Schlagwort: Tierseuchen

  • Kommentar: Wer ist schuld? Natürlich der Präsident!

    Kommentar: Wer ist schuld? Natürlich der Präsident!

    Es gibt in Frankreich eine eiserne Regel, die zuverlässiger greift als jede Agrarsubvention: Wenn etwas schiefläuft, dann sitzt die Ursache im Élysée. Und wenn im Parc des Expositions die Kühe fehlen, das Frühstück ausfällt und die Stimmung kippt, dann steht der Schuldige bereits fest – er trägt Anzug, lächelt staatsmännisch und heißt Emmanuel Macron.

    So einfach kann Politik sein.

    Der 62. Salon international de l’agriculture hätte ein Fest der Erde, des Bodens, der Tiere und der stolzen bäuerlichen Hände werden sollen. Stattdessen wirkte die Eröffnung wie ein Theaterstück, bei dem die Hauptdarsteller streiken und der Regisseur versucht, das Publikum mit Lichttechnik zu besänftigen. Keine Rinder in den Hallen, kein gemeinsames Frühstück mit den großen Verbänden, dafür Sicherheitskräfte und angespannte Gesichter. Man hätte fast meinen können, es handle sich um einen Krisengipfel – und nicht um jene Messe, die Frankreich jedes Jahr als Herzschlag seiner ländlichen Seele inszeniert.

    Natürlich trägt der Präsident die Schuld.

    Wem sonst ließe sich die Abwesenheit der berühmten Messekuh anlasten, die diesmal nur als Hologramm erschien? Ein Hologramm! Man muss sich das vorstellen: In einem Land, das seine Käse nach Herkunft schützt wie Staatsgeheimnisse, ersetzt man das atmende Tier durch ein digitales Abbild. Wenn das kein Symbol ist. Der ländliche Raum fühlt sich ohnehin oft wie eine Projektion politischer Sonntagsreden – viel Licht, wenig Substanz.

    Die Verbände Confédération paysanne und Coordination rurale blieben der Eröffnung fern. Ein Boykott, der lauter sprach als jede Trillerpfeife. Ihre Botschaft klingt seit Monaten gleich: Einkommen zu niedrig, Auflagen zu hoch, internationale Konkurrenz zu billig. Wer morgens um fünf Uhr im Stall steht, hat wenig Geduld für strategische Papiere über „Transformation“ und „Wettbewerbsfähigkeit“. Der Bauer misst Politik nicht in Absichtserklärungen, sondern am Kontostand.

    Und wieder zeigt der Finger nach oben.

    Dabei ist die Lage komplexer, als es jede Schlagzeile zugibt. Die Debatte um das Mercosur-Abkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur entzündet Ängste, die tief sitzen. Billigeres Rindfleisch aus Brasilien, Soja aus Argentinien – das klingt für viele französische Landwirte nach ruinösem Wettbewerb. Sie hören „Freihandel“ und denken „Preisverfall“. Wer wollte ihnen das verdenken? Globalisierung schmeckt köstlich, solange man sie exportiert. Importiert man sie, bekommt sie einen bitteren Beigeschmack.

    Gleichzeitig steht der Sektor unter strukturellem Druck. Höhere Umweltauflagen, Klimawandel, Tierseuchen wie die dermatose nodulaire contagieuse, deren Bekämpfung in diesem Jahr drastische Maßnahmen erzwang. Massentötungen, leere Stallungen, Unsicherheit. Landwirtschaft ist kein sentimentales Idyll, sondern ein riskantes Geschäft, das Wetter, Märkte und Politik gleichermaßen herausfordert. Wer das leugnet, hat noch nie erlebt wie eine Ernte vom Himmel abhängig ist.

    Doch differenzierte Betrachtung verkauft sich schlecht.

