Schlagwort: Schifffahrt

  • Orka-Angriff vor der baskischen Küste: Französischer Segler gerät in Gefahr

    Orka-Angriff vor der baskischen Küste: Französischer Segler gerät in Gefahr

    Ein sonniger Nachmittag, ruhige See, ein französisches Segelboot gleitet gemächlich durch die Wellen – und dann: der Angriff. Zwei Menschen auf dem Katamaran „Azurea“ erleben vor der spanisch-baskischen Küste am eigenen Leib, wie unberechenbar das Meer und seine Bewohner sein kann. Nicht durch Sturm oder menschliches Versagen – sondern durch eine Gruppe Orcas. Ein Schockmoment, der glimpflich endete. Doch das Erlebnis wirft Fragen auf – und lenkt den Blick auf ein Phänomen, das in den letzten Jahren für immer mehr Nervosität unter Seglern sorgt. Ein Hilferuf auf hoher See Montag, der 21. Juli, gegen 14 Uhr: Die „Azurea“, ein französisches Segelboot, befindet sich rund zwei Seemeilen vor der nordspanischen Küste bei Deba. Plötzlich nähert sich eine Gruppe Orcas. Die Tiere rammen den Rumpf des Bootes, schubsen es regelrecht durch die Wellen. An Bord: zwei Menschen, die sofort einen „Mayday“-Notruf absetzen. Die spanische Seenotrettung „Salvamento Marítimo“ reagiert schnell. Ein Einsatzbo…

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  • Cannes bremst den Kreuzfahrttourismus: Weniger Riesenpötte, mehr Nachhaltigkeit

    Cannes bremst den Kreuzfahrttourismus: Weniger Riesenpötte, mehr Nachhaltigkeit

    Cannes macht ernst. Ab 1. Januar 2026 darf nur noch ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 3.000 Passagieren pro Tag in der Bucht vor Anker gehen – nie zwei gleichzeitig. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Die Folgen sind gewaltig, denn die Zahl der Anläufe solcher Riesenschiffe wird deutlich sinken, von derzeit 175 pro Jahr auf 34 im Jahr 2026 und 31 im Jahr 2027. Außerdem wird die tägliche Zahl der Kreuzfahrtgäste auf maximal 6.000 begrenzt.

    Ein Strategiewechsel mit Ansage

    David Lisnard, Bürgermeister von Cannes, betont: Es geht nicht darum, Kreuzfahrten grundsätzlich zu verbannen. „Wir wollen kleinere, schönere und vor allem umweltfreundliche Schiffe begrüßen.“ Ab 2030 sollen idealerweise nur noch Schiffe mit maximal 1.300 Passagieren Cannes anlaufen. Ein klarer Kurswechsel.

    Europaweit auf dem Rückzug

    Cannes ist kein Einzelfall. Auch Nizza hat längst die Notbremse gezogen: Dort dürfen nur noch Schiffe mit weniger als 450 Passagieren im Hafen anlegen. Die Bucht von Villefranche-sur-Mer bei Nizza wird beschränkt auf 65 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr – ebenfalls immer nur eines gleichzeitig. Und weiter westlich? Venedig hat seine Kanäle für große Kreuzer schon 2021 gesperrt. Barcelona und Amsterdam verschärfen ebenfalls die Regeln, um dem Massentourismus und seinen ökologischen Folgen Einhalt zu gebieten.

    Ein Schlag ins Kontor der Kreuzfahrtbranche

    Für die Cruise Lines International Association (CLIA) ist das ein harter Schlag. Der Verband hält die Beschränkungen für ungerechtfertigt und warnt vor wirtschaftlichen Schäden für die Hafenstädte. Doch viele Bewohner und lokale Politiker sehen das anders.

    Zahlen, die aufrütteln

    2024 legten in der Bucht von Cannes 175 Kreuzfahrtschiffe an. 460.000 Passagiere strömten in die Stadt. Manche der gigantischen Schiffe transportierten über 5.000 Menschen auf einen Schlag. Schon 2019 hatte Cannes eine Umweltcharta eingeführt, die Reedereien zu nachhaltigeren Praktiken verpflichtete – mit der Drohung, andernfalls den Zugang zu verwehren.

