Schlagwort: Ursula von der Leyen

  • Zoll-Deal: Frankreichs Premierminister François Bayrou wertet Abkommen als Zeichen europäischer Schwäche

    Zoll-Deal: Frankreichs Premierminister François Bayrou wertet Abkommen als Zeichen europäischer Schwäche

    Die Einigung zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten auf ein neues Zollabkommen, unterzeichnet am 27. Juli 2025 im schottischen Turnberry, sorgt auf dem Kontinent für heftige politische Reaktionen. Während Brüssel von „Stabilität“ spricht, werten Kritiker wie Frankreichs Premierminister François Bayrou das Abkommen als ein Zeichen europäischer Schwäche. Tatsächlich offenbart das Übereinkommen ein geopolitisches Ungleichgewicht – mit potenziell langfristigen Folgen für die handelspolitische Souveränität Europas. Ein Abkommen unter Druck Die Ausgangslage war brisant: US-Präsident Donald Trump hatte Europa mit drastischen Strafzöllen in Höhe von 30 % auf eine breite Palette europäischer Produkte gedroht – von Automobilen bis zu Pharmaerzeugnissen. Das Turnberry-Abkommen soll diese Eskalation abwenden. Die neuen Bedingungen: pauschale Zölle von 15 % auf die meisten EU-Exporte in die USA, begleitet von einer Reihe von anderen Leistungen. Darunter die Zusage, US-amerikani…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Trump und Von der Leyen treffen sich in Schottland

    Trump und Von der Leyen treffen sich in Schottland

    In Turnberry, einem schottischen Golfresort im Besitz von Donald Trump, treffen an diesem Sonntag zwei politische Welten aufeinander: Der US-Präsident empfängt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zu einem Krisengespräch über drohende Strafzölle. Sollte es bis zum 1. August keine Einigung geben, will Trump sämtliche Einfuhren aus der EU mit einem pauschalen Zollsatz von 30 % belegen. Brüssel bereitet seinerseits Gegenmaßnahmen im Umfang von über 90 Milliarden Euro vor.

    Der erneute Handelskonflikt – Rückkehr zur Konfrontation

    Die transatlantischen Handelsbeziehungen stehen seit Trumps Rückkehr in das Weiße Haus wieder auf der Kippe. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte der Republikaner mit Strafzöllen auf Stahl, Aluminium und Automobilimporte aus Europa das transatlantische Verhältnis belastet. Nun droht eine Eskalation, die nicht nur den Warenhandel betrifft, sondern auch Dienstleistungen, insbesondere den digitalen Sektor.

    Laut Angaben der Europäischen Kommission belief sich das Handelsvolumen zwischen der EU und den USA im Jahr 2024 auf rund 1.680 Milliarden Euro – der größte bilaterale Wirtschaftsaustausch der Welt. Ein pauschaler Zollsatz von 30 % auf sämtliche EU-Importe würde nicht nur europäische Exporteure massiv treffen, sondern auch US-Verbraucher und Unternehmen, die auf europäische Komponenten und Maschinen angewiesen sind. Ökonomisch droht ein Rückschlag in einer Phase, in der sich beide Volkswirtschaften erst allmählich von der postpandemischen und inflationsbedingten Konjunkturabschwächung erholen.

    Brüssel zeigt Zähne – und ruft nach der „Anti-Coercion“-Klausel

    Die Europäische Union hat unterdessen ihrerseits eine Liste mit US-Produkten vorgelegt, die im Fall einer Eskalation mit Zöllen belegt werden sollen. Das Volumen beläuft sich auf 93 Milliarden Euro, verteilt auf mehrere Sanktionswellen ab dem 7. August. Dabei will Brüssel nicht nur auf klassische Produkte wie Agrarerzeugnisse und Industrieexporte zielen, sondern auch den Zugang amerikanischer Tech-Unternehmen zum europäischen Markt einschränken.

    Ein zentrales Instrument dabei ist der sogenannte „Anti-Coercion“-Mechanismus, ein 2023 verabschiedetes Gesetzesinstrument, das es der EU erlaubt, wirtschaftliche Erpressung durch Drittstaaten mit gezielten Maßnahmen zu begegnen. Dazu zählen unter anderem der Ausschluss von Unternehmen aus öffentlichen Ausschreibungen, der Entzug von Investitionsprivilegien sowie regulatorische Hürden für ausländische Investitionen.

