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  • Unwetter in Südfrankreich: Mindestens vier Tote nach verheerenden Überschwemmungen

    Unwetter in Südfrankreich: Mindestens vier Tote nach verheerenden Überschwemmungen

    Heftige Regenfälle, überflutete Straßen und dramatische Rettungseinsätze: Der Südosten Frankreichs erlebt eine der schwersten Unwetterkatastrophen dieses Herbstes. Mindestens vier Menschen verloren ihr Leben, eine weitere Person gilt als vermisst. Besonders auf Korsika erreichten die Niederschläge historische Rekordwerte.

    Die traurige Bilanz der Unwetterkatastrophe in Südfrankreich ist am Mittwochabend, 21. Oktober, erneut gestiegen. Nach Angaben der französischen Behörden starben mindestens vier Menschen infolge der seit Montag anhaltenden Starkregenfälle. Drei Todesopfer beklagt das Département Bouches-du-Rhône, ein weiteres die Mittelmeerinsel Korsika. Im benachbarten Département Var suchen Rettungskräfte weiterhin nach einem vermissten Mann.

    Besonders erschütternd ist das Schicksal zweier Frauen im Alter von 26 und 86 Jahren. Ihre leblosen Körper entdeckten Einsatzkräfte in einem überfluteten Keller in Lançon-Provence. Die genauen Umstände ihres Todes sind bislang nicht vollständig geklärt.

    Wassermassen reißen Menschen und Fahrzeuge mit

    Bereits am Dienstag erfasste die Strömung in Saint-Mitre-les-Remparts, westlich von Marseille, einen 75 Jahre alten Mann. Seine Leiche tauchte später bei Istres auf.

    Auch auf Korsika spielte sich eine Tragödie ab. Nahe Ghisonaccia riss der angeschwollene Fluss Fium’Orbu einen Geländewagen mit zwei Insassen mit. Einer der Männer rettete sich durch ein Fahrzeugfenster ins Freie. Für seinen 65 Jahre alten Begleiter kam jede Hilfe zu spät. Rettungskräfte bargen ihn am späten Dienstagabend tot.

    Im Département Var konzentriert sich die Suche auf Roquebrune-sur-Argens. Dort entdeckten Einsatzkräfte ein verunglücktes, verlassenes Fahrzeug nahe einem Wasserlauf. Ob dessen Fahrer ebenfalls von den Fluten erfasst wurde, bleibt ungeklärt.

    Historischer Regenrekord auf Korsika

    Das Ausmaß der Niederschläge sprengt selbst für die an heftige Herbstunwetter gewöhnte Mittelmeerregion außergewöhnliche Dimensionen.

    In Solenzara auf Korsika fielen innerhalb von nur sechs Stunden 538,5 Millimeter Regen – ein neuer französischer Rekord außerhalb der Überseegebiete. Binnen 24 Stunden summierten sich die Niederschläge auf unglaubliche 612,7 Millimeter. Das entspricht mehr als dem Fünffachen der dort üblichen Regenmenge eines gesamten Oktobers.

    Auch auf dem Festland öffnete der Himmel seine Schleusen. Saint-Chamas verzeichnete 315 Millimeter, Salon-de-Provence 279 Millimeter und Istres 275 Millimeter Niederschlag.

    Die Folgen sind gravierend. Auf Korsika mussten 21 Bewohner eines Pflegeheims in Prunelli-di-Fiumorbo ihre Unterkunft verlassen. Zeitweise saßen rund 8.500 Haushalte ohne Strom da. Eine Brücke auf der Zufahrtsstraße zum Bergdorf Chisa brach unter den Wassermassen zusammen.

    Wetter beruhigt sich – Schäden bleiben

    Am Donnerstagmorgen, 22. Oktober, zeichnet sich zumindest meteorologisch eine Entspannung ab. Doch für zahlreiche Betroffene beginnt jetzt erst die mühsame Aufräumarbeit.

    In Saint-Martin-de-Crau fanden rund 250 Menschen vorübergehend Schutz in Notunterkünften. In Arles und Saint-Martin-de-Crau beeinträchtigen Stromausfälle weiterhin den Alltag. Für Freitag erwarten Meteorologen erneut leichte Niederschläge.

    Die Katastrophe wirft zugleich Fragen nach den Folgen des Klimawandels auf. Langfristige Untersuchungen zeigen, dass die Intensität mediterraner Starkregenereignisse zwischen 1961 und 2025 um etwa elf Prozent zunahm. Besonders extreme Regenepisoden mit mehr als 200 Millimetern binnen 24 Stunden traten rund 50 Prozent häufiger auf.

    Welchen konkreten Anteil der Klimawandel an diesem einzelnen Unwetter trägt, lässt sich daraus allerdings nicht unmittelbar ableiten.

    Für die Menschen in den betroffenen Gemeinden stehen ohnehin zunächst andere Fragen im Vordergrund: Wann kehrt der Strom zurück? Welche Häuser bleiben bewohnbar? Und vor allem: Finden die Rettungskräfte den vermissten Mann noch lebend?

    Stand: Donnerstag, 22. Oktober 2026, 9 Uhr.

