Schlagwort: Schulbeginn

  • Unwetter zum Schulstart: Warum in Teilen Südfrankreichs am Montag die Schulen zu bleiben

    Unwetter zum Schulstart: Warum in Teilen Südfrankreichs am Montag die Schulen zu bleiben

    Eigentlich sollte der 1. September 2025 der gewohnte Auftakt ins neue Schuljahr sein – für Eltern, Kinder und Lehrkräfte ein fester Termin im Kalender, der verlässlich wie der Sonnenaufgang kommt. Doch in diesem Jahr ist manches anders. In den südfranzösischen Départements Bouches-du-Rhône und Var bleibt es am Montagmorgen still auf den Schulhöfen. Kein Gewusel, kein Klingeln, keine Eltern mit Schulkindern an der Hand. Stattdessen: Starkregen, Gewitter und eine Entscheidung, die Sicherheit über Routine stellt.

    Der Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme ist eine Wetterlage, die selbst für die Unwetter-erprobten Regionen Südfrankreichs alles andere als gewöhnlich ist. Météo-France hat eine sogenannte „Vigilance orange“ – also eine Warnstufe für erhebliche Wettergefahren – für große Teile des Südostens ausgerufen. Im Fokus: sintflutartige Regenfälle, begleitet von blitzintensiven, stehenden Gewittern. In den Bouches-du-Rhône werden stündliche Niederschläge von 40 bis 60 Litern erwartet, mit punktuellen Spitzenwerten von bis zu 150 Litern. Zum Vergleich: Das ist mehr als ein Drittel des durchschnittlichen Monatsniederschlags – in nur einer Stunde.

    Diese Gewitter sind dabei nicht nur heftig, sondern auch träge. Sie bewegen sich kaum, entladen sich lokal mit voller Wucht – und erhöhen dadurch das Risiko für plötzliche Überschwemmungen erheblich. Straßen können binnen Minuten unpassierbar werden, Bäche zu reißenden Strömen anschwellen. Ein Szenario, das im Kontext des Schulstarts ein unkalkulierbares Risiko darstellt.

    Schulen dicht, Busse gestoppt

    Die Entscheidung fiel am Sonntagabend: Alle Bildungseinrichtungen – von der Vorschule bis zum Gymnasium – bleiben am Montag geschlossen. Auch die Universität Aix-Marseille verschiebt ihren Semesterstart um einen Tag. Die Schulbusse bleiben in den Depots, der Unterricht beginnt frühestens am Dienstag.

    Ein drastischer Schritt? Vielleicht. Doch für die Präfekturen beider Départements war klar: Sicherheit geht vor. Georges-François Leclerc, der Präfekt der Bouches-du-Rhône, formulierte es so: „Es war keine leichte Entscheidung – aber wir setzen nicht das Leben von Kindern und Eltern aufs Spiel.“

    Zustimmung von allen Seiten

    Überraschend einhellig fällt die Reaktion auf die Maßnahme aus – ein seltener Konsens in einem oft polarisierten Bildungsdiskurs. Lehrergewerkschaften und Elternverbände begrüßen die Entscheidung ausdrücklich. Für Sébastien Fournier vom SNUipp-FSU, der größten Grundschullehrergewerkschaft Frankreichs, ist die Maßnahme „absolut gerechtfertigt angesichts der Wetterprognosen“. Auch Christophe Merlino von der Elternvereinigung FCPE sieht im Verschieben der Schulöffnung ein notwendiges Signal – und bringt gleich eine weiterführende Idee ins Spiel: einen gesetzlich geregelten Sonderurlaub für Eltern in solchen Ausnahmesituationen.

    Eine gestörte Routine – mit Ansage

    Natürlich bringt die Verschiebung der rentrée, wie der Schuljahresbeginn in Frankreich genannt wird, für viele Familien logistische Herausforderungen mit sich. Eltern müssen kurzfristig Betreuung organisieren, berufliche Pläne anpassen, vielleicht sogar Reisen umplanen. Doch gleichzeitig offenbart die Situation auch: Die Institution Schule ist mehr als nur ein Lernort. Sie ist ein logistisches Rückgrat des Familienalltags – und jede Veränderung wirkt sich wellenartig auf das gesamte gesellschaftliche Gefüge aus.

