Schlagwort: Skigebiete

  • Schneeflocken und Follower: Wie Skiorte mit Instagram & Co. auf Touristensuche gehen

    Schneeflocken und Follower: Wie Skiorte mit Instagram & Co. auf Touristensuche gehen

    Der Winter schleicht sich heran – leise, weiß und in den Höhenlagen der Alpen derzeit besonders eindrucksvoll. Und während viele Menschen in der Stadt noch mit Nieselregen und Nebel kämpfen, zaubert der November weiter oben ein Postkartenidyll. Für die Skistationen ein gefundenes Fressen. Genauer gesagt: ein gefundenes Motiv. Denn sie sind längst nicht mehr nur Schneelieferanten, sondern auch Content-Schmieden.

    La Clusaz in der Haute-Savoie zeigt, wie’s geht. Zehn Jahre ist es her, dass so früh im Winter so viel Schnee gefallen ist. Und wenn der Schnee kommt, kommen auch die Drohnen. Community-Manager Pierrick Aubert ist mit Kamera, Skiern und einem wachen Auge unterwegs. Sein Revier: die unberührten Hänge. Sein Ziel: das perfekte Bild. Noch bevor der erste Tourist die frische Piste zerfurcht, fliegt die Drohne. Denn Timing ist alles – besonders im Netz.

    „Es ist noch völlig unberührt. Das ist der erste richtig schöne Tag nach mehreren Schneefällen“, erklärt Aubert, während er auf den Auslöser drückt. Für ihn sind Instagram, TikTok und Facebook keine Spielerei, sondern strategisches Werkzeug. „Die sozialen Netzwerke sind unser Schaufenster – sie kurbeln den Saisonstart an, schaffen Vertrauen, machen Lust. Es geht darum, Emotionen zu wecken, Sehnsüchte zu bedienen.“

    Und die Strategie greift. Eine einzige Veröffentlichung über die jüngsten Schneefälle brachte La Clusaz in wenigen Tagen fast eine halbe Million Views. Für eine Bergstation mit gerade mal ein paar Tausend Einwohnern ein digitaler Höhenflug. Julie Mugniery, die Kommunikationsverantwortliche des örtlichen Tourismusbüros, zeigt sich begeistert: „Das ist extrem effizient. Die Reichweite hat sich vervielfacht.“

    Was dabei auffällt: Es geht längst nicht mehr nur um klassische Werbung. Die Skistationen erzählen Geschichten. Sie lassen Follower am Morgenraureif teilhaben, nehmen sie mit auf Skitouren im Morgengrauen oder auf Helmkamera-Abfahrten mit Panorama. Es ist ein Mix aus Sehnsucht, Abenteuer und Lifestyle – und er funktioniert.

    Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle der Tourismusbüros. Früher druckten sie Flyer, heute führen sie Social-Media-Kampagnen. Influencer-Kooperationen, bezahlte Inhalte, Echtzeit-Storys – der Aufwand ist gestiegen, die Budgets auch. Über deren genaue Höhe schweigt man sich aus. Die Summen? Betriebsgeheimnis.

    Dabei spielen Wetter und Technik Hand in Hand. Eine günstige Schneelage wird sofort medial verwertet. Wie ein Regisseur die erste Szene eines Films, so fängt Aubert die Frische des Neuschnees ein – bevor sie vom Massentourismus zur Erinnerung gestampft wird. Das Ziel: Viralität statt Prospekt.

    Aber: Bei aller Begeisterung bleibt auch die Realität nicht außen vor. Am bevorstehenden Wochenende wird in vielen Teilen der Alpen vor hoher Lawinengefahr gewarnt. Die Schneemassen, so schön sie aussehen, bergen auch Risiken. Wer sich nur vom Bildschirm aus inspirieren lässt, übersieht leicht die Schattenseite der Idylle.

    Und doch – der Trend ist gesetzt. Die Berge sprechen nicht mehr nur durch den Wind in den Bäumen, sondern auch durch Reels, Hashtags und Likes. Und wer heute im Netz nicht sichtbar ist, verschwindet im weißen Rauschen der Konkurrenz.

    Denn der Winter ist kein Selbstläufer mehr.

    Er will verkauft, erzählt, inszeniert werden. Bild für Bild.

    Autor: C.H.

