Schlagwort: Schulkantine

  • Plastik: Rückkehr in die Schulkantinen – Umweltschützer laufen Sturm

    Plastik: Rückkehr in die Schulkantinen – Umweltschützer laufen Sturm

    Ein neuer Regierungsentwurf sorgt für Empörung: Plastikbesteck und -geschirr sollen wieder in französische Schulmensen und Kindertagesstätten zurückkehren. Nachdem sie erst Anfang 2025 verbannt wurden, plant die Regierung nun eine Kehrtwende – zum Entsetzen von Umweltverbänden und Eltern.

    Ein Schritt zurück?

    Die Entscheidung steht im Widerspruch zu den Umweltgesetzen „Egalim“ (2018) und „Agec“ (2020), die die schrittweise Abschaffung von Einweg- und Plastikgeschirr vorsahen. Die Regelungen waren ein Meilenstein im Kampf gegen Kunststoffverschmutzung. Nun sollen zumindest wieder Messer, Gabeln und Teller aus Kunststoff erlaubt werden – allerdings nur in der wiederverwendbaren Variante.

    Die öffentliche Konsultation zu diesem Dekret läuft seit dem 20. Februar und endet am 14. März. Die ersten Reaktionen sind eindeutig: Wütende Kommentare überschwemmen die Website des Umweltministeriums. Ein Nutzer bringt es auf den Punkt: „Das ist eine ökologische Katastrophe und eine Gefahr für unsere Kinder.“

    Gefährliches Plastik?

    Umweltverbände schlagen Alarm. „Das ist ein Rückschritt in Sachen Gesundheit und Umweltschutz“, kritisiert Tania Pacheff von der Organisation Cantines sans plastique. Sie weist darauf hin, dass Plastik – unabhängig von seiner Wiederverwendbarkeit – problematische Stoffe enthalten kann.

    „Plastik enthält Moleküle, die gesundheitsschädlich sein können“, warnt sie. Besonders beim Kontakt mit heißen Speisen oder bei kleinen Kratzern könnten winzige Kunststoffpartikel freigesetzt und von Kindern aufgenommen werden.

    Für viele Beobachter ist die Sache klar: Die Regierung gibt dem Druck der Kunststofflobby nach.

    Eine juristische Grauzone?

    Das Umweltministerium verteidigt das Dekret mit einer „notwendigen juristischen Korrektur“. Bisher fielen nur „Lebensmittelbehälter“ unter das Verbot – Teller und Besteck seien jedoch formal keine Behälter. Diese Lücke hätte die Plastikindustrie nutzen können, um gegen das ursprüngliche Verbot zu klagen.

    Joseph Tayafeh, Generalsekretär der Lobbyorganisation Plastalliance, bestätigt diesen juristischen Kampf: „Wenn ein Gesetz unseren Unternehmen schadet und rechtliche Schwächen hat, dann greifen wir es an.“ Laut ihm verstößt Frankreich sogar gegen europäisches Recht, indem es striktere Regeln einführt als die EU vorgibt.

    Ein Kampf, der weitergeht

    Die Umweltverbände geben sich jedoch nicht geschlagen. „Wir haben so lange für diese Gesetze gekämpft, wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sie verwässert werden“, betont Pacheff.

    Ob das Dekret tatsächlich in Kraft tritt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Kampf um Plastik in Frankreichs Schulkantinen ist noch lange nicht vorbei.

    Von C. Hatty

  • Toulouse: Mehr als 120 Kinder erleiden eine Lebensmittelvergiftung

    Toulouse: Mehr als 120 Kinder erleiden eine Lebensmittelvergiftung

    Rund 100 Schülerinnen und Schüler einer Schule in Mondonville (Haute-Garonne) erkrankten, nachdem sie am 26. September in der Schulkantine gegessen hatten. Die regionale Gesundheitsagentur leitete eine Untersuchung ein. Rund 100 Schüler der Grundschule Caroline Aigle in Mondonville (Haute-Garonne) haben wahrscheinlich das Kantinenessen schlecht vertragen, wie die Zeitung Actu Toulouse meldet. „Wir bestätigen einen Verdacht auf eine Lebensmittelinfektion, etwa 100 Personen sind betroffen“, erklärt die regionale Gesundheitsbehörde von Okzitanien gegenüber dem Sender BFMTV.com. Das verantwortliche Lebensmittel wurde noch nicht identifiziert. Die Behörde kündigte eine Untersuchung an, um die Vergiftung zu bestätigen und die Ursache zu ermitteln. Den Eltern zufolge ist der Schuldige aber schon klar: das Huhn. „Die Kinder, die sich fleischlos ernährten, waren alle in der Schule, weil sie nicht krank waren“, erklärte ein Elternteil der Nachrichtenseite Actu Toulouse. Diese Version wird jedoch…

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  • Schulanfang: Schulkantinen in Lyon bieten mehr Bio- und lokale Produkte an – ohne die Preise zu erhöhen

    Schulanfang: Schulkantinen in Lyon bieten mehr Bio- und lokale Produkte an – ohne die Preise zu erhöhen

    Trotz der hohen Rohstoff- und Gaspreise wollen die Schulkantinen in Lyon einen ehrgeizigen Plan für Ernährung und Umwelt umsetzen.

