Schlagwort: Toulon

  • Die stille Welt der „La Lune“

    Die stille Welt der „La Lune“

    Das Mittelmeer wirkt an diesem Morgen friedlich. Die Sonne glitzert auf den Wellen vor Toulon, Möwen ziehen ihre Kreise, Fischerboote gleiten gemächlich über das Wasser. Nichts deutet darauf hin, dass sich tief unter der Oberfläche einer der größten maritimen Schätze Frankreichs verbirgt. Erst in rund 90 Metern Tiefe beginnt eine andere Welt – dunkel, still und seit Jahrhunderten nahezu unberührt. Dort liegt die „La Lune“, ein Kriegsschiff aus der Zeit Ludwigs XIV., das nach mehr als 360 Jahren jetzt seine Geschichte preisgibt.

    Für die Archäologen gleicht jede Expedition einer Reise in die Vergangenheit. Zentimeter für Zentimeter arbeiten sie sich durch den feinen Meeresboden, unterstützt von modernster Technik und ferngesteuerten Unterwasserrobotern. Was dabei zum Vorschein kommt, erzählt von einer Epoche, in der Frankreich seinen Platz unter den großen Seemächten Europas suchte.

    Die „La Lune“ entstand zwischen 1639 und 1641 im Auftrag von Ludwig XIII. Mit ihren bis zu 48 Kanonen gehörte sie zu den schlagkräftigen Kriegsschiffen ihrer Zeit. Sie begleitete militärische Unternehmungen gegen Spanien und nahm an Expeditionen im Mittelmeer teil. Damals galt sie als Symbol einer Marine, die ehrgeizige Ziele verfolgte und den Einfluss Frankreichs auf See ausbauen sollte.

    Doch der Ruhm des Schiffes währte nicht lange.

    Im November 1664 trat die „La Lune“ die Heimreise von einer unglücklich verlaufenen Expedition an die nordafrikanische Küste an. Das Schiff war verschlissen, überladen und bis auf den letzten Winkel gefüllt. Neben der Besatzung drängten sich Hunderte Soldaten, Verwundete und Ausrüstungsgegenstände an Bord. Die Belastung erwies sich als zu groß. Nur wenige Kilometer vor Toulon brach der Rumpf auseinander. Innerhalb weniger Minuten verschwand das Schiff in den Fluten.

    Schätzungsweise 700 bis 900 Menschen verloren dabei ihr Leben. Kaum jemand überlebte die Katastrophe. Zurück blieb ein Grab auf dem Meeresgrund, das über Jahrhunderte unangetastet blieb.

    Erst 1993 stießen Forscher zufällig auf das Wrack. Die große Tiefe hatte das Schiff vor Plünderern geschützt. Genau das macht die „La Lune“ heute so wertvoll. Sie ist keine Ruine, sondern eine Zeitkapsel. Viele Gegenstände liegen noch immer dort, wo sie im Moment des Untergangs zu Boden sanken.

    Bei der jüngsten Grabungskampagne förderten die Archäologen erneut bemerkenswerte Funde zutage. Eine große Vorratsamphore, fein verzierte Keramik, eine Tonpfeife und eine bronzene Schiffskanone gehörten zu den Objekten, die vorsichtig aus dem Sediment geborgen wurden. Der luftdichte Schlamm bewahrte zahlreiche Stücke über mehr als drei Jahrhunderte erstaunlich gut. Manche wirken fast so, als hätte sie erst gestern jemand aus der Hand gelegt.

    Gerade diese scheinbar unspektakulären Fundstücke faszinieren die Wissenschaft besonders. Eine Pfeife erzählt von einer kurzen Pause zwischen den Wachen. Keramikschalen erinnern an die Mahlzeiten der Mannschaft. Werkzeuge, Seile oder Behälter geben Hinweise auf das Leben an Bord. Aus vielen kleinen Details entsteht nach und nach ein Bild des harten Alltags auf einem Kriegsschiff des 17. Jahrhunderts. Ist es nicht erstaunlich, wie viel eine einfache Tonschüssel über vergangene Zeiten verraten kann?

    Längst geht es bei den Arbeiten an der „La Lune“ nicht mehr allein um klassische Archäologie. Das Wrack dient ebenso als Testfeld für modernste Unterwassertechnik. Hochpräzise 3D Vermessungen, ferngesteuerte Systeme und digitale Rekonstruktionen ermöglichen Einblicke, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wären. Geschichte und Hightech begegnen sich hier auf eindrucksvolle Weise.