    Mehr Luft, mehr Raum, weniger CO₂

    Warum dieser drastische Schritt? Weil die Stadtverwaltung erkannt hat, dass Massentourismus nicht nur Geld bringt, sondern auch gewaltige Probleme: Luftverschmutzung, Belastung der Meeresfauna, Überfüllung der Altstadtgassen. Die neue Regelung soll dafür sorgen, dass Cannes atmen kann – im doppelten Sinne.

    Europa im Wandel

    Venedig, Barcelona, Amsterdam, Nizza und jetzt Cannes. Eine Frage drängt sich auf: Wird der Mittelmeerraum künftig ein Luxusziel nur für kleinere, hochpreisige Schiffe? Die Städte scheinen sich dafür entschieden zu haben. Und wer genau hinsieht, erkennt: Hier entsteht ein neues Tourismusmodell. Eines, das nicht mehr auf Masse setzt, sondern auf Qualität, Ästhetik und Nachhaltigkeit.

    Wohin steuert die Kreuzfahrt?

    Die Branche muss sich anpassen. Die größten Schiffe könnten künftig außen vor bleiben. Kleinere Reedereien mit modernen, umweltfreundlichen Schiffen dürften an Einfluss gewinnen. Vielleicht ist es genau dieser Wandel, den viele Urlauber schon lange herbeisehnen: weniger Gedränge, mehr Genuss, mehr Raum, weniger Emissionen.

    Eine Frage bleibt offen – wird die Branche schnell genug reagieren, um in diesem neuen Hafen der Nachhaltigkeit nicht unterzugehen?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Im Schatten der See

    Im Schatten der See

    Am 25. Juni richtet sich der Blick der Welt – zumindest für einen Moment – auf eine Berufsgruppe, die im Alltag kaum sichtbar ist, aber im Getriebe der Globalisierung unverzichtbar: die Seefahrer.

    Etwa 90 Prozent des Welthandels erfolgen per Schiff. Dieser schlichte Satz beschreibt eine Realität, die in ihrer logistischen, wirtschaftlichen und menschlichen Dimension gewaltig ist. Containerfrachter, Tanker, Kühl- und Massengutschiffe durchqueren täglich die Ozeane. Sie transportieren Rohstoffe, Konsumgüter, Nahrungsmittel, Maschinen. Was im Hafen ankommt, hat irgendwo auf hoher See seinen Weg gefunden – meist begleitet von Schichtarbeit, Enge, Isolation, Wetterextremen.

    Doch wer spricht über die, die dies alles leisten?

    Der „Day of the Seafarer“, eingeführt von der International Maritime Organization (IMO), will genau das ändern. Es ist ein Versuch, einem anonymisierten, überaus heterogenen Berufsstand Aufmerksamkeit und Anerkennung zu verschaffen – jenseits folkloristischer Romantik. Die Wirklichkeit an Bord ist oft technisiert, routiniert – und doch geprägt von Ungewissheit. Die Pandemie hat das besonders deutlich gemacht: monatelange Quarantäne auf See, ausbleibende Crewwechsel, prekäre medizinische Versorgung. Was für viele bloß ein logistisches Problem war, war für andere: Alltag in Ausweglosigkeit.

    Dazu kommt: Der internationale Seeverkehr ist zwar global geregelt, aber in der Praxis ein Flickenteppich unterschiedlichster Standards. Arbeitszeiten, Sozialversicherungen, Sicherheit an Bord – all das hängt vom Flaggenstaat, von der Reederei, vom Fahrtgebiet ab. Die Maritime Labour Convention sollte 2006 eine Art Grundgesetz für Seeleute schaffen. Doch wie so oft gilt: Papier ist geduldig, das Meer nicht.

    Wer den Seeverkehr nur durch die ökonomische Brille betrachtet, verkennt seine soziale Dimension.

    Dass der Tag des Seefahrers jährlich daran erinnert, ist wichtig – nicht aus Sentimentalität, sondern aus Verantwortung. Denn die stille Mehrheit der globalen Lieferkette lebt nicht in Städten, sondern auf Schiffen. Und was dort geschieht, geht uns alle an.

