Schlagwort: Tunnel

  • Der Jahrhundertcoup von Nizza fasziniert auch nach 50 Jahren

    Der Jahrhundertcoup von Nizza fasziniert auch nach 50 Jahren

    Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, doch der spektakuläre Einbruch in die Filiale der Société Générale im Herzen von Nizza besitzt bis heute Kultstatus. Der sogenannte „Jahrhundertcoup“ aus dem Sommer 1976 zählt zu den bekanntesten Kriminalfällen Frankreichs. Bücher, Dokumentationen und Reportagen greifen die Geschichte immer wieder auf. Der Grund liegt nicht allein in der gewaltigen Beute, sondern vor allem in der außergewöhnlichen Planung und der fast filmreifen Flucht der mutmaßlichen Drahtzieher.

    Zwischen dem 16. und 19. Juli 1976 nutzte eine Gruppe von rund 15 Männern das verlängerte Wochenende rund um den französischen Nationalfeiertag. Während die Bank mehrere Tage geschlossen blieb, arbeitete sich die Bande unbemerkt bis in den Tresorraum vor. Ihr Weg führte nicht durch den Haupteingang, sondern durch das unterirdische Kanalsystem von Nizza. Über Monate gruben die Täter einen Tunnel bis zur Außenwand des Tresorraums und gelangten schließlich ins Innere, ohne Alarm auszulösen.

    Dort gingen sie mit erstaunlicher Ruhe ans Werk. Mit Schneidbrennern und speziellem Werkzeug öffneten sie mehr als 300 Schließfächer von Privatkunden. Zeitdruck schien kaum eine Rolle zu spielen. Berichten zufolge machten die Einbrecher sogar Pausen, aßen gemeinsam und tranken Wein, bevor sie ihre Beute sorgfältig sortierten. Allein diese Gelassenheit trug erheblich zum späteren Mythos des Falls bei. Wer nimmt sich während eines Bankeinbruchs Zeit für ein gemeinsames Essen?

    Bevor die Täter den Tatort verließen, hinterließen sie einen Satz, der bis heute untrennbar mit dem Coup verbunden bleibt: „Ohne Waffen, ohne Hass und ohne Gewalt.“ Diese Botschaft verlieh der Tat eine fast schon legendäre Aura. Obwohl der Schaden enorm ausfiel, kam niemand körperlich zu Schaden. Kein Schuss fiel, niemand wurde verletzt. Gerade dieser ungewöhnliche Umstand unterscheidet den Fall von vielen anderen spektakulären Banküberfällen.

    Die Beute belief sich damals auf rund 46 Millionen Francs – eine Summe, die nach heutigem Wert mehreren Dutzend Millionen Euro entspricht. Ein erheblicher Teil des Geldes und der Wertgegenstände verschwand allerdings für immer. Bis heute fehlt von großen Teilen der Beute jede Spur.

    Schon bald rückte der Fotograf Albert Spaggiari ins Visier der Ermittler. Die Behörden betrachteten ihn als geistigen Kopf des Coups. Nach seiner Festnahme gestand er zwar, die Idee entwickelt zu haben, schwieg jedoch über seine mutmaßlichen Komplizen. Dadurch entstanden zahlreiche Spekulationen, die den Fall bis heute begleiten.

    Im März 1977 schrieb Spaggiari ein weiteres Kapitel Kriminalgeschichte. Während eines Verhörs im Justizpalast von Nizza sprang er überraschend aus dem Fenster des Büros im ersten Stock. Er landete auf dem Dach eines geparkten Autos, rappelte sich auf und flüchtete auf einem Motorrad, das von Helfern bereitgestellt worden war. Diese spektakuläre Flucht wirkte wie eine Szene aus einem Actionfilm – und machte den Fall endgültig weltberühmt.

    Anschließend lebte Spaggiari überwiegend in Italien und zeitweise in Südamerika. Die französische Justiz verurteilte ihn in Abwesenheit zu lebenslanger Haft, doch eine Festnahme gelang nie. 1989 starb er im Alter von nur 56 Jahren in Italien.

    Bis heute bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet. Wer gehörte tatsächlich zur Einbrecherbande? Wie verlief die Aufteilung der Beute? Und wo befinden sich die verschwundenen Millionen? Genau diese offenen Punkte sorgen dafür, dass der Jahrhundertcoup auch fünf Jahrzehnte später nichts von seiner Faszination verloren hat. Ist es nicht gerade das ungelöste Rätsel, das diese Geschichte bis heute so lebendig hält?

