückführung eines aus den USA Abgeschobenen

    El Salvador verweigert Rückführung eines aus den USA Abgeschobenen

    Bei einem Treffen im Weißen Haus erklärte der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, am gestrigen Tag, dass er nicht bereit sei, einen Mann zurück in die USA zu schicken, der fälschlicherweise abgeschoben und anschließend in ein berüchtigtes Gefängnis in El Salvador gebracht wurde.

    „Natürlich werde ich das nicht tun“, antwortete Bukele auf die Frage von Journalisten, ob er bereit sei, bei der Rückführung von Kilmar Armando Abrego Garcia zu helfen. Der Fall steht im Mittelpunkt eines Rechtsstreits, der inzwischen vor dem Obersten Gerichtshof der USA verhandelt wird.

    Bukele sagte, die Rückführung von Abrego Garcia käme dem „Schmuggel eines Terroristen in die Vereinigten Staaten“ gleich. Während Bukele im Oval Office sprach, lächelte Ex-Präsident Donald Trump zustimmend.

    Hintergrund: Die Trump-Regierung hatte die Abschiebung als „Verwaltungsfehler“ bezeichnet. Der Supreme Court hat angeordnet, dass die US-Regierung Abrego Garcias Rückkehr „ermöglichen“ müsse – Trump ignorierte diese Anweisung jedoch bislang.


    Zuckerberg vor Gericht – Der Kampf um Instagram und WhatsApp

    Mark Zuckerberg, Vorstandschef von Meta, stand am ersten Tag eines historischen Kartellverfahrens in den USA als Zeuge vor Gericht. Die Regierung beschuldigt Meta, ein illegales Monopol geschaffen zu haben – durch die Übernahmen von Instagram und WhatsApp, als diese noch kleine Start-ups waren.

    Dieses Verfahren stellt die bislang größte Bedrohung für Zuckerbergs Tech-Imperium dar.

    Im voll besetzten Gerichtssaal in Washington konfrontierten Bundesanwälte Zuckerberg mit E-Mails und internen Dokumenten, die seine Akquisitionsstrategie beleuchten. In einer E-Mail aus dem Jahr 2012 schrieb er, Instagram „ohne neue Features“ weiterlaufen zu lassen – heute nennt er das „frühes Denken“. Letztlich, so Zuckerberg, habe man „enorm investiert“ nach dem Kauf.

    Wie geht es weiter? Heute soll Zuckerberg seine Aussage fortsetzen. In dem auf acht Wochen angesetzten Prozess werden Meta und die US-Regierung zwei völlig unterschiedliche Erzählungen über die 20-jährige Wachstumsgeschichte des Tech-Konzerns präsentieren. Sollte das Gericht gegen Meta entscheiden, müsste Zuckerberg Instagram und WhatsApp womöglich abgeben – ein massiver Einschnitt in die bisherige Silicon-Valley-Praxis.


    Chinas Präsident Xi Jinping besucht Vietnam

    Präsident Xi Jinping ist zum Auftakt einer Südostasien-Reise in Vietnam eingetroffen. In Zeiten wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit durch US-Zölle will er neue Allianzen für Peking schmieden.

    In einem Essay, veröffentlicht kurz vor seiner Ankunft, rief Xi andere Länder auf, sich gemeinsam mit China für „Stabilität, freien Handel und ein offenes, kooperatives internationales Umfeld“ einzusetzen.

    Doch trotz diplomatischer Gastfreundschaft: Vietnam und viele Nachbarländer versuchen gleichzeitig, die USA zu besänftigen – in der Hoffnung auf Zollsenkungen. Das könnte sie davon abhalten, sich offen an die Seite Chinas zu stellen.


