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  • Misstrauen im Garten: Mann schießt auf Enedis-Drohne – rechtliche Konsequenzen drohen

    Misstrauen im Garten: Mann schießt auf Enedis-Drohne – rechtliche Konsequenzen drohen

    In Robion, einem kleinen Ort im Departement Vaucluse, wurde am 14. August ein Vorfall gemeldet, der zeigt, wie Misstrauen und moderne Technologie aufeinanderprallen können. Ein Bewohner der Gemeinde war davon überzeugt, dass er von einer Drohne ausspioniert wird – und griff zu drastischen Maßnahmen. Mit seinem Jagdgewehr schoss er das vermeintliche Spionagegerät vom Himmel. Doch was der Mann nicht wusste: Die Drohne gehörte Enedis, dem französischen Stromnetzbetreiber, und hatte eine völlig harmlose Mission.

    Ein Moment des Misstrauens

    Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen im Garten des Mannes. Vielleicht genoss er die Ruhe, vielleicht machte er es sich gerade am Pool bequem, als er plötzlich eine Drohne entdeckte, die über sein Grundstück flog. In dieser Sekunde setzte bei ihm ein starkes Alarmgefühl ein – das Gefühl, beobachtet und ausspioniert zu werden. Anstatt jedoch die Sache ruhig zu klären, entschied sich der Mann für eine handfeste Reaktion. Er holte sein Jagdgewehr und schoss die Drohne ab.

    Enedis-Drohne: Sicherung der Stromleitungen, keine Spionage

    Was der besorgte Bewohner jedoch nicht wusste: Die Drohne hatte eine klare, technische Aufgabe und diente nicht der Überwachung seiner Privatsphäre. Sie gehörte Enedis, dem Unternehmen, das für die Wartung des französischen Stromnetzes verantwortlich ist. Die Drohne war im Einsatz, um Hochspannungsleitungen zu sichern und die Vegetation in der Umgebung zu kontrollieren – ein wichtiger Schritt, um Stromausfälle und Gefahren durch überwachsende Äste zu vermeiden. Das Gerät wurde bei dem Vorfall komplett zerstört.

    Rechtliche Konsequenzen für den Schützen

    Die Reaktion des Mannes hat jedoch jetzt rechtliche Konsequenzen. Enedis hat eine Anzeige gegen ihn erstattet, und der Fall wird von den Behörden untersucht. Für den Schützen stehen schwere Konsequenzen im Raum – die mögliche Entziehung seiner Jagdlizenz und die Konfiszierung seines Jagdgewehrs. Das ist kein Pappenstiel. Immerhin: Wer einmal in den Fokus der Justiz gerät, sieht sich schnell einem Dschungel an juristischen Herausforderungen gegenüber.

    Wie man in solchen Situationen reagieren sollte

    Die Frage bleibt: Wie hätte der Mann anders reagieren können? Die Gendarmerie weist darauf hin, dass es in solchen Fällen immer ratsam ist, die Behörden zu kontaktieren. Sie haben Zugang zu den notwendigen Informationen, um herauszufinden, ob ein Drohnenflug legal ist oder nicht. Die Gendarmerie könnte in diesem Fall schnell klären, ob es sich um eine genehmigte Drohnenoperation handelt und gegebenenfalls den Betreiber zur Rechenschaft ziehen. Ein Anruf hätte dem Mann also eine Menge Ärger ersparen können.

    Ein Fall mit vielen Facetten

    Dieser Vorfall ist ein Lehrstück in Sachen moderner Technologien und den Ängsten, die sie bei manchen Menschen auslösen. Drohnen sind heute in vielen Bereichen im Einsatz, von der Landwirtschaft über die Infrastrukturüberwachung bis hin zur Paketzustellung. Sie bieten immense Vorteile, aber sie werfen auch neue Fragen auf – insbesondere, wenn es um den Schutz der Privatsphäre geht.

    Klar ist, dass Drohnen, die über private Grundstücke fliegen, bei den Bewohnern Unbehagen auslösen können. In solchen Fällen sollte der erste Schritt jedoch immer der Dialog sein – ob mit dem Drohnenbetreiber oder den Behörden. Es ist wichtig, zwischen einem tatsächlichen Eingriff in die Privatsphäre und einer harmlosen Drohnennutzung zu unterscheiden. Schließlich kann ein unüberlegter Schuss mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

    Dieser Vorfall in Robion zeigt, dass Misstrauen und eine vorschnelle Reaktion schnell eskalieren können – mit erheblichen Konsequenzen für alle Beteiligten. Es bleibt abzuwarten, wie die Justiz in diesem Fall entscheiden wird. Eins ist sicher: Die Diskussion über den Einsatz von Drohnen und den Schutz der Privatsphäre wird weitergehen – und dieser Vorfall wird sicherlich als Beispiel dienen.

  • Immer mehr Franzosen bewaffnen sich, um sich „im Fall der Fälle“ verteidigen zu können

    Immer mehr Franzosen bewaffnen sich, um sich „im Fall der Fälle“ verteidigen zu können

    Im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der Mitglieder in den französischen Schützenvereinen sprunghaft angestiegen. Viele von ihnen wollen lernen, mit einer Waffe umzugehen, um sich im Falle eines Angriffs verteidigen zu können.