    „Europa darf sich wirtschaftlich nicht erpressbar machen“, sagte Binnenmarktkommissar Stéphane Séjourné in Brüssel. „Wir sind bereit, unsere Interessen entschlossen zu verteidigen.“

    Trumps Deals – Ankündigungen ohne Substanz

    Trump selbst gibt sich unterdessen siegessicher. Er verkündete jüngst Vereinbarungen mit mehreren Ländern, darunter dem Vereinigten Königreich und Japan. Japan habe laut Trump Investitionen im Wert von 550 Milliarden US-Dollar in den USA zugesagt – ein Betrag, der unter Experten erhebliche Zweifel hervorruft. Konkrete Vertragsinhalte oder Dokumente zu diesen angeblichen „Deals“ liegen bislang nicht vor, was in Brüssel als taktische Drohkulisse gewertet wird.

    Auch gegenüber der EU verfolgt Trump offenbar das Prinzip „maximaler Druck“. Indem er mit flächendeckenden Zöllen droht, setzt er Brüssel unter Zugzwang – in der Hoffnung, einzelne Mitgliedstaaten zu bilateralen Zugeständnissen zu bewegen, ähnlich wie bei der Stahlkrise 2018. Damals war es ihm gelungen, Deutschland und Frankreich auseinanderzudividieren, ehe die EU eine einheitliche Linie fand.

    Ein schwieriger Balanceakt für von der Leyen

    Für Ursula von der Leyen ist das Treffen in Turnberry ein heikler diplomatischer Balanceakt. Einerseits muss sie die Einheit der EU wahren und entschlossen auftreten – insbesondere gegenüber einem US-Präsidenten, der institutionelle Lösungen scheut und stattdessen auf bilaterale Stärkeverhältnisse setzt. Andererseits gilt es, einen offenen Handelskrieg mit einem der wichtigsten Partner zu vermeiden – insbesondere in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine, die Spannungen im Indopazifik und die fragile Weltwirtschaft.

    Ein mögliches Einlenken Trumps hängt wohl vor allem von innenpolitischen Erwägungen ab. Mit protektionistischen Tönen mobilisiert er seine Wählerschaft in den USA, wo wirtschaftlicher Nationalismus als wirksames politisches Mittel gilt. Gleichzeitig wäre ein Handelskrieg mit Europa riskant – ökonomisch wie diplomatisch.

    Ob es in Turnberry zu einem Durchbruch kommt, bleibt offen. Trump selbst bezifferte die Chance auf Einigung auf „fifty-fifty“. Die Bühne für eine mögliche Konfrontation ist bereitet – mit Blick auf die künftige Rolle Europas in einer sich wandelnden Weltordnung.

    Autor: P. Tiko

  • Ein Misstrauensvotum ohne Mehrheit – aber mit Signalwirkung

    Ein Misstrauensvotum ohne Mehrheit – aber mit Signalwirkung

    Ursula von der Leyen sieht sich in dieser Woche einer Misstrauensabstimmung im Europäischen Parlament gegenüber. Auch wenn der Ausgang bereits vor dem Votum am Donnerstag festzustehen scheint, wirft der Vorgang ein Schlaglicht auf die wachsenden Spannungen innerhalb der pro-europäischen Kräfte und die brüchige Stabilität der Kommissionsmehrheit. Am Ursprung der Initiative steht der rumänische Abgeordnete Gheorghe Piperea, Mitglied der extremen Rechten, der der Kommissionspräsidentin vorwirft, demokratische Verfahren zu unterlaufen und Transparenzpflichten zu verletzen. Von den 720 Parlamentariern haben bisher 77 den Misstrauensantrag unterzeichnet – weit entfernt von den für einen erfolgreichen Sturz notwendigen 361 Stimmen. Doch der symbolische Charakter des Antrags entfaltet bereits politische Wirkung. Pfizergate und der Vorwurf mangelnder Transparenz Im Zentrum der Kritik steht das sogenannte „Pfizergate“. Gemeint sind Textnachrichten zwischen Ursula von der Leyen und Albert Bourla,…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    Maros Sefcovic, der Handelskommissar der EU, sprach gestern mit Howard Lutnick, dem US-Handelsminister, einen Tag nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, dass er die 50-prozentigen Zölle auf alle EU-Importe verschieben werde, um mehr Zeit für Verhandlungen zu schaffen. Sefcovic schrieb später in sozialen Medien, dass sich die EU „nach wie vor voll und ganz konstruktiven und zielgerichteten Bemühungen“ für ein Abkommen verpflichtet fühle.

    Am Sonntag sprach Trump telefonisch mit Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission. Eine Sprecherin der Kommission, Paula Pinho, sagte gestern, dass das Gespräch zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten den Verhandlungen „neuen Schwung“ gegeben habe. Ziel ist es, vor dem 9. Juli eine Lösung zu finden – an diesem Tag sollen ansonsten die Zölle in Kraft treten.