    Aber war die Entscheidung alternativlos? Hätte man nicht punktuell öffnen können – dort, wo die Wetterlage weniger dramatisch erscheint?

    Eine berechtigte Frage. Doch gerade das Unberechenbare an solchen Wetterphänomenen lässt Spielräume schrumpfen. Wenn sich ein Unwetter in wenigen Minuten verstärkt, wenn Wasser plötzlich Straßen überflutet, dann gibt es keinen sicheren Plan B. Dann ist Vorsicht eben kein Zeichen von Schwäche – sondern von Verantwortung.

    Frankreichs neue Normalität?

    Dass Wetterextreme inzwischen den Schulkalender durcheinanderbringen, ist kein einmaliger Ausrutscher. Bereits in den vergangenen Jahren mussten in Frankreich Schulen immer wieder wegen Hitze, Waldbränden oder Überschwemmungen kurzfristig schließen. Der Klimawandel ist längst kein abstraktes Zukunftsszenario mehr, sondern Realität im Schulalltag. Die rentrée 2025 wird so zum Symbol für eine neue Form der Krisenvorbereitung im Bildungswesen.

    Vielleicht ist es also an der Zeit, den Kalender flexibler zu denken. Notfallpläne, alternative Betreuungskonzepte, digitale Übergangslösungen – all das könnte helfen, solche Situationen in Zukunft besser abzufedern. Denn eines ist sicher: Der nächste Extremwetterfall kommt bestimmt.

    Und wer weiß – vielleicht erinnert sich ein Kind in zehn Jahren nicht mehr an das Arbeitsblatt zum Einmaleins, das am 1. September 2025 eigentlich auf dem Tisch liegen sollte. Aber sehr wohl daran, dass der erste Schultag ausfiel, weil der Himmel über Marseille seine Schleusen öffnete.

    Autor: Daniel Ivers

  • Macrons Bildungs-Offensive: Aufbruch oder Ablenkungsmanöver?

    Macrons Bildungs-Offensive: Aufbruch oder Ablenkungsmanöver?

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bringt frischen Wind ins Bildungssystem – zumindest auf dem Papier. Im Juni 2025 startet eine sogenannte Bürgerkonvention, die nichts Geringeres als den schulischen Tagesrhythmus von Millionen Kindern und Jugendlichen neu gestalten soll. Von Kita bis Abitur, von Unterrichtszeiten bis Ferienplanung – alles steht auf dem Prüfstand. Aber ist das der große Wurf, den das Schulsystem jetzt braucht? Oder doch nur ein politisches Theaterstück, das von tieferliegenden Problemen ablenken soll?

    Ferien kürzen, Tage entzerren? Der Präsident selbst findet: Die Sommerferien sind viel zu lang. Auch die frühen Schulanfänge für Teenager seien nicht ideal. Stattdessen möchte er ein Konzept, das sowohl dem kindlichen Biorhythmus als auch den organisatorischen Bedürfnissen der Eltern besser entspricht. Eine Umstellung der Tagesstruktur, eventuell auch eine Verschiebung des Unterrichtsbeginns für ältere Schüler, liegt auf dem Tisch. Klingt erstmal vernünftig. Kinderfre…

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  • Schulbusfahrermangel bleibt in Frankreich eine Herausforderung – positive Tendenzen erkennbar

    Schulbusfahrermangel bleibt in Frankreich eine Herausforderung – positive Tendenzen erkennbar

    Der Schulstart 2024 in Frankreich bringt nicht nur neue Herausforderungen für Schüler und Lehrer mit sich, sondern auch für den Schulbusverkehr. Jean-Sébastien Barrault, Präsident der Fédération nationale des transports de voyageurs (FNTV), betont, dass derzeit noch immer rund 3.000 Schulbusfahrer fehlen – eine Zahl, die zwar besorgniserregend klingt, aber auch Hoffnung gibt, wenn man bedenkt, dass im letzten Jahr noch 6.000 Fahrer fehlten und 2022 sogar 8.000.

