Schlagwort: SMIC

  • François Ruffin und das Präsidentenamt zum Mindestlohn – ein radikaler Bruch mit dem politischen Establishment

    François Ruffin und das Präsidentenamt zum Mindestlohn – ein radikaler Bruch mit dem politischen Establishment

    In einem noch frühen Stadium vor den französischen Präsidentschaftswahlen 2027 hat François Ruffin, Abgeordneter aus der Somme und profilierter Vertreter des linken Spektrums, mit einer spektakulären Ankündigung auf sich aufmerksam gemacht: Sollte er in das höchste Staatsamt gewählt werden, wolle er nicht mehr verdienen als den gesetzlichen Mindestlohn (SMIC) – ein symbolträchtiger Bruch mit den Gepflogenheiten der politischen Elite. Zugleich fordert Ruffin eine umfassende Reform: eine „große Trennung von Geld und Staat“, mit der Einflussnahmen von Lobbygruppen und Kapital auf das politische System grundsätzlich unterbunden werden sollen. Symbolpolitik oder Systemkritik? Die derzeitige Vergütung des französischen Präsidenten liegt bei rund 16.000 Euro brutto im Monat – ein Vielfaches des SMIC, der sich auf etwa 1.430 Euro netto monatlich beläuft. Für Ruffin, der bereits als Abgeordneter erklärt hatte, nur den Mindestlohn beziehen zu wollen, ist diese Differenz Ausdruck einer tiefen str…

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  • Mindestlohn 2026 – Mehr Respekt, bitte – auch ein Minimum muss würdevoll sein

    Mindestlohn 2026 – Mehr Respekt, bitte – auch ein Minimum muss würdevoll sein

    Ach, Frankreich. Land der Menschenrechte, der égalité, der Revolutionen – und der unbeweglichen Lohnpolitik.

    Da sitzen also Jahr für Jahr hochdotierte „Experten“ zusammen, um über das Schicksal jener zu beraten, die sich jeden Morgen aufraffen und abrackern, damit der Laden überhaupt läuft – und kommen 2025 erneut zu dem Schluss: Ein „coup de pouce“? Oh là là, non, merci.

    Nicht mal ein klitzekleiner Schubs für den Mindestlohn. Kein Funken Solidarität mit Kassiererin Claire, Altenpfleger Marc oder Paketzustellerin Aïcha. Aber – oho – ein Plus von 1,4 Prozent. Klingt fein, nicht wahr? Bis man merkt: Das sind um die zwanzig Euro. Im Monat. Für Menschen, die jeden Cent umdrehen müssen wie ein Baguette von vorgestern.

    Natürlich, man hat gute Gründe. Die Wirtschaft sei zu fragil, der Arbeitsmarkt zu empfindlich, der Mindestlohn bereits „hoch im europäischen Vergleich“. Ja, ja – die alte Leier, stets neu aufgelegt.

    Und dann kommt sie wieder, diese scheinheilige Sorge: Eine zu starke Erhöhung könnte ja die Lohnabstände „komprimieren“. Als würde ein zu geringer Abstand zwischen Mindestlohn und dem Gehalt der Teamleitung plötzlich das Abendland erschüttern. Vielleicht ist das eigentliche Problem ja nicht der SMIC – sondern, dass da insgesamt zu wenig passiert?

    Aber gut, lassen wir das mal sacken.

    Denn was wirklich schwer im Magen liegt, ist diese zynische Logik: Wer wenig verdient, soll auf steigende Preise mit Demut reagieren – nicht mit einem Plus auf dem Gehaltszettel. Die Armut soll brav warten, bis die Konjunktur sich beruhigt hat. Irgendwann. Vielleicht. Oder auch nie.

    Und das im Jahr 2025, wo der Strompreis immer höher wird, Butter zum Luxusgut geworden ist und die Inflation weiter an den Nerven zerrt. Wo Familien mit vollem Kühlschrank zur Ausnahme werden, während das Managergehalt der CAC-40-Unternehmen alle Schallmauern längst durchbrochen hat.

    Aber Hauptsache, man bewahrt die „Wettbewerbsfähigkeit“ – das Mantra derer, die nie den Einkaufszettel gegenrechnen müssen.

    Es geht hier nicht nur um Zahlen. Es geht um Anstand. Um Würde. Um die stille Zumutung, mit der man Millionen Menschen Jahr für Jahr abspeist. Die arbeiten, schuften, verzichten – und hören, dass mehr einfach nicht drin sei. Nicht jetzt. Nicht so. Nicht schon wieder.

    Vielleicht ist ein bisschen Sarkasmus sogar zu freundlich für diese Farce.

    Denn was ist das eigentlich für ein Menschenbild? Dass der Tellerwäscher still sein soll, während der Bankdirektor über riesige Boni diskutiert? Dass ein bisschen Luft am Monatsende zur Luxusforderung verkommt? Dass man dem Sozialstaat vorwirft, wenn er stützt – aber sich wegduckt, wenn der Lohn allein nicht mehr trägt?

    Was wir brauchen, ist kein „coup de pouce“. Sondern ein Schritt in die richtige Richtung.

    Mehr als zwanzig Euro. Mehr als ein symbolisches Schulterzucken. Mehr als dieses wiederkehrende Schauspiel, bei dem die Armen applaudieren sollen, wenn sie wieder leer ausgehen.