    WEITERE TOP-MELDUNGEN

    • Ukraine: Trump bezeichnete den russischen Raketenangriff, bei dem mindestens 35 Menschen in Sumy getötet wurden, als „Fehler“ und „schreckliche Sache“.
    • Gabun: Brice Oligui Nguema gewann die Präsidentschaftswahl und festigte seine Macht nach dem Putsch 2023.
    • USA: Ein Brandanschlag auf das Haus des Gouverneurs von Pennsylvania schürt Sorgen über Bedrohungen gegen Politiker.
    • Ecuador: Amtsinhaber Daniel Noboa wurde erneut zum Präsidenten gewählt. Die unterlegene Kandidatin, eine Vertraute von Ex-Präsident Correa, ficht das Ergebnis an.
    • Kanada: Danielle Smith, Premierministerin des Bundestaates Alberta, sorgt mit lobenden Worten über Trump für Empörung.
    • Dominikanische Republik: Beim Einsturz des Dachs im Jet Set-Nachtclub in Haina starben nach letzten Erkenntnissen 25 Menschen, darunter lokale Persönlichkeiten.
    • Kuba: Die Trump-Regierung hat damit begonnen, US-Visa von Beamten aus Ländern einzuziehen, die kubanische Ärzte beschäftigen.
    • Ungarn: Das Parlament verabschiedete eine Verfassungsänderung, wonach alle Ungarn entweder männlich oder weiblich sind.
    • Gesundheit: Forschern gelang erstmals eine Nierentransplantation bei einem Schwein mit einem zuvor eingefrorenem Organ – dank neuartiger Auftaumethode von innen heraus.
    • Unterhaltung: HBO hat erste Schauspieler für seine „Harry Potter“-Serie vorgestellt – unter anderem John Lithgow als Albus Dumbledore.

  • Macron warnt vor „fragiler Pause“ bei US-Zöllen – Europa soll gegenhalten

    Macron warnt vor „fragiler Pause“ bei US-Zöllen – Europa soll gegenhalten

    Emmanuel Macron hat sich nach der überraschenden Ankündigung von Donald Trump, geplante Zollsteigerungen zu pausieren, mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit gewandt. Die US-Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos bleiben zwar bei 25 Prozent gedeckelt, für andere Produkte gelten 10 Prozent – doch der französische Präsident sieht darin kein Ende des wirtschaftlichen Schlagabtauschs. Im Gegenteil: Er spricht von einer „fragilen Pause“ und ruft die EU zum Handeln auf. Europäische Gegenmaßnahmen gefordert In einem Beitrag auf X betonte Macron am Freitag, 11. April, dass Europa jetzt nicht nachlassen dürfe. Gemeinsam mit der EU-Kommission wolle Frankreich alle verfügbaren Mittel mobilisieren, um auf mögliche neue US-Zölle vorbereitet zu sein. Die Botschaft ist klar: Europa soll sich nicht in Sicherheit wiegen, sondern aktiv Schutzmechanismen ausbauen. „Wir müssen stark auftreten“, so Macron. Die Trump-Administration hatte am Mittwoch überraschend erklärt, dass die geplanten weiteren Zolls…

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  • Wenn Freunde zu Gegnern werden – ein Kommentar zu den US-Zöllen

    Wenn Freunde zu Gegnern werden – ein Kommentar zu den US-Zöllen

    Da steht man jahrzehntelang Seite an Seite, kämpft für Freiheit, Demokratie, Freihandel – und dann das. Die USA, einst Partner, jetzt plötzlich Protektionist in Reinform. 20 Prozent Zölle auf französische Produkte. Ohne Vorwarnung. Ohne Dialog. Einfach so. Das fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Nicht nur für unsere Industrie. Für uns alle.

    Frankreich exportiert nicht einfach nur Stahl, Wein oder Autoteile. Es exportiert Ideen, Qualität, Vertrauen. Und was kommt zurück? Misstrauen. Abschottung. Misstöne statt Marktöffnung. Da fragt man sich unweigerlich: Was ist von dieser transatlantischen Freundschaft eigentlich noch übrig?

