Schlagwort: Ungarn

  • Ungarn schränkt LGBTQ+-Rechte weiter ein: Ein weiterer Schritt in Richtung Autoritarismus?

    Ungarn schränkt LGBTQ+-Rechte weiter ein: Ein weiterer Schritt in Richtung Autoritarismus?

    Am 14. April 2025 verabschiedete das ungarische Parlament eine umstrittene Verfassungsänderung, die es der Regierung ermöglicht, öffentliche Veranstaltungen der LGBTQ+-Gemeinschaft zu verbieten. Mit 140 Stimmen für und 21 dagegen wurde die Änderung von der regierenden Fidesz-KDNP-Koalition unter Premierminister Viktor Orbán durchgesetzt. Kritiker sehen darin nicht nur einen weiteren Angriff auf die Rechte der LGBTQ+-Gemeinschaft, sondern auch einen besorgniserregenden Schritt in Richtung eines autoritäreren Staats.


    Ein umstrittenes Gesetz

    Die Verfassungsänderung erlaubt der ungarischen Regierung, Veranstaltungen der LGBTQ+-Gemeinschaft – einschließlich der jährlich stattfindenden Pride-Parade in Budapest – zu verbieten. Die Begründung für diesen Schritt ist der „Schutz der moralischen, physischen und spirituellen Entwicklung“ von Kindern, wobei die Regierung den Vorrang des Schutzes der Kinder über das Recht auf friedliche Versammlung stellt. In einem weiteren umstrittenen Teil erlaubt die Änderung die Aussetzung der ungarischen Staatsbürgerschaft für Doppelstaatsbürger aus Nicht-EWR-Ländern, wenn diese als Sicherheitsbedrohung eingestuft werden.


    Kritik aus der Zivilgesellschaft und der internationalen Gemeinschaft

    Die Reaktionen auf die Verfassungsänderung waren heftig. Rechtswissenschaftler, Menschenrechtsorganisationen und Oppositionspolitiker kritisieren die Maßnahme als Angriff auf die Grundrechte, die für eine demokratische Gesellschaft unerlässlich sind. Die ungarische Helsinki-Kommission und Amnesty International warnten vor der Einschränkung grundlegender Freiheitsrechte und forderten die Europäische Kommission auf, sich für den Schutz der Menschenrechte in Ungarn einzusetzen.

    Bereits während der Debatten im Parlament versuchten Demonstranten und Oppositionelle, den Zugang zum Parlament zu blockieren, was jedoch von der Polizei unterbunden wurde. Trotz dieser repressiven Maßnahmen bleibt die LGBTQ+-Gemeinschaft entschlossen, ihre Rechte zu verteidigen.


    Entschlossenheit der LGBTQ+-Gemeinschaft

    Die Organisatoren der Budapest Pride kündigten an, die Parade am 28. Juni wie gewohnt durchzuführen, obwohl sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Die Bereitschaft, trotz drohender Strafen und der repressiven Gesetzgebung sichtbar zu bleiben, zeigt die ungebrochene Entschlossenheit der LGBTQ+-Gemeinschaft in Ungarn, ihre Rechte und Freiheiten zu verteidigen. In einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Spannungen weiter zunehmen, ist dieser Widerstand ein Zeichen für Hoffnung und Ausdauer.


    Internationale Besorgnis

    Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Besorgnis auf die Entwicklungen in Ungarn. 22 europäische Botschaften, darunter die Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Königreichs, drückten ihre tiefe Besorgnis über die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit und Meinungsäußerung aus. Diese Entwicklung wirft ernsthafte Fragen über die Einhaltung der Grundwerte der Europäischen Union auf, insbesondere in Bezug auf die Achtung der Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.


    Ein Teil eines größeren Plans?

    Die Verfassungsänderung ist die fünfzehnte seit der umfassenden Neufassung der ungarischen Verfassung im Jahr 2011, die unter der Führung der Fidesz-KDNP-Koalition eingeführt wurde. Viele Experten sehen dies als Teil einer längerfristigen Strategie, die darauf abzielt, die Kontrolle der Regierung zu festigen und abweichende Meinungen zu unterdrücken. Der schrittweise Abbau demokratischer Standards und der Angriff auf Minderheitenrechte werfen grundlegende Fragen über die zukünftige politische Ausrichtung Ungarns auf.