    Doch der Weg zur Deeskalation bleibt schwierig. Die USA und die EU verfolgen weiterhin unterschiedliche Prioritäten. Und es ist unklar, ob sich die Forderungen oder Angebote überhaupt signifikant verändert haben.

    Ein Sprecher der Kommission sagte gestern, dass die EU weiterhin vorschlage, dass beide Seiten die Zölle auf Industriegüter auf null senken. Er deutete außerdem an, dass die EU ihre Listen für Vergeltungszölle überarbeite – mit denen europäische Länder amerikanische Importe wie Maschinen, Sojabohnen und Bourbon belegen könnten.

    Die Trump-Regierung hat von den europäischen Ländern verlangt, ihr Verbrauchssteuersystem sowie zentrale digitale Vorschriften zu ändern – Forderungen, die europäische Beamte ablehnen.


    Ukraine: Während Russland weiter angreift, zieht sich die USA zurück

    Russland startete gestern erneut massive Luftangriffe auf ukrainische Städte und Dörfer, während sich die USA zunehmend aus dem Konflikt und diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Kriegs zurückziehen.

    Mindestens 355 russische Drohnen seien laut der Ukraine über das Land geschwärmt, begleitet von neun Raketen, die von Bombern abgefeuert wurden. Der Angriff erfolgte, nachdem Trump in sozialen Medien Präsident Wladimir Putin beschuldigte, „völlig DURCHZUDREHEN“ in seinem Versuch, die Ukraine zu erobern – gleichzeitig warf er jedoch dem ukrainischen Präsidenten vor, provokative Worte benutzt zu haben. In einem Kommentar sagte er: „Das ist nicht Trumps Krieg.“

    Trotz seiner Rhetorik hat Trump sich geweigert, sich den Europäern bei neuen Finanzsanktionen gegen Russland anzuschließen, und hat der Ukraine keine neuen Waffen oder andere Hilfen angeboten. Trumps Beschwerden über das anhaltende Töten, gepaart mit seiner Weigerung, Putin auch nur einen bescheidenen Preis zahlen zu lassen, sei ein bekanntes Muster, sagen Experten und Beamte.


    Ein Autofahrer rast in eine Menschenmenge in Liverpool

    Fast 50 Menschen wurden gestern verletzt, als ein Fahrer in eine Menschenmenge raste, die den Premier-League-Sieg Liverpools feierte. Vier Kinder wurden verletzt, eines davon schwer. Der Fahrer, ein 53-jähriger Brite, wurde von der Polizei festgenommen.

    Die stellvertretende Polizeichefin Jenny Sims sagte, die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handle, der nicht als Terrorakt eingestuft werde. Sie sagte, die Behörden suchten keine weiteren Beteiligten, machte aber bisher keine Angaben zu einem möglichen Motiv.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Venezuela: Die Partei des Autokraten Nicolás Maduro erklärte sich bei den Regional- und Parlamentswahlen zum Sieger, doch die Wahllokale waren nahezu leer, und die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht.

    Gaza: Der Leiter eines neuen, umstrittenen Hilfsprogramms im Gazastreifen trat zurück, da er seine Arbeit nicht unabhängig ausüben könne.

    Migration: Die Trump-Regierung hat Tausende venezolanische Migranten zur freiwilligen Ausreise gedrängt .

    Energie: US-Firmen, die große Batterien zur Speicherung grüner Energie produzieren, sind auf chinesische Komponenten und staatliche Subventionen angewiesen. Trumps Zölle und Steuerpläne könnten das gefährden.

  • Trump verschiebt Strafzölle gegen die EU – neue Frist für Verhandlungen

    Trump verschiebt Strafzölle gegen die EU – neue Frist für Verhandlungen

    US-Präsident Donald Trump hat die Einführung der angekündigten 50-Prozent-Strafzölle auf Importe aus der Europäischen Union verschoben. Statt wie ursprünglich geplant am 1. Juni sollen die Maßnahmen nun erst ab dem 9. Juli greifen. Grund dafür sei der Wunsch nach mehr Zeit für weitere Handelsgespräche.

    Diese Entscheidung fiel kurz nach einem Telefongespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die das Gespräch als „gut“ bezeichnete. Sie betonte, dass die EU zusätzliche Zeit brauche, um ein Handelsabkommen mit den USA auszuhandeln. Die Verhandlungen sollen laut von der Leyen nun „zügig und entschlossen“ voranschreiten – Trump bestätigte das auf seiner Plattform Truth Social.

    „Die EU und die USA führen die weltweit bedeutendste und engste Handelsbeziehung“, schrieb von der Leyen auf X (ehemals Twitter).

