Schlagwort: Unfallstatistik

  • Zurück auf Tempo 90 – ein politischer Kurswechsel mit gesellschaftlicher Sprengkraft

    Zurück auf Tempo 90 – ein politischer Kurswechsel mit gesellschaftlicher Sprengkraft

    Frankreich dreht am Temporegler. Wieder einmal. Was 2018 als sicherheitspolitischer Kraftakt begann, entwickelt sich nun zu einem politischen Rückzugsgefecht mit offenem Ausgang. Mehr als fünfzig Départements haben beschlossen, auf ihren Landstraßen ganz oder teilweise zur Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h zurückzukehren. Für die einen ist das ein Akt gesunden Menschenverstands, für andere ein gefährlicher Rückschritt. Und mittendrin steht eine Gesellschaft, die sich fragt, wie viel Sicherheit sie bereit ist, dem Gefühl von Freiheit zu opfern.

    Als die Regierung von Édouard Philippe im Sommer 2018 die Senkung der erlaubten Geschwindigkeit auf Landstrassen auf 80 km/h beschloss, folgte sie einer nüchternen Logik. Landstraßen ohne bauliche Trennung galten als tödlichste Abschnitte des Verkehrsnetzes. Weniger Tempo versprach mehr Reaktionszeit, geringere Aufprallenergie, weniger Tote. Physik statt Ideologie. Die Rechnung schien simpel, fast elegant.

    Doch die Wirklichkeit auf dem Asphalt erwies sich als störrisch. In ländlichen Regionen, wo der Weg zur Arbeit oft länger ist als der politische Geduldsfaden, wurde die Reform als Bevormundung empfunden. Paris, so der Vorwurf, regiere über Straßen, die es selbst kaum befahre. Die 80 km/h wurden zum Symbol eines tief sitzenden Unbehagens, das sich wenig später in den Protesten der gelben Westen materialisierte. Tempo 80 – das klang für viele nach Stillstand.

    Der politische Druck zeigte Wirkung. Ende 2019 öffnete ein Gesetz die Tür zur Dezentralisierung: Die Départements durften selbst entscheiden, ob und wo sie wieder 90 km/h erlauben. Was als Ausnahme gedacht war, entwickelte eine erstaunliche Dynamik. Heute, im Jahr 2026, betrifft der Kurswechsel mehr als 60.000 Kilometer Nebenstraßen. Frankreich fährt wieder schneller – aber nicht überall gleich.

    Diese neue Patchwork-Logik sorgt für Verwirrung. Wer von einem Département ins nächste wechselt, erlebt mitunter einen Zickzackkurs der Regeln. Für Befürworter ist das Ausdruck lokaler Vernunft, für Kritiker ein sicherheitspolitischer Blindflug. Die Verbände für Verkehrssicherheit schlagen Alarm. Sie verweisen auf die Jahre nach 2018, in denen die Zahl der Verkehrstoten spürbar sank. Kein Wunder, sagen sie, denn Geschwindigkeit wirkt wie ein Verstärker: plus zehn km/h, und aus einem schweren Unfall wird schnell ein tödlicher.

    Die Gegenseite kontert mit Zahlen, die anderes nahelegen. Die Unfallstatistik schwankt, sie tut das immer. Wetter, Fahrzeugtechnik, Verkehrsaufkommen, Kontrolldichte – alles spielt hinein. Wer will da schon behaupten, allein das Tempolimit habe Leben gerettet oder gekostet? Genau hier verläuft die ideologische Bruchlinie. Die einen sehen in der Vorsicht ein Gebot der Verantwortung, die anderen eine symbolische Politik ohne nachhaltigen Effekt. Kurz gesagt: Die einen sagen Sicherheit, die anderen sagen Alltag. Und beide fühlen sich im Recht.

    Hinter der Debatte verbirgt sich ein größeres Dilemma. Wie viel Einheit braucht ein Staat, wie viel Vielfalt verträgt er? Die Rückkehr zu 90 km/h steht nicht nur für eine verkehrspolitische Entscheidung, sondern für ein wachsendes Selbstbewusstsein der Regionen. Das klingt gut, fast demokratisch. Gleichzeitig droht der Verlust einer klaren Linie, die gerade im Straßenverkehr Leben schützen soll.