    Und dennoch bleibt der bedeutendste Schatz unsichtbar. Es sind nicht allein Amphoren oder Kanonen, die den Wert dieses Wracks ausmachen. Es sind die Geschichten der Menschen, die einst auf der „La Lune“ lebten, arbeiteten und hofften. Seeleute, Soldaten und Offiziere, deren Alltag mit einem einzigen Unglück jäh endete. Jeder neue Fund verleiht ihnen ein kleines Stück ihrer Geschichte zurück.

    So ruht die „La Lune“ weiterhin auf dem Grund des Mittelmeers – still, würdevoll und voller Geheimnisse. Mit jeder neuen Expedition hebt sich ein weiterer Schleier. Und wer weiß, welche Geschichten der alte Rumpf noch längst nicht erzählt hat?

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Frankreichs Taucherpioniere im Fokus: Vorbereitung auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus

    Frankreichs Taucherpioniere im Fokus: Vorbereitung auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus

    Toulon – Die strategisch wichtige Straße von Hormus rückt angesichts der wachsenden Spannungen im Nahen Osten erneut in den Mittelpunkt internationaler Sicherheitsüberlegungen. Für die französische Marine bedeutet dies erhöhte Aufmerksamkeit und die Vorbereitung spezialisierter Einheiten auf mögliche Einsätze. Besonders gefragt sind dabei die Taucherpioniere der Marine nationale, die von ihrem Stützpunkt in Toulon aus auf die Bekämpfung von Seeminen und anderen Unterwasserbedrohungen spezialisiert sind.

    Kaum eine Wasserstraße besitzt für die Weltwirtschaft eine vergleichbare Bedeutung wie die Straße von Hormus. Täglich passieren dort Millionen Barrel Rohöl sowie zahlreiche Frachtschiffe die enge Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Bereits kleinere Störungen können erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiepreise und internationale Lieferketten haben.

    Vor diesem Hintergrund gewinnen die Fähigkeiten der französischen Taucherpioniere zunehmend an Bedeutung. Die Spezialisten gehören zu den wenigen militärischen Einheiten, die in der Lage sind, Minen und andere explosive Gefahren unter Wasser aufzuspüren, zu identifizieren und kontrolliert zu neutralisieren. Ihre Arbeit erfolgt häufig unter schwierigen Bedingungen, oftmals in geringer Sicht und unter erheblichem Zeitdruck.

    Spezialisten für unsichtbare Bedrohungen

    Die Minenabwehr zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben moderner Seestreitkräfte. Während Raketen oder Drohnen sichtbar und häufig frühzeitig erfasst werden können, bleiben Seeminen oft über lange Zeit unentdeckt. Bereits wenige Sprengkörper können ausreichen, um eine wichtige Schifffahrtsroute vorübergehend lahmzulegen.

    Die in Toulon stationierten Taucherpioniere durchlaufen deshalb eine besonders intensive Ausbildung. Neben fundierten Kenntnissen über unterschiedliche Minentypen werden sie im Umgang mit modernster Sonartechnik, ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen und speziellen Sprengverfahren geschult. Regelmäßige Übungen dienen dazu, die Einsatzbereitschaft auch unter komplexen Bedingungen sicherzustellen.

    Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

    Ein wichtiger Bestandteil der französischen Strategie ist die enge Kooperation mit internationalen Partnern. Dies zeigte sich zuletzt bei der Übung EAST DOLPHIN 25 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort trainierten französische und emiratische Spezialisten gemeinsam Verfahren zur Minensuche und Minenräumung.

    Solche Übungen dienen nicht nur dem technischen Erfahrungsaustausch. Sie stärken zugleich die Interoperabilität der beteiligten Streitkräfte und ermöglichen im Krisenfall ein schnelleres und koordinierteres Handeln. Gerade in einer Region wie dem Persischen Golf, in der zahlreiche internationale Interessen aufeinandertreffen, gilt dies als entscheidender Faktor.

    Frankreichs Rolle in einer sensiblen Region

    Die aktuelle Vorbereitung der Taucherpioniere verdeutlicht den Anspruch Frankreichs, zur Sicherheit maritimer Handelswege beizutragen. Paris verfügt traditionell über eine starke Marinepräsenz im Indischen Ozean und im Nahen Osten und betrachtet die Freiheit der Schifffahrt als zentrales sicherheitspolitisches Interesse.

