Schlagwort: Technische Kontrolle

  • Editorial: Technische Kontrollen für Zweiräder – Ein Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland

    Editorial: Technische Kontrollen für Zweiräder – Ein Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland

    Die Einführung der verpflichtenden technischen Kontrollen für motorisierte Zweiräder in Frankreich hat weitreichende Proteste ausgelöst. Tausende Motorradfahrer haben ihre Stimmen erhoben und demonstrieren gegen das, was sie als unnötige und kostspielige Regulierung empfinden. Doch während in Frankreich die Wogen hochgehen, lohnt es sich, einen Blick auf Deutschland zu werfen, wo solche Inspektionen längst zur Routine gehören.

    Sicherheit oder Bevormundung?

    In Frankreich steht ab dem 15. April eine neue Ära bevor: Motorisierte Zweiräder müssen sich regelmäßigen technischen Überprüfungen unterziehen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und die Umweltbelastung zu reduzieren. Die Reaktionen sind jedoch gemischt – viele Biker sehen darin eine übertriebene Gängelung und finanzielle Belastung.

    Deutschland hingegen kennt solche Kontrollen schon lange. Hier müssen Motorräder alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich auch TÜV genannt. Diese Prüfungen sind tief in der Verkehrssicherheitskultur verankert und zielen darauf ab, Mängel an Fahrzeugen frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Die Akzeptanz ist groß, da die Sicherheitsvorteile allgemein anerkannt sind.

    Der französische Widerstand

    In Frankreich argumentieren Kritiker, dass die neuen Regeln nicht nur eine finanzielle Last darstellen, sondern auch wenig zur tatsächlichen Sicherheit beitragen. Sie betonen, dass es effektiver wäre, die Qualität und Sicherheit der Straßeninfrastruktur zu verbessern, statt die Last auf die Fahrer zu verlagern. Der Widerstand ist ein deutliches Zeichen dafür, dass viele französische Biker eine andere Sicht auf die Rolle der Regierung in ihrem Fahrerlebnis haben.

    Die deutsche Perspektive

    In Deutschland hingegen wird der regelmäßige TÜV als notwendige Instanz für die Verkehrssicherheit gesehen. Kritik gibt es zwar auch, besonders wenn es um die Kosten geht, aber die Mehrheit der Biker fügt sich in das System, das Unfälle verhindern und das Risiko technischer Defekte minimieren soll. Die Deutschen tendieren dazu, Regulierungen zu akzeptieren, wenn sie der Allgemeinheit dienen.

    Ein kultureller Unterschied?

    Diese divergierenden Ansichten könnten teilweise auf kulturelle Unterschiede zurückgeführt werden. Deutsche gelten oft als besonders regelkonform und sicherheitsbewusst, während Franzosen einen stärkeren Akzent auf individuelle Freiheiten und eine Skepsis gegenüber staatlicher Einmischung legen. Die technische Kontrolle wird so zum Spiegelbild tiefer liegender gesellschaftlicher Einstellungen.

    Fazit

    Während die technischen Kontrollen in Deutschland weitgehend als Teil der Verkehrssicherheit akzeptiert sind, rufen sie in Frankreich erheblichen Widerstand hervor. Diese Diskrepanz zeigt nicht nur unterschiedliche Sicherheitsphilosophien, sondern auch, wie kulturelle und soziale Faktoren die Aufnahme und Bewertung von Regulierungen beeinflussen können. Die Entwicklung in Frankreich wird zeigen, ob sich die Wogen glätten und die Akzeptanz mit der Zeit wächst. Doch eines ist klar: Sicherheit auf den Straßen ist ein universelles Anliegen, die Wege dorthin sind jedoch so vielfältig wie die Länder selbst.

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  • Aufstand der Biker: Proteste gegen die technische Überprüfung in ganz Frankreich

    Aufstand der Biker: Proteste gegen die technische Überprüfung in ganz Frankreich

    Am Samstag, dem 13. April, fanden in ganz Frankreich zahlreiche Versammlungen wütender Motorradfahrer statt. Allein in Paris versammelten sich nach Angaben der Veranstalter etwa 10.000 Demonstranten. Der Grund für ihren Unmut: Ab dem 15. April wird eine technische Kontrolle für Zweiräder verpflichtend.