    Es ist bequemer, das Drama auf eine Person zu reduzieren. Paris gegen Provinz. Technokratie gegen Tradition. Der Präsident im Maßanzug gegen den Landwirt in Gummistiefeln. Dieses Bild besitzt Kraft – es passt in jedes Fernsehstudio. Dass viele Entscheidungen auf europäischer Ebene fallen, dass Marktpreise global entstehen, dass Konsumenten im Supermarkt zuerst aufs Preisschild schauen und erst danach aufs Herkunftslabel – geschenkt. Schuld braucht ein Gesicht. Und das liefert der Präsident frei Haus.

    Dabei pflegt Frankreich eine jahrzehntelange Liebesgeschichte mit seiner Landwirtschaft. Kaum ein anderes Land verteidigt seine Agrarsubventionen in Brüssel mit solcher Leidenschaft. Die FNSEA und die Jeunes Agriculteurs suchen weiterhin den Dialog, auch wenn die Geduld dünner wird. Protest gehört hier zur politischen Folklore, so wie der Ziegenkäse zur Käseplatte. Man streitet, man blockiert Straßen, man schimpft – und am Ende sitzt man doch wieder am Tisch.

    Nur diesmal wirkt der Tisch wacklig.

    Frankreich steht politisch vor bewegten Jahren. Die Präsidentschaftswahl 2027 wirft ihre Schatten voraus. In vielen ländlichen Regionen wächst das Gefühl, zwischen urbanen Diskursen und realen Sorgen unterzugehen. Wer über Biodiversität spricht, aber nicht über Kreditraten, verliert Vertrauen. Wer Innovation predigt, aber keine Planungssicherheit bietet, erntet Skepsis. Das hat weniger mit persönlicher Antipathie gegenüber Emmanuel Macron zu tun als mit einer tieferen Verunsicherung über die Zukunft.

    Doch seien wir ehrlich: Ein Präsident eignet sich hervorragend als Blitzableiter.

    Er steht symbolisch für alles – für Handelsabkommen, für Tierseuchenpolitik, für EU-Regularien, für Supermarktpreise. Er trägt Verantwortung, gewiss. Aber er trägt nicht allein das Gewicht globaler Märkte, klimatischer Extreme und jahrzehntelanger Strukturveränderungen. Wer so tut, als ließe sich das alles mit einem Federstrich im Élysée Palace beheben, glaubt vermutlich auch, dass Kühe freiwillig Hologramme bevorzugen.

    Und doch bleibt der Zorn nachvollziehbar.

    Landwirtschaft bedeutet Identität. Sie bedeutet Herkunft, Stolz, Generationenvertrag. Wenn Betriebe aufgeben, verschwindet mehr als nur eine Produktionsstätte – es verschwindet ein Stück Lebenswelt. Diese Verluste lassen sich nicht mit Innovationsprogrammen beschwichtigen. Sie treffen ins Herz. Da hilft kein freundliches Händeschütteln auf einer Messe.

    Am Ende des Wochenendes blieb ein Bild haften: ein Präsident, der zwischen Ständen und Kameras um Zuversicht wirbt, während hinter ihm eine Branche um Orientierung ringt. Schuldzuweisungen mögen rhetorisch befriedigen. Sie lösen kein einziges strukturelles Problem. Doch sie geben dem Ärger ein Ziel. Und manchmal reicht das schon, um Dampf abzulassen.

    Wer ist also schuld?

    Natürlich der Präsident.

    Oder vielleicht doch wir alle – Konsumenten, Politiker, Märkte, ein ganzes System, das billige Lebensmittel fordert und zugleich bäuerliche Idylle erwartet. Aber das klingt zu kompliziert. Und kompliziert verkauft sich schlecht.

    Also bleiben wir bei der einfachen Antwort. Sie passt auf jedes Transparent. Und sie beruhigt für einen Moment das Gefühl, die Kontrolle zurückgewonnen zu haben.

    Bis zur nächsten Messe.

    Andreas M. B.

