Schlagwort: Tierethik

  • Marineland d’Antibes: Das Schicksal der letzten Wale und Delfine hängt immer noch in der Schwebe

    Marineland d’Antibes: Das Schicksal der letzten Wale und Delfine hängt immer noch in der Schwebe

    An der Côte d’Azur weht noch immer der salzige Wind vom Mittelmeer herüber, doch die Tribünen bleiben leer. Wo einst Kinder jubelten und Popcorn raschelte, herrscht Stille. Seit der endgültigen Schließung von Marineland d’Antibes am 5. Januar 2025 liegt Europas einst größter Meerespark wie eingefroren da – ein Ort, der seine Bestimmung verloren hat. Doch hinter verschlossenen Toren bewegt sich noch Leben. Zwei Orcas und zwölf Delfine ziehen weiter ihre Bahnen in Becken, die nie für die Ewigkeit gedacht waren. Mehr als ein Jahr nach dem letzten Applaus ist ihr Schicksal ungeklärt – und genau darin liegt die eigentliche Dramatik dieser Geschichte. Die Schließung des Parks erfolgte nicht infolge einer klassischen Insolvenz, kein wirtschaftlicher Kollaps im herkömmlichen Sinn. Sie ist das direkte Resultat eines politischen Entschlusses. Frankreich verabschiedete 2021 ein Gesetz gegen Tiermisshandlung, das Shows mit Walen und Delfinen untersagt und das Ende ihrer kommerziellen Gefangenschaf…

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  • Zwölf entflohene Krallenaffen – Aufruhr um ein Forschungslabor bei Straßburg

    Zwölf entflohene Krallenaffen – Aufruhr um ein Forschungslabor bei Straßburg

    Ein kleiner Ort vor den Toren Straßburgs, Niederhausbergen. Normalerweise herrscht hier friedliche Idylle – bis am Freitagabend eine Geschichte begann, die klingt wie der Auftakt zu einem Krimi. Zwölf Krallenaffen, winzige, flinke Primaten mit großen Augen und einer Energie, die kaum zu bändigen scheint, sind plötzlich verschwunden. Ihr Zuhause: das Primatenzentrum der Universität Straßburg. Ihr Ziel: ungewiss. Der Vorfall hat sofort für Schlagzeilen gesorgt. Denn dieses Zentrum ist nicht irgendeine Einrichtung, sondern eine der größten seiner Art in Europa. Über 800 Affen, neun verschiedene Spezies, werden hier für biomedizinische und verhaltenswissenschaftliche Studien gehalten. Nun sind ein Dutzend dieser Tiere in die Freiheit entlassen worden – nicht etwa durch einen Zufall, sondern durch eine geplante Aktion. Auf dem Gelände blieben Schutzanzüge zurück, klare Spuren einer gezielten Intrusion. Zwei der Tiere konnten bereits wieder eingefangen werden. Zehn aber sind noch unterwegs, …

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  • „Sexuelle Stimulation beim Orca“: Was steckt hinter dem Skandal im Marineland d’Antibes?

    „Sexuelle Stimulation beim Orca“: Was steckt hinter dem Skandal im Marineland d’Antibes?

    Ein Orca liegt reglos auf dem Rücken. Zwei Männer in Neoprenanzügen beugen sich über ihn. Einer hält das mächtige Tier am Beckenrand, der andere greift gezielt unter Wasser. Eine Szene, wie man sie vielleicht aus medizinischen Notfällen kennt – doch was hier vor sich geht, sorgt für Entsetzen. Die Aufnahmen stammen aus dem französischen Marineland in Antibes, einem der bekanntesten Meeresparks Europas. Doch seit seiner Schließung im Januar sind es nicht mehr die Besucher, die kommen – sondern Tierschützer. Und was sie jetzt dokumentierten, löst eine heftige Debatte aus. In der Hauptrolle: Keijo, ein zwölfjähriger männlicher Orca. Die Tierschutzorganisation Tide Breakers veröffentlichte Mitte August eine Drohnenaufnahme, die Keijo bei einer sexuellen Stimulation durch seine Pfleger zeigt. Laut Aussage der Organisation wiederholte sich die Szene mehrmals an einem einzigen Tag – jeweils über 15 bis 20 Minuten.