    Ein beeindruckender Konvoi von Tausenden Motorradfahrern bahnte sich seinen Weg über den Pariser Stadtring und strömte in die Straßen der Hauptstadt. Dieses massive Aufgebot war ein klares Zeichen des Widerstands gegen die Einführung technischer Kontrollen für motorisierte Zweiräder. Viele Biker verkündeten, dass sie sich weigern würden, ihre Fahrzeuge überprüfen zu lassen. Sie kritisieren die Reform als ineffektiv für die Sicherheit und deuten sie als fiskalische Abzocke. „Wir gehen in den Widerstand, wir rufen alle Motorradfahrer dazu auf, die technische Kontrolle zu boykottieren“, erklärt Jean-Mars Belotti, Koordinator der Französischen Föderation der wütenden Motorradfahrer in Paris.

    Sonderregelungen für Oldtimer

    Die ab Montag, dem 15. April geltende Verordnung zur technischen Überprüfung motorisierter Zweiräder hat große Empörung ausgelöst. Die Durchführung der Kontrollen wird gestaffelt nach dem Alter der Fahrzeuge zwischen 2024 und 2026 verpflichtend. Techniker werden dabei besonders auf den Zustand der Bremsen, die Umwelt- und Geräuschemissionen, die Beschaffenheit von Lenkrädern, Lenkstangen und Rückspiegeln sowie auf die Funktionsfähigkeit der Räder und der Aufhängung achten. Oldtimer und Wettbewerbsmotorräder sind jedoch von der Kontrolle ausgenommen. Nach Meinung der Motorradfahrer sollte der Fokus eher auf der Instandhaltung der Straßen liegen.

    Die Protestaktionen werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Unzufriedenheit unter den französischen Bikern. Die technische Überprüfung, die als Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit gedacht war, wird von vielen als unnötige Belastung empfunden. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Konflikt weiterentwickeln wird, aber eines ist sicher: Die französischen Motorradfahrer sind bereit, für ihre Überzeugungen zu kämpfen.

  • Neue technische Überprüfung für Zweiräder startet am 15. April

    Neue technische Überprüfung für Zweiräder startet am 15. April

    Ab Montag, dem 15. April, wird in Frankreich die technische Überprüfung für motorisierte Zweiräder eingeführt. Diese Maßnahme, die seit Monaten geplant ist, stößt bei vielen Motorradfahrern auf Widerstand. Zeitplan und Kosten der Kontrolle Die Einführung der technischen Überprüfung wird gestaffelt erfolgen, abhängig vom Zulassungsjahr des Fahrzeugs. Fahrzeuge, die vor 2017 zugelassen wurden, müssen 2024 überprüft […]

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  • Frankreich: Technische Kontrolle für Zweiräder tritt im April 2024 endgültig in Kraft

    Frankreich: Technische Kontrolle für Zweiräder tritt im April 2024 endgültig in Kraft

    Auch Zweiräder müssen sich in Frankreich ab April 2024 einer technischen Prüfung unterziehen.

    Nach monatelangen Diskussionen und vielen Protesten von Motorradfahrern wird der Zeitplan für die Einführung der technischen Kontrolle für Zweiräder schließlich immer klarer. Die Pflicht zur Kontrolle wird ab April 2024 gelten, sie wird für Zweiräder schrittweise eingeführt, je nach Alter.

    Die ersten, die die technische Kontrolle ab April und bis Ende 2024 durchführen müssen, werden die vor dem 1. Januar 2017 zugelassenen Zweiräder sein. Die erste Kontrolle von Zweirädern der Klasse L, die zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2019 zugelassen wurden, muss spätestens 2025 durchgeführt werden, die erste Kontrolle von Fahrzeugen, die zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Dezember 2021 zugelassen wurden, spätestens 2026, so der Erlass der Regierung.

