Schlagwort: Seine-Saint-Denis

  • Schüsse in Sevran: Eine Senatorin gerät mitten in die Gewalt der Pariser Banlieue

    Schüsse in Sevran: Eine Senatorin gerät mitten in die Gewalt der Pariser Banlieue

    Eine nächtliche Polizeistreife wird für die sozialistische Senatorin Corinne Narassiguin zur gefährlichen Erfahrung. Im Pariser Vorort Sevran fallen bis zu 20 Schüsse, eine Person wird verletzt. Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Sicherheitsprobleme im Département Seine-Saint-Denis und wirft erneut die Frage auf, ob der französische Staat in besonders belasteten Stadtvierteln ausreichend präsent ist.

    Es sollte ein gewöhnlicher Einblick in die Arbeit der französischen Polizei werden. Am Dienstagabend, dem 13. Oktober 2026, begleitet die sozialistische Senatorin Corinne Narassiguin eine Einheit der Brigade anticriminalité (BAC) auf ihrer Streife durch Sevran, eine Stadt nordöstlich von Paris. Gegen 22.15 Uhr erreicht das Polizeifahrzeug die Avenue Youri-Gagarine im Viertel Les Beaudottes. Plötzlich zerreißen mehrere Detonationen die nächtliche Ruhe. Was die Beamten zunächst für Feuerwerkskörper halten, erweist sich als Schusswaffengebrauch.

    Innerhalb weniger Sekunden verwandelt sich die Beobachtungsfahrt in eine gefährliche Einsatzlage. Die Polizisten verlassen ihr Fahrzeug und beziehen Stellung. Narassiguin sucht auf der Rückbank Schutz. Insgesamt sind nach Medienberichten zwischen 15 und 20 Detonationen zu hören. Die Senatorin und die Beamten bleiben unverletzt. Eine weitere Person erleidet leichte Verletzungen.

    Die Episode hätte als ungewöhnlicher Zwischenfall einer Politikerreise enden können. Tatsächlich berührt sie eine der schwierigsten innenpolitischen Fragen Frankreichs: Wie lässt sich die öffentliche Sicherheit in Stadtvierteln gewährleisten, in denen organisierte Kriminalität, Drogenhandel und bewaffnete Auseinandersetzungen seit Jahren den Alltag beeinträchtigen?

    Eine Polizeistreife unter Beschuss

    Die Beamten gehören einer Einheit aus dem benachbarten Aulnay-sous-Bois an. Die Brigade anticriminalité ist eine spezialisierte Polizeieinheit, deren Angehörige insbesondere in kriminalitätsbelasteten Gebieten eingesetzt werden. Anders als die gewöhnliche Streifenpolizei operieren BAC-Einheiten häufig in Zivil und konzentrieren sich auf die unmittelbare Bekämpfung von Straftaten.

    Für Narassiguin sollte die Begleitung eine Gelegenheit sein, die praktischen Herausforderungen dieser Polizeiarbeit kennenzulernen. Stattdessen erlebt sie eine Situation, in der die Einsatzkräfte innerhalb von Augenblicken über ihr Vorgehen entscheiden müssen.

    Später beschreibt sie gegenüber der Zeitung Le Parisien, dass sie zunächst keine Angst empfunden habe. Dafür sei schlicht keine Zeit geblieben. Erst nach dem Geschehen habe sie die Tragweite der Gefahr realisiert.

    Die Schilderung verdeutlicht, wie unvermittelt bewaffnete Gewalt auftreten kann. Zwischen einem vermeintlich harmlosen Knall und einer lebensbedrohlichen Situation liegt mitunter nur ein Augenblick.

    Weitere Polizeikräfte werden alarmiert und sichern das Umfeld. In den Gemeinschaftsräumen eines benachbarten Gebäudes entdecken Ermittler nach ersten Berichten eine Maschinenpistole. Bis zum 14. Oktober werden zunächst keine Festnahmen gemeldet.

    Ob die sichergestellte Waffe tatsächlich bei der Schießerei verwendet wurde, bleibt ebenso ungeklärt wie die Identität der Schützen.