    Am Ende bleibt eine unbequeme Wahrheit. Geschwindigkeit ist kein abstrakter Wert, sondern eine reale Kraft. Sie entscheidet in Sekundenbruchteilen über Schicksale. Ob Frankreich diesen Preis erneut zu zahlen bereit ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Sicher ist nur eines: Die Debatte um Tempo 80 oder 90 ist kein technischer Streit, sondern ein Spiegel gesellschaftlicher Spannungen.

    Von C. Hatty

  • Mehr Tote auf Frankreichs Straßen – warum die Rückkehr alter Risiken ein Weckruf für alle ist

    Mehr Tote auf Frankreichs Straßen – warum die Rückkehr alter Risiken ein Weckruf für alle ist

    Die Zahlen wirken nüchtern, beinahe technokratisch. Und doch erzählen sie eine Geschichte, die sich tief ins kollektive Bewusstsein eingraben sollte. Frankreich erlebt im Jahr 2025 eine Entwicklung, die viele längst überwunden glaubten: Die Zahl der Verkehrstoten steigt wieder. Nach vorläufigen Daten des Observatoire national interministériel de la sécurité routière kamen landesweit rund 3.513 Menschen auf den Straßen ums Leben, etwa zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Kein explosionsartiger Anstieg, könnte man sagen. Aber einer mit Symbolkraft. Denn er beendet eine Phase relativer Stagnation und rüttelt an einem Grundversprechen moderner Verkehrspolitik: dass Fortschritt automatisch sicherer macht.

    Die französische Regierung reagiert ungewohnt deutlich. Marie-Pierre Vedrenne, beigeordnete Ministerin im Innenressort, spricht nicht von Statistik, sondern von Schicksalen. Hinter jeder Zahl, so ihr wiederholter Appell, stehe ein zerstörtes Leben, eine Familie, die plötzlich mit einer Leerstelle leben müsse. Es ist ein Tonfall, der bewusst emotional bleibt. Vielleicht, weil reine Zahlen offenbar nicht mehr reichen, um Verhaltensänderungen auszulösen.

    Wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Die Ursachen für die steigende Mortalität sind weder neu noch überraschend. Sie wirken vielmehr wie ein Echo altbekannter Gefahren, die sich mit neuen Mobilitätsformen mischen. Überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer, fehlende Sicherheitsgurte – all das gehört seit Jahrzehnten zum traurigen Inventar der Unfallstatistik. Und dennoch scheinen diese Risiken wieder an Gewicht zu gewinnen, als habe sich eine gewisse Nachlässigkeit eingeschlichen. Man kennt die Regeln, man hat sie verinnerlicht, und genau darin liegt das Problem. Routine kann trügerisch sein.

    Hinzu kommt eine veränderte Verkehrswirklichkeit. Die Städte sind voller geworden, die Straßen heterogener. Elektrische Tretroller, lange Zeit als Symbol urbaner Leichtigkeit gefeiert, tauchen zunehmend in Unfallberichten auf. Rund 80 Todesfälle im Zusammenhang mit motorisierten Kleinstfahrzeugen verzeichneten die Behörden 2025. Das klingt nach wenig, relativiert sich aber schnell, wenn man bedenkt, wie jung diese Form der Mobilität ist. Schutzkleidung fehlt oft, Verkehrsregeln werden ignoriert, und der öffentliche Raum wirkt plötzlich enger. Wer abends durch Paris oder Lyon geht, sieht das Dilemma mit bloßem Auge: Freiheit auf zwei kleinen Rädern, aber ohne Knautschzone.

    Besonders alarmiert zeigt sich die Politik über einen Trend, der eher aus Partykellern als aus Fahrschulen stammt. Der missbräuchliche Konsum von Distickstoffmonoxid, besser bekannt als Lachgas, findet zunehmend seinen Weg ins Auto. Die Substanz, eigentlich ein medizinisches Hilfsmittel, wird als Rauschmittel genutzt – auch vor oder während der Fahrt. Vedrenne spricht von einem neuen „Fléau“, einer Plage, die schnelle gesetzliche Antworten verlange. Hier verschränken sich Verkehrssicherheit und gesellschaftliche Debatten über Drogenkonsum auf beunruhigende Weise.

