Diese Entdeckung erfolgte zwei Tage, nachdem bereits im Reaktor Penly 1 ein Riss von stattlicher Größe an einer Notfallleitung, die dazu dient, den Reaktor im Falle eines Atomunfalls mit Wasser zu fluten, entdeckt worden war.
Diese weiteren Komplikationen könnten den Zeitplan für die Wartung der französischen Kraftwerke erneut durcheinander bringen. Der Kraftwerksbetreiber EDF hat weitere „nicht unerheblichen“ Fehler aufgrund von thermischer Ermüdung an einer Schweißnaht einer Notfallleitung in zwei Reaktoren entdeckt, wie die französische Atomsicherheitsbehörde (ASN) am Donnerstag, dem 9. März, mitteilte.
Es handelt sich um Reaktor 2 des Atomkraftwerks Penly (Seine-Maritime) und Reaktor 3 des Atomkraftwerks Cattenom (Moselle), wie aus einer Mitteilung der ASN hervorgeht. In Penly 2 ist der Riss 57 mm lang, was etwas weniger als 10% des Umfangs der betroffenen Röhre ausmacht, und hat eine maximale Tiefe von 12 mm. „Das ist nicht harmlos, es handelt sich um eine nicht zu vernachlässigende Tiefe“, erklärte Julien Collet, stellvertretender Generaldirektor der ASN, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der andere Riss wurde im Kernkraftwerk Cattenom 3 entdeckt. Er ist 165 mm lang, entspricht etwa einem Viertel des Umfangs und maximal 4 mm tief. das Kernkraftwerk Cattenom 3 liegt nahe der französisch-deutschen Grenze.
Ungewissheit bei der Nuklearproduktion für das Jahr 2023.
Diese Mitteilung erfolgte zwei Tage, nachdem im Reaktor Penly 1 ein Riss von bisher unbekannter Größe an einer Notfallleitung entdeckt wurde, die dazu dient, den Reaktor im Falle eines Atomunfalls mit Wasser zu fluten. Das Phänomen der sogenannten „Spannungsrisskorrosion“ wurde seit Oktober 2021 bereits an mehreren Standorten festgestellt, erzeugte jedoch bisher kleinere Risse und in anderen Bereichen der Rohrleitungen.
Der Betreiber EDF muss der ASN in den nächsten Tagen eine verbesserte Kontrollstrategie vorlegen. Insgesamt wird der Stromversorger laut ASN 200 Schweißnähte in seinem gesamten Reaktorpark überprüfen müssen. Dies könnte zu längeren Reaktorabschaltungen führen und Unsicherheiten für die Atomstromproduktion im Jahr 2023 bedeuten.
Frankreich hat seit Januar 31 Tage lang keinen Regen gesehen, wie Météo-France am Dienstag mitteilte. Und mit der globalen Erwärmung werden Dürreperioden in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich häufiger auftreten und sich intensivieren. Und das stellt auch eine Bedrohung für die Energieerzeugung, insbesondere die Wasserkraft, dar.
„So etwas hat es in einem Winter noch nie gegeben“: So beschrieb Météo-France am Dienstag, dem 21. Februar, die Trockenheit, die seit einem Monat in Frankreich herrscht. „Die derzeitige Situation äußert sich in einer Austrocknung der Böden, die bereits durch die Dürre im Sommer 2022 geschwächt sind“, so das französische Wetterinstitut, das vorhersagt, dass „der Winter 2023 zu den zehn regenärmsten Wintern seit 1959 gehören wird“.
Diese Dürreepisoden – Auswirkungen der globalen Erwärmung – hatten auch Einfluss auf die Energieerzeugung in Frankreich im Jahr 2022, insbesondere auf die Stromerzeugung durch Wasserkraft. „Die Wasserkraftproduktion erreichte aufgrund der außergewöhnlich warmen und trockenen Wetterbedingungen ihren niedrigsten Stand (49,7 TWh) seit 1976“, stellte der französische Stromnetzbetreiber RTE in einer am 16. Februar veröffentlichten Bilanz fest.