    Am 1. Juni 2023 hatte der Staatsrat der Regierung zwei Monate Zeit gegeben, um die Modalitäten für die Durchführung der technischen Kontrolle festzulegen, die einer europäischen Verpflichtung aus dem Jahr 2014 entspricht, die in Frankreich jedoch bisher nie umgesetzt wurde. Der französische Verkehrsminister hatte daraufhin seinen Willen bekundet, die Regelung für Motorradbesitzer „so billig und einfach wie möglich“ umzusetzen.

  • Frankreich: Staatsrat zwingt Regierung zur Einführung des TÜVs für Zweiräder innerhalb von 2 Monaten

    Frankreich: Staatsrat zwingt Regierung zur Einführung des TÜVs für Zweiräder innerhalb von 2 Monaten

    Verkehrsminister Clément Beaune versicherte daraufhin, dass die Regierung „selbstverständlich die Entscheidung des Staatsrats“ umsetzen und „in den nächsten Tagen den Zeitplan und die Modalitäten der technischen Kontrolle“ für Zweiräder präzisieren werde. Der Staatsrat gab der Regierung ab Donnerstag, 1. Juni, zwei Monate Zeit, um eine Verordnung zur Einführung der technischen Kontrolle für motorisierte Zweiräder zu erlassen, die einer auf europäischer Ebene vorgeschriebenen, aber von Frankreich nie in die Praxis umgesetzten Bestimmung entspricht. Der für Verkehr zuständige Minister Clément Beaune reagierte sofort und erklärte in einer Pressemitteilung, dass die Regierung „selbstverständlich die Entscheidung des Staatsrats“ umsetzen werde und er selbst „in den nächsten Tagen den Zeitplan und die Modalitäten der technischen Kontrolle“ präzisieren werde. Zu diesem Zeitpunkt ist das genaue Datum, an dem auch Motorräder und Motorroller in Frankreich einer technischen Kontrolle unterliegen …

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  • Motorradfahrer demonstrieren am Samstag in ganz Frankreich

    Motorradfahrer demonstrieren am Samstag in ganz Frankreich

    Der Verband der „Motards en colère“ ruft für diesen Samstag zu einer allgemeinen Mobilisierung gegen die technische Kontrolle für Motorräder auf, die nach einer Entscheidung des Staatsrats in Frankreich eingeführt werden muss.

    Die Motorradfahrer sind wütend und das wollen sie auch zeigen. Sie werden am Samstag, dem 26. November, in ganz Frankreich auf ihren Zweirädern durch die Straßen fahren, um ihren Unmut über die Einführung einer obligatorischen technischen Kontrolle für Zweiräder zum Ausdruck zu bringen. Dies war zwar vor dem Sommer von der Regierung zunächst abgesagt worden, wurde später aber vom Staatsrat durchgesetzt.

    Lesen sie auch: Staatsrat führt die technische Kontrolle von Zweirädern wieder ein und widerspricht damit der Regierung

    Die technische Kontrolle hat aber nach Ansicht der Motorradfahrer kaum Auswirkungen auf die Unfallzahlen bei motorisierten Zweirädern: Sie erinnern daran, dass weniger als 0,3% der Unfälle auf einen mechanischen Mangel zurückzuführen sind. Sie erinnern auch daran, dass die bereits geltenden Maßnahmen die Zahl tödlicher Unfälle unter Motorradfahrern innerhalb von zehn Jahren um 19% gesenkt haben.

    Um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, haben sie für den Samstag zahlreiche Kundgebungen in ganz Frankreich geplant.

    Im Moment herrscht über die zukünftige technische Kontrolle noch grosse Unklarheit. Am Freitag, dem 4. November, fand ein erstes Konzertierungsgespräch zwischen dem Verkehrsministerium und Vertretern der Branche statt. Dabei wurde der Zeitplan festgelegt. Die technische Kontrolle soll bis zum Ende des ersten Halbjahres 2023 in Kraft treten, zunächst für die ältesten Zweiräder, bevor auch die neueren zur Kontrolle gebracht werden müssen.

    Ein Preis wurde noch nicht festgelegt, könnte aber zwischen 50 € und 70 € kosten.