    Doch Gesetze allein werden das Problem nicht lösen. Das weiß man in Frankreich aus Erfahrung. Ein Blick zurück genügt. In den 1970er Jahren gehörte das Land zu den traurigen Spitzenreitern Europas, was Verkehrstote anging. Erst massive Kampagnen, strenge Regeln und ein tiefgreifender kultureller Wandel brachten die Wende. Sicherheitsgurte, Tempolimits, Alkoholkontrollen – all das wurde nicht nur verordnet, sondern gesellschaftlich akzeptiert. Sicherheit wurde Teil der Alltagskultur. Genau diese Selbstverständlichkeit scheint heute Risse zu bekommen.

    Die Ministerin spricht daher von einer „prise de conscience collective“, einer kollektiven Bewusstwerdung. Das klingt groß, fast pathetisch, trifft aber einen wunden Punkt. Verkehr ist kein abstraktes System, sondern ein soziales Geflecht. Jeder Fahrer, jede Fußgängerin, jeder Radler beeinflusst das Verhalten der anderen. Wenn Regeln als lästige Empfehlung wahrgenommen werden, kippt das Gleichgewicht. Dann reicht ein Moment der Unachtsamkeit, ein Blick aufs Smartphone, ein Glas zu viel. Zack – und das Leben nimmt eine andere Abzweigung.

    Dabei geht es längst nicht nur um Autofahrer. Verwundbare Verkehrsteilnehmer rücken stärker in den Fokus: Fußgänger, Radfahrende, Nutzer von E-Scootern. Sie tragen das höchste Risiko, oft ohne es zu wollen. Infrastruktur, die auf schnelle Autos ausgelegt ist, passt schlecht zu langsamen Körpern. Hier prallen alte Planungsideale und neue Mobilitätsformen frontal aufeinander. Die Politik verspricht Anpassungen, bessere Wege, mehr Schutz. Aber auch hier gilt: Beton allein schafft keine Rücksicht.

    Die steigende Zahl der Verkehrstoten wirkt deshalb wie ein Spiegel gesellschaftlicher Spannungen. Beschleunigung überall, Ablenkung permanent, Verantwortung fragmentiert. Manchmal fragt man sich, ob wir unterwegs noch wirklich präsent sind oder nur noch durchrauschen. Die Straße als Durchgangsraum, nicht mehr als gemeinsamer Ort. Und genau das macht sie gefährlich.

    Frankreich steht damit an einem Punkt, der über Verkehrspolitik hinausweist. Es geht um das Verhältnis von Freiheit und Rücksicht, von Tempo und Maß. Die Zahlen von 2025 sind kein statistischer Ausrutscher, sondern ein Warnsignal. Ob daraus ein neuer Aufbruch entsteht oder nur ein kurzes Aufflackern der Debatte, hängt nicht allein von Gesetzen ab. Sondern von jedem Einzelnen, der den Schlüssel umdreht, den Roller startet oder die Straße überquert. Manchmal entscheidet ein kleiner Moment der Aufmerksamkeit über alles.

    Autor: Daniel Ivers

  • Departement Landes: Handy am Steuer könnte ab November den Führerschein kosten

    Departement Landes: Handy am Steuer könnte ab November den Führerschein kosten

    Ein kurzer Blick aufs Handy, eine WhatsApp-Nachricht, ein schneller Griff zum Telefon – und schon ist die Aufmerksamkeit weg von der Straße. Was oft wie eine harmlose Nebensache wirkt, ist einer der größten Risikofaktoren im Straßenverkehr. Genau dagegen zieht das Département Landes im Südwesten Frankreichs nun die Reißleine.

