Schlagwort: UNOC-3

  • Tiefsee oder Tiefschlag? Der Kampf um seltene Metalle in den Ozeanen spitzt sich zu

    Tiefsee oder Tiefschlag? Der Kampf um seltene Metalle in den Ozeanen spitzt sich zu

    Ein dunkler Ozeanboden, viele Kilometer unter der Wasseroberfläche. Keine Sonne, kaum bekannte Lebensformen – aber ein Schatz, der Staaten und Konzerne elektrisiert: Mangan, Kobalt, Nickel, seltene Erden. Ausgerechnet hier will Donald Trump den nächsten Rohstoffboom starten. Doch weltweit wächst der Widerstand.

    „Wir wären komplett verrückt, wenn wir anfangen würden, irgendwo zu bohren, das wir überhaupt nicht kennen“, wetterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf der UN-Ozeankonferenz in Nizza. Er spielt damit auf die Entscheidung von Donald Trump an, die großflächige Ausbeutung von Tiefseemineralien per Dekret zu erlauben – ein Alleingang, der weltweit Kritik provoziert.

    Trump – der große Abwesende in Nizza – hat sich erneut den Cowboyhut aufgesetzt. Mit seiner Entscheidung, das US-Unternehmen The Metal Company bei der Ausbeutung der Clarion-Clipperton-Bruchzone im Pazifik zu unterstützen, entfacht er eine hitzige Debatte: Gehört der Meeresboden irgendwelchen Staaten? Oder der gesamten Menschheit?

    „Die Tiefsee darf kein Wilder Westen werden“, warnte UN-Generalsekretär António Guterres. Auch Surangel Whipps Jr., Präsident der pazifischen Inselnation Palau, legte nach: „Kein einzelnes Land darf entscheiden, was mit einem Gut passiert, das allen gehört.“

    Derweil arbeiten Aktivisten, Wissenschaftler und einige Staaten an einem Moratorium – einer Art weltweiten Pausenknopf. Die Idee kam 2022 in Lissabon auf: Kleinere Inselstaaten schlugen vor, die Ausbeutung der Tiefsee vorerst zu verbieten, bis man besser wisse, womit man es dort eigentlich zu tun hat.

    Denn: Nur etwa 2 Prozent des Meeresbodens sind wissenschaftlich erfasst. Der Rest ist eine riesige, dunkle Unbekannte.

    Mittlerweile unterstützen 37 Staaten das Moratorium – Tendenz steigend. Auch in Nizza kamen vier neue Unterstützer hinzu. Donald Trumps Pro-Bergbau-Dekret hat dabei eher zur Mobilisierung beigetragen. „Er hat viele wachgerüttelt“, sagt Emma Wilson von der Deep Sea Conservation Coalition, einem Bündnis von 150 Umweltorganisationen.

    Und wie ist die rechtliche Lage?

    So einfach ist es gar nicht, in der Tiefsee einfach draufloszubohren. Außerhalb der nationalen Gewässer entscheidet nämlich die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA), eine UN-Organisation mit 169 Mitgliedstaaten. Genau dort tobt ein stiller Kampf: Einige Staaten wollen einen verbindlichen Tiefsee-Bergbau-Kodex erarbeiten, andere drängen auf Tempo und Profit.

    Im Juli geht es weiter – dann trifft sich die ISA in Kingston, Jamaika. Die Gegner der Tiefsee-Ausbeutung wollen dort eine Art politische Abkürzung nehmen. Ihr Ziel: aus der politischen Haltung für ein Moratorium ein echtes, rechtlich bindendes Instrument machen.

    Klingt kompliziert? Ist es auch. Aber notwendig.

    Doch selbst wenn Trump drängelt – wirtschaftlich lohnend ist der Tiefseebergbau derzeit kaum. Die Technik ist teuer, die Bedingungen widrig, die Ausbeute unsicher. „Wer investiert in ein Abenteuer mit hohem Risiko und fragwürdigem Nutzen, wenn man viele dieser Rohstoffe noch an Land abbauen kann?“, fragt Meeresrechtsexperte Pradeep Singh.

    Immer mehr große Banken wie BNP Paribas oder Crédit Agricole haben bereits klargestellt: Kein Cent für Tiefseebergbau. Auch Tech-Riesen wie Apple und Google sowie Autohersteller wie Renault, Volvo und BMW schließen den Einsatz solcher Rohstoffe aus.

    Ein mächtiges Zeichen. Denn: Wenn keiner die Produkte kauft – wer soll dann bohren?

    Es bleibt ein Rennen gegen die Zeit. Zwischen moralischem Kompass und wirtschaftlichem Kalkül. Zwischen globalem Gemeinwohl und nationalem Egoismus.

    Noch ist nichts entschieden.