  • Zigarettenverbot auf den Skipisten – Frankreich zieht eine klare Linie

    Zigarettenverbot auf den Skipisten – Frankreich zieht eine klare Linie

    Es ist vorbei mit dem genüsslichen Zug auf dem Sessellift, der entspannten Zigarette vor der Abfahrt oder dem schnellen Glimmstängel in der Warteschlange: Seit diesem Winter ist das Rauchen auf den französischen Skipisten offiziell verboten. Ein scheinbar kleines Dekret mit großer Wirkung – nicht nur für Wintersportler, sondern für das Bild der Berge als Ort von Reinheit und Ruhe.

    Die Regel ist klar und landesweit gültig: Wer in Frankreich Ski fährt, darf auf dem gesamten Skigebiet, in den Liften und in den Warteschlangen keine Zigarette mehr anzünden – auch keine E-Zigarette, sofern die örtliche Auslegung dies einschließt. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von 135 Euro. Und im Wiederholungsfall kann es noch teurer werden.

    Mancher mag denken: Ist das nicht übertrieben? Doch der Schritt fügt sich nahtlos in einen Trend ein, der seit Jahren an Fahrt gewinnt.

    Frankreich verfolgt schon länger das Ziel, das Rauchen in öffentlichen Außenbereichen schrittweise zurückzudrängen. An den Stränden ist es bereits vielerorts verboten, in Parks ebenso. Nun also die Skipisten – Orte, die traditionell mit Freiheit, Weite und klarer Luft assoziiert werden. Für die französische Regierung und die Betreiber der Skigebiete ist es nur konsequent, diesen Schutzraum auszuweiten.

    Das Argument? Gleich dreifach: Gesundheit, Umweltschutz, Image.

    Zum einen soll der öffentliche Raum für alle erträglicher werden – auch für Kinder und Nichtraucher, die bislang unweigerlich mitrauchen mussten, wenn sie im Lift neben einem passionierten Raucher saßen. Die Gesundheitspolitik des Landes will Tabak und Passivrauchen zurückdrängen, und jede neue Nichtraucherzone ist ein Baustein in diesem Puzzle.

    Zum anderen geht es um Sauberkeit – und hier werden die Zahlen plötzlich sehr konkret. Allein bei einer Aktion zur Müllvermeidung in französischen Skigebieten im vergangenen Jahr wurden über 57.000 (!) Zigarettenstummel eingesammelt. Viele davon lagen wochenlang unter dem Schnee, bis sie im Frühjahr auftauten – und mit ihnen das Problem. Denn jeder einzelne Stummel braucht Jahre, um sich zu zersetzen, und enthält Schadstoffe, die Boden und Wasser belasten.

    Nicht zuletzt steckt hinter dem Verbot auch eine kluge Imagepolitik. Skigebiete leben vom Versprechen unberührter Natur, klarer Luft, eines Erlebnisses fernab von Lärm, Hektik und Verschmutzung. Da wirkt eine Zigarette nicht nur wie ein olfaktorischer Störfaktor – sie kratzt auch am Selbstbild der alpinen Idylle.

    Viele Stationen haben deshalb nicht lange gefackelt: Die neuen Regeln werden mit Schildern, Aufklärungsaktionen und auch ein wenig Humor kommuniziert. Einer der geplanten Slogans bringt es auf den Punkt: „Die Aussicht raubt Ihnen doch schon den Atem – ganz ohne Zigarette.“ Treffender kann man es kaum sagen.

    Gleichwohl gibt es erste kritische Stimmen – sowohl unter Urlaubern als auch unter Branchenkennern. Vor allem die Frage nach der praktischen Umsetzung sorgt für Stirnrunzeln: Wie will man kontrollieren, ob jemand auf dem Sessellift schnell zur Zigarette greift? Und wer soll auf den Pisten patrouillieren?

    Tatsächlich hängt der Erfolg der Maßnahme stark von der Kommunikation und Akzeptanz ab. In Les Gets, einem Vorreiter unter den französischen Skigebieten, wurde das Rauchverbot bereits 2022 eingeführt – und dort zeigt sich: Es funktioniert, wenn die Gäste frühzeitig informiert und alternative Rauchzonen eingerichtet werden. Dazu gehören abgegrenzte Raucherbereiche mit sogenannten „ökologischen Aschenbechern“. Das mag zunächst etwas absurd klingen, ist aber Teil einer durchdachten Strategie: lenken statt verbieten.