    Ein Sommer mit tragischen Zahlen Zehn Verkehrstote allein zwischen Juni und August 2025. Mehr als 3.000 Verstöße gegen das Handyverbot seit Jahresbeginn. Die Polizei in den Landes hat alle Hände voll zu tun – und die Bilanz ist erschütternd.Präfekt Gilles Clavreul spricht deshalb von einem notwendigen „choc de conscience“, einem Schockmoment, der die Menschen wachrütteln soll. Denn so normal das Telefonieren oder Tippen am Steuer für viele geworden ist – so tödlich sind die Folgen.

    Erst Verwarnung, dann harte Kante Ganz ohne Übergang geht es aber nicht. Zunächst, im Oktober, soll es eine Art Schonfrist geben: Wer erwischt wird, erhält noch eine pädagogische Verw…

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  • Historischer Tiefstand: Weniger Verkehrstote als je zuvor seit 1954

    Historischer Tiefstand: Weniger Verkehrstote als je zuvor seit 1954

    Gute Nachrichten von den französischen Straßen: Die Zahl der Verkehrstoten ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1954 gesunken. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Observatoire national interministériel de la sécurité routière (ONISR) hervor. Besonders bemerkenswert: Der Februar 2025 war der Monat mit den wenigsten Verkehrstoten aller Zeiten.

    Ein deutlicher Rückgang der Todesfälle

    Laut ONISR starben im Februar 2025 insgesamt 195 Menschen im Straßenverkehr – 32 weniger als im gleichen Monat des Vorjahres, was einem Rückgang von 14 % entspricht. Besonders erfreulich ist die sinkende Zahl der tödlichen Unfälle bei Fußgängern (-18), Autofahrern (-8) und Motorradfahrern (-5). Einzig die Zahl der getöteten Radfahrer blieb auf dem Niveau des Vorjahres.

    Dieser Trend ist keine Ausnahme: Die Statistik zeigt bereits den vierten Monat in Folge einen Rückgang der Verkehrstoten. Betrachtet man die vergangenen zwölf Monate, liegt die Zahl der Opfer um 2 % unter der des vorherigen Jahreszeitraums.

    Fortschritte dank Prävention und besserer Infrastruktur

    Die sinkenden Zahlen sind kein Zufall. Frankreich hat in den letzten Jahren verstärkt auf Präventionskampagnen, strengere Verkehrskontrollen und den Ausbau sicherer Infrastruktur gesetzt. Besonders innerstädtische Bereiche profitieren von Tempo-30-Zonen, besser sichtbaren Zebrastreifen und geschützten Radwegen.

    Doch bedeutet dieser Fortschritt, dass die Straßen jetzt sicher sind? Ganz sicher nicht. Solange es Verkehr gibt, bleibt auch das Unfallrisiko bestehen. Aber die Zahlen zeigen: Strenge Regeln und Sensibilisierung wirken – und retten Leben.

    Autor: C.H.

  • Frankreich: Autobahnmitarbeiter werden immer häufiger Opfer von Unfällen

    Frankreich: Autobahnmitarbeiter werden immer häufiger Opfer von Unfällen

    Mitarbeiter der Autobahngesellschaften werden immer häufig verletzt oder getötet, während sie auf den Fahrbahnen arbeiten. Einer von ihnen starb am vergangenen Sonntag, dem 3. März.

    Dienstagabend, 5. März, im Département Moselle: Während ein Autobahnmitarbeiter die Umgebung eines Pannenfahrzeugs absicherte, fuhr ein Lkw auf seinen Kleintransporter auf. Er kam mit Glück mit dem Leben davon, aber der Abschleppwagenfahrer, der neben ihm stand, steht noch unter Schock. „Er hat den Einsatzwagen gerammt“, erzählt Jeremy Poefinger, Abschleppwagenfahrer der Garage Oury, auf dem Sender France 2. Erst am Sonntag, dem 3. März, starb ein Autobahnarbeiter während eines Einsatzes auf der Autobahn A8 im Departement Alpes-Maritimes. Die Autobahngesellschaft erstattete Anzeige wegen Mordes.