    Autor: Daniel Ivers

  • Hausbesuch der besonderen Art: Frachtschiff landet direkt vor norwegischem Wohnzimmer

    Hausbesuch der besonderen Art: Frachtschiff landet direkt vor norwegischem Wohnzimmer

    Was macht man, wenn plötzlich ein Containerschiff im Vorgarten steht? Diese surreale Frage musste sich Johan Helberg aus dem beschaulichen Byneset nahe Trondheim am 22. Mai 2025 stellen. In aller Frühe – genauer gesagt um etwa 4 Uhr morgens – krachte die NCL Salten, ein 135 Meter langes Frachtschiff, wenige Meter vor seinem Haus auf Grund. Und das nicht zum ersten Mal.


    „Da steht ein Schiff im Garten!“

    Der Albtraum nahm seinen Anfang, während Helberg noch friedlich schlief. Erst ein aufgeregter Nachbar, der ihn klingelnd aus dem Bett holte, lenkte seine Aufmerksamkeit auf das Unfassbare: Ein riesiger, rostbrauner Bug ragte durch den Morgennebel direkt vor seinem Haus auf. „Ich dachte, ich träume – ich musste mich richtig strecken, um das Ende des Schiffs zu sehen“, erzählte Helberg später Reportern.

    Wer jetzt denkt, so etwas passiert nur in Filmen, irrt gewaltig. Die NCL Salten hatte sich schlicht verfahren – besser gesagt: Der diensthabende Offizier war auf der Brücke eingeschlafen.

    Ein Nickerchen mit Konsequenzen

    Der ukrainische Zweite Offizier, verantwortlich für das sichere Manövrieren durch den Trondheimfjord, nickte während seiner Schicht ein. Ein fataler Fehler. Denn ohne Kurskorrektur trieb das Schiff immer weiter auf die Küste zu, bis es schließlich strandete – zum Glück ohne Personenschäden oder Umweltschäden.

    Das Frachtschiff fährt unter zypriotischer Flagge und wird von der litauischen Firma Baltnautic betrieben. Eigentlich war es auf dem Weg nach Orkanger, einem Hafen weiter südlich im Fjord.

    Doch diese Reise endete abrupt – mit einem „Parkplatz“, den niemand vorgesehen hatte.


    Déjà-vu in Stahl

    Was die Sache besonders brisant macht: Es ist nicht das erste Mal, dass die NCL Salten negativ auffällt. Bereits 2023 strandete das Schiff vor Hadsel, ein Jahr später dann in Ålesund. Dreimal in drei Jahren – da fragt man sich doch: Was ist da los?

    Liegt es an der Technik? An der Crew? Oder schlicht an mangelhaften Sicherheitsprotokollen?

    Sicher ist: Die norwegischen Behörden sind alarmiert. Der Navigator wurde wegen Fahrlässigkeit angeklagt, und das Vertrauen in die Sicherheitskultur an Bord der NCL Salten hat kräftig gelitten.


    Schlafmangel oder Systemversagen?

    Ein schlafender Seemann auf der Brücke – das klingt nach Einzelfall, ist es aber vermutlich nicht. In der globalen Seeschifffahrt sind Übermüdung und Zeitdruck an der Tagesordnung. Lange Schichten, dünne Personaldecken, ökonomischer Druck – da kann selbst der wachsamste Mensch irgendwann die Augen nicht mehr offenhalten.

    Doch genau da liegt das Problem. Solche Risiken müssen durch technische Hilfsmittel, klarere Abläufe und ausreichende Ruhezeiten entschärft werden. Denn es ist schlicht nicht hinnehmbar, dass ein 135-Meter-Stahlkoloss unkontrolliert durch norwegische Fjorde treibt – und fast ein Wohnhaus plättet.


    Die Stunde der Behörden

    Nach dem Vorfall kündigten die norwegischen Behörden strengere Kontrollen für Frachter in Küstennähe an. Auch die Reederei selbst versprach „volle Kooperation“ und betonte ihre angebliche Sicherheitskultur. Klingt gut – doch am Ende zählt nicht das Versprechen, sondern das Ergebnis.

