Schlagwort: Südkorea

  • Wie werden die Rebellen Syrien regieren? Und andere World-News

    Wie werden die Rebellen Syrien regieren? Und andere World-News

    Hayat Tahrir al-Sham (HTS), die islamistische Rebellengruppe, die den Sturz der Assad-Dynastie in Syrien anführte, steht nun vor einer Herausforderung, die weit über die Eroberung von Gebieten hinausgeht: die Regierungsführung. HTS hat sich seit ihrer Gründung aus extremistischen Wurzeln wie dem Islamischen Staat und Al-Qaida entwickelt, ihre Ideologie moderiert und versucht, sich als regierungsfähige Kraft zu präsentieren. Doch was bedeutet das für Syrien?


    Vom lokalen Akteur zur nationalen Macht

    Seit 2017 kontrolliert HTS die Provinz Idlib, eine ländliche und landwirtschaftlich geprägte Region im Nordwesten Syriens. In dieser Zeit hat die Gruppe gezeigt, dass sie eine gewisse Stabilität und Ordnung durchsetzen kann – wenn auch mit harter Hand. Mit einem straffen Sicherheitsapparat und autoritären Methoden hat HTS rivalisierende Fraktionen sowie Kritiker unterdrückt. Regelmäßige Proteste gegen willkürliche Verhaftungen und schlechte Haftbedingungen sind Ausdruck der Unzufriedenheit der Bevölkerung.

    Aber kann das, was in Idlib funktioniert hat, auf ein ganzes Land übertragen werden? Syrien ist weit heterogener als die relativ kleine und kulturell einheitliche Provinz Idlib. Es gibt urbane Zentren wie Damaskus, religiöse Vielfalt und wirtschaftlich bedeutende Regionen, die andere Ansprüche und Herausforderungen mit sich bringen. Ein nationaler Regierungsanspruch würde HTS zwingen, breitere Allianzen zu schmieden – und moderatere Positionen einzunehmen.


    Die Gratwanderung zwischen Ideologie und Pragmatismus

    HTS hat in den letzten Jahren versucht, sich von ihrer extremistischen Vergangenheit zu distanzieren. Doch viele zweifeln, ob diese Veränderung mehr als eine taktische Entscheidung ist. Die internationale Gemeinschaft beobachtet skeptisch, ob HTS tatsächlich eine Regierung aufbauen kann, die nicht nur auf Zwang, sondern auf Legitimität beruht. Syrien ist ein Flickenteppich von Ethnien und Glaubensrichtungen – und die Spannungen könnten explodieren, wenn HTS versucht, eine rein islamistische Agenda durchzusetzen.

    Die Frage bleibt: Kann eine Bewegung, die aus dem Jihadismus hervorgegangen ist, zu einem stabilisierenden Faktor in einem kriegszerstörten Land werden? Es wäre nicht das erste Mal, dass eine bewaffnete Gruppe versucht, von der Gewaltpolitik zur Regierungsführung überzugehen – aber die Erfolgsgeschichten sind rar.


    Eine Regierung aus der Not heraus?

    Die wirtschaftlichen Bedingungen in Syrien sind katastrophal. Selbst wenn HTS es schafft, die politische Kontrolle zu sichern, wird die Wiederherstellung der Infrastruktur und die Bekämpfung der Armut eine Mammutaufgabe. In Idlib hat die Gruppe eine rudimentäre Verwaltung aufgebaut, die Schulen und Krankenhäuser betreibt, wenn auch auf niedrigem Niveau. Doch ein Land wie Syrien verlangt mehr – und das ohne die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, die HTS weiterhin als Terrororganisation einstuft.

    Wie würde HTS also mit einer humanitären Krise umgehen, die weite Teile der syrischen Bevölkerung betrifft? Bisher hat die Gruppe vor allem in den Bereichen operiert, in denen humanitäre Hilfe von internationalen Organisationen bereitgestellt wurde. Ein nationales Regime würde jedoch weitaus größere Ressourcen und Fachwissen erfordern.


    Eine dunkle Aussicht oder eine neue Ära?

    Es gibt keine einfachen Antworten darauf, wie Syrien unter der Herrschaft von Hayat Tahrir al-Sham aussehen könnte. Sicher ist, dass die Gruppe vor einem steinigen Weg steht. Die Regierung eines Landes erfordert mehr als militärische Stärke – sie erfordert eine Vision, die über Ideologie hinausgeht und die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung berücksichtigt. Ob HTS das leisten kann, wird die Zeit zeigen. Doch eines ist klar: Die kommenden Monate und Jahre werden für Syrien entscheidend sein.