    In Nizza erinnert man sich noch immer an den spektakulären Einbruch. Das ehemalige Bankgebäude gilt unter Freunden außergewöhnlicher Kriminalfälle längst als legendärer Ort. Tunnel, Tresorraum, spektakuläre Flucht und ein bis heute verschwundener Schatz – diese Mischung macht den Jahrhundertcoup zu einer Geschichte, die Generationen überdauert.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Tragödie von Lormont: Zwei junge Mädchen verlieren ihr Leben auf den Gleisen

    Tragödie von Lormont: Zwei junge Mädchen verlieren ihr Leben auf den Gleisen

    Ein Sommerabend, der hätte unbeschwert enden sollen, mündet in einer Katastrophe, die eine ganze Gemeinde erschüttert. In Lormont, einem Vorort von Bordeaux, sind in der Nacht vom 27. auf den 28. August zwei Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren von einem Zug erfasst und getötet worden. Die Umstände – noch immer rätselhaft, noch immer schwer zu begreifen. Ein Vater auf der Suche – und die grausame Wahrheit Am frühen Morgen, kurz nach halb sechs, findet ein Vater das, was niemand jemals finden möchte: die leblosen Körper seiner Tochter und ihrer Freundin. Er hatte die Nacht wach verbracht, voller Sorge. Denn seine Tochter war nicht nach Hause gekommen. Eine Freundin schickte ihm schließlich ein Foto – aufgenommen am Eingang eines Eisenbahntunnels. Der Vater machte sich sofort auf den Weg dorthin. Am Tunnel von Lormont endete seine Suche. Ermittlungen zwischen Rätsel und Realität War es ein Unfall? Ein unglücklicher Streich? Oder etwas anderes? Die Polizei hält sich bedeckt, spricht derz…

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  • Tunnel de Tende wieder offen – Ein Jahrhundertprojekt mit bitterem Beigeschmack

    Tunnel de Tende wieder offen – Ein Jahrhundertprojekt mit bitterem Beigeschmack

    Zwölf Jahre. Skandale, Korruption, Naturkatastrophen und unzählige Verzögerungen.

    Jetzt rollt der Verkehr endlich wieder durch den Tunnel de Tende, der die französische Roya-Region mit dem Piemont in Italien verbindet. Ein Nadelöhr, das seit 1882 existiert – und nie wirklich komfortabel war.

    Am Samstag, dem 28. Juni 2025, wurde das Bauwerk nach einer endlosen Odyssee teilweise wieder für Autos freigegeben. Endlich.

    Doch der Reihe nach.

    Der Plan war einst simpel: Der Tunnel sollte verdoppelt und modernisiert werden, um den Grenzverkehr zwischen Frankreich und Italien zu entlasten. 2007 beschlossen, 2014 gestartet – und ab da begann eine Kette von Pannen, die selbst den geduldigsten Roya-Bewohnern den letzten Nerv raubte.

    2017 platzte der erste Traum, als die italienische Baufirma Fincosit wegen Korruption aufflog. Alles stand still. Drei Jahre später schlug die Natur zu: Sturm Alex riss Brücken, Straßen und Tunnelzugänge auf der französischen Seite fort. Die Gemeinde Tende, ohnehin klein, verlor durch Isolation und wirtschaftliche Verödung fast zehn Prozent ihrer Einwohner. Ein Exodus mit bitterem Beigeschmack.

    Der neue Tunnel ist jetzt endlich fertig – aber nur halb geöffnet. Seit Samstag gilt ein strenges Zeitregime: Am Wochenende rollt der Verkehr von 6 bis 21 Uhr, unter der Woche gibt es wechselnde Zeitfenster, damit Sicherheitstests und letzte Arbeiten weiterlaufen können. Frühestens Mitte Juli könnte sich das ändern. Bis dahin gilt für Pendler, Anwohner und Touristen weiterhin: Uhrzeiten auswendig lernen oder warten.

    Am Freitag, dem 27. Juni, weihten Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot und Italiens Minister Matteo Salvini das Bauwerk offiziell ein. Ein symbolischer Akt, aber auch ein politisches Zeichen für den Neuanfang nach Jahren der Blockade.