    140 beschädigte Einsatzfahrzeuge im Jahr 2023
    Fahrzeuge mit 130 km/h rasen vorbei, die Autobahnpatrouillen schützen die Fahrer von Pannenfahrzeugen manchmal unter Einsatz ihres Lebens. Sie werden oft Opfer der Unvorsichtigkeit der Autofahrer und während eines Einsatzes angefahren und verletzt oder getötet. Eigentlich müssen auf französischen Autobahnen Sicherheitsregeln eingehalten werden, wie z. B. langsamer fahren und ausweichen, wenn ein Autobahnmitarbeiter sich auf der Fahrbahn oder dem Standstreifen befindet. Trotz zahlreicher Sensibilisierungskampagnen wurden im Jahr 2023 wieder 140 Einsatzfahrzeuge auf einer französischen Autobahn angefahren.

  • Straßenverkehrssicherheit: 3.170 Menschen starben 2023 auf den Straßen Frankreichs

    Straßenverkehrssicherheit: 3.170 Menschen starben 2023 auf den Straßen Frankreichs

    Das Jahr 2023 war gekennzeichnet durch einen Rückgang der Zahl der Todesfälle von Verkehrsteilnehmern in allen Kategorien um 3%, wie aus einer vorläufigen Bilanz der französischen Verkehrssicherheitsbehörde hervorgeht.

    Der positive Abwärtstrend setzt sich fort. Rund 3.170 Menschen starben im Jahr 2023 auf den Straßen Frankreichs und Korsikas, 3% weniger als im Jahr 2022, wie die Sécurité routière am Donnerstag, dem 1. Februar, in einer vorläufigen Bilanz bekannt gab. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrstoten in allen Kategorien gesunken, mit Ausnahme der Fahrer von motorisierten persönlichen Fortbewegungsmitteln wie Tretrollern, wo 42 Todesfälle zu beklagen waren, was einem Anstieg um 7% gegenüber dem Jahr 2022 entspricht.

    Im Einzelnen sinkt die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr für Autofahrer mit 1.525 Todesfällen (-40 Todesfälle), ebenso wie für Nutzer motorisierter Zweiräder mit 707 Todesfällen (-11 Todesfälle). Die Zahl der getöteten Radfahrer lag bei 226 im Jahr 2023, ein Rückgang um 8 % im Vergleich zu 2022. Auch bei den Fußgängern war 2023 ein deutlicher Rückgang der Todesfälle zu verzeichnen, um 10 % mit insgesamt 440 Opfern.

    Etwa 232.000 Menschen wurden im Jahr 2023 im Straßenverkehr verletzt, davon 16.000 schwer. Die Entwicklung der Zahl der Verletzten geht im Vergleich zu 2022 mit -1,9 % ebenfalls zurück. Die Zahl der männlichen Getöteten sinkt um 1,6 % (-40 Getötete) und die Zahl der weiblichen Getöteten sinkt um 4,6 % (-34 Getötete). Somit bleibt der Anteil der Männer bei den Verkehrstoten und Verletzten vorherrschend: Insgesamt sind 75 % der Schwerverletzten männlichen Geschlechts, ein Verhältnis, das dem von 2022 entspricht, aber höher ist als 2019.

  • Straßenverkehr: Im Juli sanken in Frankreich die tödlichen Unfälle um 10%

    Straßenverkehr: Im Juli sanken in Frankreich die tödlichen Unfälle um 10%

    Insgesamt starben im Juli 2023 auf Frankreichs Strassen 305 Menschen, was einem Rückgang von 10% im Vergleich zum Juli 2022 entspricht, wie die Sécurité Routière am Freitag, dem 11. August bekannt gab.

    Dieser Rückgang der Todesfälle auf den französischen Straßen um 10% im Juli folgte auf Rückgänge von 5% im Juni, 19% im Mai und 13% im April. Nach vorläufigen Feststellungen der nationalen interministeriellen Beobachtungsstelle für Straßenverkehrssicherheit (ONISR) waren unter den 305 getöteten Personen 136 Autofahrer und 84 motorisierte Zweiradfahrer.

    Die Beobachtungsstelle zählte außerdem 1.558 Schwerverletzte, was einem Rückgang von 7% im Vergleich zum Juli 2022 entspricht. Eine Zahl, die ebenfalls unter der im Jahr 2019, einem Jahr vor der Pandemie, verzeichneten liegt.