    „Die Lage ist angespannt, aber die Tendenz ist positiv“, erklärt Barrault. Das bedeutet, dass sich die Situation allmählich verbessert, obwohl die Probleme noch lange nicht gelöst sind. Interessant ist, dass das Problem des Fahrermangels in diesem Jahr gleichmäßig über das Land verteilt ist – es gibt keine spezifischen Regionen, die besonders stark betroffen sind.

    Warum bleibt der Fahrermangel bestehen?

    Trotz verschiedener Maßnahmen bleibt der Schulbusfahrermangel eine zähe Angelegenheit. Ein zentraler Punkt ist die Arbeitszeit. Viele Fahrer arbeiten nur Teilzeit, was die Attraktivität des Berufs stark schmälert. „Das ist ein Handicap“, gibt Barrault offen zu. Dies bedeutet, dass viele potenzielle Bewerber durch die unattraktiven Arbeitszeiten und niedrigen Gehälter abgeschreckt werden.

    Um dem entgegenzuwirken, arbeitet die FNTV eng mit Sozialpartnern und Gewerkschaften zusammen, um Lösungen zu finden, die die Arbeitsbedingungen verbessern. Eine der Ideen ist es, die Arbeitsstunden der Fahrer zu erhöhen, was das Gehalt und damit den Beruf attraktiver machen könnte. Hier zeigt sich ein klarer Ansatz, das Problem langfristig zu lösen.

    Gehaltsanpassungen und Ausbildungsangebote als Lösungsansätze

    Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Situation war die Anpassung der Gehälter. Laut Barrault sind die Löhne in den letzten zwei Jahren um fast 20 % gestiegen. Das klingt vielversprechend, zeigt aber auch, dass Geld allein nicht ausreicht, um das Problem zu lösen. Es geht auch um die Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – besonders, wenn man bedenkt, dass viele Fahrer in Teilzeit arbeiten müssen.

    Ein wichtiger Pfeiler der Strategie der FNTV ist die Ausbildung neuer Fahrer. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Ausbildungszentren sollen junge Menschen für den Beruf des Busfahrers begeistert werden. Schon ab 18 Jahren können sie nun ein entsprechendes CAP (Certificat d’Aptitude Professionnelle) in Berufsschulen oder Ausbildungszentren erwerben.

    Barrault ist optimistisch: „Wir hoffen, dass diese Maßnahmen in den kommenden Jahren Früchte tragen.“ Es bleibt abzuwarten, ob diese Ansätze ausreichen, um den Schulbusfahrermangel nachhaltig zu beheben.

    Wie geht es weiter?

    Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die getroffenen Maßnahmen tatsächlich den erhofften Erfolg bringen. Sicher ist, dass weiterhin ein hoher Bedarf an Schulbusfahrern bestehen bleibt. Doch mit gezielten Strategien, besseren Arbeitsbedingungen und einer stärkeren Förderung der Ausbildung könnte der Schulbusverkehr in Frankreich in Zukunft auf einem stabileren Fundament stehen.

    Es ist also durchaus Grund zur Hoffnung gegeben – aber der Weg bleibt herausfordernd. Welche Maßnahmen könnten noch ergriffen werden, um den Beruf des Schulbusfahrers attraktiver zu machen? Eine Diskussion, die sicherlich auch in den nächsten Jahren weitergeführt wird.