    Doch die Welt hört genau hin, wenn kleine Inselstaaten den Mächtigen die Stirn bieten und sagen: „Nicht mit uns!“

    Und man fragt sich: Wer setzt sich am Ende durch – die Stimme der Vernunft oder der Lärm des Bohrmeißels?

    Von Andreas M. Brucker

  • Präsidiale Lippenbekenntnisse – Marine Tondelier wirft Macron Imagepflege statt konkreter Umweltmaßnahmen vor

    Präsidiale Lippenbekenntnisse – Marine Tondelier wirft Macron Imagepflege statt konkreter Umweltmaßnahmen vor

    In einem emotionalen Appell auf dem UN‑Ozeangipfel in Nizza, der vom 9. bis 13. Juni 2025 stattfindet, kritisierte Marine Tondelier, Generalsekretärin von Europe Écologie‑Les Verts, die Klimapolitik von Präsident Emmanuel Macron als reine Imagepflege und mangelnd an konkreten Maßnahmen. Sie forderte ein Ende der symbolischen Rhetorik und ein konsequent praktiziertes Umweltschutzhandeln. Kaffeekränzchen statt Klimaschutz? Tondelier warf der Regierung vor, zentrale ökologische Verpflichtungen zurückzunehmen – darunter die Aussetzung der Förderung MaPrimeRénov’, die Auflösung von Umweltzonen (ZFE) und die Wiederzulassung des Pestizids Acetamiprid. Diese Entwicklungen würden das Engagement der französischen Regierung in der Klimapolitik infrage stellen und zeigten einen rückläufigen Trend im Umweltschutz. Nach Ansicht der Grünen-Politikerin konterkarieren diese Entscheidungen Frankreichs offizielle Selbstverpflichtungen im Rahmen internationaler Klima- und Umweltabkommen. Marine Schutzgebi…

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  • UN-Ozeankonferenz 2025 in Nizza – Deutschland zeigt Flagge für den Ozean

    UN-Ozeankonferenz 2025 in Nizza – Deutschland zeigt Flagge für den Ozean

    Wenn über 10.000 Menschen aus über 150 Ländern zusammenkommen, ist klar: Es geht um mehr als nur schöne Worte. Vom 9. bis 13. Juni 2025 verwandelt sich Nizza in das globale Zentrum des Meeresschutzes. Die dritte UN-Ozeankonferenz (UNOC3) will die Weltmeere retten – und das mit Nachdruck. Frankreich und Costa Rica als Gastgeber haben klargemacht, dass bloße Absichtserklärungen diesmal nicht ausreichen. Der Appell lautet: „Beschleunigung des Handelns und Mobilisierung aller Akteure“.

    Deutschlands Meeresschutz-Offensive: klare Kante, starke Worte

    Mit Umweltminister Carsten Schneider und Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter ist Deutschland hochrangig vertreten. Und es bleibt nicht bei Auftritten – die Delegation bringt handfeste Pläne mit. Freiwillige Selbstverpflichtungen im Kampf gegen Plastikmüll gehören ebenso dazu wie ein klares Nein zum Tiefseebergbau. Besonders auffällig: die aktive Unterstützung des Hochseeschutzabkommens BBNJ, das endlich den rechtlichen Rahmen für bisher unregulierte Meeresgebiete schaffen soll.

    Ein besonderes Highlight: das deutsche Forschungsschiff METEOR wird zum schwimmenden Konferenzzentrum. Wissenschaft zum Anfassen – eine starke symbolische Geste.

    Macron mit Brandrede: „Wenn die Erde brennt, kocht der Ozean“

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nutzte die Bühne für eine emotionale und zugleich klare Ansage. Mit seiner Eröffnungsrede brachte er die Dringlichkeit auf den Punkt: Ohne gesunde Meere gibt es keinen gesunden Planeten. Das BBNJ-Abkommen soll – wenn alles läuft wie geplant – Anfang 2026 in Kraft treten. Über 55 Länder haben es bereits ratifiziert, viele weitere stehen kurz davor.

    Macron scheute nicht davor zurück, politisch brisante Themen anzusprechen. Besonders die Abwesenheit der USA kritisierte er scharf. Seine Worte zur Tiefsee – „nicht käuflich, genau wie Grönland oder die Antarktis“ – hallen nach. Ab 2026 startet Frankreich zudem die ozeanografische Großoffensive „Neptune“. Eine wissenschaftliche Mega-Mission mit großen Ambitionen.

    Die großen Baustellen des Meeresschutzes

    Plastikmüll: Der Kampf gegen Kunststoff in den Weltmeeren bleibt eines der zentralen Themen. Ein globales Abkommen ist in Sichtweite. Aber Papier allein fängt keinen Müll.