    Was passiert als Nächstes?

    Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Maßnahmen von der Europäischen Union sowie internationalen Akteuren ergriffen werden, um die Rechte und Freiheiten der LGBTQ+-Gemeinschaft in Ungarn zu schützen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklungen zu einer stärkeren Reaktion der EU führen oder ob die ungarische Regierung ihren Kurs weiter verfolgt.

    Für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Ungarn steht viel auf dem Spiel, doch ihre Entschlossenheit, für ihre Rechte zu kämpfen, könnte auch als Beispiel für andere in repressiveren Umfeldern dienen. Der Widerstand gegen die Einschränkungen ist stärker denn je.

    Von C. Hatty

  • Trotz Haftbefehl: Netanjahu reist nach Ungarn – eine politische Geste mit Signalwirkung

    Trotz Haftbefehl: Netanjahu reist nach Ungarn – eine politische Geste mit Signalwirkung

    Am 2. April wird der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu zu einem Staatsbesuch in Ungarn erwartet – ein Besuch mit diplomatischer Sprengkraft. Denn gegen den Regierungschef Israels liegt seit November 2024 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) vor. Die Reise ist damit nicht nur Ausdruck enger bilateraler Beziehungen zwischen Israel und Ungarn, sondern auch ein Affront gegen die internationale Strafjustiz. Viktor Orbán, Ungarns Ministerpräsident und ein erklärter Unterstützer Netanjahus, hat die Entscheidung des IStGH als „beschämend“ verurteilt und dem israelischen Premier demonstrativ den Rücken gestärkt.

    Eine Reise gegen den Geist des Völkerrechts

    Der Internationale Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag hatte am 21. November 2024 Haftbefehle gegen Benjamin Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Yoav Gallant ausgestellt. Die Vorwürfe: mutmaßliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kontext der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen. Die israelische Regierung wies die Anschuldigungen als „absurd“ und „antisemitisch“ zurück und legte Berufung ein.

    Ungarn ist zwar Unterzeichner des Römischen Statuts, das die rechtliche Grundlage des IStGH bildet, erkennt aber dessen Bindungswirkung im eigenen Land nicht an. Das ungarische Verfassungsgericht hatte bereits kurz nach dem Beitritt 1999 entschieden, dass eine vollständige Ratifizierung mit der nationalen Verfassung nicht vereinbar sei. Somit sieht sich Budapest nicht verpflichtet, dem Haftbefehl gegen Netanjahu Folge zu leisten – was ihm die Einreise und den Aufenthalt ohne rechtliche Konsequenzen ermöglicht.

    Politische Freundschaft gegen westliche Normen

    Der israelische Regierungschef kann sich in Europa auf nur wenige uneingeschränkte Verbündete verlassen. Viktor Orbán gehört zweifellos dazu. Die beiden Politiker eint nicht nur eine enge persönliche Beziehung, sondern auch eine ideologische Affinität: beide betonen nationale Souveränität gegenüber internationalen Institutionen, lehnen liberale Werteordnungen ab und inszenieren sich als Verteidiger westlicher Identität gegen äußere Bedrohungen.

    Ungarn hat sich in internationalen Foren immer wieder schützend vor Israel gestellt – selbst dann, wenn andere EU-Mitgliedstaaten auf Distanz gingen. So blockierte Budapest mehrfach gemeinsame EU-Erklärungen zur israelischen Siedlungspolitik oder zu Waffenruhen im Gazastreifen. Orbáns Einladung an Netanjahu ist daher keine diplomatische Routine, sondern ein klares politisches Signal: Ungarn stellt sich gegen die internationale Strafgerichtsbarkeit und stärkt dem unter Druck stehenden israelischen Premier demonstrativ den Rücken.