    Erst am Freitag hatte Trump mit der sofortigen Einführung der Strafzölle gedroht, da seiner Meinung nach die Gespräche mit der EU „ins Leere laufen“. Diese Ankündigung ließ erneut die Sorge vor einem massiven Handelskonflikt mit einer der größten Volkswirtschaften der Welt aufflammen.


    Trump verurteilt russische Angriffe: „Was ist bloß mit Putin los?“

    Russland hat am Wochenende eine der heftigsten Angriffswellen des gesamten Ukraine-Krieges gestartet – mit Drohnen und Raketen. Mindestens 12 Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Donald Trump äußerte sich entsetzt: „Ich bin nicht glücklich mit Russland“, sagte er. Weitere Sanktionen stünden im Raum.

    „Er tötet viele Menschen, und ich weiß nicht, was zum Teufel mit Putin passiert ist“, erklärte Trump gegenüber Reportern. „Wir führen Gespräche, und er feuert Raketen auf Kiew und andere Städte.“

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wertete die Attacken als Beleg dafür, dass Russland den Krieg absichtlich in die Länge zieht – und täglich weiter mordet.

    Es war bereits der zweite Großangriff innerhalb von zwei Nächten – der dritte innerhalb einer Woche. Und das trotz andauernder Waffenstillstandsverhandlungen. Russland scheint gezielt Städte ins Visier zu nehmen, die Zahl ziviler Opfer ist zuletzt drastisch gestiegen.


    Venezuela hält Wahl in fremdem Gebiet ab – politische Farce oder gefährlicher Schachzug?

    In einem äußerst umstrittenen Schritt hat Venezuela eine Wahl in der Region Essequibo abgehalten – einem Gebiet, das völkerrechtlich zu Guyana gehört. Dort wurde über einen Gouverneur und Abgeordnete abgestimmt, obwohl der Landstrich offiziell nicht Teil Venezuelas ist.

    Essequibo ist dünn besiedelt, aber reich an Öl. Präsident Nicolás Maduro, der wegen seines autoritären Führungsstils im eigenen Land unter Druck steht, scheint mit dieser Maßnahme sein Regime sowohl innenpolitisch als auch international legitimieren zu wollen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen steht ihm das Militär nicht mehr uneingeschränkt loyal gegenüber.

    Guyanas Regierung reagierte prompt: Die Grenzsicherheit wurde erhöht, und es wurde angekündigt, dass jede Person aus Guyana, die die Wahl unterstützt, festgenommen wird.

    Das Territorialgefühl sitzt tief: Viele Venezolaner glauben, Essequibo gehöre historisch zu ihrem Land – ein Erbe der spanischen Kolonialzeit. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die meisten Menschen dort sprechen Englisch, fühlen sich kulturell Guyana zugehörig und wollen auch Teil Guyanas bleiben.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    Gaza: Bei einem israelischen Luftangriff starben laut Gesundheitsbehörden mindestens sieben Kinder einer Ärztin, während sie im Krankenhaus arbeitete.

    Israel: Die Zuständigkeit für Hilfslieferungen nach Gaza soll von der UNO auf neu gegründete private Organisationen übergehen – deren Hintergründe und Geldgeber bleiben im Dunkeln.

    Nordkorea: Nach dem missglückten Stapellauf eines Zerstörers wurden drei Werftbeamte festgenommen. Das Schiff kenterte direkt vor den Augen von Machthaber Kim Jong-un.

    Jerusalem: In der Nähe der Stadt fand die Beerdigung von Yaron Lischinsky statt, der letzte Woche vor dem jüdischen Museum in Washington erschossen wurde.

    Technik: IT-Entwickler bei Amazon berichten, dass ihre Arbeit durch Künstliche Intelligenz zunehmend einem monotonen Job im Lagerhaus ähnelt.

    Von Andreas M. Brucker

  • Brüssel droht mit Milliarden-Zöllen auf US-Importe

    Brüssel droht mit Milliarden-Zöllen auf US-Importe

    Die Europäische Union verschärft ihren Ton gegenüber den Vereinigten Staaten. Hintergrund ist ein erneut aufflammender Handelskonflikt, ausgelöst durch die Wiedereinführung von US-Zöllen auf europäische Produkte unter der Regierung von Donald Trump. Die EU-Kommission hat am 8. Mai angekündigt, Vergeltungsmaßnahmen im Volumen von bis zu 95 Milliarden Euro vorzubereiten. Damit sendet Brüssel ein klares Signal an Washington – doch gleichzeitig bleibt der Wille zum Dialog bestehen.