  • Staatsrat führt die technische Kontrolle von Zweirädern wieder ein und widerspricht damit der Regierung

    Staatsrat führt die technische Kontrolle von Zweirädern wieder ein und widerspricht damit der Regierung

    Das höchste Verwaltungsgericht urteilte am Montag, dem 31. Oktober, dass die Entscheidung der Regierung, das Dekret zur Anwendung der technischen Kontrolle auf Zweiräder aufzuheben, „rechtswidrig“ sei.

    Das ist eine Ohrfeige für die Regierung. Der Staatsrat kündigte am Montag, dem 31. Oktober, an, die technische Kontrolle für Zweiräder wieder einzuführen. „Die von der Regierung am 25. Juli getroffene Entscheidung, die Anwendung der technischen Kontrolle auf ‚Zweiräder‘ (…) rückgängig zu machen, ist rechtswidrig“, urteilte das höchste Verwaltungsgericht in einer Pressemitteilung.

    Im Sommer hatte die Regierung das Dekret vom 9. August 2021, mit dem die Pflicht zur Durchführung einer technischen Kontrolle für alle Zweiräder mit mehr als 125 cm3 ab Anfang 2023 eingeführt wurde, wieder aufgehoben.

    Das Dekret setzte eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2014 um, in der die Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, die technische Kontrolle von Zweirädern bis zum 1. Januar 2022 einzuführen. Doch bereits am Tag nach seiner Veröffentlichung hatte Emmanuel Macron versichert, dass das Dekret niemals angewendet werden würde. Ein Berater der Regierung hatte damals mitgeteilt, dass der Staatschef der Ansicht sei, dass „es nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Franzosen damit zu belästigen“.

    Der Staatsrat, der im Mai von Umwelt-NGOs angerufen worden war, verlangte nun jedoch, dass die Maßnahme ab sofort eingeführt werden müsse.

  • Technische Kontrolle von Zweirädern: Droht ein Bußgeld ab dem 1. Oktober?

    Technische Kontrolle von Zweirädern: Droht ein Bußgeld ab dem 1. Oktober?

    Die Vorschrift für technische Kontrolle für Motorräder hat seit der Ankündigung, sie am 1. Oktober 2022 einzuführen, zahlreiche Änderungen gesehen. Riskiert man eine Geldstrafe, wenn man sein in Frankreich angemeldetes Motorrad nicht bis zum 1. Oktober einer technischen Kontrolle unterziehen lässt?

    Obwohl die technische Kontrolle $für Zweiräder in Frankreich ab dem 1. Oktober 2022 verpflichtend sein soll, sind die Richtlinien noch lange nicht umgesetzt.  Um alles zu verstehen, muss man bis ins Jahr 2014 zurückgehen. In diesem Jahr führte die Europäische Kommission die Verpflichtung für alle EU-Länder ein, bis zum 1. Januar 2022 eine technische Kontrolle für motorisierte Zweiräder einzuführen.

    Mitte Sommer 2021 veröffentlichte die französische Regierung ein Dekret, mit dem die technische Überwachung für alle Halter von Zweirädern mit einem Hubraum von mehr als 125 cm3 eingeführt wurde und das Anfang 2023 in Kraft treten sollte.

    Emmanuel Macron hatte jedoch sofort versichert, dass er diese Entscheidung nicht umsetzen werde, da „es nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Franzosen damit zu belästigen“. Der damalige Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari hatte Dekret daher wieder suspendiert.

    Verkehrssicherheitsverbände hatten daraufhin den Staatsrat angerufen, und gefordert, die Regierung müsse das Dekret so schnell wie möglich umsetzen. Und der Staatsrat gab ihnen im Mai in einem Eilverfahren mit einstweiliger Verfügung Recht und wies die Exekutive an, das Dekret ab dem 01. Oktober 2022 umzusetzen.

    Im Juli 2022 erklärte der Staatsrat die beiden im August 2021 erlassenen Dekrete für rechtswidrig: das erste, mit dem das Inkrafttreten der technischen Kontrolle auf Januar 2023 festgesetzt wurde, und das zweite, mit dem die Maßnahme wieder ausgesetzt wurde.