    Kein nachgewiesener Anschlag auf die Senatorin

    Die Anwesenheit einer Parlamentarierin verleiht dem Ereignis besondere politische Aufmerksamkeit. Dennoch wäre es voreilig, von einem gezielten Angriff auf eine gewählte Volksvertreterin zu sprechen.

    Während einzelne Medien berichten, dass Schüsse in Richtung des Polizeifahrzeugs abgegeben worden seien, widerspricht Narassiguin der Annahme eines gezielten Angriffs auf den Wagen. Sie vermutet vielmehr einen Zusammenhang mit Auseinandersetzungen im Drogenmilieu.

    Diese Einschätzung erscheint angesichts der Kriminalitätsgeschichte des betroffenen Gebiets plausibel. Sie ist jedoch kein gesichertes Ermittlungsergebnis.

    Die Unterscheidung ist wesentlich. Ein politisch motivierter Anschlag hätte eine andere Bedeutung als eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen kriminellen Gruppen, in deren unmittelbare Nähe zufällig ein Polizeifahrzeug gerät.

    In beiden Fällen bleibt die Gefährdung Unbeteiligter erheblich. Dass eine Senatorin betroffen war, verändert nicht den Charakter dieser Gefahr, macht sie aber überregional sichtbar.

    Sevran und die Gewalt des Drogenhandels

    Sevran gehört zum Département Seine-Saint-Denis, das im französischen öffentlichen Diskurs häufig mit sozialen Schwierigkeiten, urbaner Segregation und Kriminalität verbunden wird. Eine solche Betrachtung greift allerdings zu kurz.

    Das Gebiet umfasst wirtschaftlich dynamische Standorte ebenso wie Wohnviertel mit hoher Arbeitslosigkeit, sozialen Benachteiligungen und angespannten Lebensbedingungen. Gerade diese Gegensätze prägen die Entwicklung der nordöstlichen Pariser Vorstädte.

    In einzelnen Quartieren haben sich über Jahrzehnte lukrative Märkte für den illegalen Drogenhandel etabliert. Die Kontrolle von Verkaufsstellen und Vertriebsgebieten kann dabei zu gewaltsamen Konflikten zwischen rivalisierenden Gruppen führen.

    Sevran hat diese Entwicklung bereits mehrfach erlebt. Im Mai 2024 erschütterten zwei tödliche Schießereien die Stadt. Drei Menschen verloren ihr Leben. Die damaligen Ereignisse wurden mit Rivalitäten zwischen Drogenhandelsnetzwerken im Raum Sevran und Aulnay-sous-Bois in Verbindung gebracht.

    Die Gewalt folgt dabei einer wirtschaftlichen Logik: Wer den Zugang zu einem profitablen illegalen Markt kontrolliert, verfügt über erhebliche Einnahmequellen. Fehlen legale Möglichkeiten zur Konfliktregelung, werden Machtansprüche teilweise mit Waffengewalt durchgesetzt.

    Das bedeutet nicht, dass ganze Stadtviertel von Kriminalität beherrscht würden. Die überwiegende Mehrheit ihrer Bewohner ist vielmehr von deren Folgen betroffen: Unsicherheit, eingeschränkter Nutzung öffentlicher Räume und der Gefahr, unverschuldet in bewaffnete Auseinandersetzungen zu geraten.

    Der Streit um ein eigenständiges Polizeikommissariat

    Für Corinne Narassiguin besitzt der Vorfall eine besondere politische Dimension. Die seit September 2023 amtierende Senatorin vertritt Seine-Saint-Denis im französischen Oberhaus und gehört dessen Rechtsausschuss an.

    Bereits zwei Jahre vor der Schießerei hatte sie die Sicherheitslage in Sevran zum Gegenstand einer parlamentarischen Intervention gemacht.

    Am 22. Oktober 2024 verlangte sie von der Regierung die Einrichtung eines eigenständigen, vollwertigen Kommissariats der Nationalpolizei in der Stadt. Bis dahin war die örtliche Polizeistruktur organisatorisch an Aulnay-sous-Bois angebunden.

    Narassiguin argumentierte, die kommunale Polizei könne die Aufgaben der staatlichen Sicherheitskräfte nicht ersetzen. Gerade bei der Bekämpfung schwerer Kriminalität brauche Sevran eine dauerhaft verlässliche Präsenz der Nationalpolizei.