    Europa in der Zwickmühle

    Der Besuch stellt auch die Europäische Union vor ein Dilemma. Einerseits verpflichtet der Römische Vertrag alle EU-Mitglieder grundsätzlich zur Kooperation mit dem Internationalen Strafgerichtshof. Andererseits hat die EU bislang keine einheitliche Haltung zur rechtlichen und politischen Tragweite des Haftbefehls gegen Netanjahu entwickelt. Während Länder wie Frankreich und Deutschland die Rolle des IStGH betonen und die Entscheidung respektieren, meiden andere – vor allem in Ost- und Mitteleuropa – eine klare Positionierung.

    Die geplante Visite könnte somit neue Spannungen innerhalb der EU erzeugen. Sollte Netanjahu künftig weitere Reisen nach Europa unternehmen, stünde die Frage im Raum, ob andere Mitgliedstaaten bereit wären, ihn festzusetzen – oder ob sie sich wie Ungarn auf rechtliche Grauzonen berufen würden. Der Fall erinnert an ähnliche Situationen in der Vergangenheit, etwa den Umgang mit dem sudanesischen Ex-Präsidenten Omar al-Baschir, gegen den ein internationaler Haftbefehl bestand, der jedoch in mehreren afrikanischen und arabischen Staaten folgenlos blieb.

    Völkerrecht und geopolitische Realität

    Die Wirksamkeit internationaler Justizmechanismen hängt nicht nur von rechtlicher Klarheit, sondern auch von politischem Willen ab. Im Fall Netanjahu zeigt sich, wie schwer es dem IStGH fällt, seine Autorität gegenüber Staatschefs von Ländern mit hoher geopolitischer Relevanz durchzusetzen. Israel ist kein Vertragsstaat des IStGH, genießt starke diplomatische Rückendeckung der USA und ist in sicherheitspolitischen Fragen ein zentraler Akteur im Nahen Osten. Seine Kooperation mit dem Gericht ist daher unwahrscheinlich.

    Zudem hat die US-Regierung, ähnlich wie Ungarn, den Haftbefehl kritisiert – wenn auch mit zurückhaltender Rhetorik. Netanjahus Besuch in den Vereinigten Staaten im Februar verlief ohne diplomatische oder juristische Reibung. Die USA erkennen die Zuständigkeit des Gerichts für sich selbst nicht an und haben in der Vergangenheit sogar Sanktionen gegen IStGH-Mitarbeiter verhängt, um Ermittlungen gegen US-Soldaten zu unterbinden.

    Symbolik und Realität

    Der Ungarn-Besuch Netanjahus ist mehr als ein bilateraler Austausch: Er ist ein politisches Statement. Die Botschaft lautet: Internationale Institutionen haben ihre Grenzen – zumindest dort, wo souveräne Staaten sich entschließen, ihnen diese Grenzen aufzuzeigen. Für Netanjahu ist die Reise ein Zeichen von Normalität in einer Zeit internationaler Isolation. Für Viktor Orbán eine Gelegenheit, seine ablehnende Haltung gegenüber supranationalen Instanzen erneut öffentlich zu unterstreichen.

    Dass dabei das Vertrauen in die internationale Strafjustiz weiter erodieren könnte, nehmen beide in Kauf. Die Autorität des IStGH steht auf dem Spiel – nicht allein durch das Verhalten Israels oder Ungarns, sondern durch die ausbleibende Geschlossenheit der internationalen Gemeinschaft. Ohne politische Konsequenzen bleiben selbst die bedeutendsten juristischen Beschlüsse Symbolakte.

    P.T.

  • Heute in der Geschichte: Der 15. März – Ein Tag voller Wendepunkte

    Heute in der Geschichte: Der 15. März – Ein Tag voller Wendepunkte

    Der 15. März hat in der Weltgeschichte eine besondere Bedeutung. An diesem Datum ereigneten sich politische Umstürze, dramatische Attentate und entscheidende Wendepunkte in verschiedenen Ländern. Besonders bekannt ist der Tag für das Attentat auf Julius Cäsar – doch auch in Frankreich spielte der 15. März eine Rolle in der Geschichte.

    Werfen wir einen Blick auf einige der wichtigsten Ereignisse dieses Datums.