    Auch die Frage, ob E-Zigaretten unter das Verbot fallen, sorgt für Diskussionen. Der Gesetzestext lässt Interpretationsspielraum – und so könnte es sein, dass die Handhabung von Station zu Station variiert. Manche Urlauber werden also je nach Ort mehr oder weniger streng behandelt.

    Und: Wo hört das Skigebiet eigentlich auf? Die neue Regel gilt auf den Pisten, Liften und in den Warteschlangen – nicht aber zwingend auf Restaurantterrassen oder in den Straßen der Skiorte. Das eröffnet Spielräume, aber auch Schlupflöcher. Wer wirklich rauchen will, wird Möglichkeiten finden. Doch das Grundgefühl verändert sich – und mit ihm die öffentliche Wahrnehmung.

    Natürlich gibt es auch jene, die sich an dieser Entwicklung stören. Für viele Skifahrer gehört die Zigarette zur Pause auf der Hütte wie der Kakao für die Kinder. Sie empfinden das Verbot als Einschränkung ihrer Freiheit, als weiteres Beispiel für staatliche Überregulierung. Der Begriff „Bevormundung“ fällt in Kommentaren immer wieder.

    Doch die Geschichte zeigt: Solche Eingriffe wirken, wenn man ihnen Zeit lässt. Was heute noch polarisiert, ist morgen oft schon selbstverständlich. Man denke nur an das Rauchverbot in Restaurants oder Zügen. Was einst Empörung auslöste, ist längst in den Alltag übergegangen – und von den meisten begrüßt.

    Es ist also gut möglich, dass auch das Rauchen auf den Skipisten in wenigen Jahren nur noch eine nostalgische Erinnerung ist. Eine Erinnerung an eine Zeit, in der Freiheit auch hieß, anderen die Luft zu nehmen.

    Frankreich hat mit seinem neuen Dekret ein deutliches Zeichen gesetzt – eines, das mehr bewirken könnte, als es auf den ersten Blick scheint. Denn es geht nicht nur um Rauch – es geht um Rücksicht, Respekt und das Bild der Berge, das wir uns bewahren möchten.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Ski oder Schluss? Wie Allos über die Zukunft von Le Seignus entscheidet

    Ski oder Schluss? Wie Allos über die Zukunft von Le Seignus entscheidet

    Ein kleines Dorf steht vor einer großen Wahl. Die französische Gemeinde Allos, eingebettet in die majestätische Bergwelt der Alpes-de-Haute-Provence, diskutiert über nichts Geringeres als die Zukunft ihrer traditionsreichen Skistation Le Seignus. Bis zum 28. Juni dürfen die Einwohner – und auch Zweitwohnungsbesitzer – abstimmen. Drei Szenarien, eine Entscheidung. Doch was steht wirklich auf dem Spiel? Ein Traditionsberg im Sinkflug Le Seignus ist kein unbeschriebenes Blatt. Seit 1936 lockt die Station Wintersportler in das Val d’Allos. Mit dem Label „Famille Plus Montagne“ ausgezeichnet, galt sie lange als familienfreundlicher Geheimtipp. Doch der Lack ist ab – finanziell wie klimatisch. Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: 688.000 Euro Defizit für das Jahr 2025. Betriebskosten von rund 1,8 Millionen Euro. Und ein dramatischer Einbruch bei den Skitagen – 50 % weniger seit Beginn der 2000er Jahre. Während die Besucherzahlen abnehmen, steigen die Sorgen. Fazit: Um wirtschaftli…

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  • Savoie im Schneechaos: Lawinengefahr überschattet das Ende der  Skisaison

    Savoie im Schneechaos: Lawinengefahr überschattet das Ende der Skisaison

    Der Frühling klopft an – doch in den französischen Alpen zeigt sich der Winter noch einmal von seiner wildesten Seite. In der Savoie hat ein außergewöhnlicher Schneefall Mitte April für massive Störungen gesorgt und eine alarmierende Lawinengefahr ausgelöst. Trotz der schrittweisen Öffnung der Skigebiete bleibt die Situation angespannt – nicht zuletzt wegen eines tödlichen Unglücks in Val Thorens.