    Fischerei: Subventionen und illegale Praktiken machen der nachhaltigen Nutzung der Meere schwer zu schaffen. Hier braucht es Mut zur Reform.

    Tiefseebergbau: Die wirtschaftlichen Interessen an Rohstoffen aus der Tiefe wachsen – doch viele Delegierte fordern ein Moratorium. Die Tiefsee ist ein empfindliches Ökosystem, keine Goldmine.

    Meeresschutzgebiete: Die 30-Prozent-Marke bis 2030 ist das erklärte Ziel. Doch bisher sind nur etwa 2,7 Prozent der Ozeane effektiv geschützt. Da ist noch Luft nach oben – gewaltig viel sogar.

    Finanzierung & blaue Wirtschaft: Ozean-Anleihen, Schuldentausch-Programme für Naturschutz – innovative Ideen stehen im Raum. Was fehlt, ist der politische Wille, sie in großem Maßstab umzusetzen.

    Wissenschaft und Politik – ein nicht immer leichtes Verhältnis

    Während offizielle Delegationen auf Hochglanzpolitur setzen, wächst in der Wissenschaft die Skepsis. Einige Forscherinnen und Forscher sprechen von „Dekoration statt Transformation“. Sie vermissen klare Verpflichtungen – denn freiwillige Versprechen retten keine Korallenriffe.

    Die Frage stellt sich: Wie viele Konferenzen braucht es noch, bis gehandelt wird?

    Politik zwischen Hoffnung und Verantwortung

    Mit dabei sind unter anderem Luiz Inácio Lula da Silva, Ursula von der Leyen und weitere Spitzenpolitiker. Sie alle eint ein Ziel – zumindest auf dem Papier. Doch Meeresschutz ist längst auch ein geopolitisches Thema. Es geht um Ernährungssicherheit, Klimaschutz und internationale Gerechtigkeit.

    Costa Ricas Präsident Carlos Alvarado Chaves brachte es auf den Punkt: „Das Meer ist eine offene Wunde. Wir müssen sie heilen – mit Taten, nicht mit Phrasen.“

    Zielgerade: Der „Nice Ocean Action Plan

    Zehn thematische Panels, hunderte Stunden Diskussionen – am Ende soll der Nice Ocean Action Plan stehen. Freiwillige Selbstverpflichtungen, abgestimmte Ziele und neue Allianzen. Es ist ein ambitionierter Fahrplan – aber auch eine große Verantwortung.

    Die Welt schaut nach Nizza. Was dort verhandelt wird, beeinflusst das Leben künftiger Generationen.

    Kurs halten oder abtauchen?

    Diese Konferenz hat das Potenzial, Geschichte zu schreiben – aber nur, wenn den Reden auch Handlungen folgen. Der Ozean ist nicht unendlich belastbar. Und irgendwann lässt sich auch das größte Meer nicht mehr retten.

    Noch bleibt Zeit. Aber nicht mehr viel.

    Von C. Hatty

  • Nizza, Bühne der Ozeane – oder Zirkus des Greenwashings?

    Nizza, Bühne der Ozeane – oder Zirkus des Greenwashings?

    Nice – Nizza. Diese Stadt klingt nach Sommer, Croissants und Côte d’Azur. Doch in dieser Woche soll sie mehr sein: die Hauptstadt der Ozeane. Die dritte UN-Ozeankonferenz, UNOC-3, ist da. Eine Bühne für 20.000 Teilnehmende, Staatschefs, Wissenschaftlerinnen, NGO-Vertreter – und jede Menge Hoffnung. Hoffnung auf Schutz. Auf Rettung. Auf ein Signal. Doch was bleibt davon übrig, wenn die Kameras wieder aus sind?

    Der Ozean stirbt – und wir applaudieren dabei

    Es ist bizarr. Während Meeresökosysteme kollabieren, veranstaltet man in der Baie des Anges eine Drohnenshow und lädt zu DJ-Konzerten. Ja, es gibt Ausstellungen. Ja, es gibt Gespräche. Doch über all dem schwebt ein bitterer Beigeschmack: Ist das echte Veränderung oder nur ein aufwändig inszeniertes Schauspiel?

    Was bringt uns ein UN-Ziel auf dem Papier, wenn gleichzeitig immer noch illegal gefischt wird? Wenn Plastikmüll sich durch Meeresströmungen frisst wie ein Parasit durchs Herz des Planeten?

    Nizza will „Zéro Plastique“ bis 2025, 55 % weniger CO₂ bis 2030 – das klingt gut. Aber klingt es auch glaubwürdig? Wie viel davon ist tatsächlich im Alltag spürbar? Wo sind die Daten, die zeigen, dass sich die Situation verbessert? Und: Wer übernimmt Verantwortung, wenn Versprechen wie Seifenblasen platzen?