    Ob aus dieser Beinahe-Katastrophe echte Lehren gezogen werden? Oder ist bald wieder ein Garten Helberg’scher Prägung fällig?


    Ein Schiff kommt selten allein

    Der Vorfall in Byneset steht stellvertretend für ein größeres Thema: die Sicherheit auf den Weltmeeren. Mit zunehmendem Schiffsverkehr, immer größeren Frachtern und globalem Wettbewerbsdruck steigt auch das Risiko. Dass es bislang keine Toten oder Umweltschäden gegeben hat, ist pures Glück.

    Aber auf Glück darf sich kein System verlassen.


    Was bleibt?

    Ein tiefes Grollen im Boden, ein Bild wie aus einem apokalyptischen Traum – und ein norwegischer Hausbesitzer, der seither beim Fensteröffnen einen prüfenden Blick Richtung Fjord wirft. Wer weiß, was als Nächstes anlegt?

    Vielleicht ist es Zeit, dass die Verantwortlichen endlich aufwachen – bevor noch einmal jemand einschläft.

    Von Andreas M. Brucker

  • Streik auf Korsika: Erfolg für Gewerkschaften und lokale Politiker – Vereinbarung mit der Regierung erzielt

    Streik auf Korsika: Erfolg für Gewerkschaften und lokale Politiker – Vereinbarung mit der Regierung erzielt

    Nach 24 Stunden Stillstand auf Korsika können Gewerkschaften und lokale Politiker aufatmen: Der französische Staat hat zugestimmt, dass die Verwaltung der korsischen Häfen und Flughäfen weiterhin in den Händen der regionalen Institutionen bleibt. Dieser Erfolg kam nach einem überraschenden Streik, der die gesamte Insel für einen Tag lahmgelegt hatte.

    Der unvorhergesehene Stillstand: 24 Stunden Ausnahmezustand

    Ohne Vorwarnung begann der Streik und überraschte zahlreiche Reisende auf Korsika. Innerhalb weniger Stunden herrschte Chaos: Flüge wurden gestrichen, Fähren blieben in den Häfen, und hunderte Passagiere saßen fest. Eine junge Frau, die auf eine Fähre wartete, schilderte das Dilemma: „Als wir im Hafen ankamen, hieß es plötzlich, dass der Streik begonnen habe – an eine Überfahrt war nicht zu denken.“

    Der Auslöser für den plötzlichen Arbeitskampf war eine tiefe Sorge der korsischen Gewerkschaften und lokalen Behörden: Ab dem 1. Januar sollte der Status der korsischen Häfen und Flughäfen möglicherweise geändert werden, was als erster Schritt in Richtung einer möglichen Privatisierung gewertet wurde. Gewerkschaften und Politiker befürchteten, dass diese strategisch wichtigen Infrastrukturen aus der Hand der Insel-Behörden genommen werden könnten.

    Ein hart erkämpfter Erfolg: Korsika behält die Kontrolle

    Seit Langem setzen sich korsische Gewerkschaften und Politiker vehement dafür ein, dass die Verwaltung der Häfen und Flughäfen weiterhin öffentlich bleibt. Die Vorstellung, dass private Investoren die Kontrolle übernehmen könnten, stieß auf massiven Widerstand. Trotz der Dringlichkeit der Situation verliefen die Verhandlungen mit der Regierung nicht reibungslos. Doch am Freitag, dem 4. Oktober, kam der entscheidende Durchbruch: Die Regierung legte ein schriftliches Versprechen vor, dass die Kontrolle der korsischen Infrastrukturen in den Händen der regionalen Institutionen bleiben soll.

    Gilles Simeoni, Präsident des korsischen Exekutivrats, war erleichtert und stolz, als er verkündete: „Es ist jetzt klar, offiziell und vom Staat bestätigt: Die Häfen und Flughäfen Korsikas werden weiterhin von den korsischen Institutionen verwaltet.“ Dieser Erfolg der lokalen Akteure war ein Meilenstein – das Ziel war erreicht, und die Aussicht auf Privatisierungen vorerst gebannt.