    Einige Bestimmungen des Dekrets vom 9. August 2021, die dazu führten, dass die Anwendung der technischen Kontrolle für motorisierte Zweiräder auf den 1. Januar 2023 festgelegt wurde, missachteten die vom Europäischen Rat festgelegte Frist 1. Januar 2022, so der Staatsrat. Die Entscheidung des ehemaligen Verkehrsministers war ebenfalls rechtswidrig, entschied der Staatsrat, da sie eigentlich in den Zuständigkeitsbereich des Premierministers fiel. Indem der Staatsrat diese früheren Entscheidungen als rechtswidrig bezeichnete, unterstützte er die Entscheidung der Europäischen Kommission, die technische Kontrolle von Zweirädern zur Pflicht zu machen.

    Obwohl die technische Kontrolle von Zweirädern nun also auf dem neuesten Stand ist und das vorgesehene Datum für die Inkraftsetzung weiterhin der 1. Oktober ist (für Fahrzeuge, die vor dem 1. Januar 2016 zugelassen wurden), gibt es kein Grund zur Panik, wenn man noch keinen Termin vereinbart hat.

    Denn laut dem französischen Verkehrsministerium, das von der Zeitung Voix du Nord befragt wurde, droht den Franzosen derzeit kein Bußgeld, wenn sie die technische Kontrolle ihres Zweirads nicht nachweisen können. Und das aus gutem Grund: Die Prüfstellen sind überhaupt noch nicht darauf vorbereitet, Zweiräder zu prüfen, und haben bisher auch keine entsprechende Anweisung von der Regierung erhalten.

    Achtung: Die neue technische Kontrolle betrifft nicht nur Zweiräder, sondern auch vierrädrige Fahrzeuge ohne Führerschein, dreirädrige Roller und andere vierrädrige Motorfahrzeuge.

  • Jetzt kommt der Motorrad-TÜV auch in Frankreich

    Jetzt kommt der Motorrad-TÜV auch in Frankreich

    Im August 2021 hatte die Regierung die Einführung einer obligatorischen technischen Kontrolle für Motorräder und Zweiräder ab dem 1. Januar 2022 angekündigt, doch das Dekret wurde ausgesetzt und das Projekt schien begraben zu sein. Der Staatsrat setzte es nun wieder auf die Tagesordnung.

    Der Staatsrat gab am Dienstag bekannt, dass eine Verschiebung des Inkrafttretens der technischen Kontrolle für Zweiräder mit mehr als 125 cm3 über den 1. Oktober 2022 hinaus „nicht gerechtfertigt“ sei.

    Die technische Kontrolle für Zweiräder sollte gemäß einer EU-Verpflichtung spätestens am 1. Januar 2022 gelten, doch die Regierung hatte im vergangenen Jahr per Dekret beschlossen, diese Verpflichtung auf 2023 zu verschieben. Dieses Dekret wurde nun vom Staatsrat ausgesetzt.

    Da die Einführung der technischen Kontrolle bei den Motorradverbänden auf starken Widerstand stieß, hatte Präsident Emmanuel Macron schließlich bereits am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt angekündigt, dass sie nicht umgesetzt werden würde. Ein Berater der Exekutive hatte erklärt, dass der Staatschef der Ansicht sei, dass „es nicht der Zeitpunkt sei, die Franzosen damit zu belästigen“.

    Das Verkehrsministerium kündigte im November die Umsetzung alternativer Maßnahmen an, die „die Überprüfung der Verkehrssicherheit, die Bekämpfung der Umweltverschmutzung und des Lärms“ abdecken und eine Ausnahme von der europäischen Vorschrift ermöglichen sollten. Der von NGOs angerufene Richter für einstweilige Verfügungen und Dringlichkeitsverfahren des Staatsrats war jedoch der Ansicht, dass die bloße Mitteilung Frankreichs an die EU über die Absicht, solche alternativen Maßnahmen einzuführen, „nicht ausreicht, um die Umsetzung der europäischen Richtlinie zu belegen“, da „die geplanten Maßnahmen nicht tatsächlich umgesetzt werden“.