    Sollten sich die Spannungen in der Region weiter verschärfen, könnten die Spezialisten aus Toulon rasch zum Einsatz kommen. Ihre Fähigkeit, maritime Verkehrswege von Unterwasserbedrohungen zu befreien, macht sie zu einem wichtigen Baustein der internationalen Sicherheitsarchitektur. In einer Zeit wachsender geopolitischer Unsicherheiten bleibt ihre Arbeit weitgehend unsichtbar – ihre Bedeutung für die Stabilität des Welthandels jedoch kaum zu überschätzen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Der Tote im Müllcontainer – ein Gerichtsfall, der mehr über Armut erzählt als über Schuld

    Der Tote im Müllcontainer – ein Gerichtsfall, der mehr über Armut erzählt als über Schuld

    Manchmal sind es nicht Mord und Totschlag, die einen Gerichtssaal verstummen lassen, sondern die schlichte Aussichtslosigkeit eines Lebens am Rand der Gesellschaft. Vor dem Strafgericht von Toulon wurde in diesen Tagen ein Fall verhandelt, der selbst erfahrene Prozessbeobachter innehalten ließ: Ein Mann hatte den Leichnam seines Bruders in einen Müllcontainer geworfen. Nicht aus Hass. Nicht aus Berechnung. Sondern aus Geldmangel. Der Ausgangspunkt dieser Geschichte liegt im Oktober 2023, in Ollioules, einer unscheinbaren Nachbargemeinde von Toulon. Dort fanden Mitarbeiter der Müllabfuhr im Stadtzentrum einen stark verwesten Körper in einem Abfallcontainer. Der erste Eindruck ließ Schlimmes vermuten. Ein Gewaltverbrechen, vielleicht. Doch die Ermittlungen führten schnell in eine andere Richtung – in eine Wohnung, in der Armut, Alter und Isolation ein bedrückendes Bündnis eingegangen waren. Drei Brüder, alle jenseits der 60, lebten in prekären sozialen Verhältnissen. Einer von ihnen star…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Schüsse in Toulon – eine Polizeikontrolle kippt in eine Tragödie

    Schüsse in Toulon – eine Polizeikontrolle kippt in eine Tragödie

    An einem gewöhnlichen Dezemberabend, die Lichter von Toulon spiegeln sich auf nassem Asphalt, verwandelt sich eine routinemäßige Verkehrskontrolle binnen Minuten in einen Vorfall von erheblicher Tragweite. Was am Mittwochabend, dem 17. Dezember, im Stadtteil Pont-du-Las begann, beschäftigt seitdem Ermittler, Juristen und eine aufmerksame Öffentlichkeit. Polizeischüsse, eine schwer verletzte Beifahrerin, ein flüchtender Fahrer – und viele offene Fragen. Gegen 19.15 Uhr wollen Polizeibeamte ein Fahrzeug kontrollieren, das wegen eines Verkehrsverstoßes aufgefallen sein soll. Ein alltäglicher Vorgang, tausendfach erprobt. Doch der Fahrer entscheidet sich anders. Er hält nicht an, beschleunigt, ignoriert Anhaltezeichen. Aus einer Kontrolle wird eine Verfolgung, aus Anspannung akute Gefahr. In den engen Straßen des Viertels, geprägt von Wohnhäusern und Fußgängerzonen, verdichtet sich die Situation binnen Sekunden. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden kommt es während…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Cade Toulonnaise – die kleine Galette aus Toulon, perfekt für den Aperitif

    Cade Toulonnaise – die kleine Galette aus Toulon, perfekt für den Aperitif

    Herkunft und Geschichte Die Cade Toulonnaise, manchmal auch Galette aus Kichererbsenmehl genannt, ist eine Spezialität aus der Region Toulon im Süden Frankreichs. Ihre Wurzeln liegen in den ligurischen Küstenregionen Italiens, wo die berühmte Farinata zuhause ist.Traditionell wurde die Cade in fahrb…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Angriffe auf französische Gefängnisse: Eskalation mit Warncharakter

    Angriffe auf französische Gefängnisse: Eskalation mit Warncharakter

    Frankreich erlebt derzeit eine beispiellose Welle der Gewalt gegen seine Justizvollzugsanstalten. Seit der Nacht vom 14. auf den 15. April wurden zahlreiche Gefängnisse im ganzen Land zum Ziel koordinierter Angriffe – mit Brandstiftungen, Schusswaffeneinsätzen und systematischen Einschüchterungsversuchen. Die Alarmbereitschaft in Justiz und Politik ist hoch, die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft Parquet national antiterroriste (PNAT) hat die Ermittlungen übernommen.