    Rückkehr zur Normalität: Hoffnung auf reibungslosen Wochenstart

    Dank des erreichten Abkommens wurde der Streik noch am Freitagabend beendet. Die Auswirkungen des Stillstands sollten schrittweise zurückgehen, und bis Montag wird eine vollständige Rückkehr zur Normalität erwartet. Passagiere, die von der Blockade betroffen waren, können nun aufatmen und ihre in Kürze Reisen fortsetzen.

    Für Korsika war dieser Arbeitskampf mehr als ein gewöhnlicher Streik – er war ein Symbol des Widerstands gegen eine potenzielle Entmachtung der regionalen Behörden. Die schnelle Reaktion und der Zusammenhalt zwischen Gewerkschaften und Politikern haben gezeigt, wie entschlossen die Insel ist, ihre Unabhängigkeit in wichtigen Angelegenheiten zu bewahren. Und dieser Kampf, der nach nur einem Tag erfolgreich endete, ist ein starkes Zeichen für die Zukunft der Region.


    Korsika: Die Bedeutung regionaler Autonomie

    Dieser Arbeitskampf wirft ein Schlaglicht auf die langjährige Debatte um eine Autonomie Korsikas. Die Insel hat seit jeher eine besondere Beziehung zur Zentralregierung in Paris. Seit Jahrzehnten fordern korsische Politiker mehr Eigenständigkeit – nicht nur in Fragen der Kultur und Sprache, sondern auch in wirtschaftlichen Belangen.

    Die geplante Umstrukturierung der Häfen und Flughäfen hatte das Potenzial, diese fragile Balance zu stören. Die Angst vor einer schleichenden Privatisierung hat die Menschen auf der Insel mobilisiert – sowohl die Gewerkschaften als auch die regionalen Politiker, die sich entschieden gegen solche Pläne wehren. Dass dieser Widerstand so schnell Früchte trug, ist ein Erfolg auf ganzer Linie. Doch er zeigt auch, wie wachsam Korsika in Zukunft bleiben muss.

    Ein Sieg für die Inselbewohner – aber wie lange?

    Der Streik hat einmal mehr bewiesen, wie wichtig der lokale Widerstand gegen Entscheidungen sein kann, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen mögen. Der Erfolg in diesem Fall mag für den Moment beruhigend sein, doch wie lange wird die Insel die Kontrolle behalten? Werden in einigen Jahren erneut ähnliche Diskussionen geführt?

    Fürs Erste ist Korsika jedoch erleichtert: Die Flughäfen und Häfen, wichtige Tore zur Welt für die Inselbewohner, bleiben in ihrer Hand.

  • Elektroschiffe in den Calanques von Marseille: Ein Schritt in die Zukunft

    Elektroschiffe in den Calanques von Marseille: Ein Schritt in die Zukunft

    Die malerischen Calanques von Marseille – ein Ort, der für seine atemberaubenden Klippen und türkisfarbenen Gewässer bekannt ist. Doch in den letzten Jahren wurde die Schönheit dieses Naturparadieses durch die Auswirkungen des Tourismus getrübt. Lärm, Abgase und die Störungen der Tierwelt sind die Kehrseite des Booms. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen einige der Touristenboote nun auf Elektromotoren – zumindest auf einem Teil ihrer Strecke.

    Der Übergang zur Elektromobilität: Ein leiserer Weg durch die Natur

    Seit vier Monaten testet ein Touristenschiff in Marseille eine neue Technologie: Bei der Einfahrt in den Parc national des Calanques wird der Dieselmotor abgeschaltet, und das Boot fährt vollständig elektrisch weiter. Ein deutlicher Unterschied – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Passagiere. Ohne das laute Brummen der Motoren können sie die natürliche Schönheit und die Ruhe dieses einzigartigen Ortes viel intensiver erleben.

    Diese Maßnahme dient nicht nur der Verbesserung des Erlebnisses für Touristen. Sie hat auch handfeste ökologische Vorteile: Durch die Umstellung auf Elektromotoren können jährlich bis zu 40.000 Liter Diesel eingespart werden. Das reduziert die Treibhausgasemissionen erheblich und ist ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaschutz.