  • Schulbeginn: „Wissen Sie, wer der neue Premierminister sein wird?“, fragt ein Schüler Gabriel Attal

    Schulbeginn: „Wissen Sie, wer der neue Premierminister sein wird?“, fragt ein Schüler Gabriel Attal

    Am 2. September 2024 besuchte Gabriel Attal, der zurückgetretene aber noch amtierende Premierminister, eine Schule in Issy-les-Moulineaux (Hauts-de-Seine), um mit den Schülern den Schulanfang zu begehen. Dabei wurde er unerwartet von einem Schüler mit einer Frage konfrontiert: „Wissen Sie, wer der neue Premierminister sein wird?“ Gabriel Attal, sichtlich überrascht, antwortete mit einem einfachen „Nein, aber das ist eine echte Frage, die sich viele Franzosen stellen.“

    Diese spontane Szene führte zu einigen belustigten Reaktionen im Publikum. In einem anderen Moment fragte Gabriel Attal die Schüler: „Wisst ihr, wer ich bin?“ Ein Schüler aus der 4. Klasse antwortete prompt: „Du bist Gabriel Attal, der ehemalige Premierminister.“ Daraufhin lachte Attal und bemerkte scherzhaft: „Ich sehe, dass du über die politische Lage gut informiert bist.“ Gabriel Attal, der fast acht Monate im Amt war, ist seit 48 Tagen offiziell zurückgetreten.

    Währenddessen setzt Präsident Emmanuel Macron seine Konsultationen im Élysée-Palast fort, um den zukünftigen Premierminister zu ernennen. Am Montagmorgen traf er sich mit dem ehemaligen Premierminister Bernard Cazeneuve, dessen Name seit einigen Tagen im Gespräch ist. Weitere Gespräche stehen mit dem Präsidenten der Region Hauts-de-France, Xavier Bertrand, sowie den ehemaligen Präsidenten François Hollande und Nicolas Sarkozy an.


    Editorial eines französischen Lehrers: Ein denkwürdiger Schuljahresbeginn

    Als Lehrer in Frankreich erlebt man den Schuljahresbeginn stets mit einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Dieses Jahr jedoch war es eine besonders denkwürdige „Rentrée“, nicht nur wegen der Rückkehr von 12 Millionen Schülern in ihre Klassenzimmer, sondern auch wegen eines unerwarteten Besuchs von Gabriel Attal, unserem Premierminister – oder besser gesagt, unserem ehemaligen Premierminister.

    Es ist eigentlich eine alltägliche Szene: Ein hoher Beamter besucht eine Schule, um den Beginn des neuen Schuljahres zu markieren. Doch dieser Besuch unterschied sich von den üblichen routinemäßigen Auftritten. Die Schüler, obwohl sie erst zehn oder elf Jahre alt waren, zeigten eine erstaunliche politische Wachsamkeit. Die Frage eines Schülers, „Wissen Sie, wer der neue Premierminister sein wird?“, mag humorvoll erscheinen, aber sie spiegelt eine tiefere Realität wider. Selbst die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft sind sich der politischen Unsicherheiten bewusst, die Frankreich gerade durchlebt.

    Gabriel Attals Reaktion war gleichermaßen menschlich wie bescheiden. „Nein“, antwortete er auf die Frage, „aber das ist eine echte Frage, die sich viele Franzosen stellen.“ Diese Antwort zeigte eine seltene Offenheit, die wir von Politikern nicht immer erwarten. Es war ein Moment der Ehrlichkeit, der sowohl die Ungewissheit seiner eigenen Situation als auch die allgemeine Unruhe im Land widerspiegelte.

    Noch bemerkenswerter war die Reaktion eines Schülers, der Attal mit den Worten „Du bist Gabriel Attal, der ehemalige Premierminister“ ansprach. Diese Aussage war nicht nur korrekt, sondern auch ein Hinweis darauf, wie aufmerksam selbst Kinder heutzutage die politische Landschaft verfolgen. Es erinnert uns daran, dass die Schule nicht nur ein Ort des Lernens ist, sondern auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, in dem aktuelle Ereignisse und politische Entwicklungen intensiv reflektiert werden.

    Als Lehrer frage ich mich oft, wie wir solche Momente nutzen können, um das Bewusstsein unserer Schüler für die Welt um sie herum zu schärfen. Dieser Vorfall ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Politik und Bildung Hand in Hand gehen können. Es ist unsere Aufgabe, diese Neugier und dieses Bewusstsein zu fördern, indem wir Räume schaffen, in denen Fragen gestellt und Diskussionen angeregt werden können.