    Breite Front gegen US-Exporte

    Die geplanten Maßnahmen umfassen ein breites Spektrum amerikanischer Produkte. Neben Flugzeugen und Kraftfahrzeugen sollen auch elektrische Geräte, Batterien, Agrarerzeugnisse sowie alkoholische Getränke betroffen sein. Insbesondere Hersteller aus den Bereichen Luftfahrt, Automobilbau und Lebensmittelindustrie könnten empfindlich getroffen werden. Nach Angaben der Kommission wurden entsprechende Vorbereitungen für eine öffentliche Konsultation gestartet, um die betroffenen Produkte final festzulegen.

    Mit diesem Schritt setzt die EU auf ein erprobtes Mittel: die Drohung mit Zöllen, um politischen Druck aufzubauen. Bereits während der ersten Amtszeit Donald Trumps hatte Brüssel mit ähnlichen Maßnahmen auf US-Zölle reagiert. Neu ist jedoch der Umfang – nie zuvor stand ein solch hohes Volumen potenzieller Gegenmaßnahmen zur Debatte.

    Rechtliche Schritte über die WTO

    Parallel zur Ankündigung der Strafzölle plant die Europäische Union auch den Gang zur Welthandelsorganisation (WTO). Die Kommission spricht von einer „klaren Verletzung internationalen Rechts“ durch die USA. Washington wird vorgeworfen, ohne rechtliche Grundlage und ohne Absprache mit den Handelspartnern protektionistische Maßnahmen eingeführt zu haben. Ein mögliches WTO-Verfahren könnte Jahre dauern, hat jedoch eine wichtige politische Signalwirkung: Die EU präsentiert sich als Verfechterin regelbasierter Handelsordnung – ein Gegenentwurf zur „America First“-Politik Trumps.

    Die Rückkehr dieser wirtschaftspolitischen Strategie stellt die Europäer vor ein altbekanntes Dilemma: Wie mit einem Partner umgehen, der offene Märkte einfordert, aber selbst zum Protektionismus neigt? Die EU setzt zunächst auf Verhandlungen, macht aber deutlich, dass sie im Falle des Scheiterns zur Gegenwehr bereit ist.

    Wirtschaftliche und politische Implikationen

    Ein eskalierender Handelskonflikt zwischen der EU und den USA hätte weitreichende wirtschaftliche Folgen. Allein die betroffenen Warengruppen im Wert von rund 95 Milliarden Euro belegen die Tragweite der drohenden Zölle. Große US-Unternehmen wie Boeing oder Ford könnten massive Absatzprobleme in Europa bekommen. Umgekehrt wären auch europäische Airlines und Automobilimporteure von steigenden Preisen betroffen. Nicht zuletzt würden Konsumenten auf beiden Seiten des Atlantiks unter höheren Preisen leiden.

    Darüber hinaus stehen strategische Interessen auf dem Spiel. In einer Zeit wachsender globaler Unsicherheiten – vom Krieg in der Ukraine über die Spannungen im Indopazifik bis hin zu den Herausforderungen des Klimawandels – wäre ein transatlantischer Handelskrieg politisch kontraproduktiv. Die EU muss daher sorgfältig abwägen, wie weit sie in der Auseinandersetzung gehen will, ohne die transatlantische Partnerschaft als Ganzes zu gefährden.

    Der politische Kontext: Trump und die Rückkehr des Wirtschaftsnationalismus

    Die Zuspitzung des Konflikts erfolgt nicht zufällig. Trump, der sich schon in seiner ersten Amtszeit als Gegner multilateraler Handelsabkommen präsentierte, versucht offenbar, mit harter Handelspolitik erneut politisch zu punkten.

    Für die EU ergibt sich daraus ein doppelter Handlungsdruck. Einerseits muss sie gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit verdeutlichen, dass europäische Interessen nicht verhandelbar sind. Andererseits will sie keine Eskalation, die in einen offenen Handelskrieg münden könnte. Vor diesem Hintergrund ist auch die Äußerung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu verstehen, man sei „vollständig engagiert“, eine Lösung mit Washington zu finden.

    Diese Balance zwischen Härte und Gesprächsbereitschaft ist typisch für die EU-Handelspolitik. Doch sie erfordert in diesem Fall besonderes diplomatisches Geschick – nicht zuletzt, weil auch innerhalb der EU die Positionen auseinandergehen. Während wirtschaftlich stark exportorientierte Länder wie Deutschland auf eine schnelle Verständigung drängen, verfolgen andere Mitgliedstaaten eine konfrontativere Linie.