    Doch warum fährt das Schiff nicht die gesamte Strecke elektrisch? Die Antwort liegt in der Technologie: Die Batterien sind derzeit noch nicht leistungsfähig genug, um die komplette Route abzudecken. Der Wechsel auf Elektroantrieb erfolgt daher nur innerhalb des geschützten Bereichs des Nationalparks. Außerhalb der Calanques übernimmt wieder der Dieselmotor – ein Kompromiss, der zumindest einen Teil der Strecke umweltfreundlicher macht.

    Investitionen für die Zukunft: Ein teurer, aber notwendiger Wandel

    Um diese Innovation möglich zu machen, waren erhebliche Investitionen nötig. Rund 750.000 Euro wurden in den Umbau des Schiffes gesteckt. Sechs leistungsstarke Batterien wurden installiert, die nach jeder Fahrt im Hafen wieder aufgeladen werden. Ein großer Teil dieser Kosten wurde vom Parc national des Calanques selbst getragen – ein klares Zeichen dafür, wie ernst die Verantwortlichen den Schutz dieses einzigartigen Ökosystems nehmen.

    Doch die Umstellung auf Elektroantrieb ist nur der erste Schritt. Obwohl das Schiff im Herzen der Calanques nun fast geräuschlos unterwegs ist, hallt der Lärm der herkömmlichen Motoren von anderen Booten noch immer von den Felsen wider. Dieser Lärm stört die empfindliche Tierwelt der Region, insbesondere die Meeresbewohner, die auf ihre akustische Wahrnehmung angewiesen sind.

    Ein Balanceakt: Tourismus und Naturschutz in Einklang bringen

    Der Einsatz von Elektromotoren in den Calanques ist ein vielversprechender Ansatz, um den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Doch er zeigt auch die Herausforderungen auf, die mit einem solchen Wandel einhergehen. Die Technologie ist noch nicht ausgereift genug, um auf breiter Basis eingesetzt zu werden – das wird deutlich. Gleichzeitig steht fest, dass der Schutz der Natur keine halben Sachen verträgt.

    Man könnte sagen, die Zukunft liegt im leisen Rauschen der Elektromotoren. Aber wie bringt man die Lauten zum Schweigen? Wie überzeugt man alle Betreiber, auf umweltfreundlichere Technologien umzusteigen? Es ist ein langer Weg – doch jeder Schritt zählt.

    Am Ende bleibt die Hoffnung, dass die Schönheit der Calanques noch lange erhalten bleibt – für uns, für die kommenden Generationen und für die Tiere, die dort leben. Denn letztlich sollte die Natur selbst im Mittelpunkt stehen – und nicht der Motorenlärm.

  • Gironde: Passagierschiff verursacht große Schäden am Ufer der Garonne

    Gironde: Passagierschiff verursacht große Schäden am Ufer der Garonne

    In der Gironde verursachte ein Kreuzfahrtschiff eine riesige Welle, die am Ufer des Flusses Garonne große Schäden anrichtete.

    Am Samstag, dem 20. Mai, verursachte ein Kreuzfahrtschiff der Linie „Regent Seven Seas Cruises“ als es den Hafen Bordeaux verließ, eine große Welle. Eine Welle, die über die Deiche, die normalerweise die Ufer in einer Höhe von 4,80 m schützen, schwappte. Gesperrte Straßen, beschädigte Wohnhäuser – die Welle verursachte große Schäden in Saint-Louis-de-Montferrand, berichtet die Zeitung Sud Ouest.

    „Wir hörten dieses Geräusch, ein schreckliches Geräusch, und dann dieses Wasser, das kam. Ich habe gefragt: ‚Was ist das?’“, berichtet eine Anwohnerin gegenüber dem TV-Sender TF1. Eine angrenzende Mauer und alles, was sich um ihr Haus am Ufer der Garonne befand, wurden zerstört. „Sogar den Flaschencontainer hat es weggetragen. Es hat mir sogar die Terrasse kaputt gemacht“.