„Die Wasserkraft ist eine Energieart, die sehr stark von der Schneedecke in den Bergen, der Eisschmelze oder auch dem Wasserstand der Flüsse abhängt“, erklärt Nicolas Goldberg, Senior Manager Energie bei der Beratungsfirma Colombus Consulting. „Wenn man also eine Dürreperiode oder keinen Schnee hat, erzeugen die Staudämme weniger Strom“.
In Frankreich hat die Wasserkraft eine lange Tradition. Sie wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts genutzt und ist damit die älteste Art der Energieerzeugung. Entsprechend zahlreich sind die Standorte für die Wasserkraftproduktion auf französischem Staatsgebiet, die oft schon seit vielen Jahrzehnten bestehen: Es gibt derzeit mindestens 427 Wasserkraftwerke und 600 Staudämme, die von der EDF betrieben werden.
Zu den regenabhängigsten – und damit von Dürreperioden direkt betroffenen – Anlagen gehören Laufwasseranlagen, die in der Regel in Flüssen und Schleusen installiert sind. Hinzu kommen Seekraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke – große Anlagen, für die oftmals große Dämme erforderlich sind -, die Wasser speichern, um es später schnell wieder abzugeben, wenn es zu Spitzen im Stromverbrauch kommt.
Der Vorteil der Wasserkraft ist, dass sie viel leichter steuerbar ist als andere Energien. Wasserkraftwerke können ideal als Energiespeicher genutzt werden.
Wasserkraft nimmt im französischen Energiemix einen wichtigen Platz ein. Im Jahr 2021 machte Wasserkraft 62,5 TWh oder 12 % der gesamten Stromerzeugung Frankreichs aus und lag damit weit vor Windkraft und Photovoltaik. Außerdem „emittiert sie keine Treibhausgase, ist schnell nutzbar und ist auch langfristig eine sehr wirtschaftliche erneuerbare Energie“, erklärt der Stromerzeuger EDF.
Das französische Stromsystem, so wie es in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut wurde, steht auf zwei Beinen: Kernkraft und Wasserkraft. Atomkraftwerke produzieren kontinuierlich und die Wasserkraft ermöglicht es, die Bedarfsspitzen zu überbrücken, indem man im richtigen Moment Wasserkraftwerke aktiviert. Das hat bisher gut funktioniert. Wasserkraftanlagen können je nach Bedarf im französischen Stromnetz schnell und häufig (manchmal mehrere tausend Mal pro Jahr) an- und abgeschaltet werden. So etwas ist bei den Kernkraftwerken komplizierter und dauert länger.
Derzeit wird die Energiepolitik Frankreichs durch mehrjährige Energieprogramme (Programmations pluriannuelles de l’énergie, PPE) geregelt. Das letzte wurde 2020 für den Zeitraum 2019-2028 verabschiedet und legt mehrere Ziele für den Wasserkraftsektor fest: Erhöhung der Produktion um rund 200 MW bis 2023 und von 900 auf 1200 MW bis 2028 sowie Optimierung der Produktion und Flexibilität des Wasserkraftparks – insbesondere durch die Installation von Wasserkraftwerken an bestehenden, noch nicht nachgerüsteten Staudämmen.
Es ist derzeit allerdings nicht bekannt, ob diese Ziele für die Wasserkraft eingehalten werden können, im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie – bei denen Frankreich beim derzeitigen Tempo sein Ziel krachend verfehlen wird.
Auch in Zukunft wird die Wasserkraft für Frankreich eine Schlüsselenergie darstellen. Und obwohl die Wasserkraft durch Dürreperioden bedroht ist, dürfte sie nicht so schnell aus der französischen Energielandschaft verschwinden. Die Frage bleibt, wie man mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen kann und wie man die Investitionen in erneuerbare Energien sinnvoll streut.
Nach Streitigkeiten über Windkraftanlagen stehen nun 44.000 Solarpaneele im Departement Lot im Mittelpunkt der Diskussion.
Es ist ein noch unberührter Ort im Herzen des regionalen Naturparks Causses du Quercy (Lot). Das Land ist trocken und karg, aber sehr sonnig und könnte bald mit Zehntausenden von Sonnenkollektoren bedeckt sein. Das Projekt erstreckt sich über ein Gesamtfläche von 19 Hektar, was 26 Fußballfeldern entspricht. Eine Aussicht, über die einige Tourismusfachleute nicht begeistert sind. „Schauen Sie sich um, das ist 100 % Natur, das ist ein Ort, der für Aktivitäten in der freien Natur bekannt ist (…), das ist völlig abwegig“, sagt Antoine Drion, Mitglied des Kollektivs Umweltverband Lot Célé, gegenüber dem Sender France 2.