    Israel schließt seine Botschaft in Irland

    Israel wird seine Botschaft in Dublin schließen, wie der israelische Außenminister gestern erklärte. Der Schritt folgt auf die Entscheidung Irlands, sich offiziell auf die Seite Südafrikas zu stellen und dessen Fall gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof zu unterstützen. Südafrika wirft Israel Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen vor – ein Vorwurf, den Israel entschieden zurückweist.

    „Irland hat jede rote Linie in den Beziehungen zu Israel überschritten“, sagte der israelische Außenminister Gideon Saar in einer Stellungnahme. Bereits seit Monaten ist das Verhältnis angespannt. Im Mai rief Israel seinen Botschafter aus Irland zurück, ebenso wie aus Spanien und Norwegen, nachdem diese Länder einen palästinensischen Staat anerkannt hatten.

    Die Schließung der Botschaft bedeutet jedoch nicht das Ende der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Offizielle Vertreter betonten, dass Irlands Botschaft in Tel Aviv weiterhin aktiv bleiben werde.


    Südkorea ohne gewählten Führer

    Das südkoreanische Parlament hat Präsident Yoon Suk Yeol am Samstag seines Amtes enthoben. Damit steht das Land ohne gewählte Führung da – zu einer Zeit, in der es mit ernsten Herausforderungen konfrontiert ist, wie den Spannungen mit Nordkorea und einer zunehmenden politischen Polarisierung im Inland. Doch was genau steckt hinter dieser politischen Krise?

    Außerhalb des Parlaments feierten Menschen den Amtsenthebungsbeschluss. Für viele war Yoons Suspendierung ein Beweis für die Stärke der südkoreanischen Demokratie. Der Präsident hatte durch die kurzzeitige Ausrufung des Kriegsrechts breite Kritik auf sich gezogen. Doch die Amtsenthebung hat ein Machtvakuum hinterlassen. Bis das Verfassungsgericht entscheidet, ob Yoon dauerhaft seines Amtes enthoben wird oder zurückkehren darf, übernimmt der Premierminister – der jedoch selbst nicht gewählt ist – die Führung des Landes.

    Die Situation könnte sich zu einer Belastungsprobe für Südkorea entwickeln. Wie wird das Land ohne starke Führung auf die Bedrohungen aus Nordkorea reagieren? Und wie wird die Demokratie mit dieser Krise umgehen?


    Weitere Top-Nachrichten

    Georgien: Das Parlament hat Mikheil Kavelashvili, einen ehemaligen Fußballstar und rechtspopulistischen Politiker, zum Präsidenten gewählt. Dies verschärft die politische Krise des Landes, das von Protesten und einer umstrittenen Parlamentswahl erschüttert wird.

    Gerichtsverfahren: ABC News hat zugestimmt, 15 Millionen Dollar zu zahlen, um eine Verleumdungsklage von Präsident Donald Trump beizulegen. Trump und seine Verbündeten planen Berichten zufolge, Journalisten und ihre Quellen mit Vorladungen und möglichen Strafverfolgungen unter Druck zu setzen.

    Mosambik: Der tropische Wirbelsturm Chido ist gestern auf dem Festland aufgeschlagen, nachdem er zuvor in einem französischen Archipel im Indischen Ozean schwere Zerstörungen und Todesopfer verursacht hatte.

    Burkina Faso: Ein Regierungsplan, schlecht ausgebildete Zivilisten in bewaffnete Milizen einzubinden, hat das Land an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht.

    Ukraine: Ukrainische Offizielle setzen alles daran, Donald Trump für sich zu gewinnen – mit Diplomatie, Charme und gelegentlichen Glücksschüssen.

    Bolivien: Eine Spaltung innerhalb der lang dominierenden Partei „Bewegung für den Sozialismus“ hat das Land in eine politische Blockade gestürzt.