    Natürlich – nationale Interessen sind legitim. Aber diese Maßnahme ist mehr als ein wirtschaftlicher Trick. Sie ist eine Botschaft. Und die lautet: „America first, die anderen zuletzt.“ Dabei ist gerade jetzt Zusammenarbeit gefragt. Unsere Welt taumelt von Krise zu Krise, und was tun die Vereinigten Staaten? Sie schieben ihre Partner aufs Abstellgleis – und öffnen damit gefährlichen Alleingängen Tür und Tor.

    Und Frankreich? Frankreich steht da mit erhobenem Kopf, aber auch mit geballter Faust in der Tasche. Denn unsere Industrie kann was. Sie ist kreativ, robust, widerstandsfähig. Doch auch sie hat ihre Grenzen – und die sind erreicht, wenn das Spielfeld einseitig wird.

    Es wäre jetzt einfach, nach Rache zu rufen. Aber das ist nicht unser Stil. Wir setzen auf kluge Gegenmaßnahmen, auf europäische Geschlossenheit – und ja, auch auf Selbstbewusstsein. Denn wer glaubt, Frankreich lasse sich durch ein paar Strafzölle einschüchtern, der hat unsere Geschichte nicht verstanden.

    Die USA mögen einen wirtschaftlichen Druck ausüben – aber sie riskieren etwas viel Wertvolleres: das Vertrauen. Und wenn das erst einmal verloren ist, helfen auch keine Steuererleichterungen mehr.

    Frankreich wird sich behaupten. Nicht mit lauten Parolen, sondern mit Haltung. Und vielleicht – ja, vielleicht – wird man in Washington irgendwann merken, dass Größe nicht im Protektionismus liegt, sondern in Partnerschaft.

    Von Catherine H.

  • Zuckerbrot mit bitterem Beigeschmack – Französische Keksmarke getroffen von US-Zollkeule

    Zuckerbrot mit bitterem Beigeschmack – Französische Keksmarke getroffen von US-Zollkeule

    Die Freude war riesig. Ein Vertrag mit 600 amerikanischen Supermärkten – das hätte für „La Fabrique à Cookies“ der große Durchbruch in den USA werden können. Doch kaum haben die Keksdosen das französische Festland verlassen, trifft das Unternehmen ein herber Rückschlag: 20 Prozent Zollabgaben auf ihre Produkte in den Vereinigten Staaten. Ein süßer Traum – mit einem kräftigen Dämpfer.

    Dabei klang alles zunächst nach einer Erfolgsgeschichte. Die in der Charente hergestellten Butterkekse der jungen französischen Marke standen kurz vor dem Sprung über den großen Teich. Mit einer klaren Mission: amerikanische Naschkatzen für französisches Savoir-faire zu begeistern.

    Von Euphorie zur Ernüchterung

    Noch vor wenigen Wochen knallten die Korken. Gründer Alexis de Galembert und sein Team feierten den Millionenvertrag – ein Meilenstein, auf den das Unternehmen lange hingearbeitet hatte. Der Produktionsausstoß wurde drastisch hochgefahren: Statt 16 Millionen sollen künftig jährlich 45 Millionen Kekse vom Band rollen. Doch dann kam die Nachricht, die alles veränderte.

    Seit dem 9. April greift die neue Zollregelung: 20 Prozent Aufschlag auf die französischen Kekse, sobald sie amerikanischen Boden betreten. In der Praxis heißt das: Der Preis im Supermarkt steigt von 4 auf 4,80 Dollar. Klingt erstmal nicht nach Weltuntergang – doch für eine neue Marke auf einem umkämpften Markt ist jeder Cent entscheidend.