    Die Regierung vertrat eine andere Position. Der damalige Staatssekretär Othman Nasrou verwies auf die Vorteile einer überörtlichen Organisation der Polizeikräfte. Durch gemeinsame Strukturen könnten Personal und spezialisierte Einheiten flexibler eingesetzt werden.

    Hinter dieser Auseinandersetzung steht ein grundlegender Konflikt moderner Sicherheitspolitik: Soll der Staat seine Ressourcen möglichst effizient zentralisieren oder durch eigenständige lokale Dienststellen eine stärkere Präsenz gewährleisten?

    Beide Ansätze besitzen nachvollziehbare Argumente. Größere Polizeiverbände ermöglichen die Bündelung spezialisierter Kräfte. Lokale Dienststellen können hingegen Ortskenntnis, Bürgernähe und kontinuierliche Polizeiarbeit fördern.

    Ob ein eigenständiges Kommissariat die Schießerei vom 13. Oktober verhindert hätte, lässt sich nicht feststellen. Der Vorfall macht jedoch deutlich, weshalb die Debatte über Polizeipräsenz in Sevran weit über organisatorische Zuständigkeiten hinausgeht.

    Frankreichs schwierige Suche nach Sicherheit

    Die Ereignisse berühren zudem ein strukturelles Problem der französischen Innenpolitik. Seit Jahrzehnten versuchen wechselnde Regierungen, die Sicherheit in sozial belasteten Vorstädten durch zusätzliche Polizeikräfte, städtebauliche Programme und kriminalpolitische Reformen zu verbessern.

    Die Ergebnisse bleiben uneinheitlich.

    Eine stärkere Polizeipräsenz kann den öffentlichen Drogenhandel zurückdrängen und kurzfristig Sicherheit schaffen. Sie beseitigt jedoch nicht automatisch die wirtschaftlichen Anreize krimineller Netzwerke. Werden Verkaufsstellen geschlossen, können sich Aktivitäten in benachbarte Gebiete verlagern.

    Umgekehrt reichen sozialpolitische Maßnahmen allein nicht aus, wenn bewaffnete Gruppen bereits über etablierte Strukturen, erhebliche Einnahmen und Zugang zu illegalen Waffen verfügen.

    Eine wirksame Strategie muss deshalb mehrere Ebenen verbinden: konsequente Strafverfolgung, Ermittlungen gegen die finanziellen Strukturen des Drogenhandels, verlässliche Polizeipräsenz und langfristige Verbesserungen der wirtschaftlichen Perspektiven.

    Dabei spielt auch das Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung eine zentrale Rolle. Sicherheitsbehörden sind auf Hinweise und Kooperation angewiesen. Wo Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen vorherrscht, wird diese Zusammenarbeit erschwert.

    Die Herausforderung besteht somit nicht allein darin, mehr Polizeikräfte einzusetzen, sondern staatliche Autorität dauerhaft und rechtsstaatlich glaubwürdig auszuüben.

    Die Schießerei in Sevran hat keine politische Entscheidung erzwungen und bislang auch keine abschließenden Antworten über Täter und Motive geliefert. Sie hat jedoch eine Sicherheitsdebatte erneut in den Mittelpunkt gerückt, die für die Bewohner der betroffenen Viertel keineswegs neu ist.

    Für Narassiguin endete die nächtliche Polizeistreife ohne körperliche Verletzungen. Für die Menschen, die täglich in Les Beaudottes leben, ist die Frage nach Sicherheit dagegen nicht auf eine außergewöhnliche Nacht beschränkt.

    Gerade darin liegt die politische Bedeutung des Vorfalls. Die öffentliche Aufmerksamkeit darf sich nicht allein darauf konzentrieren, dass eine Senatorin zufällig in eine Schießerei geriet. Entscheidend ist vielmehr, weshalb bewaffnete Auseinandersetzungen in einem dicht besiedelten Stadtgebiet weiterhin möglich sind und wie der Staat darauf dauerhaft reagieren kann.

    Eine demokratische Ordnung wird schließlich nicht nur daran gemessen, wie sie ihre politischen Repräsentanten schützt, sondern ebenso daran, welche Sicherheit sie ihren Bürgern im gewöhnlichen Alltag gewährleistet.