  • Südkoreas Präsident vor möglicher Amtsenthebung: Politische Krise erreicht Höhepunkt

    Südkoreas Präsident vor möglicher Amtsenthebung: Politische Krise erreicht Höhepunkt

    In Südkorea spitzen sich die politischen Spannungen dramatisch zu. Nach der überraschenden und kontroversen Ausrufung des Kriegsrechts durch Präsident Yoon Suk Yeol steht das Land am Rande einer verfassungsrechtlichen Zäsur. Gestern reichten Oppositionsparteien, unterstützt von massiven Protesten, einen Antrag auf Amtsenthebung ein – ein Schritt, der die politische Landschaft des Landes nachhaltig verändern könnte.

    Die Hintergründe: Was ist passiert?

    Die plötzliche Verhängung des Kriegsrechts durch Präsident Yoon war ein Schritt, der nicht nur die Opposition, sondern auch große Teile der Bevölkerung schockierte. Tausende Menschen gingen landesweit auf die Straßen, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Der Präsident argumentierte, dieser drastische Schritt sei notwendig, um die öffentliche Ordnung zu gewährleisten, doch Kritiker werfen ihm autoritäre Tendenzen vor.

    Oppositionsführer Kim Woo-jin erklärte, Yoons Handeln sei ein „klarer Verstoß gegen die demokratischen Prinzipien Südkoreas“. Die Empörung reicht tief – so tief, dass selbst gemäßigte Abgeordnete der Regierungspartei zögern, sich hinter den Präsidenten zu stellen.

    Was steht auf dem Spiel?

    Sollte der Amtsenthebungsantrag durchgehen, wird Yoon Suk Yeol sofort von seinem Amt suspendiert. In dieser Zeit würde Premierminister Han Duck-soo als Interimspräsident fungieren. Die endgültige Entscheidung über Yoons Schicksal läge dann beim Verfassungsgericht.

    Das Gericht hätte 180 Tage Zeit, um zu prüfen, ob die Amtsenthebung rechtlich gerechtfertigt ist. Wird sie bestätigt, ist Yoon endgültig aus dem Amt – ein Schritt, der das politische System Südkoreas erschüttern würde. Doch was passiert, wenn die Richter die Amtsenthebung ablehnen? Dann könnte Yoon als gestärkter Präsident zurückkehren, was die ohnehin gespannte Lage weiter anheizen dürfte.

    Ein Blick auf die Straßen: Proteste und die Stimme der Bevölkerung

    Die Straßen Südkoreas waren gestern Schauplatz lebhafter Demonstrationen. Von Seoul bis Busan versammelten sich Menschen mit Transparenten und Sprechchören. „Unsere Demokratie ist keine Marionette!“, rief ein Demonstrant in Seoul. Die Proteste spiegeln den tiefen Graben wider, der das Land derzeit spaltet.

    Viele Südkoreaner fühlen sich an die turbulente Zeit um die Amtsenthebung von Präsidentin Park Geun-hye im Jahr 2017 erinnert. Doch wird die Geschichte sich wiederholen? Oder sind die politischen Rahmenbedingungen heute anders?


    Schock in Manhattan: CEO von UnitedHealthcare bei Attentat getötet

    Während Südkorea mit politischen Unruhen ringt, erschütterte in den USA ein gezielter Mord die Öffentlichkeit. Brian Thompson, ein hochrangiger Manager des Gesundheitsunternehmens UnitedHealthcare, wurde gestern vor einem Hotel in Manhattan erschossen. Ein Vorfall, der Fragen nach den Hintergründen aufwirft.

    Die Tat: Was geschah?

    Laut Polizei wartete der Täter gezielt auf sein Opfer, ignorierte andere Passanten und eröffnete kaltblütig das Feuer. Thompson wurde in den Rücken und ins Bein getroffen und erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Der Täter floh mit einem E-Bike und konnte später in der Nähe des Central Parks von Überwachungskameras erfasst werden.

    Die veröffentlichten Bilder zeigen einen Mann mit dunkler Kapuze und Maske – doch bisher fehlen konkrete Hinweise auf seine Identität oder ein mögliches Motiv.

    Ein Attentat mit Symbolkraft?

    Warum ausgerechnet Brian Thompson? Die Polizei schließt nicht aus, dass der Mord im Zusammenhang mit seiner Position als CEO eines führenden Krankenversicherers stehen könnte. Solche gezielten Attacken auf hochrangige Manager sind selten, sorgen aber regelmäßig für große Aufmerksamkeit.