    Der finanzielle Preis? Rund 255 Millionen Euro – deutlich mehr als geplant. Italien zahlte 58 Prozent, Frankreich 42 Prozent. Doch egal wie groß die Summe auf dem Papier wirkt, für die Menschen im Roya-Tal hatte der Tunnel-Ausfall weit schwerere Kosten: Isolation, stockender Tourismus, wirtschaftlicher Niedergang und tiefe Frustration über die Langsamkeit in Paris und Rom.

    Bleibt die Frage: Wie geht es weiter?

    Denn was viele nicht wissen: Die vollständige Eröffnung hängt davon ab, ob auch der alte Tunnel endlich saniert wird. Nur so könnte es eine zweispurige Verkehrsführung geben. Italien hat dafür bereits 70 Millionen Euro eingeplant. Einen Baubeginn? Gibt es noch nicht. Typisch Tende, könnte man sagen.

    Und so bleibt das Bauwerk ein Symbol – für Fortschritt und Stillstand zugleich. Für europäische Verbindungen und nationale Bürokratie. Für jahrzehntelanges Warten – und die ungebrochene Resilienz einer Region, die sich nie hat unterkriegen lassen.

    Vielleicht liegt genau hier die wahre Bedeutung des Tunnels von Tende: Er zeigt, wie brüchig Straßen sein können – und wie stark Gemeinschaften bleiben, wenn sie alles verlieren außer ihrer Hoffnung.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Lyon-Turin-Tunnel: Ein gigantisches Bauprojekt mit Risiken und Kontroversen

    Lyon-Turin-Tunnel: Ein gigantisches Bauprojekt mit Risiken und Kontroversen

    Tief unter den Alpen, verborgen vor den Blicken der Welt, arbeiten rund 3.000 Arbeiter an einem der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte Europas: dem Lyon-Turin-Tunnel. Doch hinter der Ingenieurskunst verbirgt sich auch eine düstere Realität – tödliche Unfälle, massive Kostensteigerungen und anhaltende Proteste.

    Ein Tunnel von gigantischem Ausmaß

    Mit einer Länge von 57 Kilometern soll der Tunnel der längste Eisenbahntunnel der Welt werden. Die Bauarbeiten finden unter extremen Bedingungen statt: über 1.000 Meter unter der Erde, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Bis zur Fertigstellung müssen 37 Millionen Tonnen Gestein aus dem Berg gesprengt und abtransportiert werden.

    Für die Sicherheit der Arbeiter gelten strenge Maßnahmen. Jeder, der den Tunnel betritt, trägt eine GPS-Balise – im Ernstfall sollen Verschüttete so schneller gefunden werden. Doch die Gefahren bleiben allgegenwärtig: Sprengungen, einstürzende Felsformationen und unvorhersehbare geologische Herausforderungen machen das Arbeiten in den Tiefen der Erde zu einer lebensgefährlichen Aufgabe.

    Tragische Unfälle und steigende Kosten

    Seit Beginn der Arbeiten sind bereits drei Arbeiter ums Leben gekommen – in weniger als zwei Jahren. Jeder Todesfall führt zu erneuten Debatten über die Sicherheit und die ethische Vertretbarkeit dieses Mammutprojekts.

    Zudem explodieren die Kosten. Ursprünglich auf einen bestimmten Rahmen kalkuliert, sind mittlerweile zusätzliche 11 Milliarden Euro notwendig, um den Bau abzuschließen. Wie hoch wird die Endrechnung am Ende wirklich sein? Diese Frage bleibt offen, denn Großprojekte dieser Art haben eine Tendenz, immer teurer zu werden als ursprünglich geplant.

    Ein umstrittenes Bauvorhaben

    Der Lyon-Turin-Tunnel sorgt seit Jahrzehnten für hitzige Debatten. Während Befürworter auf eine ökologische Verkehrswende setzen – immerhin soll der Tunnel bis zu 344 Züge pro Tag ermöglichen und damit den Güterverkehr massiv von der Straße auf die Schiene verlagern – sehen Kritiker vor allem Umweltzerstörung und enorme Kosten.

    Protestgruppen in Frankreich und Italien kämpfen seit Jahren gegen das Projekt. Sie warnen vor den langfristigen Auswirkungen auf die Alpenregion, das Grundwasser und die lokale Bevölkerung. Doch die Bauarbeiten gehen weiter – unaufhaltsam, wie eine riesige Maschine, die nicht mehr gestoppt werden kann.

    Blick in die Zukunft

    Bis zur geplanten Eröffnung im Jahr 2033 ist es noch ein langer Weg. Die Hoffnungen sind groß: weniger Lastwagen auf den Straßen, kürzere Reisezeiten zwischen Frankreich und Italien und eine umweltfreundlichere Lösung für den europäischen Güterverkehr.