    C. Hatty

  • Wenn die Hoffnung langsam verstummt: Das traurige Ende der Suche nach dem kleinen Madoua

    Wenn die Hoffnung langsam verstummt: Das traurige Ende der Suche nach dem kleinen Madoua

    Eine ganze Woche lang hielt eine Region den Atem an. Menschen durchkämmten Ufer, Wälder und Straßen, verteilten Plakate, teilten Fotos, sprachen einander Mut zu. Doch nun herrscht eine bedrückende Stille: Die freiwilligen Suchaktionen nach dem dreijährigen Madoua, der Ende Februar in Neuilly-Plaisance verschwand, sind offiziell beendet. Zurück bleibt eine Welle der Trauer – und ein Gefühl kollektiver Ohnmacht. Der Junge verschwand am 25. Februar 2026 am Ufer der Marne. Er spielte in der Nähe eines Spielplatzes, nur wenige Schritte von seiner Mutter entfernt. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit – und das Kind war verschwunden. Madoua, vier Jahre alt, lebte mit einer Autismus-Spektrum-Störung und kommunizierte nicht verbal. Gerade deshalb galt jede Minute als kostbar. Die Suche begann sofort. Polizei, Feuerwehr und spezialisierte Taucher rückten aus. Parallel formierte sich eine bemerkenswerte Bürgerbewegung. Hunderte Menschen meldeten sich freiwillig. Manche liefen stundenlang die Uf…

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  • Tödliche Gewalt in Les Lilas: Frau in Wohnung getötet, Lebensgefährte in Gewahrsam

    Tödliche Gewalt in Les Lilas: Frau in Wohnung getötet, Lebensgefährte in Gewahrsam

    In der Nacht von Sonntag auf Montag ist es in Les Lilas zu einem mutmaßlichen Femizid gekommen. In einer Wohnung im Stadtzentrum wurde kurz nach Mitternacht der leblose Körper einer 42-jährigen Frau entdeckt. Ihr 38 Jahre alter Lebensgefährte wurde noch am Tatort verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise berichtete. Ausgelöst wurde der Einsatz der Polizei durch den Vater des Tatverdächtigen. Dieser hatte nach eigenen Angaben einen Anruf seines Sohnes erhalten, der ihn bat, ihm Zigaretten vorbeizubringen. Als der Vater die Wohnung betrat, bot sich ihm ein erschütterndes Bild. Er alarmierte umgehend die Einsatzkräfte. Beim Eintreffen der Polizei lag die Frau blutüberströmt am Boden. Trotz schneller medizinischer Hilfe kam jede Rettung zu spät. Nach ersten Ermittlungen erlitt das Opfer mehrere Schläge mit einem Hammer sowie Messerstiche, unter anderem gegen Kopf, Brustbereich und Halsschlagader. Die mutmaßlichen Tatwaffen b…

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  • Drei Kinder verschwunden – und ein Land hält den Atem an

    Drei Kinder verschwunden – und ein Land hält den Atem an

    Es sind jene Nachrichten, die sich wie ein Schatten über ein Wochenende legen. Am Morgen des 21. Februar 2026 löste die Justiz in Frankreich eine „Alerte Enlèvement“ aus – die höchste Alarmstufe bei Kindesentführungen. Drei kleine Kinder aus Épinay-sur-Seine im Departement Seine-Saint-Denis galten seit zwei Tagen als verschwunden. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann. Im Zentrum der Sorge: Dalia, sechs Wochen alt, zu früh geboren, mit einer schweren Herzerkrankung. Ärzte drängten auf eine rasche medizinische Intervention. Jeder verlorene Moment wog schwer. Ihre Geschwister, der 18 Monate alte Nael und die zweieinhalbjährige Eline, waren ebenfalls spurlos verschwunden. Die Ermittlungen führten direkt ins familiäre Umfeld. Nach bisherigen Erkenntnissen flohen die Eltern mit ihren Kindern am 19. Februar, just in dem Augenblick, als Mitarbeiter der Jugendhilfe eine gerichtliche Anordnung zum vorläufigen Schutz der älteren Geschwister vollstrecken wollten. Hintergrund der Maßnahme: ein alarmi…