    @wearetidebreakers ⚠️WARNING: GRAPHIC VIDEO! This extremely disturbing video …

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  • In Würde schnurren – Eine kleine Ehrenrettung der Katze

    In Würde schnurren – Eine kleine Ehrenrettung der Katze

    Der Hund mag der beste Freund des Menschen sein. Doch seine königliche Schwester, die Katze, bleibt das vielschichtigere Rätsel – eine Kreatur zwischen Schmusebedürfnis und aristokratischer Distanziertheit, zwischen Sofa und Jagdrevier, zwischen Hausfreundin und Halbgöttin. Am 8. August, dem internationalen Katzentag, ist es angebracht, dieser leisen, lautlosen Souveränin des Alltags ihren wohlverdienten Platz in der öffentlichen Aufmerksamkeit einzuräumen.

    Denn obwohl sie zu den beliebtesten Haustieren der Welt zählt, ist die Katze ein Wesen, das sich dem Zugriff des Menschen mit subtilem Widerstand entzieht. Sie lässt sich halten, aber nicht besitzen. Liebkosen, aber nicht erziehen. Beobachten, aber selten durchschauen.

    Gerade darin liegt ihr Reiz.

    Während der Hund dem Menschen seit Jahrtausenden dient – ob auf der Jagd, als Hüter, als Retter –, blieb die Katze in gewissem Sinne immer sie selbst: unabhängig, stolz, von einer Gelassenheit, die oft an Arroganz grenzt. Wer je versucht hat, eine Katze zu etwas zu überreden, was sie nicht will, weiß: Verhandlungen sind zwecklos. Selbst Argumente in Leberwurstform fruchten nur bedingt. Die Katze ist – und das ist ihr größter Triumph – die letzte Anarchistin im Reich der domestizierten Kreaturen.

    Doch hinter ihrer stoischen Miene verbirgt sich mehr als nur Eigensinn.

    Katzen sind feinfühlige Seismografen der menschlichen Seele. Sie wittern Verstimmungen, ohne einen Ton. Spenden Nähe, wenn man sie am wenigsten erwartet – und ignorieren uns, wenn wir es am dringendsten bräuchten. Das mag kränken, ist aber auch eine stille Form von Integrität. Denn was ist verlässlicher als ein Lebewesen, das nie heuchelt?

    Ihre Rolle in Kunst und Kultur ist entsprechend vielschichtig. In der Mythologie wurde sie verehrt – etwa im Alten Ägypten, wo sie als Bastet zur Schutzgöttin erhoben wurde. In der Literatur taucht sie als listige Streunerin (T. S. Eliots Old Possum’s Book of Practical Cats), als magische Gefährtin (Harry Potter) oder als Symbol rätselhafter Schönheit (Baudelaires La Chat) auf. Sie ist Muse und Mahnung, Sinnbild für Unabhängigkeit und das Mysterium des Unergründlichen zugleich.

    Im digitalen Zeitalter hingegen ist die Katze – nun ja – vor allem ein Meme.

    Ob als „Grumpy Cat“, mit Toastbrot im Gesicht oder bei ihren scheinbar physikalisch unmöglichen Verrenkungen: Sie hat das Internet erobert wie einst die Kornkammern des Niltals. Und das ist kein Zufall. Ihre Mimik ist universell. Ihre Sprünge sind spektakulär. Ihre Körpersprache ist pures Kabarett. Man könnte sagen: Katzen sind die Chaplins unter den Haustieren – nur mit mehr Schnurrhaaren.

    Doch so unterhaltsam ihre Präsenz in sozialen Medien auch ist, sie sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Leben vieler Katzen weit weniger glamourös verläuft. In Europa leben Millionen streunender Tiere ohne Schutz, Nahrung oder medizinische Versorgung. Auch in Tierheimen warten unzählige Samtpfoten auf ein Zuhause – oftmals vergeblich. Der Weltkatzentag sollte daher nicht bloß Schnappschüsse feiern, sondern Aufmerksamkeit lenken. Auf Verantwortung. Auf Tierwohl. Auf das leise Leid jener, die sich nicht artikulieren können.