    Die nächsten Wochen als Weichenstellung

    Ob es tatsächlich zu den angedrohten Vergeltungszöllen kommt, hängt maßgeblich von den laufenden Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ab. Die Konsultation innerhalb der EU läuft noch bis zum 10. Juni. Sollte bis dahin kein Entgegenkommen aus Washington erfolgen, könnte die Kommission rasch entsprechende Maßnahmen umsetzen. Auch der Ausgang eines möglichen WTO-Verfahrens wird mit Spannung erwartet – allerdings dürfte dieser Weg länger dauern.

    Für die internationale Handelsordnung steht viel auf dem Spiel. Die EU sieht sich als Hüterin eines regelbasierten Systems, das angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen unter Druck geraten ist. Sollte es Brüssel gelingen, durch diplomatischen Druck eine Einigung zu erzielen, wäre das ein wichtiges Signal für die Zukunft des freien Handels.

    Von Andreas Brucker

  • Europa als Zufluchtsort für die Wissenschaft

    Europa als Zufluchtsort für die Wissenschaft

    Am 5. Mai 2025 versammelten sich führende Vertreter der europäischen Forschungsgemeinschaft an der Sorbonne in Paris zum Gipfeltreffen „Choose Europe for Science“. Inmitten globaler Spannungen um akademische Freiheiten und Forschungsfinanzierung präsentierten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine ambitionierte Strategie: Europa soll zum bevorzugten Ziel für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit werden, insbesondere für jene, die in ihren Heimatländern mit Einschränkungen konfrontiert sind. Ein Appell an die Wissenschaftsfreiheit In seiner Rede betonte Macron die Bedeutung freier Forschung für demokratische Gesellschaften. Ohne die USA namentlich zu nennen, kritisierte er jüngste politische Entwicklungen, die zur Einschränkung oder Streichung von Fördergeldern für Projekte im Bereich Diversität, Gleichstellung und Inklusion geführt haben. Besonders in den Vereinigten Staaten, wo unter der neuen republikanischen Regierun…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Transatlantische Hängepartie: Trumps Absage an die EU vertieft den Handelskonflikt

    Transatlantische Hängepartie: Trumps Absage an die EU vertieft den Handelskonflikt

    Ein neuer Rückschlag im ohnehin belasteten Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union: US-Präsident Donald Trump wies das Angebot der EU zurück, sämtliche Zölle auf Industriegüter beidseitig abzuschaffen – ein Vorschlag, der als Versuch galt, die Handelsbeziehungen zu entkrampfen. Mit seiner kategorischen Ablehnung der „Null-für-Null“-Initiative unterstrich Trump einmal mehr seine protektionistische Handelspolitik und verschärfte damit die transatlantische Spannung weiter.

    Das Angebot kam von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie hatte in einem Interview mit Politico Europe die Bereitschaft signalisiert, alle Zölle auf Industriegüter auf beiden Seiten des Atlantiks abzuschaffen – vorausgesetzt, die USA seien bereit, sich auf einen fairen Rahmen für Industriegüter zu einigen. Trumps Antwort darauf fiel knapp aus: „Nein, bin ich nicht“, sagte er auf eine entsprechende Nachfrage in Washington. Seine Forderung: Europa solle mehr Energie aus den USA importieren, insbesondere Flüssiggas, um das Handelsdefizit auszugleichen.

    Eskalation statt Entspannung

    Diese Episode ist nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte wachsender wirtschaftspolitischer Dissonanzen. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium eingeführt, die sich insbesondere gegen EU-Exporte richteten. Die damalige Begründung lautete nationale Sicherheitsinteressen – ein Argument, das in Europa auf breite Ablehnung stieß. Auch jetzt scheint der Präsident nicht auf eine Wiederbelebung multilateraler Handelsgespräche zu setzen, sondern verfolgt gezielt einseitige Vorteile.

    Der EU bleibt unterdessen kaum eine andere Wahl, als zwischen prinzipiengeleiteter Verteidigung gemeinsamer Marktinteressen und pragmatischer Deeskalation zu lavieren. Von der Leyen zeigte sich enttäuscht über Trumps Zurückweisung, betonte aber, dass die Europäische Union gesprächsbereit bleibe. Gleichzeitig warnte sie, man sei vorbereitet, „alle Instrumente zu nutzen“, um auf einseitige Maßnahmen Washingtons zu reagieren.

    Strategische Interessen hinter der Zollpolitik

    Trumps Argument, das US-Handelsdefizit mit der EU durch verstärkte Energieexporte auszugleichen, ist ökonomisch nicht unplausibel, greift aber strukturell zu kurz. Während Europa in den letzten Jahren tatsächlich vermehrt amerikanisches Flüssiggas (LNG) importiert hat – nicht zuletzt als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine – sind Energieimporte kein vollständiger Ersatz für eine ausgewogene Handelsbilanz in der Breite der industriellen Wertschöpfung.