    Schnee wie seit Jahren nicht mehr Zwischen dem 16. und 17. April hat es im Département Savoie heftig geschneit. Und das ist fast noch untertrieben: In manchen Höhenlagen türmte sich der Schnee bis zu 1,5 Meter hoch auf – eine Seltenheit für diese Jahreszeit. Die betroffenen Gebiete, darunter die Hochlagen von Haute-Maurienne, Haute-Tarentaise und die Vanoise, wurden umgehend von Météo-France in Alarmbereitschaft versetzt – Warnstufe Orange für Lawinengefahr. Ein Aprilschnee, der nicht nur idyllisch, sondern gefährlich ist.

    Tragödie in Val Thorens Die Kehrseite dieser weißen Pracht offenbart…

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  • Gelbe Lawinenwarnung in Frankreich – Was jetzt zählt, ist klug zu handeln

    Gelbe Lawinenwarnung in Frankreich – Was jetzt zählt, ist klug zu handeln

    Montagmorgen, irgendwo in den französischen Alpen: Die Sonne spiegelt sich glitzernd im frisch gefallenen Schnee, alles wirkt friedlich. Doch wer genau hinhört, merkt schnell – hier braut sich was zusammen.

    Météo-France hat elf Départements und sogar das kleine Fürstentum Andorra in Warnstufe Gelb versetzt. Und das aus gutem Grund. Lawinengefahr – keine Panikmache, sondern eine realistische Einschätzung der Lage. Also: lieber zweimal hinschauen, bevor man sich ins weiße Abenteuer stürzt.

    Welche Regionen sind betroffen?

    Kurz gesagt: Es zieht sich quer durch die Hochlagen der Alpen und Pyrenäen. Genauer gesagt betrifft die Warnung folgende Departements:

    • Haute-Savoie
    • Savoie
    • Isère
    • Hautes-Alpes
    • Alpes-de-Haute-Provence
    • Alpes-Maritimes
    • Pyrénées-Orientales
    • Ariège
    • Haute-Garonne
    • Hautes-Pyrénées
    • Pyrénées-Atlantiques

    Und als kleines Extra: Auch Andorra ist diesmal mit dabei.

    Was steckt hinter der Warnung?

    Ein Wetter-Mix, der nach Trouble riecht: In den letzten Tagen gab’s kräftigen Schneefall – nicht etwa romantisch leicht, sondern dick, nass und in großen Mengen. Dieser frische Schnee liegt nun auf älteren Schichten, die zum Teil so stabil sind wie ein Kartenhaus bei Windstärke 5.

    Die Folge? Instabile Schneedecken. Und genau da liegt das Problem.

    In Höhen über 2.000 Metern steigt die Wahrscheinlichkeit von Lawinenabgängen deutlich. Nicht alle Lawinen kündigen sich an – manche kommen plötzlich, fast lautlos und gnadenlos.

    Aber Gelb ist doch nicht Rot, oder?

    Stimmt. Eine Gelb-Warnung bedeutet: Achtung, aber keine so hohe Gefahr wie Alarmstufe Rot. Das Wetter ist nicht außergewöhnlich, doch unter bestimmten Bedingungen – zum Beispiel, wenn der Hang besonders steil ist oder wenn sich jemand durch seine Bewegung auf der Schneedecke selbst zum Auslöser macht – kann’s ernst werden.

    Heißt konkret: Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt auf den gesicherten Pisten und informiert sich regelmäßig über die Lage.

    Wintersport? Klar – aber mit Köpfchen

    Wintersport gehört zur französischen Bergwelt wie Käse zum Baguette. Doch das bedeutet nicht, dass man alles auf eigene Faust erkunden sollte. Die Versuchung, mal eben abseits der Piste ein bisschen frischen Pulverschnee mitzunehmen, ist groß. Aber genau dort lauert die Gefahr.

    Bergwanderer, Tourengeher, Freerider – bitte hört auf euren gesunden Menschenverstand. Wer Risiken minimiert, rettet nicht nur sich selbst, sondern entlastet auch die Bergrettung. Und die haben in solchen Zeiten mehr als genug zu tun.

    Warum reagieren Behörden nicht gleich mit einer höheren Warnstufe?