    In einem Land, das in den letzten Jahren viele politische Turbulenzen erlebt hat, ist es beruhigend zu sehen, dass unsere Jugend nicht nur aufmerksam ist, sondern auch bereit ist, ihre Stimme zu erheben. Die „Rentrée“ dieses Jahres wird sicherlich in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen des üblichen Trubels des Schulanfangs, sondern auch wegen dieses einzigartigen Moments, in dem die nächste Generation von Bürgern ihr Interesse und ihre Sorge um die Zukunft unseres Landes zum Ausdruck brachte.

    Die Herausforderungen, vor denen Frankreich steht, sind zahlreich, aber mit einer so engagierten und aufmerksamen jungen Generation können wir mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Lassen Sie uns diese Gelegenheit nutzen, um sowohl den pädagogischen als auch den bürgerlichen Geist in unseren Klassenzimmern zu stärken. Denn wer weiß – vielleicht sitzt der zukünftige Premierminister bereits auf einer unserer Schulbänke.

    Monsieur Claude – Französischlehrer einem französischen Gymnasium

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Uniformen und Handyverbot: Frankreichs Schulen starten ins neue Schuljahr mit Experimenten

    Uniformen und Handyverbot: Frankreichs Schulen starten ins neue Schuljahr mit Experimenten

    Am 2. September startet das neue Schuljahr in Frankreich – und dieses Jahr gibt es einige spannende Neuerungen, die für Diskussionen sorgen. In ausgewählten Schulen wird der Schulalltag durch zwei bedeutende Experimente umgekrempelt: Das Tragen von Schuluniformen und ein striktes Handyverbot werden getestet.

    Schick und einheitlich: Das Experiment der Schuluniform

    In Limoges (Haute-Vienne) wird das Tragen von Schuluniformen erprobt. Schon vor dem ersten Schultag, am Montag, konnten die Schüler ihre neuen Outfits begutachten – und die Meinungen dazu sind geteilt. Während einige Schüler den modischen Aspekt einer Uniform schätzen, äußert eine Schülerin zögerlich: „Ehrlich gesagt, mochte ich meine eigenen Klamotten lieber.“

    Die Uniformen, bestehend aus Polohemden, Jacken, Hosen, Bermudas und Jogginghosen, werden sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom Staat finanziert. Dies entlastet die Eltern finanziell und sorgt dafür, dass alle Schüler die gleichen Bedingungen haben – zumindest äußerlich.

    Der Gedanke hinter dem Experiment? Einheitlichkeit und weniger sozialer Druck durch Markenkleidung. Aber wird das tatsächlich das Klima an den Schulen verbessern? Viele Eltern sind optimistisch, doch die Schüler brauchen sicher etwas Zeit, um sich an die neuen „Regeln“ zu gewöhnen.

    Handy adé: Konzentration statt Ablenkung

    Das zweite große Experiment betrifft das allgegenwärtige Smartphone. Obwohl Handys in den Unterrichtsstunden längst verboten sind, schummeln sie sich immer wieder in die Pausen – und die Versuchung, die Finger nicht von ihnen zu lassen, ist groß. 200 ausgewählte Schulen in Frankreich wollen dieses Problem nun radikal angehen.

    In diesen Schulen wird das Handy ab sofort bei Schulbeginn in einem eigenen Schließfach verstaut und bleibt dort den ganzen Schultag über. Was nach harter Disziplin klingt, könnte tatsächlich eine positive Veränderung bewirken. Eine Schülerin aus Lorient (Morbihan), wo das Handyverbot bereits erprobt wurde, berichtet: „Ich bin im Unterricht viel konzentrierter als früher.“

    Diese Erkenntnisse könnten wegweisend sein. Wenn das Experiment erfolgreich ist, plant die Regierung, das Handyverbot ab Januar 2025 in allen Schulen einzuführen. Doch auch hier stellen sich Fragen: Werden die Schüler diese Maßnahme als Eingriff in ihre Freiheit empfinden? Oder kann es tatsächlich den Lernfortschritt steigern? Das wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

    Was bedeuten diese Veränderungen für die Zukunft?