    Hinzu kommt: Die Forderung nach erhöhter Energieabnahme ist eingebettet in eine geopolitische Agenda. Die USA drängen Europa nicht nur aus wirtschaftlichem Interesse zur Diversifizierung weg von russischer, – aber auch erneuerbarer Energie -, sondern auch zur langfristigen Bindung an den US-Markt. Das wiederum könnte europäischen Industriezweigen wie der Chemie- oder Automobilbranche längerfristig Wettbewerbsnachteile bescheren, da Energiekosten maßgeblich über Standortentscheidungen mitentscheiden.

    Wirtschaftliche und politische Auswirkungen

    Die Reaktion der Märkte auf die jüngsten Spannungen fiel unmittelbar und deutlich aus: Leitindizes in Europa und den USA verzeichneten Kursverluste, besonders betroffen waren exportorientierte Branchen. Vertreter der deutschen und französischen Industrie warnten vor einer Eskalation, die in einem „kalten Handelskrieg“ enden könnte. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sprach von einem „verheerenden Signal für die globalen Lieferketten“.

    Auch innerhalb der USA stößt Trumps Vorgehen auf Widerstand. Führende Wirtschaftspolitiker beider Parteien warnten vor einer Belastung der heimischen Unternehmen, die durch Gegenzölle der EU auf wichtige US-Exporte – etwa Agrarprodukte, Maschinen oder Dienstleistungen – getroffen werden könnten. Schon jetzt zeigen sich Verwerfungen in Sektoren wie der Luftfahrtindustrie oder dem Maschinenbau, die stark vom EU-Markt abhängig sind.

    Perspektiven einer strukturellen Einigung

    Dass die EU überhaupt das Null-für-Null-Angebot unterbreitet hat, ist Teil einer langfristigeren Strategie zur Reform des transatlantischen Handelsrahmens. Bereits 2018 wurde unter der damaligen EU-Kommission ein ähnlicher Vorschlag gemacht, der jedoch ebenfalls auf taube Ohren in Washington stieß. Nun könnte die aktuelle Eskalation als Hebel dienen, um innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) neue Regelwerke für Industriegüter zu etablieren, die auch China stärker einbinden.

    Die große Herausforderung bleibt dabei, wie ein solcher Rahmen aussehen könnte, ohne in protektionistische Muster zurückzufallen. Der europäische Binnenmarkt basiert auf klaren Standards für Umwelt- und Verbraucherschutz – Prinzipien, die nicht ohne Weiteres auf bilateraler Ebene mit den USA verhandelbar sind. Gleichzeitig ist Europa auf stabile außenwirtschaftliche Beziehungen angewiesen, um seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend multipolaren Weltordnung zu bewahren.

    Der weitere Verlauf des Konflikts hängt stark von der politischen Großwetterlage ab sowohl in den USA, als auch in Europa, das vor einem schwierigen Reformjahr steht. Ein Kurswechsel in Washington könnte neue Spielräume eröffnen, ist derzeit jedoch nicht in Sicht.

    Autor: P. Tiko

  • EU verhängt Vergeltungszölle als Reaktion auf US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium

    EU verhängt Vergeltungszölle als Reaktion auf US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium

    Die Europäische Union hat als Reaktion auf die Entscheidung der Trump-Regierung, auf alle Stahl- und Aluminiumimporte in die USA einen Zollsatz von 25 % zu erheben, Gegenmaßnahmen beschlossen. Die neuen EU-Zölle, die am 1. April in Kraft treten, betreffen US-Waren im Wert von etwa 26 Milliarden Euro. Neben Stahl- und Aluminiumprodukten werden auch Textilien, Haushaltsgeräte und landwirtschaftliche Erzeugnisse mit Zöllen belegt.

    Hintergrund der US-Zölle

    Die Vereinigten Staaten sind der weltweit größte Importeur von Stahl. Im Jahr 2024 wurden 23 % des in den USA verbrauchten Stahls importiert. Die wichtigsten Lieferanten waren Kanada, Brasilien, Mexiko, Südkorea, Vietnam und Japan. Auch beim Aluminium war Kanada der größte Lieferant.

    Präsident Donald Trump rechtfertigte die Maßnahmen mit dem Ziel, Arbeitsplätze in der US-Industrie zu schaffen und die heimische Produktion zu stärken. Kritiker befürchten jedoch, dass die Maßnahmen zu höheren Produktionskosten für US-Unternehmen und steigenden Preisen für Verbraucher führen werden.