    Ein Knick in der Kurve, aber kein Bruch

    „Das ist schon eine kalte Dusche nach so viel Vorfreude“, sagt de Galembert mit hörbarem Bedauern. Und trotzdem – den Vertrag verliert das Unternehmen nicht. Vorerst. Doch der Gründer warnt: Wenn die Zölle noch weiter steigen, könnte es eng werden. Die Konkurrenz ist riesig, die US-Regale voller Snacks, und die Margen sind knapp kalkuliert.

    Die Konsequenz? Ganz klar: geringere Absatzmengen. Die höhere Preisgrenze macht es schwieriger, neue Kundinnen und Kunden zu überzeugen. Der französische Charme allein reicht nicht, wenn der Preis nicht stimmt.

    Typisch transatlantisches Dilemma

    Solche Zollhürden sind für viele europäische Unternehmen ein altbekanntes Problem. Immer wieder geraten Lebensmittelprodukte – besonders wenn sie als typisch französisch gelten – ins Visier wirtschaftspolitischer Auseinandersetzungen. Butter, Käse, Wein, und jetzt eben: Kekse.

    Für La Fabrique à Cookies heißt es jetzt: Kurs halten. Die Marke setzt weiter auf Qualität, Handwerkskunst und französischen Geschmack. Die Hoffnung bleibt, dass sich der US-Markt trotz Zollpolitik langfristig als stabiler Absatzkanal etablieren lässt.

    Aufgeben? Nicht mit uns

    „Wir sind Kämpfer“, sagt de Galembert. Man spürt: Die Enttäuschung ist groß, aber der Wille, das Projekt erfolgreich durchzuziehen, überwiegt. Es ist nicht das erste Hindernis auf dem Weg – und wohl auch nicht das letzte. Aber was wäre Unternehmertum ohne die berühmten Schlaglöcher auf der Straße zum Erfolg?

    Vielleicht sind es am Ende genau diese Stolpersteine, die eine gute Geschichte schreiben – und ein gutes Unternehmen prägen.

    Catherine H.

  • Transatlantische Hängepartie: Trumps Absage an die EU vertieft den Handelskonflikt

    Transatlantische Hängepartie: Trumps Absage an die EU vertieft den Handelskonflikt

    Ein neuer Rückschlag im ohnehin belasteten Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union: US-Präsident Donald Trump wies das Angebot der EU zurück, sämtliche Zölle auf Industriegüter beidseitig abzuschaffen – ein Vorschlag, der als Versuch galt, die Handelsbeziehungen zu entkrampfen. Mit seiner kategorischen Ablehnung der „Null-für-Null“-Initiative unterstrich Trump einmal mehr seine protektionistische Handelspolitik und verschärfte damit die transatlantische Spannung weiter.

    Das Angebot kam von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie hatte in einem Interview mit Politico Europe die Bereitschaft signalisiert, alle Zölle auf Industriegüter auf beiden Seiten des Atlantiks abzuschaffen – vorausgesetzt, die USA seien bereit, sich auf einen fairen Rahmen für Industriegüter zu einigen. Trumps Antwort darauf fiel knapp aus: „Nein, bin ich nicht“, sagte er auf eine entsprechende Nachfrage in Washington. Seine Forderung: Europa solle mehr Energie aus den USA importieren, insbesondere Flüssiggas, um das Handelsdefizit auszugleichen.

    Eskalation statt Entspannung

    Diese Episode ist nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte wachsender wirtschaftspolitischer Dissonanzen. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium eingeführt, die sich insbesondere gegen EU-Exporte richteten. Die damalige Begründung lautete nationale Sicherheitsinteressen – ein Argument, das in Europa auf breite Ablehnung stieß. Auch jetzt scheint der Präsident nicht auf eine Wiederbelebung multilateraler Handelsgespräche zu setzen, sondern verfolgt gezielt einseitige Vorteile.