    Weil’s nicht nötig ist – noch nicht. Gelb bedeutet nicht „alles ist harmlos“. Es ist ein Hinweis, dass sich die Lage schnell ändern kann. Und genau deswegen lohnt sich ein täglicher Blick auf die Wetterprognosen. Die technischen Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, sodass Météo-France heute punktgenaue Warnungen herausgeben kann. Ein echter Fortschritt.

    Wie geht man mit so einer Situation am besten um?

    Einfach gesagt: vorbereitet und informiert. Apps wie „Météo-France“ oder „Yadusurf“ geben tagesaktuelle Infos raus. Zudem hängen in vielen Skiorten Lawinenbulletins aus – lesen, nicht übersehen.

    Und: Auch wenn’s schwerfällt – nicht jeder Instagram-Schnappschuss im Tiefschnee ist die potenzielle Lebensgefahr wert. Wer Sicherheit als Priorität setzt, kommt heil nach Hause. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer.

    Was tun, wenn man doch eine Lawine auslöst?

    Erstmal: ruhig bleiben – so gut es eben geht. Sofort den Notruf wählen: In Frankreich ist das die 112 oder 15. Wenn man selbst verschüttet ist? Lawinenpiepser, Sonde und Schaufel können über Leben oder Tod entscheiden. Ohne sie wird’s verdammt schwer. Wer regelmäßig in die Berge geht, sollte solche Dinge dabeihaben – und auch wissen, wie man sie benutzt.

    Klimawandel im Hintergrund: Was hat das damit zu tun?

    Gute Frage. Der Klimawandel verändert nicht nur die Gletscher, sondern auch die Muster von Schnee und Niederschlag. Wärmere Winter bedeuten oft mehr Niederschläge in Form von Schnee in kurzer Zeit – was wiederum das Risiko für Lawinen erhöht. Und wenn im Frühling warme Luftmassen auf bereits instabile Schneedecken treffen, kann es ebenfalls brenzlig werden.

    Die Lawinenlage ist also auch ein indirektes Zeichen dafür, wie stark unser Klima bereits aus dem Gleichgewicht geraten ist.

    Und was macht das mit uns – als Gesellschaft?

    Es erinnert uns daran, dass Naturkräfte nicht kontrollierbar sind. Und dass wir lernen müssen, mit ihnen zu leben. Mit Respekt. Mit Wissen. Und mit der Bereitschaft, unser Verhalten anzupassen.

    Niemand verlangt, dass wir aufhören, die Berge zu lieben. Aber vielleicht ist jetzt ein guter Moment, die Beziehung zu ihnen zu überdenken – nicht als Eroberer, sondern als Gäste.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Die Nicolettas – Eine Familie schreibt Skigeschichte in Valberg

    Die Nicolettas – Eine Familie schreibt Skigeschichte in Valberg

    In der Skistation Valberg in den französischen Alpen gibt es einen Namen, der auf den Pisten allgegenwärtig ist: Nicoletta. 18 Mitglieder dieser Familie arbeiten hier als Skilehrer – das sind rund 20 % der gesamten Belegschaft der École du Ski Français (ESF). Drei Generationen sind auf den Pisten vereint, verbunden durch eine gemeinsame Leidenschaft: den Skisport und die Weitergabe ihres Wissens.

    Eine Geschichte, die in den 60er Jahren beginnt

    Der Ursprung dieser beeindruckenden Skilehrer-Dynastie liegt bei Alain Nicoletta, dem Ältesten der Familie. Ursprünglich aus der Region Grenoble stammend, zog er in den 1960er-Jahren mit seinen Eltern nach Valberg. Mit seinen sechs Geschwistern wuchs er mitten in den verschneiten Bergen auf – der perfekte Nährboden für eine lebenslange Liebe zum Wintersport.

    Ein Mann namens Jean Pazzi, Skirennläufer und Olympiateilnehmer, erkannte das Talent der jungen Nicolettas und motivierte sie, Skilehrer zu werden. Gesagt, getan: Alain und seine Geschwister begannen früh mit der Ausbildung neuer Generationen. Heute sieht man ihre Kinder, Enkel und Neffen in den berühmten roten Jacken der ESF auf den Pisten – darunter Julien, Thomas, Camille, Carlotta und Romain.