  • 300.000 Tiere, ein Virus und die stille Angst der Landwirte – die Vogelgrippe trifft den Norden Frankreichs

    300.000 Tiere, ein Virus und die stille Angst der Landwirte – die Vogelgrippe trifft den Norden Frankreichs

    Manchmal reicht ein unsichtbarer Hauch in der Luft, um eine ganze Region in Alarmbereitschaft zu versetzen. Im äußersten Norden Frankreichs, nahe der belgischen Grenze, ist es wieder so weit. In einem Geflügelbetrieb der kleinen Gemeinde Warhem stehen 300.000 Tiere vor der Keulung. Nicht, weil sie krank aussehen würden, nicht, weil Chaos ausgebrochen wäre, sondern weil ein Virus entdeckt wurde, das seit Jahren wie ein ungebetener Dauergast durch Frankreich und Europa zieht: die Vogelgrippe. Wer die nüchternen Zahlen liest, ahnt kaum, was sich hinter ihnen verbirgt. 300.000 Tiere in einem einzigen Lager, dicht an dicht, alle dazu bestimmt, innerhalb weniger Tage getötet zu werden. Zehn von ihnen sind bereits an dem Virus verendet. Der Rest folgt aus Vorsicht. Die Präfektur reagierte umgehend und zog einen zehn Kilometer breiten Sperrgürtel um den Betrieb. Kein Tier, kein Fahrzeug, keine Unachtsamkeit soll dem Virus eine Chance geben, weiterzuwandern. Für die Betriebe im Umkreis bedeutet…

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  • Wenn Kühe Ski fahren könnten – Bauernprotest legt die Hochpyrenäen lahm

    Wenn Kühe Ski fahren könnten – Bauernprotest legt die Hochpyrenäen lahm

    Die Hochpyrenäen stehen in diesen Tagen Kopf. Was als veterinärrechtliche Maßnahme begann, hat sich binnen weniger Tage zu einem handfesten sozialen und wirtschaftlichen Konflikt ausgeweitet. Landwirte blockieren Autobahnen, kündigen Zufahrtskontrollen zu Skigebieten an und nehmen bewusst in Kauf, dass mitten in der Hochsaison der alpine Tourismus ins Schleudern gerät. Der Auslöser trägt einen sperrigen Namen: Dermatose nodulaire contagieuse, kurz DNC – eine ansteckende Rinderkrankheit, die derzeit den Südwesten Frankreichs beschäftigt. Seit Tagen ist die A64 zwischen Montréjeau in der Haute-Garonne und Briscous in den Pyrénées-Atlantiques vollständig gesperrt. Traktoren, Strohballen und improvisierte Barrikaden prägen das Bild einer Autobahn, die sonst das Rückgrat des regionalen Verkehrs bildet. Doch dabei soll es nicht bleiben. Ab Donnerstagmorgen planen die protestierenden Landwirte erstmals gezielte Blockaden in den Tälern – mit direktem Ziel: den Zugang zu den Skistationen zu ver…

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  • Wenn Hautknoten ganze Existenzen bedrohen – die stille Eskalation einer Rinderseuche in Frankreich

    Wenn Hautknoten ganze Existenzen bedrohen – die stille Eskalation einer Rinderseuche in Frankreich

    Es begann leise, fast unscheinbar, an einem Frühsommertag in den Alpen. Ende Juni 2025 meldete ein Betrieb in Savoyen ungewöhnliche Hautveränderungen bei seinen Rindern. Wenige Wochen später stand fest: Frankreich hatte zum ersten Mal die dermatose nodulaire contagieuse erreicht, eine hoch ansteckende virale Tierseuche, die in Fachkreisen längst bekannt war, in einem französischen Stall jedoch bislang nur eine theoretische Bedrohung darstellte. Seitdem gerät die Rinderhaltung unter einen Druck, der weit über veterinärmedizinische Fragen hinausreicht. Die dermatose nodulaire contagieuse, kurz DNC, ist eine virale Infektionskrankheit aus der Familie der Poxviridae. Verantwortlich ist ein Capripoxvirus, international als Lumpy-Skin-Disease-Virus bezeichnet. Ursprünglich trat die Erkrankung in Afrika südlich der Sahara auf, später in Teilen Asiens und des Nahen Ostens. In den 2010er-Jahren wanderte sie nach Europa, zunächst auf den Balkan, später nach Italien, wo Sardinien als Vorposten di…