    Eine Nacht, viele Brandherde

    Agen, Toulon, Villepinte, Nanterre, Aix-en-Provence, Marseille, Valence – das sind keine Einzelfälle, sondern Stationen einer regelrechten Angriffswelle. In Agen, an der Schule für Gefängnispersonal, brannten sieben Fahrzeuge. In Toulon feuerten Unbekannte mit schweren Waffen auf das Haupttor. In mehreren Städten wurden Autos von Justizbeamten gezielt angezündet – oft unter Einsatz von Brandbeschleunigern wie Benzin oder anderen brennbaren Flüssigkeiten. In Marseille tauchten dazu noch politische Tags auf, darunter „DDPF – Droits des Prisonniers Français“ (Rechte der französischen Gefangenen).

    Ein mutmaßlicher maskierter Täter auf einem E-Scooter wurde in Valence gesichtet, wie er Fahrzeuge von Justizbediensteten in Brand setzte – fast filmreif, wenn es nicht so ernst wäre.


    Koordiniert und gezielt – aber warum?

    Der Verdacht liegt nahe: Hier handelt es sich nicht um spontane Einzeltaten, sondern um eine strukturierte Aktion. Der französische Innenminister Bruno Retailleau sprach von „unverzeihlichen Angriffen“, Justizminister Gérald Darmanin sieht einen direkten Zusammenhang mit der repressiven Anti-Drogen-Politik der Regierung.

    Frankreich baut derzeit Hochsicherheitszellen für die gefährlichsten Drogenbosse des Landes – in Vendin-le-Vieil und Condé-sur-Sarthe. Genau das könnte ein Auslöser sein. Die Justiz setzt Zeichen gegen den organisierten Drogenhandel – doch dieser schlägt zurück, mit Mitteln, die an mafiöse Strukturen erinnern.


    Die Justiz unter Druck

    Der nationale Antiterrorstaatsanwalt hat die Ermittlungen übernommen. Die Spurensuche läuft über die Unterabteilung für Terrorismusbekämpfung der Kriminalpolizei, unterstützt von der DGSI, Frankreichs Inlandsgeheimdienst. Ob die Angriffe tatsächlich als terroristische Akte eingestuft werden, ist noch offen – die rechtliche Bewertung folgt.

    Für die Justizbediensteten selbst ist das eine Situation am Rande der Belastbarkeit. Bereits im März wurden Fahrzeuge vor dem Gefängnis Gradignan angezündet. Und der brutale Angriff auf einen Gefangenentransport im vergangenen Jahr, bei dem mehrere Beamte starben, ist ebenfalls noch in frischer Erinnerung.

    Jetzt also Angriffe auf Parkplätze, Gefängnistore, Sozialwohnungen von Justizangestellten. Das Gefühl ist klar: Auch außerhalb der Gefängnismauern ist man nicht sicher.


    Forderungen nach Schutz und Antworten

    Die Gewerkschaften schlagen Alarm. Force Ouvrière nennt die Angriffe eine „frontale Attacke auf unsere Institution“. Die Ufap-Unsa fordert unverzüglich koordinierte Maßnahmen – nicht nur symbolische Gesten, sondern echte Sicherheit. Und das bedeutet auch: mehr Personal, bessere Ausrüstung, intelligenteres Schutzkonzept.

    „Die Kollegen sind frustriert und besorgt. Ihre privaten Fahrzeuge brennen – das ist ein direkter Angriff auf ihr Leben“, sagte ein regionaler Gewerkschaftsvertreter.


    Was kommt jetzt?

    Noch ist nicht klar, wer genau hinter den Angriffen steckt. Aber es steht außer Frage, dass die Botschaft der Täter deutlich ist: Einschüchterung, Revanche, Chaos. Der Staat wiederum muss nun beweisen, dass er auf solche Provokationen geschlossen und entschlossen reagieren kann.

    Und die Frage, die in Justizkreisen derzeit laut wird, lässt sich nicht ignorieren: Wenn der Staat auf Dauer die Kontrolle an den Gefängnismauern verliert – was bedeutet das für die Sicherheit im Rest des Landes?

    M.A.B.