2.500 Bäume sollen gefällt werden. Der Photovoltaikpark wird von dem Dorf aus zwar nicht zu sehen sein, aber er teilt die Bewohner in zwei Lager. „Ich gehe gerne in den Wäldern spazieren und hier wird es hässlich“, beklagt sich eine Anwohnerin. „Niemand will sie bei sich zu Hause haben, niemand will Windräder, niemand will das, aber alle wollen das Öl stoppen. Irgendwann muss man sich vorstellen, dass man ein paar Opfer bringen muss“, sagt ein anderer Mann. Nach Angaben der Stadtverwaltung müssen rund 2.500 Nadelbäume geopfert werden, aber im Gegenzug wird der Park rund 7.300 Haushalte mit Strom versorgen.
Das Jahr 2022 war für den französischen Stromversorger EDF ein trauriges Rekordjahr, in dem die Stromerzeugung aus Kernkraft und Wasserkraft auf historische Tiefststände fiel.
Die EDF verzeichnete im Jahr 2022 einen historischen Verlust von 17,9 Milliarden Euro und erhöhte ihre Schulden auf ein Rekordniveau von 64,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 70% auf 143,5 Milliarden Euro, angetrieben von den steigenden Energiepreisen, aber der Konzern rutscht mit einem sehr hohen Nettoverlust in die roten Zahlen, gegenüber einem Gewinn von 5,1 Milliarden Euro im Jahr 2021.
Mit dem allgemeinen Anstieg der Strompreise kehrten viele französische Kunden von anderen Anbietern zur EDF zurück, aber die Betriebsmarge litt unter den hohen Ausgaben bei der Atomstromproduktion. „Trotz eines starken Anstiegs des Umsatzes, der durch die aktuellen Strom- und Gaspreise gestützt wurde, wird das Ebitda durch den Rückgang der Atomstromproduktion sowie die außergewöhnlichen Regulierungsmaßnahmen, die in Frankreich für 2022 eingeführt wurden, stark beeinträchtigt“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende Luc Rémont am Donnerstag gegenüber Journalisten.
Der Kraftwerksbetreiber EDF hat in der Tat zwischen der Entdeckung von Korrosion an Rohrleitungen, die für die Sicherheit der Kernkraftwerke entscheidend sind, und den Verzögerungen bei deren Wartung aufgrund der Covid-19-Krise eine Menge teurer Probleme erlebt. Das Ergebnis: Im Jahr 2022 ist die durchschnittliche Verfügbarkeit des 56 Reaktoren umfassenden Parks auf 54 % gesunken (gegenüber 73 % im Zeitraum 2015-2019), wodurch Stromausfälle mitten im Winter drohten.
Letztendlich konnte das Schlimmste dank der Stromimporte, der Sparbemühungen der Franzosen und der Antsrengungen der EDF, ihre Reaktoren wieder ans Netz zu bringen, verhindert werden. Dennoch könnte die Rechnung für den Stromversorger noch teuer werden. Seit 1988, bevor der Bau des Kernkraftwerks beendet wurde, wurden noch nie so wenige Terawattstunden aus Kernenergie erzeugt: 279 TWh im Jahr 2022. Weit entfernt von den Zeiten, in denen EDF mit ihren Kernkraftwerken 430 TWh erzeugte, wie zum Beispiel im Jahr 2005. „In einer Zeit, in der Strom teuer ist, ist jede Megawattstunde, die man nicht produziert, ein schrecklicher Gewinnverlust“, wurde Julien Teddé, Generaldirektor des Brokers Opéra Energie, vor einigen Wochen von der Nachrichtenagentur AFP zitiert.
Zu allem Überfluss fiel die Stromproduktion auch bei den französischen Wasserkraftwerken, da die Wasserstände durch einen außergewöhnlich trockenen und heißen Sommer 2022 und einen sehr regenarmen Winter 2022/2023 in Mitleidenschaft gezogen wurden, auf das „niedrigste Niveau“ seit der denkwürdigen Dürre von 1976, wie RTE, der Betreiber des Stromübertragungsnetzes, am Donnerstag mitteilte.
