Schlagwort: Sicherheitsgarantien

  • Macron informiert Parteichefs über Sicherheitsgarantien für die Ukraine

    Macron informiert Parteichefs über Sicherheitsgarantien für die Ukraine

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Donnerstag, dem 8. Januar, die Vorsitzenden der wichtigsten französischen Parteien zu einem vertraulichen Treffen im Élysée-Palast empfangen. Ziel war es, die kürzlich vereinbarten Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Detail vorzustellen. Die Initiative steht im Zusammenhang mit einem bedeutsamen Gipfeltreffen vom Dienstag in Paris, bei dem rund dreißig Staats- und Regierungschefs der Ukraine umfassende Sicherheitszusagen in Aussicht stellten – für den Fall eines Waffenstillstands oder eines künftigen Friedensabkommens mit Russland. Ein Sicherheitsrahmen für die Zeit nach dem Krieg – mit offenen Fragen Beim Pariser Gipfel unterzeichnete Macron gemeinsam mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Absichtserklärung zum möglichen Einsatz multinationaler Kräfte nach einem Ende der Kampfhandlungen. Ziel sei es, eine „robuste und dauerhafte“ Sicherheitsarchitektur für die Ukraine zu…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Europäische Präsenz für den Frieden – Wie der Westen Kiews Sicherheit garantieren will

    Europäische Präsenz für den Frieden – Wie der Westen Kiews Sicherheit garantieren will

    Mit einem diplomatischen Kraftakt in Paris haben die Vereinigten Staaten, Frankreich und weitere europäische Staaten erstmals konkrete Zusagen über Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines künftigen Waffenstillstands mit Russland getroffen. Im Zentrum steht der Vorschlag, europäische – ausdrücklich nicht kämpfende – Truppen an strategisch wichtigen Punkten auf ukrainischem Boden zu stationieren. Ziel ist es, eine erneute Eskalation zu verhindern und die Glaubwürdigkeit westlicher Unterstützung langfristig abzusichern. Die Initiative markiert eine geopolitische Zäsur: Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs signalisieren die USA und die EU ihre Bereitschaft, sich auch physisch – wenn auch nicht kämpfend – auf dem ukrainischen Territorium zu engagieren. Benjamin Haddad, französischer Minister für Europa, sprach im Interview von einem „entscheidenden Schritt“ zur Abschreckung Russlands und zur langfristigen Stabilisierung der Ukraine. Der Tag danach: Strategische Prä…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Zelensky kündigt Referendum über künftigen Friedensplan an

    Zelensky kündigt Referendum über künftigen Friedensplan an

    Ein möglicher Friedensschluss im Ukrainekrieg rückt näher, aber Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt klare Bedingungen: Ein künftiger Friedensplan mit Russland soll zunächst dem ukrainischen Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Diese Ankündigung erfolgte am 29. Dezember in einer Online-Pressekonferenz, kurz nach einem symbolträchtigen Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Florida. Selenskyj betont damit einmal mehr, dass jede Lösung des Krieges nicht nur auf diplomatischen Kanälen verhandelt, sondern auch demokratisch legitimiert werden müsse.

    Friedensverhandlungen mit demokratischer Rückbindung

    Die Idee eines Referendums über einen möglichen Friedensvertrag ist nicht neu, erhält aber durch die jüngsten diplomatischen Entwicklungen neue Brisanz. Für Selenskyj steht fest: Ein so tiefgreifender Einschnitt in die Zukunft des Landes darf nicht ohne breite gesellschaftliche Zustimmung erfolgen. Die ukrainische Führung will sich damit offenbar gegen mögliche Vorwürfe wappnen, territoriale Zugeständnisse oder Neutralitätsversprechen hinter verschlossenen Türen zu verhandeln. Die ukrainische Verfassung kennt zwar kein obligatorisches Referendum für internationale Abkommen, doch in Fragen von nationaler Souveränität und territorialer Integrität ist ein solches Votum politisch kaum vermeidbar.

    Unklar bleibt indes, unter welchen Bedingungen ein solches Referendum durchgeführt werden könnte. Die seit Februar 2022 geltende Kriegsrechtsordnung – die unter anderem Männern im wehrfähigen Alter das Verlassen des Landes verbietet – bleibt laut Selenskyj in Kraft, bis der Krieg formell beendet ist. In einem Land, in dem Millionen Menschen vertrieben wurden oder im Ausland leben, wäre die Organisation eines fairen Urnengangs eine riesige logistische und rechtliche Herausforderung.

    Sicherheitsgarantien aus Washington

    Neben der Ankündigung eines Referendums stellte Selenskyj auch neue Elemente eines möglichen Sicherheitsrahmens vor. Die USA haben der Ukraine nach seinen Angaben umfassende Sicherheitsgarantien für eine Dauer von 15 Jahren angeboten – mit der Option auf Verlängerung. Ziel dieser Garantien sei es, eine erneute militärische Eskalation durch Russland zu verhindern und gleichzeitig eine verlässliche Perspektive für den Wiederaufbau und die politische Stabilisierung der Ukraine zu schaffen.