  • „Kein Geld, kein Gewissen“: Vater und Sohn prellen 40 Restaurants in Toulon

    „Kein Geld, kein Gewissen“: Vater und Sohn prellen 40 Restaurants in Toulon

    In Toulon ist ein unglaublicher Fall von systematischem Betrug ans Licht gekommen – fast schon filmreif, wenn auch mit bitterem Beigeschmack. Ein Vater und sein 17-jähriger Sohn wurden festgenommen, nachdem sie über drei Jahre hinweg rund 40 Restaurants besucht hatten – gekommen immer mit leerem Geldbeutel, aber gegangen mit vollem Magen. Die Masche? Einfach, dreist und effektiv. Der Trick mit der kaputten Karte Das Duo wählte stets die gleiche Taktik: Nach dem Essen – oft ohne jede Scheu – gaben sie vor, dass ihre Kreditkarte „leider“ gerade nicht funktioniere. Als „Sicherheit“ ließen sie ein offizielles Ausweisdokument zurück, verbunden mit dem Versprechen, Bargeld zu holen und bald zurückzukehren. Was nie geschah. Stattdessen meldeten sie die Dokumente später als verloren oder gestohlen – und besorgten sich neue. Eine Masche, die nicht nur dreist klingt, sondern auch ziemlich kaltblütig durchgezogen wurde. Délit de filouterie – ein unterschätztes Delikt In Frankreich wird dieses Ver…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Toulons wildes Hinterland – Ein Tagesausflug voller Überraschungen

    Toulons wildes Hinterland – Ein Tagesausflug voller Überraschungen

    Toulon – die charmante Hafenstadt an der französischen Riviera – ist bekannt für ihre Strände und die malerische Altstadt. Doch wer sich nur an der Küste aufhält, verpasst ein echtes Abenteuer: das Hinterland. Hier, in der wilden Provence, warten spektakuläre Berglandschaften, urige Dörfer und ein Hauch von Nostalgie. Also, rein ins Auto, wir haben viel […]

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Toulons verstecktes Juwel: Das Havana Café zur besten Terrasse Frankreichs gekürt

    Toulons verstecktes Juwel: Das Havana Café zur besten Terrasse Frankreichs gekürt

    Mitten im Herzen von Toulon – im charmanten Stadtteil Mourillon – thront ein kleines Café, das nun offiziell zur besten Terrasse Frankreichs gekürt wurde. Das Havana Café begeistert seit 24 Jahren seine Gäste und hat sich mit seiner einzigartigen Atmosphäre gegen zahlreiche Konkurrenten durchgesetzt.

    Ein Ort für Frühaufsteher und Nachtschwärmer

    Ab 7 Uhr morgens öffnet das Havana Café seine Pforten und empfängt seine Gäste mit frischem Kaffee und entspannten Gesprächen. Ob Stammkunden oder Touristen, hier findet jeder einen Platz – und genau das macht den Charme des Lokals aus. Jean Rolland, ein treuer Besucher, bringt es auf den Punkt: „Ich habe hier mehr Leute von außerhalb kennengelernt als echte Toulonnais!“

    Das Café hat sich über die Jahre zu einem Treffpunkt für verschiedenste Menschen entwickelt. Mal herrscht entspannte Ruhe, mal füllt sich der Platz mit lebendiger Stimmung – besonders an lauen Sommerabenden, wenn an der Außenbar Cocktails serviert werden.

    Ein Preis, der nicht nur die Gäste erfreut

    Dass das Havana Café nun von einem Jurygremium zur „Besten Terrasse Frankreichs 2025“ gewählt wurde, ist für Inhaber David Fiastre eine besondere Anerkennung. Sein Ziel war es von Anfang an, eine einladende Umgebung für alle zu schaffen – und das scheint ihm mehr als gelungen zu sein.

    „Wir haben eine Außenbar, speziell für Cocktails im Sommer“, erzählt er mit einem Lächeln, während er über seine liebevoll gestaltete Terrasse blickt. Ein Erfolgsrezept, das nicht nur die Jury überzeugt hat, sondern auch die Menschen, die hier jeden Tag aufs Neue verweilen.

    Ein Nachbarschaftsliebling ohne Streit

    Was das Havana Café so besonders macht, ist nicht nur die Qualität der Getränke oder die Dekoration – sondern die Harmonie mit der Umgebung. Während in vielen Städten der Lärm von Bars und Cafés zu Konflikten mit Anwohnern führt, scheint es hier anders zu sein. Selbst abends, wenn sich das Lokal in eine lebhafte Oase verwandelt, bleiben die Nachbarn entspannt.

    Doch was macht dieses Café so einzigartig, dass es sogar einen landesweiten Titel gewinnt? Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Gastfreundschaft, Stil und der Fähigkeit, jeden willkommen zu heißen – egal, ob Stammgast oder zufälliger Besucher auf der Durchreise.