Auch der französische Staat ist an der prekären Situation der EDF nicht unschuldig: Denn um die Stromrechnungen der Franzosen dank eines Preisdeckels in Grenzen zu halten, hat der Staat als Mehrheitsaktionär den EDF-Konzern verpflichtet, 2022 mehr Strom zu niedrigen Preisen an seine Konkurrenten, alternative Stromversorger, zu verkaufen. Eine Maßnahme, die riesige Kosten für die EDF bedeutete: 8,34 Milliarden Euro. Der Konzern musste Strom zu hohen Preisen auf den Märkten aufkaufen und war gezwungen, ihn zu niedrigen Preisen weiterzuverkaufen.
Die französische Stromerzeugung fiel im Jahr 2022 auf 445,2 TWh, wie aus der von RTE (Réseau de Transport d’Electricité) veröffentlichten Jahresbilanz hervorgeht. Dies ist der niedrigste Wert, der seit 1992 verzeichnet wurde.
Frankreich hat im Jahr 2022 so wenig Strom produziert wie seit 1992 nicht mehr. Dieser Rekordrückgang ist größtenteils auf die Abschaltung zahlreicher EDF-Atomreaktoren zurückzuführen, die von Korrosionsproblemen betroffen sind, wie der Betreiber des Stromübertragungsnetzes RTE am Donnerstag, dem 16. Februar in seiner Jahresbilanz bekannt gab.
„Die gesamte Stromerzeugung befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 1992, was auf die geringe Erzeugung durch Kernkraft und Wasserkraft zurückzuführen ist“, erklärte RTE in einer Pressemitteilung. Nur 62,7% der Elektrizität wurde im letzten Jahr aus Kernkraft erzeugt, während es 2021 69% und zuvor über 70% waren. Frankreich stützt sich bei der Stromversorgung hauptsächlich auf seinen Kernkraftpark.
Absolut gesehen wurden seit 1988 noch nie so wenige Terawattstunden aus Kernenergie erzeugt. 2022 erzeugte Frankreich nur 279 TWh mit Kernkraft, was weit entfernt ist von den Jahren, in denen Frankreich etwa 430 TWh mit seinen Kernkraftwerken erzeugte, wie etwa im Jahr 2005. Aber, trotz einer seit der Ölkrise der 1970er Jahre beispiellosen Energiekrise vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine „hat Frankreich seine Widerstandsfähigkeit bewiesen und seine Versorgungssicherheit wurde gewährleistet“, erklärte Xavier Piechaczyk, Vorstandsvorsitzender von RTE, auf einer Pressekonferenz.
Dank der Stromimporte und der Reparaturen einiger Kernkraftwerke zum Jahresende in Verbindung mit einem Rückgang des Stromverbrauchs durch Haushalte und Unternehmen konnte Frankreich das befürchtete Szenario von Stromausfällen auf dem Höhepunkt des Winters vermeiden. Im Vergleich zu den Durchschnittswerten der Jahre 2014-2019 ging der Stromverbrauch im Jahr 2022 um 4,2 % zurück, wobei sich dieser Rückgang hauptsächlich auf das letzte Quartal konzentrierte.
Diese Entwicklung ist auf den bisher sehr milden Winter, eine höhere Windkraftproduktion und die Bemühungen des Stromerzeugers EDF zurückzuführen, abgeschaltete Atomreaktoren wieder ans Netz zu bringen.
Zum ersten Mal seit Monaten war Frankreich zum Jahreswechsel 2023 wieder ein Nettoexporteur von Strom. „Seit dem 1. Januar beläuft sich der Nettoexportsaldo von Strom auf 1,4 Terawattstunden (TWh)“, erklärte der Betreiber des Hoch- und Höchstspannungsnetzes, RTE, am Dienstag, dem 10. Januar, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dieser Saldo entspricht der Leistung, die in einem Jahr von 450.000 Haushalten verbraucht wird.