    Von Meeresschutz reden – und im selben Atemzug Bodenschleppnetze zulassen?

    Die Bodenschleppnetzfischerei ist eines der grausamsten Verbrechen an den Ozeanen. Ein Bulldozer über Korallen, der alles niederwalzt – Leben, Arten, ganze Ökosysteme. Wenn diese Praxis verboten wird: Bravo. Aber wenn sie bloß „stärker reguliert“ wird, heißt das doch nur, dass der Tod der Meere langsamer verläuft. Nicht, dass er aufhört.

    Und dann stehen da große Namen, Spitzenköche, politische Führungspersonen und sagen: „Wir müssen handeln!“ Aber wo ist dieses Handeln denn? Im Sektglas beim Gala-Dinner? Im Auftritt auf der Bühne vor Blitzlichtern?

    Lasst uns ehrlich sein.

    Diese Konferenzen sind ein zweischneidiges Schwert. Ja, sie bieten Raum für Dialog, für Austausch, für Diplomatie. Aber sie verführen auch zur Show, zum Greenwashing, zum „Wir tun ja was“, ohne dass sich etwas Grundlegendes ändert. Die „Accords de Nice“ – ein schönes Etikett. Doch werden diese Abkommen mehr sein als ein weiteres Papiertiger-Dokument? Wer kontrolliert, wer sanktioniert, wer setzt durch?

    Der Ozean ist kein Dekor – er ist unser Überleben

    Unsere Meere regulieren das Klima. Sie geben uns Sauerstoff, Nahrung, Kühlung. Und doch behandeln wir sie wie Müllschlucker. Wie weit muss es kommen, bis wir begreifen, dass wir ohne gesunde Ozeane keine Zukunft haben?

    Ich frage mich: Was werden wir unseren Kindern sagen? Dass wir tatenlos zugesehen haben, wie das größte lebendige System der Erde kollabierte? Oder dass wir endlich aufgestanden sind – gegen politische Untätigkeit, gegen industrielle Gier, gegen die Lüge vom ewigen „Weiter so“?

    Nizza ist ein Symbol. Ein Brennpunkt. Aber auch ein Prüfstein. Wird es gelingen, dort nicht nur zu reden, sondern auch zu liefern? Werden aus Versprechen Gesetze? Aus PR-Momenten echter Wandel?

    Der Planet wartet nicht

    Während wir diskutieren, schmelzen Gletscher, versauern Meere, sterben Fische. Die Zeit der Konferenzen als Wohlfühlzonen für Entscheidungsträger ist vorbei. Wer heute Verantwortung trägt – in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft –, muss liefern. Kein „Vielleicht“, kein „Irgendwann“, kein „Wir prüfen das“.

    Es ist unsere verdammte Pflicht.

    Denn der nächste Sturm, das nächste Fischsterben, der nächste verlorene Korallenriff-Abschnitt – sie alle werden nicht fragen, ob wir ein schönes Event in Nizza gefeiert haben.

    Von Andreas M. Brucker

  • Macrons Meeresoffensive: Zwischen Ambition und Symbolpolitik

    Macrons Meeresoffensive: Zwischen Ambition und Symbolpolitik

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat kurz vor Beginn der dritten UN-Ozeankonferenz in Nizza weitreichende Maßnahmen zum Schutz maritimer Ökosysteme angekündigt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das Grundschleppnetzfischen – eine besonders invasive Methode, bei der schwere Netze über den Meeresboden gezogen werden und dabei nicht nur Fisch gefangen, sondern ganze Lebensräume zerstört werden. Macron kündigte an, diese Praxis in bestimmten Zonen französischer Meeresschutzgebiete (aires marines protégées, AMP) künftig einschränken zu wollen.

    Die Maßnahme ist Teil eines größeren Vorhabens: Der Anteil der streng geschützten Meeresgebiete Frankreichs soll bis Anfang 2026 auf 10 Prozent erhöht werden – vier Jahre früher als von der EU vorgesehen. Doch die Reaktionen auf diese Ankündigung sind geteilt. Während Macron den Vorstoß als Ausdruck ökologischer Verantwortung präsentiert, zweifeln Umweltorganisationen an der tatsächlichen Wirksamkeit.

    Zwischen ökologischer Notwendigkeit und politischem Kalkül

    Macron begründete sein Vorgehen mit der wissenschaftlich gut belegten Schädlichkeit des Grundschleppnetzfischens für die Biodiversität. Diese Praxis, so der Präsident, gefährde fragile Ökosysteme, die gerade in Schutzgebieten eigentlich besondere Aufmerksamkeit verdienten. Die angekündigte Einschränkung sei daher ein Schritt hin zu einer nachhaltigeren Meeresnutzung.