    Die Todesfälle junger Erwachsener im Alter von 18-24 Jahren ist in den letzten 12 Monaten ebenfalls zurückgegangen: 522 junge Menschen starben, das sind 5 % weniger als in den vorangegangenen 12 Monaten und 5 % weniger als im Jahr 2019.

    In den Überseegebieten ist die Zahl der Verkehrstoten ebenfalls rückläufig: 17 Tote, ein Rückgang um 29 % im Vergleich zum Juli 2022. Die Zahl der Verletzten ist hingegen gestiegen: 359, ein Plus von 10%.

    „Das insgesamt rückläufige Unfallgeschehen im Juli darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nutzer von sanften Mobilitätsformen auch Todesfälle zu verzeichnen haben“, darunter 22 Fußgänger und 25 Radfahrer, stellt Florence Guillaume, interministerielle Beauftragte für die Straßenverkehrssicherheit, fest.

    Mit 10 Toten unter den Nutzern von motorisierten persönlichen Fortbewegungsmitteln (EPDm), wie Roller, Einrad oder Hoverboards, „hält der Juli den traurigen Rekord für die schwerste Bilanz in dieser Kategorie“, so Florence Guillaume. Sie erinnert an die notwendige Einhaltung der Verkehrsregeln, Wachsamkeit und den Nutzen des dringend empfohlenen Tragens eines Helms. 41 Personen starben im letzten Jahr bei der Nutzung eines motorisierten persönlichen Fortbewegungsmittels (EPDm), was einem Anstieg von 46% im Vergleich zum Juli des Vorjahres entspricht.

  • Straßenverkehrssicherheit: 3.260 Tote im Jahr 2022 in Kontinentalfrankreich

    Straßenverkehrssicherheit: 3.260 Tote im Jahr 2022 in Kontinentalfrankreich

    Die interministerielle nationale Beobachtungsstelle für die Straßenverkehrssicherheit hat am Mittwoch, dem 1. Februar, ihren neuen Bericht über die Todeszahlen im Straßenverkehr vorgelegt. Die Bilanz insgesamt ist im Vergleich zur Vor-Covid-Zeit stabil geblieben. Allerdings wird die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer als „besorgniserregend“ hoch eingestuft.

    Insgesamt 3.260 Menschen starben im Jahr 2022 auf den Straßen des französischen Kernlandes. Das ist ein Zuwachs von 0,5% im Vergleich zu 2019, dem letzten Referenzjahr vor der Pandemie, wie die Sécurité routière am Mittwoch bekannt gab.

    Die Schätzungen der nationalen interministeriellen Beobachtungsstelle für Straßenverkehrssicherheit (ONISR), die heute auf einer Pressekonferenz in Paris vorgestellt wurden, sind eher mit 2019 vergleichbar als mit den Jahren 2020 und 2021, als die Zahlen unter die symbolische Grenze von 3.000 Todesfällen gefallen waren.

    „Weniger als 50% der im Straßenverkehr Getöteten sind Autoinsassen“, so die interministerielle Delegierte für Straßenverkehrssicherheit, Florence Guillaume.

    Die Zahl der Todesfälle bei Autofahrern im Straßenverkehr ist 2022 im Vergleich zu 2019 mit 1.563 Getöteten (-59) ebenso rückläufig wie für Nutzer motorisierter Zweiräder mit 715 Todesfällen (-34), wie aus den Zahlen des ONISR hervorgeht. „Leider, und das geht Hand in Hand mit der Entwicklung der modernen Mobilität, gibt es einen besorgniserregenden Anstieg der Todesfälle bei Radfahrern und Nutzern von motorisierten persönlichen Fortbewegungsmitteln (EDPm)“, wie z. B. Tretrollern, bedauerte Florence Guillaume.

    Das zweite Jahr in Folge überschritt die Zahl der getöteten Radfahrer die 200: Im Jahr 2022 wurden 244 getötet, was einem Anstieg von 30 % gegenüber 2019 entspricht und 57 Todesfälle mehr bedeutet. 34 Rollerfahrer kamen ums Leben, gegenüber 10 im Jahr 2019.