    Frankreich verdient mehr. Vor allem jene, die es täglich zusammenhalten.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Frankreich: Mindestlohn Smic soll am 1. Januar 2024 um 1,13 % steigen

    Frankreich: Mindestlohn Smic soll am 1. Januar 2024 um 1,13 % steigen

    Der Mindestlohn soll am 1. Januar 2024 um 1,13 % steigen. Mehr als 3 Millionen Arbeitnehmer verdienen in Frankreich nur den Mindestlohn (Smic).

    Der Smic wird am 1. Januar 2024 angehoben. Er soll nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP um 1,13 % angehoben werden. Der Mindestbruttostundenlohn würde damit auf 11,65 Euro steigen, von derzeit 11,52 Euro. Für eine Vollzeitstelle soll der Smic auf 1.766,92 Euro brutto steigen.

    Diese Erhöhung ist deutlich geringer als die Ende November von einer Expertengruppe vorhergesagte Erhöhung des Mindestlohns um 1,7 % Anfang 2024.

    Die Expertengruppe hatte der Regierung empfohlen, von jeglichen Erhöhungen abzusehen, die über den automatischen, inflationsabhängigen Aufwertungsmechanismus hinausgehen. Sie hatte insbesondere argumentiert, dass der Smic zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 31. Dezember 2023 bereits sieben Mal um insgesamt 13,5 % angehoben wurde, und war der Ansicht, dass eine stärkere Anhebung negative Auswirkungen auf die Beschäftigung einkommensschwacher Personen haben könnte.

    Dien neuste Berechnung basiert auf der Höhe der Inflation im November, die in Frankreich im Jahresvergleich 3,5 % betrug.

    Die Zahl der Beschäftigten, die in Frankreich nach dem Smic bezahlt werden, ist stark gestiegen und lag am 1. Januar 2023 bei 3,1 Millionen, was 17,3 % aller Beschäftigten entspricht, wie aus den Statistiken des Arbeitsministeriums hervorgeht.

  • Frankreich: Mindestgehalt wird am 1. Januar 2023 um 30 Euro brutto pro Monat steigen

    Frankreich: Mindestgehalt wird am 1. Januar 2023 um 30 Euro brutto pro Monat steigen

    Der Mindestlohn in Frankreich, der SMIC, wird am 1. Januar 2023 um 1,8% angehoben. Diese Erhöhung entspricht zusätzlichen 24 Euro netto pro Monat. Es ist die vierte Erhöhung in Folge.

    Der SMIC wird am 1. Januar 2023 um 1,8% erhöht. Das entspricht einer Erhöhung um 24 € netto pro Monat (30 € brutto). Der Mindestlohn wird von 11,07 € auf 11,27 € brutto pro Stunde steigen und somit bei einer 35-Stunden-Woche 1.353 € netto (1.709,28 € brutto) erreichen. Es ist das erste Mal, dass der SMIC über 1.700 € brutto pro Monat steigt.

    Die Erhöhung wurde von der Regierung allerdings noch nicht bestätigt. Sie entspricht der Anwendung der automatischen Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. Diese Erhöhung wird anhand von zwei Kriterien berechnet: der festgestellten Inflation für die 20% der Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen und der Hälfte des Kaufkraftgewinns des Basisstundenlohns für Arbeiter und Angestellte (SHBOE). Die Veröffentlichung der endgültigen Inflationszahlen durch das Statistikinstitut Insee, nämlich 6,2% für November, ist Grundlage der Berechnung.

    120 € brutto pro Monat mehr in einem Jahr
    Dies ist die vierte Erhöhung des SMIC in Folge seit einem Jahr. Vor einem Jahr war er um 0,8%, am 1. Mai 2022 um 2,6% und am 1. August um weitere 2% gestiegen. Diese Aufwertungen entsprechen einer Erhöhung von 120 € brutto pro Monat innerhalb eines Jahres unter Berücksichtigung der bevorstehenden Erhöhung.

    Die sukzessiven Erhöhungen freuen die betroffenen Arbeitnehmer, die mit steigenden Preisen konfrontiert sind, weniger allerdings die Arbeitgeber, die ihre Ausgaben entsprechend steigen sehen.

    In den nächsten Monaten könnte sich die Berechnungsregel allerdings ändern. Eine unabhängige Expertengruppe unter der Leitung des Wirtschaftswissenschaftlers Gilbert Cette, die die Regierung berät, schlägt eine Reform des SMIC vor. Es geht darum, die Berechnungsformel zu ändern, um zu viele aufeinanderfolgende Erhöhungen zu vermeiden. Es wird sogar vorgeschlagen, die Erhöhung des SMIC nicht mehr auf die Inflation zu stützen, sondern auf die Entwicklung der in den Berufszweigen ausgehandelten Löhne. Wenn sich diese Löhne nicht ändern, würde entsprechend auch der SMIC unverändert bleiben.

    Das würde zweifellos die Gewerkschaften wieder auf die Barrikaden bringen. Arbeitnehmergewerkschaften streben inflationsindexierte Lohnerhöhungen für alle Arbeitnehmer an, um die Preissteigerungen und den damit verbundenen Kaufkraftverlust aufzufangen.