    Selenskyj selbst zeigte sich mit der vorgeschlagenen Dauer indes unzufrieden und forderte deutlich längere Zusagen – von „dreißig, vierzig oder fünfzig Jahren“. Dies ist ein Hinweis auf das tiefsitzende Misstrauen Kiews gegenüber Moskau, aber auch auf das Bemühen, den Westen dauerhaft in die sicherheitspolitische Verantwortung für die Ukraine einzubinden. Die genaue Ausgestaltung dieser Garantien – ob sie militärische Beistandspflichten beinhalten oder eher politische und wirtschaftliche Unterstützung vorsehen – ist noch nicht öffentlich bekannt.

    Neue Dynamik durch US-Diplomatie

    Das diplomatische Momentum, in dem diese Vorschläge entstehen, ist bemerkenswert. Erst an diesem Wochenende hatte sich Donald Trump persönlich mit Selenskyj in Florida getroffen. Vorausgegangen war ein Telefongespräch Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, das beide Seiten als „konstruktiv“ bezeichneten. Die Abfolge dieser Gespräche lässt darauf schließen, dass Washington hinter den Kulissen intensiv an einer diplomatischen Lösung arbeitet – mit Trump als zentralem Akteur.

    Zudem hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine internationale Geberkonferenz für Anfang Januar in Paris angekündigt. Ziel ist es, die konkreten Beiträge der Partnerstaaten zur Sicherheitsarchitektur für die Ukraine zu koordinieren. Dabei soll auch eine überarbeitete Fassung des amerikanischen Friedensplans diskutiert werden.

    Anpassungen am US-Friedensplan

    Laut ukrainischen Angaben liegt bereits eine neue Version des US-Friedensplans auf dem Tisch. Die Erstfassung war aus ukrainischer Sicht zu stark an russische Forderungen angelehnt. Nun soll unter anderem die Bedingung entfallen, dass sich die Ukraine völkerrechtlich zur Nichtmitgliedschaft in der NATO verpflichtet. Auch der vollständige Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass sei in der neuen Fassung nicht mehr vorgesehen.

    Stattdessen wird offenbar ein eingefrorener Frontverlauf entlang der aktuellen Linien diskutiert – ein Konzept, das vielen Ukrainern als stillschweigende Anerkennung russischer Gebietsgewinne gilt. Ob ein solcher „Waffenstillstand ohne Lösung“ in einem Referendum Zustimmung fände, ist fraglich. Die ukrainische Bevölkerung hat sich in Umfragen wiederholt klar gegen territoriale Zugeständnisse ausgesprochen.

    Der politische Balanceakt ist offensichtlich: Ein tragfähiger Kompromiss mit Russland, der gleichzeitig den ukrainischen Souveränitätsanspruch wahrt, scheint kaum erreichbar. Dennoch mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Kriegsmüdigkeit auf beiden Seiten wächst – und dass das internationale Umfeld, insbesondere Washington und Paris, auf einen politischen Durchbruch drängt. Die Entscheidung, das ukrainische Volk in die letzte Phase dieses Prozesses einzubeziehen, markiert nicht nur einen demokratischen, sondern auch einen strategischen Schritt: Die politische Verantwortung für Frieden und Kompromiss soll gemeinschaftlich getragen werden.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Zwischen Frontlinie und Friedensvertrag

    Zwischen Frontlinie und Friedensvertrag

    Wie realistisch ist ein Ende des Ukrainekriegs – und zu welchem Preis?

    Der Krieg in der Ukraine zieht sich mittlerweile in sein viertes Jahr – elf Jahre, wenn man den Beginn mit der Krim-Annexion 2014 ansetzt. Anfangs prägten ihn klare Prognosen: Russland werde binnen Tagen siegen, oder – im Gegennarrativ – die Ukraine halte dem Ansturm stand und siegt letztlich dank westlicher Waffenhilfe. Doch keine dieser Vorhersagen hat sich erfüllt. Stattdessen ist der Krieg längst zu einem Zermürbungskonflikt geworden. Russland rückt langsam vor, während die Ukraine mit schwindenden Ressourcen verteidigt.

    Inmitten dieser verfestigten Frontlinien mehren sich diplomatische Vorstöße. Ein in Genf überarbeiteter, US-gestützter Friedensplan wurde jüngst veröffentlicht – er soll beide Seiten an den Verhandlungstisch bringen. Doch wie sehen die jeweiligen Minimal- und Maximalforderungen aus? Und wie viel politischer Spielraum bleibt beiden Regierungen?

    Die roten Linien beider Seiten

    Aus ukrainischer Sicht sind zwei Punkte unverhandelbar: die territoriale Integrität des Landes und glaubwürdige Sicherheitsgarantien gegen eine künftige Invasion. Zwar wurde im Frühjahr 2025 bereits informell ein Waffenstillstand entlang der bestehenden Frontlinie diskutiert – ein faktisches Eingeständnis des russischen Kontrollbereichs über große Teile der Ost- und Südukraine. Doch der Plan enthält zusätzliche Forderungen: Russland will auch jene Teile des Donezker Gebiets, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Für Kiew wäre das ein Tabubruch.