    In den französischen Überseegebieten starben 281 Menschen im Straßenverkehr, eine Bilanz, die im Vergleich zu 2019 um 11% anstieg (+27 Getötete).

  • Verkehrssicherheit: 295 Menschen starben im Oktober auf französischen Straßen

    Verkehrssicherheit: 295 Menschen starben im Oktober auf französischen Straßen

    Unter den Opfern waren 122 Autofahrer, 58 Fußgänger und 34 Radfahrer.

    Fast 300 Menschen haben auf den Straßen des Hexagons ihr Leben verloren. Insgesamt wurden im Oktober 2022 295 Menschen auf den Straßen des Hexagons getötet, wie Sécurité routière am Dienstag, dem 15. November, bekannt gab. Das ist ein Anstieg um 15% im Vergleich zum selben Monat im Jahr 2019, dem Bezugsjahr vor der Pandemie. Unter den Getöteten waren 122 Autofahrer, 58 Fußgänger und 34 Radfahrer. Mehr als die Hälfte dieser Todesfälle ereignete sich außerhalb von Ortschaften.

    Die Zahl ist im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2021 (298 Tote) nur leicht gesunken, im Vergleich zum Jahr 2019 (257 Tote) jedoch gestiegen, so die nationale interministerielle Beobachtungsstelle für Straßenverkehrssicherheit (ONISR) in einer Pressemitteilung.

    Steigende Zahlen auch in den Überseedepartements
    Die Gesamtzahl der registrierten Unfälle mit Personenschaden, die nur einen Teil der Straßenverkehrsunfälle ausmachen, ging dagegen auf 4.720 zurück, 868 weniger als im Oktober 2021 und 415 weniger als im Jahr 2019. „Selbst wenn die Pandemie noch aktiv ist, erreichen die Reisen und das Unfallgeschehen wieder einen Rhythmus, der dem vor der Pandemie nahe kommt oder sogar darüber liegt“, stellt das ONISR fest.

    In den französischen Überseegebieten starben im vergangenen Monat 33 Menschen bei Verkehrsunfällen, das sind acht mehr als im gleichen Zeitraum 2021 und zehn mehr als 2019. Die Zahl der in den Überseedepartments erfassten Unfälle mit Personenschaden belief sich auf 269 gegenüber 244 im Oktober 2021 und 259 im Oktober 2019.

  • Verkehrssicherheit und Zeitumstellung: Vorsicht vor Unfällen!

    Verkehrssicherheit und Zeitumstellung: Vorsicht vor Unfällen!

    Mit der Umstellung auf die Winterzeit häufen sich die Unfälle im Straßenverkehr. Die Sécurité routière startet eine große Kampagne in Frankreich, um Autofahrer und Radfahrer zu sensibilisieren.

    Mit der Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag, dem 30. Oktober, muss man doppelt so wachsam sein, besonders wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist! Es wird früher dunkel und dadurch sind Radfahrer ab dem späten Nachmittag ab 17:00 Uhr stärker gefährdet. Wie immer gibt es auch hier Möglichkeiten der Vorbeugung. „Ich habe eine gelbe und fluoreszierende Weste, damit man gesehen wird, und eine gute Beleuchtung am Fahrrad, vorne und hinten“, sagt ein Verkehrsteilnehmer gegenüber dem Sender France 3. Andere, wie ein Team von France Télévisions am Donnerstagabend, den 27. Oktober, in Paris feststellte, sind allerdings in der einsetzenden Dunkelheit kaum zu sehen.

    Ähnliche Gefahren für Fußgänger und Rollerfahrer
    Für Fußgänger und Rollerfahrer sieht es ähnlich aus. Jedes Jahr steigen die Unfälle in den tagen und Wochen nach der Zeitumstellung zwischen Ende Oktober und November um durchschnittlich 42% an. Nachts sieht ein Autofahrer einen schwarz gekleideten Radfahrer erst aus 25 Metern Entfernung. Mit einer reflektierenden Weste erhöht sich der Sicherheitsabstand auf 125 Meter.