    Skifahren mit Familienregeln

    Julien Nicoletta, heutiger Direktor der ESF Valberg und Sohn von Alain, stand mit nicht einmal drei Jahren auf Skiern. Doch ein Familienprinzip wird seit Jahrzehnten konsequent befolgt: Kein Kind wird von einem Elternteil unterrichtet.

    „Mein Vater hat das so entschieden, um Streit und Launen auf der Piste zu vermeiden. Und es funktioniert – wir sehen uns jeden Tag, haben aber nie Stress miteinander“, erzählt Julien.

    Die Familie wächst weiter: Weitere Verwandte stehen bereits in den Startlöchern, um in den kommenden Jahren als Skilehrer nachzuziehen. Eine Cousine hat es sogar in die Haute-Savoie verschlagen – natürlich als Skilehrerin.

    Mehr als nur Skilehrer – ein Herzstück der Station

    Die Nicolettas sind nicht nur auf den Pisten präsent. Viele von ihnen arbeiten in anderen Bereichen der Skistation. Sie betreiben Restaurants, sind als Handwerker tätig oder führen die örtliche Diskothek.

    Doch ihr Engagement geht über das Berufliche hinaus. Alain und Julien haben aktiv dazu beigetragen, dass Valberg mit dem „Flocon Vert“ ausgezeichnet wurde – einem Label für nachhaltige Skistationen. Für die Familie ist das kein Marketing-Gag, sondern eine Herzensangelegenheit: Sie wollen die Natur bewahren, die ihnen so viel gegeben hat.

    Ein Name, der bleibt

    Ob als Skilehrer, Unternehmer oder Umweltschützer – die Nicolettas sind das Gesicht von Valberg. Ihre Geschichte zeigt, dass Tradition und Moderne keine Gegensätze sein müssen. Und mit der nächsten Generation, die bereits in den Startlöchern steht, wird dieser Name wohl noch lange über die Pisten hallen.

    Von C. Hatty

  • Isère: Das Ende einer Ära für die Skistation L’Alpe du Grand Cerf

    Isère: Das Ende einer Ära für die Skistation L’Alpe du Grand Cerf

    In der malerischen Isère-Region bereitet sich eine traditionsreiche Skistation auf ihre letzte Saison vor. Trotz guter Schneeverhältnisse und zahlreichen Skifahrern ist die Stimmung gedrückt – die L’Alpe du Grand Cerf wird nach diesem Winter schließen. Für viele Bewohner ist das ein schwerer Schlag, denn ihr Leben drehte sich um den Wintersport.

    Ein bitterer Abschied

    Die Skistation auf 1.400 Metern Höhe hat eine lange Geschichte. Seit 1938 zieht sie Wintersportbegeisterte an und war einst die erste Station ihrer Art in Isère. Doch nun ist Schluss. Für einen langjährigen Besucher, der hier mit seiner Familie viele Winter verbracht hat, fühlt es sich an wie das Ende einer Ära. „Es ist hart. Eine ganze Zeit verschwindet einfach“, sagt er.

    Der Grund? Das Zusammenspiel aus unvorhersehbarem Schneefall, hohen Wartungskosten und alternden Infrastrukturen. Die 14 Skilifte sind in die Jahre gekommen, die Kosten für Reparaturen und Instandhaltung steigen stetig. Seit Jahren hängt die Station am finanziellen Tropf – und jetzt ist der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weitergeht.

    Millioneninvestitionen ohne Zukunft

    Die Zahlen sprechen für sich: Seit 2017 hat die zuständige Gemeindeverwaltung 2,7 Millionen Euro investiert, um die Skistation am Leben zu halten. Doch trotz der Finanzspritzen blieb die wirtschaftliche Situation angespannt. Nun ist die Entscheidung gefallen – es gibt keinen weiteren Aufschub.

    Für rund 200 Menschen, die direkt oder indirekt von der Station lebten, bedeutet das eine ungewisse Zukunft. Darunter sind nicht nur Saisonarbeiter, sondern auch Einwohner, die hier ihre Geschäfte führen. Die Schließung reißt ein wirtschaftliches Loch in das Dorf.