    Ein Experte für Sicherheit in der Wirtschaft erklärte: „Es ist beunruhigend, wie präzise dieser Angriff durchgeführt wurde. Das deutet auf eine sorgfältige Planung hin.“


    Weitere Schlagzeilen aus der Welt

    Gaza: Neue Erkenntnisse zu getöteten Geiseln

    Die israelische Armee berichtete, dass sechs Geiseln, die diesen Sommer tot aufgefunden wurden, vermutlich bereits im Februar getötet wurden. Ein Luftangriff in der Nähe ihres Verstecks könnte Auslöser gewesen sein.

    Kryptowährungen: Bitcoin durchbricht historische Marke

    Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat der Bitcoin die 100.000-Dollar-Marke überschritten. Ein Meilenstein – oder eine Blase, die bald platzt?

    Mode: Alex Consani macht Geschichte

    Bei den Fashion Awards in London wurde Alex Consani zur „Model of the Year“ gekürt – als erste Transgender-Frau, die diesen Titel erhält. Ein Triumph für Vielfalt und Inklusion in der Modewelt.

    Wettervorhersage der Zukunft?

    Ein neues KI-Tool von Google verspricht präzisere Wettervorhersagen für bis zu 15 Tage. Ob das den meteorologischen Alltag revolutionieren wird?


    Die Welt bleibt in Bewegung – politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Was die Zukunft bringt? Das bleibt ungewiss, aber eines steht fest: Es wird nicht langweilig.

  • Politische Unruhen erschüttern Südkorea – und weitere World-News

    Politische Unruhen erschüttern Südkorea – und weitere World-News

    Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol hat heute Morgen eine Notstandsgesetzgebung zurückgenommen, nur wenige Stunden nach deren Verhängung. Dieser Rückzieher folgte auf massiven Druck von Abgeordneten und Demonstranten, die sich gegen den mutigen – und umstrittenen – Schritt des Präsidenten wandten, die politische Blockade seiner Amtszeit zu überwinden.

    Dies war das erste Mal seit über 40 Jahren, dass ein südkoreanischer Präsident das Kriegsrecht ausgerufen hat. Was ist passiert – und warum?

    Yoons plötzliche Erklärung, die er gestern Abend in einer unangekündigten Ansprache verkündete, sorgte für ein politisches Erdbeben und rief Erinnerungen an die autoritären Nachkriegsregime des Landes wach. In Seoul sammelten sich friedliche Demonstrationen, während die Nationalversammlung einstimmig mit 190 zu 0 Stimmen gegen die Entscheidung des Präsidenten stimmte. Wenige Stunden später berief Yoon eine Kabinettssitzung ein, in der beschlossen wurde, das Kriegsrecht aufzuheben.

    Ein derart dramatischer Tag in der südkoreanischen Politik zeigt: Die Demokratie des Landes ist lebendig – aber auch anfällig für Spannungen zwischen Exekutive und Legislative. Kann Yoon Suk Yeol aus diesem politischen Fiasko herausfinden?


    NATO drängt auf mehr Waffen für die Ukraine

    Mark Rutte, der neue NATO-Generalsekretär, machte eine klare Ansage: Friedensgespräche mit Russland sollten verschoben werden, bis die Ukraine auf dem Schlachtfeld eine stärkere Position erlangt hat.

    Mit westlicher Kriegsmüdigkeit in Teilen Europas und dem Druck von Donald Trump, einem schnellen – und möglicherweise für Russland vorteilhaften – Waffenstillstand zuzustimmen, forderte Rutte die NATO-Mitglieder auf, dringend mehr Waffen, Munition und Luftabwehrsysteme nach Kiew zu schicken.

    „Es geht um die langfristige Stabilität Europas“, erklärte Rutte. Für die Ukraine steht viel auf dem Spiel, da Verhandlungen ohne militärische Erfolge auf dem Boden riskant sein könnten. Doch wie lange wird die Geduld der westlichen Unterstützer halten?


    China verbietet den Export seltener Mineralien in die USA

    Die Technologierivalität zwischen den USA und China erreicht ein neues Level: Peking kündigte an, den Export mehrerer seltener Mineralien in die Vereinigten Staaten zu stoppen.

    Betroffen sind Gallium, Germanium, Antimon und sogenannte superharte Materialien – allesamt entscheidend für militärische und zivile Anwendungen. Auch der Export von Graphit wird künftig strenger geprüft. Diese Materialien sind essenziell für moderne Technologien wie Halbleiter, Batterien und militärische Ausrüstung.