    Frankreichs Schulen stehen vor einem spannenden Jahr. Beide Experimente – das Tragen von Uniformen und das Handyverbot – könnten tiefgreifende Veränderungen im Schulalltag bewirken. Einerseits wird durch die Uniform die soziale Gleichheit betont, andererseits sorgt das Handyverbot für mehr Konzentration im Unterricht.

    Doch wie werden die Schüler darauf reagieren? Während einige vielleicht die Klarheit und Struktur begrüßen, könnten andere das Gefühl haben, dass ihnen ein Stück Individualität genommen wird. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich diese Maßnahmen auf das schulische Miteinander und die Lernatmosphäre auswirken.

    Klar ist: Die Diskussionen über die Einführung von Schuluniformen und das Verbot von Handys werden nicht so schnell abreißen. Und wer weiß – vielleicht wird Frankreich schon bald in allen Schulen in einheitlichen Farben und ohne den ständigen Blick aufs Handy lernen.

  • Ein Schuljahr im Wandel: Zwischen Neuanfang und Unsicherheit

    Ein Schuljahr im Wandel: Zwischen Neuanfang und Unsicherheit

    Der erste Schultag ist immer ein bedeutender Moment. Doch dieses Jahr fühlt er sich anders an. Am Montag, dem 2. September, kehren rund 12 Millionen französische Schülerinnen und Schüler in ihre Klassenräume zurück. Diese Rückkehr erfolgt jedoch in einem politischen Umfeld, das von Unsicherheiten geprägt ist. Die scheidende Bildungsministerin Nicole Belloubet wird traditionell einige Schulen besuchen, um das neue Schuljahr offiziell einzuläuten. Doch das, was wirklich in der Luft liegt, ist nicht die übliche Vorfreude auf den Schulbeginn – es sind Fragen und Bedenken über die Zukunft der laufenden Bildungsreformen. Politische Unklarheiten – Wie geht es weiter? Während Frankreich auf die Ernennung einer neuen Regierung wartet, bleiben viele bildungspolitische Entscheidungen in der Schwebe. Insbesondere die geplante Reform des „Brevet des collèges“ steht im Fokus. Lehrkräfte und Gewerkschaften wie die CFDT Education äußern ihre Sorgen. Catherine Nave-Bekhti, die Generalsekretärin der CFD…

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  • Frankreich: 13.500 Schüler haben 2 Wochen nach Schulbeginn noch immer kein Gymnasium gefunden

    Frankreich: 13.500 Schüler haben 2 Wochen nach Schulbeginn noch immer kein Gymnasium gefunden

    Zwei Drittel der 13 500 Schüler ohne Zuweisung einer Oberschule warten auf einen Platz in einem beruflichen Gymnasium. Die Schulbezirke ziehen täglich Bilanz, teilt das Bildungsministerium mit. Zwei Wochen nach Schulbeginn sind immer noch 13.500 Schülerinnen und Schüler ohne Zuweisung zu einem Gymnasium, wie Franceinfo am Samstag, dem 16. September, berichtete. Zwei Drittel von ihnen warten auf eine Zuweisung in ein berufliches Gymnasium. Diese Zahl stammt vom Bildungsministerium in Paris. Das Ministerium gibt sich beruhigt, da dies „nur“ 0,3 % der Schüler beträfe. Die Dienststelle von Bildungsminister Gabriel Attal betonte gegenüber Franceinfo, dass sich im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitpunkt mehr als 15.000 Schüler in dieser Situation befunden hätten. Das Ministerium führt drei Erklärungen für die Situation an. Unter den betroffenen Jugendlichen gäbe es eine große Zahl Oberschüler, die gerade umgezogen seien und daher auf eine Zuweisung für ein Gymnasium an ihrem neuen Wohnort wa…

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  • Schulen: Emmanuel Macron verspricht 5.000 zusätzliche Sportplätze bis Ende 2026