    44 v. Chr.: Die Iden des März – Julius Cäsars Ermordung

    „Auch du, mein Sohn?“ – Dieser verzweifelte Ausruf wird bis heute mit dem wohl berühmtesten politischen Mord der Antike verbunden. Am 15. März des Jahres 44 v. Chr. wurde der römische Diktator Julius Cäsar im Theater des Pompeius in Rom von einer Gruppe Senatoren erstochen.

    Die Mörder – darunter Cäsars ehemaliger Vertrauter Brutus und der ehrgeizige Cassius – sahen ihn als Bedrohung für die Republik. Doch ihr Attentat hatte nicht den gewünschten Effekt. Statt die Republik zu retten, stürzten sie Rom ins Chaos: Bürgerkriege folgten, und letztlich führte Cäsars Ermordung zur Machtergreifung seines Adoptivsohnes Oktavian, der als Augustus das Römische Reich begründete.

    Ironischerweise hatten die Verschwörer genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollten.


    1493: Christoph Kolumbus kehrt von seiner ersten Reise zurück

    Der Entdecker Christoph Kolumbus betrat am 15. März 1493 wieder europäischen Boden, nachdem er Monate zuvor die „Neue Welt“ entdeckt hatte. Seine Reise nach Amerika war revolutionär – wenn auch nicht ganz so, wie er selbst glaubte. Denn Kolumbus war bis zu seinem Tod überzeugt, einen neuen Seeweg nach Indien gefunden zu haben.

    Seine Rückkehr nach Spanien wurde mit großem Interesse verfolgt. Die Berichte über unbekannte Länder und Völker lösten eine Welle von Entdeckungsreisen aus. Innerhalb weniger Jahrzehnte begann die massive europäische Kolonisierung Amerikas – mit weitreichenden Folgen für die Ureinwohner des Kontinents.


    1848: Revolution in Ungarn

    Im Revolutionsjahr 1848 ging es in Europa hoch her. Am 15. März entflammte in Budapest der ungarische Aufstand gegen die Habsburger. Die Revolutionäre forderten mehr Freiheitsrechte, eine nationale Unabhängigkeit und ein Ende der österreichischen Vorherrschaft.

    Unter Führung von Lajos Kossuth gelang es den Ungarn vorübergehend, eine eigene Regierung zu bilden und Reformen durchzusetzen. Doch die Habsburger schlugen zurück – mit russischer Hilfe wurde der Aufstand 1849 brutal niedergeschlagen. Ungarn blieb unter österreichischer Kontrolle, bis es 1867 zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn kam.


    1917: Abdankung von Zar Nikolaus II.

    Am 15. März 1917 endete die über 300-jährige Herrschaft der Romanows in Russland. Zar Nikolaus II., der letzte russische Kaiser, wurde zur Abdankung gezwungen. Die Februarrevolution (nach russischem Kalender) hatte das Land erfasst – Arbeiter und Soldaten gingen gegen die zaristische Autokratie auf die Straße.

    Nikolaus hatte die Lage völlig unterschätzt. Doch nach Streiks, Aufständen und Meutereien blieb ihm nichts anderes übrig, als abzudanken. Die Provisorische Regierung übernahm die Macht, konnte sich aber nicht lange halten. Wenige Monate später stürzten die Bolschewiki unter Lenin die Regierung – der Beginn der kommunistischen Sowjetunion.

    Ein Ereignis mit gewaltigen Folgen für das 20. Jahrhundert!


    1939: Die deutsche Besetzung der „Rest-Tschechei“

    Am 15. März 1939 marschierten deutsche Truppen in Prag ein. Nach dem Münchner Abkommen von 1938 hatte Hitler bereits das Sudetenland annektiert. Nun besetzte er den verbliebenen Teil der Tschechoslowakei – ein klarer Bruch aller bisherigen Versprechungen.

    Dieser Akt machte endgültig deutlich, dass Hitler mit Diplomatie nicht zu stoppen war. Großbritannien und Frankreich erkannten, dass Zugeständnisse an Deutschland keinen Frieden bringen würden. Nur wenige Monate später begann der Zweite Weltkrieg.