    Straßen in Saint-Louis-de-Montferrand, die nach der Welle mit Steinen und Baumstämmen bedeckt waren, mussten gesperrt werden. Mehr als 70 Personen waren am Montag mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.

    Die Ursache für den Vorfall wird derzeit noch untersucht. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist es aber möglich, dass das Kreuzfahrtschiff einfach viel zu schnell vorbeigefahren ist.

  • Syroco: Segelboot für eine kohlenstofffreie Zukunft

    Syroco: Segelboot für eine kohlenstofffreie Zukunft

    Ein Start-up-Unternehmen aus Marseille hat den Ehrgeiz, den Schiffsverkehr umweltfreundlicher zu gestalten. Mit einem Schiff, das von einem Segel wie ein Kitesurfer gezogen wird.

    Es sieht aus wie ein kleines Flugzeug und ist doch ein Boot. Ein unglaubliches Gerät, mit dem sein Konstrukteur eine Geschwindigkeit von über 150 km/h erreichen und damit den Geschwindigkeitsrekord im Segeln brechen will. Dieses „Speed Craft“, derzeit noch ein Prototyp im Maßstab 1:3, verfügt über ein Segel, das dem eines Kitesurfers ähnelt, und einen speziellen Kiel, um es auf dem Wasser zu halten. Ohne diese technologische Innovation würde dieses Gerät, das halb Boot und halb Flugzeug ist, davonfliegen. Schlüsselelement dieses innovativen Konzepts ist der Kite (Drachensegel), der es ermöglicht, alle Kräfte des Windes an einem einzigen Punkt zu bündeln.

    Entwicklung des kohlenstofffreien Seetransports
    Dieses revolutionäre Boot verdanken wir einem der erfolgreichsten französischen Kitesurfer. Alex Caizergues aus Marseille kann auf 15 Jahre Wettkampferfahrung, 6 Weltrekorde und 4 Weltmeistertitel verweisen. „Ich habe im Laufe meiner Karriere Vieles erreicht, jetzt wollte ich noch einen Schritt weiter gehen und in meiner täglichen Arbeit einen Beitrag für die Umwelt leisten“.

    Um über seine sportlichen Leistungen noch hinauszuwachsen, hat der Rekordhalter ein Start-up-Unternehmen gegründet. Der französische Champion hat ein hochkarätiges Team von 17 Personen um sich geschart, Ingenieure und Schiffsarchitekten, die alle vom Segeln begeistert sind. Ziel des jungen Unternehmens aus Marseille: die Dekarbonisierung des Seeverkehrs voranzutreiben. Der ganzen Welt soll bewiesen werden, dass es möglich ist, mithilfe des Windes, einer sauberen und kostenlosen Energie, eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen. „Ganz sicher werden wir morgen Schiffe haben, die einen niedrigen Energieverbrauch haben. Sie werden vielleicht Segel oder ‚Foils‘ haben“, erklärt Alex Caizergues gegenüber France Télévivions.

    Der nächste Schritt für den Unternehmer ist, die geplante 7-Meter-Version seines neuartigen Bootes in den kommenden Monaten zu Wasser zu lassen. Ein Prototyp, mit dem Alex Caizergues den Geschwindigkeitsrekord in Angriff nehmen wird, den er noch „vor den Olympischen Spielen 2024“ brechen möchte.

  • Frankreich startet erste emissionsfreie Fähre

    Frankreich startet erste emissionsfreie Fähre

    In Marseille wurde eine „Null-Emissions-Fähre“ eingeweiht, die als Weltneuheit gefeiert wird. Der innovative Filter des Schiffes soll über 99 Prozent der Schadstoffpartikel im Seeverkehr reduzieren können.

    Das Flaggschiff der Reederei La Méridionale, die Piana, soll die Fähre der Zukunft werden. Sie wird auf ihrer Fahrt zwischen Marseille und Bastia auf Korsika keine Schadstoffpartikel mehr ausstoßen.

    „Das ist eine noch nie dagewesene Lösung, eine Weltneuheit“, sagte Marc Reverchon, der Präsident des Unternehmens, gegenüber dem sender BFMTV.