    C. Hatty

  • Jahrhundertregen auf Korsika: Neuer französischer Niederschlagsrekord – mindestens zwei Tote

    Jahrhundertregen auf Korsika: Neuer französischer Niederschlagsrekord – mindestens zwei Tote

    Mehr als 538 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden: Ein außergewöhnliches Unwetter hat die französische Mittelmeerinsel Korsika heimgesucht und einen neuen nationalen Niederschlagsrekord aufgestellt. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse, Häuser standen meterhoch unter Wasser. Ein vermisster Mann wurde tot aufgefunden. Auch auf dem französischen Festland forderten die Unwetter ein Menschenleben.

    Was sich am Dienstag, dem 20. Oktober, an der Ostküste Korsikas abspielte, sprengt selbst für eine an heftige Herbststürme gewöhnte Mittelmeerregion die üblichen Maßstäbe. An der Wetterstation des Luftwaffenstützpunkts Solenzara registrierte der französische Wetterdienst Météo-France innerhalb von nur sechs Stunden unglaubliche 538,5 Millimeter Niederschlag.

    Das entspricht mehr als einem halben Meter Wasser auf jedem Quadratmeter Boden.

    Seit Beginn der Unwetter summierte sich die Regenmenge in Solenzara sogar auf 596 Millimeter. Zum Vergleich: Im gesamten Oktober fallen dort normalerweise durchschnittlich 119,2 Millimeter. Innerhalb weniger Stunden ging somit etwa die fünffache übliche Monatsmenge nieder.

    Ein Regenrekord, der Geschichte schreibt

    Mit den gemessenen 538,5 Millimetern innerhalb von sechs Stunden übertraf Solenzara den bisherigen französischen Rekord für das europäische Mutterland. Dieser stammte vom 19. September 2020, als in Valleraugue im südfranzösischen Département Gard innerhalb desselben Zeitraums 525,5 Millimeter registriert worden waren.

    Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation am Dienstagvormittag. Zwischen 10.06 und 11.06 Uhr fielen allein 196,2 Millimeter Regen – deutlich mehr als die durchschnittliche Niederschlagsmenge eines gesamten Oktobermonats.

    Solche Wassermassen bringen selbst gut ausgebaute Entwässerungssysteme an ihre Grenzen. Kleine Bäche schwellen binnen Minuten zu gefährlichen Strömen an, Straßen verschwinden unter Wasser und Fahrzeuge geraten plötzlich in Lebensgefahr.

    Vermisster Autofahrer tot aufgefunden

    Die schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich am Mittwochmorgen. Ein etwa 60 Jahre alter Mann, der seit Dienstag in Ghisonaccia vermisst wurde, ist tot.

    Er befand sich in einem Geländewagen, den die Wassermassen des Flusses Fium’orbu mitgerissen hatten. Sein Beifahrer rettete sich durch ein Fahrzeugfenster. Für den Fahrer kam jede Hilfe zu spät.

    Bereits zuvor hatte das Unwetter auf dem französischen Festland ein Todesopfer gefordert. In Saint-Mitre-les-Remparts im Département Bouches-du-Rhône wurde ein 75-jähriger Mann von den Fluten erfasst. Rettungskräfte entdeckten seinen Leichnam später bei Istres. Seine Begleitperson überlebte.

    Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Unwetterserie im Südosten Frankreichs auf mindestens zwei.

    Besonders schwer traf es außerdem die korsische Gemeinde Prunelli-di-Fiumorbu. Dort mussten 21 Bewohner eines Pflegeheims evakuiert werden. Bürgermeister André Rocchi berichtete von einem vollständig überfluteten Wohngebiet, in dem das Wasser teilweise zwei Meter hoch in den Häusern stand.

    Verkehrschaos und Tausende ohne Strom

    Die Überschwemmungen legten weite Teile der östlichen Küstenebene lahm. Die wichtige Küstenstraße RT 10 musste unter anderem bei Ventiseri, Solaro, Ghisonaccia und Aléria gesperrt werden.

    Auch der Bahnverkehr zwischen Bastia und Corte wurde eingestellt. Am Flughafen Bastia fielen mehrere Flüge aus.

    Rund 250 Feuerwehrkräfte standen am Dienstagabend im Einsatz, unterstützt von Polizei, Gendarmerie, Militär und Katastrophenschutz. Etwa 3.500 Haushalte und andere Stromkunden waren weiterhin ohne Elektrizität.

    Wetterwarnung aufgehoben – Gefahr noch nicht vorbei

    Am Mittwochmorgen entspannte sich die meteorologische Lage. Météo-France hob die Warnstufen Orange und Rot landesweit auf. Für beide korsischen Départements galt allerdings weiterhin die gelbe Warnstufe wegen Windes, Gewittern und Hochwassergefahr.

    Die Folgen der Katastrophe dürften die betroffenen Gemeinden noch länger beschäftigen.

    Der außergewöhnliche Regen fügt sich zudem in eine besorgniserregende Entwicklung ein: Nach Angaben von Météo-France nahm die Intensität mediterraner Starkregenereignisse zwischen 1961 und 2025 um elf Prozent zu. Die Häufigkeit von Ereignissen mit mehr als 200 Millimetern Niederschlag innerhalb von 24 Stunden stieg um 50 Prozent.

    Welchen konkreten Anteil der Klimawandel an diesem einzelnen Unwetter trägt, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten. Doch die Entwicklung zeigt, vor welcher Herausforderung die Mittelmeerregion steht: Extreme Regenfälle stellen Infrastruktur, Hochwasserschutz und Katastrophenvorsorge zunehmend auf die Probe.

    Stand: Mittwoch, 21. Oktober 2026, vormittags.

    Daniel Ivers