    Zugleich bemühte sich Macron, die französischen Fischer nicht als Gegner, sondern als Partner darzustellen. In einer Rede betonte er, dass es „nicht darum gehe, Fischer zu stigmatisieren“, sondern mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die Erstellung einer detaillierten Karte der betroffenen Zonen erfolgt deshalb unter Einbindung von Fischereiverbänden und wissenschaftlichen Institutionen. Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher soll die Karte in den kommenden Wochen präsentieren.

    Frankreichs ehrgeizige Schutzstrategie

    Aktuell sind rund 2,6 Prozent der französischen Seegebiete unter strengem Schutz, wobei der Großteil dieser Zonen in Übersee liegt – etwa in Gebieten wie dem Pazifikarchipel Neukaledonien. Das Ziel, diesen Anteil auf 10 Prozent anzuheben, ist ambitioniert und folgt einer breiter angelegten EU-Strategie zum Schutz der Ozeane. Doch während Frankreich sich hier als Vorreiter inszeniert, sehen Kritiker das Vorhaben skeptisch.

    Denn bisher wurden viele AMP lediglich auf dem Papier eingerichtet, ohne dass dort tatsächlich schädliche Eingriffe wie industrielle Fischerei untersagt wurden. Auch die neue Maßnahme könnte sich – so der Vorwurf – als bloßer Symbolakt entpuppen, wenn sie nur in bereits weitgehend ungenutzten oder ohnehin geschützten Gewässern greift.

    Kritik der Umweltorganisationen

    Umweltverbände wie Bloom, Greenpeace und Oceana reagierten mit Zurückhaltung auf Macrons Ankündigungen. Bloom warf der Regierung vor, den „Status quo“ lediglich neu zu verpacken. Die Ankündigung komme einer PR-Strategie gleich, ohne verbindliche rechtliche Folgen. Greenpeace forderte indes ein vollständiges Verbot des Grundschleppnetzfischens in mindestens 30 Prozent der AMP – also eine weitreichendere Maßnahme, als sie derzeit geplant ist.

    Auch Oceana zeigte sich zwar offen für Macrons Vorstoß, wies aber darauf hin, dass einige der genannten Schutzgebiete – wie etwa Port-Cros im Mittelmeer – ohnehin schon von Grundschleppnetzfischerei ausgenommen seien. Der tatsächliche Mehrwert für die Biodiversität bleibe deshalb unklar.

    Internationale Bühne, nationale Interessen

    Macrons Vorstoß fällt nicht zufällig in die Woche der UN-Ozeankonferenz, die vom 9. bis 13. Juni 2025 in Nizza stattfindet. Die Konferenz, die im Zeichen des Kampfes gegen die Meeresverschmutzung und Überfischung steht, bietet Frankreich eine Bühne, um sich als ökologischer Vorreiter zu präsentieren. Auch geopolitisch spielt das Thema eine Rolle: Mit über 11 Millionen Quadratkilometern ist Frankreichs maritime Fläche eine der größten weltweit – ein strategisches Kapital, das zunehmend auch außenpolitische Bedeutung gewinnt.

    Gleichzeitig geht es um wirtschaftliche Interessen. Die französische Fischereiindustrie, vor allem in Regionen wie der Bretagne oder im Ärmelkanal, beschäftigt Zehntausende Menschen. Grundschleppnetzfischerei macht dabei einen bedeutenden Teil des industriellen Fischfangs aus. Eine Einschränkung dieser Methode könnte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben – was erklärt, warum Macron hier vorsichtig formuliert und auf Kooperation statt Konfrontation setzt.

    Was bleibt von der Ankündigung?

    Die kommenden Monate werden zeigen, ob Macrons Ankündigung mehr ist als eine symbolische Geste im Lichte der internationalen Aufmerksamkeit. Die Effektivität wird maßgeblich davon abhängen, wie restriktiv die neuen Vorschriften ausfallen und ob sie in ökologisch besonders sensiblen und zugleich wirtschaftlich genutzten Zonen zur Anwendung kommen.

    Sollte Frankreich jedoch tatsächlich einen substanziellen Anteil seiner AMP für invasive Fischereimethoden sperren, könnte dies einen Präzedenzfall für andere EU-Staaten schaffen – insbesondere für Länder mit ähnlich ausgeprägten maritimen Interessen wie Spanien, Italien oder Portugal.

    Ob Macron bereit ist, den notwendigen politischen Preis zu zahlen, bleibt abzuwarten.

    Von Andreas Brucker

  • Wenn Wissenschaft streikt: Warum Forscher den Ozean-Gipfel in Nizza boykottieren – und was das über den Zustand unserer Meere verrät

    Wenn Wissenschaft streikt: Warum Forscher den Ozean-Gipfel in Nizza boykottieren – und was das über den Zustand unserer Meere verrät

    Man stelle sich vor: Eine Weltkonferenz zur Rettung der Ozeane, und die wichtigsten Ozeanforscher sagen ab. Nicht, weil sie keine Zeit haben – sondern aus Protest. Genau das passiert gerade in Nizza.