    Doch der Preis dafür ist hoch – finanziell, menschlich und ökologisch. Wird sich dieses Milliardenprojekt am Ende wirklich auszahlen? Die Antwort darauf wird sich erst in vielen Jahren zeigen.

    Autor: C.H.

  • Lyon-Turin-Tunnel: 11,1 Milliarden Euro und ein Jahr Verspätung

    Lyon-Turin-Tunnel: 11,1 Milliarden Euro und ein Jahr Verspätung

    Die Baukosten für den Lyon-Turin-Tunnel explodieren – und das Projekt wird ein Jahr später fertiggestellt als ursprünglich geplant. Die aktuellen Zahlen, die letzten Freitag von der Baugesellschaft TELT veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Kosten um 30 % höher sind als erwartet.

    Kostensteigerung um 30 %

    Der Tunnel, der Saint-Jean-de-Maurienne in Frankreich mit Susa in Italien verbinden soll, wird nun insgesamt 11,1 Milliarden Euro kosten, 2,5 Milliarden Euro mehr als die ursprünglich veranschlagten 8,6 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Kostensteigerung von nahezu 30 % innerhalb von neun Jahren. Diese neuen Zahlen wurden nach der letzten Sitzung des Verwaltungsrats von TELT bekannt gegeben.

    Gründe für die Kostenexplosion

    Warum sind die Kosten so dramatisch gestiegen? TELT nennt mehrere Faktoren. Die Covid-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben zu Lieferengpässen und steigenden Preisen für bestimmte Rohstoffe geführt. Zudem beeinflussten andere Großprojekte, wie die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Frankreich, die Kosten. Auch unvorhersehbare geologische Herausforderungen trugen zur Erhöhung des Budgets bei.

    Verzögerungen und Fortschritte

    Der Tunnel sollte ursprünglich 2032 in Betrieb genommen werden, doch die Inbetriebnahme verzögert sich nun bis auf Ende 2033. Bisher wurden 37,3 Kilometer des Tunnels gegraben, darunter 13,7 Kilometer des Basistunnels – das ist etwa ein Fünftel der insgesamt geplanten 164 Kilometer.

    Ein Mammutprojekt mit Herausforderungen

    Das Projekt des Tunnels Lyon-Turin ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Europas. Es soll den alpenüberquerenden Verkehr effizienter gestalten und sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr verbessern. Doch Großprojekte dieser Art sind häufig mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert – ob es nun geopolitische Ereignisse, Pandemien oder unvorhersehbare geologische Bedingungen sind.

    Was bedeutet das für die Zukunft des Projekts? Trotz der Verzögerungen und der Kostensteigerung bleibt der Lyon-Turin-Tunnel ein Schlüsselprojekt für die europäische Verkehrsinfrastruktur. Der Fokus liegt nun darauf, die verbleibenden Bauarbeiten effizient abzuschließen und den Tunnel so bald wie möglich in Betrieb zu nehmen.

    Mit einem aktualisierten Budget von 11,1 Milliarden Euro und einer geplanten Fertigstellung im Jahr 2033 steht der Lyon-Turin-Tunnel vor großen Herausforderungen. Doch er bleibt ein wichtiger Bestandteil der europäischen Infrastruktur, der langfristig erhebliche Vorteile bringen wird – sowohl für den Güterverkehr als auch für Reisende.

  • 25 Jahre nach der Katastrophe: Gedenkzeremonien für die Opfer des Mont-Blanc-Tunnels

    25 Jahre nach der Katastrophe: Gedenkzeremonien für die Opfer des Mont-Blanc-Tunnels

    Ein Vierteljahrhundert nach einer der schlimmsten Tragödien in der Geschichte der Alpenregion kamen am vergangenen Wochenende Familien und Angehörige zusammen, um der Opfer des verheerenden Brandes im Mont-Blanc-Tunnel zu gedenken. Am 24. März 1999 ereignete sich eine Katastrophe, die tief in das kollektive Gedächtnis Europas eingebrannt ist: 39 Menschen verloren ihr Leben in den Flammen, die den Tunnel zwischen Frankreich und Italien erfassten. Ein Ort tiefster Trauer Für viele Hinterbliebene bleibt der Tunnel eine letzte Ruhestätte ihrer Liebsten, ein heiliger Ort des Gedenkens, denn die Körper wurden nie geborgen. Marie-Ange Chantelot, Präsidentin des Vereins der Opferfamilien des Mont-Blanc-Tunnels, sagte gegenüber dem Sender France Bleu Pays de Savoie, dass dieser Tag für viele Familien unverzichtbar sei. Sie fühlen den Drang, am Gedenkort zu sein, vor dem Mahnmal, das am Straßenrand auf dem Weg zum Tunnel in Chamonix, Haute-Savoie, errichtet wurde. Dieses Symbol hat für viele ei…