    Schulen: Emmanuel Macron verspricht 5.000 zusätzliche Sportplätze bis Ende 2026

    Der französische Präsident kündigte am Dienstag an, dass die Regierung bis Ende 2026 mindestens 5.000 neue Sportplätze in oder in der Nähe von Schulen bauen werde. Denn: „man lernt besser, wenn man Sport treibt“. Nach einem ersten Aktionsplan für 5.000 neue Sportplätze, der bereits 2021 gestartet wurde und bei dem nach Angaben des Elysée-Palastes inzwischen 4.500 solcher Einrichtungen finanziert wurden, kündigte Emmanuel Macron am Dienstag, dem 5. September, einen neuen Aktionsplan in gleicher Größenordnung an. „Das werden 10.000 Sportplätze bis Ende 2026 sein, das ist das Erbe der Olympischen Spiele. Ihr seid die Generation 2024“, sagte der Präsident der Republik zu Schülern des Collège Daniel-Argote in Orthez (Pyrénées-Atlantiques), einer Schule, die bereits heute zwei zusätzlichen Sportstunden in der Mittelstufe anbietet. Das erweiterte Sportprogramm wird mit Beginn des neuen Schuljahres in 700 französischen Schulen eingeführt und soll bis 2026 auf alle Schüler ausgeweitet werden. h…

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  • Frankreich: Rund 12 Millionen Schüler kehren heute in die Schule oder das Gymnasium zurück

    Frankreich: Rund 12 Millionen Schüler kehren heute in die Schule oder das Gymnasium zurück

    Auch für Gabriel Attal, der erst im Juli ernannt wurde, ist heute ein wichtiges Datum als neuer französischer Bildungsminister. Die Schulklingeln ertönen wieder. Rund 12 Millionen Schülerinnen und Schüler in Frankreich kehren am 4. September in die Schule zurück. Gabriel Attal, der erst im Juli in sein neues Amt berufen wurde, begleitet zum ersten Mal als Bildungsminister einen Schuljahresbeginn. Er kündigte an, dass er „recht schnell Experimente“ mit dem Tragen von Schuluniformen starten wolle. „Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Wunderlösung ist, aber sie verdient es, getestet zu werden“, sagte der Minister auf dem Sender RTL. Mangel an Lehrern. Der Schulanfang 2023 findet aufgrund einer andauernden Krise bei der Einstellung von Lehrern erneut unter Spannung statt. Das ist zwar nicht neu, hat sich aber seit dem letzten Jahr verschärft. In diesem Jahr konnten landesweit mehr als 3.100 Lehrerstellen nicht besetzt werden. Umstrittenes Verbot der Abaya. Die Debatte über dieses lange, …

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  • Unruhen nach Nahels Tod: 5 zerstörte Schulen werden zu Beginn des neuen Schuljahres nicht öffnen

    Unruhen nach Nahels Tod: 5 zerstörte Schulen werden zu Beginn des neuen Schuljahres nicht öffnen

    Der neue französische Bildungsminister Gabriel Attal erinnerte am Dienstag daran, dass es an 250 Schulen zu erheblichen Sachbeschädigungen gekommen sei. Rund 650 Schülerinnen und Schüler werden das neue Schuljahr nicht in ihrer Schule beginnen können. Von den 13 Schulen, die während der Unruhen nach dem Tod des 17-jährigen Nahel besonders stark beschädigt wurden, werden fünf zum Schuljahresbeginn nicht geöffnet werden können, wie Bildungsminister Gabriel Attal am Dienstag, dem 22. August, bekannt gab. Es handelt sich um die Vorschulen Jean-Zay in Mâcon (Saône-et-Loire), Robert-Desnos in Petit-Quevilly (Seine-Maritime) und Etang-des-Noës in La Verrière (Yvelines) sowie die Grundschulen Marguerite-Perey (Straßburg) und Bois-de-l’Etang (La Verrière), so das Bildungsministerium. „Während der Unruhen wurden 250 schulische Einrichtungen beschädigt. Von diesen 250 Schulen wurde in 60 Schulen ein Feuer gelegt, und von diesen 60 Schulen wurden 13 besonders stark beschädigt“, erklärte der frisch…

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