    Ein Bewohner bringt es auf den Punkt: „Wenn die Station schließt, stirbt die Wirtschaft. Der kleine Laden, die Restaurants – ohne Skifahrer gibt es keine Kunden mehr.“

    Ein Schicksal, das viele Skigebiete trifft

    L’Alpe du Grand Cerf ist nicht die einzige Skistation, die mit solchen Problemen kämpft. Immer mehr kleine und mittlere Skigebiete in den Alpen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Der Klimawandel sorgt für unsichere Schneeverhältnisse, während große, höher gelegene Resorts mit künstlicher Beschneiung konkurrenzfähig bleiben. Doch kann künstlicher Schnee die Lösung für alle sein?

    Die Frage bleibt offen – ebenso wie die Zukunft der Menschen, die einst von diesen Pisten lebten.

    Von C. Hatty

  • Tragödie in Savoie: Drei Menschen sterben bei Lawinenunglücken – Behörden mahnen zur Vorsicht

    Tragödie in Savoie: Drei Menschen sterben bei Lawinenunglücken – Behörden mahnen zur Vorsicht

    Ein Wochenende voller Dramen in den französischen Alpen: Drei Menschen verloren in Savoie ihr Leben durch Lawinenabgänge. Während die Skisaison in vollem Gange ist, warnen die Behörden eindringlich vor den Gefahren abseits der Pisten.

    Zwei Lawinen, drei Tote: Ein schwarzer Samstag in den Alpen

    Gleich zwei Lawinenabgänge führten am Samstag, dem 15. Februar, zu tödlichen Unglücken. Eine 30-jährige Frau wurde im Massiv von Belledonne von einer Lawine erfasst und konnte nicht mehr gerettet werden. Einige Stunden später traf es eine Gruppe von Skitourengehern in Bonneval-sur-Arc, nahe Val d’Isère. Auch hier wurden zwei Menschen von den Schneemassen begraben und überlebten den Unfall nicht.

    Tödlicher Ausflug nach Bonneval-sur-Arc

    Fünf Freunde hatten sich auf eine mehrtägige Skitour begeben. Ihr Ziel: eine Übernachtung im Refuge du Fond des Fours, einem beliebten Berghüttenstopp für Tourengeher. Nach der Überquerung des Col de l’Iseran begann die Gruppe am frühen Nachmittag ihren Abstieg in Richtung Pont des Neiges. Doch dann geschah das Unfassbare: Eine Schneeschicht löste sich und begrub vier der fünf Tourengeher unter sich.

    Dank ihrer Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS) konnten ihre Begleiter sie schnell orten und alarmierten umgehend die Rettungskräfte. Pistenretter und zwei Hubschraubereinheiten der CRS Alpes eilten zum Unglücksort. Trotz aller Bemühungen gelang es ihnen jedoch nicht, die beiden Verschütteten – eine Frau und einen Mann, beide etwa 30 Jahre alt – zu reanimieren.

    Erhöhte Lawinengefahr: Risiko wird oft unterschätzt

    Der Lawinenlagebericht hatte für diesen Tag eine Gefahrenstufe von 3 auf einer Skala von 5 ausgewiesen – eine Stufe, bei der Lawinen durchaus häufiger auftreten können. Doch warum nehmen Skitourengeher dieses Risiko in Kauf? Laut dem Kommandanten der CRS Alpes liegt es oft an mangelnder Vorbereitung: „Es ist entscheidend, den Lawinenlagebericht genau zu analysieren. Dieser gibt Aufschluss über die Entwicklung der Schneedecke in den letzten Tagen, die Auswirkungen von Wind und Wetter sowie mögliche Schwachstellen im Schneeprofil.“

    Gerade nach Neuschneefällen oder Temperaturschwankungen steigt die Gefahr rapide. Eine trügerische Stille kann schnell in eine Katastrophe umschlagen – oft ohne Vorwarnung.

    Appell an Skifahrer und Tourengeher: Sicherheit geht vor

    Die Präfektur von Savoie rief am Sonntag nochmals zur äußersten Vorsicht auf. Zwar bleibt das Lawinenrisiko in Haute-Maurienne bei 3 von 5, in anderen Teilen Savoyens liegt es bei 2. Doch auch eine niedrigere Einstufung bedeutet nicht, dass das Risiko nicht vorhanden ist.