Der Wiederanstieg der Atomstromproduktion, das milde Winterwetter, das verhindert, dass die Heizungen zu sehr aufgedreht werden, und günstige Winde für die Windenergieerzeugung führen dazu, dass Frankreich zumindest vorübergehend wieder mehr Strom in seine europäischen Nachbarländer exportiert als es importiert.
„Der extrem niedrige Verbrauch, Windkraftanlagen, die auf Hochtouren produzieren, und Kernkraft, die in dem von RTE prognostizierten Durchschnitt produziert, all das führt dazu, dass wir Nettoexporteur von Strom sind und niemand mehr von Stromausfällen spricht“, so RTE in der Erklärung.
Laut RTE ist Frankreich bereits seit der ersten Woche der Weihnachtsferien wieder zum Nettoexporteur geworden, also genau das Gegenteil der Situation von 2022. Bei einer historisch niedrigen Stromerzeugung durch Kernenergie, die 2022 nur 275-285 TWh betrug, war Frankreich fast das ganze Jahr über (außer im Februar, Mai und ab Ende Dezember) Nettoimporteur von Strom. Das war seit 42 Jahren nicht mehr vorgekommen.
Historisch gesehen war Frankreich das größte Stromexportland in Europa, musste 2022 aber Strom aus Spanien, Deutschland oder dem Vereinigten Königreich importieren, um Stromausfälle zu vermeiden. Im vergangenen Jahr sah sich Frankreich mit einem bisher beispiellosen Stillstand seiner Kernkraftwerke konfrontiert, da Wartungsarbeiten an Reaktoren durchgeführt werden mussten und länger dauerten als geplant. Ende 2021 wurden Korrosionsprobleme an Teilen von Rohrleitungen, die für die Sicherheit der Kraftwerke entscheidend sind, entdeckt, was langwierige Reparaturen erforderlich machten. Frankreich konnte im Sommer auch kaum auf seine Staudämme zurückgreifen, die unter der beispiellosen Dürre des Jahres 2022 litten. In diesem Herbst hat sich auch hier die Situation teilweise wieder entspannt.
In seiner jüngsten Analyse senkte der Stromnetzbetreiber RTE seine Einschätzung der Risiken im Netz von „hoch“ auf „mittel“.
Das Risiko von Überlastungen für das französische Stromnetz im Januar erscheint nunmehr nur noch als „mittel“, so die neueste Analyse des Betreibers des Hoch- und Höchstspannungsnetzes RTE, der den Monat Januar zuvor als einen Monat mit „hohem“ Risiko eingestuft hatte.
„Unter der Voraussetzung, dass die Energiesparbemühungen aufrechterhalten werden, ermöglichen diese günstigen Entwicklungen, das Risiko für die Versorgungssicherheit im Vergleich zu den befürchtungen der letzten Monate zu verringern, insbesondere für den Monat Januar (…) ohne das Risiko im Falle sehr ungünstiger Wetterbedingungen ausschließen zu können“, so RTE am Dienstag, dem 20. Dezember, in der letzten Aktualisierung seiner Bewertung für das Stromsystem in den nächsten vier Wochen.
„Frankreich geht in einer günstigeren Situation als zu Beginn des Herbstes in den Hochwinter und ist besser darauf vorbereitet, Spannungssituationen zu bewältigen“, so der Netzbetreiber.
Diese günstige Entwicklung ist auf einen starken Rückgang des Verbrauchs zurückzuführen, der in den letzten vier Wochen um 9% zurückging und „nunmehr fest etabliert“ ist.
Darüber hinaus konnten die Wasserkraftwerke, die unter der Dürre des Sommers gelitten hatten, im Herbst wieder „aufgefüllt“ werden, während die Gasvorräte dank der milden Temperaturen im Oktober und November erhalten blieben.
Eine weitere Verbesserung ist die Verfügbarkeit der Kernkraftwerke, deren Kapazität ab der Woche vom 12. Dezember nach der Wiederinbetriebnahme zahlreicher Reaktoren auf über 40 Gigawatt (GW) anstieg.
Der Stromversorger EDF gab keine genaue Dauer für die Abschaltung bekannt. Drei der vier Reaktoren des Kraftwerks bleiben weiterhin in Betrieb.