    Denn das Wesen der Katze ist zwar unabhängig, aber nicht unberührbar. Sie sucht Nähe – wenn auch zu ihren Bedingungen. Sie braucht Fürsorge – auch wenn sie sie nie einfordern würde. Und sie verdient Schutz – ohne Wenn und Aber.

    Bleibt die Frage: Warum lieben wir Katzen eigentlich so sehr?

    Vielleicht, weil sie uns einen Spiegel vorhalten. Uns zeigen, wie man durch den Tag geht, ohne sich anzubiedern. Wie man Selbstachtung behält, auch in der Abhängigkeit. Und wie man, bei all dem Stolz, nie die Zärtlichkeit verliert. Wer das schafft, lebt wie eine Katze. Oder zumindest mit einer.

    In diesem Sinne: einen schnurrenden Weltkatzentag.

    Autor: C.H.

  • Urlaub, Koffer, Hund im Straßengraben – Warum die Sommerzeit zum Alptraum für Haustiere wird

    Urlaub, Koffer, Hund im Straßengraben – Warum die Sommerzeit zum Alptraum für Haustiere wird

    Der Sommer – für viele die schönste Zeit des Jahres. Endlich raus, Sonne tanken, Abstand vom Alltag. Aber während sich die einen auf die Ferien freuen, beginnt für andere eine Zeit der Angst, der Verlassenheit, der Kälte – mitten im Juli.

    Die Leidtragenden sind nicht auf den ersten Blick sichtbar. Sie sitzen in Käfigen, warten auf Parkplätzen oder irren über Autobahnraststätten: ausgesetzte Haustiere, oft „geliebte“ Familienmitglieder, die plötzlich lästig werden, wenn der Urlaub ruft.

    Ein Drama, das sich jedes Jahr aufs Neue abspielt – und Frankreich wie Deutschland gleichermaßen betrifft.

    Frankreich hat dabei traurige Berühmtheit erlangt: Über 60.000 Tiere werden dort jedes Jahr während der Ferienzeit ausgesetzt. Hunde, Katzen, Kaninchen – achtlos zurückgelassen wie Sperrmüll. Als hätte ein Tier kein Recht auf ein verlässliches Zuhause. Und als sei die Beziehung zu einem Lebewesen einfach kündbar.

    Die Gründe? So banal wie bitter: spontane Anschaffungen, steigende Lebenshaltungskosten, fehlende Urlaubsbetreuung. Alles verständlich – aber nichts rechtfertigt das Aussetzen eines Tieres. Die Gesetze in Frankreich sind streng. Bis zu 30.000 Euro Strafe und drei Jahre Gefängnis drohen. Doch wie so oft: Papier ist geduldig, Kontrolle rar, die Konsequenzen meist nicht spürbar.

    Besonders dramatisch ist das Schicksal vieler Fundtiere in sogenannten „Fourrières“, den kommunalen Auffangstationen. Zehn Tage haben sie Zeit. Zehn Tage Hoffnung. Dann entscheidet das Schicksal: Einschläferung oder Tierheim. In ländlichen Regionen ist das ein Spiel mit sehr schlechten Karten.

    Und Deutschland? Steht kaum besser da.

    Auch hier schnellen die Zahlen in den Sommermonaten in die Höhe. Tierheime schlagen Alarm: Mehrere hunderttausend Tiere jährlich, viele davon in den Ferien. Die Geschichten dahinter gleichen sich: Urlaub, der neue Job, die Ferienwohnung, die Scheidung, das Kind, das keine Lust mehr auf den Hamster hat.

    Der Unterschied zu Frankreich liegt in der Organisation. Deutsche Tierheime sind meist spendenfinanziert, auf ehrenamtliches Engagement angewiesen – ein Kraftakt zwischen Herzblut und Hilflosigkeit. Doch auch hier stößt das System an seine Grenzen. Plätze sind knapp, Personal überfordert, Tiere traumatisiert.

    Und man fragt sich: Wie kann das sein?