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  • Die Diebe kamen von oben – ein nächtlicher Juwelenraub in Saint-Denis

    Die Diebe kamen von oben – ein nächtlicher Juwelenraub in Saint-Denis

    Es klingt wie eine Szene aus einem Heist-Film, irgendwo zwischen Fantasie und Dreistigkeit, doch es geschah ganz real, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, kurz vor dem Jahreswechsel, mitten in Saint-Denis. Während die Stadt noch schlief und der letzte Dezemberwind über die Dächer zog, entfernten Unbekannte Dachziegel, krochen durch eine winzige Öffnung und räumten einen Juwelierladen aus. Still, zielgerichtet, offenbar routiniert. Der Tatort liegt in Saint-Denis, im Département Seine-Saint-Denis, einer Gegend, die oft Schlagzeilen macht, diesmal wegen eines Einbruchs, der ebenso ungewöhnlich wie präzise ablief. Betroffen ist das Schmuckgeschäft „Reine d’Or“ in der Rue Gabriel Péri. Der Schaden: rund 300.000 Euro. Eine Summe, die schwer wiegt – materiell und symbolisch. Die Täter entschieden sich nicht für die Vitrine, nicht für die Tür, nicht für rohe Gewalt. Sie kamen von oben. Über Baugerüste an der Rückseite des Gebäudes gelangten sie aufs Dach, entfernten einzelne Ziegel und sc…

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  • Unbenannter Beitrag 581800

    37 Millionen Euro in einer Nacht – Der große Technikraub von Dugny Es ist kurz nach Tagesanbruch, als ein Firmenchef in Dugny, einer unscheinbaren Gemeinde im Département Seine-Saint-Denis, vor einem offenen Tor steht und spürt, dass etwas grundlegend nicht stimmt. Das Metalltor, sonst fest verschlossen, steht schief. Türen, die in der Nacht noch verriegelt waren, hängen aufgebrochen in den Angeln. Was zunächst nach einem klassischen Einbruch aussieht, entpuppt sich wenig später als einer der größten Technikdiebstähle der vergangenen Jahre. Mehr als 50.000 Smartphones, Tablets, Laptops und Zubehörteile sind in der Nacht von Sonntag auf Montag aus einem Lagerhaus verschwunden. Der Schaden: rund 37 Millionen Euro. Eine Zahl, die selbst erfahrene Ermittler kurz innehalten lässt. Der Tatort liegt in Dugny, nicht weit vom Flughafen Le Bourget entfernt. Das betroffene Unternehmen ist eine französische Niederlassung des chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com, spezialisiert auf den Vertrieb von…

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  • Falsche Polizisten, echte Gefahr: Entführungsversuch in Le Bourget schockiert Vorort von Paris

    Falsche Polizisten, echte Gefahr: Entführungsversuch in Le Bourget schockiert Vorort von Paris

    Es war ein Donnerstagabend wie jeder andere – bis die Gewalt plötzlich zuschlug. Am 6. November 2025, gegen 20 Uhr, wurde ein Mann in seinem Lieferwagen auf der Avenue Jean-Jaurès in Le Bourget, einem nördlichen Vorort von Paris, Opfer eines spektakulären Entführungsversuchs. Drei Männer, mit Sturmhauben maskiert und mit gefälschten „Police“-Armbinden ausgestattet, griffen ihn an und versuchten, ihn mit Waffengewalt in ein anderes Fahrzeug zu zerren. Dass dieser Plan nicht aufging, ist vor allem der Aufmerksamkeit von Passanten und dem schnellen Eingreifen echter Polizeikräfte zu verdanken. Zwei der Täter wurden festgenommen, einer ist weiterhin auf der Flucht. Ein Überfall mit Kommandocharakter Die Täter waren nicht nur gut organisiert, sondern auch einschüchternd ausgerüstet: Eine 9mm-Pistole, zwei Komplizen mit Kabelbindern und Laserpointer – das liest sich eher wie das Drehbuch eines Thrillers als wie ein Polizeibericht. Die Männer hatten es offenbar auf das Opfer selbst abgesehen,…

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  • Zwei Kirchen in Seine-Saint-Denis verwüstet – ein Mann festgenommen