    Russlands rote Linien betreffen vor allem die geopolitische Ausrichtung der Ukraine. Moskau verlangt, dass eine NATO-Mitgliedschaft nicht nur ausgeschlossen wird, sondern dauerhaft im ukrainischen Recht und den Statuten der NATO selbst verankert wird. Zudem sollen keine NATO-Truppen auf ukrainischem Boden stationiert werden. Präsident Putin benötigt überdies territoriale Gewinne, die sich innenpolitisch als Sieg präsentieren lassen.

    Territoriale Kompromisse und neue Sicherheitsarchitekturen

    Ein möglicher Kompromiss sieht vor, die umkämpften Gebiete im Osten als entmilitarisierte Zonen unter russischer Kontrolle zu deklarieren – ohne sie formell abzutreten. Der Gedanke dahinter: Das Gesicht wahren auf beiden Seiten. Doch dieser Vorschlag ist nur dann tragfähig, wenn er von glaubwürdigen Schutzmechanismen flankiert wird.

    Was als glaubwürdig gilt, ist Gegenstand intensiver Diskussionen. Eine Möglichkeit wäre die Stationierung europäischer Truppen westlich des Dnipro – symbolisch, aber politisch bedeutsam. Alternativ steht ein sogenanntes „Tripwire-Modell“ zur Debatte: Ein militärisches Engagement des Westens wird im Falle eines erneuten Angriffs automatisch ausgelöst. Eine dritte Variante wäre ein Sicherheitsversprechen nach dem Vorbild des NATO-Artikels 5 – jedoch ohne formelle Mitgliedschaft. Ein solches Modell könnte durch bilaterale Garantien der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands gestützt werden.

    Die Ukraine signalisiert inoffiziell Kompromissbereitschaft: Nicht die genaue Linie der entmilitarisierten Zone, sondern die Qualität der Schutzgarantien sei ausschlaggebend für eine langfristige Friedenslösung. Denn diese allein könnten wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Stabilität wieder ermöglichen.

    Innenpolitische Zwänge – und die Notwendigkeit der Inszenierung

    Ein Friedensabkommen, das nicht als Sieg verkauft werden kann, ist für beide Seiten politisch toxisch. Präsident Selenskyj müsste den Ukrainern eine Lösung präsentieren, die Sicherheit ohne Kapitulation bedeutet. Schon heute lässt sich eine gewisse Akzeptanz für eine De-facto-Teilung erkennen – sofern der Westen im Gegenzug robuste Schutzgarantien leistet.

    Putin wiederum benötigt eine Geschichte, die sein Narrativ der „Entnazifizierung“ und „Demilitarisierung“ bestätigt. Die formelle Kontrolle über weitere Teile des Donbas – selbst wenn sie militärisch noch nicht erobert sind – könnte als Erfolg inszeniert werden. Auch eine dauerhaft blockierte NATO-Mitgliedschaft der Ukraine wäre aus Kremlsicht ein innenpolitischer Triumph.

    NATO-Mitgliedschaft als schwindende Option

    Interessanterweise ist der einstige Streitpunkt NATO-Erweiterung inzwischen entpolitisiert. In Kiew weiß man: Ein Beitritt ist auf absehbare Zeit ohnehin ausgeschlossen, weil mehrere NATO-Mitglieder nicht zustimmen würden. Diese realpolitische Erkenntnis könnte den Weg ebnen für eine neue Sicherheitsarchitektur – westlich genug, um Schutz zu bieten, aber fern genug von formellen Bündnistrukturen, um Moskau zu besänftigen.

    Dabei kommt Europa eine entscheidende Rolle zu. Schon in anderen Konfliktzonen – etwa in Georgien – wurden EU-geführte Missionen an der Kontaktlinie zwischen russischen Truppen und ehemaligen Sowjetrepubliken stationiert. Solche zivil-militärischen Präsenzmodelle könnten in der Ukraine neu justiert werden: stärker, verbindlicher, glaubwürdiger. Voraussetzung dafür ist ein politischer Wille in Brüssel – und ausreichende Ressourcen.

    Die Rolle der USA – und Trumps überraschendes Momentum

    Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich die US-amerikanische Ukrainepolitik in Kiew wahrgenommen wird. Die Biden-Administration wurde zuletzt kritisiert, weil sie militärische Hilfe zögerlich freigab, jedoch diplomatisch kaum gestaltend wirkte. Vor diesem Hintergrund überrascht es, dass Donald Trumps neue Friedensinitiative in ukrainischen Regierungskreisen nicht pauschal abgelehnt, sondern als potenziell konstruktiv betrachtet wird.

    Die Vorstellung, dass endlich diplomatisch verhandelt wird, stößt – trotz aller Skepsis – auf Zustimmung. Selbst wenn der aktuell kursierende Friedensentwurf aus Washington nicht das letzte Wort sein sollte, markiert er doch einen strategischen Schwenk: Weg von reiner Militärhilfe, hin zu politischem Strukturdenken.

    Und die Details des Plans – wie eine zukünftige Reduktion der ukrainischen Armee oder ein De-facto-Verzicht auf NATO – werden hinter verschlossenen Türen bereits als Verhandlungsmasse diskutiert.