    Wie kann ein Land, das sich selbst gern als tierlieb bezeichnet, so gleichgültig mit seinen Mitgeschöpfen umgehen? Wie kann ein Urlaub wichtiger sein als das Leben eines Tieres?

    Vielleicht liegt die Antwort in unserem Konsumverhalten. Tiere sind verfügbar – online, schnell, unkompliziert. Ein Klick, ein Herzchen, ein neuer Mitbewohner. Dass ein Haustier kein Gadget, sondern ein fühlendes Wesen ist, gerät da leicht in Vergessenheit.

    Was fehlt, ist Bewusstsein.

    Aufklärung. Konsequenz. Und der Mut, Verantwortung nicht nur zu übernehmen, sondern sie auch zu tragen.

    Denn ein Haustier zu halten heißt: Auch im Alltag da sein. Auch in schwierigen Zeiten. Auch, wenn die Ferien locken.

    In Frankreich wie in Deutschland ist das Aussetzen eines Tieres keine Lappalie. Es ist ein Akt der Gleichgültigkeit – und oft der Anfang eines langen Leidenswegs. Für die Tiere. Für die Helfer. Für ein System, das schon lange überlastet ist.

    Vielleicht ist genau jetzt der Moment, umzudenken.

    Bevor der Koffer gepackt wird – überlegen: Wohin mit dem Hund? Wer kümmert sich um die Katze? Habe ich wirklich langfristig Zeit, Geld, Energie für ein Haustier? Fragen, die über Leben und Tod entscheiden können.

    Denn der Sommer darf alles sein – nur keine Saison der grausamen Wegwerfmentalität.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Als 43 junge Stiere die Flucht ergriffen: Ein tierischer Ausnahmezustand bei Rennes

    Als 43 junge Stiere die Flucht ergriffen: Ein tierischer Ausnahmezustand bei Rennes

    Ein Samstagmorgen im Juni, der eigentlich friedlich beginnen sollte – doch dann wird das Département Ille-et-Vilaine von einem tierischen Ausnahmezustand erschüttert: 43 junge Stiere brechen aus einer Mastfarm in Noyal-Châtillon-sur-Seiche aus und bringen das öffentliche Leben rund um Rennes durcheinander. Eine Szene wie aus einem surrealen Western, nur eben mitten in der Bretagne. Ein Albtraum aus Hufen und Hörnern Die ausgebüxten Tiere – sogenannte Taurillons, also junge, männliche Rinder – wiegen zwischen 330 und 450 Kilogramm. Diese Kraftpakete stürmten nicht nur durch Felder und Wiesen, sondern fanden auch ihren Weg auf die Stadtautobahn von Rennes sowie auf die vielbefahrene Schnellstraße nach Nantes. Ein Zwischenfall, der nicht nur für landwirtschaftlich Unbedarfte beunruhigend wirkt. Die Polizei spricht von einem „seltenen und riskanten Szenario“, bei dem jederzeit Menschenleben hätten gefährdet werden können. Brennpunkt Bréquigny Besonders brenzlig wurde es am Sonntagmorgen: I…

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  • Ökotrend mit Pferdestärken: Warum zwei Pferde in Questembert für hitzige Debatten sorgen

    Ökotrend mit Pferdestärken: Warum zwei Pferde in Questembert für hitzige Debatten sorgen

    In der beschaulichen Gemeinde Questembert im südlichen Bretagne-Departement Morbihan ziehen zwei besondere Kollegen im Auftrag der Ortsverwaltung täglich ihre Runden: Havane und Gladez, zwei kräftige Kaltblutpferde. Seit über fünfzehn Jahren unterstützen sie die städtischen Dienste beim Müllsammeln, der Pflege von Grünanlagen und sogar beim Schultransport.

    Doch was einst als Vorzeigeprojekt für Umweltfreundlichkeit und ländliche Authentizität galt, steht nun am Pranger. Tierschützer laufen Sturm – und werfen der Gemeinde vor, archaische und unmenschliche Praktiken zu dulden.