    Die dritte UN-Ozeankonferenz (UNOC), die am 9. Juni 2025 in der südfranzösischen Mittelmeerstadt startet, hätte ein Fanal der globalen Entschlossenheit sein können – eine Plattform, auf der Staatenlenker, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam für die Rettung der Meere einstehen. Doch noch bevor die Eröffnungsrede gehalten ist, hängt der Schatten eines beispiellosen wissenschaftlichen Boykotts über dem Treffen.


    Ein stiller Aufschrei der Ozeanwissenschaft

    In der Welt der internationalen Diplomatie ist ein solcher Schritt mehr als ein symbolischer Akt. Es ist ein Aufschrei – einer, der Bände spricht.

    Mehrere namhafte Forscherinnen und Forscher, darunter langjährige Mitglieder des Weltklimarats und renommierte Ozeanografen, haben sich gegen eine Teilnahme an der UNOC 3 entschieden. Der Grund? Sie werfen der Konferenz vor, ein Spektakel der Worte zu sein – ohne wirksame Maßnahmen, ohne echten Wandel.

    Das Misstrauen ist nicht neu. Es speist sich aus Jahren der Erfahrung: Mahnungen zur Meeresversauerung, Warnungen vor Überfischung, Studien zu Mikroplastik und der dramatischen Erwärmung der Ozeane – sie alle verhallten bislang weitgehend ungehört. Wissenschaftliche Empfehlungen wurden in schöne Erklärungen gegossen, aber nicht in politische Realität überführt.

    Oder um es mit den Worten einer frustrierten Meeresbiologin zu sagen: „Wir liefern die Fakten, aber niemand will die Konsequenzen hören.“


    Zwischen Hochglanzbroschüren und leerem Meeresboden

    Die Organisatoren – Frankreich und Costa Rica – haben sich das ambitionierte Motto gegeben: „Beschleunigte Aktionen zur nachhaltigen Nutzung und dem Schutz der Ozeane.“ Klingt nach Fortschritt.

    Doch unter der Oberfläche brodelt es. Denn was fehlt, sind verbindliche Instrumente. Es gibt keine klaren Umsetzungspläne, keine Kontrollmechanismen, keine Konsequenzen bei Nichterfüllung. Ein Wissenschaftler spricht von einer „Hochglanzdiplomatie“, bei der viel versprochen – aber wenig gehalten wird.

    Schon die erste Version der geplanten gemeinsamen Abschlusserklärung gilt in NGO-Kreisen als Rückschritt. „Nicht ehrgeizig genug“, lautet die Kritik von SeaLegacy und der Ocean Conservancy. Auch Greenpeace äußerte sich deutlich: „Wenn Worte Fische retten könnten, wären die Weltmeere längst gesund.“

    Wird hier also tatsächlich mehr ins Mikrofon gesprochen als gehandelt?


    Der alte Graben: Politik vs. Wissenschaft

    Es ist ein altbekanntes Muster: Während Wissenschaftler die Dringlichkeit betonen, bremsen politische Realitäten. Und oft sind es wirtschaftliche Interessen, die das Steuer übernehmen – vor allem dort, wo Fischereilobbys, Plastikindustrie oder Offshore-Energieinvestoren mit am Tisch sitzen.

    Die Fragmentierung der Meeres-Governance verschärft das Problem. Über 20 internationale Übereinkommen regeln heute Teile der Meeresnutzung – oft widersprüchlich, selten kohärent. Von der Hochseeschifffahrt über das Fischereimanagement bis zum Meeresbodenschutz: Jeder Bereich wird von einer anderen Organisation verwaltet.

    Und wie will man in diesem Flickenteppich koordinierte, mutige Maßnahmen umsetzen?


    Hoffnungsschimmer – oder bloß diplomatisches Feigenblatt?

    Natürlich gibt es Fortschritte. Der 2023 beschlossene BBNJ-Vertrag (Biodiversity Beyond National Jurisdiction) markierte ein diplomatisches Novum: Zum ersten Mal wurde der Schutz der marinen Biodiversität in Gebieten außerhalb nationaler Hoheit völkerrechtlich verankert.

    Auch die laufenden Verhandlungen über ein weltweites Abkommen gegen Plastikverschmutzung machen Hoffnung – zumindest auf dem Papier.