    Stabilität statt Frieden?

    Für beide Seiten stellt sich am Ende dieselbe Frage: Ist Stabilität – ein eingefrorener Konflikt, militärisch kontrolliert, diplomatisch gerahmt – politisch durchsetzbar? Oder braucht es einen umfassenden Frieden, um gesellschaftliche Normalisierung zu ermöglichen?

    Ein echter Friedensvertrag erscheint derzeit weit entfernt. Doch ein stabiler Waffenstillstand, gesichert durch internationale Präsenz, klare Linien und realistische Zugeständnisse, könnte die Grundlage bilden für eine Phase der Konsolidierung. Er wäre nicht das Ende des Konflikts. Aber vielleicht der Beginn einer neuen Phase: Nicht des Friedens, aber der planbaren Zukunft.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Ein schwerer Rückschlag für Trump
    Ein Bundesrichter hat gestern die Anklagen gegen James Comey, den ehemaligen FBI-Direktor, und Letitia James, die Generalstaatsanwältin von New York, fallengelassen. Das Urteil stellt eine schwere Niederlage für Präsident Trump dar, der versucht hatte, das Strafjustizsystem gegen seine vermeintlichen Gegner einzusetzen. Der Richter entschied, dass die Ernennung der Sonderermittlerin ungültig gewesen sei und dass sie keine „rechtmäßige Befugnis“ gehabt habe, Comey und James – zwei der prominentesten Zielpersonen des Präsidenten – anzuklagen. Die Entscheidungen bedeuten, dass die Regierung versuchen könnte, die Anklagen erneut einzureichen.


    Weitere Nachrichten

    Trump teilte mit, er habe eine Einladung des chinesischen Staatschefs Xi Jinping für einen Besuch in Peking im April angenommen.
    Der israelische Generalstabschef teilte rund einem Dutzend Kommandeuren mit, dass ihnen wegen Versäumnissen bei den Angriffen vom 7. Oktober 2023 Entlassungen oder Disziplinarmaßnahmen drohen.
    US-Beamte in Genf überarbeiteten Trumps Friedensplan für Russland und die Ukraine und machten ihn für letztere günstiger, nachdem ein früherer Entwurf als Kapitulation vor Moskau kritisiert worden war.
    Europäische Handelsvertreter, die diese Woche mit den USA zusammentrafen, hoffen auf bessere Zoll-Konditionen bei einer Liste von Produkten, darunter Wein, Spirituosen, Stahl und Pasta.
    Die Ermordung eines Ehepaares in Syriens drittgrößter Stadt Homs löste am Wochenende eine neue Welle sektiererischer Gewalt aus.
    Eine von Israel und den Vereinigten Staaten unterstützte Hilfsorganisation, die weithin beschuldigt wurde, hungernde Gazaner in Gefahr gebracht zu haben, gab bekannt, dass sie ihre Arbeit einstellt.
    Jimmy Cliff, der jamaikanische Sänger, der mit Liedern wie „You Can Get It If You Really Want“ zur weltweiten Popularität des Reggae beitrug, ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

    Autor: P. Tiko

  • Europäische Sicherheitsinitiative – Frankreich treibt voran, Deutschland zögert

    Europäische Sicherheitsinitiative – Frankreich treibt voran, Deutschland zögert

    Am 4. September 2025 einigten sich in Paris 26 Staaten auf eine koordinierte Sicherheitsinitiative für die Ukraine nach Kriegsende. Die sogenannte „Koalition der Freiwilligen“ will durch konkrete Sicherheitsgarantien die territoriale Integrität und politische Stabilität des Landes langfristig absichern. Die Initiative markiert einen Wendepunkt in der europäischen Sicherheitsarchitektur – mit Frankreich als Antreiber und Deutschland in abwartender Haltung.


    Frankreich als Taktgeber

    Frankreich, gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich Initiator der Koalition, übernahm beim Pariser Gipfel eine Führungsrolle. Präsident Emmanuel Macron erklärte, Europa sei bereit, Verantwortung zu übernehmen – auch mit dem Einsatz eigener Truppen, wenn nötig. Frankreich plant, sich aktiv an einer sogenannten „Reassurance Force“ zu beteiligen, die nach einem möglichen Friedensschluss in strategischen Regionen der Ukraine stationiert werden soll. Ziel ist es, durch sichtbare Präsenz eine erneute russische Aggression zu verhindern, ohne eine direkte Konfrontation zu provozieren.

    Macron verfolgt dabei eine strategische Doppelbewegung: Zum einen wird europäische Handlungsfähigkeit demonstriert, zum anderen bleibt man auf sicherheitstechnischer Ebene auf amerikanische Rückendeckung angewiesen – etwa bei Luftabwehr, Aufklärung und strategischer Koordination.


    Deutschlands abwartende Politik

    Deutschland hingegen agiert deutlich zurückhaltender. Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz signalisiert zwar Unterstützung für die Sicherheitsinitiative, schließt aber die Entsendung eigener Truppen derzeit aus. Man wolle sich auf Ausbildung, Ausrüstung und finanzielle Hilfe konzentrieren – und Entscheidungen über weitergehende Beiträge erst treffen, wenn ein Friedensabkommen konkrete Rahmenbedingungen vorgibt.