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  • Alarmstufe rot – Die Vogelgrippe kehrt zurück in die Dordogne

    Alarmstufe rot – Die Vogelgrippe kehrt zurück in die Dordogne

    Zwischen Périgueux und Bergerac, dort wo sich sanfte Hügel mit weiten Feldern abwechseln und die Enten- und Gänsezucht zur regionalen Identität gehört wie der Wein zum Bordelais, herrscht Unruhe. Saint-Mayme-de-Pereyrol – ein kleiner, landwirtschaftlich geprägter Ort – steht plötzlich im Zentrum einer veterinärmedizinischen Krise. Zum vierten Mal binnen drei Wochen ist dort ein Ausbruch der Vogelgrippe registriert worden. Diesmal trifft es einen Betrieb mit 4.900 Enten. Und wieder droht das, was Landwirte am meisten fürchten: die Keulung des gesamten Bestands. Die Behörden reagieren mit routinierter Entschlossenheit. Die Tiere sollen schnellstmöglich getötet, der Hof dekontaminiert und das Areal unter Quarantäne gestellt werden. Für die betroffenen Züchter bedeutet das mehr als wirtschaftlichen Schaden – es ist ein Angriff auf ihre Lebensgrundlage, ihren Alltag, ihre Rolle in einer traditionsreichen Branche. Zwar kündigt die Präfektur der Dordogne eine Entschädigung an, doch was ist Ge…

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  • Trotz Impfung: Erneuter Ausbruch der Vogelgrippe in der Dordogne zwingt zur Massentötung

    Trotz Impfung: Erneuter Ausbruch der Vogelgrippe in der Dordogne zwingt zur Massentötung

    Es ist ein Déjà-vu, das keiner will – schon gar nicht zur Hochsaison der Geflügelproduktion: In der beschaulichen Gemeinde Vergt in der Dordogne müssen rund 24.000 Enten notgeschlachtet werden. Grund: Ein bestätigter Fall von aviärer Influenza, besser bekannt als Vogelgrippe. Die Behörden handeln schnell und rigoros – zum Schutz der gesamten Branche, aber auch mit einer bitteren Konsequenz für die betroffenen Landwirte. Ein Schlag für die Region – und für einen Bauern ganz besonders Patrick Aublant, Geflügelzüchter in Vergt, steht vor einem Trümmerhaufen. Wieder einmal. Schon 2022 hatte er seine Tiere dem Virus opfern müssen, jetzt trifft es ihn erneut. Trotz zweifacher Impfung seines Bestands hat sich das Virus in seinem Betrieb breitgemacht. Aublant klingt gefasst, doch seine Worte sprechen Bände: „Ich halte mich tapfer – aber es ist eine Katastrophe.“ Und weiter: „Es ist einfach nur entmutigend.“ Tausende Tiere, die noch bis vor Kurzem in den Mastställen schnatterten, werden am Nach…

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  • Zwischen Festtagsbraten und Virusalarm – Was Frankreichs Vogelgrippe-Fall auch Deutschland lehrt

    Zwischen Festtagsbraten und Virusalarm – Was Frankreichs Vogelgrippe-Fall auch Deutschland lehrt

    Die Vogelgrippe ist zurück – oder, präziser: Sie war nie wirklich weg. In Marmagne, einem kleinen Ort im Département Cher, wurden jüngst 800 Vögel gekeult. Der Nachweis einer hochansteckenden Variante des Influenza-A-Virus genügte, um den landwirtschaftlichen Ernstfall auszurufen. Innerhalb weniger Stunden wurde der Hof – Hühner, Gänse, Enten, Truthähne, Tauben – unter Quarantäne gestellt, die Tiere getötet, die Umgebung abgesperrt.