    Zwischen 70 Cent und sieben Euro je nach Einkommensniveau: Der Preis für das Mittagessen in den Kantinen von Lyon wird sich nicht ändern, versichert der für Ernährung zuständige Gautier Chapuis (Grüne) . „Wir werden die Rechnung für die Familien nicht erhöhen, das ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Die Entscheidung wurde getroffen, die Preise für die Schulverpflegung im Schuljahr 2022-2023 nicht zu erhöhen.“

    Die Stadt Lyon wird also trotz der Inflation die Preise für ihre Schulkantinen nicht erhöhen. Die Stadtverwaltung hat ausserdem mit dem Konzern Elior eine Vereinbarung unterzeichnet, die höhere Anforderungen an Bio- und lokale Produkte stellt.

    „Die Umstellung auf biologische und lokale Zutaten kostet 4 Millionen Euro, aber das ist eine Entscheidung, die wir getroffen haben. Ab dem Schulbeginn im September werden 50% der Produkte biologisch sein, mit dem Ziel, innerhalb von vier Jahren auch 50% lokal einzukaufen.“ (Gautier Chapuis, grüner Stadtverordneter in Lyon gegenüber Franceinfo)

    Ein teurerer, aber ernährungs- und umweltpolitisch ambitionierterer Weg für die Schulverpflegung. Die Stadt Lyon kam bereits während der Polemik um das fleischlose Menü in den Schulkantinen während der Covid-19-Pandemie in die Schlagzeilen.

    26.000 Mahlzeiten werden täglich in den Lyoner Kantinen serviert.
    Ab dem neuen Schuljahr wird das Obst und Gemüse auf den Tellern der Lyoner Schulkinder also teilweise von lokalen Erzeugern stammen. Zucchini, Tomaten und Birnen werden zum Beispiel von einem Bio-Gemüsebauern eingekauft, der sich freut seine Produktion liefern zu können ohne sie für die großen Handelskreisläufe kalibrieren zu müssen.

    „Die großen Strukturen kalibrieren ihre Tomaten, Äpfel und Birnen auf das Gramm genau. Wir können das nicht.“ (Henry Chambre, Bio-Gemüsebauer gegenüber Franceinfo)

    „Die Schulkantinen akzeptieren, dass es mal ein Zentimeter weniger oder ein Zentimeter mehr ist. Und wir haben dadurch eine viel breitere Palette, die wir liefern können“, erklärt der Gemüsebauer. 26.000 Mahlzeiten werden täglich an Schüler in Lyon serviert, wobei nun auch jeden Tag ein vegetarisches Menü angeboten wird. 15% der Familien haben sich bislang für die vegetarische Alternative entschieden.

  • Covid-19: Schulkantinen stehen vor Personalmangel

    Covid-19: Schulkantinen stehen vor Personalmangel

    Von Covid-19 betroffenes Kantinenpersonal muss sich zu isolieren. Und deswegen sind Schließungen von Schukantinen nicht mehr zu vermeiden.

    In dieser kleinen Gemeinde in der Nähe von Dijon (Côte-d’Or) spielt der Bürgermeister den Kantinenwirt: Auch das Personal der Schulkantinen bleibt von der Omikron-Welle nicht verschont, drei von sechs Angestellten fehlen. Alle packen mit an, sogar die Sekretärin des Bürgermeisters. „Es läuft gut, wir sind es gewohnt, uns gegenseitig zu helfen, wenn jemand fehlt, wir sind vielseitig einsetzbar“, sagt Agnès Noirot gegenüber France 2. Bei mehr als 230.000 Ansteckungen pro Tag in Frankreich ist Not am Mann, und manche Gemeinden versuchen verzweifelt, neue Mitarbeiter einzustellen.

    In Straßburg (Bas-Rhin) sind 16 von 46 Kantinen geschlossen, obwohl Personal eingestellt worden war, um die Gesundheitsvorschriften einzuhalten. Das Problem in den Kantinen in Straßburg wird voraussichtlich noch bis zu den Februarferien fortbestehen. Für die Eltern ist es oft schwierig, sich zu organisieren.