    Der neuartige Filter bindet Schwefel und Feinstaub-Partikel mit Natriumbikarbonat. Das System wurde an den vier Motoren der Piana installiert und soll 99 Prozent der Schwefeloxide (SO2) sowie 99,9 Prozent der feinen und ultrafeinen Partikel, die zu den Luftschadstoffen von Schiffen gehören, beseitigen.

    Das rund 16 Millionen Euro teure Projekt wurde von der französischen Agentur für den ökologischen Wandel sowie von der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Rahmen ihres regionalen Klimaplans „Une COP d’Avance“ unterstützt.

    Die Region hat bereits 30 Mio. EUR zum Ausbau der Landstromversorgung von Schiffen zugesagt, um die Luftqualität in Hafenstädten wie Nizza, Toulon und Marseille zu verbessern.

    Die Stadt Marseille will nun die Einführung der neuen Filter auf anderen Kreuzfahrtschiffen und Fähren finanziell unterstützen. Nach der Taufe des Schiffes twitterte der Bürgermeister von Marseille, Benoît Payan, dass er hoffe, dass andere „große Verschmutzer“ dem Beispiel der Piana folgen.

    Privatjets, die für mehr als die Hälfte der weltweiten Luftverkehrsemissionen verantwortlich verantwortlich gemacht werden, stehen derzeit im Mittelpunkt der Klimadiskussionen in Frankreich. Kreuzfahrtschiffe sind auch sehr schädlich für die Umwelt, sie sollen für mehr Verschmutzung verantwortlich sein als alle europäischen Autos zusammen.

    Schwarzer Rauch und schwefeliger Gestank von Kreuzfahrtschiffen und Fähren gehören für die Einwohner von Marseille seit einigen Jahren zum Alltag.

    Der Bürgermeister der Stadt, Benoît Payan, hat sogar eine Petition gegen die von den Schiffen verursachte Verschmutzung des Mittelmeers gestartet. Es wurden über 44.000 Unterschriften gesammelt.

    Lesen Sie auch: Marseille: “Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen emittiert so viel Schwefeldioxid wie eine Million Autos”

    Als Reaktion auf die Klimabedenken versucht die Branche, sich anzupassen, was dazu führte, dass am Montag in Marseille eine emissionsfreie Fähre vorgestellt werden konnte. Ihr Feinstaubfiltersystem gilt als weltweit einmalig.

  • Loire-Atlantique: Das Kreuzfahrtschiff „Wonder of the Seas“ verlässt den Hafen von Saint-Nazaire

    Loire-Atlantique: Das Kreuzfahrtschiff „Wonder of the Seas“ verlässt den Hafen von Saint-Nazaire

    Nach jahrelanger Bauzeit verlässt das größte Kreuzfahrtschiff der Welt endlich Saint-Nazaire (Loire-Atlantique). Das „Wunder der Meere“ ist in See gestochen, bereit, Tausende von Menschen auf seinen Kreuzfahrten zu begrüßen.

    Der größte Ozeandampfer der Welt legt vom Hafen von Saint-Nazaire (Loire-Atlantique) ab. Das als „Wunder der Meere“ bezeichnete Schiff zieht viele Neugierige an, die das 362 Meter lange Ungetüm der Meere beobachten wollen. „Wir bewundern die geleistete Arbeit, es ist ein großartiges Image für die Region“, sagt ein Einwohner vor der Kamera von France 3. Das Schiff ist so hoch wie ein 20-stöckiges Gebäude und kostete fast 1,2 Milliarden Euro.

    Die Werft von Saint-Nazaire war für den Bau dieses modernen Seeungeheuers verantwortlich. Eine grossartige Aufgabe für die Mitarbeiter und das Management der Werft. „Es handelt sich um drei Jahre Arbeit, insgesamt acht Millionen Arbeitsstunden, mit den Teams der Werft und 500 Subunternehmen“, erklärt Florence Mauduit, Vertragsmanagerin der Werft. Allerdings gibt es auch Kritik an der „Wonder of the Seas“, obwohl sie weniger Schadstoffe ausstoßen soll als andere konventionelle Linienschiffe.