    Diese Vorsicht wird im In- und Ausland zunehmend kritisch gesehen. Experten warnen, dass ohne substanzielle deutsche Beteiligung die europäische Initiative an Gewicht verliert. Auch mit Blick auf Deutschlands wirtschaftliche und politische Bedeutung innerhalb Europas wird ein stärkeres sicherheitspolitisches Engagement gefordert.


    Europa formiert sich – aber heterogen

    Die Koalition der Willigen umfasst inzwischen 35 Länder, von denen sich 26 formell zur Beteiligung an den Sicherheitsgarantien bereit erklärt haben. Die Beiträge sind unterschiedlich ausgestaltet: Während einige Staaten Truppen entsenden wollen, setzen andere auf logistische, humanitäre oder technische Unterstützung. Ziel ist es, eine flexible, abgestimmte Präsenz zu etablieren, die auf langfristige Stabilisierung und glaubwürdige Abschreckung ausgerichtet ist.

    Die geplante Reassurance Force soll in enger Abstimmung mit der ukrainischen Regierung agieren, ohne jedoch aktiv in Kampfhandlungen einzugreifen. Stationierungsorte und operative Aufgaben werden derzeit in bilateralen Gesprächen ausgelotet. Parallel dazu soll eine stärkere wirtschaftliche und politische Integration der Ukraine in europäische Strukturen vorangetrieben werden.


    Transatlantische Dimension

    Die Vereinigten Staaten unterstützen die Initiative politisch, haben sich aber zur konkreten Ausgestaltung ihrer Beteiligung noch nicht festgelegt. Präsident Donald Trump signalisierte Zustimmung, erwartet von Europa jedoch einen eigenständigeren sicherheitspolitischen Kurs. Die USA könnten sich in Form von Aufklärungsleistungen, Geheimdienstkooperation und Cyberabwehr beteiligen, sehen ihre Rolle aber eher als strategische Absicherung denn als operative Führungsmacht.

    Die europäische Seite wiederum hofft auf eine verbindlichere amerikanische Beteiligung – nicht zuletzt, um die Glaubwürdigkeit der Sicherheitsgarantien gegenüber Russland zu unterstreichen. In diesem Spannungsfeld gewinnt die europäische Fähigkeit zur eigenständigen Konfliktnachsorge an geopolitischer Bedeutung.


    Europa steht am Beginn einer neuen Phase sicherheitspolitischer Selbstbehauptung. Mit der Koalition der Freiwilligen formiert sich erstmals ein europäisch geführtes Sicherheitsbündnis, das konkrete Verantwortung im postsowjetischen europäischen Raum übernimmt. Frankreich geht dabei voran, während Deutschland noch mit sich ringt. Ob diese neue Ordnung trägt, wird sich an zwei Faktoren entscheiden: dem politischen Willen zur Umsetzung und der Fähigkeit, in einem fragmentierten internationalen System gemeinsame strategische Interessen durchzusetzen.

    Autor: P. Tiko

  • Europas Balanceakt: Sicherheitsgarantien für die Ukraine ohne Washingtons Rückendeckung

    Europas Balanceakt: Sicherheitsgarantien für die Ukraine ohne Washingtons Rückendeckung

    Rund 30 Staats- und Regierungschefs kommen am 4. September in Paris zusammen, um mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über konkrete Sicherheitsgarantien zu beraten. Die von Frankreich initiierte Konferenz der sogenannten „Koalition der Willigen“ markiert einen Versuch, Europas sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit in der Ukraine-Frage unter Beweis zu stellen – und zugleich die Basis für eine europäische Sicherheitsarchitektur nach einem möglichen Waffenstillstand mit Russland zu legen. Doch Uneinigkeit innerhalb Europas und die Zurückhaltung der USA werfen lange Schatten auf die Initiative.

    Europas sicherheitspolitischer Aufbruch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verkündete in Paris, dass europäische Militärs die technischen Pläne für Sicherheitsgarantien abgeschlossen hätten. Sie sollen der Ukraine in einer Nachkriegsordnung Schutz vor erneuter Aggression bieten – etwa durch gemeinsame Ausbildungs…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Ein Monster vor Europas Türen – Macrons Warnung vor Russland

    Ein Monster vor Europas Türen – Macrons Warnung vor Russland

    Emmanuel Macron hat in Washington deutliche Worte gewählt. In einem Interview mit dem französischen Sender LCI bezeichnete er Russland als „einen Räuber, ein Monster vor unserer Tür“, das fortwährend „weiterfressen“ müsse, um seine eigene Überlebensfähigkeit zu sichern. Mit diesem Bild knüpft der französische Präsident an eine Serie westlicher Warnungen vor einer möglichen neuen Phase russischer Aggression an – und richtet seinen Appell explizit an die europäischen Partner: Man dürfe „nicht naiv“ sein im Umgang mit Moskau. Die Wortwahl ist ungewöhnlich scharf für Macron, der in den ersten Jahren des Ukraine-Krieges noch um Gesprächskanäle nach Moskau bemüht war. Nun aber greift er auf ein archaisch-bedrohliches Bild zurück, das eine klare Botschaft trägt: Russland bleibt eine beständige Gefahr für die europäische Sicherheitsordnung.