Der Kraftwerksblock Nr. 3 des Atomkraftwerks Cruas-Meysse (Ardèche) wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag, dem 18. Dezember vom Netz getrennt, berichtet France Bleu Drôme Ardèche, um eine Reparatur durchzuführen.
Die EDF macht keine Angaben zur Dauer dieser Wartungsmaßnahme, die ein mit der Turbine zusammenhängendes Werkstück betrifft, das sich im nicht-nuklearen Teil der Anlage befindet. Die Kraftwerksblöcke Nr. 1, 2 und 4 sind in Betrieb und stehen dem Stromnetz zur Verfügung, nachdem der Reaktor Nr. 2 am Samstag, dem 10. Dezember nach Wartungsarbeiten wieder ans Netz gegangen ist.
Am Freitag, dem 16. Dezember, waren 41 der 56 Reaktoren des französischen Atomparks in Betrieb. Korrosionsprobleme hindern die EDF derzeit daran, alle Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen, und geben Anlass zur Sorge, ob Frankreich in diesem Winter genügend Strom zur Verfügung haben wird. Bisher hat der Stromnetzbetreiber RTE trotz einer Kältewelle in seinem Stromwetterbericht noch keinen einzigen Tag als „orange“ (gefährdet) eingestuft.
Da die winterliche Kälte seit Montag, dem 12. Dezember, nach Frankreich einzieht, werden in dieser Woche auch erste Spitzenwerte beim Stromverbrauch erwartet. Die Behörden fordern die Franzosen auf, ihre Bemühungen zum Energiesparen trotz Kälte fortzusetzen.
In diesen Tagen schwappt eine Kältewelle über Frankreich. Die Folge: Der Stromverbrauch steigt und für diese Woche werden Spitzenwerte von über 80 GW erwartet. Der erste Höhepunkt wurde am Montag, 12. Dezember um 19 Uhr mit 80,8 GW festgestellt. Die zweite wird am Donnerstag um 19 Uhr mit 81,4 GW erwartet. Bisher war der durchschnittliche Verbrauch in Frankreich niedriger als in den Vorjahren, ein Rückgang von 10% wurde verzeichnet.
Unternehmen und Privatpersonen versuchen Stromverschwendung zu vermeiden. „Anstatt mehrmals pro Woche zu kochen, koche ich sonntags am späten Nachmittag, so dass ich beispielsweise den Ofen nur einmal in der Woche benutzen muss“, erklärt Manon Maréchal-Liette auf dem Sender France 2. Die Behörden fordern die Franzosen dennoch auf, sich weiterhin anzustrengen, indem sie beispielsweise die Heizung auf 19 °C herunterdrehen.
Der Betreiber des Stromnetzes, RTE versichert jedoch, dass es bis zum Jahresende nicht zu Stromausfällen kommen wird.
Der französische Stromnetzbetreiber RTE versicherte am Mittwoch, dem 7. Dezember, dass es bis zum Jahresende nicht zu Stromausfällen kommen werde.
Frankreich wird bis zum Ende des Jahres keine Stromausfälle erleben. Dies erklärte Jean-Paul Roubin, Exekutivdirektor von RTE, am Mittwoch, dem 7. Dezember. RTE ist Betreiber der Hochspannungsleitungen in Frankreich.
„Vor Ende des Jahres, nein, und auch Anfang nächsten Jahres sollte man nicht in Panik geraten“, antwortete Jean-Paul Roubin auf dem Sender BFMTV auf eine Frage zu drohenden Stromausfällen wegen Netzüberlastung.
Ein Rundschreiben der Regierung, das letzte Woche an die Präfekten gerichtet wurde, enthält Einzelheiten zu den Maßnahmen und Schritten, die ergriffen werden müssen, um auf mögliche Stromausfälle in diesem Winter zu reagieren. Solche Stromausfälle könnten eintreten, wenn der Strombedarf, zum Beispiel bei einem Kälteeinbruch, die Produktion der Kernkraftwerke übersteigt. Viele französische Kernkraftwerke stehen wegen Wartungs- und Reparaturarbeiten derzeit still.
Emmanuel Macron forderte am Dienstag, dass die „absurden“ Debatten und das „Angstszenario“, das sich um mögliche Stromausfälle in diesem Winter entwickelt, beendet werden müssten.