    Die Entscheidung Chinas ist eine klare Antwort auf die zunehmenden Handelsrestriktionen der USA. Der Wettlauf um technologische Vorherrschaft spitzt sich zu – und stellt Unternehmen weltweit vor enorme Herausforderungen.


    Weitere Schlagzeilen im Überblick

    • Syrien: Jahre des Krieges und ein verheerendes Erdbeben haben zu extremer Armut und zerbrochenen Infrastrukturen geführt. Die Lage verschlechtert sich weiter.
    • USA: Sheriff Chad Chronister zog seine Kandidatur als Leiter der obersten Drogenbekämpfungsbehörde zurück.
    • Repräsentantenhaus: Die Demokraten sicherten sich 215 Sitze, die Republikaner bleiben mit 220 Sitzen in Führung.
    • Technologie: Unternehmen wie Amazon und AMD bieten zunehmend Alternativen zu Nvidias KI-Chips an.
    • Angola: Präsident Joe Biden erinnerte bei seinem Besuch an das düstere Erbe des Sklavenhandels.
    • Nahost: Benjamin Netanjahu begrüßte Trumps Forderung nach Freilassung der Geiseln aus dem Gaza-Konflikt vor dessen Rückkehr ins Weiße Haus.
    • Italien: Ein ehemaliger Freund von Giulia Cecchettin wurde des Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt.
    • Frankreich: Eine drohende Vertrauensabstimmung könnte die Regierung ins Wanken bringen.
    • Kanada: Nur noch rund 200 Waldkaribus leben – Umweltschutz und wirtschaftliche Interessen stehen sich gegenüber.

    Was bedeuten diese Entwicklungen für die globale Politik? Eine Welt im Umbruch verlangt nicht nur Beobachtung, sondern entschlossenes Handeln – ein Grund mehr, die nächsten Schritte genau zu verfolgen.

  • Globaler Vertrag gegen Plastikverschmutzung: Kampf um einen starken Text

    Globaler Vertrag gegen Plastikverschmutzung: Kampf um einen starken Text

    In Busan, Südkorea, treffen sich ab dem 25. November Vertreter von 175 Ländern zu den entscheidenden Verhandlungen über einen globalen Vertrag zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung. Während die „Koalition der hohen Ambitionen“ – zu der auch Frankreich gehört – klare und verbindliche Maßnahmen fordert, stehen mächtige Gegner wie erdölproduzierende Staaten einer Einigung im Weg.

    Plastikverschmutzung: Eine globale Krise

    Die Plastikproduktion hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt und bedroht zunehmend Umwelt, Biodiversität und menschliche Gesundheit. Laut Wissenschaftlern wurde die „planetare Grenze“ für Plastikverschmutzung bereits 2022 überschritten. Ohne drastische Maßnahmen könnte die Produktion bis 2060 auf das Dreifache des heutigen Niveaus anwachsen, warnt die OECD. Doch wie kann ein globales Problem gelöst werden, wenn die Interessen der beteiligten Länder so unterschiedlich sind?

    Zwei Lager in den Verhandlungen

    Die Verhandlungen in Busan werden von zwei gegensätzlichen Positionen geprägt:
    Auf der einen Seite steht die „Koalition der hohen Ambitionen“, ein Zusammenschluss von rund 75 Ländern, darunter Frankreich, Norwegen, Deutschland und Senegal. Diese Gruppe fordert eine Reduzierung der globalen Plastikproduktion, einen stärker regulierten Einsatz von problematischen Chemikalien sowie das Prinzip „Der Verursacher zahlt“. Ihr Ziel ist es, die Plastikverschmutzung bis 2040 vollständig zu beenden.

    Auf der anderen Seite stehen Erdöl exportierende Länder wie Saudi-Arabien, Russland, Indien und Brasilien. Für sie ist Plastik eine Schlüsselindustrie, insbesondere da fossile Brennstoffe an Bedeutung verlieren. Mit Unterstützung großer Erdölkonzerne setzen sie auf vage Formulierungen und unverbindliche Ziele, um die Produktion weiter zu steigern.