    Ein langer Schatten seit 2008 Macron verweist ausdrücklich auf die Intervention Russlands in Georgien im Jahr 2008 als Ausgangspunkt einer Serie von Vertr…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Der Westen gegen Russland – und andere World-News

    Der Westen gegen Russland – und andere World-News

    US-Präsident Donald Trump ist dafür bekannt, häufig die Positionen der letzten Person zu übernehmen, mit der er gesprochen hat. Das dürfte erklären, warum europäische Staats- und Regierungschefs gestern eilig das Weiße Haus aufsuchten – sie wollten die Botschaft Wladimir Putins vom Gipfeltreffen in Alaska am Freitag mit Trump nicht unkommentiert lassen.

    Also unterbrachen Präsidenten und Premierminister ihre Sommerferien, eilten innerhalb von weniger als 24 Stunden nach Washington – unter anderem von einer kleinen Halbinsel vor der Côte d’Azur. Die europäischen Spitzenpolitiker kamen, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu unterstützen. Einer nach dem anderen überschüttete Trump mit Lob und Dankbarkeit – ein Ton, der ihm bekanntermaßen zusagt. (Man hat inzwischen gelernt, dass das bei ihm wirkt.) Immer wieder betonten sie ihre Prioritäten: Sicherheitsgarantien und ein Waffenstillstand – in genau dieser Reihenfolge.

    Trump gab sich als zuvorkommender Gastgeber: Er lobte die gesunde Bräune des deutschen Kanzlers und das jugendliche Aussehen des finnischen Präsidenten. Zum Waffenstillstand äußerte er sich ausweichend. Mehrfach betonte er, in diesem Jahr bereits sechs Kriege weltweit beendet zu haben – ganz ohne formellen Waffenstillstand. Den Sicherheitsgarantien schien er zuzustimmen, auch wenn unklar blieb, wie diese konkret aussehen sollen. Er stellte fast schon in Aussicht, dass es binnen ein oder zwei Wochen ein „trilaterales Gespräch“ geben werde – ein Dreiergespräch zwischen ihm, Putin und Selenskyj.

    Ein Überblick über die Gespräche vom Montag, die Aussichten auf ein Friedensabkommen – und was auf dem Spiel steht:

    Ein Präsident im Wandel
    Der Tonfall beim Treffen zwischen Trump und Selenskyj unterschied sich diametral von ihrer katastrophalen Unterredung im Oval Office vor sechs Monaten. Selenskyj, der damals wegen mangelnden Respekts kritisiert wurde, tauschte seine Kampfmontur gegen ein schwarzes Sakko, Hemd und Stoffhose. Und da ihm damals Undankbarkeit vorgeworfen worden war, bedankte er sich diesmal öffentlich mindestens zehnmal bei Trump. Dieser wiederum zeigte sich ausgesprochen freundlich.

    Gebietsabtretungen?
    Putin betont weiterhin, dass er sich nicht aus der Ukraine zurückziehen werde, es sei denn, Russland erhalte den Donbas – eine Industrieregion, die er bereits seit 2014 beansprucht. Sie steht im Zentrum der aktuellen Sommeroffensive Moskaus. Doch im verbleibenden Teil, der sich unter ukrainischer Kontrolle befindet, leben noch immer rund 200.000 Zivilisten. Zudem verbietet die ukrainische Verfassung Selenskyj, ohne ein Referendum Territorien abzutreten.

    Dennoch, so berichtet die US-Presse, sei klar, dass das Thema besprochen wurde. „Danke übrigens für die Karte“, sagte Selenskyj vor laufenden Kameras. Nicht gesagt wurde, wer die Karte gezeichnet hatte – oder was genau darauf zu sehen war.

    Schutz vor Russland
    Was braucht die Ukraine, um sich sicher zu fühlen? „Alles“, sagte Selenskyj. Er zählte Waffen, Truppen, Ausbildung und Geheimdienstinformationen auf. Trump wich der Frage aus, ob amerikanische Soldaten Teil einer künftigen Friedenstruppe sein könnten. Doch nach monatelanger Kritik an seinem Vorgänger, dieser habe Milliarden zur Verteidigung der Ukraine ausgegeben, deutete Trump nun an, die USA würden das Land künftig durchaus vor weiteren Invasionen schützen.

    Bei der Runde am Tisch im Oval Office und vor laufenden Kameras, verwiesen mehrere europäische Staats- und Regierungschefs auf Artikel 5 der NATO – das Prinzip, wonach ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle gilt. Trump erklärte, dass eine entsprechende Regelung für die Ukraine durchaus „NATO-ähnlich“ sein könnte. NATO-Generalsekretär Mark Rutte, ein erklärter Trump-Freund und einer von den acht geladenen Gästen am Montag, nannte diesen Sinneswandel „eine wirklich bedeutende Entwicklung“.