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  • Frankreich-Italien: Mont-Blanc-Tunnel für zwei Monate wegen Bauarbeiten geschlossen

    Frankreich-Italien: Mont-Blanc-Tunnel für zwei Monate wegen Bauarbeiten geschlossen

    Der Mont-Blanc-Tunnel (Departement Haute-Savoie), eine Hauptverkehrsachse zwischen Frankreich und Italien, ist ab sofort für zwei Monate wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen.

    Es handelt sich um eine Baustelle, die voraussichtlich neun Wochen dauern wird. Der Mont-Blanc-Tunnel ist ab Montag, dem 16. Oktober, geschlossen. Der Grund dafür sind seit langem geplante Wartungsarbeiten, die nach einem großen Erdrutsch im August im Maurienne-Tal auf einem Autobahnabschnitt in der Nähe des Tunnels auf Mitte Oktober verschoben wurden. Die Baustelle soll es ermöglichen, einen Teil der Fahrbahnplatte sowie das Belüftungssystem zu ersetzen. Um in den Alpen von Frankreich nach Italien zu gelangen, muss man daher ab sofort durch den Großen St. Bernhard-Tunnel oder den Fréjus-Tunnel weiter südlich im Maurienne-Tal fahren.

    Schätzungen zufolge werden etwa 90 % der LKWs in Richtung Italien den Fréjus-Tunnel benutzen. Eine Verkehrsverlagerung, die die Bewohner des Maurienne-Tals bereits bei der Ankündigung der Bauarbeiten im Jahr 2022 beunruhigte. Die lange Schließung des Mont-Blanc-Tunnels ist die erste seit seiner Wiedereröffnung im Jahr 2002 nach einem Brand im März 1999, bei dem 39 Menschen ums Leben gekommen waren. Im Durchschnitt fahren täglich 1.700 LKW und 3.600 leichte Fahrzeuge durch den Mont-Blanc-Tunnel, der kurz vor den Weihnachtsferien wieder eröffnet werden soll.

  • Mont-Blanc: Der Tunnel wird im Jahr 2023 wegen Bauarbeiten geschlossen sein

    Mont-Blanc: Der Tunnel wird im Jahr 2023 wegen Bauarbeiten geschlossen sein

    Der Mont-Blanc-Tunnel muss 2023 geschlossen werden, um Asbest zu entfernen und die Fahrbahn neu zu asphaltieren. Die Verlagerung des Autoverkehrs bereitet den Anwohnern Sorgen.

    Im Jahr 2023 wird der Mont-Blanc-Tunnel wegen Bauarbeiten geschlossen werden müssen. Die geplanten Bauarbeiten sind umfangreich: Die Fahrbahn muss erneuert und die Deckengewölbe müssen von Asbest befreit werden. Um nach Italien zu gelangen, müssen die Autofahrer im kommenden Jahr den Tunnel des Großen St. Bernhard oder den Fréjus-Tunnel im Maurienne-Tal benutzen. Dies gefällt den Anwohnern nicht wirklich. „Wir erleben schon viel Verschmutzung durch den Verkehr, der jetzt schon durchfährt, das wird durch die Umleitungen nicht besser“, prophezeit ein Mann gegenüber France 2.

    100.000 Autos und LKWs pro Monat
    Der Mont-Blanc-Tunnel ist im Jahr 1965 eröffnet worden, als Asbest noch in fast allen Bauwerken verwendet wurde. Um es zu entfernen, wurden zwei Lösungen in Betracht gezogen: den Tunnel für drei oder vier Jahre zu schliessen oder ihn 18 Jahre lang vier Monate im Jahr zu schließen. Die Verantwortlichen bevorzugen die zweite Version, da sie befürchten, dass sich die Gewohnheiten der LKW-Fahrer bei einer zu langen Schließung komplett ändern könnten. Jeden Monat fahren 100.000 Autos und Lastwagen durch den Mont-Blanc-Tunnel.