    Pferdestärken gegen CO₂-Ausstoß

    In Zeiten, in denen jede eingesparte Tonne CO₂ gefeiert wird, wirken die muskulösen Pferde von Questembert wie gallische Rebellen gegen die Motorisierung. Ohne Abgase, ohne Lärm, dafür mit einer ordentlichen Portion Charme traben sie durch die Straßen. Ihre Arbeitskraft ersetzt nicht nur Fahrzeuge, sondern schafft Nähe – zwischen Mensch und Tier, Alt und Jung, Stadt und Natur.

    Bürgermeister Boris Lemaire betont immer wieder, wie gut die Tiere gepflegt werden. Ihre Stallungen seien artgerecht, ihr Arbeitsrhythmus abgestimmt auf ihr Wohlbefinden. Zudem helfe ihre Nutzung dabei, die vom Aussterben bedrohte bretonische Pferderasse zu erhalten.


    „Archaisch und ausbeuterisch“ – Antispeziesisten schlagen Alarm

    Seit Mitte April hat sich jedoch ein Sturm der Kritik zusammengebraut. Serge Buchet, Lokalpolitiker und Mitglied der Bewegung REV (Révolution écologique pour le vivant), hat eine Petition gestartet. Sein Vorwurf: Die Tiere würden wie Sklaven behandelt. Fast 25.000 Menschen haben sich seinem Appell angeschlossen.

    In der Petition heißt es, die Pferde müssten schwere Lasten ziehen, teils auf heißem Asphalt und unter lautem Straßenlärm. Solche Bedingungen seien einer modernen, ethisch verantwortungsvollen Gesellschaft nicht würdig. Tierliebe bedeute heute mehr, als nur Futter und Unterstand – sie bedeute, Tiere nicht mehr für menschliche Zwecke auszunutzen.


    Tradition trifft auf Widerstand

    Die Kritik hat auch eine Gegenbewegung hervorgerufen. Über 3.500 Unterstützer haben eine Gegenpetition unterzeichnet, in der sie für den Erhalt dieser „grünen“ Tradition plädieren. Ihr Argument: Die Pferde seien ein Symbol für umweltbewusstes und entschleunigtes Leben – Werte, die gerade heute dringend gebraucht werden.

    In ihren Augen verbindet die Initiative in Questembert Ökologie mit Geschichte, Nachhaltigkeit mit sozialem Miteinander. Sie fragen: Wenn nicht solche Projekte – was dann?


    Der tieferliegende Konflikt

    Hinter dem Streit verbirgt sich ein größerer gesellschaftlicher Diskurs. Wie gehen wir mit unseren tierischen Mitbewohnern um? Wo endet Tradition und wo beginnt Ausbeutung? Und – wer darf darüber entscheiden?

    Die Diskussion offenbart eine wachsende Sensibilität für das Thema Tierrechte. Der Begriff „Antispeziesismus“ – also der Kampf gegen die Diskriminierung von Tieren – ist längst nicht mehr nur akademischen Zirkeln vorbehalten. Er findet seinen Weg in politische Gremien, auf die Straße und in die Herzen vieler junger Menschen.

    Gleichzeitig stellt sich die Frage: Können Tiere wirklich freiwillig für uns arbeiten? Oder projizieren wir dabei nicht auch menschliche Werte auf andere Lebewesen?


    Havane und Gladez – Symbole einer Zeitenwende?

    Trotz aller Debatten ziehen Havane und Gladez weiterhin gelassen ihre Bahnen. Sie wirken dabei fast wie Mahnmale in einem gesellschaftlichen Umbruch – irgendwo zwischen Fortschritt und Vergangenheit, zwischen Bewahrung und Neuanfang.

    Vielleicht ist gerade das ihre größte Stärke: Dass sie Fragen aufwerfen. Dass sie uns dazu bringen, innezuhalten. Und dass sie uns – ganz ohne Motor – dazu bewegen, über unseren Umgang mit Natur, Umwelt und Tieren nachzudenken.

    Was bleibt also von Questembert? Eine kleine Gemeinde mit großen Fragen. Und zwei Pferden, die viel mehr bewegen als nur einen Müllwagen.

    Autor: Daniel Ivers