    Die Kämpfe gehen weiter
    Während Selenskyj in Washington eintraf, setzte Russland seine Angriffe auf die Ukraine fort. Bei Luftschlägen am gestrigen Tag wurden mindestens 14 Menschen getötet, darunter zwei Kinder. Dennoch äußerte sich Trump zögerlich, als mehrere seiner europäischen Amtskollegen ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen forderten. „Ich glaube nicht, dass man einen Waffenstillstand braucht“, sagte Trump und verwies darauf, dass seine Verhandlungen zur Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts in der Demokratischen Republik Kongo auch ohne Waffenstillstand begonnen hätten. „Ich weiß, dass ein solcher hilfreich sein kann. Aber ich verstehe auch, warum ihn die eine oder andere Seite strategisch nicht will.“

    Später sagte er, „wir alle würden natürlich einen sofortigen Waffenstillstand bevorzugen“, doch Putin und Selenskyj müssten das untereinander regeln. „Zum jetzigen Zeitpunkt passiert das nicht.“

    Wie geht es weiter?
    Trump kündigte an, die Präsidenten der Ukraine und Russlands bald an einen Tisch bringen zu wollen. „Wenn Sie wollen, nehme ich an dem Treffen teil“, sagte er zu Selenskyj. „Die Ukraine wird glücklich sein, wenn Sie dabei sind“, erwiderte dieser. Es wäre das erste persönliche Treffen der beiden Kontrahenten seit 2019 – drei Jahre vor dem russischen Überfall auf die Ukraine. „Wenn wir ein trilaterales Gespräch zustande bringen“, sagte Trump, „besteht eine gute Chance, das Ganze vielleicht zu beenden.“

    Noch während Selenskyj und die Europäer im Weißen Haus weilten, rief Trump Putin an, um ihn über den Verlauf der Gespräche zu informieren. Nach dem Abschied der europäischen Delegationen, so Trump, wolle er nochmals mit Putin sprechen. Sollte es dazu kommen, wäre der russische Präsident erneut der Letzte, dessen Stimme Trump in dieser Sache im Ohr hat.


    Weitere wichtige Meldungen

    • Gaza: Hamas hat laut offiziellen Angaben einem neuen Waffenstillstand zugestimmt, der die Freilassung israelischer Geiseln und palästinensischer Gefangener vorsieht.
    • Technologie: Die Trump-Regierung erwägt, einen zehnprozentigen Anteil an Intel zu übernehmen – im Rahmen eines staatlich gestützten Rettungsplans für den angeschlagenen US-Chiphersteller.
    • Spanien: Mehrere europäische Länder entsandten Feuerwehrkräfte und Ausrüstung zur Unterstützung beim Kampf gegen 23 außer Kontrolle geratene Brände, insbesondere im Nordwesten Spaniens.
    • Bolivien: Der zentristische Senator Rodrigo Paz gewann die erste Runde der Präsidentschaftswahl – das Ende von 20 Jahren sozialistischer Vorherrschaft zeichnet sich ab.
    • Kenia: Eine zehnjährige Studie ergab, dass die Auszahlung von 1.000 Dollar an arme Familien die Säuglingssterblichkeit um fast die Hälfte senkte.
    • Klima: Die Trump-Regierung reagierte mit scharfer Kritik auf eine Prognose der führenden Weltenergieagentur, wonach Öl und Gas ihren globalen Höhepunkt noch vor Ende des Jahrzehnts erreichen könnten.

    Autor: P. Tiko

  • Ukraine-Krieg: Trumps Wende hin zu russlandfreundlicher Friedenslösung löst internationale Dissonanz aus

    Ukraine-Krieg: Trumps Wende hin zu russlandfreundlicher Friedenslösung löst internationale Dissonanz aus

    Der erneute plötzliche Kurswechsel von US‑Präsident Donald Trump hin zu direkten Friedensverhandlungen mit Russland – ohne vorherige Waffenruhe – markiert eine Zäsur in der westlichen Herangehensweise an den Ukraine‑Konflikt. Der Vorschlag, auf direkte Gespräche und mögliche Gebietsabtretungen an Russland zu setzen, bricht mit grundlegenden Prinzipien der Souveränität und stellt die transatlantische Koalition vor einen neuen Bewährungstest.


    Der Wendepunkt von Waffenruhe zu Friedensdeal

    Nach dem Gipfeltreffen mit Wladimir Putin im US-Bundesstaat Alaska kündigte Trump an, seine bisherige Bedingung einer Waffenruhe vor Friedensgesprächen aufzugeben. Stattdessen befürwortet er direkte Verhandlungen – ganz im Sinne von Moskaus Vorstellungen. Im Raum stehen die Abtretung der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk sowie ein faktisches Einfrieren der bestehenden Frontlinien im Süden, etwa in Cherson und Saporischschja. Die Begründung Trumps: Waffenruhen seien illusorisch, nur ein umfassender Deal könne den Krieg beenden.