    Zwei Kirchen in Seine-Saint-Denis verwüstet – ein Mann festgenommen

    Zwei Kirchen, zwei Tatorte, ein mutmaßlicher Täter. Am Samstag, dem 16. August, wurden in Seine-Saint-Denis gleich zwei Gotteshäuser von massiven Vandalismusakten erschüttert: die Kirche Sainte-Marthe in Pantin und die Kirche Saint-Yves in La Courneuve. Ein einzelner Mann soll hinter beiden Taten stecken – er wurde später von der Polizei gestellt. Die Zerstörungen, so das Bistum Saint-Denis, seien erheblich.

    Vormittag in Pantin In Pantin begann die Spur der Verwüstung. Die Kirche Sainte-Marthe der Quatre-Chemins war an diesem Samstagmorgen unbewacht, als sich der Mann Zugang verschaffte. Zurück blieb ein Bild der Verwüstung: Vier zerstörte Statuen – zwei Darstellungen Christi, eine Figur der heiligen Marthe sowie eine Statue der Jungfrau Maria. Doch damit nicht genug. Möbelstücke wurden umgeworfen und beschädigt, Plakate zerrissen. Als der Pfarrer gegen Mittag die Kirche betrat, stieß er auf das Chaos – und alarmierte sofort die Polizei. Der Täter hatte da bereits das Weite gesucht.

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  • Montfermeil: Der Tod von Kyllian Samathi und die Debatte um Polizeigewalt in Frankreich

    Montfermeil: Der Tod von Kyllian Samathi und die Debatte um Polizeigewalt in Frankreich

    Mitten in einer Winternacht, in den engen Straßen von Montfermeil, endete das Leben von Kyllian Samathi auf dramatische Weise. Der 30-Jährige, der in einer örtlichen Epicerie arbeitete, geriet am 4. Januar 2024 in eine Auseinandersetzung mit der Polizei – eine Begegnung, die nicht nur sein Leben kostete, sondern nun auch das französische Justizsystem und die Polizeiarbeit ins Scheinwerferlicht rückt.

    Ein Einsatz eskaliertKurz nach Mitternacht rückten mehrere Polizeibeamte zu einem Einsatz in einer kleinen Lebensmittelladenfiliale aus. Laut den Einsatzprotokollen soll Samathi sich in einem „Zustand der Übererregung“ befunden und aggressiv verhalten haben. Was folgte, ist inzwischen Gegenstand intensiver Ermittlungen: Über ein Dutzend Stromstöße aus Tasern trafen den Mann. Er brach zusammen, wurde ins Krankenhaus gebracht – und starb am folgenden Tag. Die Szene, wie sie von Augenzeugen und Berichten geschildert wird, liest sich wie ein Protokoll aus einem Handbuch für Eskalationen: enge…

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  • Paris 2024 – Ein Jahr danach: Was bleibt vom olympischen Traum?

    Paris 2024 – Ein Jahr danach: Was bleibt vom olympischen Traum?

    Die Olympischen Spiele in Paris 2024 – ein Fest der Superlative, der Rekorde und der Emotionen. Doch ein Jahr später stellt sich die Frage: War das mehr als nur ein Sommer voller Medaillen und Bilderbuchmomente? Die Antwort liegt in der Stadt selbst. Und in ihrem neuen Gesicht. Beton, Bewegung und Begegnung In Saint-Denis, einem lange vernachlässigten Pariser Vorort, schwappt seither kein olympisches Wellenbecken mehr – sondern echtes Leben. Der nagelneue Centre Aquatique Olympique hat sich zur Sportoase für Schulen, Vereine und Freizeitbadende entwickelt. Gleich daneben verwandelt sich die Arena Porte de la Chapelle in einen Magneten für Konzerte, Turniere und Workshops. Klettern im Bourget, trainieren im Prisme von Bobigny, flanieren über den Louafi-Bouguera-Brückenschlag – das olympische Paris hat dem Beton Farbe und den Menschen Raum gegeben. Wo einst nur Baulücken und Planungsleichen waren, entstehen heute Wohnungen, Parks und Zukunft. Ein neues Kapitel für die Ränder der Stadt. G…

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