    Eines steht fest: Wer nach Toulon kommt, sollte sich einen Stopp im Havana Café nicht entgehen lassen.

    Von C. Hatty

  • Historische Ereignisse am 19. Dezember: Ein Blick in die Vergangenheit

    Historische Ereignisse am 19. Dezember: Ein Blick in die Vergangenheit

    Der 19. Dezember markiert in der Geschichte zahlreiche bedeutende Ereignisse, sowohl weltweit als auch in Frankreich. Werfen wir einen Blick auf einige dieser Schlüsselmomente.

    Weltweite Ereignisse

    • 1154: Krönung Heinrichs II. von England
      Heinrich II. wird in der Westminster Abbey zum König von England gekrönt. Seine Herrschaft legt den Grundstein für das spätere englische Rechtssystem.
    • 1843: Veröffentlichung von Charles Dickens‘ „A Christmas Carol“
      Charles Dickens veröffentlicht die Novelle „A Christmas Carol“, die bis heute als Weihnachtsklassiker gilt.
    • 1932: Rekordfahrt des „Fliegenden Hamburgers“
      Der Schnelltriebwagen „Fliegender Hamburger“ legt die Strecke zwischen Berlin und Hamburg in der Rekordzeit von 142 Minuten zurück. Ab dem 15. Mai 1933 wird er fahrplanmäßig eingesetzt.
    • 1998: Amtsenthebungsklage gegen US-Präsident Bill Clinton
      Das US-Repräsentantenhaus stimmt für eine Amtsenthebungsklage gegen Präsident Bill Clinton wegen Meineids und Behinderung des Kongresses.
    • 2016: Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt
      Ein Lkw rast in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche, tötet zwölf Menschen und verletzt 57 weitere. Der Anschlag wird dem islamistischen Terrorismus zugeschrieben.

    Ereignisse in Frankreich

    • 1793: Rückeroberung von Toulon
      Die französischen Truppen erobern die von britischen und spanischen Streitkräften besetzte Hafenstadt Toulon zurück. Der junge Artillerieoffizier Napoleon Bonaparte spielt dabei eine entscheidende Rolle und wird zum Brigadegeneral befördert.
    • 1900: Amnestie in der Dreyfus-Affäre
      Die französische Abgeordnetenkammer genehmigt Amnestievorlagen, die politische Verurteilungen der letzten Jahre, insbesondere im Zusammenhang mit der Dreyfus-Affäre, aufheben.
    • 1986: Rückkehr von Andrei Sacharow
      Der sowjetische Dissident Andrei Sacharow darf aus der Verbannung nach Moskau zurückkehren. Seine Rehabilitation markiert einen Wendepunkt in der sowjetischen Menschenrechtspolitik.

    Wissenschaft und Technik

    • 1938: Entdeckung der Kernspaltung
      Otto Hahn und Fritz Straßmann entdecken in Berlin die Kernspaltung des Urans, was später zur Entwicklung der Kernenergie führt.
    • 2013: Start des Weltraumteleskops Gaia
      Die Europäische Weltraumorganisation ESA startet das Weltraumteleskop Gaia, um eine dreidimensionale Karte unserer Galaxie zu erstellen.

    Kulturelle Ereignisse

    • 1732: Erstausgabe von „Poor Richard’s Almanack“
      Benjamin Franklin veröffentlicht unter dem Pseudonym Richard Saunders den ersten „Poor Richard’s Almanack“, der für seine Weisheiten und Sprichwörter bekannt wird.
    • 1955: Aufnahme von „Blue Suede Shoes“
      Carl Perkins nimmt den Rockabilly-Klassiker „Blue Suede Shoes“ auf, der später durch Elvis Presley weltberühmt wird.

    Geboren am 19. Dezember

    • 1594: Gustav II. Adolf von Schweden
      Geburt des schwedischen Königs Gustav II. Adolf, der als bedeutender Feldherr im Dreißigjährigen Krieg bekannt wird.
    • 1902: Ralph Richardson
      Geburt des britischen Schauspielers Ralph Richardson, der als einer der bedeutendsten Bühnendarsteller des 20. Jahrhunderts gilt.

    Der 19. Dezember zeigt, wie vielfältig die Ereignisse an einem einzigen Tag in der Geschichte sein können – von politischen Wendepunkten über wissenschaftliche Durchbrüche bis hin zu kulturellen Meilensteinen.