    Doch genau da liegt das Problem. Denn viele dieser Abkommen wurden bisher nicht ratifiziert. Die Umsetzung hängt in der Luft – in den Parlamenten, in Bürokratien, in politischen Prioritäten. Frankreich hat zwar erklärt, diese Prozesse aktiv unterstützen zu wollen. Aber konkrete Resultate bleiben rar. Und genau das treibt den Keil zwischen Wissenschaft und Politik noch tiefer.


    Wenn Worte nichts mehr wiegen: Warum Forscher fernbleiben

    Besonders bitter wird der Boykott vor dem Hintergrund des One Ocean Science Congress, der unmittelbar vor der UNOC 3 in Nizza stattfand. Über 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen zusammen, entwickelten Leitlinien und Handlungsempfehlungen – ein Kraftakt der internationalen Forschungsgemeinschaft.

    Doch die Rückmeldung war ernüchternd: Die politischen Verhandlungsteams der UNOC 3 griffen kaum auf diese Erkenntnisse zurück. „Wir liefern Daten, die morgen Leben retten könnten – aber sie bleiben in Schubladen liegen“, kommentierte ein ozeanographischer Modellierer aus Norwegen.

    Warum geben sich so viele Entscheidungsträger mit symbolischen Gesten zufrieden – während der Meeresspiegel steigt und das Plankton stirbt?


    Die versäumte Chance

    Der wissenschaftliche Rückzug ist ein Weckruf – nicht nur für die Teilnehmenden der UNOC 3, sondern für die gesamte internationale Gemeinschaft. Denn was er offenlegt, ist keine momentane Verstimmung. Es ist das strukturelle Versagen eines politischen Systems, das die Lebensgrundlage von Milliarden aufs Spiel setzt.

    Dabei ist die Bedeutung der Ozeane nicht verhandelbar: Sie regulieren unser Klima, speichern mehr CO₂ als alle Wälder der Erde zusammen, versorgen 3 Milliarden Menschen mit Eiweiß, beeinflussen das Wetter, die Gesundheit, die Ökonomie.

    Ohne funktionierende Ozeane – keine Zukunft. Punkt.


    Was jetzt zu tun ist

    Der Boykott darf nicht ignoriert werden. Vielmehr sollte er als Einladung verstanden werden, die Art und Weise, wie wir globale Umweltkonferenzen gestalten, grundsätzlich zu überdenken. Was braucht es?

    • Erstens: Verbindlichkeit. Politische Erklärungen müssen rechtliche Verankerung erhalten – etwa durch ein internationales Ozean-Übereinkommen mit Sanktionsmechanismen.
    • Zweitens: Partizipation. Wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen nicht bloß als Hintergrundrauschen wahrgenommen werden, sondern müssen maßgeblich in die Beschlüsse einfließen.
    • Drittens: Gerechtigkeit. Küstenregionen im globalen Süden, die am meisten unter der Zerstörung der Meere leiden, müssen echte Mitsprache und Unterstützung erhalten – nicht nur finanzielle Zusagen, sondern strukturelle Gerechtigkeit.

    Ein letzter Gedanke – und eine Frage

    Als Journalist fragte ich mich schon oft: Wie laut muss Wissenschaft eigentlich noch rufen, bis sie gehört wird?

    Und: Wie viele Konferenzen braucht es noch – bis aus Worten endlich Taten werden?

    Die Konferenz in Nizza hätte ein Wendepunkt sein können. Vielleicht wird sie das auch – nur anders als geplant. Vielleicht war es nötig, dass einige der klügsten Köpfe fernblieben, um endlich den Raum für echte Debatten zu öffnen. Ohne PR, ohne Symbolpolitik – dafür mit dem Mut zur Veränderung.

    Denn was wir retten, wenn wir die Ozeane retten, ist nichts Geringeres als uns selbst.

    Von Andreas M. Brucker


    Quellen:

    1. lerubicon.org – Nice 2025: promesses et obstacles de la Conférence des Nations Unies sur l’océan
    2. ocean-climate.org – UNOC 2025
    3. UNOC 2025 Offizielle Seite

  • Nizza wird zum Epizentrum der Ozeanrettung – Was bei der UN-Ozeankonferenz 2025 wirklich zählt

    Nizza wird zum Epizentrum der Ozeanrettung – Was bei der UN-Ozeankonferenz 2025 wirklich zählt

    Es brodelt unter der Oberfläche – nicht nur im Wasser, sondern auch in den politischen Plenarsälen. Vom 9. bis 13. Juni 2025 richtet sich der Blick der Welt nach Nizza, wo die dritte Konferenz der Vereinten Nationen zum Ozean (UNOC-3) stattfindet. Frankreich und Costa Rica haben dieses globale Treffen ins Leben gerufen, um das zu schützen, was unser aller Überleben sichert: den Ozean.