    15. März in der Geschichte Frankreichs

    Auch in Frankreich gab es einige bedeutende Ereignisse an diesem Datum.

    1815: Napoleons Marsch auf Paris – Die Herrschaft der Hundert Tage beginnt

    Am 15. März 1815 war Napoleon Bonaparte auf dem Höhepunkt seines spektakulären Comebacks. Nur wenige Tage zuvor war er aus seinem Exil auf Elba geflohen und landete mit wenigen hundert Getreuen an der französischen Küste. Nun marschierte er Richtung Paris – und das Unglaubliche geschah: Die Truppen, die ihn aufhalten sollten, liefen zu ihm über.

    Napoleon rief: „Soldaten, erkennt ihr mich?“ – Die Antwort war ein begeistertes „Vive l’Empereur!“.

    Innerhalb weniger Tage übernahm er erneut die Macht. Doch sein zweites Kaiserreich hielt nicht lange. Schon im Juni 1815 wurde er in der Schlacht von Waterloo endgültig besiegt und auf die Insel St. Helena verbannt.


    1848: Aufstände in Paris

    Während in Ungarn die Revolution tobte, brodelte es auch in Frankreich. Nach dem Sturz von König Louis-Philippe im Februar 1848 kämpften verschiedene Gruppen um die politische Zukunft des Landes.

    Am 15. März kam es zu erneuten Unruhen in Paris. Die Arbeiter forderten bessere Bedingungen, während Republikaner und Sozialisten um Einfluss rangen. Die Spannungen hielten an und führten im Juni 1848 zu blutigen Barrikadenkämpfen.

    Frankreich erlebte eine unruhige Zeit, bis sich schließlich Louis-Napoleon Bonaparte, der Neffe Napoleons, 1852 zum Kaiser machte – unter dem Namen Napoleon III.


    Ein Tag voller Umbrüche

    Der 15. März war in der Geschichte oft ein Wendepunkt – für Einzelpersonen, Nationen und ganze Weltreiche. Ob Cäsars Ermordung, Napoleons Rückkehr oder das Ende des russischen Zarenreichs – dieser Tag hat immer wieder den Lauf der Geschichte verändert.

    Wer weiß, was der 15. März in der Zukunft noch bringen wird?

  • Historische Ereignisse an einem 31. Dezember: Ein Blick auf die Welt und Frankreich

    Historische Ereignisse an einem 31. Dezember: Ein Blick auf die Welt und Frankreich

    Der 31. Dezember, bekannt als Silvester, markiert nicht nur den Übergang ins neue Jahr, sondern war auch Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse. Werfen wir einen Blick auf einige dieser denkwürdigen Momente weltweit und in Frankreich.

    Weltweite Ereignisse

    • 406 n. Chr.: Völkerwanderung über den Rhein: An diesem Tag überquerten Vandalen, Alanen und Sueben den zugefrorenen Rhein bei Mainz und drangen ins weströmische Gallien ein. Dieses Ereignis gilt als bedeutender Moment in der Völkerwanderung und trug zum Zerfall des Weströmischen Reiches bei.
    • 1600: Gründung der Britischen Ostindien-Kompanie: Königin Elisabeth I. erteilte der Britischen Ostindien-Kompanie das königliche Privileg, Handelsrouten in den Ostindischen Raum zu erkunden. Dies legte den Grundstein für das britische Kolonialreich in Indien. On This Day
    • 1857: Ottawa wird Hauptstadt von Kanada: Königin Victoria bestimmte Ottawa zur neuen Hauptstadt der Provinz Kanada, was den Weg für die spätere Entwicklung der Stadt ebnete.
    • 1879: Edisons erste öffentliche Demonstration der Glühlampe: Thomas Edison präsentierte erstmals öffentlich seine funktionierende Glühlampe und leitete damit eine neue Ära der Beleuchtung ein.
    • 1999: Rücktritt von Boris Jelzin: Der russische Präsident Boris Jelzin trat überraschend zurück und übergab die Amtsgeschäfte an Wladimir Putin, was die politische Landschaft Russlands nachhaltig veränderte.