    Ein drastisches Vorgehen, das jedoch in Frankreich keine Routine mehr ist.


    Ein europäisches Virus – nationale Reflexe

    Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Tagen und Monaten vermehrt Ausbrüche bei Wildvögeln gemeldet, auch in Nutztierbeständen. Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen – das Risiko ist bekannt, die Maßnahmen ebenso: Stallpflicht, Sperrzonen, Transportverbote – und hunderttausende getötete Tiere.

    Während in Frankreich bereits vor einem Jahr eine staatlich orchestrierte Impfkampagne für Enten angelaufen ist, tut man sich in Deutschland noch schwer. Der Widerstand ist groß – nicht zuletzt aus Furcht vor Exportverboten, Marktverzerrungen und logistischer Komplexität.

    Frankreich hingegen impft – pragmatisch, zielgerichtet, wirtschaftsnah. Über 60 Millionen Enten sollen bis Jahresende geimpft worden sein. Ein Vorstoß, der Schule machen könnte. Oder besser: müsste.


    Vertrauen, Kontrolle, Kommunikation

    Was der Ausbruch im Cher deutlich macht: Es braucht mehr als Seuchenschutzpläne. Es braucht Vertrauen – und zwar entlang der gesamten Kette. Von der Aufzucht bis zur Ladentheke. Und Vertrauen entsteht durch Transparenz.

    Die französische Reaktion zeigt, dass die Kommunikation funktioniert – bisher. Es gibt keine Panikmeldungen, keine Konsumwarnungen, keine Hamsterkäufe bei Tofuwürstchen. Und doch bleibt ein Rest Skepsis.

    Denn der Zeitpunkt ist sensibel: Weihnachten steht vor der Tür. Die Nachfrage nach Pute, Gans, Ente, Foie Gras steigt. Jeder Ausbruch bringt Unsicherheit – wirtschaftlich wie psychologisch. Es ist ein fragiles Gleichgewicht.


    Keulungen allein sind kein Konzept

    Frankreichs konsequenten Impfungen der Enten zeigt: Eine Massentötung ist keine Strategie, sondern ein Notausgang. Nachhaltig ist das nicht – weder wirtschaftlich noch ethisch.

    Deutschland täte gut daran, die französische Impfstrategie nicht als „Sonderweg“ abzutun, sondern als pragmatisches Modell zu prüfen. Eine koordinierte europäische Impfpolitik – mit klaren Handelsregeln, abgestimmten Sicherheitsstandards und gegenseitiger Anerkennung – wäre mehr als überfällig.

    Denn das Virus kennt keine Grenzen. Wohl aber nationale Egos.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Alarmstufe Rot: Frankreich impft gegen neue Rinderseuche

    Alarmstufe Rot: Frankreich impft gegen neue Rinderseuche

    Plötzlich war sie da. Heimlich, still und gefährlich: Die dermatose nodulaire contagieuse – auf Deutsch meist als „ansteckende knotige Hautkrankheit“ bezeichnet – hat Frankreich erreicht und sorgt seither in der Rinderhaltung für Aufregung, Unruhe und enorme Herausforderungen. Klingt harmlos? Ist es nicht. Diese aus Afrika stammende Viruserkrankung, international auch als „lumpy skin disease“ (LSD) bekannt, betrifft ausschließlich Rinder – und zwar heftig. Sie äußert sich durch schmerzhafte Hautknoten, hohes Fieber, stark reduzierte Milchleistung und im Extremfall sogar durch den Tod der Tiere. Für den Menschen ist die Krankheit zwar ungefährlich, aber wirtschaftlich kann sie für Betriebe existenzbedrohend sein. Frankreich hat seinen ersten bestätigten Fall am 29. Juni 2025 in einem Hof in der Savoie gemeldet. Seitdem ist das Virus nicht mehr zu stoppen – zumindest nicht ohne massive Gegenmaßnahmen. Inzwischen wurden 32 Ausbrüche registriert, vor allem in den Départements Savoie und Ha…

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