    Ein Treffen mit Gewicht – nicht nur symbolisch

    Die UNOC-3 ist mehr als eine Wiederholung früherer Gipfel in New York (2017) und Lissabon (2022). Sie ist ein Aufruf zur Tat, zur radikalen Wende im Umgang mit unseren Meeren. Der Fokus liegt auf drei zentralen Baustellen: internationale Abkommen, Finanzierung nachhaltiger Meereswirtschaft und wissenschaftlicher Fortschritt.

    Der Schlüssel liegt im sogenannten BBNJ-Vertrag – einem Abkommen zum Schutz der Biodiversität in Meeresgebieten außerhalb nationaler Gerichtsbarkeit. Noch fehlen einige Unterschriften zur Ratifizierung. Diese Konferenz soll den entscheidenden Anstoß geben.

    Acht Missionen für einen bedrohten Planeten

    Emmanuel Macron ließ auf dem Pariser „SOS Océan“-Event im März keinen Zweifel: Wer das Meer schützt, schützt sich selbst. Acht Prioritäten hat Frankreichs Präsident formuliert – und sie haben es in sich.

    Die erste: Mindestens 30 Prozent des Ozeans sollen bis 2030 unter Schutz stehen. Ein ehrgeiziges Ziel, von dem aktuell noch nicht einmal die Hälfte erreicht ist.

    Zweitens: Plastikmüll soll nicht mehr unsere Strände fluten oder Wale ersticken. Ein globales Abkommen gegen Plastikverschmutzung steht kurz vor dem Abschluss – ein echter Gamechanger?

    Drittens wird die Fischerei in den Fokus genommen. Illegale Fangmethoden, schädliche Subventionen und Überfischung bedrohen ganze Ökosysteme. Macron will hier klare Regeln und ihre konsequente Durchsetzung.

    Punkt vier ist der Verkehr: Die Dekarbonisierung der Schifffahrt wird zur Mammutaufgabe. Grüne Treibstoffe, elektrische Hafenanlagen und emissionsfreie Frachter sollen bis 2050 Realität sein.

    Fünftens braucht es mehr internationale Kooperation – auch zwischen Städten, die mit dem steigenden Meeresspiegel kämpfen. Die Idee: Ein europäischer Ozeanpakt und globale Partnerschaften.

    Finanzen stehen auf Platz sechs. Die sogenannte „blaue Wirtschaft“ – nachhaltiger Tourismus, grüne Energie, Biotechnologie – soll gezielt gefördert werden. Klingt gut, aber woher kommt das Geld?

    Siebtens wird der Druck erhöht, den BBNJ-Vertrag tatsächlich umzusetzen. Nur mit globalem Schulterschluss ist dieser Schutzschirm für die Hochsee tragfähig.

    Und last but not least: Die Wissenschaft darf nicht auf dem Trockenen sitzen. Forschung braucht verlässliche Förderung, um die komplexen Zusammenhänge im Ozean besser zu verstehen.

    Ein bunter Mix der Akteure – und viele Erwartungen

    Was Nizza so besonders macht: Es ist kein exklusives Treffen von Politikern. Auch Umweltorganisationen, Wissenschaftler, Investoren und Vertreter der Privatwirtschaft sitzen mit am Tisch – oder besser gesagt: im Boot.

    Parallel zur Hauptkonferenz laufen der One Ocean Science Congress sowie ein Forum zu blauer Wirtschaft und Finanzen. Es geht um Austausch, um konkrete Projekte, um neue Allianzen. Und um die Frage: Wie lassen sich Umweltschutz und wirtschaftliche Interessen versöhnen?

    Klimakrise trifft auf Meeresschutz – wie hängt das zusammen?

    Die Meere sind nicht nur ein Lebensraum, sondern auch ein riesiger CO₂-Speicher und Klimaregulator. Ohne gesunde Ozeane keine Klimastabilität. Die UNOC-3 wird daher auch als inoffizielle Vorbereitung auf die COP30 in Belém (Brasilien) gesehen – der nächste große Klimagipfel steht bereits im Focus dieses Treffens.

    Die große Hoffnung: Der Plan von Nizza

    Am Ende soll der „Plan d’action de Nice pour l’Océan“ stehen – ein Fahrplan mit konkreten Zusagen, freiwilligen Maßnahmen und finanziellen Beiträgen. Kein Papier für die Schublade, sondern ein Werkzeugkasten für echten Wandel.

    Natürlich – es sind Worte. Aber wie oft wurde aus Worten eine Bewegung? Fridays for Future, Pariser Klimaabkommen, BBNJ – alles begann mit Debatten.

    Die Erwartungen sind hoch. Doch ebenso groß ist die Chance, Geschichte zu schreiben – mit Blick auf den Ozean, dieses blaue Wunder, das 70 Prozent unserer Erde bedeckt und doch so wenig verstanden ist.

    Von C. Hatty