    Ereignisse in Frankreich

    • 1908: Attentat auf Georges Clemenceau: In Paris gab ein Korse namens Anton Benedetti sechs Schüsse auf das Fenster des Büros von Ministerpräsident Georges Clemenceau ab. Clemenceau blieb unverletzt. Benedetti begründete seinen Anschlag damit, dass Clemenceau eine zuvor erteilte Lotteriebewilligung zurückgezogen habe.
    • 1908: Flugrekord von Wilbur Wright in Le Mans: Wilbur Wright stellte in Le Mans einen Flugweltrekord auf, indem er in 2 Stunden, 25 Minuten und 23 Sekunden eine Strecke von 124,7 Kilometern zurücklegte. Dieser Erfolg markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Luftfahrtgeschichte.
    • 1929: Liquidationsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich: Im Zuge des Young-Plans schlossen das Deutsche Reich und Frankreich ein Liquidationsabkommen, das finanzielle Fragen zwischen den beiden Ländern regelte.
    • 1944: Ungarn erklärt Deutschland den Krieg: Die ungarische Gegenregierung unter Béla Dálnoki-Miklós erklärte dem Deutschen Reich den Krieg, was die politischen Verhältnisse in Europa während des Zweiten Weltkriegs weiter veränderte.

    Kulturelle Ereignisse

    • 1901: Uraufführung von Tschechows „Drei Schwestern“: In Moskau wurde Anton Tschechows Drama „Drei Schwestern“ erstmals aufgeführt und gilt seither als Meisterwerk der Theaterliteratur.

    Wissenschaftliche Fortschritte

    • 1911: Zweiter Nobelpreis für Marie Curie: Marie Curie erhielt ihren zweiten Nobelpreis, diesmal in Chemie, für ihre Arbeiten zur Radioaktivität. Sie war die erste Person, die zweimal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
    • 1963: Erstes gemeinsames Musizieren von Jerry Garcia und Bob Weir: Jerry Garcia und Bob Weir, die späteren Gründungsmitglieder der Grateful Dead, spielten erstmals gemeinsam Musik in Palo Alto, Kalifornien.

    Der 31. Dezember ist somit nicht nur ein Tag des Feierns und des Abschieds vom alten Jahr, sondern auch ein Datum, das in der Geschichte zahlreiche bedeutende Ereignisse verzeichnet. Von politischen Umwälzungen über wissenschaftliche Durchbrüche bis hin zu kulturellen Meilensteinen – dieser Tag spiegelt die Vielfalt menschlicher Errungenschaften und Herausforderungen wider.

  • Ungarns EU-Vorsitz: Ein skeptischer Blick auf Viktor Orbans Agenda

    Ungarns EU-Vorsitz: Ein skeptischer Blick auf Viktor Orbans Agenda

    Ab dem 1. Juli übernimmt Ungarn unter der Führung von Viktor Orban die rotierende Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union. Für viele in der EU gleicht dies einer Provokation. Orban ist bekannt für seine euroskeptischen Positionen und seine Regierung wird regelmäßig wegen Verstößen gegen den Rechtsstaat kritisiert und von der EU abgestraft. Es stellt sich die Frage: Ist Ungarn unter Orban überhaupt noch im Einklang mit den europäischen Werten?

    Widerspruch auf ganzer Linie

    Viktor Orban gilt als Enfant terrible der EU. Er stellt sich immer wieder gegen die Mehrheitsentscheidungen der Union und nutzt sein Vetorecht, um Entscheidungen zu blockieren oder zu verzögern. Ob es um die Unabhängigkeit der Justiz, die Rechte von LGBT-Gemeinschaften oder die Unterstützung der Ukraine geht – Ungarn steht oft auf der Gegenseite. Das führte bereits zu beispiellosen Sanktionen: 19 Milliarden Euro an EU-Geldern wurden eingefroren, weil Budapest die Prinzipien des Rechtsstaats nicht einhält.