    Details der EU-Gegenmaßnahmen

    Die EU-Kommission, die für die Handelspolitik der 27 Mitgliedsstaaten zuständig ist, erklärte, dass die US-Zölle die transatlantischen Beziehungen weiter belasten. Als Antwort darauf werden die europäischen Gegenzölle nicht nur Stahl und Aluminium betreffen, sondern auch Textilien, Lederwaren, Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Kunststoffe und Holz. Darüber hinaus werden landwirtschaftliche Produkte wie Geflügel, Rindfleisch, bestimmte Meeresfrüchte, Nüsse, Eier, Zucker und Gemüse zusätzlichen Zöllen unterworfen.

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass die EU grundsätzlich offen für Verhandlungen bleibe. Sie warnte jedoch, dass die eingeführten Zölle Arbeitsplätze gefährden, Lieferketten stören und Unsicherheit in die Wirtschaft bringen würden.

    Auswirkungen auf die europäische Stahlindustrie

    Die europäische Stahlindustrie befürchtet erhebliche Verluste durch die US-Zölle. Experten warnen, dass bis zu 3,7 Millionen Tonnen Stahlexporte aus der EU betroffen sein könnten. Die USA sind der zweitwichtigste Exportmarkt für europäische Stahlhersteller und machen 16 % der gesamten EU-Stahlexporte aus. Ein Wegfall dieses Absatzmarktes könnte kaum durch Exporte in andere Regionen ausgeglichen werden.

    Historische Parallelen und frühere Handelskonflikte

    Bereits während seiner ersten Amtszeit verhängte Präsident Trump ähnliche Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte. Die EU reagierte damals mit Gegenmaßnahmen, die unter anderem US-Produkte wie Motorräder, Bourbon, Erdnussbutter und Jeans betrafen. Die aktuellen Entwicklungen erinnern an diese früheren Handelskonflikte und werfen die Frage auf, wie sich die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA weiterentwickeln werden.

    Die EU hat bereits angekündigt, rechtliche Schritte vor der Welthandelsorganisation (WTO) zu prüfen, da sie die US-Zölle als ungerechtfertigt betrachtet. Solche Verfahren dauern jedoch oft Jahre, und die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen könnten gravierend sein.

    Wirtschaftliche Gesamtauswirkungen

    Das Handelsvolumen zwischen der EU und den USA beträgt jährlich etwa 1,5 Billionen US-Dollar und macht damit rund 30 % des globalen Handels aus. Während die EU einen erheblichen Exportüberschuss im Warenhandel verzeichnet, wird dieser teilweise durch ein Defizit im Dienstleistungshandel mit den USA ausgeglichen.

    Die neuen Zölle könnten dieses Gleichgewicht stören und sowohl in den USA als auch in der EU wirtschaftliche Unsicherheiten hervorrufen. Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks müssen mit steigenden Kosten rechnen, was ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnte. Verbraucher dürften sich zudem auf höhere Preise für zahlreiche Produkte einstellen.

    Politische Reaktionen und zukünftige Entwicklungen

    Die politischen Reaktionen auf beiden Seiten des Atlantiks sind angespannt. Während die US-Regierung die Zölle als notwendigen Schutz für die heimische Industrie verteidigt, sieht die EU darin einen schweren Schlag für den internationalen Handel.

    Die kommenden Monate dürften entscheidend dafür sein, ob es zu einer weiteren Eskalation des Handelsstreits kommt oder ob eine diplomatische Lösung gefunden werden kann. Die EU hat signalisiert, dass sie Verhandlungen bevorzugt, jedoch nicht zögern wird, mit weiteren Gegenmaßnahmen zu reagieren, falls die USA ihre protektionistische Handelspolitik fortsetzen.

    Von Andreas Brucker

  • Ursula von der Leyen: Trotz transatlantischer Spannungen – USA bleiben Partner

    Ursula von der Leyen: Trotz transatlantischer Spannungen – USA bleiben Partner

    Die Europäische Union steht vor einer sicherheitspolitischen Zäsur. Trotz der wachsenden Spannungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten bleibt Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, entschlossen: Die USA sind und bleiben Verbündete der Europäer. Doch zugleich fordert sie eine Neuausrichtung der europäischen Verteidigungspolitik und eine stärkere Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten. Diese Haltung ist eine Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen in den USA. Donald Trump hat nicht nur wiederholt die Bedeutung der NATO infrage gestellt, sondern auch eine nähere Annäherung an Russland signalisiert, die sowohl in der Ukraine als auch in Europa mit Sorge betrachtet wird. Zudem drohte er mit neuen Zöllen auf europäische Waren, ein Schritt, der das ohnehin angespannte transatlantische Verhältnis weiter belasten könnte. In diesem Kontext wird von der Leyens Forderung nach mehr europäischer Eigenständigkeit zu einer sicherheitspolitischen Notwendigkeit. Der …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…