    Reaktionen aus Kiew: Zelenskyys entschiedene Haltung

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyy weist jede Form territorialer Zugeständnisse kategorisch zurück. Für ihn steht die Unverletzbarkeit der ukrainischen Grenzen nicht zur Disposition. Ein Abkommen ohne belastbare Sicherheitsgarantien hält er für gefährlich – es würde aus seiner Sicht lediglich das aggressive Kalkül Moskaus bestätigen. Ein anberaumtes Treffen mit Trump in Washington soll klären, ob ein tragfähiger Verhandlungspfad überhaupt besteht. Die Ausgangspositionen bleiben fundamental unterschiedlich.


    Europas diplomatischer Schock und möglicher Kurswechsel

    In europäischen Hauptstädten sorgte Trumps Positionswechsel für Irritation – doch eine einheitliche Front gibt es nicht. Während Staaten wie Frankreich oder Deutschland Friedensgesprächen grundsätzlich offen gegenüberstehen, betonen sie zugleich, dass keine Lösung ohne die Ukraine gefunden werden dürfe. Frieden auf Kosten territorialer Integrität gilt für viele als Präzedenzfall, der künftige Aggressionen begünstigen könnte.

    Einige europäische Regierungen denken laut über eine stärkere eigenständige Rolle nach: Eine mögliche Koalition der Willigen, bestehend aus europäischen Kernstaaten, könnte Sicherheitsgarantien für die Ukraine abseits eines US-geführten Rahmens ins Auge fassen. Dies wäre ein geopolitischer Einschnitt – ein Europa, das sicherheitspolitische Verantwortung eigenständiger übernimmt.


    Sicherheitsgarantien: vage, aber potenziell wegweisend

    Trump selbst skizzierte eine vage Vision von Sicherheitsgarantien für die Ukraine – etwa durch eine europäisch geführte Friedenstruppe mit amerikanischer Rückendeckung. Als mögliche Beteiligte gelten Großbritannien, Frankreich und die Türkei. Eine NATO-Mitgliedschaft, lange Ziel Kiews, wäre dabei ausdrücklich ausgeschlossen.

    Ob ein solches Schutzarrangement mehr als symbolische Wirkung entfalten kann, bleibt fraglich. Ohne die rechtlich bindende Rückendeckung eines Verteidigungsbündnisses wie der NATO stünde Kiew weiter unter strategischem Druck. Kritiker sehen darin ein „Sicherheitsversprechen ohne Substanz“.


    Transatlantische Allianz unter Spannung

    Die Entscheidung des US-Präsidenten stellt das Vertrauen in die Führungsrolle Washingtons innerhalb des westlichen Bündnisses erneut auf eine harte Probe. In europäischen sicherheitspolitischen Kreisen wächst der Eindruck, dass Trumps geopolitische Prioritäten sich zunehmend vom kollektiven Ansatz lösen – hin zu bilateralen Arrangements mit autoritären Mächten.

    Die transatlantische Geschlossenheit, wie sie seit Beginn des Krieges betont wurde, könnte damit in eine finale Phase struktureller Unsicherheit eintreten. Vor diesem Hintergrund erscheint es wahrscheinlich, dass europäische Staaten ihre sicherheitspolitische Resilienz neu definieren – und damit mittelbar auch die künftige Rolle der USA in Europa hinterfragen.


    Die historische Analogie zur Appeasement-Politik der 1930er-Jahre drängt sich manchen Kommentatoren auf – der freiwillige Verzicht auf besetztes Territorium, um einen weiteren Krieg zu verhindern, könnte sich als gefährlicher Irrweg erweisen.

    Für die Ukraine stellt sich eine existentielle Frage: Ist ein rascher Frieden möglich, ohne die nationale Integrität preiszugeben? Oder wird ein solcher Kompromiss langfristig zum sicherheitspolitischen Bumerang – nicht nur für Kiew, sondern für ganz Europa?

    Autor: P. Tiko

  • Europa zwischen Alarmbereitschaft und strategischer Kohärenz

    Europa zwischen Alarmbereitschaft und strategischer Kohärenz

    Inmitten der Vorbereitungen zum Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Wladimir Putin am 15. August 2025 in Alaska steht Europa vor einer geopolitischen Zerreißprobe. Die EU-Staaten, allen voran Frankreich unter Präsident Emmanuel Macron, setzen sich vehement dafür ein, dass die Ukraine und Europa selbst nicht nur Mit-, sondern entscheidende Akteure jeder Friedenslösung sein müssen. Die Forderung lautet: Keine Entscheidung über die Ukraine ohne die Ukraine – und schon gar nicht im Tausch gegen russische Gebietsgewinne. Diese Haltung kontrastiert deutlich mit Trumps angedeuteter Bereitschaft, über einen „territorial swap“ zu verhandeln, was in Europa auf entschiedenen Widerstand stößt.

    1. Der Gipfel – Hintergrund und globale Bedeutung Donald Trump und Wladimir Putin werden sich am 15. August in Alaska zu Gesprächen treffen – das erste bilaterale Aufeinandertreffen seit 2019 und das erste Treffen eines US-Präsidenten mit Putin seit 2021. Der Ort Alaska, einst russisches…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…