    Da die Regierung außerdem ihr Dekret vom August 2021, in dem ein auf 2023 verschobener Zeitplan für die Anwendung festgelegt wurde, nicht offiziell aufgehoben oder geändert hat, wird dieser Text trotz der Ankündigungen von Emmanuel Macron und der Regierung als weiterhin in Kraft befindlich betrachtet. Der Richter hält daher den Antrag der Verbände für begründet, „die Aussetzung der Ausführung des umstrittenen Dekrets zu beantragen, soweit es (…)das Inkrafttreten der Pflicht zur technischen Kontrolle über den 1. Oktober 2022 hinaus verschiebt“. In dem Urteil wird nicht näher erläutert, warum der 1. Oktober als Datum gewählt wurde.

    Die Kläger betonten insbesondere, dass „in Frankreich ein motorisierter Zweiradfahrer 22-mal häufiger Opfer eines tödlichen Unfalls wird als ein Nutzer eines leichten Fahrzeugs, dass dieses Risiko aber in den Staaten, die die technische Kontrolle bereits eingeführt haben, geringer ist – 16-mal in Deutschland, 17-mal in Spanien“. Die NGOs argumentierten auch, dass die technische Kontrolle „im Übrigen die Lärmbelästigung aber auch die Luftverschmutzung verringern würde“. Die Vereinigung „Respire“, eine der drei Klägerinnen, begrüßte die Entscheidung auf Twitter: „Der Staatsrat gibt der Regierung von @Elisabeth_Borne die Gelegenheit, ihre ökologischen Ambitionen zu verwirklichen: Er verpflichtet sie, die technische Kontrolle zum 1. Oktober 2022 einzuführen“.

  • Verkehrssicherheit: Radargeräte können bald die Gültigkeit der technischen Kontrolle der Fahrzeuge überprüfen

    Verkehrssicherheit: Radargeräte können bald die Gültigkeit der technischen Kontrolle der Fahrzeuge überprüfen

    Autos, die von einem automatischen Radargerät geblitzt werden, könnten bald auf die Gültigkeit ihrer technischen Kontrolle überprüft werden. Das schlägt jedenfalls der Abgeordnete Damien Pichereau dem Staatssekretär für Verkehr vor.

    Laut dem Nationalen Rat der Automobilfachleute (Conseil national des professionnels de l’automobile) sind in Frankreich etwa 560.000 Fahrzeuge ohne gültige technische Kontrolle unterwegs. Der dem Verkehrsministerium unterstehende Organisme technique central berichtete 2019, dass 739.000 Fahrzeuge nicht der regulären technischen Überprüfung (dem deutschen TÜV entsprechend) zugeführt wurden.

    Während des ersten Lockdowns war eine Toleranzzeit eingeführt worden, doch seit dem 24. Juni 2020 gelten wieder die üblichen Vorschriften. Die technische Kontrolle ist für alle Fahrzeuge, die älter als vier Jahre sind, gesetzlich vorgeschrieben und muss alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die technische Kontrolle untersucht seit Mai 2018 610 mögliche Mängel.

    Die hohe Anzahl der nichtdurchgeführten Kontrollen war der Grund für einen Vorschlag, den der Abgeordnete Damien Pichereau dem Staatssekretär für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, jetzt unterbreitet hat. Pichereau möchte Fahrer, die von einem automatischen Radargerät geblitzt werden und keine gültige technische Kontrolle haben, mit einer Geldstrafe belegen.

    135 Euro Bußgeld
    Nicht alle Fahrzeuge, die an einem automatischen Radargerät vorbeifahren, sollen kontrolliert werden, sondern nur bei einem Verstoß werde die Fahrzeugkartei überprüft. So wissen die Behörden, ob das geblitzte Auto in Ordnung ist oder nicht.

    Wenn die technische Kontrolle nicht gültig ist, droht dem Fahrer ein Bußgeld in Höhe von 135 Euro. Das Bußgeld kann auf 90 Euro gesenkt werden, wenn die Zahlung innerhalb von drei Tagen erfolgt. Der Fahrzeughalter muss das Bußgeld bezahlen, nicht der Fahrer, wenn es sich dabei nicht um dieselbe Person handelt. Bei verspäteter Zahlung hingegen kann das Bußgeld auf bis zu 750 Euro steigen. Es gibt in diesem Fall jedoch keine Punkte in der Führerschein-Kartei.