    Frankreichs Forderungen: Weniger Plastik, mehr Recycling

    Die französische Delegation hat klare Prioritäten: Sie fordert eine verbindliche Reduktion der Plastikproduktion. Recycling allein wird nicht ausreichen, wie Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher betonte: „Auch wenn wir im Recycling Weltmeister werden, werden wir das Problem der Plastikverschmutzung ohne eine Reduktion der Produktion nicht lösen.“

    Tatsächlich werden derzeit nur 9 % des weltweit produzierten Plastiks recycelt. Selbst in Ländern wie Frankreich, die über eine relativ fortschrittliche Abfallwirtschaft verfügen, sind die Probleme erheblich. 2023 zahlte Frankreich 1,5 Milliarden Euro an die EU wegen unzureichender Plastikabfallbehandlung.

    Lobbyismus und Blockaden

    Die erdölexportierenden Länder und die Plastikindustrie argumentieren, dass die Lösung nicht in einer Produktionsbegrenzung, sondern in einer besseren Behandlung der Abfälle liegt. Dabei wird die tatsächliche Recyclingquote oft verschleiert. Viele Experten halten diese Position jedoch für unzureichend. „Ohne eine Produktionsreduktion werden wir die Umweltbelastung nicht in den Griff bekommen“, betont Fabienne Lagarde, Forscherin am CNRS.

    Ein Text voller Kompromisse?

    Das von den Vereinten Nationen vorgelegte Verhandlungsdokument sorgt für Enttäuschung. Es fehlt eine klare Verpflichtung zur Produktionsreduktion, stattdessen wird der Begriff „nachhaltige Produktion“ verwendet – eine Formulierung, die Paris als zu schwammig kritisiert. Die französische Delegation will in Busan um eine präzise Festlegung kämpfen, notfalls mit einer zusätzlichen Verhandlungsrunde.

    „Vielleicht macht das Wort ‚Reduktion‘ einigen Angst“, räumt Fabienne Lagarde ein, betont aber, dass ein Umdenken dringend nötig sei. Ohne eine klare Kursänderung werde der Plastikverbrauch weiter steigen – mit verheerenden Folgen für Umwelt und Gesellschaft.

    Ein ungewisser Ausgang

    Ob die Verhandlungen in Busan zu einem starken und verbindlichen Vertrag führen, bleibt fraglich. Beobachter schließen nicht aus, dass es keine Einigung geben wird und eine weitere Verhandlungsrunde nötig ist. Für viele Länder ist die Zeit jedoch knapp. Wissenschaftler, Umweltschützer und ambitionierte Delegationen wie die Frankreichs drängen auf konkrete Maßnahmen, um die drohende Eskalation der Plastikverschmutzung zu verhindern.

    Der Ausgang dieser Verhandlungen könnte einen Wendepunkt darstellen – oder eine vertane Chance, einen der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit anzugehen.

  • Massenpanik in Seoul: Ein Franzose tot und zwei weitere verletzt

    Massenpanik in Seoul: Ein Franzose tot und zwei weitere verletzt

    Das französische Außenministerium meldete am Sonntag, dem 30. Oktober, dass ein französischer Staatsbürger bei der Massenpanik in Seoul am Vortag gestorben sei und zwei weitere verletzt wurden.

    Wie das südkoreanische Innenministerium am Sonntag, dem 30. Oktober, mitteilte, starben insgesamt 22 ausländische Personen infolge der gestrigen Massenpanik. Darunter befand sich auch ein Franzose, der bei dem Drama ums Leben kam. „Sein Tod wurde vom Außenministerium bestätigt“, sagt der Journalist von France Télévisions, Hakim Abdelkhalek, aus Seoul berichtet. Zwei weitere Franzosen wurden verletzt, befanden sich aber nicht Lebensgefahr. Das französische Aussenministerium teilte mit, dass diese beiden französischen Staatsbürger das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen hätten.

    Verlassene Straßen
    „Die gesamte koreanisch-französische Gemeinschaft hat sich mobilisiert und die Handelskammer hat eine Notrufnummer eingerichtet“, erklärte der Journalist Hakim Abdelkhalek auf dem Sender France 2. Die französische Botschaft bittet die vor Ort anwesenden französischen Staatsbürger, sich bei Bedarf mit ihr in Verbindung zu setzen. Das gesamte Stadtviertel ist am Sonntag, dem 30. Oktober, wie verwandelt. „Die Restaurants und Bars sind normalerweise auch am Sonntagabend voll. Jetzt sind die Straßen hier wie leergefegt“, berichtet Hakim Abdelkhalek.