    Der EU bleibt unterdessen kaum eine andere Wahl, als zwischen prinzipiengeleiteter Verteidigung gemeinsamer Marktinteressen und pragmatischer Deeskalation zu lavieren. Von der Leyen zeigte sich enttäuscht über Trumps Zurückweisung, betonte aber, dass die Europäische Union gesprächsbereit bleibe. Gleichzeitig warnte sie, man sei vorbereitet, „alle Instrumente zu nutzen“, um auf einseitige Maßnahmen Washingtons zu reagieren.

    Strategische Interessen hinter der Zollpolitik

    Trumps Argument, das US-Handelsdefizit mit der EU durch verstärkte Energieexporte auszugleichen, ist ökonomisch nicht unplausibel, greift aber strukturell zu kurz. Während Europa in den letzten Jahren tatsächlich vermehrt amerikanisches Flüssiggas (LNG) importiert hat – nicht zuletzt als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine – sind Energieimporte kein vollständiger Ersatz für eine ausgewogene Handelsbilanz in der Breite der industriellen Wertschöpfung.

    Hinzu kommt: Die Forderung nach erhöhter Energieabnahme ist eingebettet in eine geopolitische Agenda. Die USA drängen Europa nicht nur aus wirtschaftlichem Interesse zur Diversifizierung weg von russischer, – aber auch erneuerbarer Energie -, sondern auch zur langfristigen Bindung an den US-Markt. Das wiederum könnte europäischen Industriezweigen wie der Chemie- oder Automobilbranche längerfristig Wettbewerbsnachteile bescheren, da Energiekosten maßgeblich über Standortentscheidungen mitentscheiden.

    Wirtschaftliche und politische Auswirkungen

    Die Reaktion der Märkte auf die jüngsten Spannungen fiel unmittelbar und deutlich aus: Leitindizes in Europa und den USA verzeichneten Kursverluste, besonders betroffen waren exportorientierte Branchen. Vertreter der deutschen und französischen Industrie warnten vor einer Eskalation, die in einem „kalten Handelskrieg“ enden könnte. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sprach von einem „verheerenden Signal für die globalen Lieferketten“.

    Auch innerhalb der USA stößt Trumps Vorgehen auf Widerstand. Führende Wirtschaftspolitiker beider Parteien warnten vor einer Belastung der heimischen Unternehmen, die durch Gegenzölle der EU auf wichtige US-Exporte – etwa Agrarprodukte, Maschinen oder Dienstleistungen – getroffen werden könnten. Schon jetzt zeigen sich Verwerfungen in Sektoren wie der Luftfahrtindustrie oder dem Maschinenbau, die stark vom EU-Markt abhängig sind.

    Perspektiven einer strukturellen Einigung

    Dass die EU überhaupt das Null-für-Null-Angebot unterbreitet hat, ist Teil einer langfristigeren Strategie zur Reform des transatlantischen Handelsrahmens. Bereits 2018 wurde unter der damaligen EU-Kommission ein ähnlicher Vorschlag gemacht, der jedoch ebenfalls auf taube Ohren in Washington stieß. Nun könnte die aktuelle Eskalation als Hebel dienen, um innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) neue Regelwerke für Industriegüter zu etablieren, die auch China stärker einbinden.

    Die große Herausforderung bleibt dabei, wie ein solcher Rahmen aussehen könnte, ohne in protektionistische Muster zurückzufallen. Der europäische Binnenmarkt basiert auf klaren Standards für Umwelt- und Verbraucherschutz – Prinzipien, die nicht ohne Weiteres auf bilateraler Ebene mit den USA verhandelbar sind. Gleichzeitig ist Europa auf stabile außenwirtschaftliche Beziehungen angewiesen, um seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend multipolaren Weltordnung zu bewahren.

    Der weitere Verlauf des Konflikts hängt stark von der politischen Großwetterlage ab sowohl in den USA, als auch in Europa, das vor einem schwierigen Reformjahr steht. Ein Kurswechsel in Washington könnte neue Spielräume eröffnen, ist derzeit jedoch nicht in Sicht.

    Autor: P. Tiko