    In Frankreich ist die Zahl der Sportschützen in den letzten Jahren stark gestiegen. Von 145000 im Jahr 2011 stieg ihre Zahl bis heute auf über 240.000, was einem Anstieg von fast 70% entspricht! Allein seit September 2021 verzeichnete zum Beispiel der Schützenverein von La Ferté-Bernard im Departement Sarthe rund 30 Neuanmeldungen. „Das ist beeindruckend“, sagt sein Präsident Christophe Dinet auf dem Sender France 2, „wir hatten noch nie so viele Mitglieder, und wir haben immer mehr Anfragen.“

    Wie lässt sich diese Begeisterung für Waffen erklären? Sie hängt offensichtlich mit einer Verunsicherung nach den Terroranschlägen von 2015 und in jüngerer Zeit mit dem Krieg in der Ukraine zusammen. Einige Sportschützen geben aber auch an, dass sie sich ausgerüstet haben, weil sie „auf dem Land wohnen, wo die Polizei eine Dreiviertelstunde oder eine Stunde braucht, um herzukommen“. Die meisten halten sich aber sehr bedeckt, denn es scheint immer noch irgendwie ein Tabu zu sein, über Waffen und Waffenbesitz zu sprechen.

    Wie aber kann ein Schützenverein sicherstellen, dass er eine Waffe nicht in die Hände von jemandem gibt, der „durchdrehen“ könnte? Auch wenn für die Ausstellung einer Mitgliedskarte ein ärztliches Attest über die Eignung für den Schießsport erforderlich ist, kann man nicht vorhersagen, ob ein Waffenbesitzer irgendwann einmal ausrasten könnte. Gefährliche und irrationale Verhaltensweisen werden allerdings in den Schützenvereinen nicht geduldet und können sehr schnell zum Ausschluss eines Mitglieds führen.

    Im Verein werden die Schützen von strengen Regeln begleitet: Der Umgang mit den Waffen ist nur auf dem Schießplatz erlaubt, der Lauf muss immer auf die Ziele gerichtet sein und die Waffe muss nach jedem Schiessen wieder sicher verwahrt werden. Christophe Dinet ist seit anderthalb Jahren Vorsitzender des VSF Tir Cible, und sieht dies als eine große Verantwortung. Er muss mit jedem neuen Mitglied ein persönliches Gespräch führen und kontrollieren, dass er oder sie nicht in der nationalen Kartei der Personen, denen der Erwerb und Besitz von Waffen untersagt ist, eingetragen ist.

    „Wir wollen keine Cowboys“, sagt er auf France 2, „und wir sind auch keine Cowboys!“.

    Lesen Sie auch: Feuerwaffen: Zahl der Mitglieder in den Schützenvereinen Frankreichs stark gestiegen

  • Fast 5 Millionen Franzosen müssen ihre Waffen in einer neuen Datenbank registrieren

    Fast 5 Millionen Franzosen müssen ihre Waffen in einer neuen Datenbank registrieren

    Von der neuen Regelung, die Dienstag, dem 8. Februar, in Kraft getreten ist, sind Jäger, Sportschützen und Sammler betroffen. Das Ziel: Vereinfachung der Formalitäten, aber auch bessere Rückverfolgung von Feuerwaffen.

    In Frankreich gibt es 5,4 Millionen registrierte, also legale Feuerwaffen. Sie gehören vier Millionen Jägern, aber auch Sportschützen, Biathleten, Tontaubenschützen und Waffensammlern. Für sie ändert sich nun das Gesetz. Ab Dienstag, dem 8. Februar, gibt es eine neue Registrierungsdatenbank, um Waffen anzumelden: das AIS, das Waffeninformationssystem. Es handelt sich dabei um eine neue, vollständig computergestützte Plattform.

    Zunächst für Jäger gedacht, wird dieses System noch vor dem Sommer auf Sportschützen und Sammler ausgeweitet. Das neue System ermöglicht eine bessere Rückverfolgbarkeit der Feuerwaffen, vereinfacht aber auch die Schritte zum Erwerb einer Waffe oder zur Anmeldung einer bereits vorhandenen Waffe, da alles online erfolgen wird.

    Einfachere Kontrollen
    Schluss mit den Papierformularen, die ausgefüllt und immer bei sich getragen werden müssen: Die Liste der von einer Privatperson gehaltenen Waffen wird papierlos und online zugänglich sein. Bisher musste man, um seine Feuerwaffe anzumelden, alle Belege auf Papier einsenden. Leider ging ab und zu auch etwas verloren und man musste oft mehrere Monate – manchmal sogar mehrere Jahre – auf seinen ordnungsgemäßen Waffenschein warten. Mit dem neuen System kann der Staat natürlich auch leichter herausfinden, wer welche Waffe besitzt, und gezielter Kontrollen durchführen. Mindestens einmal pro Jahr, verspricht das Innenministerium.

    Registrierung „vergessener Waffen“
    Aber es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, alle Waffen, die derzeit im Umlauf sind, in dieser neuen Datenbank zu registrieren. Auch die, die manchmal vergessen auf den Dachböden liegen. Alle Waffen, die in Scheunen liegen oder die bisher nicht bei der Präfektur gemeldet wurden, haben keinen Waffen-Code. Früher, bevor der Erwerb einer Waffe gemeldet werden musste, hat man die Waffen sogar in Supermärkten gekauft. Alle diese müssen nun einen neuen Waffen-Code bekommen, was einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

    Eine Übergangsphase, die mehrere Monate dauern könnte. Waffenbesitzer haben eineinhalb Jahre Zeit, um die neuen Vorschriften zu erfüllen. Legale Feuerwaffenbesitzer haben bis zum 30. Juni 2023 Zeit, sich im AIS zu registrieren.