    Die wichtigsten Regeln für Skitourengeher und Freerider:

    • Lawinenlagebericht checken: Vor jeder Tour sollte man sich über die aktuelle Gefahrensituation informieren.
    • Risikobewusstsein schärfen: Nur weil ein Hang unberührt aussieht, heißt das nicht, dass er sicher ist.
    • Sicherheitsausrüstung mitführen: LVS-Gerät, Sonde und Schaufel sind Pflicht – und regelmäßiges Training mit diesen Geräten ebenso.
    • Nicht alleine unterwegs sein: Im Ernstfall können gut vorbereitete Begleiter Leben retten.

    Ein Wochenende voller Verluste – doch lernen wir daraus?

    Drei Tote an einem einzigen Tag sind ein schmerzhafter Weckruf. Die französischen Alpen locken mit unberührten Tiefschneehängen, doch der Preis für dieses Abenteuer kann hoch sein. Die Frage bleibt: Wie viele Menschen müssen noch ihr Leben lassen, bevor sich die Risikobereitschaft ändert?

    Von C. Hatty

  • Tragischer Unfall in Saint-Gervais-les-Bains: Seilbahntechniker stirbt bei Wartungsarbeiten

    Tragischer Unfall in Saint-Gervais-les-Bains: Seilbahntechniker stirbt bei Wartungsarbeiten

    Ein schreckliches Unglück erschüttert die Wintersportstation Saint-Gervais-les-Bains in Haute-Savoie: Ein 33-jähriger Mitarbeiter verlor am Freitag bei einer Wartungsarbeit am Skilift sein Leben.

    Ein Routineeinsatz mit fatalen Folgen

    Freitagmorgen, noch bevor die Skifahrer die Pisten betreten, führen die Mitarbeiter der Bergbahnen ihre täglichen Wartungsarbeiten durch. Einer von ihnen, stellvertretender Betriebsleiter, war dabei, den Schnee vom Seil eines Schlepplifts zu entfernen – eine scheinbar routinemäßige Aufgabe. Doch plötzlich setzte sich die Anlage wieder in Bewegung.

    Was genau passierte, ist noch unklar. Fest steht: Der Mann stürzte und zog sich tödliche Verletzungen zu. Trotz des schnellen Eingreifens der Pistenretter und des Gebirgsgendarmerie-Pelotons (PGHM) von Chamonix konnte sein Leben nicht mehr gerettet werden.

    Ermittlungen laufen auf Hochtouren

    Der tragische Unfall wirft viele Fragen auf. War es ein technischer Defekt? Ein menschliches Versagen? Oder hätten Sicherheitsvorkehrungen den Vorfall verhindern können? Um diese Fragen zu klären, hat die Staatsanwaltschaft von Bonneville eine Untersuchung eingeleitet. Die Spezialeinheit der Gendarmerie aus Chamonix übernimmt die Ermittlungen, und eine Autopsie wurde angeordnet. Zudem wird die Arbeitsaufsichtsbehörde prüfen, ob die Betreibergesellschaft der Skilifte eine Verantwortung für den Vorfall trägt.

    Sicherheit im Wintersport: Ein heikles Thema

    Der Unfall in Saint-Gervais-les-Bains erinnert daran, dass hinter dem reibungslosen Ablauf eines Skigebiets viele Menschen mit harter Arbeit stehen – oft unter schwierigen Bedingungen. Gerade die Instandhaltung von Skiliften birgt Risiken, besonders wenn Maschinen unerwartet anlaufen.

    Nun bleibt die Frage: War es ein tragischer Einzelfall oder ein Zeichen für Sicherheitsmängel im System? Die kommenden Ermittlungen werden es hoffentlich aufklären.

    Von C. Hatty

  • Skispaß für kleines Geld: Bourg-d’Oueil, die charmanteste Mini-Skistation der Pyrenäen

    Skispaß für kleines Geld: Bourg-d’Oueil, die charmanteste Mini-Skistation der Pyrenäen

    Skifahren ist oft ein teures Vergnügen – teure Skipässe, überfüllte Pisten, teure Unterkünfte. Doch es gibt einen Ort in den französischen Pyrenäen, an dem Wintersport noch günstig und entspannt ist: Bourg-d’Oueil. Diese kleine, fast vergessene Skistation bietet ein einzigartiges Erlebnis für Familien, Anfänger und alle, die einfach ohne großen Schnickschnack in den Bergen durch den […]

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