Schlagwort: Stimmung

  • Wenn Marseille im Februar aufblüht

    Wenn Marseille im Februar aufblüht

    Schon Ende Februar 2026 liegt über Marseille ein Licht, das sonst erst im April die Fassaden zum Leuchten bringt. Nach Wochen von Mistral und winterlicher Nässe bricht plötzlich die Sonne durch – und mit ihr kehrt etwas zurück, das hier fast so wichtig ist wie das Meer: die gute Laune.

    Am Vieux-Port de Marseille sitzen die ersten wieder in T-Shirts auf den Terrassen. Fischerboote schaukeln im glitzernden Wasser, Möwen kreischen über den Masten, Kellner balancieren Pastis-Gläser zwischen dicht gerückten Stühlen hindurch. „On respire mieux“, sagt eine ältere Dame und klappt ihre Zeitung zu. Man atme besser. Und tatsächlich: Die Schultern sinken, die Stimmen klingen heller, das Lachen trägt weiter über das Hafenbecken.

    Kaum klettert das Thermometer über 15 Grad, verlagert sich das Leben nach draußen. Jogger ziehen ihre Runden, Familien schieben Kinderwagen über die Promenade, Rentner rücken die Stühle in die Sonne. Der Winter, hier selten eisig, aber oft grau und windzerzaust, wirkt mit einem Schlag wie weggeblasen. Ganz ehrlich: Ein bisschen Sonne – und zack, ist die Stadt wie ausgewechselt.

    Wer an solchen Tagen Richtung Parc national des Calanques aufbricht, versteht die Magie sofort. Das Wasser schimmert türkis, als stünde der Hochsommer vor der Tür. Wanderer steigen in kurzen Hosen die weißen Kalkfelsen hinab, manche wagen sogar ein erstes Bad. „Vivifiant!“, rufen sie lachend, belebend. Entlang der Corniche Kennedy sitzen Jugendliche auf der Mauer mit Blick aufs offene Meer, Angler warten geduldig auf den nächsten Biss, Paare schlendern Arm in Arm. Die Stadt öffnet sich wie eine Blüte.

    Marseille trägt Widersprüche im Herzen: Stolz und Selbstkritik, mediterrane Lässigkeit und soziale Spannungen. In den nördlichen Vierteln drücken Arbeitslosigkeit und Perspektivmangel, im Zentrum ringen Politik und Verwaltung um Lösungen für Wohnraum und Infrastruktur. Doch wenn das Licht zurückkehrt, verändert sich der Blick auf all das. Probleme verschwinden nicht, aber sie treten einen Schritt zurück. Man spricht wieder mehr miteinander. Man trifft sich. Man bleibt länger draußen.

    Vor der Basilika Notre-Dame de la Garde stauen sich Besucher für das Panorama. Von oben wirkt die Stadt friedlich: Dächer, Hügel, Meer – ein Mosaik aus Ocker, Blau und Weiß. Psychologen nennen es den „weather effect“: Helligkeit hebt die Stimmung, fördert Zuversicht, stärkt das Gefühl von Gemeinschaft. In Marseille wird daraus fast eine kollektive Inszenierung des Aufatmens.

    Am Abend färbt sich der Himmel rosa, Gesprächsfetzen mischen sich mit dem Klirren von Gläsern. Der Frühling steht offiziell noch aus. Doch in diesen Tagen fühlt er sich schon verdammt nah an.

    Andreas M. Brucker

  • Lächelpflicht im Dezember: Ein kleiner Ort sagt der Tristesse den Kampf an

    Lächelpflicht im Dezember: Ein kleiner Ort sagt der Tristesse den Kampf an

    Ein ganzes Städtchen im Aufbruch – mit einem Lächeln im Gesicht. In Andrézieux-Bouthéon, einer kleinen Gemeinde unweit von Saint-Étienne im französischen Département Loire, herrscht im Dezember keine gewöhnliche Stimmung. Statt grauer Mienen und kalter Stimmung hat der Bürgermeister zur guten Laune verpflichtet. Per offiziellem Erlass. Was wie ein vorgezogener Aprilscherz klingt, ist tatsächlich Realität. Die Bürgerinnen und Bürger des Ortes sollen bis zum Jahreswechsel nicht nur gute Laune verbreiten, sondern auch bunte Kleidung tragen und das Leben kulinarisch genießen. Alles im Namen der Fröhlichkeit. Ein Experiment im Miniaturformat – und ein Statement gegen die bleierne Schwere des Alltags.

    „Jeder hat ein strahlendes Lächeln zu zeigen.“ So steht es gleich im ersten Artikel des ungewöhnlichen Gemeindebeschlusses. Keine Drohung, kein Zwang, sondern ein symbolischer Impuls, der sich auf Papier genauso heiter liest, wie er in den Gassen des Ortes aufgenommen wird. Im örtlichen Bistro…

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  • Lockdown: Direkte Auswirkung auf die Stimmung der Franzosen

    Lockdown: Direkte Auswirkung auf die Stimmung der Franzosen

    Der zweite in Frankreich verordnete Lockdown hat die Stimmung der Franzosen, die wohl alle das Ende des Tunnels herbeisehnen, stark beeinträchtigt. Die Gesundheitskrise scheint in ihren Augen nicht enden zu wollen. Die Wiederaufnahme eines normalen Lebens ist das Ziel von Millionen von Franzosen. Noch immer im Lockdown, fällt es ihnen zunehmend schwer, mit den von der Regierung verordneten Maßnahmen zurechtzukommen. Bei dem ersten Lockdown im März 2020 fanden sie Wege, ihrem täglichen Leben einen Sinn zu geben, indem sie Betreuern halfen oder Treffen per Video organisierten. Der zweite Lockdown scheint einen größeren Einfluss auf die allgemeine Stimmung zu haben. Das Risiko einer Depression Es ist also eine leidende Bevölkerung, die auf die Ankündigungen von Emmanuel Macron am Dienstagabend, 24. November, wartet. Die Franzosen sind bereits in einer Situation, in der für den Einzelnen die Einschränkungen weniger wichtig erscheinen als früher. „Nach acht Monaten stehen wir nicht mehr unt…

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  • Gesellschaft: Die Stimmung der Franzosen macht Sorgen

    Gesellschaft: Die Stimmung der Franzosen macht Sorgen

    Zwischen September und November haben sich die Fälle von Depressionen in Frankreich verdoppelt. Psychologen werden ausgebildet, um einer in Not geratenen Bevölkerung zu helfen. Die Stimmung der Franzosen wird immer schlechter. Wie der Journalist Jean Chamoulaud auf Franceinfo am Sonntag, 22. November, berichtet, haben sich die Fälle von Depressionen in Frankreich zwischen September und November verdoppelt und sind von 10 auf 21% gestiegen. Jeder fünfte Franzose leidet an einer Depression, und dies kann durch Faktoren wie Einsamkeit, Probleme bei der Arbeit oder sogar Terrorismus erklärt werden. Um ihnen zu helfen, werden derzeit 160 Psychologen ausgebildet. Die psychologische Situation erweist sich in Frankreich als alarmierend. Nach Ansicht des Psychotherapeuten Thomas d’Ansembourg sollten sehr früh Maßnahmen ergriffen werden, um eine Verschlechterung der Stimmungslage zu verhindern. „Wir brauchen unbedingt Selbsterkenntnis und emotionale Intelligenz, die mit der gleichen Dringlichkei…

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