    Man muss sich fragen: Würde Ungarn heute der EU beitreten wollen, hätte es überhaupt eine Chance? Wahrscheinlich nicht, so sehr hat sich das Land von den gemeinsamen Werten entfernt.

    Pro-Kreml-Kurs und Blockadepolitik

    Besonders auffällig ist Orbans Nähe zu Russland. Während die meisten EU-Staaten in Zeiten des Ukraine-Konflikts eine klare Anti-Kreml-Position beziehen, schwimmt Ungarn gegen den Strom. Der litauische Außenminister machte im Mai seinem Ärger Luft und kritisierte, dass rund 40% der Entscheidungen zur Ukraine von Ungarn blockiert würden. Zwar stimmte Budapest schließlich der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Kiew zu, doch militärische Hilfe bleibt ein Tabu. Mehr als sechs Milliarden Euro an europäischer Militärhilfe liegen deshalb auf Eis.

    Ein Versprechen der Unparteilichkeit

    Für die kommenden sechs Monate verspricht Ungarn, seine Präsidentschaft „unparteiisch“ zu führen. Doch kann man Orban beim Wort nehmen? Sein Slogan „Make Europe Great Again“ erinnert stark an Donald Trumps „Make America Great Again“ – eine Rhetorik, die in Brüssel kaum Anklang findet.

    Ein halbvolles Glas?

    Nun mag man sich fragen, ob diese Präsidentschaft wirklich so schädlich für die EU sein wird. Die kommenden Monate stehen im Zeichen interner Neuordnungen: Die Verteilung wichtiger Posten und die Nominierung einer neuen Kommission werden dominieren. Die legislative Aktivität wird daher eher ruhig verlaufen. Zudem wartet Orban gespannt auf die Wahlen in Frankreich, in der Hoffnung, mit einem möglichen Rechtsruck einen weiteren Verbündeten für seine Vision einer nationalstaatlich geprägten EU zu gewinnen.

    Ein Blick in die Zukunft

    Doch was bedeutet das alles für die EU? Wird Orbans Präsidentschaft zu einer weiteren Zerreißprobe für die Union oder gelingt es den anderen Mitgliedsstaaten, den Schaden zu begrenzen? Die kommenden sechs Monate werden zeigen, ob Viktor Orban und seine Regierung wirklich in der Lage sind, das Ruder der EU in ihrer Hand zu halten, ohne weiter gegen den Strom zu schwimmen.

    So bleibt es spannend, wie die EU unter ungarischer Führung agieren wird. Sicher ist: Es wird keine ruhige Zeit – doch vielleicht wird sie auch weniger turbulent, als manch einer befürchtet. Bleiben wir gespannt.

  • Vogesen: Ein Ausbruch der Variante Delta wurde bei Fans entdeckt, die von der Euro zurückkehrten

    Vogesen: Ein Ausbruch der Variante Delta wurde bei Fans entdeckt, die von der Euro zurückkehrten

    Die Präfektur der Vogesen gab neun positive Fälle der Delta-Variante bei Fans nach der Rückkehr aus Ungarn, wo sie das Spiel Ungarn gegen Portugal bei der Europameisterschaft besucht hatten, bekannt. „Ein Cluster der indischen Variante wurde bei Bewohnern der Orte Le Thillot und Fresse-sur-Moselle festgestellt. Neun positive Fälle wurden bereits bestätigt“, teilte die Präfektur am Mittwochabend in einer Erklärung mit. Es handele sich um neun Mitglieder der portugiesischen Gemeinde, die Ende Juni in einem Kleinbus nach Ungarn aufbrachen, um ein Portugal-Spiel in Budapest anlässlich der Fußball-Europameisterschaft zu besuchen, bestätigte der Bürgermeister von Le Thillot, Michel Mourot. „Von dort kamen sie zurück und eine Woche später brach es aus. Wir haben sechs positive Fälle in der Gemeinde Le Thillot und drei positive Fälle in Fresse-sur-Moselle. Aber es ist die gleiche Familie“, sagte Michel Mourot gegenüber der Agentur AFP. Auf Nachfrage wollte die Präfektur allerdings nicht bestät…

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